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Start > > > > -> Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?


 

 

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Alt 02.10.2014, 11:50   #26
Julchen68
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Ich will ja nur darauf hinaus, daß es diese grundlegenden Unterschiede gibt.

Was mich aber am allermeisten ärgert, ist der Umstand, daß es offensichtlich Tests gibt, mit denen man festgestellt hat (oder festgestellt haben will), wievielen Prozent diese oder jene Methode "hilft".

Anstatt aber genau diese Feststellung, welcher "Hilfe"-Fall im einzelnen vorliegt, selbst als Ergebnis zu werten, rechnet man so lange daran rum bis man meint, all den Kram auf eine einzige seligmachende Lehrmethode eingestampft zu haben.
Was spräche dagegen, die Tests schlichtweg dazu einzusetzen, die Schüler entsprechend einzuteilen? Wahrscheinlich gar nichts, außer das mißgeleitete Verständnis des Lehrberufs.
Es muß ja schon als Riesenfortschritt bezeichnet werden, daß man vom Umlernen der Linkshänder weggekommen ist (ein gleichaltriges entferntes Familienmitglied hat man damit meschugge gemacht). Aber bei anderen Bereichen ("Symbol"/"Laut"-orientierte Gehirn-"Verdrahtung") verhält man sich immer noch so idiotisch.
Ich könnte echt
(Und das, obwohl mir die damals vorherrschende Methode sehr entgegenkam.)
Julchen68 ist offline  
Alt 02.10.2014, 11:59   #27
DieFrettchen
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Das denke ich auch, es müsste wirklich einzeln getestet werden, statt alle zu normieren. Da hackt es meist schon. Es sollen so viele wie möglich bitte nach der kleinsten Norm in einer bestimmten Zeit durch den Lehrplan geschleust werden. Die einen überfordert die andern gelangweilt. Das Endergebnis ist dann zynischerweise wieder ein insgesamt bescheidener Durchschnitt. So kommt es mir vor. Meine jüngste Nichte findet allerdings meine alte Elfen ABC Tafel und den "Wichtelkasten" total spitze. Die wird das aber mal nicht brauchen .
 
Alt 02.10.2014, 13:20   #28
nightangel
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Wir hatten damals auch einen Leghasteniker in der Klasse. Der hat dann mit anderen der Schule zusätzlichen Leghasteniker Unterricht gekriegt. Aber sonst alles ganz normal mit uns zusammen gelernt. Und hatte in einigen Fächern sogar bessere Noten als die meisten anderen.
Der kam damit sehr gut zurecht war auch lange Klassensprecher und am Ende noch Schulsprecher.
Hat anschliessend auch Einzelhandelskaufmann gelernt.
Diese Schüler wurden halt zustätzlich gefördert und das war auch gut so.

So falsch war das alte System also garnicht, man hätte es nur weiter auf andere Bereiche ausbauen sollen, dann wäre auch vielen anderen geholfen worden.

Meine Nichte z.b. hat auch vor der Schule schon von sich aus angefangen mit lesen und die ersten Buchstaben zu schreiben. Als meine Schwester dann vor der Einschulung ein Gespräch mit der Schule hatte kam sie solle ihre Tochter doch bremsen damit sonst würde sie sich nachher in der Schule langweilen weil sie ja schon einiges könne.
Meine Schwester hat denen daraufhin nur den Vogel gezeigt und gemeint wenn ihr Kind da Spass dran hat und dass feiwillig macht werde sie sie auf keinen Fall bremsen und wenn sie sich von alleine eine Zeitung schnappt und versucht die Überschriften zu lesen oder nach zu schreiben dann soll sie das machen.
Ich denke auch, Kinder sollten nicht gebremst werden sondern gefördert. Es sind halt nicht alle gleich, jedes Kind ist anders aber keines ist von Natur aus dumm. Das eine lernt schneller, das andere langsamer, und jedes auf seine eigene Art.
__



Was bedeuten schon Worte, wenn Taten eine andere Sprache sprechen!

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nightangel ist offline  
Alt 02.10.2014, 13:26   #29
hartz5
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Waren das nicht eher Legastheniker ???

Was mir sauer aufstösst ist die "neue" Rechtschreibung und die damit verbundenen "Auslegungsvarianten"....

Wenn ich noch dran denke, wieviel Wert während meiner Schulzeit auf Rechtschreibung gelegt wurde und mir dann ansehe, wie die Lehrerin meines Sohnes sich aufgeregt hat, wieviel Arbeit sie damit hat, Aufsätze auch noch auf Rechtschreibung prüfen zu müssen....
__



Der menschliche Horizont ist der Abstand zwischen Kopf und Brett









hartz5 ist offline  
Alt 02.10.2014, 13:26   #30
Julchen68
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Zitat von nightangel Beitrag anzeigen
Meine Schwester hat denen daraufhin nur den Vogel gezeigt
Die einzige intelligente Antwort auf so einen Unsinn...
Ernsthaft ... welches Berufsverständnis haben diese Leute eigentlich?

Mit mir hat man im Gegensatz dazu im Kindergarten einen Test gemacht und dann wurde ich mit Sonderregelung (da Geburtsdatum ein paar Tage nach dem "Stichtag") mit bereits 5 Jahren eingeschult.
Ich glaub die wollten mich loswerden
Julchen68 ist offline  
Alt 02.10.2014, 13:32   #31
nightangel
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Zitat von hartz5 Beitrag anzeigen
Waren das nicht eher Legastheniker ???
Ja ok, ich bin zwar keine/r aber auch ich bin nicht perfekt und schreibe vll. mal ein Wort falsch.
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Alt 04.10.2014, 16:16   #32
Lecarior
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Die These, dass Analphabetismus politisch gewollt ist, hat schon etwas für sich. Sieht man sich den letzten Bildungsmonitor an, dann stehen auch in Sachen Lesekompetenz wieder die konservativen Bundesländer tendenziell besser dar als die eher linken Bundesländer. Die grundlegenden Kulturtechniken sind die Basis für eine weitergehende Bildung. Wer bereits dort scheitert, bringt es zu nichts. Diese Menschen werden eher die Parteien wählen, die ihnen großzügige Sozialleistungen versprechen.

Außerdem dürfte funktionaler Analphabetismus dem linken Antiintellektualismus entsprechen. Gesehen hat man diesen in Kambodscha unter den Roten Khmern, die fast alle Intellektuellen des Landes ermordet haben. Als "intellektuell" galt man bereits, wenn man eine Brille trug oder lesen konnte. Soweit sind wir in Deutschland zum Glück (noch) nicht.
Lecarior ist offline  
Alt 04.10.2014, 16:37   #33
Hexe45
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Zitat von Lecarior Beitrag anzeigen
, Sieht man sich den letzten Bildungsmonitor an, dann stehen auch in Sachen Lesekompetenz wieder die konservativen Bundesländer tendenziel,....
Bei allem Respekt aber als Medizinerin und Naturwissenschaftlerin -gehe ich über diese Brücke nicht mit.

Unser Bildungssythem ist nicht mehr zeitgemäß, egal in welchem Bundesland.
Das wir heute Exprotweltmeister sind, liegt auch an unserem Bildungssysthem der 70iger und 80 iger, aber heute ist es für mich so marode wie die Hubschrauber der BW.
Unser Bildungssythem verdient Zensuren zwischen 5 und 6. Ich weiß nicht ob es klug ist, die Länder gegeneinander auszuspielen.

NRW hat eine 6- und Bayern eine 6+, ich weiß nicht ob die Bayern so drüber jubeln sollten.

Wir geraten ins Hintertreffen, das ist die Gefahr die ich sehe.
Wir brauchen zB keine Handvoll Eliteunis während man die andern Unis verkommen läßt.

Unser Bildungssythem braucht echte Reformen,egal in welchem Bundesland.

Und was Pisa anbelangt, fragt mal eure Töchter, Söhne, Nichten usw. wie bei Pisa getrickst wird.
Hexe45 ist offline  
Alt 04.10.2014, 17:06   #34
Don Vittorio
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Zitat von Hexe45 Beitrag anzeigen
Unser Bildungssythem ist nicht mehr zeitgemäß, egal in welchem Bundesland.
Das ist eine Verallgemeinerung.Es gibt noch ein paar Lichtblicke.
Kleines Beispiel gefällig ?

Zitat:
Im jüngsten Ranking des britischen Magazins „Times Higher Education“ schneidet die Universität Ulm hervorragend ab: Unter den jungen Hochschulen, deren Gründung weniger als 50 Jahre zurückliegt, belegt die Ulmer Universität Opens external link in new windowRang 16 weltweit – und ist somit die beste Hochschule Deutschlands. In der Kategorie "Teaching" ist die Universität Ulm sogar auf Platz 1 in Deutschland, auf Platz 3 europaweit und auf Platz 7 weltweit.

In der Kategorie "Teaching" wurden insbesondere die Betreuung der Studierenden und Doktoranden durch die Dozenten, das hohe Niveau in der Lehre und das insgesamt ausgezeichnete Lernumfeld an der Universität Ulm positiv bewertet.
Ranking*-*Universität Ulm

Das Problem ist die Finanzierung im Bildungsbereich bei Schulen und Unis.
Da wird auf Kosten der Jugend auf Teufel komm raus gespart,teilweise sind auch die Gebäude fast schon Baufällig,von den Ausstattungen mit Geräten usw.garnicht zu reden.Das ist ein ganz krasser Fall von Totsparen,denn damit werden falsche Weichen in Richtung Zukunft gestellt.
Da sind uns die USA Meilenweit voraus,was die Finanziellen Ausstattungen der Unis angeht,allerdings auch mit dem Nachteil,dass ein Studium richtig Geld kostet und Menschen ohne guten Finanziellen Background auf Stipendien angewiesen sind.
Und in Asien werden die Schulen und Universitäten mit Geld teilweise zugepflastert,weil man dort den Wert einer guten Bildung kennt und nicht wie in Deutschland durch die Politik vernachlässigt,um lieber notleidende Länder und Banken zu finanzieren.
Dafür herrscht dort inzwischen auf Kinder und Jugendliche eine hohe Anspruchshaltung seitens der Eltern und ein imenser Druck lastet auf ihnen,der zu Krankheit und sogar zum Suizid führen kann.
Die Zukunft in 2-3 Jahrzehnten wird große Veränderungen bringen,auch ausgelöst durch das jeweilige Bildungswesen.
Don Vittorio ist offline  
Alt 04.10.2014, 18:17   #35
roterhusar
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

es ist nicht so wichtig, ob es Mus oder Muß heißt oder laut dem Bericht bzw laut des Berichts. Aber dass die politische Gewalt immer noch aus den Gewehrläufen kommt, sollte jedes Kind in der Schule lernen,
__

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roterhusar ist offline  
Alt 04.10.2014, 18:30   #36
BurnsTorn
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Zitat von Lecarior Beitrag anzeigen
Die These, dass Analphabetismus politisch gewollt ist, hat schon etwas für sich.
Und das von dir als Beamter! Da will ich als einfacher Angestellter den Staat doch mal in Schutz nehmen. Ich bin zwar überzeugt, dass die Bildungs- und Sozialpolitik in diesem Land suboptimal ist, möchte aber doch mal festhalten, dass von gewolltem Analphabetismus wohl keine Rede sein kann. Denn der Staat tut unglaublich viel für Bildung.

Er investiert hunderte Milliarden da hinein. Es hapert indes an der Verteilung. Sicher wird in den Medien oft ein anderes Bild verbreitet, aber wir haben seit den 1950er Jahren eine gigantische Bildungsexplosion in diesem Land erfahren. Die Schüler werden eben nicht dümmer. Im Gegenteil: Wir werden alle immer intelligenter. So paradox es klingt, führt das Mehr an Bildung, was wir heute haben, aber zu einer Prekarisierung auf dem Arbeitsmarkt, wie es Heinz Bunde hier gut beschreibt. Er erklärt:

"Bildung ist insofern ein teuflisches Gut, als die Bildungsrendite, wie die Bildungsökonomen sich ausdrücken, mit der Erweiterung der Bildungsbeteiligung sinkt. Das ist ein Gesetz, das muss man sich vor Augen führen, also zu meiner Zeit haben vielleicht noch sieben bis zehn Prozent eines Jahrgangs Abitur gemacht. Heute machen etwa 40 Prozent eines Jahrgangs Abitur, also erwerben die Hochschulberechtigung. Damit ist das Abitur natürlich weniger wert."

Wenn immer mehr Menschen formal besser gebildet sind, wird Bildung entwertet. Es kann aber nicht das Ziel sein, ein Mehr an Bildung für alle zu verhindern. Man muss nur eben wissen, dass Bildung längst keinen Erfolg mehr garantiert. Gleichwohl gilt: Nicht nur ist die Zahl derjenigen, die eine Studiumsberechtigung erlangen, in diesem Land kontinuierlich gestiegen (siehe z.B. hier), auch sind die Bildungsausgaben des Bundes kontinuierlich gestiegen (siehe z.B. hier).

Ohne Zweifel haben wir aber ein Verteilungsproblem: Sowohl im Bereich Bildung als bei der Finanzierung der Bildung haben wir eine gewaltige Spreizung nach dem Matthäus-Prinzip. Bei den Kleinen (Kita, Vorschule, Grundschule) und bei den "sozialen Randgruppen" tut der Staat noch immer zu wenig (und zu spät), bei den Großen (an den Hochschulen) tut er wesentlich mehr, aber immer noch nicht genug.

Das wirkt sich bei denen, die kein förderliches Elternhaus haben, doppelt benachteiligend aus. Denn die haben gegen Kindern von Mittelschichtsfamilien, die in der Regel gut gefördert werden, keine Chance auf dem umkämpften Arbeitsmarkt. Kurz gesagt: Die nicht so Gebildeten brauchen einen starken Staat, damit sie bzw. ihre Kinder zu Gebildeten werden (können). Zynisch ist nur, dass nicht wenige formal bereits Hochgebildete, insbesondere AfD- und FDP-Anhänger, genau daran wenig Interesse haben, den sie züchteten ihren eigenen Kindern ja Konkurrenz heran.

Zitat von Lecarior Beitrag anzeigen
Sieht man sich den letzten Bildungsmonitor an, dann stehen auch in Sachen Lesekompetenz wieder die konservativen Bundesländer tendenziell besser dar als die eher linken Bundesländer.
So ist es wohl. Bildung geht nicht ohne Anstrengung. Sie geht aber auch dann nur schwerlich, wenn man bei denen, die kein bildungsaffines Elternhaus im Rücken haben, nicht endlich viel stärker fördert. Vor diesem Hintergrund ist es irre, dass die Grundschullehrerin in einer Brennpunktschule wesentlich weniger verdient als der Studienrat am Gymnasium. Von dem Bisschen, was Erzieherinnen verdienen, die einen noch viel früheren Einfluss auf die Bildungsneigung eines Kindes ausüben können, mal ganz abgesehen. Sehr gut ist das Problem der zu späten Förderung derer, die es am nötigsten haben, in diesem Buch beschrieben.

Zitat von Lecarior Beitrag anzeigen
Die grundlegenden Kulturtechniken sind die Basis für eine weitergehende Bildung.
Zumindest ist das so, wenn man ein an der Aufklärung orientiertes Bildungsverständnis wie unseres an den Tag legt. Eine Bildung im Sinne von Weisheit kann man allerdings durchaus auch erlangen, ohne Lesen und Schreiben zu können. Siehe Weisheit.

Zitat von Lecarior Beitrag anzeigen
Wer bereits dort scheitert, bringt es zu nichts. Diese Menschen werden eher die Parteien wählen, die ihnen großzügige Sozialleistungen versprechen.
Nein, die wählen gar nicht. Denn sie können den Namen der Partei ja gar nicht lesen! Aber ernsthaft: Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass die an Bildung gescheiterten eher die Parteien wählen, die ihnen großzügige Sozialleistungen versprechen. Die wählen statistisch gesehen entweder gar nicht, oder sie wählen populistisch, wobei das mitnichten die Partei sein muss, die die meisten Sozialleistungen im Programm hat. Es kann auch die Partei sein, die Ängste schürt, Ressentiments aufgreift und einfache Lösungen für komplexe Probleme verspricht.

Die AfD ist dafür ein gutes Beispiel. Die vereint Professoren genauso wie Protestwähler unter ihren derzeitigen Anhängern. Da kann man nicht sagen, dass die nur von Dummen oder Klugen gewählt wird. Es ist beides! Bei der Partei DIE LINKE ist es genauso, wie man z.B. hier nachlesen kann. Man schaue beispielhaft auch mal hier.

An der Partei DIE LINKE ist besonders interessant, dass die in der öffentlichen Wahrnehmung oft mit "Unterschicht" oder "Anti-Akademikertum" assoziiert wird. Dies ist indes eine völlige Fehlassoziation, wenn man sich mal vergegenwärtigt, dass sich unter den Anhängern der Linken zwar in der Tat viele Geringqualifizierte finden (auf die CDU-Klientel trifft das übrigens auch zu!), dass es bei den Linken - anders als bei der CDU - eben aber auch überdurchschnittlich viele Hochqualifizierte gibt.

Zitat von Lecarior Beitrag anzeigen
Außerdem dürfte funktionaler Analphabetismus dem linken Antiintellektualismus entsprechen.
Auch das ist so nicht per se korrekt. Die meisten Intellektuellen würden sich selbst eher dem linken oder sozialliberalen Lager zurechnen. Einen "Antiintellektualismus" verfolgen allenfalls die Kommunisten und Stalinisten. Beides kann man aber wohl kaum mit links sein gleichsetzen, denn es handelt sich um Extreme. Und die militante Rechte hat für Intellektuelle und „Schwätzer“ nicht weniger Verachtung übrig. Nicht von ungefähr sprachen die Nazis verächtlich von der „sogenannten jüdischen Wissenschaft“.

Rein prozentual gesehen war die Fraktion DIE LINKE im Jahr 2011 übrigens (nach Abzug der Plagiate diverser FDP-Politiker) hinter der CDU die Partei mit den meisten Promovierten im Bundestag! Siehe z.B. hier. Die CDU kam auf 22% Doktoren, DIE LINKE brachte es auf eine 17% Doktor-Quote, die SPD auf 14% und die Grünen auf 13%.

Zitat von Lecarior Beitrag anzeigen
Gesehen hat man diesen in Kambodscha unter den Roten Khmern, die fast alle Intellektuellen des Landes ermordet haben. Als "intellektuell" galt man bereits, wenn man eine Brille trug oder lesen konnte. Soweit sind wir in Deutschland zum Glück (noch) nicht.
Das ist aber kein "linkes" Verbrechen gewesen, sondern ein ideologisches. Die Nazis waren nicht besser. Hitler ließ 1939 nach dem Überfall auf Polen tausende Professoren und Gelehrte in Polen ermorden. Siehe z.B. hier. Das Problem ist nicht links sein oder rechts sein, sondern: extrem sein, also ideologisch verblendet sein!

Gemäßigte Linke und Rechte sind unschädlich, die bilden das normale demokratische Spektrum ab. Gefährlich sind allein die Ideologen. Denn eine Ideologie ist per se Intellektuellenfeindlich (und oft auch menschenfeindlich), weil Intellekt, Bildung und Freiheit Nachdenken ermöglichen. Und eben das gilt es zu vermeiden, wenn man eine Diktatur erhalten will.

Dabei ist es egal, ob es sich um eine stalinistische, einer nationalsozialistische oder eine religiöse Ideologie handelt. Nicht der linke oder rechte Glaube ist das Problem, sondern fanatischer Glaube insgesamt. Was das angeht, steht der Linksextremist dem Rechtsextremist in nichts nach: Beide sind ungebildete Menschenfeinde.
 
Alt 05.10.2014, 03:32   #37
roterhusar
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

„Lernen, lernen und nochmals lernen.“
Wladimir I. Lenin

ZITATE-ONLINE.DE +++ Lernen, lernen und nochmals lernen. ... (Zitate: Sprüche / Politiker)
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Alt 05.10.2014, 06:18   #38
Universalgenie
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

ich war auch enttäuscht, als ich nach Jahren mal meine alten Berufsschulunterlagen durchlas - gerade im Fach Deutsch - welche Fehler da übersehen wurden ... traurig..

Falls es noch nicht bekannt ist:

das Alfa-Telefon, für Analphabeten: Alfa Telefon - Schreib dich nicht ab. Lern lesen und schreiben!

0800-53 33 44 55

andererseits: ist Rechtschreibung nicht was Mensch-Gemachtes? Hauptsache man versteht sich?

Ichh LIebe Tich sagt doch genauso viel aus wie Ich liebe dich???

PS:

ich-will-lernden.de

http://www.ich-will-lernen.de/ (mit Audio für Analphabeten :) )

also - A. vielleicht doch kein Ziel, weil es Angebote gegen A. gibt? Aber A. als weiterer Wirtschaftszweig um Kurse und Seminare kostspielig anbieten zu können?? Ich-will-lernen.de ist allerdings ein kostenloses Angebot, beinhaltet Lernübungen, nicht nur lesen und schreiben auch rechnen :)
 
Alt 05.10.2014, 08:02   #39
Julchen68
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Zitat von Universalgenie Beitrag anzeigen
andererseits: ist Rechtschreibung nicht was Mensch-Gemachtes? Hauptsache man versteht sich?
Das kommt drauf an, auf welchem Level man dieses Verständnis erreichen möchte.
Soll heißen: Möchte man nur schlicht überlebens/alltagstauglich sein oder möchte man umfassende Zusammenhänge (wie z.B. eben einen längeren Forumbeitrag) so ausformulieren können, daß die Leser nicht lange Hieroglyphen entziffern, sondern direkt zur Aufnahme des Inhaltes schreiten können?

Sprachliche und schriftliche Konventionen mögen dynamisch gewachsen sein, aber sie stellen einen "Code" dar, dessen gemeinsame Verwendung das zeitgenössische Gegenüber in die Lage veretzen soll, den Sinn mit kleinstmöglichem Aufwand zu erfassen.
Ob man nun Delphin oder Delfin schreibt ... geschenkt. Aber bei wenn es mehrere Worte mit gleichartiger Aussprache gibt, so kann es geradezu sinnentstellend sein, wenn man die falschen Buchstaben erwischt ... wie z.B. "gemoppt". Wurde da einem der Feudel um die Ohren gehauen oder was?


Ich habe in Foren bisher übrigens immer wieder festgestellt, daß gerade Leute mit tatsächlicher Rechtschreibschwäche es möglichst zu vermeiden suchen, ihr Problem auf den Leser anzuwälzen. Das fängt bei Softwarehilfen an und geht sogar so weit, daß man kurz jemand anderes vor dem Abschicken drüberschauen läßt, WEIL man verstanden werden möchte.
Julchen68 ist offline  
Alt 05.10.2014, 08:10   #40
DieFrettchen
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

...Grad hier im Forum gibt es seeehr viele, die sich mit Vorliebe an Legasthenie abreagieren, zumindest meine Erfahrungen seit 2007.
 
Alt 05.10.2014, 08:48   #41
Universalgenie
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Hallo Julchen68,

gute Erklärung, finde ich :)

@Frettchen: Was meinst du mit "sich Abreagieren an Legasthenie"?


lg
 
Alt 05.10.2014, 08:51   #42
pinguin
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Zitat von Julchen68 Beitrag anzeigen
Das kommt drauf an, auf welchem Level man dieses Verständnis erreichen möchte.
Ja, und hier darf man bzw. sollte man die Verständigung zwischen den Völkern beachten, für die eine Fremdsprache oft eh schon schwierig ist.

Ein großes Problem sind hier die neuen Medien und punktuell auch alte Medien, wenn die von Leuten programmiert bzw. gestaltet werden, die ihrereseits bspw. schon fehlerhafte Wörter gelernt haben.

Ach, ja, und diese unsäglichen Rechtschreibreformen. Auch das sorgt für unterschiedlich geschriebene oder formulierte Sätze; auch schafft es bei jenen Heranwachsenden, inkl. aller ausländischen Mitbürger, für die Deutsch eine Fremdsprache ist, die sich etwas eingehender mit der eigenen Sprache befassen wollen, evtl. für Unsicherheiten. Als evtl. Erschwernis kommt noch manch' unmögliche Silbentrennung dazu.

Die deutschsprachigen Länder gehen zu lasch mit ihrer Sprache um. Obwohl man erkennen darf, daß Deutsch, bei Beachtung der Historie, eh einem beständigen Wandel zu unterliegen scheint.

Und gerade hier muß jede Politik sehr aufpassen, denn gerade eine einheitliche Schrift eint. Jede offizielle Änderung scheint auch zu bedeuten, daß man mit denen davor nichts zu tun haben möchte.

Sütterlin bspw. könnte schon heute fast keiner mehr lesen oder schreiben; von noch älteren Schreib- oder Wortformen ganz zu schweigen.
__

Wer mich zum Sparen auffordert, wird selbst der Erste sein, den ich mir einspare; sage er hinterher nicht, er hätte es so nicht gemeint.
Es ist respektlos, Dinge zu predigen, die man nicht selber lebt.
pinguin ist offline  
Alt 05.10.2014, 08:54   #43
DieFrettchen
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

@ Universalgenie,

hier kommt der geflügelte Satz: "Gehen die Argumente aus, kommt die Rechtschreibkeule", incl. der Implikation von Dummheit, sonstig arrogant Gelabbere.
 
Alt 05.10.2014, 09:08   #44
Julchen68
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Zitat von pinguin Beitrag anzeigen
Sütterlin bspw. könnte schon heute fast keiner mehr lesen oder schreiben; von noch älteren Schreib- oder Wortformen ganz zu schweigen.
Weshalb ich explizit von zeitgenössischer Kommunikation schrieb.
Was in 100 Jahren Forscher aus den Archiven graben, kann ziemlich egal sein. Die werden dafür bezahlt, den Kram zu entziffern

Ich bekomm Sütterlin übrigens noch eben so auf die Reihe. Aus Gründen privaten Interesses. Und alte Dokumente (100-200 Jahre) sind gar nicht mal so unverständlich wie vieles, was heutzutage in Foren etc hineingezwitschert wird.
Geht man allerdings 400 Jahre zurück (wie z.B die Mathefibel von Adam Riese) dann wird auch schon der Satzbau ein wenig anstrengender.

Aber egal. Hier geht's um die kurzfristige moderne Kommunikation.
Julchen68 ist offline  
Alt 05.10.2014, 09:18   #45
hope40
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Post 36 von @burns torn...auf den punkt!!






:danke:
__

liebe grüsse

hope

wir sind das volk !

"Die meisten großen Taten, die meisten großen Gedanken haben einen belächelnswerten Anfang."
Albert Camus


"Wenn man kein Geld hat, denkt man immer an Geld. Wenn man Geld hat, denkt man nur noch an Geld."
Jean Paul Getty


"Die Deutschen sind tatenarm und gedankenvoll.()"
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Alt 05.10.2014, 09:36   #46
Roter Bock
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Was ganz vergessen wird in der Diskussion, sind die Eltern. Ich habe (auch aktuell) vereinzelt Jugendliche kennengelernt, die sehr strukturiert und korrekt schreiben können.

Bohrt man da mal nach, kommt heraus das die Eltern "Buchaffin" sind, der Fernsehkonsum der Kinder kontrolliert wird und es keine unkontrollierten Computerzugänge für den Nachwuchs gibt.

Es gab bei mir an der Schule Lehrer, die uns beigebracht haben eine Bibliothek zu benutzen. Das mussten wir auch, um in der Oberstufe unser Pensum zu schaffen.

Heute wird "Google" angeworfen und zig Seiten sind mit Werbeeinblendungen gewürzt, die schnell mal den Kopf Amok laufen lassen. Eine Reizüberflutung die nicht kanalisiert wird von den Eltern.

Manchmal muss auf die Wurzeln zurückgehen, um vorwärts zu kommen.

Roter Bock
__

Wir führen Sie jetzt auf ein Amt, und zwar ein Amt für Arbeitsvermittlung. Früher wurde dort Arbeit gesucht, jetzt sucht man Arbeiter, aber sonst hat sich nichts geändert. Kriegen tut man beide nicht. Helmut Qualtinger
Roter Bock ist offline  
Alt 05.10.2014, 10:23   #47
espps
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Ergänzend zu der Post + 36 von @ Burns Torn noch folgender Gedanke:

Die Bildungsreformen liegen seit den 1970-Jahren aufgrund der leeren, öffentlichen Kassen danieder! Bildungsreform ? Wikipedia
Zitat:
Konservative Kritiker warfen den Reformen vor, die Bildungsexpansion auf Kosten der Leistungen voranzutreiben („Bildungsinflation“). Linke stellten ernüchtert fest, dass sie den benachteiligten Unterschichtkindern am wenigsten genutzt hatten. Mit der zunehmenden Zahl von Migrantenkindern stellten sich auch viele Fragen an ein integratives Schulsystem ganz anders.

Bildung kann nicht allein durch den Staat gewährleistet werden, denn die Heranführung an Bildung fängt schon im Kindergartenalter durch Vorlesen und das Interesse an Bildung wecken an!

Wenn das Elternhaus diese Erziehungsarbeit nicht leisten kann, muss der Staat sich verstärkt einbringen. Das Bildungssystem von Schweden zeigt den richtigen Weg. Referenz: http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...-a-584417.html

Referenz: Bildungssystem in Schweden ? Wikipedia
Zitat:
Laut OECD legten im Jahr 2005 38 % eines Jahrgangs ein Hochschulstudium ab. In Deutschland betrug die Rate im gleichen Zeitraum 20 %. Dabei liegt das Lebensalter, in dem der erste Hochschulabschluss erreicht wird, in Schweden zwischen 23 und 26 Jahren, in Deutschland zwischen 25 und 26 Jahren.[38]
Zitat:

Bei den geschlechtsspezifischen Leistungsdifferenzen zeichnet sich in Schweden ein vergleichsweise homogenes Bild. Die folgende Tabelle zeigt den Punkteunterschied zwischen Jungen und Mädchen im jeweiligen Testbereich. Bei einem positiven Ergebnis schnitten die Jungen besser ab, bei einem negativen die Mädchen. Mit * sind die Zahlen markiert, die die OECD als signifikante Unterschiede bezeichnet:
Bildungssystem in Schweden ? Wikipedia

Auch die Bafög-Reform schließt viele Studienwillige vom Hochschulstudium aus, weil Studierende während des Studiums einen riesigen Schuldenberg anhäufen und es fraglich ist, ob dieser jemals zurückgezahlt werden kann. (thema Fachkräftemangel) Und weil es nicht mehr möglich ist, sich das Studium durch einen Nebenjob zu finanzieren.

An den Universitäten stöhnen Professoren und Studierende unter der Hochschulreform: Hochschulreform - Zeit der Korrekturen - Karriere - Süddeutsche.de
Zitat:
"Wir brauchen Teilzeit-Studiengänge und Stipendien"

Ein Biologie-Bachelor nur für Reiche? Auch Professor Melkonian weiß, dass dies keine Lösung sein kann. Deshalb arbeitet er daran, die Beratung und Unterstützung gerade in den ersten Semestern zu verbessern. Auch der Prüfungsdruck soll abnehmen. Stehen bisher schon zu Studienbeginn alle Termine für Prüfungen fest, sollen vom Wintersemester an alle Studenten selbst entscheiden dürfen, wann sie zum Test antreten wollen. "Die Probleme der jungen Leute werden damit aber nicht gelöst sein", sagt Melkonian, "wir brauchen Teilzeit-Studiengänge und Stipendien."
So bleibt unterm Strich ein negatives Vorzeichen!
 
Alt 05.10.2014, 16:59   #48
pinguin
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Zitat von Julchen68 Beitrag anzeigen
Weshalb ich explizit von zeitgenössischer Kommunikation schrieb.
Wo? Hab' ich dann wohl überlesen.

Zitat:
Ich bekomm Sütterlin übrigens noch eben so auf die Reihe. Aus Gründen privaten Interesses.
Genealogie? Ist ja fast der einzige Bereich, wo man alte Schriften aktiv benötigt; bspw. sind handschriftliche Kirchenbücher in Sütterlin oder älteren Schreibstilen mit der individuellen Note des damals Schreibenden kaum zu lesen, oft aber die einzigen weiterführenden Dokumente.

Zitat:
Und alte Dokumente (100-200 Jahre) sind gar nicht mal so unverständlich wie vieles,
Wenn man sie lesen kann; nicht alles wurde mit lateinischen Buchstaben geschrieben.
__

Wer mich zum Sparen auffordert, wird selbst der Erste sein, den ich mir einspare; sage er hinterher nicht, er hätte es so nicht gemeint.
Es ist respektlos, Dinge zu predigen, die man nicht selber lebt.
pinguin ist offline  
Alt 05.10.2014, 17:28   #49
BurnsTorn
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Standard AW: Analphabetismus als geheimes Bildungsziel?

Zitat von DieFrettchen Beitrag anzeigen
...Grad hier im Forum gibt es seeehr viele, die sich mit Vorliebe an Legasthenie abreagieren, zumindest meine Erfahrungen seit 2007.
Es kommt leider in so ziemlich allen Foren vor, dass manche Leute meinen, andere auf ihre schlechte Rechtschreibung oder Grammatik hinweisen zu müssen. Sowas zu tun finde ich ehrlich gesagt unter aller Sau. Denn das gute an Foren ist ja gerade - oder besser: sollte sein -, dass jeder etwas schreiben kann, egal ob gebildet oder nicht, egal ob mit super Rechtschreibung gesegnet oder nicht.

Insofern sind Foren demokratieförderlich, weil auch die, die sonst kaum gehört werden, eine Stimme bekommen. Ich empfinde es daher auch als wirklich mies, wenn hier auf Leute eingedroschen wird, weil die sich schlecht ausdrücken oder weil deren Texte vor Rechtschreibfehlern strotzen. Denn wenn man Menschen durch Kritik oder Auslachen quasi vom Posten ausschließt, weil die kein gutes Deutsch beherrschen, nimmt man ihnen ihre Stimme.

Demokratie geht anders. Von daher ist es wirklich nicht schöne, wenn manche Leute über jene herziehen, die schlecht schreiben. Außerdem: Mit der Zeit wird das Schreiben oft ja besser! Übung macht den Meister. Wenn man hier aber ausgelacht oder ermahnt wird, war es das ganz schnell mit der Übung. Und das kann kaum das Ziel sein. Insofern meine ich: Jeda sol schreibn, wiie er/sieh mak, solan man's lesen kan!
 
Alt 05.10.2014, 17:45   #50
Julchen68
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Zitat von pinguin Beitrag anzeigen
Wo?
Hier
Zitat von Julchen68 Beitrag anzeigen
einen "Code" dar, dessen gemeinsame Verwendung das zeitgenössische Gegenüber in die Lage veretzen soll, den Sinn mit kleinstmöglichem Aufwand zu erfassen.
Zitat:
Genealogie?
Genau .

Zitat:
Wenn man sie lesen kann; nicht alles wurde mit lateinischen Buchstaben geschrieben.
Alte Dokumente sind ja auch säuberlich gedruckte Zeitungen und Bücher (damals eben Fraktur). Hab schon als Kind viel Zeugs bei Oma auf dem Dachboden gefunden. Atlanten mit Länderkunde-Anhang von 1880 und noch anderes Gedöns. Dazu stöbere ich auch immer noch gerne in Antiquariaten nach uralten Schulbüchern, womit ich meine Mathe-Nachhilfeschüler abschrecken kann, wenn die sich mal wieder über heutige Aufgabenstellungen beschweren. Danach werden die immer so schön still
Julchen68 ist offline  
 

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