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Alt 07.09.2012, 21:08   #1
Frank71
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Standard Diskriminierung von wohnungssuchenden ALG-II-BezieherInnen im Landkreis Norteim

Hartz IV: Diskriminierung von wohnungssuchenden ALG-II-BezieherInnen im Landkreis Norteim


In der neuesten Ausgabe von "hallo mittwoch", einem Anzeigenblatt, das hier im Landkreis Northeim erscheint (und ansonsten gar nicht mal so unsolide ist), konnte man gestern auf Seite 11 unter der Rubrik "Vermietungen Wohnungen" in der linken Spalte ganz unten die folgende
Anzeige lesen:

"NOM: 2 Zi., Kü., Bad, Flur, 50qm, kl. Abst.raum, 1. OG, Kü-Zelle vorh., Fußbd.-Hzg., alle Räume m. Lampen, Balkon, 300,- € + 100,- € NK, KT 600,- € VS, nicht an HartzIV Empfänger, nur an seriöse Mieter m. festem Einkommen".


"Nicht an HartzIV Empfänger, nur an seriöse Mieter"? - Ich meine, an diesem Inserat zeigt sich, wie weit die "Verrohung des Bürgertums" in diesem Lande bereits fortgeschritten ist, um den Bielefelder Politikwissenschaftler und Pädagogen Wilhelm Heitmeier zu zitieren.

Es handelt sich bei dieser Anzeige um einen Text, der meines Erachtens den Tatbestand der pauschalen Beleidigung einer ganzen Bevölkerungsgruppe erfüllt oder, wie es der Albert Grosser, Politkwissenschaftler an der Pariser Sorbonne, anläßlich seiner Rede zum 9. November 2010 in der Frankfurter Paulskirche ausgedrückt hat, um "Sozialrassimus".



Ein mit mir befreundeter Jurist meinte sogar, daß der Straftatbestand der "Volksverhetzung" nicht von vornherein auszuschließen ist: denn die Gegenbedeutungen zu "seriös" umfassen zum Beispiel auch Vorwürfe des "Betrügerischen" usw., was als Kennzeichnung einer ganzen Bevölkerungsgruppe durchaus als Volksverhetzung gewertet werden könnte.

Ich habe heute morgen diese Anzeige an einige MitstreiterInnen gegen Hartz IV hier vor Ort weitergeleitet, und es scheint, daß sich da in den nächsten Tagen auch etwas tun wird: zum Beispiel plant die hiesige LINKE, zu dieser Anzeige eine Pressemitteilung zu veröffentlichen. Andere gedenken, unter der genannten Telefonnummer anzurufen, mit der Frage, ob die betreffenden Vermieter sich nicht schämen. Wichtig aus meiner Sicht:

Vor allem - nein: eigentlich ausnahmslos - sollten von Hartz IV Unbetroffene überlegen, was sie selber in dieser Sache unternehmen können und wollen. Es muß endlich Schluß sein damit, daß wieder und wieder die Leidtragenden alleingelassen werden mit diesen Diffamierungen, endlich sollten viele, viele heraustreten aus ihrer passiven Zuschauerrolle und gerade die Unbetroffenen mit den ihnen geeignet erscheinenden friedlichen Mitteln einschreiten gegen derartige Entgleisungen.

http://frei-blog.blogspot.de/2012/09...suchenden.html
Frank71 ist offline  
Alt 07.09.2012, 21:14   #2
Holger01
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Standard AW: Diskriminierung von wohnungssuchenden ALG-II-BezieherInnen im Landkreis Norteim

Hier habe ich noch eine "versteckte" Diskriminierung, ein Versuch der Datensammlung über Alg2-Empfänger:

Ein Münchner Wohnbauunternehmen sponsort einen Fußballverein dahingehend, dass Kinder aus Elo-HE-Familien ein kostenloses Training erhalten, wenn sich die Familie mit einer Kopie ihres Alg2-Bescheides bewirbt.

http://www.elo-forum.org/alg-ii/9408...-familien.html
__

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Holger01 ist offline  
Alt 07.09.2012, 21:28   #3
hartaber4
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Standard AW: Diskriminierung von wohnungssuchenden ALG-II-BezieherInnen im Landkreis Norteim

Zitat von Frank71 Beitrag anzeigen
"NOM: 2 Zi., Kü., Bad, Flur, 50qm, kl. Abst.raum, 1. OG, Kü-Zelle vorh., Fußbd.-Hzg., alle Räume m. Lampen, Balkon, 300,- € + 100,- € NK, KT 600,- € VS, nicht an HartzIV Empfänger, nur an seriöse Mieter m. festem Einkommen".

Man wäre auch

SeriöserGanztagsBedarfsberechtigter II

mit festem Einkommen (Quasi-Staatsbürgschaft).

In solchen Fällen es intelligent umschiffen......
__

ius vigilantibus scriptum est.....

"Nichts schärft den Verstand mehr als die Niederlage." - Eric Hobsbawm-

"Die sogenannten Finanzmärkte dienen der Mehrheit genauso wenig wie die organisierte Kriminalität. Das ist der Fehler, und deshalb haben harte Reformen bei ihnen anzusetzen, statt umgekehrt den Sozialstaat abzubauen." (Dr. J. Borchert in "Sozialstaatsdämmerung" S. 180)
hartaber4 ist offline  
Alt 08.09.2012, 03:19   #4
Spitzbart
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Spitzbart
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Standard AW: Diskriminierung von wohnungssuchenden ALG-II-BezieherInnen im Landkreis Norteim

Einerseits hat der Vermieter das Recht, sich sein Mietklientel auszusuchen. Andererseits kann diese Formulierung als diskriminierend gewertet werden.

Da ich die genauen Hintergründe für die Formulierung nicht kenne, vermute ich, daß der Vermieter in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Beziehern von ALG2 gemacht hat. Und um so etwas in der Zukunft zu vermeiden, hat er diesen wenn auch diskussionswürdigen "Zusatz" gewählt.

Man sollte also dieses Thema (genau wie jedes Andere) von allen Seiten gründlich beleuchten und sich sowohl in die Lage des Vermieters als auch potenziellen Mieters hinein versetzen. Ich persönlich möchte in der heutigen Zeit kein Vermieter sein. Da gibt es rechtlich so viele Dinge zu beachten und "Fettnäpfchen", in die man hineintreten kann. Die Immonbilienbranche ist mit Sicherheit keine "Schonkost".
Spitzbart ist offline  
Alt 08.09.2012, 04:01   #5
ladydi12
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Standard AW: Diskriminierung von wohnungssuchenden ALG-II-BezieherInnen im Landkreis Norteim

Hallo in die Runde,

dem

Zitat von Spitzbart Beitrag anzeigen
Einerseits hat der Vermieter das Recht, sich sein Mietklientel auszusuchen. Andererseits kann diese Formulierung als diskriminierend gewertet werden.

Da ich die genauen Hintergründe für die Formulierung nicht kenne, vermute ich, daß der Vermieter in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Beziehern von ALG2 gemacht hat. Und um so etwas in der Zukunft zu vermeiden, hat er diesen wenn auch diskussionswürdigen "Zusatz" gewählt.

Man sollte also dieses Thema (genau wie jedes Andere) von allen Seiten gründlich beleuchten und sich sowohl in die Lage des Vermieters als auch potenziellen Mieters hinein versetzen. Ich persönlich möchte in der heutigen Zeit kein Vermieter sein. Da gibt es rechtlich so viele Dinge zu beachten und "Fettnäpfchen", in die man hineintreten kann. Die Immonbilienbranche ist mit Sicherheit keine "Schonkost".
schließe ich mich voll und ganz an. Man sollte zunächst mal mit dem Inserenten darüber reden, warum er das in dem Inserat so geschrieben bzw. was ihn dazu bewegt hat, danach kann man immer noch mit "scharfen" Waffen, wie Anzeige wegen Diskriminierung, Anwalt und Co "schießen".

meint ladydi12
__

In Anlehnung an Charlie Hebdo und andere:
Ich mag zwar verdammen, was Sie sagen, aber ich werde mein Leben dafür geben, das Sie es sagen dürfen.

Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht.
ARGE- Dreisatz: Warum? Wo steht das? Können Sie mir das schriftlich geben?
Petition Arbeitslosengeld II - Ablehnung des Neunten Gesetzes zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch - Rechtsvereinfachung vom 19.04.2016
Forengesetze:
§1 keine EGV unterschreiben (danke an gelibeh ;))
§2 Möglichst nicht alleine zu ARGE und Co gehen, sondern stets mit Begleitung.
§3 mit ARGE und Co möglichst nur schriftlich verkehren
§4 Bei ablehnendem Bescheid: Widerspruch und Klage

Statt einem Danke für meine Beiträge dürft ihr mir auch gerne ein paar positive Renommee-Punkte in meinem Profil da lassen. Das geht, in dem ihr auf das Ordenssymbol in meinem Profil klickt
ladydi12 ist offline  
Alt 08.09.2012, 09:57   #6
gast_
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Standard AW: Diskriminierung von wohnungssuchenden ALG-II-BezieherInnen im Landkreis Norteim

Zitat von Spitzbart Beitrag anzeigen
Einerseits hat der Vermieter das Recht, sich sein Mietklientel auszusuchen. Andererseits kann diese Formulierung als diskriminierend gewertet werden.

So ist es, aber: Bei so einem vermieter möchte ich auch nicht wohnen! (Ver)mieten ist vertrauenssache, so seh ich das.

Da ich die genauen Hintergründe für die Formulierung nicht kenne, vermute ich, daß der Vermieter in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Beziehern von ALG2 gemacht hat.

Anzunehmen, aber kein Grund für Pauschalverurteilungen

Und um so etwas in der Zukunft zu vermeiden, hat er diesen wenn auch diskussionswürdigen "Zusatz" gewählt.

Ohne daran zu denken, daß es viel wichtiger ist zu schauen, ob der potentielle Mieter in der Vergangenheit mietschulden hatte oder nicht.

Man sollte also dieses Thema (genau wie jedes Andere) von allen Seiten gründlich beleuchten und sich sowohl in die Lage des Vermieters als auch potenziellen Mieters hinein versetzen.

Ich kann mich in vieles reinversetzen - aber hier ist das sinnlos.

Es geht doch nur darum daß der vermieter richtig abschätzen können muß, ob er einen ordentlichen Mieter bekommt oder nicht - und das sieht man nicht am Einkommen.

Ich persönlich möchte in der heutigen Zeit kein Vermieter sein.

Ich auch nicht.

Da gibt es rechtlich so viele Dinge zu beachten und "Fettnäpfchen", in die man hineintreten kann. Die Immonbilienbranche ist mit Sicherheit keine "Schonkost".
Aber auch für Mieter ist die Rechtslage oft undurchschaubar.
Zumal man sich ja nicht mal drauf verlassen kann, daß ein Anwalt des Mietervereins weiß, was er tut, und man für dessen Falsches Verhalten zur Rechenschaft gezogen wird.
gast_ ist offline  
 

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algiibezieherinnen, diskriminierung, landkreis, norteim, wohnungssuchenden

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