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Alt 04.05.2011, 06:20   #1
DieFrettchen
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Standard in der Schlange

hallo ihr lieben,

der jungautor Thomas Mahler hat seine eindrücke zu hartz4 in einem buch veröffentlicht. der 29 jährige hatte eigentlich literatur und philosophie studiert und mußt eben kellnern gehen; wir wissen ja wie das so ist mit hochwertigen ausbildungen , bis er sich den zeh brach.....

Leben mit Hartz IV: Thomas Mahler im Interview zu seinem Buch »In der Schlange«

liebe grüße von barbara
 
Alt 04.05.2011, 17:46   #2
mercator
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Standard AW: in der Schlange

Mit Literatur und Philosophie ist sowas fast absehbar. Ohne Promotion geht da schonmal gar nichts.
__

Prof. Dr.rer.pol. Michael Wolf: "[...] Vor diesem Hintergrund ist es meines Erachtens durchaus statthaft, die für Hartz4 Verantwortlichen in Politik und Verwaltung zwar nicht unbedingt im verfassungsrechtlichen, aber doch im politischen Sinne als "Verfassungsfeinde" zu bezeichnen, gegen die das Leisten von "Widerstand" nicht nur legitim, sondern auch geboten ist."
mercator ist offline  
Alt 04.05.2011, 18:29   #3
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andy84
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Standard AW: in der Schlange

Zitat von mercator Beitrag anzeigen
Mit Literatur und Philosophie ist sowas fast absehbar. Ohne Promotion geht da schonmal gar nichts.
Es gibt aber noch deutlich mehr Studienfächer mit denen man auf dem Arbeitsmarkt keine Chance hat. Wenn ich bedenke wie viel Geld und Aufwand da einige rein stecken und anschließend die Berufsperspektive ALG2 ist
andy84 ist offline  
Alt 04.05.2011, 18:52   #4
Heidschnucke
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Standard AW: in der Schlange

Ja und auch ich bin langsam zu der Auffassung gelangt, das je besser man Ausgebildet ist umso schwerer wird es auch einen angemessenen Arbeitsplatz zu finden.

Gut Ausgebildete Fachkräfte kosten eben nun mal auch was, die sind nicht für ein Apfel und ein Ei zu haben, da jammern wir lieber über einen Fachkräfte Mangel den es nicht gibt, und holen und Billigkräfte aus dem Ausland, blos warum sollten die kommen um hier für ein Hungerlohn zu arbeiten, wenn sie wenige Kilometer weiter für einen anständigen Mindestlohn arbeiten können.
Heidschnucke ist offline  
Alt 04.05.2011, 19:01   #5
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Standard AW: in der Schlange

Zitat von Heidschnucke Beitrag anzeigen
Ja und auch ich bin langsam zu der Auffassung gelangt, das je besser man Ausgebildet ist umso schwerer wird es auch einen angemessenen Arbeitsplatz zu finden.

Gut Ausgebildete Fachkräfte kosten eben nun mal auch was, die sind nicht für ein Apfel und ein Ei zu haben, da jammern wir lieber über einen Fachkräfte Mangel den es nicht gibt, und holen und Billigkräfte aus dem Ausland, blos warum sollten die kommen um hier für ein Hungerlohn zu arbeiten, wenn sie wenige Kilometer weiter für einen anständigen Mindestlohn arbeiten können.
Die Betonung sollte aber auf angemessenen Arbeitsplatz liegen. Denn die AGs wollen schon gut ausgebildete Fachkräfte haben, aber bitte zum Gehalt eines Ungelernten oder am besten gleich ganz umsonst.
andy84 ist offline  
Alt 04.05.2011, 20:08   #6
Trixi2011
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Standard AW: in der Schlange

Ein Jahr arbeitslos ! Tut mir leid Leute, aber ein Jahr Arbeitsloigkeit, das ist in meinen Augen nichts. Ich denken mal die meisten von uns hier, sind 3,4,5 x oder noch länger ohne Arbeit. Ich zumindestens bin es demnächst 5 Jahre und ich glaube, wenn ich ein Buch schreiben würde, dann wäre das etwas dicker.

Warum aber soll man die träumende Menschheit dort draußen mit der harten Realität schocken? Das ist doch gemein !
Trixi2011 ist offline  
Alt 04.05.2011, 20:20   #7
Trixi2011
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Standard AW: in der Schlange

Zitat von Heidschnucke Beitrag anzeigen
Ja und auch ich bin langsam zu der Auffassung gelangt, das je besser man Ausgebildet ist umso schwerer wird es auch einen angemessenen Arbeitsplatz zu finden.

Gut Ausgebildete Fachkräfte kosten eben nun mal auch was, die sind nicht für ein Apfel und ein Ei zu haben, da jammern wir lieber über einen Fachkräfte Mangel den es nicht gibt, und holen und Billigkräfte aus dem Ausland, blos warum sollten die kommen um hier für ein Hungerlohn zu arbeiten, wenn sie wenige Kilometer weiter für einen anständigen Mindestlohn arbeiten können.
100% Zustimmung . Unsere Arbeitskraft, unser Wissen, unser Können, unsere Flexibilität... all das wollen die Unternehmen wenn möglich für umsonst (Ein-Euro-Job + Co) oder wenn schon bezahlen, dann mit Zeitarbeitskonto (Überstunden satt) bei ZAF zu einen Sklavenlohn, der einen Facharbeiter zum Hilfsarbeiter deklarieren tut.

Wir sind jetzt mal alle ganz lieb und brav, lächeln und sagen "DANKE IHR SCHE..... POLITIKER "
Trixi2011 ist offline  
Alt 07.02.2013, 16:23   #8
0zymandias
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Standard AW: in der Schlange

Altthread-Verwertung

Bin zufällig preisgünstig an das Buch gekommen und habe es sehr gerne gelesen - vielen Dank für die Empfehlung also

Klar ist ein Jahr relativ kurz, ich fand die Sicht der Dinge aber interessant und die Schilderungen meistens durch einen distanzierenden Humor gewürzt. Meiner Meinung nach lesenswert.

Lesepröbchen gefällig? Hammada:

"Ich habe als Arbeitsloser in der Gourmet-Abteilung von Karstadt eingekauft. Ich habe, mit einiem Weinglas in der Hand und einer noch halb vollen Schachtel Zigaretten vor mir auf dem Tisch, in einen Hinterhofgarten gesehen und gesagt,
dass das Nichtstun doch eigentlich ziemlich schön und im Grunde ja auch ein Luxus sei. Ich bin im Media Markt an einem Apple-Laptop vorbeigegangen und habe dabei zum ersten Mal gefühlt, was das Wort Gier bedeutet. Ich habe nicht gewusst,
ob ich neidisch bin und auf wen eigentlich.
Ich habe eine persönliche Sachbearbeiterin zugewiesen bekommen. Ich habe gebenüber Verwandten behauptet, mich grad halt eben so durchzuschlagen. Ich habe mich nicht angesprochen gefühlt, als der Wirtschaftsminister von den Arbeitslosen
sprach. Ich habe kein schlechtes Gewissen gehabt, als auf meinem Kontoauszug ein Betrag auftauchte, für den schlaue, aktive, herzliche und womöglich tatsächlich fleißige Menschen in anderen Ländern mehr als zwölf Monate arbeiten müssen.
Ich habe leise genickt und aus dem Fenster gesehen, als in einem kahlen, furchtbar deprimierenden Seminarraum einer sogenannten Agentur für Arbeitsentwicklung das Wort Scheißmanager fiel. Ich habe in einer Schulung für Arbeitslose
behauptet, nicht zu verstehen, wie viele verschiedene Kombinationsmöglichkeiten es bei einem sechsstelligen Login-Passwort geben kann, und darauf beharrt, es seien sechs mal sechundzwanzig, und mir wurde geduldig erklärt, wieso das
falsch war. Ich habe unverständlicherweise Applaus bekommen, als ich während dieser Schulung rief, es sollten sich doch auch mal die Arbeitslosen selber fragen, wie abartig sie seien.
Ich habe für genau einen Euro und fünfzig Cent die Stunde bei einer MAE-Maßnahme in einem Bereich gearbeitet, dessen genaue Bezeichnung mir immer noch nicht ganz klar ist, bei dem es aber irgendwie darum ging, denkmalgeschützte Wohn- und
Gewerbegebäude aus Kreuzberg wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Ich wurde von einem Fünfundfünfzigjährigen, der dort mein Kollege war, schon nach ein paar Tagen mit dem Kosenamen Thomi gerufen. Ich habe diesem
Fünfundfünfzigjährigen, der außerdem angab, in letzter Zeit inhaftiert gewesen zu sein, und sich seiner Frau gegenüber immer als Mann für gewisse Stunden bezeichnet hatte, am ersten Arbeitstag den Doppelklick zum Starten des Internet-
Explorers beigebracht.
Ich habe schwarz als Weihnachtsmann gearbeitet und die Kinder mit tiefer Stimme dazu aufgefordert, doch bitte immer schön artig zu sein. Ich habe ebenso schwarz für eine Unternehmensberatung kurze Texte über Systemtheorie und
Konstruktivismus geschrieben, die mir unsinnig und dumm vorkamen, die aber kompliziert und nach seriöser Wissenschaft klangen. Ich habe diese Texte mit einem Unternehmensberater besprochen, dessen Stundenlohn zwischen zweihundert und
dreihundert Euro liegt, und dabei ein ernstes, sachlich erwägendes Gesicht aufgesetzt.
Ich habe an einem Werktag ausgeschlafen. Ich bin bei den Schritten des Briefträgers im Treppenhaus erschrocken, während ich auf meinem Sofa saß und auch um elf Uhr vormittags nicht mit der Zeitungslektüre fertig war.
ich habe gemerkt, dass man Angst davor haben kann, einen amtlichen Brief zu öffnen. Ich habe mir um halb zwölf in der nächstgelegenen Bäckerei ein Schokocroissant gekauft und, während ich bezahlte, mit prüfendem Blick auf die Uhr
gesehen, ganz so, als hätte ich nachher noch ein paar unumgängliche Termine. Ich habe die Adresse des Arbeitsamts mit der Handfläche bedeckt als ich einen länglichen DIN-A4-Umschlag zum Briefkasten brachte, vorbei an Menschen, die
draußen beim Mittagstisch saßen.
Ich habe die Reichen gehasst. Ich habe die Glücklichen gehasst. Ich habe tagelang nur an Geld gedacht. Ich habe eine Wut in mir gespürt, die so fest mit meienr Person verwachsen schien, als könnte ich sie nur loswerden, wenn gleichzeitig
diese Person verschwindet.
Ich habe mich angestrengt, nur über belanglose und unpersönliche Themen zu reden, in der Hoffnung, man möge mich nicht plötzlich fragen, was ich denn so mache. Ich habe tief Luft geholt und panisch nach anderen Gedanken gesucht, wenn mir
das Wort Lebenslauf einfiel.
Ich habe eine Linie vor mir gesehen, die ich für mein Leben hielt, und darin eine verfaulte schwarze Stelle, die ich mir noch nicht einmal näher vorstellen wollte. Ich habe mich wochenlang nicht getraut, in einer Zeitungsbeilage für
Stellenanzeigen mit dem Titel Chancen zu blättern, um mich nur mit der Perfektion der dort abgebildeten Menschen nicht konfrontieren zu müssen."
0zymandias ist offline  
Alt 07.02.2013, 17:08   #9
Malus
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Standard AW: in der Schlange

Ginge das auch in lesbar?
 
Alt 07.02.2013, 21:24   #10
hemmi
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Beiträge: 2.156
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Standard AW: in der Schlange

Im Saartext las ich diese Woche daß den in Kirchlicherträgerschaft stehnden Krankenhausträger in Trier, die Pflegekräfte abhanden kommen, der Grund sind die bösen Luxemburger die einer Pflegekraft 2900 € netto zahlen, während der deutsche Einstiegslohn bei 2060 € brutto liegt.
hemmi ist offline  
Alt 08.02.2013, 00:33   #11
Lernfähiger
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Zitat von hemmi Beitrag anzeigen
Im Saartext
aha,der Saartext..
 

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