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Alt 04.02.2011, 13:04   #1
Sybilla
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Standard Faktencheck: Kauflust der Konsumenten - Lohnentwicklung – Kaufkraft der Arbeitnehmer

Faktencheck: Kauflust der Konsumenten - Lohnentwicklung – Kaufkraft der Arbeitnehmer

In diesen Tagen wird in vielen Medien vor allem in den öffentlich-rechtlichen TV, gleichklingend von der allmonatlich steigenden Kauflust der Verbraucher und einen Anstieg der Reallöhne berichtet. Weil dieser medial gefeierte Aufschwung weder bei uns noch bei unseren Freunden in der Geldbörse ankommt habe ich diese Meldungen einen Faktencheck unterzogen.

Einzelhandelsumsatz 2010

Das statistische Bundesamt meldet in der Pressemitteilung Nr.042 vom 31.01.2011
Einzelhandelsumsatz 2010 real um 1,2% gegenüber 2009 gestiegen - WIESBADEN – Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) setzten die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland im Jahr 2010 nominal 2,3% und real 1,2% mehr um als im Jahr 2009. Nach dem durch die Finanz- und Wirtschaftskrise bedingten Umsatzrückgang im Jahr 2009 (nominal – 3,7%, real – 3,1%) konnte der Einzelhandel damit wieder seine Umsätze steigern.


Das alleine zeigt eindeutig dass der Aufschwung xxl nicht bei den Konsumenten angekommen ist. Wenn ich nun zudem bedenke das es in 2010 je nach Bundesland bis zu 4 Verkaufstage mehr als 2009 gab relativiert sich das Umsatzplus gegen 0 zudem wurde die Berrechungsgrundlage und die Erhebung - methodische Verbesserungen - der Zahlen im Sommer 2010 umgestellt.

Pressemitteilung Nr.289 vom 18.08.2010 Neue Ergebnisse zum Einzelhandelsumsatz durch methodische Verbesserungen

Faktencheck: Wir hörten das Weihnachtsgeschäft 2010 brummt auf hohen Niveau die Kauflaune der Konsumenten steigt.

Aber in Pressemitteilung Nr.042 vom 31.01.2011 ist zu lesen: … Im Dezember 2010 erzielte der Einzelhandel in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen aus sieben Bundesländern nominal 0,3% mehr und real 1,3% weniger Umsatz als im Dezember 2009. Der Dezember 2010 hatte mit 26 Verkaufstagen einen Verkaufstag mehr als der Dezember 2009.

Warum bin ich nun nicht überrascht das der Einzelhandel im Dezember 2010 trotz eines zusätzlichen Verkaufstag um real 1,3% gesunken ist?

Weil es seit Jahren das gleiche “Spiellichen” ist... the same procedure as last year, ... die hinlänglich bekannten Medien verkünden in der Weihnachtszeit den Kaufrausch der Konsumenten der sich Ende Januar als „Kater oder Ente“ der Einzelhändler und Medien entpuppt.

Lohnentwicklung im Faktencheck

In diesen Tagen wird in vielen Medien vor allem in den öffentlich-rechtlichen gleichklingend von steigenden Reallöhnen und einer anspringenden und das Wachstum unterstützende Binnenkonjunktur berichtet. Weil dieser medial gefeierte Aufschwung weder bei uns noch bei unseren Freunden in der Geldbörse ankommt habe ich auch diese Meldungen einen Faktencheck unterzogen.

Das statistische Bundesamt meldet in der Pressemitteilung Nr.047 vom 03.02.2011 -Reallöhne steigen 2010 um 1,4%

Die Lohnentwicklung 2010 war vor allem durch den Abbau der Kurzarbeit beeinflusst.
Das heißt die Steigerung der Löhne wurde nicht durch Einkommenszuwächse sondern durch den Abbau der Kurzarbeit gekennzeichnet.

Noch deutlicher wird das Absinken der Reallöhne im 10 Jahres- Vergleich

10-Jahres Bilanz der Lohnentwicklung - Bruttoverdienste pro Beschäftigtem zwischen 2000 und 2010 real um vier Prozent gesunken - Die Löhne und Gehälter in Deutschland sind zwischen 2000 und 2010 weit hinter den Gewinn- und Kapitaleinkommen zurückgeblieben. Die durchschnittlichen Bruttoverdienste pro Beschäftigtem sind real - also nach Abzug der Inflation - im vergangenen Jahrzehnt sogar gesunken: 2010 lagen sie um vier Prozent niedriger als im Jahr 2000…

Löhne bleiben weit hinter Gewinnen zurück

Warum bin ich nun nicht überrascht dass die Realeinkommen 2010 trotz eines Anstieg von 1,4 % (Abbau der Kurzarbeit) nicht zur Stärkung der Kaufkraft der Verbraucher beitragen?

Weil es seit Jahren das gleiche “Spiellichen” ist... the same procedure as last year, ... die hinlänglich bekannten Medien verkünden einen Anstieg der Einkommen/Kauflust der sich im Faktencheck als marginal oder nicht vorhanden entpuppt.

Inflationsrate

In diesen Zusammenhang möchte ich zuletzt einen Blick auf die Inflationsrate werfen.

Pressemitteilung Nr.037 vom 27.01.2011 Verbraucherpreise im Januar 2011: Voraussichtlich + 1,9% gegenüber Januar 2010

In 2010 erhöhten sich die Verbraucherpreise laut (statis) um 1,1 % der Anstieg der Inflation auf 1,9 % im Januar 2011 hat die ausgewiesene Erhöhung der Reallöhne auf 0,6 % reduziert.

Fazit:



Es gibt nicht den geringsten Grund zum euphorischen Jubel weder am Arbeitsmarkt noch im Einzelhandel und auch nicht bei den Arbeitnehmer und Konsumenten. Der Aufschwung xxl kommt vor allen in den Kassen ( siehe Graphik Hans Böckler Stiftung - der Unternehmens und Vermögenseinkommen an.
Sybilla ist offline  
Alt 06.02.2011, 00:16   #2
roterhusar
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roterhusar Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
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Standard AW: Faktencheck: Kauflust der Konsumenten - Lohnentwicklung – Kaufkraft der Arbeitne

Genau so sehe ich das auch.
Der Jubel der Warenhändler ist ebenso wie der Jubel über die sinkenden Erwerbslosenzahlen das versteckte Gegenteil. Sie könnten heulen!!!
Und das wird ihnen schwer auf die Füße fallen.
__

Es gibt einfach zuwenig Fachkräftemangel
roterhusar ist offline  
Alt 06.02.2011, 00:22   #3
theota
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Standard AW: Faktencheck: Kauflust der Konsumenten - Lohnentwicklung – Kaufkraft der Arbeitne

In Ermangelung eines "Danke"-Buttons:

ich hatte schon "Sorge" ich sei die Einzige, die sich täglich fragt, wo/warum bei ihr der seit Monaten täglich in den Medien vielbejubelte Aufschwung vorbeigegangen sei

ist mein persönliches Empfinden doch nicht so verkehrt gewesen
__

Liebe Grüße, theota - Rechtsberatung machen Andere; ich gebe nur meine Erfahrungen und meine Meinung zu bedenken - "...denn nur, wer noch Chaos in sich trägt, kann einen tanzenden Stern gebären..." (frei nach F.Nietzsche) - Dekadent ist, ...
... wenn man meint, in einer Welt der Globalisierung auf deutschem Boden nur deutsch sprechen zu müssen... (frei nach theota)

theota ist offline  
Alt 06.02.2011, 10:30   #4
Mario Nette->Emailproblem
Emailadresse berichtigen!
 
Registriert seit: 13.12.2007
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Standard AW: Faktencheck: Kauflust der Konsumenten - Lohnentwicklung – Kaufkraft der Arbeitne

Wenn auf der einen Seite in Sybillas Beitrag steht: "Bruttoverdienste pro Beschäftigtem zwischen 2000 und 2010 real um vier Prozent gesunken" und auf der anderen Seite die Grafik (Quelle dazu: Hans-Böckler-Stiftung***) ein Plus von 16 % aufführt, führt das zumindest bei mir im ersten Moment zu leichter Verwirrung. Aus der Grafk geht nicht hervor, was mit "Arbeitnehmerentgelt" gemeint ist - brutto, netto, Reallohn?

Eine Grafik zu den Tariflöhnen, die allerdings auch nicht ganz eindeutig ist; wurde die Entwicklung der realen Tariflöhne dabei an jedem Messpunkt an dem Wert von 2000 gemessen oder an dem Bruttolohnwert des entsprechenden Jahres?
Grafik Hans-Böckler-Stiftung***

Mario Nette
__

Im Süden, im Osten, im Norden, im Westen, es sind überall dieselben, die uns verpesten.

Ca' canny!

Ich bin durch Kaufhof gegangen - und das war für mich wie ein Museumsbesuch. (Frank Schwalm)
Fehlende Tagesstruktur? Quatsch! Ich lebe in Gleitzeit.

Bescheiß das Elend!
Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten.
Mario Nette ist offline  
Alt 06.02.2011, 16:54   #5
theota
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Standard AW: Faktencheck: Kauflust der Konsumenten - Lohnentwicklung – Kaufkraft der Arbeitne

Zitat von Mario Nette Beitrag anzeigen
Wenn auf der einen Seite in Sybillas Beitrag steht: "Bruttoverdienste pro Beschäftigtem zwischen 2000 und 2010 real um vier Prozent gesunken" und auf der anderen Seite die Grafik (Quelle dazu: Hans-Böckler-Stiftung***) ein Plus von 16 % aufführt, führt das zumindest bei mir im ersten Moment zu leichter Verwirrung. Aus der Grafk geht nicht hervor, was mit "Arbeitnehmerentgelt" gemeint ist - brutto, netto, Reallohn?

Eine Grafik zu den Tariflöhnen, die allerdings auch nicht ganz eindeutig ist; wurde die Entwicklung der realen Tariflöhne dabei an jedem Messpunkt an dem Wert von 2000 gemessen oder an dem Bruttolohnwert des entsprechenden Jahres?
Grafik Hans-Böckler-Stiftung***

Mario Nette
ich habe - was die 16%ige Erhöhung der Arbeitnehmerentgelte insgesamt, lt. Grafik, angeht - dies so verstanden, dass diese "nur" um 16% gestiegen sind, während aber im gleichen Zeitraum die Vermögens- und Unternehmenseinkommen um satte 45% (!!!) zugelegt haben

vergleicht man jetzt auch noch die "nur" 16%ige Erhöhung der AN-Entgelte mit den Preissteigerungen des gleichen Zeitraums, so wird deutlich, warum "wir" (ich bezieh das jetzt mal nur auf mich und alle meine Bekannten, mit denen ich darüber allein im letzten Vierteljahr diskutiert habe, und das sind/waren nicht wenige) vom Aufschwung bisher nichts "mitbekommen" haben - und das "mitbekommen" bezieht sich nicht auf "nicht lesen / nicht informieren / nicht (zu)hören", sondern auf das gefühlte "also-ich-hab-nicht-mehr-Geld-zur-Verfügung-du-etwa?"

just my two cents...
__

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theota ist offline  
Alt 06.02.2011, 17:30   #6
Waschbär
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Waschbär
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Standard AW: Faktencheck: Kauflust der Konsumenten - Lohnentwicklung – Kaufkraft der Arbeitne

Zitat von theota Beitrag anzeigen
vergleicht man jetzt auch noch die "nur" 16%ige Erhöhung der AN-Entgelte mit den Preissteigerungen des gleichen Zeitraums, so wird deutlich, warum "wir"... vom Aufschwung bisher nichts "mitbekommen" haben
Es ist halt leider so, daß nicht nur Arbeitnehmerentgelte steigen, sondern natürlich auch die Preise. Es ist ein Nullsummenspiel, und wer wirklich glaubt, er würde durch einen Mehrverdienst auch tatsächlich mehr Geld zu Verfügung haben, der täuscht sich selbst.

Was jedoch hilft, und was nicht schaden kann, ist ein konsequenter Preisvergleich. Nicht alles, was beim Discounter im Regal liegt, ist zwingend günstiger als im Fachhandel oder im Warenhaus. Wer zu bequem ist, um die Preise von Strom- und Gasanbietern zu vergleichen, der ist selbst schuld. Wenn diese Krise etwas Gutes hat, dann ist es, daß man zwangsläufig zum Sparfuchs wird.
Waschbär ist offline  
 

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