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Start > > > > -> Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtschaft


 

 

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Alt 07.07.2009, 16:41   #1
canigou
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Standard Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtschaft

"Kosename für den Kapitalismus"

Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtschaft

Christoph Butterwegge im Gespräch mit Gerd Breker


Die Armen und die Mittelschichten werden die Zeche für die Konjunkturprogramme zahlen, befürchtet der Politikwissenschaftler von der Universität zu Köln, Professor Christoph Butterwegge. Er attestiert der Politik und der Bevölkerung in der Krise einen "Verdrängungsmechanismus".

Zum Interview
 
Alt 07.07.2009, 17:10   #2
Kaleika
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Zitat:
(...) Ich sehe den Versuch, sich hinüberzuretten über den Wahlsonntag am 27. September. Das Kurzarbeitergeld zu verlängern auf inzwischen zwei Jahre, ist natürlich so eine Methode. Wir haben inzwischen 1,3 Millionen Menschen, die kurzarbeiten. Viele von denen werden in absehbarer Zeit arbeitslos sein. Aber noch ist es nicht so weit und noch erweckt die Politik den Anschein, als wären die Arbeitslosenzahlen relativ gering, zum Teil auch durch Methoden der Statistik, die man schon als manipulativ bezeichnen kann, wenn zum Beispiel seit neuestem diejenigen Menschen nicht mehr als arbeitslos gezählt werden, die einen privaten Arbeitsvermittler aufsuchen. In dem Moment fallen sie aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit heraus, genauso wie mehrere hunderttausend Ein-Euro-Jobber, wie mehrere hunderttausend Menschen, die sich in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen befinden. All das ist natürlich eine Schönfärberei, die über das wahre Elend, nicht nur Arbeitslosigkeit, sondern auch zunehmende Armut, die uns droht, hinwegblenden soll. (...)
Auf den Punkt gebracht!

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Alt 07.07.2009, 17:12   #3
Martin Behrsing
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Zitat:
Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtschaft
Da zweifle ich auch drann
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Alt 07.07.2009, 17:15   #4
Archibald
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Jup, auch hier in der Süddeutschen kommt er - schon etwas früher - zu Wort.

Abschied vom Sozialstaat - Horrorszenario Agenda 2020 - Wirtschaft - sueddeutsche.de

Zitat:
Horrorszenario Agenda 2020

Um die Kluft zwischen Arm und Reich zumindest ansatzweise zu schließen, wäre es nötig, die Konjunktur durch eine Stärkung der Massenkaufkraft anzukurbeln. Die bisherigen Konjunkturpakete verzichten weitgehend darauf. Vor allem müsste die Kaufkraft der untersten Einkommensgruppen gestärkt werden. Dies wäre nicht nur sozial gerecht, sondern auch ökonomisch sinnvoll: Diese Menschen werden das Geld auch tatsächlich wieder ausgeben, sie können es sich gar nicht leisten zu sparen. Es ist sowieso an der Zeit, die Hartz-IV-Sätze anzuheben, um die Inflation der vergangenen Jahre auszugleichen. Erforderlich wäre, den Betrag von 351 auf 450 Euro pro Person und den Kindersatz, der derzeit - je nach Alter - zwischen 215 und 287 Euro beträgt, um mindestens 100 Euro anzuheben. Und schließlich brauchen wir einen gesetzlichen Mindestlohn von neun Euro pro Stunde. Zu viel? In Frankreich muss genau dieser Betrag gezahlt werden.
Damit plädiert er imho exakt für das Wahlprogramm der Die Linke, die als einzige dort ansetzt, wo seit Jahren Steuergelder verschwendet werden,
beim Spitzensteuersatz etc.

LG, Archibald
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"...Wesentliches Kriterium für die Aufnahme in die Terrorlisten der "Jobcenter" ist der 2005 eingeführte Straftatbestand eines fehlenden ausreichenden Einkommens..."
Politiker und Juristen meinen, es ist doch nicht schlimm, wenn man gezwungen wird zu bulgarischen Löhnen zu arbeiten, aber deutsche Preise und Gebühren bezahlen muss. Man kann ja noch immer völlig selbstbestimmt und sozial verträglich ableben. Man bekommt immerhin nicht gleich direkt die Kugel! Sie machen aus Opfern wieder Täter...
Litanei der "Ehre" für SPD und Grüne
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Alt 07.07.2009, 17:15   #5
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Zitat von Martin Behrsing Beitrag anzeigen
Da zweifle ich auch drann
Willst Du damit zum Ausdruck bringen, dass Du nicht daran glaubst, dass Christoph Butterwegge an der "Sozialen Marktwirtschaft" zweifelt, sondern dass er bezweifelt, dass wir hier noch eine erleben würden?

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Alt 07.07.2009, 17:29   #6
Martin Behrsing
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

An der Sozialen Marktwirtschaft

BTW: Eine Marktwirtschaft die sozial ist kann es nicht geben. Es sei denn, man nimmt in Kauf permanent schizophren Handeln und Denken zu unterleigen.
Der Begriff Soziale Marktwirtschaft ist schon ein klass. Double-Bind
Zitat von Kaleika Beitrag anzeigen
Willst Du damit zum Ausdruck bringen, dass Du nicht daran glaubst, dass Christoph Butterwegge an der "Sozialen Marktwirtschaft" zweifelt, sondern dass er bezweifelt, dass wir hier noch eine erleben würden?

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Alt 07.07.2009, 17:44   #7
sogehtsnich
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

An der sozialen Marktwirtschaft zweifle ich schon lange!
Ich bin zwar jetzt kein Verfechter der DDR, aber einige hätten im Staatsbürgerkundeunterricht mal ein wenig aufpassen sollen!
All das, was wir damals als "Nonsens" abstempelten, haben wir jetzt an der Backe!
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Wenn das Böse die Dreistigkeit hat, muß das Gute den Mut haben!
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Alt 07.07.2009, 17:54   #8
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Zitat von Martin Behrsing Beitrag anzeigen
.... Es sei denn, man nimmt in Kauf permanent schizophren Handeln und Denken zu unterleigen....
Passt!
Dazu die FTD im Bezug auf Merkel, die Jeanne d’Arc der "sozialen" Marktwirtschaft:
FTD.de - Kolumne: Lucas Zeise - Weltwirtschaftskrise, die nächste - Kolumnen
Zitat:
Nichts davon. Die Kanzlerin bleibt ungerührt. Die einbrechende deutsche Wirtschaft lässt sie kalt. Und sie geht so weit, das erkennbar scheiternde deutsche Geschäftsmodell dem Ausland zu empfehlen. Ihre Ausfälle gegen die Wirtschaftspolitik der USA (und Großbritanniens) und gegen die expansive Geldpolitik der großen Notenbanken waren kein Ablenkungsmanöver, sondern ernst gemeint.
"Phase III" ist für jeden leicht erkennbar am herandonnern und Merkel glaubt noch immer man müsste nur genug auf marktradikale Selbstheilung vertrauen.

Die Leichtfertigkeit mit der sie Millionen scheinbar Schwache in eine Art sozialen Krieg steuert ist wahrlich permanent schizophrenes Handeln und Denken. Wer hierbei wohl die Stimmen Angelas sind?

LG, Archibald
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Alt 07.07.2009, 18:00   #9
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Zitat von Martin Behrsing Beitrag anzeigen
An der Sozialen Marktwirtschaft

BTW: Eine Marktwirtschaft die sozial ist kann es nicht geben. Es sei denn, man nimmt in Kauf permanent schizophren Handeln und Denken zu unterleigen.
Der Begriff Soziale Marktwirtschaft ist schon ein klass. Double-Bind
Zitat:
(...) Solidarität und soziales Verantwortungsbewusstsein wird klein geschrieben in einer Wirtschaft, die darauf setzt, dass derjenige besonders auch gesellschaftlich angesehen ist, der einen hohen Gewinn erzielt, hohe Renditen. Das heißt, ein Finanzmarktkapitalismus, der so stark auf die Börse starrt, der kann eigentlich im Innersten nicht sozial sein. Auch das scheint mir ein Widerspruch in sich zu sein. (...)
Hier spricht Butterwegge selbst vom (eklatanten) Widerspruch!

Kapitalismus ist Sozialdarvinismus.

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Alt 07.07.2009, 19:27   #10
mercator
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Eine Marktwirtschaft kann schon sozial sein, wenn sie die Belange der Armen berücksichtigt. Eben der berühmte "Rheinische Kapitalismus", verbunden mit einem gefestigten Sozialstaat. Das ist viele Jahre halbwegs gut gegangen. Was Butterwegge zurecht kritisiert ist diese Fixierung auf den Finanzmarktkapitalismus mit seinen völlig übertriebenen Renditeansprüchen, der für einen Sozialstaat keinen Raum mehr lässt. Nur einige Großkonzerne profitieren, und das hat eben nichts mehr sozialer Marktwirtschaft zu tun.
__

Prof. Dr.rer.pol. Michael Wolf: "[...] Vor diesem Hintergrund ist es meines Erachtens durchaus statthaft, die für Hartz4 Verantwortlichen in Politik und Verwaltung zwar nicht unbedingt im verfassungsrechtlichen, aber doch im politischen Sinne als "Verfassungsfeinde" zu bezeichnen, gegen die das Leisten von "Widerstand" nicht nur legitim, sondern auch geboten ist."
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Alt 07.07.2009, 20:10   #11
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Zitat:
Eben der berühmte "Rheinische Kapitalismus", verbunden mit einem gefestigten Sozialstaat. Das ist viele Jahre halbwegs gut gegangen.
ach tatsächlich? Habe ich da etwas verpasst oder hat es sich nicht schon in 70igern gezeigt, dass genau dieses Modell von vorne bis hinten nicht funktioniert. Sozial widerspricht ja nunmal der Marktwirtschaft, oder besser ausgedrückt dem Kapitalismus. Und die Funktion des kapitals ist nunmal nicht sozial.
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Alt 07.07.2009, 20:22   #12
mercator
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Wieso hat das in den 70ern von vorne bis hinten nicht funktioniert? Immerhin ist das die Staatsform, die heute von den Vertretern der Ideologie des freien Marktes abfällig als "Wohlfahrtsstaat" bezeichnet wird. Sozial (bzw. der Begriff des Sozialstaates) widerspricht einem freien Markt. Insofern würde ich Dir zustimmen.
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Prof. Dr.rer.pol. Michael Wolf: "[...] Vor diesem Hintergrund ist es meines Erachtens durchaus statthaft, die für Hartz4 Verantwortlichen in Politik und Verwaltung zwar nicht unbedingt im verfassungsrechtlichen, aber doch im politischen Sinne als "Verfassungsfeinde" zu bezeichnen, gegen die das Leisten von "Widerstand" nicht nur legitim, sondern auch geboten ist."
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Alt 07.07.2009, 20:59   #13
Martin Behrsing
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

In den 70igern hatten wir die erste kapitalismuskrise seit der Weltwirtschaftskrise von 1929. Seit den 70igern haben sich die Zyklen immer weiter verkürzt. Der letzte Zyklus war extrem kurz 2001 bis 2008. Das mal dazu.

Zitat von mercator Beitrag anzeigen
Wieso hat das in den 70ern von vorne bis hinten nicht funktioniert? Immerhin ist das die Staatsform, die heute von den Vertretern der Ideologie des freien Marktes abfällig als "Wohlfahrtsstaat" bezeichnet wird. Sozial (bzw. der Begriff des Sozialstaates) widerspricht einem freien Markt. Insofern würde ich Dir zustimmen.
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Alt 07.07.2009, 21:17   #14
Tramp
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Reden AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

In den 70gern waren wir mal mit der Schulklasse bei Bahlsen in Hannover zur Betriebsbesichtigung, ist zwar schon eine lange Zeit her, kann mich aber noch genau daran erinnern, wie die Leute die uns durch den Betrieb geführt haben, sehr Missmutig auf unsere Fragen reagierten.

Sind sie etwa alle Kommunisten? Haben sie uns gefragt und den Durchgang durch den Betrieb zügig hintersich gebracht.

Und die obligatorische Tüte mit den Leckereien auch nur mit erkennbarer Missgunst an uns verteilt....
 
Alt 07.07.2009, 21:45   #15
mercator
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Zitat von Martin Behrsing Beitrag anzeigen
In den 70igern hatten wir die erste kapitalismuskrise seit der Weltwirtschaftskrise von 1929. Seit den 70igern haben sich die Zyklen immer weiter verkürzt. Der letzte Zyklus war extrem kurz 2001 bis 2008. Das mal dazu.
Ja, der Kapitalismus funktioniert nicht. Da bin ich mir Dir absolut einer Meinung. Das es ein höchst instabiles System ist, stimmt auch. Trotzdem hat das Sozialstaatsprinzip noch einigermaßen funktioniert.
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Alt 08.07.2009, 10:30   #16
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Zitat von mercator Beitrag anzeigen
Trotzdem hat das Sozialstaatsprinzip noch einigermaßen funktioniert.
Das hatte aber einzig den Grund weil es ja "drüben" der real existierenden
Sozialismus mit seinem Sozialsystem gab und man ja nicht schlechter sein
konnte.
Das ist nun nicht mehr notwendig, deshalb dieser, seit 1989, entfesselte Kapitalismus.
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Mit solidarischen Grüßen
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Die einen wollen Frieden und die anderen wollen keinen Krieg.
Soetwas erzeugt natürlich Spannungen.
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Alt 08.07.2009, 11:10   #17
zebulon
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Apropos "Zweifeln an der sozialen Marktwirtschaft", ich habe hier gerade ein interessantes Video gefunden das im Schatten der Finanzkrise versucht, die Fehler in unserem Geld-/Wirtschafts- und Gesellschaftssystem aufzuzeigen, meiner Meinung nach gelungen, wenn auch recht langatmig.

Kurzzusammenfassung:

Das Konzept geht von einer möglichst freien Marktwirtschaft als Zielvorstellung aus, die besser der Bedürfnissbefriedigung dient als sozialistische bzw. monopolkapitalistische Systeme. Im jetzigen System haben wir auf der einen Seite riesige Monopole die fast ohne Steuerpflicht global agieren können. Auf der anderen Seite haben wir einen sozialistischen Reparaturbetrieb, der die Auswüchse aus dieser sich daraus ergebenden monströsen sozialen Fehlentwicklung bekämpfen muß. Marktwirtschaftliche Prinzipien und Kreativität werden zwischen diesen Mühlsteinen zerrieben.

Die überproportionale Macht der Banken hat sich gebildet als Folge unseres eigenen Sparbedürfnisses und möglicher hoher Renditen aus Kapitalerträgen. Das führt dazu das wir (gesamtgesellschaftlich gesehen) das Geld dem Wirtschaftskreislauf entziehen und lieber in irgendeiner Form horten, am besten mit hohen Renditen, die auf dem Kapitalmarkt leichter zu erzielen sind als in der Realwirtschaft.

Alle Misstände die wir beobachten sind die Folge dieser Situation:
ausufernde Bürokratie, Arbeitslosigkeit, sich auseinanderentwickelnde Arm/Reich Schere, Konsumentenstreik, Arbeitszwang, korrupte Politiker usw.

Im Grunde genommen wird als Lösung vorgeschlagen, die Monopolbetriebe stark zu besteuern, damit ein BGE zu finanzieren und ein Instrumentarium zu schaffen, das die Leute dazu anhält Geld lieber wieder der Realwirtschaft zur Verfügung zu stellen als den Banken ( Niedrigzinsen oder sogar Schwundgeld). Die Banken würden dann wieder ihrer eigentlichen Bedeutung gemäß schrumpfen. Der Film bietet mit einer Besteuerung der Ressourcen und dem Vorschlag einer Börsenumsatzsteuer zur Mitfinanzierung der sogenannten dritten Welt, auch Lösungen für die Ökokrise an.

GlobalChange 2009 - Der Film zur Jahrhundertchance
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"Das Wesen des Faschismus ist es, ein System für schützenswerter zu halten als die darin lebenden Menschen." - ADORNO

"Durch die Aufspaltung der Wähler in das politische Parteiensystem können wir sie dazu bringen, ihre Energie für Kämpfe aufzubrauchen, für Fragen die keinerlei Bedeutung haben." / Montagu Norman, Gouverneur der Bank of England 1920-1944.

"Der schlauste Weg,
Menschen passiv und folgsam zu halten, ist,
das Spektrum akzeptierter Meinungen strikt zu limitieren, aber innerhalb des Spektrums sehr lebhafte Debatten zu erlauben." / Noam Chomsky
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Alt 08.07.2009, 16:12   #18
mercator
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Zitat von wolfgang52 Beitrag anzeigen
Das hatte aber einzig den Grund weil es ja "drüben" der real existierenden
Sozialismus mit seinem Sozialsystem gab und man ja nicht schlechter sein
konnte.
Das ist nun nicht mehr notwendig, deshalb dieser, seit 1989, entfesselte Kapitalismus.
Ich weiß. Die Systemkonkurrenz zum Osten hat für ein annehmbares soziales System bei uns gesorgt. Nicht zuletzt die Amis haben uns nach dem 2. Weltkrieg aufgepäppelt, inkl. einer Währungsreform, um die westliche Lebensform und die westliche Demokratie als das bessere System darzustellen. Nach dem Zusammenbruch des wirtschaftlich-politischen Systems im Osten hat sich das erledigt. Sowohl was die Sozialsysteme als auch die Demokratie betrifft. Von beidem ist nur noch ein müder Abklatsch geblieben.
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Prof. Dr.rer.pol. Michael Wolf: "[...] Vor diesem Hintergrund ist es meines Erachtens durchaus statthaft, die für Hartz4 Verantwortlichen in Politik und Verwaltung zwar nicht unbedingt im verfassungsrechtlichen, aber doch im politischen Sinne als "Verfassungsfeinde" zu bezeichnen, gegen die das Leisten von "Widerstand" nicht nur legitim, sondern auch geboten ist."
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Alt 09.07.2009, 06:28   #19
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Abklatsch von einer Demokratie?

Nein, wir haben schon lange eine Diktatur.
Die Diktatur des Kapitals.
Regierungen sind nur Marionetten in dem Spiel
um das große Geld.
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wolfgang52
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Alt 09.07.2009, 09:50   #20
Paolo_Pinkel
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Zitat von wolfgang52 Beitrag anzeigen
Abklatsch von einer Demokratie?

Nein, wir haben schon lange eine Diktatur.
Die Diktatur des Kapitals.
Regierungen sind nur Marionetten in dem Spiel
um das große Geld.
Hi,

erst mal

Das sehe ich ebenfalls so. Wir leben in einer Wirtschaftsdiktatur unter dem Deckmantel einer Demokratie gepaart mit dem Märchen der sozialen Marktwirtschaft.

Gruss

Paolo
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Alt 09.07.2009, 10:19   #21
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DomiOh
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Es mag provokant und missmutig klingen aber:

Was haben wir von der immer wiederkehrenden Diskussion über diese Themen, wenn sich eh nichts ändert?

Das Kapital hat die Macht, noch immer. Trotz Krise haben die meisten in unserem Land nichts dazu gelernt.
Nach neuster Umfrage von Forsa ist die Linke um 2% gefallen und die CDU kommt auf ein Jahreshoch (davon ab, traue ich keiner Umfrage, die ich nicht selbst gefälscht habe :-) ).
Aber dennoch :
Es ist immer das gleiche: Die Leute wählen gar nicht oder falsch.
Die Kinder bekommen schon in der Schule - schon im Kindergarten - beigebracht: Nur der stärkste überlebt, gebrauche deine Ellbogen oder tu nichts für andere ohne Gegenleistung.
Das ist subtile politische Erziehung, die auf den Kapitalismus hinzielt.

Irgendwann - es ist jetzt schon einige Jahre her - sagte irgendjemand im Radio: Verbietet "Benjamin Blümchen" - denn diese Hörspiele sind eine radilkale Linkserziehung, da dieser Elefant ja alles aus Güte und ohne Gegenleistung macht. Leider weiss ich nicht mehr wer das war. Ich habe nur mit dem Kopf geschüttelt.

Es ist eben nur schade, dass nichts passiert.
__

o
L_
OL

This is Schäuble. Copy Schäuble into your signature to help him on his way to the Überwachungsstaat.
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Alt 09.07.2009, 16:43   #22
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Dieser Film ist sehr gut - der sollte von allen geschaut werden und vor allem natürlich von jedem Politiker.

Fragt sich nur, ob wir rechtzeitig "aufwachen" und umsteuern oder ob wir weiter auf dem alten Pfad wandeln, bis es "zu spät" ist und wir alle vor einem Riesenscherbenhaufen stehen - so wie etliche Generationen vor uns, als das System ebenfalls versagte und zusammengebrochen ist (es hat halt diesen Geburtsfehler, daß es periodisch versagt).
Banquo ist offline  
Alt 09.07.2009, 23:31   #23
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

DomiOh schrieb:
Zitat:
Es mag provokant und missmutig klingen aber:

Was haben wir von der immer wiederkehrenden Diskussion über diese Themen, wenn sich eh nichts ändert?

Das Kapital hat die Macht, noch immer. Trotz Krise haben die meisten in unserem Land nichts dazu gelernt.
Aufklärung ist das Allerwichtigste überhaupt. Was haben wir von sinnlosem Aktivismus wenn man nicht weiß WAS geändert werden soll. Und was soll das heißen: "Das Kapital" hat die Macht.
Für dich würde es sich vielleicht doch lohnen das Video mal genau anzuschauen. In den letzten drei Jahren ist mein Weltbild etwas differenzierter geworden als nur rot kontra brau/schwarz/gelb. Genau deswegen hab' ich auf dieses Video hingewiesen und werde nicht müde, immer wieder auf solche Zusammenhänge aufmerksam zu machen. Ich bin eben nur bedingt Sozialist und ich glaube es wäre besser, ein Konzept zu entwickeln und zu befürworten, wo Ultraliberale auch zustimmen könnten. (Damit meine ich nicht diese schwule FDP, die eh schon lange nicht mehr die Interessen von Uncle Scrooch & co. vetritt). Bitte lies daher noch mal das:
Zitat:
Auf der anderen Seite haben wir einen sozialistischen Reparaturbetrieb, der die Auswüchse aus dieser sich daraus ergebenden monströsen sozialen Fehlentwicklung bekämpfen muß.
Das heißt im Prinzip, dass es besser wäre, wir hätten wieder eine Wirtschaftsform, die nicht verbrannte Erde zurücklässt sondern sich an dem sozialen Netz beteiligt, besonders die Großkonzerne und Monopolbetriebe, als das hinterher Otto Normalverbraucher und der Mittelstand zusätzlich auch noch diese Lasten schultern muß. Schau dir vielleicht doch das Video mal an. Das kann nur bilden. Dümmer wird man davon auf jeden Fall nicht.
__

"Das Wesen des Faschismus ist es, ein System für schützenswerter zu halten als die darin lebenden Menschen." - ADORNO

"Durch die Aufspaltung der Wähler in das politische Parteiensystem können wir sie dazu bringen, ihre Energie für Kämpfe aufzubrauchen, für Fragen die keinerlei Bedeutung haben." / Montagu Norman, Gouverneur der Bank of England 1920-1944.

"Der schlauste Weg,
Menschen passiv und folgsam zu halten, ist,
das Spektrum akzeptierter Meinungen strikt zu limitieren, aber innerhalb des Spektrums sehr lebhafte Debatten zu erlauben." / Noam Chomsky
zebulon ist offline  
Alt 10.07.2009, 02:10   #24
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DomiOh
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

Zitat von zebulon Beitrag anzeigen
Und was soll das heißen: "Das Kapital" hat die Macht.
Für mein persönliches Empfinden hat das Kapital die Macht. Gesetze werden gegen die Bürger und für "Das Kapital" gemacht und ausschließlich nur dafür, sei es in der Bundesrepublik oder in der EU oder wo auch immer.

Wenn die Lobbyisten selbst in Krisenzeiten noch bestimmen können wo es lang geht, wenn Banken, die diese Krise verschuldet haben, Geld in den A...llerwertesten geblasen werden, andererseits die Ärmeren diese Zeche zahlen sollen, dann hat das Kapital die Macht - und NUR das Kapital.

So ist mein Empfinden - und eben das soll das heißen...

Und logisch wäre es besser, wenn die Wirtschaft sich am sozialen Netz beteiligen würde, jedoch wurden Gesetze gemacht, die genau das Gegenteil bewirken - also wo liegt die Macht, außer beim "Kapital", für die eigentlich alle Gesetze so gemacht werden, wie es in deren Interesse liegt...

Hier ein Passus aus der Schröder-Rede vor dem World Economic Forum in Davos:

Zitat:
Drittens: Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt. (...) Wir haben einen funktionierenden Niedriglohnsektor aufgebaut, und wir haben bei der Unterstützungszahlung Anreize dafür, Arbeit aufzunehmen, sehr stark in den Vordergrund gestellt. Es hat erhebliche Auseinandersetzungen mit starken Interessengruppen in unserer Gesellschaft gegeben. Aber wir haben diese Auseinandersetzungen durchgestanden. (...)
Meine Damen und Herren, dieses Programm, das wir gegen erheblichen
gesellschaftlichen Widerstand durchgesetzt haben, beginnt zu wirken. Erstens, wir haben seit Jahren in Deutschland eine stagnierende Lohnstückkosten-Entwicklung. Gut für Investitionen in diesem Land.
Wer diese wirklich aufschlussreiche und interessante Rede nicht kennt, die ganze Rede: http://www.gewerkschaft-von-unten.de/Rede_Davos.pdf

Und du willst mir sagen, dass das Kapital nicht die Macht hat? Denn z.B. das hat das "Kapital" gewollt - und auch bekommen.
Und wenn nicht langsam was geschieht bekommt das Kapital ALLES was es will - trotz Wirtschaftskriese (wenn es denn auch wirklich eine ist und nicht ein Vorwand zur Installation einer neuen Welt- und Finanzordnung).
__

o
L_
OL

This is Schäuble. Copy Schäuble into your signature to help him on his way to the Überwachungsstaat.
DomiOh ist offline  
Alt 10.07.2009, 10:07   #25
zebulon
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zebulon
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Standard AW: Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge zweifelt an der sozialen Marktwirtsc

"Das Kapital hat die Macht...Das Kapital hat gewollt..." "Das Kapital" ist doch keine Person. Nach meiner Auffassung haben Personen die Macht. Ich halte dieses Kapitalgeschwätz daher für eine Floskel aus der sozialistischen bzw. kommunistischen Mottenkiste. Ich will damit nicht sagen, das Marx Quatsch ist. Nur seine Anhänger verstehen die Zusammenhänge meist selber nicht.

Ich brauch mir die Rede von Schröder nicht 'reinzuziehen. Sein Wirken ist ja allenthalben zu sehen. Das hätte nur noch den Sinn, unnötigen Haß aufzubauen.

Ich glaube das es mehr Sinn machen würde, wenn du dir dieses Video anschaust, als das ich mich negativ emotionalisiere, in dem ich mir diese Rede von Schröder anhöre die ich im Übrigen wahrscheinlich sowieso schon kenne. Ich würde davon NULL profitieren.

Es geht dir jetzt aber hier darum, Stimmungen anzuheizen, damit sich möglichst viele Wutschnaubend Richtung Berlin bewegen, so nach dem Motto "Schluss mit dem Gequatsche, wir handeln jetzt". Keine Angst, das erleben wir noch früh genug und das wird für alle Beteiligten nicht lustig.
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"Durch die Aufspaltung der Wähler in das politische Parteiensystem können wir sie dazu bringen, ihre Energie für Kämpfe aufzubrauchen, für Fragen die keinerlei Bedeutung haben." / Montagu Norman, Gouverneur der Bank of England 1920-1944.

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