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Jenseits neoliberaler Lügengebilde wartet die Wahrheit

Archiv - News Diskussionen Tagespresse

 
 
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Alt 12.10.2008, 02:07   #1
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Standard Jenseits neoliberaler Lügengebilde wartet die Wahrheit

Zitat:
...Warum merken nun aber die kleinen Leute so wenig davon, warum kommt so wenig bei ihnen vom Produktivitätszuwachs an? Wie kommt es, dass die Nettorealverdienste der Arbeitnehmer von jährlich 17.280 Euro im Jahr 1992 auf 15.845 Euro im Jahr 2006 gesunken sind? (Quelle: DIE ZEIT, 24.1.2008, S. 22, Bundesministerium für Arbeit und Soziales).

Die Amatuerstatistiker der Horrorsszene vermuten einen demographischen Zusammenhang, ohne nachweisen zu können, wie der genau aussehen soll. In der Tat sind die Reallöhne in den letzten 15 Jahren gesunken. Die Einkommen der Arbeitslosen, Studenten und Rentner sogar ganz erheblich. Das ist richtig. Allerdings haben Erscheinungen wie Fachkräftemangel, Reallohnverluste und Auszehrung der Binnenachfrage sowie das Absinken der Massenkaufkraft absolut nichts mit dem demographischen Wandel zu tun.

Fachkräfte - und Ingenieurmangel herrscht in Deutschland, weil man seit 25 Jahren das Bildungswesen und damit die Talente im Lande kaputtspart und immer mehr verkümmern lässt. Es fehlt an flächendeckenden Vor- und Ganztagsschulen, immer weniger Kinder aus finanzschwachen Familien gehen auf weiterbildende Schulen, immer weniger aus diesem Umfeld studieren. Außerdem drängen immer mehr Studierende in die goldumflorten Wirtschaftsfächer, weil seit über 20 Jahren immer mehr Tamtam um die ökonomische Manager-Schickeria gemacht wurde, wohingegen Techniker, Maschinenbauer, Ingenieure mehr und mehr als eine Art bessere Monteure, als Befehlsempfänger und akademisches Fußvolk abgestempelt wurden.

Die Ursachen für den Reallohnvelust sogar in Aufschwungzeiten erläutert die jüngste DIW-Studie: Im Aufschwung der großen Koalition - unter Merkel und Steinbrück - sank das reale Nettolohneinkommen aller Beschäftigten um 1,5 Prozent, Arbeitslosen- und Kindergeld, BAFöG und Renten sogar um fast sechs Prozent. Hingegen sind nach den Berechnungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) die Gewinne der Unternehmen in den elf Quartalen des jüngsten Aufschwungs um mehr als 20 Prozent gestiegen.

Der Produktivitätszuwachs kommt bei Otto Normalverbraucher und den kleinen Leuten ebenso wenig an wie der von Kanzlerin Merkel versprochene "Aufschwung für alle". Mit dem demographsichen Wandel hat das nichts zu tun, aber sehr viel mit dem Schwächeln der Gewerkschaften, mit der Installation eines Niedriglohnsektors, mit den Hartz IV-Vorschriften nach Art eines Reichsarbeitsdienstes. Deshalb landete immer mehr vom Produktivitätszuwachs in den Schatullen und auf den Konten der Reichsten, wurde ständig mehr in Golfplätze, Marmor- und Glaspaläste investiert als in Kindergärten, Kitas, Unis, Vor- und Ganztagsschulen. Deshalb fließen die Gelder im Übermaß in Fincas und Ferraris, Yachten und Reitställe, vor allem aber in die Spekulation statt in die Massenkaufkraft, die über Binnennachfrage Aufträge und Arbeitsplätze generiert und sichert...
Linkszeitung - HINTERGRUND: Die demographische L
 
Alt 12.10.2008, 11:27   #2
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Standard AW: Jenseits neoliberaler Lügengebilde wartet die Wahrheit

Zitat:
Außerdem drängen immer mehr Studierende in die goldumflorten Wirtschaftsfächer, weil seit über 20 Jahren immer mehr Tamtam um die ökonomische Manager-Schickeria gemacht wurde, wohingegen Techniker, Maschinenbauer, Ingenieure mehr und mehr als eine Art bessere Monteure, als Befehlsempfänger und akademisches Fußvolk abgestempelt wurden.
Und so immer mehr Null-Praktiker produziert werden.
Theorien - insbesondere Wirtschafts- und Managementheorien - aber sind stets nur dort diskutierbar, wo Hintergrundwissen über praktische Ergebnisse der tatsächlichen Anwendung derselben vorliegen. Die "Management-Eliten", oft genug verzogene Milchbübchen und -mädchen aus Maximalgewinn-orientierten Elternhäusern, mit keinerlei persönlicher geschweige denn ethisch-sozialer Qualifikation (soft skills) und praktischer Anwendungserfahrung, theoretisieren so ganze Volkswirtschaften kaputt, ausbaden aber müssen es die Gesellschaften.

Und es wird in zeitgeistentsprechender selbstbeweihräuchernder Egozentriker-Manier stets vergessen, was wem zu dienen hat:

Zu dienen hat die Wirtschaft der Gesellschaft, und in keinem Fall umgekehrt.




Emily
 
Alt 12.10.2008, 20:03   #3
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Standard Die Unbelehrbaren - heute: Boston Consulting Group

Sehr passend dazu, Anzeige im heutigen Stellenmarkt der SZ:
Zitat:
Denken ist Handeln. Bei BCG. (Anm.: Was genau will uns dieses mitteilen??? Dass sie gleich beim Denken handeln - vorschnell, eventuell, vielleicht????)

Die spannendste Prüfung nach dem Bachelor? Wir.
(Man beachte: Punkt, der ist hier sehr wichtig - oder einfach, weil die Werbefuzzis seit 20 Jahren auch nichts Neues erfunden haben. Anm. Punkt.)

Das BCG Junior Associate Programm für herausragende Bachelors.


Theoretisch sind Sie sehr gut. Praktisch können Sie es jetzt beweisen. Als festes Team-Mitglied arbeiten Sie in Kundenprojekten der weltweit führenden Strategieberatung. Verhelfen Sie dabei nicht nur Ihren Kunden zu mehr Wachstum, sondern auch sich selbst: Erfolgreichen Teilnehmern bieten wir eine MBA-Förderung an. Wenn Sie Ihr Bachelor-Studium mit herausragenden Leistungen an einer Universität absolviert haben (Man beachte: Fachakademien, welche Studien auf Berufserfahrung aufbauen, gelten hier auf keinen Fall, diejenigen Absolventen könnten ja bereits Lehre mit der Realität abgleichen können! Anm.) und Auslands- sowie Praktikaerfahrungen mitbringen, bewerben Sie sich bei Ortrud Görne (089) 23 17-43 61

THE BOSTON CONSULTING GROUP
Also exakt, was ich oben zitierte: Milchbubis und Milchmädchen, am besten schön frisch mit Wachstumswahnsinn indoktriniert und ohne jegliches Empfinden für Ethik oder Nachhaltigkeit, skrupellos gierig danach, auf der Karriereleiter nach oben zu klimmen.

Noch schöner passend dazu, was BCG ausmacht:

FTD.de - Gro
Zitat:
Bei einem der prestigeträchtigsten Aufträge der deutschen Wirtschaft hat sich das Beratungsunternehmen Boston Consulting Group gegen den Erzrivalen McKinsey durchgesetzt. Nach FTD-Informationen wird BCG die Commerzbank bei der milliardenschweren Fusion mit der Dresdner Bank beraten.
...
Um das begehrte Mandat hatten sich sämtliche Beratungsfirmen bemüht. Die beiden Banken wollen nach ihrer Fusion bis 2012 insgesamt 5 Mrd. Euro Kosten sparen und dazu unter anderem 9000 Vollzeitstellen abbauen. ...
So viel also dazu, was auch bei BCG unter "Wachstum" verstanden wird.

Dass die gerade anzuheuernden Frischlinge willig und begierig exakt dieses umsetzen, daran ist mit Sicherheit nicht im Geringsten zu zweifeln - und für so etwas holt man sie schließlich ins Boot. Skrupel sind von unerfahrenen, egozentrisches und antisoziales Verhalten letztlich willig Studierenden kaum zu erwarten - diejenigen, die es "nicht bringen", werden schlicht wegselektiert.

Dass Stellenabbau weder Wachstum bringt noch nachhaltiges Wirtschaften darstellt, wird an solchen Horten wohl lieber zeitgeistbewusst verdrängt.

Manche sind und bleiben eben schlicht: Beratungsresistent.

Oder von gestern.


Emily
 
 

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