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Start > > > > -> Zum "Erfolg" im "Anti-Terror-Kampf"


 

 

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Alt 21.09.2007, 13:33   #1
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nickss
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Standard Zum "Erfolg" im "Anti-Terror-Kampf"

Rezension eines Artikels von Karl Weiss mit einer Wertung des Chefredakteurs der "Freien Presse"

Auf der letzten Zwickauer Montagsdemo wurde mir ein Zettel mit einer Internet-Adresse in die Hand gedrückt. Ich sollte mir dort einen Artikel zu Hartz IV ansehen. Doch wie der Zufall es will, stand auf dieser Website am folgenden Tag, dem 11.09., ein neuer Artikel ganz oben, dessen Titel sofort meine Aufmerksamkeit erregte:

"Die Terroristen - Lügengespinst deutscher Sicherheitsbehörden"

Der Autor Karl Weiss lebt in Brasilien und schreibt u.a. für die "Berliner Umschau". Dort wurde am 10.09. auch der bewußte Artikel veröffentlicht. Darüberhinaus ist Weiss Chemiker.

Und als solcher kann er sich noch immer wundern, "mit welcher Unverfrorenheit BKA, Staatsanwaltschaft, Innenministerium und Landes-Innenminister die Unwahrheit verbreiten". Gleich zu Beginn stellt er fest: "Mit Wasserstoffperoxid, auch in der konzentrierten Lösung, kann ein 'Möchte-Gern-Terrorist' keinesfalls einen handhabbaren funktionierenden Sprengstoff herstellen!" Punktum. Wenn überhaupt, so brauche man dazu "fortgeschrittene Kenntnisse der Emulsionschemie, Monate von Produktionszeit und eine gut ausgerüstete chemische Fabrik". Im folgenden erklärt er genau, warum das so ist.

Die "ausgeflippten Möchte-gern-Terroristen" aus dem Sauerland, die man, wie auch Weiss anmerkt, "genau rechtzeitig zur Bundesinnenministerkonferenz auffliegen liess", waren "mit Sicherheit" nie auch nur in der Nähe der Ausführung von Terroranschlägen. Er äussert die nicht unwahrscheinliche Vermutung, dass deutsche und US-Geheimdienste einen "agent provocateur" in der Gruppe hatten, und die zum Islam konvertierten Jungs "von einem alten Spezialisten mit Verbindungen zu einer 'Islamischen Dschihad Union' in Usbekistan an der Nase" herumgeführt wurden. Zu dieser wirklich existierenden Terrororganisation und ihren Verbindungen zu CIA und US-Regierung erfährt der Leser des Weiss-Artikel ebenfalls aufschlussreiches.

Weiss gesteht den Medien zu, dass fehlendes fachliches Wissen - hier im Bereich der Chemie - zu manchen Irrungen führen kann. Aber: "zumindest die schreiendsten Widersprüche in den Aussagen gegenüber der versammelten Presse hätten den Massenmedien auffallen müssen - aber auch hier Fehlanzeige". Detailliert listet Weiss auf, wie die "freien" Medien nacheinander über die sich widersprechenden Aussagen berichten. Dabei erwähnt er auch, dass die bösen Jungs die ständiger Überwachung bemerkt, und dennoch ungerührt weiter gemacht hätten. Das war sogar mir unbedarftem Schreiberling aufgefallen.

"Unseren" Sicherheitsorganen, Massenmedien und dem Innenminister schlägt Weiss in Anbetracht all dieser Widersprüche vor, erstmal einen Kurs "Wie lüge ich, ohne dass es auffällt?" zu machen, bevor sie das nächste Mal an die Öffentlichkeit treten.

Zum Schluß stellt er die Frage, was all diese Lügen sollen. Die klassische Frage "Cui bono?" - wem nützt es. Und er gibt die richtige Antwort: "Dann würde man rasch die neuen Überwachungsmassnahmen und neuen Gesinnungsstraftaten durchsetzen - und niemand hätte es richtig gemerkt vor lauter Angst vor den bevorstehenden Terroranschlägen."

Für mich war dieser aufschlußreiche Artikel natürlich Grund genug, mich wiedereinmal an unser Lokalblatt, die "Freie Presse" zu wenden. Auch sie scherte mit ihrer Berichterstattung zum "Erfolg" der "Antiterrorkämpfer" nicht aus dem unisonen Chor der "freien" Presse aus. Und das obwohl sie jüngst erst wieder mit der Qualität ihrer Berichterstattung warb, die für gut informierte Bürger in der Region sorge.

Ich schickte dem Chefredakteur also den Link zum Artikel von Karl Weiss, wobei ich es natürlich ihm überliess, was er mit den gewonnenen Erkenntnissen anstellen würde.
Bereits einen Tag später lag die Antwort in meinem Mail-Postfach.

"Dem Beitrag von Karl Weiss muss und kann ich nichts hinzufügen. Er ist sachlich zutreffend und zieht die richtigen Schlussfolgerungen. ...
Aber zur Ehrenrettung der meisten Journalisten sollte man auch anfügen: Karl Weiss ist ein Chemiker, der journalistisch tätig ist. Und vielen Kollegen fällt es zudem schwer, sich dem gängigen Rudeljournalismus zu entziehen. Daran muss sicherlich gearbeitet werden."

Diese "Ehrenrettung" ist zwar nur eine halbe, wie schon Weiss in seinem Artikel anmerkt, doch ansonsten hat mich die Antwort angenehm überrascht. Wenn diesen Worten Taten folgen würden, bräuchte ich vielleicht irgendwann den Begriff "Qualitätsjournalismus" in Verbindung mit der "Freien Presse" nicht mehr in Anführungsstriche zu setzen.

Klaus Wallmann sen.

Den Originalartikel, veröffentlicht am 10. September 2007 in der Berliner Umschau, finden Sie unter diesem Link:
http://www.berlinerumschau.com/index...lPolitikWeiss1

Die Website von Karl Weiss, die ich nur weiterempfehlen kann, finden Sie unter diesem Link:
http://karlweiss.twoday.net/
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Von der Wahrheit zur Wirklichkeit ist ein weiter Weg.
nickss ist offline  
Alt 21.09.2007, 17:24   #2
Emily
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Dankeschön. Sehr sachlich.

Emily
 
Alt 21.09.2007, 18:08   #3
galadriel
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Bin überrascht vom Kommentar des Chefredakteurs der FP. Ich lese die FP nicht immer, aber manchmal sind doch ganz gute und kritische Beiträge dabei, zumindest in den verschiedenen "Kreisseiten".
Ansonsten haben die das Problem, alles einen Tag zu spät in der Zeitung stehen zu haben.

Der Artikel ist übrigens sehr gut, spricht er doch aus was viele nur denken.
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Scheitert der Euro, endet die Knechtschaft.
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Alt 21.09.2007, 18:21   #4
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Borgi
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Für jemanden wie mich, der von Chemie keine Ahnung hat, war dieser Bericht sehr wertvoll.
Bei N24 war mittags von Azeton, Schwefelsäure und Perloxyd die Rede und am gleichen Abend fehlten die Zutaten. Na gut dachte ich mir, man will den Nachbau verhindern.

Ich glaube auch, dass unsere und amerikanische Geheimdienste die Extremisten angeworben bzw. verleitet haben eine Bombe zu bauen. Es wäre ja kein Einzelfall, wenn Polizeispitzel sich irgendwo einschleichen, um eine Organisation zu unterlaufen. Bestes Beispiel ist ja die Pleite mit der NPD. Da waren mehr Polizeispitzel als NPD Anhänger, wobei auch nicht auszuschließen ist dass Polizisten die NPD wählen, wenn man sich die Vorfälle in Sachsen ansieht.
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Ein Aufsichtsratposten ist das höchste Parteiamt, das die Wirtschaft ihren Politikern verleiht.
(aus "Der Privatdemokrat" ©Elmar Kupke)

Von mir kann man garantiert keine Rechtsberatung erwarten!
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Alt 21.09.2007, 18:29   #5
galadriel
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galadriel
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Mit Wasserstoffperoxid können wir maximal Frau Merkel die Haare färben.

Quasi eine "Wasserstoffblonde" draus machen.
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galadriel ist offline  
Alt 22.09.2007, 01:19   #6
Jenie
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tunke sie bitte ganz rein .........
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Auch ein Tritt in das Hinterteil, ist ein Schritt nach vorn.
Jenie ist offline  
Alt 22.09.2007, 09:43   #7
gerda52
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Cool Guter Beitrag, danke.

Zitat:
"Unseren" Sicherheitsorganen, Massenmedien und dem Innenminister schlägt Weiss in Anbetracht all dieser Widersprüche vor, erstmal einen Kurs "Wie lüge ich, ohne dass es auffällt?" zu machen, bevor sie das nächste Mal an die Öffentlichkeit treten.
Diese ins Auge springenden Ungereimtheiten tragen sicherlich zusätzlich zur Verunsicherung bei. Dahinter steckt aber vll. die Spekulation nach dem Motto:
Gegen Dummheit (auch scheinbare) ist bisher kein Kraut gewachsen.

Mitunter habe ich den Eindruck, dass unsere NachrichtenIndustrie zum größten Teil inszeniertes Machwerk verbreitet als quasi fein dosierte Gehirnwäsche im Auftrag.
gerda52 ist offline  
Alt 22.09.2007, 10:37   #8
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Frage Verfassungsschutz auf Abwegen

Zitat:
Bombenterror gegen jüdische Gemeinde – nach 30 Jahren packt der Täter aus

...

Die Waffen und Bomben für die Aktionen bekommen sie von Peter Urbach, einem Freund Kunzelmanns. Später stellt sich heraus, Peter Urbach ist vom Verfassungsschutz. Er ist als Spitzel und agent provocateur in die Szene eingeschleust. Die freut sich über seine Waffenlieferung. So kommen die Bomben in die geheime Wohnung.

...

Wolfgang Kraushaar, Historiker
„Es hätte auf jeden Fall einen großen Ansehensverlust der Bundesrepublik bedeutet, dass von staatlicher Seite die Mittel beigesteuert worden sind, um diesen Anschlag auf das Jüdische Gemeindehaus zu verüben.“


Quelle
Ich weiß, die Seite ist hier etwas OT aber:

Was haben eine 'angeblich von vornherein' nicht funktionstüchtige Bombe und der Chemiezauber gemeinsam?

Mensch denkt und Staat lenkt heute wie damals ...

Achso, ja: Eskalation erwünscht!
gerda52 ist offline  
Alt 22.09.2007, 19:14   #9
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sickness
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zum dem thema fällt mir nur ein, dass ich erhebliche zweifel damals schon hegte, als die flugzeuge ins wtc geknallt sind. ich bin bis heute davon überzeugt, dass der cia da zumindest seine finger mit im spiel hatte. und warum sollten die deutschen nicht ebenfalls solch ein "horrorszenario" selbst kreiren?

schaut euch mal den film an. einer von mehreren von alex jones. die filme von dem regen alle zum nachdenken an...

http://www.infokrieg.tv/Terrorstorm.htm
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Alt 23.09.2007, 00:33   #10
Jenie
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mh ja das leuchtet ein..#
ich will nicht gelenkt werden .. aber leider wird die masse erst aufwachen wennes zuspät ist wie immer---
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Alt 23.09.2007, 00:44   #11
angel6364
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http://de.wikipedia.org/wiki/Celler_Loch

Alles schon mal dagewesen. Wer erinnert sich ans Celler Loch?
Da endete bei mir der Glauben an Recht und Gesetz.

Viele Grüße,
angel
 
Alt 23.09.2007, 11:46   #12
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Zitat von sickness Beitrag anzeigen
schaut euch mal den film an. einer von mehreren von alex jones. die filme von dem regen alle zum nachdenken an...

http://www.infokrieg.tv/Terrorstorm.htm
Sehr interessant. Leider musste ich mir die synchronisierte Fassung am PC ansehen. Der Download des Films ist die englische Version. Weiss zufällig jemand, wo man die deutsch unterlegte Version ziehen kann?

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wallmann sen.
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Alt 23.09.2007, 16:15   #13
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http://www.infokrieg.tv/Terrorstorm.htm

mit rechtsklick---> ziel spieichern unter kommt normalerweise die deutsche version...
sickness ist offline  
Alt 24.09.2007, 08:18   #14
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Dort gibt es zwei Links. Der erste führt zu video.google.com, wo das Video in deutsch abgespielt wird.
Der zweite darunter führt angeblich zum deutschen .avi, doch die Download.Datei mit dem korrekten Namen ist nur 1,321 KB groß. ???

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wallmann sen.
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Alt 24.09.2007, 08:52   #15
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hmmmm, hast recht. dann musst du es über nen torrent saugen...
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Alt 24.09.2007, 13:37   #16
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Zitat von sickness Beitrag anzeigen
hmmmm, hast recht. dann musst du es über nen torrent saugen...
Was ist denn das?
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nickss ist offline  
Alt 24.09.2007, 14:21   #17
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hast pm...;)
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Alt 24.09.2007, 15:39   #18
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Standard Anschlagsplan aus dem schwäbisch-bayerischen Grenzgebiet

Anschlagsplan aus dem schwäbisch-bayerischen Grenzgebiet
(nach einem Bericht von Peter Mühlbauer 05.09.2007)
Widersprüchliche Aussagen darüber, wie weit fortgeschritten die Anschlagspläne der drei festgenommen Islamisten waren

Zwei der Terrorverdächtigen verfügen nicht nur über einen deutschen Pass – ihr "Migrationshintergrund" erstreckte sich lediglich auf den Kontakt mit anderen Islamisten. Der dritte, der Türke Adem Y., stammt nach Medienangaben aus Hessen. Als Anführer der Zelle gilt Fritz G. aus Ulm (nach anderen Angaben aus Neu-Ulm).

Bereits seit Silvester 2006 unter Beobachtung
Gegen die islamistische Zelle wurde bereits seit neun Monaten ermittelt. Am Silvestertag 2006 war der seit geraumer Zeit als Islamist bekannte Fritz G. aufgefallen, als er "auffallend häufig" um eine US-Kaserne in Hanau herumfuhr. Er und Adem Y. sollen sich Ende 2006 in Pakistan aufgehalten haben. Daniel S. besuchte dort angeblich im März 2006 ein “Terroristen-Ausbildungscamp”.

Festnahmen angeblich wegen “umnittelbarer Bedrohungslage”
Verteidigungsminister Jung im ARD-Morgenmagazin:
Zitat:
”...dass die Vorbereitungen so weit fortgeschritten waren, dass es eine "unmittelbare Bedrohungslage" gab.
Ziele unklar
Hieß es anfangs, dass die drei geplant hätten, am Frankfurter Flughafen und auf der pfälzischen US-Airbase Ramstein Anschläge zu verüben, so wurde diese Meldung nach und nach zurückgenommen, bis es schließlich am Mittag nur noch hieß, dass sich die Männer über mögliche Anschlagsziele gegen amerikanische Einrichtungen oder Orte, an denen sich viele Amerikaner aufhalten, "unterhalten" hätten.

Verbindungen nach Usbekistan - oder CIA-geförderte Restbestände?
Die drei sollen in Deutschland eine Zelle der "Islamic Jihad Union" (IJU) gegründet haben. Was klingt wie eine Mischung aus al-Quaida und einem CDU-Verband, ist in Wirklichkeit eine Abspaltung usbekischer Islamisten: Insgesamt kosteten die Anschläge der IJU seit 2004 47 Menschen das Leben. Anschlagsziele waren unter anderem die israelische und die US-Botschaft in der usbekischen Hauptstadt Taschkent.

Die Anfänge des usbekischen Islamismus gehen auf den Bürgerkrieg im Afghanistan der 1980er Jahre zurück. Etwa 100.000 sowjetische, arabische, philippinische und chinesische Islamisten ließen sich bereits seit 1982 bei den CIA-geförderten Mudschaheddin explizit deshalb ausbilden, um danach den Dschihad in ihrer Heimat weiterzuführen. Vor allem bei Islamisten aus der Sowjetunion sah man das auf Seiten der CIA durchaus gerne.

Von einem zündfähigen Sprengstoff noch meilenweit entfernt
Pressekonferenz in Karlsruhe: (wo man auf Jung ganz offensichtlich nicht sehr gut zu sprechen war
Zitat:
die Vorbereitungen waren in der "Anfangspha se".
Der Spiegel gab sogar eine Einschätzung von "Fahndern" wider, nach der die Männer mit den Chemikalien wahrscheinlich nur "experimentieren" wollten: Von einem "zündfähigen Sprengkörper" sollen sie "noch weit entfernt" gewesen sein.

Worin bestand diese “unmittelbare” Bedrohung?
Während es zuerst hieß, dass in der Wohnung eines der Verdächtigen Sprengstoff gefunden wurde, kam später heraus, dass es sich tatsächlich um ein angemietetes Ferienhaus gehandelt hatte. Neben militärischen Zündern hatten sich die drei mehrere hundert Kilo einer 35%igen Wasserstoffperoxidlösung beschafft und dort gelagert. Die Flüssigkeit war bereits im Vorfeld der Festnahmen von den Behörden heimlich mit einer 3%igen Lösung vertauscht worden. Wo liegt hier die unmittelbare Bedrohung, von der Jung sprach - und weshalb dann die voreiligen Festnahmen?

Die Bedrohung - allerdings die Bedrohung der Aktion lag wohl eher in Pannen der Ermittlungsbehörden
Laut Ziercke nahmen Fahnder des Bundeskriminalamts (BKA) und der Sondereinheit GSG 9 die drei Personen in einem Ferienhaus in Medebach-Oberschledorn an der Grenze von Hessen und Nordrhein-Westfalen fest. Angeblich hatte eine ungeplante Verkehrskontrolle die drei so nervös gemacht, dass sie kurz davor waren, ihren Standort zu wechseln.

Waffe entwendet - avanti Dilettanti!
Bei der Festnahme kam es zu einem Gerangel, wobei ein Polizist, dem die Waffe entrissen worden war, verletzt wurde. Neben der Festnahme der drei Tatverdächtigen fanden Durchsuchungen in etwa 40 weiteren "Objekten" statt.


"Ach wie guud, dass niemand weiß,
Dass isch auf das Grundreschd schei... -
Heute schreck' isch, morgen hack' isch -
Übermorgen...."*

Sch(r)äuble fordert die "notwendigen Mittel" für den "Wettlauf mit Verbrechern"
Prompt - fast wie dafür eingeleitet, meldete sich nach der Pressekonferenz von Ziercke und Harms in Karlsruhe Schäuble, der erst den Frankfurter Flughafen als Anschlagsziel (?) genannt hatte, auf Rückfragen aber eingestehen musste, dass dieser nur als "Teil des weltweiten Gefahrenraums" gefährdet sei und dass er das "auch aus Agenturmeldungen zitiert" habe.

Schäuble, der auf der Konferenz einen teilweise recht uninformierten Eindruck machte (so musste er beispielsweise lange in Unterlagen blättern, bis er mitteilen konnte, dass der Ursprung der IJU "usbekisch" ist), forderte neben "Strafandrohungen für Vorbereitungshandlungen" erneut die "notwendigen Mittel" für den "Wettlauf mit Verbrechern" und "Menschen, die schlimme Dinge im Schild führen".

War die Online-Durchsuchung rechtmäßig, Herr Schäuble?
Einer Reporterfrage zum möglichen rechtmäßigen Einsatz einer vor den gestrigen Festnahmen durchgeführten Online-Durchsuchung wegen "Gefahr im Verzug" wich der Innenminister mit Allgemeinplätzen aus und verwies darauf, dass "deutsche Dienststellen" sich an die "geltende Rechtslage" halten würden. Eine Auskunft, die insofern interessant ist, als er anfangs die Zusammenarbeit mit "ausländischen Partnerdiensten" ausdrücklich gelobt hatte, was auf die Möglichkeit einer Online-Durchsuchungen durch ausländische "Dienststellen" verweist.
(Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26130/1.html)

Hier deutet sich doch an, dass man die deutschen Grundrechte geflissentlich umgeht, in dem man “ausländische” Geheimdienste einschaltet, die eben auf andere Rechte zurückgreifen können. Werden wir demnächst “foltern” und “schnüffeln” lassen?

Fazit: Nach der Faktenlage, die so peu-à-peu durchsickert, kann davon ausgegangen werden, dass bereits die Überwachungsnetze der CIA unserer verschlafenen Bundesregierung über das BKA Informationen über die Aktivitäten der Dreier-Gruppe zugespielt hat. Das BKA wurde daraufhin tätig und überwachte die drei. Nachdem die drei merkwürdig “dusseligen” Jungs sich 13 Riesenkanister mit 35%iger-Wasserstoffperoxidlösung beschafft hatten, transportieren sie diese auffällig auf einer Art Pick-up durch die aufmerksamkeitserhöhte Schwabenland-Idylle, wo sowieso jeder “Fremde” von der ländlichen Bevölkerung sofort als auffällig bewertet wird. Ist das klug?

Nun ein bisschen Chemie für Unkundige:
------------------------------------------------------------------------------------
[sub]Wasserstoffperoxid (H2O2) ist eine blassblaue, in verdünnter Form farblose, weitgehend stabile Flüssigverbindung aus Wasserstoff- und Sauerstoff. Es ist etwas viskoser als Wasser, eine schwache Säure und gegenüber den meisten Stoffen ein sehr starkes Oxidationsmittel, das als solches heftig mit Substanzen wie z.B. Kupfer, Messing, Kaliumiodid reagiert und somit als starkes Bleich- und Desinfektionsmittel fungiert. (Blondinen und notorische Wäsche-Verfärber wissen das!)

In hochkonzentrierter Form ist es sowohl als Einzel- als auch als Komponentenraketentreibstoff einsetzbar.
35% Lösung ist frei verkäuflich
Da hochkonzentriertes (= nahezu wasserfreies) H2O2 instabil ist und spontan unter Explosion zerfällt, insbesondere wenn es mit Metallen in Berührung kommt, gelangt es normalerweise als maximal 35%ige Lösung in Wasser, die frei verkäuflich ist, in den Handel.

Für den Industriebedarf gibt es aber auch Konzentrationen vom 50% H2O2 in Wasser.

Bei Berührung mit über 20%iger Wasserstoffperoxidlösung können Verätzungen auftreten. Beim Umgang sind daher Schutzhandschuhe zu tragen.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffperoxid)[/sub]
-------------------------------------------------------------------------------------

Da das BKA die Kanister mit der 35%igen “Terror-Lösung” heimlich mit einer 3%igen umgefüllt haben will, kann man sich unschwer vorstellen, dass die Kriminaler-Experten mit reichlich viel Gummihandschuhen im Ferienhäusle zugange waren. Die Kanister auszutauschen wäre schwierig, weil die Original-Etiketten erhalten bleiben mussten, schätze ich mal. Also haben die Spezialisten 11 Kanister umgefüllt, 2 Kanister aber wohl - weil die Terroristen unverhofft zurückkamen - nicht mehr “umfüllen” können. Und das seit Januar!

Die “Terroristen” - und hier sieht man deutlich den Anfänger-Status dieser drei Jungs - haben weder den Austausch der Füllung noch den Einbruch in ihr Feriendomizil bemerkt. Worin liegt die vielbeschworene Gefahr solcher Amateure?

Man schafft die strahlend-blauen Kanister ins gemietete Ferienhäusel und sinnt nach optimalen Anschlagszielen. Derweil sitzen die Schnüffler in den Hecken - was der Bevölkerung sicher auch nicht ganz entgangen sein dürfte, zumal in ländlichen Gegenden eher selten ein Telekom-Auto vor dem gleichen Häusle steht - oder merkwürdig uneffiziente Straßenarbeiten zugange sind, die sich seit Januar hinziehen. Durch die dazugehörigen nichtinformierten Dorfpolizisten, die unbedingt eine Verkehrskontrolle bei den “fremden Feriengästen” durchgeführt - aber nix entdeckt - hatten, sind die “Terroristen” sicher beunruhigt gewesen, Anstalten zum Abreisen scheinen sie aber nicht gemacht zu haben.

Besorgter Vermieter: “I’ han mol äbe noh mei’m Häusle geseh’n...
Der Vermieter hat die Behörden informiert, dass die Jungs Kanister abgeladen und in sein schönes Ferienhäusle verbracht haben, deshalb wurde die Aktion abgebrochen - ebenfalls sehr dilettantisch, könnte man sagen.


Das Ferien-Häusle - Terroristen-Domizil

Sobald ein Einwohner der örtlichen Idylle Bescheid weiß oder nur etwas ahnt, kannste die ganze Tarnerei vergessen, das Ding fliegt früher oder später einfach auf, weil das Schwabenpöschdle funktioniert und die Dorfbevölkerung sich gegenseitig - übrigens weitaus effizienter als das BKA - informiert.

Die alte Masche - Angstmache ist zu allem gut
Wozu könnte also die ganze Aktion dienen? Na, vielleicht zum Manipulieren der Bevölkerung, die überall nun Gefahr wittern soll und zur schärferen Überwachung - ähm, nee - Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Terroristen ängstlich rufen soll, damit s’Schräuble, s’Merkel & Co. einen zukünftigen Freipass zum Überwachen der gesamten - demnächst gegen den Sozialabbau vermutlich revoltierenden Bürger-Mob (gegen uns) ganz “rechtmäßig” vorgehen kann, um das Unternehmertum und deren “Eigentum” schützen zu können.

Fakten:
- Wir sind im Krieg (mittlerweile an mehreren Fronten).
- Wir geben für Arbeit alle sozialen Errungenschaften auf.
- Wir wählen munter Parteien, als kleineres Übel.
- Wir haben keinen Einfluss auf die Maßnahmen unserer nicht gewählten Regierung.
- Wir himmeln unsere Führerin an - besonders die Medien.
- Wir haben eine gleichgeschaltete Presse.
- Wir haben ein Gefühl der Ohnmacht und “können eh nix dran ändern”.

Na, an welch düstere Zeit erinnert all das? Demnächst bauen wir statt Autobahnen unsere Rüstung wieder aus...

TIPP: Machen wir Deutschland wieder “gefährlich” - drehen wir doch einfach den Spieß um und informieren ausländische Presse und Kommunikationsplattformen, dass in Deutschland wieder so eine Art “Mobilmachung” im Gange ist, mal sehen, ob die nicht wieder alle Angst vor uns bekommen und das Ganze unterbinden.... hatten wir auch schon mal!

Friedliche 100%ige Lösungen gesucht von
Hartzbeat


__________
* Allen, die meine Zeichnungen mögen, gestatte ich deren Verwendung. Eine kommerzielle Verwendung schließe ich aus.
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Alt 24.09.2007, 18:32   #19
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Daumen runter Sicherheitspolitik: EU fördert europaweite Bürgerüberwachung

EU fördert europaweite Bürgerüberwachung
(Versuch eines Kommentars zum Bericht von Peter Mühlbauer 14.09.2007)

Durch milliardenschwere Subventionen sollen Überwachungsprogramme mit "sozial akzeptablen Lösungen hinsichtlich Bürgerrechten und Privatsphäre" entwickelt werden. Im neu eingerichteten "European Security Research and Innovation Forum" (ESRIF) sollen Politiker, Beamte, Lobbyisten, Geschäftsleute und andere "Stakeholder" Pläne diskutierten, die laut Skandalkommissar Günter Verheugen. "unsere Gesellschaften fundamental verändern" können.

Mit Sicherheit! Fundementale Veränderungen! Für uns vor allem.

Er und sein Kollege Franco Frattini von der Berlusconi-Partei Forza Italia stellten das Forum am symbolträchtigen 11. September vor, während die potentiell Betroffenen draußen demonstrierten - allerdings nicht gegen ihre Überwachung.

EU-Kommissar Verheugen:
Überwachungsstaat mit menschlichem Antlitz.
(Bild: europarl.europa.eu)

Devise: Reden wir immer drüber, dann werden es alle “schlucken”
Durch das Forum wolle man, so Verheugen, mit der Öffentlichkeit in einen "tragfähigen Dialog" über den "Preis" der Freiheit eintreten. Eine Wortwahl, die in mehrerlei Hinsicht passender war, als wahrscheinlich vom EU-Kommissar beabsichtigt.

Nicht demokratisch legitimiert
Ein Plenum von 50 bis 70 Personen soll eine "zufriedenstellende" Vertretung aller "Stakeholder" ermöglichen, die dann relativ abgeschirmt vom Lichte der Öffentlichkeit Pläne entwickeln und Gelder verteilen. Die Teilnehmer werden von den Mitgliedsstaaten nominiert, welche bisher freilich keine Anstalten machten, auch ernsthaften Überwachungskritikern Sitze einzuräumen. Doch selbst wenn dies noch geschähe, würde die deutliche Mehrheit in dem nicht gewählten und nicht demokratisch legitimierten Gremium, die dann auch den Vorsitzenden bestimmt, aus Politikern, Bürokraten und Industrievertretern bestehen.

Wir zahlen - ohne mitzureden!
In zwei auf jeweils sieben Jahre ausgelegten EU-Rahmenprogrammen ("FP7") sollen 2,135 Milliarden Euro Steuergelder an die "Sicherheitsindustrie" ausgeschüttet werden.

Wie und was wird erschnüffelt?
Insgesamt laufen derzeit 15 Projekte:

- ISOTREX (Integrated System for Online TRace EXplosives detection in solid and vapour state) soll eine Art automatischen Hund entwickeln, der Sprengstoff im Handgepäck erschnüffelt,

- BioTesting Europe (http://www.biotestingeurope.eu/) soll die biometrischen Merkmale in den EU-Pässen prüfen und standardisieren (da sonst "enorme Risiken hinsichtlich Effizienz, Sicherheit, und Bequemlichkeit" drohen würden),

- HAMLeT (HAzardous Material Localisation and person Tracking) sollen Systeme für das Aufspüren verdächtiger Personen in Menschenmengen entwickelt werden,
[sub]höchstverdächtig sind dabei: Forschungsgesellschaft für Angewandte Naturwissenschaften (FGAN) e.V (!). 53343 Wachtberg, Germany Contact: Dr. Wolfgang Koch Tel : + 49 228 9435 373; Fax :+ 49 228 9435 685; E-mail : HAMLeT@fgan.de und Partner: Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, 53757 Sankt Augustin; Rheinische Friedrich Wilhelms-Universität, 53012 Bonn; Università degli Studi di Udine, 33100 Udine (Italien); Wehrwissenschaftliches Institut für Werk-, Explosiv- und Betriebsstoffe, 85435 Erding.[/sub]

- STACCATO stellt sich als eine Art Sicherheitstechnologie-Marktforschungsinitiative dar.

- i-TRACS: Damit sollen Reisen, Kommunikationsvorgänge und Finanztransfers überwacht werden – mit "sozial akzeptablen Lösungen hinsichtlich Bürgerrechten und Privatsphäre".

- WATERSAFE zur Sicherung von Trinkwasser-Reserven “für die Öffentlichkeit”

- BODE (Biological Optical Detection Experiment) zur Überwachung und Sicherung vor biologischen und gefährlichen chemischen Mitteln (im Bezug Terroranschlägen),

- BIO3R (Bioterrorism Resilience, Research, Reaction) zur Abwehr bioterroristischer Angriffe;

- AEROBACTICS project (Assessment of the quantity, identity, viability, origin and dispersion of airborne micro-organisms for application in crisis management tools) zur Vermeidung von Angriffen mit Micro-Organismen, - Hui, schon das 3. Progamm hinsichtlich biologischer Waffen - die scheinen ja mächtig Angst vor sowas zu haben, was?!

- WINTSEC (Wireless INTeroperability for SECurity) zur Überwachung des Wireless-LAN-Netzes und deren Nutzer.

- CITRINE (Common Intelligence and Traceability for Rescues and IdentificatioN opErations) zur Überwachung und “Sicherung” von NGO’s (Nichtregierungsorganisationen) und Hilfsorganisationen - die bereits jetzt sagen, dass so viel “militärische Sicherheit” eher hinderlich bei ihrer Arbeit ist.

- GATE (Next Generation of Anti-Terrorist Financing Methods) zur Steuerung und Überprüfung der finanziellen Mittel terroristischer Vereinigungen - könnte auch zu anderen Zwecken missbraucht werden!

- SECURESME (Supporting Security Field SMEs in preparing RTD projects) will private Sicherheitsunternehmen zum Einsatz einbeziehen,

- EuroCop (the pedestrian Police Officer) zum Einsatz von “Fuß”volks-Polizisten als Abwehrer von Gefahren,

- STABORSEC zur Sicherung der europäischen Grenzen (Festung Europa!)
(Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26192/1.html)

weitere Details unter: http://ec.europa.eu/enterprise/security/index_en.htm
http://europa.eu/rapid/pressReleases...ce=MEMO/06/375

Es wird Zeit, sich Gedanken zu machen - denn die ham'se sich schon gemacht...

meint Hrtzbeat
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Alt 24.09.2007, 18:47   #20
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Frage Bundestrojaner - mögliche Folgen auch für E-Government

Elefanten im E-Government-Laden
(Auszüge aus einem Bericht von Twister alias Bettina Winsemann 03.09.2007)

Die Sommerposse um die Onlinedurchsuchung geht weiter. Politiker brillieren mit Schlagworten und mangelndem Technikverständnis, während die Folgen für das E-Government jetzt schon fatal sind.
Bisher weiß niemand so recht, was denn nun eine Onlinedurchsuchung sein soll, was aber insbesondere die Politik zur Zeit nicht daran hindert, sie vehement zu fordern.

Definiton “O.D.”
Die Definition der "O.D." geht dabei von einem
Zitat:
"während einer heimlichen Hausdurchsuchung ebenso heimlich angebrachten Keylogger", der Analyse eines außer Haus von der Zielperson benutzten USB-Sticks über "eine Art Spywareprogramm, das durch einen absichtlich liegen gelassenen schicken USB-Stick auf den Zielrechner gelangt" (somit also von der Zielperson selbst installiert wird), bis hin zur "Software, die online auf den Zielrechner aufgespielt wird".
Ähnlich absurd muten einige Begründungen zum Thema an. So forderte beispielsweise Bayerns Justizministerin Beate Merk (noch so’n Merkelwürdiges Wesen!) die Onlinedurchsuchung mit der Begründung:
Zitat:
Denn häufig stehen die Ermittler vor dem Problem, dass sie zwar wissen, dass verbotene Inhalte ins Netz gespeist werden, aber nicht, wo der Server genau steht.
Die eierlegende Wollmilchsau der IT-Branche
Für diejenigen, die die Onlinedurchsuchung vehement fordern, steht allerdings jetzt schon fest, dass diese Software die "eierlegende Wollmilchsau" der IT-Branche werden wird. Das Programm (egal ob Unikat oder nicht) wird nicht nur voraussichtlich alle technischen Abwehrmechanismen des Zielrechners überwinden, es wird auch sich selbst nach einiger Zeit wieder löschen, in der Zwischenzeit natürlich unentdeckt bleiben, letztendlich, gespeist mit Suchbegriffen wie Dateiendungen usw. gezielt suchen bzw. diese gezielt außer Acht lassen und dabei den Kernbereich der privaten Lebensführung der Zielperson nicht antasten.

Ergo wird es für die Software ein Leichtes sein, das private Sextagebuch wegen des Begriffes "Sex" dem Kernbereich der privaten Lebensführung zuzuordnen und es nicht anzutasten, es sei denn, es enthält nun statt des durch den Titel suggerierten Inhaltes einen Anschlagsplan.

Heiße Nacht und Sex
Wie eine Software es bewerkstelligen soll, dass der Satz: "Die geile Ines kommt morgen vorbei, es gibt also Sex. Wir werden uns eine heiße Nacht machen." nicht als Brandanschlagsplan gewertet wird (bzw. eben doch, so es um einen Brandstifter geht, der seine Anschlagspläne als Sextagebuch tarnt), wird allerdings nicht klar. Genauso wenig ist erkennbar, wie Ausschlusskriterien wie Dateinamen und bestimmte Endungen, Eigenschaften oder Attribute wie Zugriffdaten, Schlüsselwörter, bestimmte Verzeichnisse oder Dateien eines bestimmten Typs so umfangreich sein sollen, dass eine Verletzung des Kernbereiches weitgehend ausgeschlossen ist.

User tarnen ebenfalls
Vielfach werden z.B. private Daten, die sich mit den intimsten Gedanken beschäftigen, nicht automatisch unter einem aussagekräftigen Namen abgespeichert, so dass sich z.B. die Sexphantasien hinter einer harmlosen Datei wie "sonntag.doc" verstecken können.

Vielleicht herrscht bei einigen Politikern die Ansicht vor, dass z.B. die privaten GPG-Schlüssel automatisch die Dateiendung sec.asc haben müssen und insofern das "Wunderprogramm" natürlich nur nach sec.asc sucht, um dann gegebenenfalls verschlüsselte Mails abzufangen und unverschlüsselt weiterzusenden oder zu speichern. Dass die privaten Schlüssel in vielen Fällen fernab des privaten Rechners auf USB-Sticks gespeichert werden, ist anscheinend noch weitgehend unbekannt. Oder man glaubt, per Software dann auch auf den nur kurz mit dem Rechner verbundenen USB-Stick zugreifen zu können (unbemerkt natürlich).

Unabhängig von der Gesamtdiskussion um technische Machbarkeit und rechtliche Voraussetzungen, um die Definition der Onlinedurchsuchung und ihre Notwendigkeit, gibt es eine Randerscheinung der Debatte, welche erst seit relativer kurzer Zeit angesprochen wird: die Folgen für das E-Government in Deutschland.

Einer elektronischen Kommunikation werde ich nicht zustimmen
Frei nach dem Motto "Es darf bei der Diskussion keine Denkverbote" geben, fühlen sich Politiker derzeit anscheinend verpflichtet, jede Idee zum Thema gleich der Öffentlichkeit mitteilen zu müssen. Statt den zufällig liegen gelassenen USB-Sticks sind so zur Zeit die gefälschten Behördenmails, die den "Bundestrojaner" enthalten könnten, ins Gespräch gebracht worden. Wolfgang Wieland von B90/Grünen hat die Außenwirkung hierbei schon richtig eingeschätzt, wenn er sagt:
Zitat:
Wer Behördenpost als Träger von Spionageprogrammen einsetzt, untergräbt das Vertrauen in staatliche Emails. Die Bürgerinnen und Bürger werden sehr bald staatlichen Online-Angeboten misstrauen und z.B. ihre Steuererklärung nicht mehr online erledigen wollen. Auf diese Weise wird das Projekt 'Bund Online' zum Projekt 'Überwachung Online'. Das ist zynisch und kontraproduktiv.
Vertrauensmissbildende Maßnahmen
Was hierbei allerdings von Seiten Wielands noch durchschimmert, ist die Hoffnung, dass ein solcher Vertrauensverlust nicht schon eingetreten ist (bzw. sich gegebenenfalls durch Rücknahme der Idee noch verhindern lässt). Hierbei ist es auch für die öffentliche Aufmerksamkeit nicht von Belang, wie Ende des Jahres das Bundesverfassungsgericht über die (geheime) Onlinedurchsuchung entscheiden wird.

Für Entwicklungen wie E-Government 2.0. ist die Debatte hinsichtlich der Onlinedurchsuchungen jedenfalls fatal. Für das E-Government aber ist Vertrauen in den Bund und seine Software sowie in die Kommunikation notwendig. Die vorschnell geäußerte Idee, hier im "Sinne der Sicherheit" dieses Vertrauen auszunutzen, um geheime Software auf Rechnern zu installieren, von denen niemand weiß, was sie bewirkt und welche weiteren Schäden sie verursachen kann (die Exploit-Problematik sei hier nur kurz erwähnt), hat diesem Projekt den Todesstoß versetzt, noch bevor es wirklich lebendig wurde.

Neulich - im Testlabor belauscht... Experten-Gespräche*

Die zunehmend von fehlendem technischen Fachwissen geprägte Debatte bestärkt in der Idee, dass der "Trojaner" laienhaft programmiert sein und somit gegebenenfalls auch unbeabsichtigt Sicherheitslücken entstehen könnten.
Es wird lange dauern, bis auch nur ein entferntes Vertrauen in staatliche Software und Entwicklungen wie die Gesundheitskarte oder die elektronische Steuererklärung wieder hergestellt ist. Da aber noch nicht einmal ein Bewusstsein für diese Flurschäden vorherrscht, steht eher zu befürchten, dass bis zum Urteilsspruch des Bundesverfassungsgerichtes (mindestens) durch die Apologeten der Onlinedurchsuchung noch weiterer Schaden in Bezug auf das Verhältnis zwischen Staat und Bevölkerung angerichtet wird.

Das Vorgehen von Politikern, BKA und Verfassungsschutz beim heiklen Thema der Onlinedurchsuchung erinnert an den Elefanten, der, nachdem er versehentlich mit dem Rüssel eine einzige kleine Porzellanfigur umwarf, nun durch den Laden trottet um sich zu entschuldigen wobei er eine Spur der Verwüstung hinterlässt.

(Quelle:http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26109/1.html)

Möglicherweise ist die Wirkung “Verunsicherung der Volksmasse” wirksamer als letztlich der Einsatz des Trojaners selbst...

denkt sich Hrtzbeat


_____________
* Allen, die meine Comics mögen, sei die Verwendung gestattet. Kommerzielle Verwendung schließe ich jedoch aus.
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Alt 25.09.2007, 14:17   #21
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Frage Sicherheitspolitik: Projekt "Heimatschutz" zu Kapitalschutzzwecken?

Heimatschutz zur Luft, See und auf dem Land
(aus einem Bericht von Detlef Borchers)

Der 7. Hamburger Sicherheitstag widmete sich der Frage, wie Unternehmen auf Bedrohungslagen reagieren sollen. Unter dem Titel "Innovative Sicherheitslösungen für Produktion und Transport" wurde der Aspekt der Homeland Security in den meisten Referaten in den Vordergrund gestellt.

Der Reigen der Verantwortlichen
Nach der Eröffnung des Sicherheitstages durch den Hamburger Innensenator Udo Nagel begann der Reigen der Industriereferate mit der Sicherheit in der Produktion.

Etwas überraschend widmete sich Jörg Kieneke von der Hamburger Beiersdorf AG sich nicht den Chemikalien oder Produktionsprozessen der Cremes und Schönheitswässerchen, sondern der Frage, wie der Konzern Betrügereien auf ibääh aufdeckt.

WARNUNG an alle ibääh-Kunden! +++ WARNUNG an alle ibääh-Kunden! +++

Produktsicherung - nicht Heimatschutz im Vordergrund?
Beiersdorff speichert dabei automatisch alle Auktionen, in denen Produkte des Hauses auftauchen und wertet diese Mitschnitte mit i2 aus. Bei verdächtigen Auktionen bietet man mit, um das Beziehungsgeflecht der Betrüger aufzudecken, die mit zahlreichen Tarnadressen und Kontoverbindungen arbeiten. Auf diese Weise wurden Mitarbeiter im Regionalvertrieb oder auch Arbeiter in einem Entsorgungswerk enttarnt, die Fehlchargen nicht vernichten, sondern auktionieren. Besonders ärgerlich waren Kieneke zufolge untreue Logistik-Dienstleister, die neue Artikel noch vor der Markteinführung verkauften und damit einen großen Schaden produzierten. Ärgerlich sei aber auch, dass Ermittlungsbehörden nicht verstünden, dass bei kurzfristigen Auktionen immer "Gefahr im Verzug" (määäp WORT-Warnung! Immer wenn dieser Begriff auftaucht besteht die Gefahr lediglich für unsere Grundrechte.) bestehe und schnell gehandelt werden müsse.

Güterschutz statt Heimatschutz
Manfred Selinger, Sicherheitschef bei TNT Express, erklärte, wie sich in der Logistik eines Expresskuriers der TAPA-Standard (Transport Asset Protection Association) als besonders nützlich erwiesen hat. Er schreibt unter anderem die Einzäunung oder die Videoüberwachung von Gebäuden und Verladezonen fest, die Selinger zuvor vergeblich von seinen Vorgesetzten gefordert hatte.

Als Vorstandsmitglied der europäischen TAPA-Vereinigung warb Jürgen Kempf, Sicherheitschef der Firma Tech Data, für die Standards, die sich nach der Operation GRAFTON in Europa etablieren können. Ganz nebenbei gab er einen Einblick in das Geschäft, Computer, Drucker und LCD-Schirme zu Großmärkten und Computerhändlern zu transportieren. Täglich sind Waren im Wert von 9 Millionen Euro unterwegs, im Jahr werden 225.000 Paletten mit Computertechnik bewegt.

Videoüberwachung in den Lagern der Betriebe - Heimatschutz?
Dabei setzt Tech Data mit Zustimmung des Betriebsrates (!) auf eine umfassende Videotechnik. Bis zu 30 Videokameras filmen in den Lagern von Tech Data die Palettierung und Bereitstellung für die Transportunternehmen. Alle Bilder werden nach Palettennummer und Auftragsnummer in einer Datenbank gespeichert, um bei einer Verlustanzeige minutengenau mit der erwähnten i2-Software den Weg einer Palette verfolgen zu können. Dass damit Verluste nicht völlig auszuschalten sind, liegt Kempf zufolge an den immer brutaler werdenden Überfällen auf die LKW-Transporter.

Polizeieinsatz als Schützer von Privateigentum der Unternehmen
Sehr allgemein berichtete Dieter Baierle von Railion Deutschland über den Schutz vor Anschlägen auf Eisenbahnen, Trassen und Hochspannungsleitungen. Als besonders wichtig nannte er die Ordnungspartnerschaft mit der Polizei, die dazu geführt hat, dass neben den 2800 Einsatzkräften der Bahnpolizei 6000 Beamte der Bundespolizei eingesetzt werden. Dass an den Servicepoints der Deutschen Bahn zunehmend Bundespolizisten eingesetzt werden, habe entscheidend zur Steigerung des Sicherheitsgefühls beigetragen. Unter Verweis auf die Entdeckung der Kofferbomber will die Bahn weitere 5 Millionen Euro in Überwachungskameras investieren.

Auf allen Gütern funkt ein Chip
Henner Meyer von Hapag Lloyd beschäftigte sich damit, wie es nach der erfolgreichen Durchführung des Projektes "SOLAS geht an Land" (Umsetzung des ISPS-Codes durch die Hamburger Sicherheitskommission) weitergeht. Wichtig ist seiner Ansicht nach der Ausbau des Containers als "Safety Device" mit RFID-Siegeln und RFID-Sendern sowie mit GPS-Empfängern auf LKWs und Zügen, die sofort Alarm schlagen, wenn sich jemand am Container zu schaffen macht.

Illegale Luftracht ermitteln
Dass all diese Anstrengungen leicht ins Leere laufen können, verdeutlichte Jürgen Bohne von Airport go ahead am Beispiel der Luftfracht und der Rechtsfigur des "bekannten Versenders". Es sei ein Trauerspiel in mehreren Akten, wenn Sicherheitsfirmen in aller Welt Konzepte entwickeln, dass nichts geklaut wird, aber kaum Maßnahmen für den Fall parat haben, dass etwas illegal hinzugefügt wird. In diesem Sinne ist für Bohne nicht nur die Abwicklung der Luftfracht, sondern auch die Arbeit mit Containern vor ihrer Verplombung die Achillesferse der bisher entwickelten Antiterror-Maßnahmen.
(Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/96227)

Mein Fazit: Das harmlos wirkende Wort “Heimatschutz” führt hier offensichtlich eher in Richtung “Kapitalschutz” und kommt höchstwahrscheinlich nicht unbedingt uns allen zugute, zumal die Sicherheitsmaßnahmen meist noch vom normalen Steuerzahler bezahlt werden müssen... warum das dann unterstützen?

fragt sich Hrtzbeat
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Alt 25.09.2007, 14:31   #22
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Frage Wer ist von Online-Durchsuchungen betroffen?

Von wegen 99,9 % sind von Online-Durchsuchungen nicht betroffen
(aus einem Artikel vom Peter Mühlbauer 11.09.2007)
Fahndungsdetails zu den drei letzte Wochen festgenommenen mutmaßlichen Terroristen legen nahe, dass die Online-Durchsuchung potentiell alle trifft, die WLAN oder Windows nutzen.

Angeblich völlig harmlos
Um die angebliche Harmlosigkeit der geplanten Online-Durchsuchung zu belegen, verweist BKA-Chef Ziercke immer wieder gern darauf, dass angeblich 99,9 % der Bevölkerung gar nicht von dieser Maßnahme betroffen wären. In Wirklichkeit ist jeder, der WLAN und/oder ein Windows-Betriebssystem nutzt, potentiell einem erheblichen Risiko ausgesetzt - auch und gerade wenn er kein Terrorist ist. Und das, was die Behörden bei Personen, von denen sich später herausstellt, dass sie keine Terroristen sind, über Unregelmäßigkeiten beim Steuernzahlen, beim Kopieren von Medien oder an justiziablen Aussagen über Politiker finden, kann potentiell zu Strafverfahren führen.

Blondierungsmittel und Internet-Café
Laut Informationen der Süddeutschen Zeitung nutzten die drei Blondierungsmittelbomber neben Internet-Cafés auch Wireless-LAN-Netze und versandten von dort aus Emails an Terroristen in Pakistan, was dazu führte, dass die IP-Nummern von Personen, die mit den gewaltbereiten Islamisten gar nichts zu tun hatten, ins Visier der Fahnder gerieten. Die Pressestelle des BKA dementiert dies nicht, schweigt aber eisern zu allen Details.

Welche Überwachung kann mich als User treffen?
Welche Überwachungsmaßnahmen für die Inhaber der Internet-Anschlüsse angeordnet wurden (Email-Überwachung? Telefonüberwachung? Wohnraumüberwachung?) und wie lange diese dauerten? Dazu schweigt das BKA ebenso wie zur Frage, ob die WLAN-Nutzer wegen anderer Delikte, für die sich zufällig Anhaltspunkte fanden, belangt wurden. Das Strafrecht ist mittlerweile derart mit schwammigen Delikten überfrachtet, dass sich bei mehrtägiger Überwachung einer Durchschnittsperson mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar mehrere Straftaten konstruieren ließen.

"Dumme Sau" am Telefon - ein Verfahren am Hals?
Potentiell reicht es für ein Verfahren, wenn zum Beispiel jemand seinen Sachbearbeiter am Finanzamt beim Telefonieren mit der Ehefrau eine "dumme Sau" nennt oder wenn er einer anderen Person einen Tipp für die Steuererklärung gibt (und sich damit eines Verstoßes gegen das Rechtsberatungsgesetz schuldig macht). Ob solche Taten dann verfolgt werden, ist eine andere Frage. Der Überwachte aber ist erst einmal potentiell den Launen der Bürokratie ausgeliefert.

Wie ist das - wenn man generell “verdächtigt” wird?
In den 1970ern (RAF-Fahndung) mussten Menschen, die andere Leute zeitweise bei sich in der Wohnung aufnahmen, fürchten, in die Fahndungsmühlen zu geraten. (Die paranoide Stimmung, die dadurch entstand, behandelten unter anderem Rainer Werner Fassbinder in seinem Beitrag zum Episodenfilm "Deutschland im Herbst" und Heinrich Böll in seinem Roman "Die verlorene Ehre der Katharina Blum"). Heute ist nicht einmal ein bewusster Kontakt zu einer anderen Person nötig. Jeder, der WLAN nutzt, kann sehr schnell in die Situation geraten, dass jemand seinen Internetanschluss heimlich nutzt – und ihm in Folge dessen ein Online-Trojaner untergeschoben wird. Der findet dann zwar keine Terrordaten, aber vielleicht etwas zu Taten, die allgemein unter dem Begriff "Kavaliersdelikte" laufen – zum Beispiel zur heimlichen Entgegennahme eines Geldkoffers für eine schwarze Parteikasse.

Passende Passwörter
Potentiell betroffen sind vor allem unbedarfte Nutzer, die Provider für "anders Begabte" und Standard-Passwörter wie "kaisicher" nutzen. Aber auch eine Verschlüsselung des WLAN-Verkehrs hilft gegen eine Nutzung durch Dritte nur sehr wenig: Mit Software wie Aircrack lassen sich die üblichen WLAN-Verschlüsselungen ohne großen Aufwand knacken,

Windows-Nutzer - offene Fenster zum Reingucken
Zu den gefährdeten WLAN-Nutzern hinzu kommt jeder, der ein potentiell unsicheres Windows-Betriebssystem nutzt. Microsoft gibt keine Daten zu den Windows-Installationen in Deutschland heraus. Schätzungen zufolge liegen sie aber auf jeden Fall deutlich im zweistelligen Millionenbereich. Ähnlich verhält es sich mit privaten WLAN-Routern: Allein sie dürften wesentlich mehr als die 0,1 % oder (immerhin) 82.310 Menschen ausmachen, die laut der Aussage Zierckes potentiell betroffen waren.

Mac mit Macken und bei Linux auch nix sicher
Aber auch in GNU/Linux, Mac OS und FreeBSD werden immer wieder Sicherheitslücken entdeckt, die potentiell eine Übernahme des Rechners ermöglichen, so dass sich eigentlich nur Nutzer von OpenBSD und GEOS relativ sicher fühlen können – natürlich nur, solange sie kein WLAN nutzen.
(Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26165/1.html)

Im Buch der "Offenbarungen" lesend...
und alle, die sich nicht so offenbaren wollen
grüßend

Hrtzbeat
Hartzbeat ist offline  
Alt 25.09.2007, 14:37   #23
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Frage Werden WIR bereits überwacht - und zahlen sogar noch dafür?

Telecombranche fordert höhere Entschädigung für Telefon-Überwachung
Die deutsche Telekommunikationsbranche sieht sich durch die zunehmende staatliche Überwachung von Telefonanschlüssen belastet. Die Kosten für die Ermittlung und Speicherung von Telefondaten seien deutlich gestiegen, teilte der Branchenverband VATM mit.

40.000 Telefonüberwachungen in 2006
Die Kosten summierten sich jährlich auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Nach Verbandsangaben wurden im vergangenen Jahr 40.000 Überwachungsmaßnahmen durchgeführt, 2002 seien es noch 25.500 gewesen.

Die bisherige Entschädigung in Höhe von 17 Euro pro Stunde decke nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten, sagte VATM- Geschäftsführer Jürgen Grützner. Bei einem für Donnerstag geplanten Treffen mit Bundesjustizministerin Brigitte Zypries und Vertretern des Wirtschaftsministeriums wolle der Verband daher auf eine höhere Vergütung drängen. Ein Sprecher summierte die tatsächlichen Kosten auf 170 bis 200 Euro pro Stunde.
(dpa/jk/c't unter: http://www.heise.de/newsticker/meldung/95888)

Sehr amüsant, dafür ham die Geld bzw. vielleicht noch nicht genug - und wir zahlen das dann auch noch...
Hrtzbeat
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Alt 25.09.2007, 15:24   #24
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Blinzeln Bundestrojaner - wie funktioniert der?

Fritz, der Trojaner
(frei nach einer Satire von Werner Lutz)

Hallo, ihr Youser
mein Name ist... sagen wir mal Fritz. Ich bin ein Trojaner. Allerdings kein gewöhnlicher. Nein, ich bin ein Bundestrojaner. Für meine Viruskollegen, die meistens nur im kommerziellen Auftrag unterwegs sind, habe ich nur ein verächtliches Schulterzucken übrig.

Im offiziellen Amtsdeutsch heiße ich DXY/14ql035VS.de. Darauf bin ich stolz, denn die Bezeichnung VS bedeutet, dass ich in jahrelanger Arbeit – eben vom Verfassungsschutz – gezüchtet wurde. Während meine Großeltern noch richtige menschliche Schlapphüte waren und bei Wind und Wetter herumspionierten, bewegt ich mich ausschließlich als unscheinbarer Mailanhang durch die deutschen Computer. Nein, nicht nur durch einige, sondern durch alle. Und das darf natürlich keiner wissen. Außer mir und meinen Chefs.


Fritzens Arbeitsweise
Viel dazu brauche ich übrigens nicht. Ein wenig Strom und eine freie Datenautobahn genügen mir völlig. Über Firewalls kann ich nur lachen. Jeder PC steht mir heute offen wie ein Scheunentor - Windows, wie der Name schon sagt, ein offenes Fenster für mich.
Und was mache ich dann? Ja, ich sortiere eigentlich erst mal aus. Ich habe nämlich so ein kleines Handgepäck dabei, eine Art Bagpack - Rucksack, in dem sich mehr als 40.000 Begriffe befinden, die staatsschützerisch einfach suspekt sind. Zum Beispiel “Frieden”. Höchst verdächtig. Oder ”sozial”. Oder “Demokratie”. Da klingeln bei mir alle Virusglöckchen. Frieden, Soziales und Demokratie sind bekanntlich höchst verfassungswidrig. Nun ja, das ist erst einmal nichts Neues, das war schon immer so. Jedenfalls fange ich dann sofort an, gründlicher zu schnüffeln. Wer so etwas auf elektronischen Dateien herumliegen hat, muss ein “Politischer” sein und ist für mich - rein arbeitstechnisch, versteht sich - sofort ein „Objekt“. Bei dem handelt es sich nicht nur um so einen kommerziellen Ibääh-Ramscher.

Arabische Schriftzeichen sind übrigens auch suspekt. Wenn ich so etwas aufspüre, werde ich immer gleich ganz aufgeregt. Da setze ich mich sofort im Rechner fest, da kenne ich nix. In jeder elektronischen Kasse einer besseren Döner-Bude bin ich zuhause und passe auf, was so konsumiert wird. Oder was man sich so erzählt.

Datennutzung
Tja, und was passiert dann mit solchen, die mir suspekt vorkommen? – Zunächst werden sie natürlich alle angezeigt. An meine Chefs. Zur flächendeckenden Registrierung, versteht sich. Und die überlegen dann, wie es weitergeht. Ob ich mich einnisten soll, oder ob ich gar etwas zerstören darf (ganze Festplatten mag ich am liebsten), oder ob jemand benachrichtigt werden muss, wie der Arbeitgeber des Objekts oder der Wohnungsvermieter.

Schön übersichtlich alles
Hauptsächlich geht es allerdings darum, dass alles schön übersichtlich wird für den Staat. Übrigens kann ich auch sehr diskret sein, wenn ich will. Wenn ich zum Beispiel aus Langeweile einmal bei meinen Chefs im PC herumstöbere, an irgend so einem grauen Virustag, wo eh’ nichts los ist, und ich finde zufälligerweise höchst seltsame Dateien - also irgend etwas mit Nazis oder komische Überweisungen oder Kinderpornographie. – Ja, da kann ich sehr verschlossen bleiben. Schließlich sind es ja meine Chefs...

Elektronische Gesundheitskarte
Zur Zeit kriege ich wieder eine interne Schulungsmaßnahme. Jetzt soll die neue elektronische Gesundheitskarte raus, und da werde ich natürlich auf jeder dick drauf sitzen. Momentan wird noch ausprobiert - aber das darf eigentlich keiner wissen - wie ich über diese Karte und eine Injektion in den menschlichen Körper gelange. Aber das ist noch ein wenig Zukunftsmusik, da will ich noch nichts drüber sagen.

Also, bis dann. Wir seh'n uns sicherlich - pardon, ihr mich natürlich nicht,
aber ich euch... dem"next" auf euren PC's

Euer Fritz.


(Quelle: http://www.einheiztext.de/)

Na dann sorge ich mal hier dafür, dass sich Fritz auf Arbeit nicht so langweilt, was?: Frieden, Frieden auf Erden, friedliche Idylle, Demontage, Demokrit, Demokratie, sozial, soziale Marktwirtschaft, Sozialgesetzgebung, Sozia, Sozius, sozusagen... und obendrauf in freundliches mukiæ}æ'm 'ha}}aS.

Bedankt sich für Fritzens Auskunft
Hrtzbeat
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Alt 26.09.2007, 17:16   #25
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Frage Mehr Überwachung für's Volk - weniger für die Regierung?

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(Grundgesetz Art. 3 Abs. 1)

Versuch (m)eines* Kommentars
zum Artikel “Überwachung? Mehr oder weniger...von Twister (Bettina Winsemann) am 22.09.2007 unter http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26242/1.html

Die Autorin berichtet über die Anhörung im Rechtsausschuss zum Thema "Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen" und darüber, dass einerseits die Bürokratie zur Überwachung der Bevölkerung vorangetrieben wird, andererseits bei der Kontrolle der staatlichen Überwachung plötzlich wieder “verschlankt” werden soll.

Ein Mythos wird heraufbeschworen
Dabei zitiert sie auch Klaus Rogall (Rechtsprof. FU Berlin), der die Telekommunikation nicht zu - (neusprechend) “Safe Harbours” - “sicheren Häfen” für Verbrecher werden lassen möchte. Rogall hielt auch die Durchsuchungen vor dem G8-Gipfel für nicht überzogen. Er negiert bzw. versucht, mit seiner Aussage, dass gerade der private Bereich für Verbrechen genutzt wird, die Festlegung des Bundesverfassungsgerichts “Kernbereich der privaten Lebensführung” zu demontieren.

Mit dem Beschwören solch’ fantastischer Piraten- und Verbrecherbuchten beleidigt er mich persönlich - insbesondere meine Fähigkeit, gerade mal 1+1 zusammenzählen zu können.

“Wenn jemand nichts zu verbergen hat, kann ihn das sicher nicht stören!”
- so macht man Unsichere und Dumme bereit, sich diesem Ding anzuschließen. Auch die Ansicht Rogalls, das Bundesverfassungsgericht nicht immer als "Gewährsmann" sehen dürfe, weil dieses Gericht ja auch "falsche Entscheidung fälle", halte ich für höchstbedenklich. Wird diese Institution in Zukunft auch eingeschränkt, weil es Fehler macht, deshalb ebenso als Sicherheitsrisiko gewertet wird - oder was soll sonst diese Bemerkung Rogalls?

Folgen - die Sache mit dem kleinen Finger
Klar ist, dass sich die Verantwortlichen, die sich solchen Forderungen verschreiben, sich sicher auch wieder nicht nur mit Kontrolle beim “Telefonieren” begnügen werden. Stichworte: Aufhebung von Kryptographie, Steganographie und andere Verschlüsselungsformen. Und prompt kommt die nächste Forderung: Diesmal aus Hannover vom Oberstaatsanwalt Ralf Günther. Dieser forderte die Online-Überwachung, um Überwachungslücken z.B. bei Benutzung von verschlüsselter Internettelefonie zu verhindern. Kurz: sichere Privatsphäre gleich Überwachungslücke! Somit wird alles, was uns sichert für diese Leute zur Lücke, in der sie nicht Bescheid wissen und bisher kaum Kontrolle haben.

Zählt man alles zusammen - führte das bereits mehrfach in der Historie zum Disaster. Diktaturen beginnen gemeinhin so - früher wurden nur andere Medien blockiert. Das Ganze wird nur harmlos formuliert und hat reichlich Polster durch unsere “geglaubte” Demokratie und dem Blanko-Scheck dieses Glaubens, dass wir Bürger diesen “Volskvertretern” immer wieder durch Wahl ausstellen. Wie man sieht, hat derweil Rogall bereits das Bundesverfassungsgericht ebenfalls auf dem “Monitor”.

Woanders aber bitte weniger Kontrolle!
Jeder kann sich gleich denken, wo - sofern man 1+1 zusammenzählen kann.
Nämlich dort, wo sich der Staat kontrolliert fühlt bzw. nicht kontrolliert werden will. Alter Hut! Der Nürnberger Generalstaatsanwalt Roland Helgerth klagt über Benachrichtigungs- und Statistikpflichten (lästig!). Helgerth befürchtet eine Vielzahl “querulantischer” Klagen und Anträge, daher sei das Ganze nicht mehr handhabbar. Vielleicht sollte man hier besser mehr Arbeitsplätze für Staatsanwälte schaffen, statt Grundrechte einzustreichen und überforderten Generalstaatsanwälten Recht zu geben?
Desweiteren wäre zu fragen, warum es plötzlich so viele Klagen gibt - und vielleicht auch auffällig viele sog. "Querulanten"?

Die Regierung selbst plant, die Jahresstatistik zur Telefonüberwachung abzuschaffen (Begründung: erhöhte Transparenz!). Durch Verdrehung der Fakten, d.h. Neusprech erhofft man sich, dass es keiner bemerkt. Aus “Transparenz, die eine Statistik zahlenmäßig schafft” wird durch Abschaffung dieser, einfach “erhöhte Transparenz” - wie soll das gehen? Wie kann es etwas besser und mehr werden, wenn man es abschafft?

Bürokratieabbau - ganz schön verwässert
Demnächst soll auch die weitgehende Überwachung des Verkaufs von Sodawasser, Zitronensäure oder Aceton (kein Witz!) durchgesetzt werden - hier wird Bürokratie wieder munter aufgebaut. Bei einer Kontrolle der Überwachungsinstanzen sind jedoch plötzlich der Abbau und Zeitersparnis so wichtig. Sehr widersprüchlich!

b]Forderung: Überwachung der Überwachung beim Datensammeln[/b]
Warum schließen wir uns nicht der Gesellschaft für Informatik (GI) für eine stärkere Kontrolle der Daten und Überwachungstechnologien an? Die hat zur Überwachung unverdächtiger Personen folgendes gefordert:
Zitat:
- eine leicht erkennbare Kennzeichnung überwachter Räume und Plätze,
- öffentliche, kostenlose Datenbank aller Datensammlungen, die zur Überwachung und Identifizierung angelegt worden sind mit Beschreibung des Zwecks der Überwachung,
- ein Adressfeld wo Betroffene den direkten Kontakt mit dem zuständigen Leiter einer Überwachung benutzen können.
- Einbau wirksamer Sicherheitsmechanismen in Überwachungssysteme, die wiederum von unabhängigen Stellen bewertet und getestet werden sollen.
- Stärker auf die gebotene Trenung beim Sammeln personengebundener Daten zu achten.
(Quelle: Vollständiger Artikel von Detlef Borchers/ jk/c't unter http://www.heise.de/newsticker/meldung/93558)

Das Memorandum zur Identifizierung und Überwachung von Bürgern (als PDF-Datei unter http://www.heise.de/newsticker/meldung/93558 downloadbar)


Wäre doch mal ‘ne Gegenalternative zu den Sch(r)äubleschen Forderungen?...
fragt sich Hrtzbeat*
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