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Alt 30.01.2014, 06:59   #1
wolliohne
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Standard Umfrage: Nicht mal jeder Dritte will bis zur Rente voll arbeiten


  1. Die Ergebnisse der Studie sind bemerkenswert. Nur 28 Prozent der Beschäftigten von 45 bis 60 Jahren wollen bis zum gesetzlichen Rentenalter voll erwerbstätig bleiben. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK (Gesellschaft für Konsumforschung), die am Dienstag in Frankfurt am Main vorgestellt wurde. Damit zeigt sich, wie unterschiedlich sich Beschäftigte und Unternehmen den Übergang in die Rente vorstellen. Denn die Arbeitgeber gehen laut Umfrage davon aus, dass 61 Prozent ihrer Mitarbeiter bis zum Schluss ganztags arbeiten.
    “In den kommenden Jahren steht die Arbeitswelt vor einer historisch einmaligen Herausforderung”, sagte Stefan Becker, Geschäftsführer der Initiative Beruf und Familie. Die Gesellschaft, eine Tochter der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, hat die Umfrage mit dem Titel “Arbeit und Alter” in Auftrag gegeben. Denn mit den geburtenstarken Jahrgängen erreichten bis 2029 rund 20 Millionen Menschen das Rentenalter. Für die Umfrage wurden je 500 Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Zeit vom 6. bis 11. November 2013 befragt. Der Studie zufolge will etwa jeder vierte Befragte (26 Prozent) in den letzten Jahren vor der Rente nur noch in Teilzeit arbeiten. Ungefähr jeder Dritte (34 Prozent) möchte zwar bis zum Schluss voll arbeiten, aber vorzeitig in Rente gehen. Acht Prozent der Beschäftigten geben hingegen an, auch nach dem gesetzlichen Renteneintrittsalter noch ganz oder in Teilzeit arbeiten zu wollen. Drei Prozent der Arbeitnehmer streben eine reduzierte Erwerbstätigkeit vor und nach Beginn ihrer Rente an.
    Quelle: SPON Anmerkung JK: Da verfasst einer eine neoliberale Propagandastudie und sofort wird eine Pressemeldung daraus. “Denn die Arbeitgeber gehen laut Umfrage davon aus, dass 61 Prozent ihrer Mitarbeiter bis zum Schluss ganztags arbeiten.” Hier darf herzlich gelacht werden! Die Frage ist natürlich was Schluss meint? Heißt Schluss die Mitarbeiter arbeiten eben bis für sie Schluss ist, weil sie nicht mehr können und ausgebrannt sind? Das passiert ja in Zeiten von immer weiter steigender Arbeitsbelastung und Arbeitsverdichtung immer häufiger, immer früher und weit vor 65. Und welches Unternehmen beschäftigt noch Menschen mit 60 und älter, wenn man ab 46 schon als schwer vermittelbar gilt? Wie hoch ist denn die aktuelle Beschäftigungsquote der Menschen zwischen, sagen wir einmal 58 und 65? Dümmer geht es einfach nicht mehr.
    Anmerkung JB: Umfragen wie diese sind ohnehin nur dann etwas wert, wenn man den Fragetext vorliegen hat. Gerade bei diesem Thema hängt die Antwortwahrscheinlichkeit ungemein von der Fragestellung ab. Und da die Umfrage von einer arbeitgebernahen Lobbyorganisation in Auftrag gegeben wurde und von der „Quatschbude“ GfK ausgeführt wurde, kann man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass hier mit Suggestivfragen gearbeitet wurde, um ein „passendes“ Ergebnis zu bekommen.
  2. Arbeitslosengeld ist die Ausnahme
    Mehr als zwei Drittel aller Menschen ohne Arbeit waren in Deutschland im Dezember 2013 auf Hartz IV angewiesen, nur noch jeder Dritte erhält Arbeitslosengeld I. Vor allem in Städten mit hoher Arbeitslosigkeit hat die Arbeitslosenversicherung drastisch an Bedeutung verloren. Das ist besonders in den Ruhrgebietskommunen so: In Duisburg werden nur noch 19,7 Prozent der Betroffenen Leistungen nach dem SGB III gewährt, in Dortmund sind es 18,2 und in Oberhausen 15,8 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) anhand von Daten der Bundesagentur für Arbeit.
    „Über das Arbeitslosengeld abgesichert zu sein, ist damit eher zur Ausnahme geworden, obwohl es eine Versicherungsleistung ist, für die man Beiträge gezahlt hat. Stattdessen ist es nun die Regel, dass Betroffene das fürsorgeförmige, bedürftigkeitsgeprüfte Arbeitslosengeld II erhalten und durch die Jobcenter betreut werden“, erläutert Prof. Dr. Gerhard Bäcker die Zahlen.
    Seit 2005 ist der SGB II-, also der Hartz IV-Anteil, bundesweit von 57 auf jetzt 67 Prozent gestiegen; in Nordrhein-Westfalen liegt er mit 73 Prozent überproportional hoch. Sechs Kommunen überschreiten die 80 Prozent: Duisburg (80,3 %), Herne (80,4 %), Dortmund (81,8 %), Essen (82,1 %), Gelsenkirchen (83,7 %) und Oberhausen (84,2 %). Lediglich Mönchengladbach ist die einzige Stadt außerhalb des Ruhrgebiets, in der der Hartz IV-Anteil mit 78,5 % annähernd so hoch ist wie im Revier.
    „Die Arbeitslosenversicherung begrenzt sich damit auf einen besser gestellten, anteilig aber immer kleiner werdenden Kreis von Personen, die die Anwartschaftszeit und Rahmenfrist erfüllen und die ihre Arbeitslosigkeit zügig beenden“, stellt der Professor ein Zweiklassensystem fest. „Demgegenüber werden die Arbeitslosen im Rechtskreis des SGB II materiell schlechter unterstützt und erwerben auch keine Anwartschaften in der Rentenversicherung. Ihnen werden zudem nur begrenzt arbeitsmarktpolitische Maßnahmen bewilligt. Dabei haben sie anhaltend große Schwierigkeiten wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert zu werden“, kritisiert Bäcker.
    Quelle 1: Universität Duisburg
    Quelle 2: Grafik zu ausgewählten Städten in NRW

    Quelle 3: Weitere Analysen [PDF - 148 KB]
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Im Namen der BRD-Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit Nebenwirkung Tot

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