Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum) QR-Code des ELO-Forum
Mach mit. klick mich....
Impressum Stichwortsuche Spenden Strafanzeigen Verfahrensrecht Registrieren Hilfe Interessengemeinschaften Kalender Suchen Alle Foren als gelesen markieren

Start > > > > -> Euro-Krise: Es liegt nicht am Euro!


 

 

Themen-Optionen Ansicht
Alt 10.04.2013, 11:30   #1
Hartzeola
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 10.08.2011
Beiträge: 10.034
Hartzeola EnagagiertHartzeola EnagagiertHartzeola EnagagiertHartzeola EnagagiertHartzeola EnagagiertHartzeola EnagagiertHartzeola EnagagiertHartzeola EnagagiertHartzeola EnagagiertHartzeola EnagagiertHartzeola Enagagiert
Du darfst nicht voten!
0
Du darfst nicht voten!

Standard Euro-Krise: Es liegt nicht am Euro!

Zitat:
Viele Deutsche machen den Euro für die Krise verantwortlich, eine neue Partei will ihn gleich abschaffen. Sie alle irren.

Manche Hausbesitzer deponieren den Schlüssel unter der Türmatte, damit Freunde in ihrer Abwesenheit zu Besuch kommen können. Wenn einer der Freunde das Angebot missbraucht und die Speisekammer leerräumt, dann mag man dem Eigentümer Fahrlässigkeit vorwerfen. Falsch verhalten hat sich jedoch der Besucher.

Die Analogie beschreibt die gegenwärtige europäische Krise ziemlich treffend. Alle Mitglieder der Euro-Zone haben mit dem Euro einen privilegierten Zugang zum europäischen Haus erhalten, ohne ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Vor allem in Deutschland sprechen Medien und Politik deshalb von einer "Euro-Krise" und versuchen in der gemeinsamen Währung die Ursache der Krise zu finden. Die Partei "Alternative für Deutschland" will den Euro sogar ganz abschaffen. Die Argumente, die dabei vorgebracht werden, sind grundfalsch. Die Fakten werden auf den Kopf gestellt.

Die Einführung des Euro hat Vorteile für alle Mitgliedsländer gebracht. Durch mehr Handel, vertiefte Finanzintegration, günstigere Finanzierungsbedingungen, erhöhte Preisstabilität und eine Intensivierung des Wettbewerbs. Einige Mitglieder haben diese Vorteile aber nicht genutzt, um ihre Wirtschaft zu stärken und den Staatshaushalt zu konsolidieren. Stattdessen haben sie sich durch günstige Finanzierungsbedingungen dazu verleiten lassen, ihre private und öffentliche Verschuldung auszuweiten. Das hat einige Volkswirtschaften in eine Schieflage gebracht. Wieso soll der Euro für dieses Verhalten verantwortlich gewesen sein? Die gemeinsame Währung mag das Fehlverhalten erleichtert haben. Verantwortlich aber war die Politik.
Euro-Krise: Es liegt nicht am Euro! | Wirtschaft | ZEIT ONLINE
Hartzeola ist gerade online  
Alt 10.04.2013, 19:24   #2
Banquo
Redaktion
 
Benutzerbild von Banquo
 
Registriert seit: 17.10.2008
Beiträge: 3.880
Banquo Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Du darfst nicht voten!
0
Du darfst nicht voten!

Standard AW: Euro-Krise: Es liegt nicht am Euro!

Natürlich ist der Euro an sich nicht pauschal für die gesamte Krise (ob man sie Finanz-, Staatsschulden-, Banken- oder was-weiss-ich-Schuldenkrise nennt) verantwortlich. Die ist wie immer sehr vielschichtig, hat eine grosse Palette an Ursachen und müsste an einigen anderen Stellen enormen Politikeinsatz auslösen.

Auch würde eine Abschaffung des Euros oder unser Ausstieg daraus unsere Wirtschaft kollabieren lassen. Das will niemand verantworten. Denn der Euro wirkt auf unsere Wirtschaft wie eine süchtigmachende Droge und wir können davon nicht so ohne weiteres los.

Das ändert aber leider nichts an der Tatsache, dass die gemeinsame Währungsunion unzureichend, ja geradezu leichtsinnig oberflächlich zusammengeschustert wurde (man kann es auch stümperschaft nennen) und uns deshalb bald richtig um die Ohren fliegt.

Man kann nicht 17 Staaten eine gemeinsame Währung geben, sie aber ihre nationalen Steuer-, Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialpolitik weitermachen lassen und denken, das renke sich schon alles wie von Geisterhand zu einem gleichmacherischen Raum zusammen. Das Gegenteil passiert.

Die Produktivität ist überall anders, es gibt keinerlei Ausgleich und die Unterschiede der nationalen Volkswirtschaften addieren sich jedes Jahr weiter auf. Das merkt man anfangs nicht sofort, aber nach 10 Jahren oder so wird es überdeutlich. Deshalb gibt es in jeder halbwegs funktionierenden Währungsunion einen internen Finanzausgleich - selbst in Deutschland gibts den seit Ewigkeiten. Auf Euro-Ebene nicht. Wird wohl auch nicht in den nächsten Jahrzehnten politisch durchsetzbar sein.

Und dort liegt das Problem. Eine so gestrickte Währungsunion kann nicht funktionieren, da kann man noch so viel jammern und hoffen und abhängig von den bisherigen Wohltaten des Euro sein. Das dicke Ende kommt, weil es so nicht funktionieren kann. Die Frage ist nur: schafft man einen halbwegs verkraftbaren Übergang oder bricht alles chaotisch zusammen? Bisher wurschteln sich die Politiker nur von einem Krischen zur nächsten durch - ohne Konzept und ohne grossen Plan. Aber die grosse Krise wird kommen.
__

Banquo ist offline  
 

Stichwortsuche
euro, eurokrise

Themen-Optionen
Ansicht


Ähnliche Themen

Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
DGB-Mindestlohnforderung von 8,50 Euro liegt unter Niedriglohnschwellenwert wolliohne Archiv - News Diskussionen Tagespresse 1 22.12.2012 16:07
EM Merkels Regierungserklärung zur Euro-Krise wolliohne Archiv - News Diskussionen Tagespresse 9 15.06.2012 14:41
Euro-Krise und der Wohlstand Hotti Archiv - News Diskussionen Tagespresse 5 12.11.2011 22:56
Neues von der Euro-Krise FrankyBoy Archiv - News Diskussionen Tagespresse 12 27.10.2011 15:22
Beratungshilfe liegt jährlich bei rund 1 Euro pro Einwohner wolliohne Archiv - News Diskussionen Tagespresse 1 21.10.2008 07:10


Es ist jetzt 16:57 Uhr.


Powered by vBulletin® (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
Template-Modifikationen durch TMS
Search Engine Optimisation provided by DragonByte SEO (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2017 DragonByte Technologies Ltd.
Feedback Buttons provided by Advanced Post Thanks / Like (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2017 DragonByte Technologies Ltd.
ELO-Forum by Erwerbslosenforum Deutschland