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Alt 11.02.2013, 09:36   #1
wolliohne
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Daumen hoch politiker-und-forscher-fordern-30-stunden-woche

Es klingt ein wenig wie ein Aufruf aus den siebziger Jahren. Hundert Wissenschaftler, Gewerkschafter und Politiker fordern eine 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Die Begründung: Ein "Überangebot an den Arbeitsmärkten" führe zu schrumpfenden Gehältern. mehr... [ Forum ]
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"10 Jahre Unrechtsregime Bundesrepublik
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Alle von mir gemachten Aussagen und Antworten auf Fragen entsprechen lediglich meiner persönlichen Meinung und stellen keinerlei Rechtsberatung dar.
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Alt 11.02.2013, 13:20   #2
derBayer
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Standard AW: politiker-und-forscher-fordern-30-stunden-woche

Da ist schon was dran, geht aber völlig konträr mit der Rente ab 67 (oder gleich 70, wird nichtmehr lange dauern befürchte ich).
 
Alt 11.02.2013, 16:58   #3
ThisIsTheEnd
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Standard AW: politiker-und-forscher-fordern-30-stunden-woche

Vernünftige Forderung und plausibel begründet:
Zitat:
30-Stunden-Woche fordern! Ohne Arbeitszeitverkürzung nie wieder Vollbeschäftigung!

Offener Brief - an die Vorstände der Gewerkschaften, Parteien, Sozial- und Umweltverbände und Kirchenleitungen in Deutschland
Memorandum Gruppe - 30-Stunden-Woche fordern! Ohne Arbeitszeitverkürzung nie wieder Vollbeschäftigung!
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Alt 11.02.2013, 17:04   #4
hartaber4
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Standard AW: politiker-und-forscher-fordern-30-stunden-woche

70er-Jahre .... etwas andere Rahmenbedingungen....

Stehen Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt (nu isser ja in entfesselter Form seit längerer Zeit da) betreffend "deutscher Löhne" in einem Verhältnis, dass Vollbeschäftigung denkbar macht? Eher nicht....

Ein sehr frühes Beispiel wäre ja die Textilindustrie.... was für ein Aufschrei damals....juckt heute keine Sau mehr.

Weiteres frühes Beispiel war die Großkotzigkeit der deutschen Automobilindustrie.... was hat man die Japaner in den 70er ausgelacht..... kurze Zeit später blieb einem das Lachen im Halse stecken.... und Toyota ist heute auf Platz 1.....

Über China lacht heute keiner im Ansatz mehr.... vielmehr erschließt man sich dort die Absatzmärkte, bzw. hat das schon getan (für VW der größte Absatzmarkt....dann kommt Brasilien...nicht Deutschland)

Ferner sollte man sich angucken, WAS denn den deutschen Lohn so in die Höhe treibt...... nämlich die Lohnnebenkosten.... und in den vergangenen Jahrzehnten hat man immer mehr Ballast beim Beitragszahler abgeladen...... während man sich aus den Sozialkassen (hier sei nur z.B. die Pharmalobby genannt) teils ungeniert bedient....

Solidarität würde z.B. dort anfangen, wo man "Ausnahmetatbestände" abschafft.....

Und um der deutschen Arbeitsstunde "Gehalt" zu verleihen, sollte man dringend etwas in der Bildungspolitik auf die Beine stellen......

Aber was rege ich mich auf? Die Mehrheit der Deutschen will es ja so.....
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ius vigilantibus scriptum est.....

"Nichts schärft den Verstand mehr als die Niederlage." - Eric Hobsbawm-

"Die sogenannten Finanzmärkte dienen der Mehrheit genauso wenig wie die organisierte Kriminalität. Das ist der Fehler, und deshalb haben harte Reformen bei ihnen anzusetzen, statt umgekehrt den Sozialstaat abzubauen." (Dr. J. Borchert in "Sozialstaatsdämmerung" S. 180)
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Alt 11.02.2013, 17:15   #5
Malus
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Standard AW: politiker-und-forscher-fordern-30-stunden-woche

Nicht, daß ich was dagegen hätte, für mein Gehalt plötzlich neun Stunden weniger in der Woche zu arbeiten. Aber: träumt weiter. Dazu wird es nie kommen.

Wenn es dazu käme, wäre es ganz schnell auch wieder vorbei damit, und am Ende stünden wir schlechter da als jetzt.
 
Alt 11.02.2013, 17:21   #6
Minimina
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Standard AW: politiker-und-forscher-fordern-30-stunden-woche

Politiker...? Wiedermal nur die LINKE gemeint!

Da kann ich mir nur die Haare raufen, wie die Katja Kipping sich von dem Lanz die Tage mit dem Grundeinkommen hat klein machen lassen und sich blamiert hat. Damit hat sie auch wieder mal der ganzen Idee des Grundeinkommens einen Bärendienst erwiesen.

Offensichtlich hat sie sich nicht ausreichend mit der Idee des Grundeinkommens beschäftigt oder auch nicht wirklich verstanden wie es funktionieren kann nach dem was Kipping da präsentiert hat.

Und dann soll man die LINKE ernst nehmen? Vielleicht als Zeigefinger aber sonst

Was denn jetzt? Grundeinkommen oder 30-Stunden Woche oder beides zusammen? Hans Dampf in allen Gassen zum Wahlkampf

LG MM
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Alt 11.02.2013, 19:27   #7
derBayer
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Standard AW: politiker-und-forscher-fordern-30-stunden-woche

Zitat von hartaber4 Beitrag anzeigen
Die Mehrheit der Deutschen will es ja so.....
Das stimmt so auch nicht ganz.

Nimm mal die alternativlosen Wahlen. Von der Summe der Wahlberechtigten ziehst die Nichtwähler ab und verteilst die 20-30% der beiden "grossen Volksparteien" () nebst dem Kleinvieh das unten rumdümpelt auf die Übriggebliebenen.
Zum Schluß stellst noch optional die Menge der tatsächlichen Wähler der jeweiligen Splittergruppen (oder Parteien, wie man es auch nennen mag) der Gesamtbevölkerung gegenüber.

Von Mehrheit kann ich da beim besten Willen nichts erkennen.
 
Alt 11.02.2013, 19:34   #8
hartaber4
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Zitat von Minimina Beitrag anzeigen

Da kann ich mir nur die Haare raufen, wie die Katja Kipping sich von dem Lanz die Tage mit dem Grundeinkommen hat klein machen lassen und sich blamiert hat. Damit hat sie auch wieder mal der ganzen Idee des Grundeinkommens einen Bärendienst erwiesen.

Offensichtlich hat sie sich nicht ausreichend mit der Idee des Grundeinkommens beschäftigt oder auch nicht wirklich verstanden wie es funktionieren kann nach dem was Kipping da präsentiert hat.
Frau Kipping ist mir in diesem Zusammenhang auch schon aufgefallen.... ich vermisse hier eine gewisse thematische Verwachsenheit..... richtig gut verkaufen kann sie die gar nicht mal so schlechte Idee des Grundeinkommens nämlich nicht....vielleicht sollte sie sich mal mit denen in Verbindung setzen:

Panel 1/4 - Rahel Uhlenhoff - Konferenz: Ethik, Finanzen und Politik - 2011 - YouTube

(man soll sich nicht vom "tussigen" Äußeren abschrecken lassen... die Frau Uhlenhoff hat Substanz und Kommunikationsfähigkeit im Bezug auf das bGE)

Mittels einfachster Mathematik dürfte der Groschen schon fallen.....aber das will ja keiner hören.....
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Alt 11.02.2013, 19:36   #9
hartaber4
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Zitat von derBayer Beitrag anzeigen
Das stimmt so auch nicht ganz.

Nimm mal die alternativlosen Wahlen. Von der Summe der Wahlberechtigten ziehst die Nichtwähler ab und verteilst die 20-30% der beiden "grossen Volksparteien" () nebst dem Kleinvieh das unten rumdümpelt auf die Übriggebliebenen.
Zum Schluß stellst noch optional die Menge der tatsächlichen Wähler der jeweiligen Splittergruppen (oder Parteien, wie man es auch nennen mag) der Gesamtbevölkerung gegenüber.

Von Mehrheit kann ich da beim besten Willen nichts erkennen.
"Wahlberechtigte treffen auf Wahlsystem".... meines Erachtens klappt das nicht wenn man zu Hause bleibt.....
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Alt 15.02.2013, 15:35   #10
wolliohne
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Daumen hoch AW: politiker-und-forscher-fordern-30-stunden-woche

Westpol - Ihre Meinung ist gefragt!: 30-Stunden-Woche für alle?

100 Wissenschaftler, Betriebsräte und Politiker fordern die 30-Stunden-Woche in Deutschland bei vollem Lohnausgleich. Ein Traum für die Arbeitnehmer, ein Albtraum für die Arbeitgeber? Oder ein Vorschlag, über den man nachdenken sollte? Diskutieren Sie mit! [mehr]
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Alt 15.02.2013, 15:53   #11
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Standard AW: politiker-und-forscher-fordern-30-stunden-woche

Arbeitszeitverkürzung in Frankreich – Mehr Jobs für Geringqualifizierte
Das Beispiel Frankreich, wo die 35-Stunden-Woche landesweit ab 2000 eingeführt wurde, habe etwas anderes gezeigt, sagt hingegen der Arbeitszeitforscher Steffen Lehndorff: „Gerade bei den gering qualifizierten Arbeitern in der Industrie gab es die größten Beschäftigungszuwächse.“ Der Grund: Wird die individuelle Arbeitszeit am Band und im Schichtsystem gekürzt, ist offensichtlich, dass Arbeitskraft fehlt und es neue Beschäftigte braucht. „Je höher das Qualifikationsniveau, desto voraussetzungsvoller wird hingegen das Ganze“, so Lehndorff.
Der Effekt: In Frankreich reduzierten viele Hochqualifizierten ihre Arbeitszeit faktisch nicht. Zumal es dazu grundsätzlich möglich sein muss, Arbeit zu teilen. Ein Abbau der Arbeitslosigkeit funktioniere aber nur, wenn auch tatsächlich Arbeitszeit verkürzt werde. Doch trotz der teilweise ausgebliebenen Verkürzung seien in Frankreich insgesamt zwischen 300.000 und 400.000 neue Jobs entstanden, so Lehndorff.
Er weist auf eine weitere Erfahrung hin. Zwar hätte zur Einführung der 35-Stunden-Woche der Lohnausgleich funktioniert. „Aber die nächsten zwei bis drei Jahre blieben die Löhne in Frankreich praktisch eingefroren. Nur so konnten die Arbeitskosten stabil gehalten werden.“ Sein Fazit: „Arbeitszeitverkürzung ist möglich und sinnvoll. Aber es braucht dafür einen langwierigen, sozialen Umbauprozess der ganzen Gesellschaft.“
Quelle: taz Siehe dazu die Studie „Arbeitszeitentwicklung in Europa“ [PDF - 5.5 MB]
Hg. Thomas Händel/ Axel Troost“
von Steffen Lehndorff, Alexandar Wagner, Christine Franz
… Besondere Beachtung verdienen die Arbeitszeitschwankungen in Frankreich. Unter Berücksichtigung der Veränderungen in der Erhebungsmethode lässt sich sagen, dass im Zeitraum von 1998 bis 2002, also im Zuge der zunächst freiwilligen Vereinbarung und dann gesetzlichen Etablierung der 35-Stundenwoche, die gewöhnlichen Wochenarbeitszeiten um zwei Wochenstunden zurückgingen. Nach dem Regierungswechsel im Jahre 2002 verlängerten sich die Arbeitszeiten bis 2008 dann wieder um 0,5 Wochenstunden. Diese U-förmige Bewegung reflektiert die Änderungen in der gesetzlichen Arbeitszeitregulierung nach 1998 und dann in die entgegengesetzte Richtung seit dem Jahresbeginn 2003. Der „Netto-Effekt“ der Absenkung der gesetzlichen Arbeitszeit von 39 auf 35 Wochenstunden in Frankreich dürfte deshalb ungefähr im Bereich von 1,5 Wochenstunden liegen…
Insbesondere in Frankreich hat diese Ausdifferenzierung wesentlich zu der Verlängerung der durchschnittlichen Arbeitszeiten seit 2002 beigetragen. Bei Beschäftigten mit geringer und mittlerer Qualifikation hatte die Einführung der gesetzlichen 35-Stundenwoche trotz ihrer anschließenden Verwässerung seit 2003 immer noch einen Netto-Verkürzungseffekt (bei Berücksichtigung der Änderungen in der Erhebungsmethode) von einer Wochenstunde und mehr. Bei Hochqualifizierten dagegen hat das Hin und Zurück in der Arbeitszeitregulierung sogar einen minimalen Arbeitszeitverlängerungs-Nettoeffekt hinterlassen …
… Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass Arbeitszeitpolitik nicht allein Politik im Interesse von Vollzeitbeschäftigten sein darf. Am Beispiel Deutschlands springt die politische Brisanz dieser Überlegung ins Auge. Dort beträgt die durchschnittliche Arbeitszeit aller abhängig Beschäftigten heute bereits weniger als 35 Wochenstunden, was rechnerisch dem Ziel zahlreicher gewerkschaftlicher Forderungen zur Arbeitszeitverkürzung entspricht.
Dieser Durchschnitt drückt jedoch nicht einen Erfolg gewerkschaftlicher Arbeitszeitpolitik aus, sondern primär das erreichte Ausmaß der Ungleichverteilung von Arbeitszeiten und eine dahinter stehende Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt, die in erster Linie eine Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ist. Arbeitsumverteilung sollte daher nicht mehr ausschließlich als Umverteilung innerhalb der Gruppe der Vollzeitbeschäftigten gesehen werden, sondern immer auch als Umverteilung zwischen den Geschlechtern.
Siehe auch noch: Steffen Lehndorff: Chancen der Arbeitszeitverkürzung
… Bis zur Krise war der Gedanke, dass radikale Arbeitszeitverkürzungen helfen können, Arbeitsplätze zu sichern oder gar zu schaffen, politisch ein toter Hund. Die positiven Erfahrungen bei Volkswagen in den 1990er Jahren und vor allem in Frankreich zwischen 1998 und 2002 hatten daran nichts ändern können. 2009 wurde dieses Tabu gebrochen. Dass es die betrieblichen Arbeitszeitverkürzungen waren, die wesentlich zum Abwenden der unmittelbar drohenden Katastrophe auf dem deutschen Arbeitsmarkt beigetragen haben, wird heute von niemandem ernsthaft bestritten. Selbstverständlich ist die Erfahrung von 2009 nicht bruchlos in eine neue Initiative für kürzere Arbeitszeiten zu übersetzen. Dagegen spricht zunächst, und ganz offensichtlich, das Interesse der Arbeitgeber, die Maßnahmen wie Kurzarbeit stets für außergewöhnliche Notsituationen reservieren werden wollen. Dagegen spricht ebenfalls, dass die Kurzarbeit mit erheblichen Einkommenseinbußen verbunden war, die für viele – wenn auch nicht alle! – Beschäftigte als Dauerlösung inakzeptabel wären. Zumal die öffentliche Förderung dieses Modells auf akute Notsituationen beschränkt ist …
Der breite Konsens zur positiven Wirkung der Arbeitszeitverkürzung in der Krise ist also auch aus gewerkschaftlicher Sicht betrachtet nicht unkompliziert. Wenn ich dies hervorhebe, geht es mir nicht darum, politische Chancen klein zu reden oder politischen Fatalismus schein-objektiv zu legitimieren. Die Krisen-Erfahrung kann und sollte unbedingt genutzt werden, um insbesondere die beschäftigungspolitische Bedeutung der Arbeitszeitverkürzungen zu enttabuisieren. Aber am Anfang einer neuen arbeitszeitpolitischen Initiative der Gewerkschaften muss eine nüchterne Bestandsaufnahme stehen. Eine Bestandsaufnahme, die Ausgangspunkte und Chancen für gewerkschaftliche Politik in den Blick nimmt.
Quelle: Gegenblende
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