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Alt 18.01.2013, 14:39   #1
ZynHH
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Standard Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Zitat:
Zwangsbehandlungen im Notfall sind erlaubt - SPIEGEL ONLINE
Bundestag billigt Zwangsbehandlungen im Notfall ...
Der Bundestag hat jetzt Zwangsbehandlungen von psychisch Kranken im Notfall gebilligt. Am Donnerstagabend stimmten die Abgeordneten dem Gesetzentwurf mit großer Mehrheit zu....




Berlin - Psychisch kranke Menschen dürfen in geschlossenen Einrichtungen wieder gegen ihren Willen mit Psychopharmaka behandelt werden. Der Bundestag verabschiedete am Donnerstagabend eine Regelung, mit der solche Zwangsmaßnahmen auf eine gesetzliche Grundlage gestellt werden. Dies soll für jene Fälle gelten, in denen Patienten eine Behandlung ablehnen....
Nur nicht Paranoid werden... das ist die bevorzugte Zielgruppe...
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Mahalo


"Wer online einkauft, zerstört lokale, auskömmlich bezahlte Arbeitsplätze."
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Alt 18.01.2013, 15:01   #2
Teelicht
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Ich sag da nur "Dröppche voor Dröppche und keiner merkt es"
 
Alt 18.01.2013, 15:09   #3
hartaber4
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Des Kaisers neue Kleider....


jetzt kann die Pharmaindustrie wieder durchatmen.... wer würde auch freiwillig solche Medikamente einnehmen?

Auch vielen RichterInnen an den Betreuungsgerichten ist wieder ihr alter Spielraum gegeben..... anmerk: Jeder Straftäter hat eine Verhandlung, die fairer abläuft... bei Zwangsmedikationen frühstückt das ein(e) Einzelrichterin ab.....

Verfahrenspfleger nehmen in den seltensten Fällen die Interessen der Betroffenen war..... in der Regel sind es gerichtsbekannte "Abnicker" (wer da "querulatorisch" auffällt, wird eben nicht mehr bestellt), die der formhalber (und das auch nicht immer...welcher Betroffene kennt seine wenigen Rechte auch in so einer Situation) bestellt werden.

Nun haben Richter und Ärzte (vorerst, mal sehen wer da wann erfolgreich den Rechtsweg beschreitet und ein Vorlagebeschluss eines LG ist ja beim BVerfG anhängig) wieder ihre Keule zurück, mit der sie auf die schwächsten der Schwachen einschlagen kann.

Das das Ganze nun doch mit der "heissen Nadel" zusammengefrickelt wurde..... bleibt zu prüfen, ob und wie Betroffene einen Hebel ansetzen könn(t)en.

Natürlich alles unter dem Deckmantel der Fürsorge und des Patientenwohls......

Man kann zwar nur spekulieren...aber nach den wichtigen BGH-Entscheidungen in 2012 zu dem Thema haben bestimmt sehr schnell die Pharmalobbyvertreter bei Frau Leutheusser-Schnarrenberger angerufen..... und gefragt, wann das denn schnell wieder in "trockene (Absatz-)Tücher kommt".

Bundesjustizministerin Zwangsbehandlung ist "allerletztes Mittel" - Sabine Leutheusser-Schnarrenberger verteidigt | Interview | Deutschlandradio Kultur
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ius vigilantibus scriptum est.....

"Nichts schärft den Verstand mehr als die Niederlage." - Eric Hobsbawm-

"Die sogenannten Finanzmärkte dienen der Mehrheit genauso wenig wie die organisierte Kriminalität. Das ist der Fehler, und deshalb haben harte Reformen bei ihnen anzusetzen, statt umgekehrt den Sozialstaat abzubauen." (Dr. J. Borchert in "Sozialstaatsdämmerung" S. 180)
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Alt 18.01.2013, 15:17   #4
hartaber4
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Was für Akteure sich im Betreuungsrecht tummeln und wie schnell man faktisch entmündigt werden kann:

Entmündigt - Wenn Betreuung zum Albtraum wird - tag7 - WDR Fernsehen
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Alt 18.01.2013, 15:36   #5
Minimina
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Zitat:
Vertreter aus der Psychiatrie wie die Bundespsychotherapeutenkammer befürworteten hingegen die Neuregelung.
Damit sollte JEDER der sich in eine "Behandlung" oder sollte man eher sagen "Besitzung" begibt wissen woher der Wind weht.

@ ZynHH: Vielen Dank für diese wichtige Aktualisierung.

LG MM
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Alt 18.01.2013, 15:37   #6
hartaber4
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Ohh..... interessant (aus dem Lager der Ärzteschaft):


Sehr geehrte Frau Ministerin Leutheusser-Schnarrenberger,

wie ich der Bundestagsdebatte vom 17.10.2012 entnehme möchte Ihr Ministerium rasch einen
Gesetzesvorschlag einbringen um die Zwangsbehandlung im Rahmen einer
betreuungsrechtlichen Unterbringung nach den BGH Beschlüssen (XII ZB 99/12 und XII ZB
130/12) neu zu regeln. Sie haben dazu aus der psychiatrischen Fachwelt zahlreiche
Stellungnahmen erhalten, die auf eine rasche Neuregelung drängen.

Tenor dieser Stellungnahmen ist es, dass durch die derzeitige Situation manche Patienten die
erforderliche psychopharmakologische Behandlung nicht erhalten, möglicherweise
gesundheitlichen Schaden erleiden, mehr Patienten andere Zwangsmaßnahmen wie etwa
Fixierungen (Festbinden am Bett) erdulden und darüber hinaus Mitarbeiter und Mitpatienten in
den Kliniken vermehrt Opfer von aggressiven Übergriffen werden.

Ich schreibe Ihnen um Ihnen mitzuteilen, dass ich als Chefarzt der Psychiatrischen Klinik am
Klinikum Heidenheim diese Erfahrungen - auch für mich überraschend - nicht gemacht habe.


Vielmehr haben sich durch die aktuelle Situation, nach der es in Baden-Württemberg keine
rechtliche Grundlage für die Zwangsbehandlung mehr gibt, in der Behandlung neue
Möglichkeiten zur vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Patienten und
Behandlungsteam ergeben. Denn wir sagen unseren Patienten jetzt, dass eine
medikamentöse Zwangsbehandlung nicht stattfinden wird, gerade auch solchen Patienten, die
in der Vergangenheit zwangsbehandelt wurden. Das schafft Vertrauen und hat bisher - über
inzwischen mehr als 12 Monate seit dem Bundesverfassungsgerichtsurteil zum UBG in BW (2
BvR 633/11) mit über 1200 stationären Aufnahmen - in unserer Klinik nicht zu einer Zunahme
von Zwangsmaßnahmen oder Übergriffen auf Personal und Mitpatienten geführt.


...

Ich möchte Ihnen deshalb nahe legen, zu prüfen, ob nicht auf eine gesetzliche Grundlage zur
medikamentösen Zwangsbehandlung grundsätzlich verzichtet werden kann. Um in
unkontrollierbaren Situationen als letzten Ausweg ein Beruhigungsmittel zu verabreichen gibt
es immer noch den rechtfertigenden Notstand. Möglicherweise reicht das aus. Jedenfalls wäre
es klug, die jetzige Situation genau zu beobachten, mit einem entsprechenden
Forschungsprojekt zu begleiten und erst dann neue gesetzliche Regelungen zu schaffen.
Darin liegt eine einmalige Chance die Menschenrechtssituation in der Psychiatrie nachhaltig
zu verbessern, so wie das in der UN-BRK gefordert ist.


.......

Wir dürfen nicht die Menschenrechte auf dem Altar einer scheinbar effizienten Medizin opfern!

Link:

http://psychiatrienogo.files.wordpre...ehandlung2.pdf


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"Die sogenannten Finanzmärkte dienen der Mehrheit genauso wenig wie die organisierte Kriminalität. Das ist der Fehler, und deshalb haben harte Reformen bei ihnen anzusetzen, statt umgekehrt den Sozialstaat abzubauen." (Dr. J. Borchert in "Sozialstaatsdämmerung" S. 180)
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Alt 18.01.2013, 15:39   #7
hartaber4
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Zitat von ZynHH Beitrag anzeigen
Nur nicht Paranoid werden... das ist die bevorzugte Zielgruppe...

Bei Bedarf schreibt der Sachverständige die oder den Betroffene(n) einfach in die "Zielgruppe". (Was nicht passt, wird passend gemacht)
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Alt 18.01.2013, 15:43   #8
hartaber4
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

16.11.2012
Zwangsbehandlung: Hau-Ruck durch Ruck-Zuck ersetzen, macht nichts besser

Martina Bunge, gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion zu Gesetzesänderungen zur Zwangsbehandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen:

„Wie mir zu Ohren gekommen ist, will die Regierung die Gesetzesänderungen nun in einem eigenen Gesetzesverfahren regeln und nicht mehr an ein völlig sachfremdes Gesetz anhängen. Wer aber geglaubt hat, dies würde etwas an der Ernsthaftigkeit der Befassung mit diesem Thema ändern, irrt sich gewaltig. Das Gesetz soll bereits am 29 .November verabschiedet werden, ohne öffentliche Anhörung. Somit wird weder den Fachverbänden noch den Betroffenenverbänden noch den Abgeordneten ausreichend Möglichkeit gegeben, sich mit dem Thema zu befassen. Hier wird eine Hau-Ruck-Verfahren durch ein Ruck-Zuck-Verfahren ersetzt, das formal korrekter ist, aber inhaltlich genauso skandalös ist.

Unsere Kleine Anfrage hat gezeigt, dass in Westdeutschland zweieinhalb mal so häufig zwangsgewiesen wird wie in Ostdeutschland, in Bayern sogar 11 mal so häufig eingewiesen wie in Thüringen.

Zwangseinweisungen scheinen willkürlich stattzufinden und es klaffen riesige Wissenslücken zur Zwangsbehandlung. Wir dürfen nicht vergessen, dass mit Zwangsbehandlungen verbriefte Grundrechte außer Kraft gesetzt werden. Dies erfordert eine wissenschaftlich evidente Grundlage über ihren Nutzen und Schaden und eine ethische Debatte und keinen Schnellschuss aus dem Justizministerium.“

Fraktion DIE LINKE. im Bundestag - Pressemitteilung - Zwangsbehandlung: Hau-Ruck durch Ruck-Zuck ersetzen, macht nichts besser
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Alt 18.01.2013, 15:43   #9
Sinuhe->Emailproblem
Emailadresse berichtigen!
 
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Zitat von hartaber4 Beitrag anzeigen
Bei Bedarf schreibt der Sachverständige die oder den Betroffene(n) einfach in die "Zielgruppe". (Was nicht passt, wird passend gemacht)


Gustl Mollath sitzt immer noch.....
Sinuhe ist offline  
Alt 18.01.2013, 15:54   #10
hartaber4
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Zitat von Sinuhe Beitrag anzeigen
Gustl Mollath sitzt immer noch.....
Auch wenn es viele Parallelen gibt.... Mollath kreist im Orkus des Maßregelvollzuges (Strafrecht). Soweit mir bekannt (Presse) wird er auch nicht zwangsmedikamentiert ( was sein(e) RA(e) auch sicher ausschlachten würde(n)).

Es gibt dazu auch ein Urteil des BVerfG (UBG-BW).... auf das die nachfolgenden Entscheidungen des BverfG und des BGH auch Bezug nehmen.

Das Unterbringungsrecht aus dem Betreuungsrecht oder aus der öffentlich-rechtlichen Unterbringung (Landesgesetze) kommt da nicht so zum tragen.
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"Die sogenannten Finanzmärkte dienen der Mehrheit genauso wenig wie die organisierte Kriminalität. Das ist der Fehler, und deshalb haben harte Reformen bei ihnen anzusetzen, statt umgekehrt den Sozialstaat abzubauen." (Dr. J. Borchert in "Sozialstaatsdämmerung" S. 180)
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Alt 18.01.2013, 16:04   #11
hartaber4
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Mal zur wirtschaftlichen Dimension in dem Bereich:

Link:

DER SPIEGEL*20/2011 - Seelsorge für die Industrie

MEDIZIN

Seelsorge für die Industrie

Von Blech, Jörg
Die Elite der Nervenheilkunde ist eng mit Pharmakonzernen verflochten: Psychiater, Neurologen, aber auch Psychologen arbeiten als bezahlte Berater für die Unternehmen. Nun fordert ein Professor seine Kollegen auf, ihre Nebeneinkünfte offenzulegen.
Wer den Nervenarzt Matthias Riepe fragt, ob er Geld von Pharmafirmen annehme, erlebt ein kurzes Gespräch. "Das finde ich jetzt uninteressant", sagt der Professor von der Universität Ulm. Und schweigt.
In seiner Funktion als Mitverfasser einer Leitlinie für Demenzerkrankungen hält sich Riepe ebenfalls bedeckt. Weil die Leitlinie die Gabe bestimmter Medikamente empfiehlt, wäre es aufschlussreich zu erfahren, ob die Verfasser finanzielle Verbindungen zu Herstellern von Medikamenten haben. Riepe hat der Leitlinie zufolge erklärt, er habe keinen Interessenkonflikt.
Diese Auskunft erstaunt: Zusätzlich zu seinem Gehalt als Professor für Gerontopsychiatrie hat Riepe durchaus finanzielle Zuwendungen aus der Industrie angenommen - von AstraZeneca, Janssen-Cilag, Eisai, Pfizer und Lundbeck. Im Gegenzug hat er die Firmen beraten oder für sie Vorträge gehalten. So hat Riepe ein umstrittenes Alzheimer-Mittel ("Donepezil") öffentlich gepriesen - auf einer Veranstaltung, welche just die Herstellerfirma sponserte. Dass die Demenz-Leitlinie die besagte Substanz ebenfalls positiv erwähnt, verwundert nicht.
Zahlungen von Pharmafirmen an Ärzte gibt es in vielen Bereichen der Medizin. In nur wenigen sind sie derart selbstverständlich geworden wie in der Nervenheilkunde. Es sind die Psychiater, die einer Studie aus Minnesota zufolge die höchsten Zuwendungen aus der Industrie kassieren. Von 37 Leitern der Kliniken für Psychiatrie an deutschen Universitätskliniken haben nach SPIEGEL-Recherchen offenbar mindestens 35 auf ihrem Berufsweg finanzielle Zuwendungen von Pharmafirmen angenommen.
Auch Klaus Lieb, 45, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Mainz, gehörte zu den Seelsorgern der Industrie. Er sitzt in seinem Chefzimmer, die Abendsonne leuchtet in den Raum, und Lieb erzählt von seinen Pharmaeinkünften. Zusätzlich 10 000 Euro und mehr habe er früher jedes Jahr gemacht - völlig legal, weil er diese Nebeneinkünfte stets vom Arbeitgeber absegnen ließ.
Doch je mehr Geld die Pharmaleute auf sein Konto überwiesen, desto klarer erkannte Lieb, in welche Abhängigkeit er sich da begab. "Ich machte mich plötzlich für ein Medikament stark, obwohl ich das eigentlich gar nicht so gut fand", sagt er. "Ich stellte fest, dass ich nicht mehr frei und unabhängig bin."
Deshalb ist Lieb ausgestiegen: Als erster Direktor einer Klinik für Psychiatrie in Deutschland hat er öffentlich erklärt, er werde keinen Cent mehr von pharmazeutischen Firmen annehmen. Mehr noch: Lieb engagiert sich als Vorstandsmitglied in dem Verein Mezis. Die Abkürzung steht für "Mein Essen zahl' ich selbst". Die Mezis-Mitglieder kämpfen gegen Korruption in der Medizin. Sie lassen Pharmavertreter erst gar nicht an sich heran - ganz zu schweigen davon, dass sie sich von ihnen zum Essen einladen ließen.
Peter Falkai, 49, Leiter der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Göttingen, dagegen hat schon auf Kosten von Pharmaunternehmen gespeist - und nicht nur das: Bereits als junger Assistent begann Falkai damit, persönliche Honorare aus der Industrie anzunehmen. 2010 war Falkai Firmen wie AstraZeneca, Bristol-Myers Squibb, Eli Lilly, Janssen-Cilag, Lundbeck und Pfizer zu Diensten - neben seinem Job als Uni-Professor wohlgemerkt.
Seine Kontakte in die Pharmawelt haben Falkai nicht geschadet. Im Gegenteil: Seit Anfang des Jahres ist der Mann sogar Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), eines Verbands mit mehr als 5500 Mitgliedern - der seinerseits enge Verbindungen zur Industrie pflegt: Arzneimittelhersteller sponsern den Jahreskongress der DGPPN in Berlin; das Geld in Höhe von etwa einer Million Euro fließt an eine Agentur.
Für einen Interviewtermin sitzt Falkai im dunklen Anzug an einem Konferenztisch in der Berliner DGPPN-Zentrale, zum Treffen hat er seinen Geschäftsführer und die Leiterin seiner Stabsstelle mitgebracht. Seine Einsätze für pharmazeutische Firmen will Falkai nicht nur als Möglichkeit verstanden wissen, "ein bisschen Beibrot zu kriegen", sondern auch als Gelegenheit, über "interessante Themen zu reden". Als DGPPN-Präsident nimmt Falkai derzeit zwar vorübergehend keine Beraterhonorare an, aber er behält sich vor, nach seiner Amtszeit wieder einzusteigen. Den Schritt seines Mainzer Kollegen Lieb, prinzipiell auf Honorare von pharmazeutischen Firmen zu verzichten, hält er für das falsche Signal: "Das wäre ein Bruch", findet Falkai. "Zu sagen: Ich steige da komplett aus - warum sollte ich das tun? Ich finde, eine Beratungstätigkeit sollte bezahlt werden."
Mitarbeiter von Pharmafirmen sehen es genauso. Systematisch rekrutieren sie Nervenärzte. Diese verdingen sich dann als Berater (Mitglieder des "advisory board") und als bezahlte Redner (Mitglieder des "speakers' bureau"). Alles läuft gegen Bezahlung.
Sobald die Hochschulmediziner auf den Lohnlisten pharmazeutischer Firmen erfasst sind, ist deren Unabhängigkeit gefährdet.

Ober- und Chefärzte fungieren nunmehr als "Meinungsbildner" - spöttische Ärzte halten die Bezeichnung "Mietmäuler" für treffender: Sie sollen den Interessen ihrer Auftraggeber dienen, sprich: den Firmen Glaubwürdigkeit verleihen und für hohe Verschreibungszahlen sorgen.

In der Psychiatrie sind Meinungsbildner wichtig. Psychopharmaka gehören zu den umsatzstärksten Medikamentengruppen überhaupt (siehe Grafik Seite 118).
Nur ungern verraten die Meinungsbildner, welche Summen für sie abfallen. Jedes Mal, wenn sie für eine Pharmafirma auftreten, bekommen sie, wie Insider berichten, mindestens 1000 Euro - oder deutlich mehr.
Psychiater Falkai am Konferenztisch bezeichnet sich als "kleines Licht"; er sei "nicht jemand, der mit diesen pharmazeutischen Produkten primär groß geworden ist". Im Jahr habe er zwischen 10 000 und 15 000 Euro zusätzlich verdient, schätzt Falkai.
Der Psychiater Hans-Jürgen Möller von der Universität München dürfte ein größeres Licht sein: Laut einer Auskunft aus dem vorigen Jahr fand er neben seinen Verpflichtungen als Klinikdirektor noch Zeit, gleich 13 verschiedenen Pharmafirmen als Berater oder Redner zu dienen.
Hans-Christoph Diener, 60, im Brotberuf Direktor der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Essen und Außerordentliches Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, arbeitet nebenher für 28 verschiedene Pharmafirmen und andere Unternehmen. Rund 95 000 Euro brutto hat Diener nach eigenen Angaben an Industriehonoraren erhalten - allein im Jahr 2010.
Von diesen Zahlungen hat die Öffentlichkeit kaum eine Vorstellung - und auch nicht von den Nachteilen, die sich daraus für sie ergeben könnten. Ein Arzt ist dem Patienten verpflichtet, ein Meinungsbildner seinem Auftraggeber; das ist ein Interessenkonflikt, der zu einer schlechteren Versorgung führen kann: Der von der Industrie alimentierte Mediziner lobt und verschreibt womöglich Medikamente, für die er sich sonst niemals eingesetzt hätte.
Pharmafirmen setzen Meinungsbildner nicht nur ein, um Werbung für ihre Pillen zu machen, sondern auch, um Krankheiten zu vermarkten, die es oft gar nicht gibt. Mitarbeiter der Firma SmithKline Beecham in München etwa kamen auf die Idee, das Sisi-Syndrom zu erfinden: eine angebliche Depression, an der schon die österreichische Kaiserin Elisabeth ("Sisi", 1837 bis 1898) gelitten habe. Nur sei das Leiden sehr schwer zu diagnostizieren, weil die betroffenen Frauen es mit Frohsinn und Zufriedenheit überspielten.
Praktischerweise hatten die Krankheitserfinder ein passendes Mittel im Angebot gegen das Leiden, eine Tablette namens Seroxat. Jetzt musste bloß noch die Nachfrage geweckt werden - nur wer sollte das Sisi-Syndrom im Volk bekannt machen?
Anke Rohde, Leiterin des Bereichs Gynäkologische Psychosomatik des Universitätsklinikums Bonn, erklärte sich bereit, behilflich zu sein. Im August 1998 flog sie von Frankfurt nach Mallorca und sprach auf einem "Forum" zum Sisi-Syndrom, das SmithKline Beecham im Castillo Hotel Son Vida in Palma veranstaltete.
Gegen ein stattliches Honorar berichtete Rohde von psychopathologischen Untersuchungen des angeblichen Syndroms. Ihre Auftraggeber waren angetan, zwei Monate später durfte sie wieder ran. Auf einer von der Pharmafirma veranstalteten Pressekonferenz im Hotel Sacher Wien sprach Rohde über "Kaiserin Elisabeth (Sisi) als Prototyp eines verkannten Patientenbildes".
Nach Rohde trat ein weiterer Meinungsbildner auf, ein Psychologe namens Hans-Ulrich Wittchen. Allein in Deutschland seien etwa drei Millionen Menschen vom Sisi-Syndrom betroffen.
Die Pressekonferenz war ein voller Erfolg. Tatsächlich gelang es, das Sisi-Syndrom der Öffentlichkeit als neues Leiden zu verkaufen.
In der Folge äußerte Rohde sich auf Veranstaltungen und in Pressemitteilungen über menopausale und prämenstruelle Störungen, und zwar für GlaxoSmithKline und Wyeth. Auch Wittchen blieb der Industrie treu und fuhr gut damit. Er leitet heute das Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Technischen Universität Dresden und arbeitete zuletzt für sechs Pharmafirmen als Berater.
Professor Wittchen ist seinen Geschäftspartnern in der Industrie auch aus einem anderen Grund lieb und teuer. Er arbeitet am "Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen" mit. Was in dem Werk steht, kann den Markt der Psychopharmaka beeinflussen. Schon kleine Veränderungen der Diagnosekriterien können große Auswirkungen auf die Verschreibungszahlen haben.
Gegenwärtig arbeitet eine Kernmannschaft von etwa 160 Experten an einer neuen Fassung des Handbuchs, die sie 2013 vorlegen will. Doch dabei sitzen pharmazeutische Firmen gleichsam mit in den Beratungen: Mehr als die Hälfte der beteiligten Mediziner und Psychologen haben finanzielle Verbindungen mit der Industrie eingeräumt.
Eine weitere Chance zur Manipulation bieten die medizinischen Leitlinien, die von Fachgesellschaften herausgegeben werden. Ärzte lesen darin nach, wie bestimmte Erkrankungen zu behandeln sind. Wird ein bestimmter Wirkstoff in einer Leitlinie empfohlen, bürgt das für gute Umsätze. Deshalb ist pharmazeutischen Firmen daran gelegen, Leitlinienverfasser finanziell an sich zu binden.
Doch in vielen Leitlinien werden diese Verbindungen unterschlagen. Die Leitlinie "Hyperkinetische Störungen" etwa empfiehlt Wirkstoffe für Kinder, bei denen Ärzte die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostiziert haben wollen. Ein Hinweis, inwiefern die Verfasser finanzielle Zuwendungen von pharmazeutischen Firmen angenommen haben, fehlt darin.
Doch genau das ist der Fall: Der beteiligte Psychologe Manfred Döpfner von der Uni-Klinik Köln hat als Berater oder Redner von Medice, Eli Lilly, Janssen-Cilag und Shire persönliche Honorare angenommen - das sind Firmen, die Mittel gegen ADHS vermarkten.
Ein anderes Beispiel ist die Leitlinie für Demenzen. Matthias Riepe von der Universität Ulm hat sie mit 67 anderen Experten ausgearbeitet; keiner von ihnen gibt einen Interessenkonflikt an. Dabei ist Riepe nicht der einzige Leitlinienexperte, der finanziell mit der Industrie verbandelt ist. Hans-Christoph Diener, der Essener Neurologe mit Einkünften von 28 Firmen, gehört ebenso zu ihnen wie etliche Psychiater, die bekanntermaßen für die Industrie gearbeitet haben.
Die Betroffenen spielen die finanziellen Zuwendungen herunter. Sie fühlten sich durch die Honorare nicht beeinflusst; deshalb gebe es keine Interessenkonflikte. "Das Geld ist eigentlich sekundär", sagt Diener, der sich dank seiner Industrieeinkünfte sogar einen eigenen Angestellten leisten kann.
Auch die Bonnerin Anke Rohde ist sich keiner Schuld bewusst: "Es gibt Mediziner, die trotz Honoraren völlig unabhängige Vorträge halten, aber sicher auch diejenigen, die dann eher die gewünschte Meinung vertreten. Da ich glaube, zu der ersten Kategorie zu gehören, hatte ich selbst nie das Gefühl eines Interessenkonfliktes."
So wie Rohde erliegen viele Mediziner dem Glauben, sie selbst seien weniger leicht zu manipulieren als der Rest der Profession. Das ergab auch eine Befragung von 208 deutschen Fachärzten zum Einfluss von Pharmavertretern. Nur sechs Prozent der Mediziner hielten sich für häufig und immer beeinflussbar - zugleich glaubten aber 21 Prozent, das treffe auf ihre Kollegen sehr wohl zu.
In der Tat ist das Geld der Pharmafirmen nicht zum Fenster hinausgeschmissen, wie wissenschaftliche Studien offenbaren: Ärzte, die Geschenke bestimmter Firmen annehmen, bevorzugen deren Produkte. "Es hat wenig Sinn, der Industrie Machenschaften vorzuwerfen. Vielmehr müssen wir als Ärzte eine klare Position dazu entwickeln", sagt Klaus Lieb, der Aussteiger aus Mainz. "Wenn ein Arzt persönliche Honorare aus der Industrie annimmt, muss das offengelegt werden. Dann können andere entscheiden, ob das einen Einfluss hat oder nicht."
Um das Vertrauen in die Ärzteschaft zu bewahren, hat inzwischen auch die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften umgedacht: Ärzte, die an Leitlinien mitschreiben, sollten Zuwendungen aus der Industrie prinzipiell offenlegen. Ob und wann diese Empfehlung aufgegriffen wird, liegt jedoch im Ermessen der jeweiligen medizinischen Fachverbände. Und die sind, wie die DGPPN, oftmals mit der Industrie verbandelt und tun sich schwer mit Transparenz.
Allerdings könnte ihnen die Politik bald Beine machen. Der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) bereitet derzeit einen Entwurf für ein Antikorruptionsgesetz in der Medizin vor, das Transparenz vorschreiben soll. "Ärzte müssten verpflichtet sein zu veröffentlichen, welche Zuwendung von pharmazeutischen Firmen sie bekommen haben", fordert Lauterbach. "Und andererseits müssten pharmazeutische Firmen verpflichtet sein zu veröffentlichen, an welche Ärzte sie Honorare gezahlt haben."
Letzteres hat der US-amerikanische Kongress bereits beschlossen, und zwar im Physician Payment Sunshine Act: Von 2013 an müssen Pharmaunternehmen und andere Firmen alle Zahlungen an Ärzte im Netz veröffentlichen. Sofern sie Zuwendungen US-amerikanischer Unternehmen kassiert haben, wird diese Datenbank auch Meinungsbildner aus Deutschland enttarnen: mit vollem Namen und unter Angabe der einzelnen Honorare.



Dagegen sind natürlich Ärzte wie u.a. in der Minderheit und gelten in der sogenannten Fachwelt auch eher als "Nestbeschmutzer":

Neuroleptika zwischen Nutzen und Schaden
Minimale Anwendung von Neuroleptika - ein Update
Volkmar Aderhold
1 9/2010

Institut für Sozialpsychiatrie an der Universität Greifswald
Einleitung
Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass das Nutzen-/Risikoprofil von Neuroleptika
ungünstiger ist als bisher

angenommen wurde, so dass ihre gegenwärtige Anwendungspraxis hinterfragt werden muss.

http://www.psychiatrie.de/fileadmin/...ika_Update.pdf
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"Nichts schärft den Verstand mehr als die Niederlage." - Eric Hobsbawm-

"Die sogenannten Finanzmärkte dienen der Mehrheit genauso wenig wie die organisierte Kriminalität. Das ist der Fehler, und deshalb haben harte Reformen bei ihnen anzusetzen, statt umgekehrt den Sozialstaat abzubauen." (Dr. J. Borchert in "Sozialstaatsdämmerung" S. 180)
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Alt 18.01.2013, 16:15   #12
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

der chefarzt des klinikums heidenheim macht sich mit seiner wahrheitsgemässen aussage ziemlich unbeliebt.
untergräbt er doch damit den start der kampagne: nichts läuft hier richtig ohne zwang, nun ist er erlaubt, gott sei dank!
und wenn erstmal was erlaubt ist dann ist der weg zu bestrebungung nach ausweitung auch nicht mehr weit.
holzauge sei wachsam.
__

ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von herrn ralph boes, seinem ansinnen, seinem auftreten und seinem verhalten in den öffentlichen medien und foren.


"das grass wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. "
(afrikanisches sprichwort)

Piccolo ist offline  
Alt 18.01.2013, 16:34   #13
hartaber4
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Zur "Sozialromantik":

Psychiatrien unterliegen wie alle anderen Bereiche eines Krankenhauses einem betriebswirtschaftlichen Druck.... selbst wenn es leitende Ärzte gibt, die das auch kritisch sehen....spätestens der BWL-Controller wird sie unter Hinweis auf (befristete) Arbeitsverträge oder Prämiensysteme eines Besseren belehren ("Das-die-Hose-ist-mir-näher-als-das-Hemd-Prinzip")

Wie fast im gesamten SGB geht es eigentlich immer um die Umverteilung von Ressourcen (sprich Geldern in Milliardenhöhe).

Die Fallpauschalen-Regelung hat das für den gesamten Bereich der Krankenhäuser auch noch forciert... Behandlung abgreifen.... und dann auf kurze "Liegedauer" achten.....

Nebenbei bemerkt:

Faszinierend ist es, dass z.B. jede Antragstellung im Bereich der Grundsicherung (SGB XII und II) akribisch begründet und teilweise genauso (gerichtlich) durchgesetzt werden muss.

Mehrere tausend Euro teure (teils auch noch unnötige oder gar schädliche) Behandlungen werden OHNE jegliches Antragsprozedere aus den Sozialkassen entnommen.... und wenn es zu "Abrechnungsfehlern" kommt.... ist das im Gegensatz zu Leistungsberechtigten ja noch nicht mal Betrug.... hust.

Wer an uneingeschränkt an "das Wohl des Patienten" glaubt, der wird auch glauben, dass das Fördern im Sinne des SGB II ein arbeitsmarktpolitisches Erfolgsmodell ist (na guuut ...eine Frage des Standpunktes).

Hier aber mit gravierenden Unterschieden:

Um das JC kann man notfalls einen riesen Bogen machen..... "Zwangsbewilligungen" sind hier noch sehr unbekannt..... im Gegensatz zur Zwangspsychiatrie....
__

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Alt 18.01.2013, 16:39   #14
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Die Linke, die als einzige Bundestagsfraktion gegen das Gesetz stimmte, sprach von einem schweren Eingriff in die Grundrechte.


aus:


Bundestag billigt Zwangsbehandlung | MDR.DE
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Alt 18.01.2013, 16:45   #15
hartaber4
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Bleibt nur zu hoffen, dass sich wieder ein Gericht "erbarmt" und sich der Sache in Form einer Normenkontrolle annimmt.

Hier ja die "alte Fassung" des § 1906 BGB

Link zum Beschluss:

LG Bremen, Beschluss vom 10. Mai 2012 - Az. 5 T 101/12




LG Bremen- Beschluss vom 10. Mai 2012 · Az. 5 T 101/12


Das Verfahren wird ausgesetzt.

Das Verfahren wird gemäß Art. 100 Abs. 1 S. 1 GG dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung über die Frage vorgelegt, ob die Vorschrift des § 1906 Abs. 1 Nr. 2 BGB mit dem Grundgesetz vereinbar ist, soweit sie die Untersuchung des Gesundheitszustandes, die Heilbehandlung und ärztliche Eingriffe gegen den natürlichen Willen des Betroffenen zulässt.

.......

Rn 14
Die vorlegende Kammer ist davon überzeugt, dass § 1906 Abs. 1 Nr. 2 BGB insoweit mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist, als die Vorschrift die Untersuchung des Gesundheitszustandes, die Heilbehandlung und ärztliche Eingriffe gegen den natürlichen Willen des Betroffenen zulässt. Die gesetzliche Norm verletzt den Betroffenen in seinem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit gemäß Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG in Verbindung mit dem Grundrecht auf effektiven Rechtsschutz aus Art. 19 Abs. 4 GG. Die medizinische Zwangsbehandlung eines Untergebrachten greift in besonders schwerwiegender Weise in dessen Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit ein. Die aus dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit sich ergebenden strengen Anforderungen an die Zulässigkeit des Eingriffs sind in § 1906 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 S. 1 BGB in Verbindung mit §§ 312 ff. FamFG nicht erfüllt.
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Alt 18.01.2013, 16:47   #16
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Zitat von hartaber4 Beitrag anzeigen
Die Linke, die als einzige Bundestagsfraktion gegen das Gesetz stimmte, sprach von einem schweren Eingriff in die Grundrechte.


aus:


Bundestag billigt Zwangsbehandlung | MDR.DE
Da kann ich nur zustimmen .

Enteignung der Bevölkerung ! Das ist keine Demokratie mehr .
Und kein Massenaufstand .Der Deutsche Michel /Lämmer würde sogar freiwillig in die Gaskammer gehen , als lieber eine Revolution anzuzetteln .!

Wisst ihr eigentlich ,was es für uns betroffene im Alg 2 bezug bedeuten kann ?
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Alt 18.01.2013, 18:05   #17
hartaber4
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

18.01.2013 12:07
Und wieder eine Regelung von CDU/FDP, die wem hilft? Den psychisch Kranken jedenfalls am wenigsten, wohl eher den Ärzten, Krankenhäusern mit eben solchen psychatrischen Abteilungen und den Krankenkassen.

Was soll das meine Damen und Herren unserer Volksvertretung? Diese hilflosen und schwachen vor allem hilfebedürftigen auf eine Art, wie es zu Mengele's Zeiten menschenverachtend üblich war, vermeindlich helfen zu wollen. Hier werden Versuche an Menschen verübt, die sich aufgrund ihrer von der Norm abweichenden Psyche dagegen nicht wehren können.

Nach Gabe der üblichen Mittel werden sie dazu erst recht nicht in der Lage sein und soweit diese Folgeschäden davon tragen, es geschieht ja nur zum Wohle und Schutz der Allgemeinheit.

Wer ist denn diese Allgemeinheit?

Sind das die überbezahlten Brieföffner (Referenten) des Bundestages, die sich auf Druck einer Lobby soetwas einfallen lassen, oder sind es wie oben schon erwähnt die Krankenkassen, Krankenhäuser und quälenden Ärzte?

Leider wird es keiner dieser bemidleidenswerten Geschöpfe erreichen, dass sich jemals das Bundesverfassungsgericht damit beschäftigen wird, da das recht der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterfällt und die Revision bereits am OLG endet, wenn der in seinen Grundrechten erheblich Verletzte sich den Weg bis dahin überhaupt leisten kann.

Denn üblicher Weise trifft dieses Schicksal in unserer Gesellschaft eher die Armen, Schwachen und Obdachlosen, Prostituierte, Drogenabhängige usw..
Wie es zu diesen Schicksalen kommt betrachtet dabei keiner..

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Wehle
Aachen
Rechtsanwalt Andreas Wehle



Kommentar aus dem LINK zu u.a. Beitrag:

Ärzte dürfen Patienten gegen ihren Willen behandeln

18.01.2013

Nach einer halbjährigen Pause ist die Zwangsbehandlung von psychisch Kranken in Notfällen wieder möglich. Der Bundestag billigte am Donnerstagabend mit großer Mehrheit einen entsprechenden Gesetzentwurf von Union und FDP. Damit wird Ärzten grundsätzlich erlaubt, psychisch kranke oder geistig behinderte Menschen in Notsituationen auch gegen ihren Willen zu behandeln.
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Dafür gelten jedoch einige Bedingungen: Voraussetzung ist etwa, dass einem Patienten ohne Eingreifen ein erheblicher Gesundheitsschaden droht. Ein Richter muss den Schritt genehmigen, und der Patient muss in stationärer Behandlung sein, also in einer Klinik versorgt werden und nicht in einer Praxis oder zu Hause. Zudem soll nach Möglichkeit ein zweiter Arzt die Notwendigkeit der Behandlung bestätigen. "Wir brauchen eine Regelung für (...) die Ausnahmesituation, wenn es anders gar nicht geht", erklärte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) im Deutschlandradio Kultur.
Einige Monate lang war ein solches Vorgehen allerdings nicht möglich gewesen. Im vergangenen Sommer hatte nämlich der Bundesgerichtshof entschieden, Zwangsbehandlungen seien nicht zulässig, weil eine ausreichende rechtliche Grundlage fehle. Genau dafür soll nun das neue Gesetz sorgen. "Ich glaube, dass wir jetzt deutlich die Situation verbessern, auch die Rechtsgrundlage klarer wird, sicherer wird für Ärzte", sagte Leutheusser-Schnarrenberger.
Betroffenen-Vertreter hatten die Gesetzespläne scharf kritisiert und Zwangsbehandlungen als Folter bezeichnet. Die Linke, die als einzige Bundestagsfraktion gegen das Gesetz stimmte, sprach von einem schweren Eingriff in die Grundrechte und fraglichem Nutzen. Vertreter aus der Psychiatrie wie die Bundespsychotherapeutenkammer befürworteten hingegen die Neuregelung. Sie mahnten jedoch, Zwangsbehandlungen müssten das allerletzte Mittel sein.
Etwa 1,2 Millionen Menschen werden jedes Jahr stationär in psychiatrischen Einrichtungen therapiert. Etwas mehr als zehn Prozent davon landen gegen ihren Willen dort. Unklar ist aber, wie viele Patienten in solchen geschlossenen Stationen ohne ihre Zustimmung Medikamente bekommen oder andere medizinische Eingriffe über sich ergehen lassen. Belastbare Zahlen dazu gibt es nicht.
dpa/tko/LTO-Redaktion



Bundestag billigt medizinische Zwangsbehandlung: Ärzte dürfen Patienten gegen ihren Willen behandeln



Anmerkung:

Der RA irrt etwas mit dem Hinweis zum Beschwerderecht/FamFG (OLG Ende, etc.) und dürfte vermutlich auf die Rechtslage zu Zeiten des FGG abstellen.

Instanzenzug bei Rechtsbeschwerde (Betreuuung/Unterbringung) ist

AG
LG und

ggf. der BGH (entweder ist R.-Beschwerde zugelassen oder nach dem § 70 Abs. 3 FamFG ohne Zulassung möglich)

vgl. auch:

§ 70 FamFG Statthaftigkeit der Rechtsbeschwerde

(1) Die Rechtsbeschwerde eines Beteiligten ist statthaft, wenn sie das Beschwerdegericht oder das Oberlandesgericht im ersten Rechtszug in dem Beschluss zugelassen hat.

(2) Die Rechtsbeschwerde ist zuzulassen, wenn 1.die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat oder
2.die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Rechtsbeschwerdegerichts erfordert.
Das Rechtsbeschwerdegericht ist an die Zulassung gebunden.

(3) Die Rechtsbeschwerde gegen einen Beschluss des Beschwerdegerichts ist ohne Zulassung statthaft in 1.Betreuungssachen zur Bestellung eines Betreuers, zur Aufhebung einer Betreuung, zur Anordnung oder Aufhebung eines Einwilligungsvorbehalts,
2.Unterbringungssachen und Verfahren nach § 151 Nr. 6 und 7 sowie
3.Freiheitsentziehungssachen.
In den Fällen des Satzes 1 Nr. 2 und 3 gilt dies nur, wenn sich die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss richtet, der die Unterbringung oder die freiheitsentziehende Maßnahme anordnet.

(4) Gegen einen Beschluss im Verfahren über die Anordnung, Abänderung oder Aufhebung einer einstweiligen Anordnung oder eines Arrests findet die Rechtsbeschwerde nicht statt.

sowie vorher zu

§ 58 FamFG Statthaftigkeit der Beschwerde

(1) Die Beschwerde findet gegen die im ersten Rechtszug ergangenen Endentscheidungen der Amtsgerichte und Landgerichte in Angelegenheiten nach diesem Gesetz statt, sofern durch Gesetz nichts anderes bestimmt ist.

(2) Der Beurteilung des Beschwerdegerichts unterliegen auch die nicht selbständig anfechtbaren Entscheidungen, die der Endentscheidung vorausgegangen sind.
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Alt 18.01.2013, 19:14   #18
hartaber4
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Zweifel an der Menschenrechtskonformität


Es bestehen schwerwiegende Bedenken, ob der Gesetzesvorschlag, auch in der veränderten Fassung vom 7. Dezember 2012, mit den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention in Einklang steht. Die Regelung zielt darauf, sich über den natürlichen Willen der betroffenen Person hinwegsetzen zu können und an die Stelle der persönlichen Entscheidung die Entscheidung Dritter zu setzen – eine so
genannte ersetzende Entscheidungsfindung („substituted decision-making“).

Im Lichte der aktuellen menschenrechtlichen Diskussion, wie sie auch in Studien des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte (UN Doc. A/HRC/10/48 vom 26. Januar 2009) und in der Auslegungspraxis des UN-Fachausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Zusammenhang der gesundheitlichen Versorgung von Menschen mit Behinderungen Ausdruck findet, ist der Ansatz, wonach eine psychiatrische Behandlung ohne freie und informierte Zustimmung der betroffenen Person, allein legitimiert über die Entscheidung Dritter vorgenommen werden soll,
menschenrechtlich in Frage gestellt.



link




“Mit der Verabschiedung der Gesetzesvorlage verpasst Deutschland eine historische Chance, aus den Erfahrungen einer Psychiatrie ohne Zwang zu lernen und das System der psychiatrischen Versorgung weiterzuentwickeln”, sagte Aichele. Bevor über eine gesetzliche Neuregelung der Zwangsbehandlung nachgedacht werde, seien eine umfassende Überprüfung der Psychiatrie und strukturelle Verbesserungen der psychiatrischen Versorgung auf der Basis der Menschenrechte unabdingbar.
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Alt 18.01.2013, 20:32   #19
hope40
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

in diesem trööt ein "danke "für hartaber4
__

liebe grüsse

hope

wir sind das volk !

"Die meisten großen Taten, die meisten großen Gedanken haben einen belächelnswerten Anfang."
Albert Camus


"Wenn man kein Geld hat, denkt man immer an Geld. Wenn man Geld hat, denkt man nur noch an Geld."
Jean Paul Getty


"Die Deutschen sind tatenarm und gedankenvoll.()"
Friedrich Hölderlin
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Alt 18.01.2013, 22:59   #20
hemmi
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Wird wohl vom Verfassungsgericht, mal wieder, gekippt werden.
Solangsam stelle ich mir die Frage was machen die da in Berlin noch sinnvolles?
Würde dieses Gesetz nur für Politiker gelten wäre es ja in Ordnung!
Aber so?
hemmi ist offline  
Alt 18.01.2013, 23:03   #21
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Naja, erst einmal muss es ja durch den Bundesrat.
__

Mahalo


"Wer online einkauft, zerstört lokale, auskömmlich bezahlte Arbeitsplätze."
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Alt 18.01.2013, 23:07   #22
hemmi
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Zitat von ZynHH Beitrag anzeigen
Naja, erst einmal muss es ja durch den Bundesrat.
Die sind doch auch nicht besser.
hemmi ist offline  
Alt 19.01.2013, 02:04   #23
gismo41
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Standard AW: Bundestag billigt Zwangsbehandlungen

Ziat hemmi : Solangsam stelle ich mir die Frage was machen die da in Berlin noch sinnvolles?

Antwort : Nichts , außer dafür zu sorgen , das ihre Diäten schön erhöht werden . Den Bürger interessieren Sie sich ein schei*s .!

Verbrecherbande.
gismo41 ist offline  
Alt 21.01.2013, 00:03   #24
Darkstoll
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