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Alt 06.09.2009, 19:11   #1
wolliohne
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Standard M.Moore Film,Kapitalismus ist Stuss

Berufsprovokateur Michael Moore rockt die Filmfestspiele in Venedig. Sein neuer Film "Capitalism: A Love Story" ist nichts Geringeres als der gnadenlos manipulative und mitreißende Aufruf zur Weltrevolution.


Zum Kapitalismuskritiker wird man bei den Filmfestspielen in Venedig wie von allein, dazu reicht eine einfache Fahrt mit den öffentlichen Wasserbussen (6,50 Euro) oder der Genuss eines mittleren Biers (fünf Euro, mindestens). Insofern kein Wunder, dass gestern Abend auf der überfüllten ersten Pressevorführung von Michael Moores neuem Film nicht wenige Festivalgäste schon applaudiert haben, als nur der Titel eingeblendet wurde: "Capitalism: A Love Story". Das sollte keine Liebesgeschichte werden, die Zuschauer warteten auf eine Abrechnung. Und die sollten sie bekommen.
Filmfestival Venedig: Kapitalismus ist Stuss - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
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"10 Jahre Unrechtsregime Bundesrepublik
Deutschland"
Im Namen der BRD-Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit Nebenwirkung Tot

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Alt 07.04.2010, 07:28   #2
wolliohne
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Standard Über den Kapitalismus hinaus

Die Phase kapitalistischer Expansion ist zu einem abrupten Ende gekommen. Die Märkte sind besetzt und verteilt. Auf der Suche nach neuen profitablen Möglichkeiten wurden immer weitere Bereiche des Daseins dem Gewinnstreben unterworfen, und dennoch blieb genug vagabundierendes Kapital übrig, um gigantische Spekulationen anzuheizen, bis diese die Welt in eine erneute Weltwirtschaftskrise stürzten, tiefer und raumgreifender als jene von 1929. Seitdem werden weltweit die Staatskassen geplündert, um Billionen in einstürzende Banken zu pumpen und mit Konjunkturpaketen auf zusammenbrechenden Märkten eine begrenzte Zeit wirtschaftliches Leben zu simulieren. Als die Aktienmärkte fielen, zogen die Spekulationsmilliarden weiter, um die Preise von Getreide und Rohstoffen in die Höhe zu treiben, und Millionen zahlten für diese Manöver weltweit in Hungersnöten. In den Kernländern des Kapitalismus scheint die Lage nur gesichert; Massenarbeitslosigkeit wurde zum globalen Phänomen, und aus den Vereinigten Staaten gibt es längst wieder Bilder von Zeltstädten unbehauster Armer wie aus den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Es bewies sich erneut: der Reichtum, der durch die hohe Produktivität geschaffen wurde, gereicht der Mehrheit der Menschen zum Fluch, nicht zum Segen

Die ungeheuren Geldmittel, die aus den staatlichen Kassen abgezweigt wurden, konnten letztlich nichts bessern. Sie erreichten nur die Entstehung neuer Spekulationsblasen. Der vor kurzem noch unbesiegbar scheinende Riese des globalen Kapitalismus hat sich selbst ins Wanken gebracht, sein eigener Schwung bringt ihn ins Stürzen. Die Folgen sind noch nicht abzusehen. Die Menschheit braucht eine Antwort auf diese Krise. Sie kann nur in der Überwindung des Kapitalismus liegen.

In der bundesdeutschen Gesellschaft hat die Verarmungspolitik der vergangenen Jahre tiefe Spuren hinterlassen. Die Rekordgewinne, die aus den dadurch ausgelösten Lohnsenkungen stammten, wurden in die Spekulation geworfen; die Vormacht auf den Weltmärkten, die durch die niedrigen Löhne gestützt wurde, verschärfte die wirtschaftlichen Ungleichgewichte zwischen den großen Nationen der Welt, und beides trug mit dazu bei, die große Krise zu schaffen. Jeder zehnte Bewohner dieses reichen Landes lebt von Hartz IV, und wenn die unvermeidlichen Massenentlassungen stattfinden, wird sich dieses Heer noch vergrößern.
Die Gesellschaft ist tief gespalten; zwei Drittel der Bevölkerung besitzen kein Vermögen, über zwanzig Prozent der Beschäftigten arbeiten zu Niedriglöhnen, die zum Leben nicht reichen. Die sozialen Sicherungssysteme werden schrittweise preisgegeben, um aus ihnen neue Gelder für bankrotte Banken und Versicherungen zu ziehen.
Gleichzeitig werden Überwachung und Repression immer weiter ausgebaut. Einsätze der Bundeswehr im Innern werden schrittweise zur Normalität, obwohl die Verfassung sie nach wie vor untersagt. Ein Bundesland nach dem anderen verabschiedet Versammlungsgesetze, die das Versammlungsrecht aushöhlen. Jede technische Möglichkeit der Überwachung soll genutzt werden, die Rechte in Strafprozessen werden beschnitten und für den ärmeren Teil der Bevölkerung wird die Verteidigung eigener Rechte immer weiter erschwert.

In der Arbeitswelt wird völlige Unterwerfung angestrebt; das reicht von unbezahlten Unterbrechungen über Kameraüberwachung auf den Toiletten und ausgedehnter Bespitzelung bis zu Erniedrigungsritualen, wie Gruppenbeichten mit Umsatzzahlen für die Bankangestellten oder Minderleistermeldungen bei der Telekom, die Sektenhandbüchern entsprungen scheinen. Der Vertrag von Lissabon setzt die Freiheit des Kapitals an die erste Stelle. Die Freiheit der nicht Kapital besitzenden Einzelnen ist nur noch ein Störfaktor.

Die Unterordnung jeder gesellschaftlichen Tätigkeit unter die Interessen der Kapitalverwertung oder zumindest unter die damit verbundenen Vorstellungen von Effizienz haben der Gesellschaft schweren Schaden zugefügt. Um Gewinne erzielen zu können, wurde die Bahn bis zur Grenze der Funktionsunfähigkeit kaputtgespart. In den Kliniken können völlig überlastete und unterbezahlte Pflegekräfte nur noch Minimalversorgung bieten. Mit öffentlichen Geldern errichtete Bauten stürzen ein oder verwandeln sich nach wenigen Jahren in Bauruinen. Korruption ist schon kein Skandal mehr; die Liste der führenden Politiker, die sich ihre Tätigkeit nachträglich vergolden lassen, ist endlos, und ein großes Unternehmen nach dem anderen enttarnt sich als Schmiergeldgeber.

Das Bild des „homo oeconomicus“, des allein dem wirtschaftlichen Vorteil folgenden Menschen, hat gleichzeitig den widerlichsten Sozialdarwinismus im Gepäck. Der Raubzug am öffentlichen Eigentum und an der (im europäischen Vergleich ohnehin kargen) sozialen Absicherung der besitzlosen Klassen wird vom offen geäußerten Klassendünkel der Besitzenden flankiert. Von Clements „Parasiten“ über Sarazins „Kopftuchmädchen“ bis zu Sloterdijks Brosamenphantasien und Westerwelles „spätrömischer Dekadenz“ zeigt sich eine Bereitschaft zum offenen Angriff, die mehr als nur eine Brücke zu faschistischem Denken schlägt, und die konzerngesteuerte Medienwelt stützt sie bei jeder Gelegenheit.
Von der wirtschaftlichen Krise ist die deutsche Wirtschaft durch ihre Exportorientierung besonders schwer getroffen. Die Folgen werden sich bald nicht mehr nur im Zusammenbruch der kommunalen Haushalte zeigen. Die steigende Arbeitslosigkeit wird eine Bevölkerung treffen, die jetzt bereits keine Reserven mehr besitzt.

Die politische Antwort auf die Krise besteht im eisernen Festhalten am Export und einer verhärteten Haltung gegenüber den europäischen Nachbarn. Die wirtschaftliche Macht, die ohnehin nur durch den Raub an der eigenen Bevölkerung und der ökonomischen Unterwerfung großer Teile Europas erreicht wurde, soll gehalten und weiter ausgebaut werden. Das bedeutet nicht nur weitere soziale Angriffe im Innern; das wird von unseren Nachbarn zu Recht als nationalistisches Verhalten gesehen.

Währenddessen wird die Bundeswehr in immer entlegenere Gegenden entsandt, um deutsche Interessen zu sichern (was mittlerweile offen so gesagt wird); nicht nur zur Absicherung von Handelsrouten – schon Kreuzfahrtschiffe generieren ein deutsches Interesse, das militärisch durchgesetzt werden muss. Längst haben diese kriegerischen Abenteuer die Grenze zu Kriegsverbrechen überschritten, und es finden sich viele Belege, dass sich diese Kolonialtruppen auch wie Kolonialtruppen verhalten. Zusammen mit dem aggressiven wirtschaftlichen Auftreten erinnert das immer stärker an die deutsche Politik kurz vor dem ersten Weltkrieg.
Die Unterwerfung des Lebens unter die Kapitalinteressen hat keine Mehrheit in dieser Gesellschaft. Dennoch ist der politische Alltag von Resignation geprägt, die mittlerweile breite Ablehnung setzt sich noch nicht in aktiven Widerstand oder einen sichtbaren Willen zur Veränderung um, sondern äußert sich vorerst vor allem in Wahlenthaltung. Wie tief diese Ablehnung geht, ist nur in gelegentlichen Umfragen oder plötzlichen, kurzen Ausbrüchen zu erkennen.

Aber weder ihr Ausmaß noch ihre Bedeutung darf unterschätzt werden. Sie ist ebenso Möglichkeit wie Gefahr: der
Unwille hat noch keine Richtung und noch kein Ziel.
Trotz weiterer Stimmengewinne der LINKEN, und obwohl sie mittlerweile in fast allen Bundesländern parlamentarisch vertreten ist, hat sich in der politischen Landschaft nichts zum Guten verändert. Es fand vielmehr ein deutlicher Rechtsruck der Grünen statt, die mittlerweile mit Schwarz-Grün nicht nur liebäugeln und immer sichtbarer die unmittelbaren materiellen Interessen ihrer Wählerschichten vertreten. Die SPD hat nicht einmal rhetorisch mit der Agenda-Politik gebrochen, obwohl sie von einem Wahldesaster zum nächsten eilt. Die neoliberale Einheitsfront steht nach wie vor unerschüttert, auch wenn die Weltwirtschaftskrise all ihre Versprechungen Lügen straft.

DIE LINKE muss in dieser Lage einen Weg finden, der tatsächlich eine Zukunft bietet. Weder Koalitionsregierungen noch Phantasien über eine Rückkehr zum Sozialstaat der siebziger Jahre sind dafür geeignet. Die Versuche, über die Preisgabe wichtiger Positionen mitregieren zu dürfen, enden nicht nur in einem Verlust der
Glaubwürdigkeit und damit letztlich im Betrug am Wähler; sie finden jetzt auch in einer Lage statt, in der im besten Fall etwas weniger Sozialleistungen gestrichen, etwas weniger öffentliche Infrastruktur zerstört wird. Wenn immer mehr Steuergelder von strauchelnde Banken und Großunternehmen vertilgt, wenn größere Teile der westlichen Bundesländer von der Automobilindustrie in den Abgrund gezogen werden, wenn der stets öffentlich subventionierte Rüstungsexport immer weiter ausgedehnt wird, sind auch die Transferleistungen bedroht, die heute den deindustrialisierten Osten mühsam am Leben halten. Damit findet dort jede Hoffnung auf kleine und kleinste Verbesserungen ein Ende.

DIE LINKE kann auch nicht einfach nur Sozialstaatspartei sein, wie dies von manchen vorgetragen wird. Es wird gerne übersehen, dass dieser Sozialstaat nicht nur ein Ergebnis politischer Kämpfe in der alten Bundesrepublik war, sondern immer auch ein Ergebnis der Existenz des anderen deutschen Staates. Er war das Schaustück in der Vitrine eines globalen Kapitalismus, der sich durch ein anderes Gesellschaftsmodell bedroht fand. Heute gibt es nicht nur keinen Grund, die besitzlosen Klassen derart zu befrieden; heute ringt die kapitalistische Ökonomie selbst um ihr Überleben, und ist schon deshalb alles andere als kompromissbereit. Auch die Bedingungen, die in der Folge von 1929 die Politik Roosevelts ermöglichten, lassen sich heute nicht reproduzieren.

Wir können und dürfen die Menschen, die uns vertrauen, nicht täuschen. In der jetzigen Situation hieße das nicht nur, bei der nächsten Wahl Stimmen zu verlieren. Es hieße, den rechten Rattenfängern, die sich gern antikapitalistisch tarnen, Tür und Tor zu öffnen.

DIE LINKE muss die Dinge benennen, wie sie sind. Das heißt, eine klare Haltung in der Friedensfrage einzunehmen. Das darf nicht bei einer Ablehnung von Kriegseinsätzen stehen bleiben; wir müssen auch eine aggressive, nationalistische Wirtschaftspolitik als das benennen, was sie ist, selbst wenn große deutsche Gewerkschaften diese mittragen. Die Geschichte hat uns gelehrt, dass wirtschaftliche und militärische Kriegsvorbereitungen Hand in Hand gehen. DIE LINKE hat die Pflicht, beiden entschieden entgegenzutreten.

Vor allem aber müssen wir den einzigen gangbaren Ausweg aus der Krise des Kapitalismus benennen: eine Gesellschaft, die von den Fesseln des Gewinnstrebens befreit ist, in der menschliche Arbeit wirklich dem Menschen dient. Diese Gesellschaft kann nur eine sozialistische sein.

  • Für ein Europa der Bürgerinnen, nicht der Konzerne. Die Europäische Union, wie sie zuletzt durch den Lissabon-Vertrag definiert wurde, dient einzig einer besseren Kapitalverwertung. Dabei dient sie oft als Hebel für das Dominanzstreben deutscher Konzerne; es deutet sich an, dass sie nicht einmal den Frieden zwischen den europäischen Ländern sichern kann. Unser Europa muss auf einem Zusammenwirken von Gleichen beruhen, auf Solidarität und Frieden, nicht auf Rüstung mit- oder gegeneinander oder einem Pakt zur besseren Ausbeutung der restlichen Welt. ImUmgang mit den anderen europäischen Ländern heißt das in einem ersten Schritt: Beendigung der Rüstung, Auflage von Eurobonds, Verbot von CDS-Geschäften, Entmachtung der Ratingagenturen, Einführung europäischer Sozialstandards, die keinem Land eine Verschlechterung abverlangen, Aufhebung der Mastricht-Kriterien, ein europäischer Schuldenausgleich. Die Europäische Union muss sich von einem deutsch dominierten Markt zu einer Sozialunion verändern. Sie muss ausgleichende Verfahren entwickeln, die jede Form wirtschaftlicher Unterwerfung nach innen wie nach außen verhindern.
  • Gesellschaftliche Kontrolle der Kreditflüsse. Sämtliche großen deutschen Banken gibt es nur noch, weil ihnen mehr Steuergelder geschenkt wurden als sie wert sind. Sie müssten längst in staatlicher Kontrolle sein. Stattdessen kontrollieren über Doppelagenten wie Asmussen die Banken den Staat. Das Entstehen neuer Spekulationsblasen, Kreditklemmen und verhängnisvolle Währungsspekulationen können nur verhindert werden, wenn man den Bankern das Handwerk legt und gesellschaftlich entschieden wird, wofür gesellschaftlicher Reichtum verwendet werden soll. Das setzt eine Verstaatlichung der Finanzkonzerne, der Banken und Versicherungen, voraus.
  • Überprüfung und Übernahme der kommunalen Schulden. Öffentliche Investitionen tätigen vor allem die Kommunen; hier entscheidet sich, ob eine Region lebt oder dahinvegetiert. Im Gefolge der Wiedervereinigung wie auch durch die Zunahme der zugewiesenen Aufgaben tragen die Kommunen in Ost und West Schuldenlasten, die sie nicht verursacht haben. Diese Schulden müssen überprüft und vom Bund übernommen werden. Nur so kann die soziale wie die technische Infrastruktur erhalten und verbessert, nur so kann die örtliche Wirtschaft wiederbelebt werden. In der Kommune ist es möglich, dass Bürgerinnen und Bürger selbst und unmittelbar die Entscheidungen über ihr Zusammenleben treffen. Eine Erneuerung der Demokratie, eine Entfaltung gesellschaftlicher Selbstbestimmung muss auf einer Stärkung der kommunalen Ebene beruhen. Ohne die nötigen finanziellen Ressourcen ist dies nicht möglich.
  • Sozial-Ökologischer Umbau der Leitindustrien. Auch massive staatliche Stützungen können das Ende der Automobilwirtschaft nur verzögern. Private Stromkonzerne sind das größte Hindernis auf dem Weg zu zukunftsfähiger Energieerzeugung. Nach wie vor werden durch Rüstungsproduktion gesellschaftliche Ressourcen auf höchst gefährliche Art verschleudert. Die pharmazeutische Industrie erzielt mit einem enormen Korruptionsnetz Milliardengewinne auf dem Rücken der Versicherten. Kein Teil der großen deutschen Industrien ist willens oder im Stande, sich der ökologischen Krise zu stellen und die realen Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen. Eine profitgesteuerte Wirtschaft kann vom Wachstumsfetischismus nicht lassen. Um auch zukünftigen Generationen ein sicheres Leben zu ermöglichen, muss hier vieles umgesteuert werden. Das wird nur unter gelingen, wenn die Gesellschaft, nicht der Profit die Wirtschaft bestimmen. Erst dann öffnet sich wirklich der Weg für neue Formen von Massenmobilität, eine tatsächlich ressourcenschonende Produktion in allen Phasen, eine Befreiung der menschlichen Fähigkeiten. Für unsere Zukunft, für die Zukunft der Menschheit ist es dringend erforderlich, die diktatorischen Strukturen der Konzerne zu zerbrechen und durch demokratische Planung zu ersetzen.
  • Gesellschaftliche Absicherung gesellschaftlicher Arbeit. Über Jahrzehnte hinweg war es ehrenamtliche Tätigkeit, die viele Bereiche gesellschaftlicher Infrastruktur aufrechterhielt. Heute ist diese Struktur bedroht: die Einen können nichts mehr beitragen, weil die entgrenzte Arbeitszeit keinen Raum lässt, während die Anderen zwar die Zeit, aber keine finanziellen und persönlichen Ressourcen dafür haben. Freistellung für gesellschaftliche Arbeit und eine angemessene Vergütung der erbrachten Leistung sind ein notwendiger Ausweg, der gleichzeitig zur Geschlechtergerechtigkeit beiträgt. Auch muss jedem Bürger, jeder Bürgerin die Möglichkeit gegeben werden, an politischen Prozessen teilzunehmen, um eine wirklich demokratische Gesellschaft zu erreichen.
  • Aufhebung der Bildungsschranken. Während einerseits behauptet wird, wir lebten in einer Gesellschaft des lebenslangen Lernens, wird der Zugang zu Bildung an immer mehr finanzielle und soziale Bedingungen geknüpft, und immer größere Bereiche des Bildungswesens werden der Profiterzeugung unterworfen, von Kinderkrippen bis zur Weiterbildung. Bildung ist ebenso eine gesellschaftliche Ressource wie ein Menschenrecht. Also muss sie gesellschaftlich organisiert und ohne Altersgrenzen, ohne finanzielle Hürden jedem jederzeit zugänglich sein. Das ist eine Voraussetzung für die freie Entwicklung jedes Einzelnen.
  • Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden.Die Kontrolle über die eigene Zeit ist eines der kostbarsten Güter. Gegenwärtig wird sie vielen fast vollständig entrissen; nach der Arbeitszeit bleibt kein Leben mehr übrig. Gleichzeitig wird anderen jede Form von Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen verweigert. Arbeit muss jedem zugänglich sein, der sie sucht, und jedem genug Zeit für privates wie gesellschaftliches Leben lassen.

Sollte sich DIE LINKE an Regierungen beteiligen, muss dadurch eine wirkliche Verbesserung für die Menschen erreicht werden. Die Voraussetzungen dafür haben sich in den vergangenen Jahren verändert. So bringt es keine Verbesserung, einen Abbau des öffentlichen Sektors abzulehnen; vielerorts ist der öffentliche Dienst bereits jetzt so weit reduziert, dass er bei weiteren Kürzungen einfach nicht mehr funktionsfähig wäre. Gleichzeitig ist es erforderlich, die Abwälzung der Krisenfolgen auf die Bevölkerung zu verhindern. Im Bereich des öffentlichen Dienstes hieße das z.B. Ausbau statt Erhaltung, um zumindest ansatzweise die Beschäftigungsverluste in der Wirtschaft kompensieren und einer noch breiteren Verarmung entgegenwirken zu können. Was gestern eine Forderung für die Zukunft war, ist heute dringende Notwendigkeit, um einen ungebremsten Absturz zu verhindern. Unsere Haltelinien müssen das widerspiegeln.

1. Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 10 Euro. Unter den jetzigen Bedingungen bei weiter steigender Erwerbslosigkeit wird auch ein gesetzlicher Mindestlohn keine Umkehr der Verarmungstendenzen bewirken. Aber er kann sie abschwächen.
2. Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich im öffentlichen Sektor und Besetzung der notwendigen zusätzlichen Stellen. Über den öffentlichen Dienst und die öffentlichen Unternehmen kann eine Regierung tatsächlich entscheiden. Die Arbeitszeitverkürzung bietet eine Möglichkeit, einen Teil der Krisenfolgen aufzufangen.
3. Rekommunalisierung der Daseinsvorsorge. Die Privatisierungsmodelle sind gescheitert und haben bundesweit Verheerungen hinterlassen. In den nächsten Jahren wird nur die öffentliche Infrastruktur die erforderlichen Aufträge geben können, um die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren.
4. Rückführung von Post, Bahn und Telekom in öffentliche Hand.Die drei ehemals staatlichen Unternehmen können mittlerweile die gesellschaftlich nötigen Leistungen nicht mehr erbringen. Gleichzeitig haben sie seit ihrer Privatisierung in bedeutendem Ausmaß zur Entwicklung der Massenarbeitslosigkeit beigetragen.
5. Sofortige Beendigung aller Auslandseinsätze. Sie sind das Vorspiel zu weiteren Kriegsvorbereitungen und haben, das hat die Geschichte vor dem ersten Weltkrieg gezeigt, massive Folgen für die Gesellschaft.
6. Aufhebung der repressiven Gesetzesverschärfungen. Von der Vorratsdatenspeicherung bis zu neuen Versammlungsgesetzen wurden in den vergangenen Jahren bürgerliche Freiheiten massiv eingeschränkt. Diese Einschränkungen dürfen nicht bestehen bleiben.
7. Rücknahme der Hartz-Gesetze und der Entgrenzung der Leiharbeit. Die Hartz-Gesetze, einschließlich des Umbaus der Bundesanstalt für Arbeit in eine privatrechtliche Struktur, wie auch die Entgrenzung der Leiharbeit haben ihre verheerenden Wirkungen längst bewiesen. Eine demokratisch kontrollierte Arbeitsvermittlung unter Einbeziehung der Betroffenen und eine Beendigung der verschärften Ausbeutung durch Leiharbeit sind dringend erforderlich.
8. Gesetzliche Begrenzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 40 Stunden. Die zunehmende Ausdehnung der Arbeitszeiten bei einigen verschärft das Problem der Arbeitslosigkeit. Durch eine entsprechende Gesetzesänderung kann hier schnell Abhilfe geschaffen werden.
9. Strikte Finanzmarktkontrolle. Dies reicht von einer gesetzlichen Festlegung der Zinsspannen auf die Werte der 1970er Jahre über eine Börsenumsatzsteuer bis zur Abschaffung des Optionshandels. Damit wäre zumindest ein halbwegs stabiler Zustand wieder hergestellt.
10. Einführung eines Krisenlastenausgleichs. Hierbei handelt es sich um eine in Jahresraten zu begleichende Steuer auf alle Vermögen (auch Produktivvermögen und Immobilien), die dazu dienen soll, die sozialen Lasten zu finanzieren. Richtwert hierbei ist das Lastenausgleichsgesetz der Nachkriegszeit.
11. Erhöhung der Regelsätze der Sozialleistungen.Eine Erhöhung der Regelsätze ändert nichts an der Struktur; aber sie ermöglicht zumindest ein Leben ohne bittere Not. 500 Euro sind hierbei die Mindestgrenze.

Die LINKE muss den Menschen die Hoffnung auf eine bessere Gesellschaft zurückgeben. Und sie kann es tun, wenn sie die nötigen Konsequenzen aus der veränderten gesellschaftlichen Lage zieht. Nur dann wird sie ein verlässlicher Bündnispartner sein, wenn sich die bisher noch stille Empörung in politisches Handeln umsetzt.
Der Weg dorthin wird von Klassenauseinandersetzungen geprägt sein. Wir müssen bereit sein, mit allen zusammenzuarbeiten, die auf der Grundlage internationaler Solidarität dem Klassenkampf von oben Widerstand entgegensetzen. Dabei geht es nicht nur um bereits bestehende Strukturen sozialer Bewegungen, um gewerkschaftlich und gesellschaftlich Engagierte, nicht nur um bereits bekannte Aktionsformen wie den politischen Streik. Wir müssen offen sein für neue Formen und neue Strukturen. „Die geschichtliche Stunde heischt jedesmal die entsprechenden Formen der Volksbewegung und schafft sich selbst neue, improvisiert vorher unbekannte Kampfmittel, sichtet und bereichert das Arsenal des Volkes, unbekümmert um alle Vorschriften der Parteien.“(Rosa Luxemburg)

Die gegenwärtige Krise bringt viele Gefahren mit sich. Sie kann aber auch den Weg in eine Zukunft öffnen, in der die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen der Vergangenheit angehört. Es liegt an uns, diese Zukunft möglich werden zu lassen.

Dagmar Henn
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Alt 07.04.2010, 07:48   #3
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Standard AW: M.Moore Film,Kapitalismus ist Stuss

Mein Problem mit den/der Linken?
Die schreiben immer dermaßen viel, das man schon gar keine Lust mehr hat, mit dem Durchlesen zu beginnen, sobald man deren Traktate vor Augen hat!

Auf den neuen Moore-Film freu ich mich schon!
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