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Start > > -> Test der Arbeitsbereitschaft - Zwang zum Erntehelfer?...

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Alt 05.06.2006, 14:27   #26
eisbaer
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eisbaer Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard Re: Test der Arbeitsbereitschaft - Zwang zum Erntehelfer?...

Zitat von Luna
Und da wird auch ganz klar, warum alle Ein-Euro-Jobs und Eingliederungsvereinbarungen nur noch bis zum 1.8.2006 gelten: wer durch ´Job Plus´ vor (Zwangs-) Arbeit nicht aus den Augen gucken kann, wird nicht rebellisch.
eventuell betreffen die beschriebenen 120 Euro gar nicht den Stundenlohn, sondern Mehraufwendungen, die dem Maßnahmeteilnehmer (schönes Wort :uebel: ) zusätzlich erstattet werden für Fahrtkosten u.a. :icon_kinn: :icon_kinn:
Der "Stundenlohn" bliebe zusätzlich dann bei den üblichen 1,10 Euro bis maximal 1,60 Euro.
Es gibt im Web Links, die das vermuten lassen.
http://www.gib.nrw.de/de/download/da...briefJobPLUS.p df
Vielleicht sollten wir doch erstmal abwarten, ehe wir uns wieder den Blutdruck hochjagen. Zugegeben, ich rege mich ja auch immer sehr schnell auf. Aber etwas mit JobPlus zu bezeichnen, wofür es letztendlich nur noch die Hälfte geben sollte, hat mich doch etwas stutzig gemacht und mal tiefergehend suchen lassen.
__

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Eisbärenpelz
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Alt 05.06.2006, 15:10   #27
dickpi
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dickpi Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard

Gucke gerade "Meuterei auf der Bounty", gutes Beispiel für
menschliche Unterdrückung und Brutalität!
dickpi ist offline  
Alt 05.06.2006, 17:21   #28
Johannes->Emailproblem
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Johannes
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Was ist eigentlich so schlimm daran, vorübergehend bei gesunder frischer Luft als Erntehelfer zu arbeiten? Es geht ja wohl nicht um eine Dauerbeschäftigung in der Landwirtschaft und auch das wäre ja nicht ganz so schrecklich.
Vielmehr nimmt ein Arbeitsloser Leistungen des Staates in Anspruch, dann muss er oder sie auch eine zumutbare Tätigkeit annehmen und damit auch eine Gegenleistung für unsere Gesellschaft erbringen.
Johannes ist offline  
Alt 05.06.2006, 17:29   #29
Arania->Emailproblem
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Registriert seit: 05.09.2005
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Arania Arania Arania Arania Arania Arania
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Hast Du Erfahrung damit? Schon mal gemacht? Schon mal zu etwas gezwungen worden? Schon mal Pianist oder Arzt gewesen und dann Deine Hände ruiniert beim Spargelstechen?

Finde ich jetzt etwas übertrieben Dein Posting, wir haben nicht Krieg, denn dann würde ich sagen da macht man alles um etwas zu essen zu haben
__

Man trifft sich im Leben immer zweimal
Arania ist offline  
Alt 05.06.2006, 17:53   #30
Left of Life
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Zitat von Johannes
Was ist eigentlich so schlimm daran, vorübergehend bei gesunder frischer Luft als Erntehelfer zu arbeiten? Es geht ja wohl nicht um eine Dauerbeschäftigung in der Landwirtschaft und auch das wäre ja nicht ganz so schrecklich.
Vielmehr nimmt ein Arbeitsloser Leistungen des Staates in Anspruch, dann muss er oder sie auch eine zumutbare Tätigkeit annehmen und damit auch eine Gegenleistung für unsere Gesellschaft erbringen.
Gegenfrage: Was spricht eigentlich dagegen, für gut geleistete, harte Arbeit einen menschenwürdigen Lohn zu zahlen?
Niemand hier wertet irgendeine Arbeit als Minderwertig ab - weder in der Landwirtschaft noch sonst wo. Ich würde mich an deiner Stelle zunächst einmal durch dieses Forum lesen. Dann wirst du schon erkennen, was gegen Zwangsarbeit spricht, jedoch nicht gegen Erntehelfer an sich.
 
Alt 05.06.2006, 17:54   #31
kohlhaas->Emailproblem
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Registriert seit: 31.10.2005
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kohlhaas
Standard

Zitat von Johannes
Was ist eigentlich so schlimm daran, vorübergehend bei gesunder frischer Luft als Erntehelfer zu arbeiten?
Eigentlich nichts. Warum tust du es dann nicht ?
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"Die Herren machen das selber, daß ihnen der arme Mann Feind wird. Die Ursache des Aufruhrs wollen sie nicht wegtun. Wie kann es die Länge gut werden?" (Thomas Müntzer)
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kohlhaas ist offline  
Alt 05.06.2006, 19:07   #32
eisbaer
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ich hätte damit kein Problem, könnte ich es gesundheitlich durchziehen. Ich habe überhaupt kein Problem damit, einen Ein-Euro-Job anzunehmen, wenn er meinem Gesundheitszustand entspräche. Ich habe nur Angst davor, zu etwas gezwungen zu werden, was meine Rückenprobleme noch schlimmer werden ließe, als sie so schon sind.

Ansonsten bin ich eigentlich etwas dämlich, denn ich rechne nicht nur den einen Euro zu einem fiktiven Stundensatz zusammen, sondern auch die weiteren Leistungen, die ich erhielte. Das habe ich z.B. mal für ein mir bekanntes Paar gemacht und wir kamen mit der Miete und den übrigen Leistungen auf einen Stundenlohn, der zwar nicht berauschend war, aber für den hier drüben andere auch 8 Stunden lang täglich arbeiten müssen.

Das Blöde an der Sache ist nur, dass über meinen Kindern das Damokles-Schwert schwebt, zurück zahlen zu müssen, was ihre Eltern als H4 erhalten haben. Würde zumindest für die Dauer des Ein-Euro-Job die "Schuld" verringert, dann hätte ich kein Problem damit, bis zur Rente einen gesundheitlich machbaren Ein-Euro-Job nach dem anderen anzunehmen und täglich zu arbeiten, um meinen Kindern ein solches Problem möglicherweise mal zu ersparen.

Ich befürchte nur, dass man der Willkür des Betreuers ausgesetzt ist, denn braucht nur vorsätzlich drei Arbeitsangebote zu machen (Bäume fällen im Wald, Eisenbahngleise mit Schotter stopfen oder Gräben ausheben) die ich dann dreimal ablehnen müsste und schon stände ich als fauler Arbeitsverweigerer da.

Übrigens - Spargel stechen habe ich als junger Mann jedes Jahr gemacht. Das nannte sich Sozialistische Hilfe und war in den Betrieben normal, dass immer einige Brigaden zu den Landwirtschaftlichen Kooperativen aufs Feld hinaus gingen und während der Erntezeit mit anpackten. Ohne zusätzliche Bezahlung. Dafür halfen uns die Bauern gegebenfalls, so gut sie es konnten, wenn wir im Winter in Schnee und Eis in den Braunkohlentagebauen versanken oder wenn uns der Schlamm im Frühjahr bei Tauwetter verschluckte und fast alles Arbeiten unmöglich machte. Für die Bauern nannte sich das dann Winterkampf. Wir hatten damit aber keine Probleme und keiner fühlte sich gedemütigt.
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Eisbärenpelz
eisbaer ist offline  
Alt 05.06.2006, 20:41   #33
Andi_->Emailproblem
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Andi_
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Zitat von eisbaer
Übrigens - Spargel stechen habe ich als junger Mann jedes Jahr gemacht. Das nannte sich Sozialistische Hilfe und war in den Betrieben normal, dass immer einige Brigaden zu den Landwirtschaftlichen Kooperativen aufs Feld hinaus gingen und während der Erntezeit mit anpackten. Ohne zusätzliche Bezahlung. Dafür halfen uns die Bauern gegebenfalls, so gut sie es konnten, wenn wir im Winter in Schnee und Eis in den Braunkohlentagebauen versanken oder wenn uns der Schlamm im Frühjahr bei Tauwetter verschluckte und fast alles Arbeiten unmöglich machte. Für die Bauern nannte sich das dann Winterkampf. Wir hatten damit aber keine Probleme und keiner fühlte sich gedemütigt.
Danke für die Info. Ich fragte an anderer Stelle ob es früher in der DDR auch üblich war, Polen aus dem sozialistischen Nachbarland zur Spargelernte einzuladen, statt volkswirtschaftlich sinnvoller die Ernte durch einheimische Kräfte zu erledigen. In der BRD ist es schon seit vielen Jahren üblich gewesen, weshalb mich eigentlich wundert, daß man erst heute auf die Idee kommt dafür Arbeitslose einzustellen.

Als "Prüfung zur Arbeitsbereitschaft" ist die Geschichte aber nach meiner Ansicht völlig ungeeignet. Dazu wäre ein korrekter Arbeitsplatz nötig und wenn man bedenkt, wieviele Ein-Euro-Job geplant waren und wieviele nur geschaffen wurden, sieht man überdeutlich das keine Arbeit vorhanden ist, nichtmal umsonst. Wenn überhaupt sollte man die Jobs für subventionierte 15 EUR anbieten.

Dann fänden sich sicherlich auch genug Arbeitswillige ;)
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Dies ist meine private Meinung konform Artikel 5 GG.
Andi_ ist offline  
Alt 05.06.2006, 21:49   #34
eisbaer
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eisbaer Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
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Zitat von Andi_

Danke für die Info. Ich fragte an anderer Stelle ob es früher in der DDR auch üblich war, Polen aus dem sozialistischen Nachbarland zur Spargelernte einzuladen, statt volkswirtschaftlich sinnvoller die Ernte durch einheimische Kräfte zu erledigen.
Nein, die hätten ja auch kaum für die Aluminium-Mark der DDR arbeiten wollen, denn . . . .
Zitat von Andi_
In der BRD ist es schon seit vielen Jahren üblich gewesen, weshalb mich eigentlich wundert, daß man erst heute auf die Idee kommt dafür Arbeitslose einzustellen.
... denn wie Du selbst schreibst, konnten Sie ja dafür auch D-Mark im Westen bekommen. Und die Polen durften in die BRD reisen, im Gegensatz zu uns. Ich bin überzeugt, hätten die DDR-Bürger reisen dürfen, dann hätten die wohl auch Spargel für D-Mark gestochen
Zitat von Andi_
Als "Prüfung zur Arbeitsbereitschaft" ist die Geschichte aber nach meiner Ansicht völlig ungeeignet. Dazu wäre ein korrekter Arbeitsplatz nötig
was unbestritten ist. Aber so wie sich das hierzulande darstellt, gibt es keine Arbeitsplätze und Herrn Professor Biedenkopfs Auslassungen, dass es mindestens 5 Millionen unbesetzte "Schatten"arbeitsplätze in der BRD gäbe (Phönix Berliner Runde oder Christiansen - eines von beiden war das), kann ich nur als das erbärmlich senile Gewäsch eines alten Mannes nachvollziehen, der viel besser in seinen Ruhestand gegangen wäre, weil er die Realitäten nicht mehr erfasst.
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Eisbärenpelz
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Alt 05.06.2006, 21:50   #35
Arania->Emailproblem
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Arania Arania Arania Arania Arania Arania
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Dann gibt es momentan aber eine Menge seniler Politiker :icon_kinn:
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Man trifft sich im Leben immer zweimal
Arania ist offline  
Alt 05.06.2006, 23:14   #36
Rinzwind->Emailproblem
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Rinzwind
Standard Re: Test der Arbeitsbereitschaft - Zwang zum Erntehelfer?...

Zitat von Arania
Dann gibt es momentan aber eine Menge seniler Politiker :icon_kinn:
Das ist der Eindruck, den diese Politiker erwecken wollen, in Wirklichkeit wissen die ganz genau was sie tun :| und genau das ist das Schlimme an der Sache! :kotz:

Schönen Gruß, Andreas
__

"Wer nicht bereit ist, aus der Geschichte zu lernen, der ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen."
(Übersetzungsvariante eines Zitats von George Santayana)

Das Ziel der Hartz-Gesetze: Niemand soll hungern, ohne zu frieren!


Alle meine Äußerungen sind durch das Grundgesetz, Artikel 20, Absatz 4 abgedeckt und somit strafrechtlich nicht verfolgbar! ;-)
Rinzwind ist offline  
Alt 05.06.2006, 23:27   #37
Barney
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Spargel hätten viele Bewohner der DDR gerne gestochen. Dann hätten sie wenigstens welchen abbekommen.

Es gab auch in der DDR Arbeiter/innen aus anderen Ländern.
Diejenigen, die aus Ungarn, Vietnam, Mocambique u.a. Ländern in die DDR zum arbeiten kamen, nannte man Vertragsarbeiter. Sie wurden in Heime gesteckt, damit sie ja keinen Kontakt zur Landesbevölkerung hatten.

Die Vietnamesen beispielsweise sparten ihren gesamten Lohn und kauften sich dann Mopeds, Nähmaschinen und anderes, was zu Neidattacken der ansässigen Bevölkerung führte.(Meiner Meinung nach eine der Wurzeln der Ausländerfeindlichkeit.) Die meinten nämlich, dass die Vietnamesen diese Sachen hinterhergeschmissen bekommen, während sie entweder darauf lange angemeldet sein mußten, Beziehungen haben oder die Verkäufer mit blauen Fliesen (100-DM-Scheine) bestechen mußten.

Als dann die Wende kam, standen die Vietnamesen ziemlich dumm da. Diejenigen, die in ihre Heimat zurückgingen, wurden dort all ihrer Ersparnisse beraubt und die gekauften Konsumgüter wurden ihnen abgenommen. Einige kamen ins Gefägnis, weil sie beim Klassenfeind geblieben waren.
 
Alt 05.06.2006, 23:58   #38
Sonntagsmaja
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Zitat von Johannes
Was ist eigentlich so schlimm daran, vorübergehend bei gesunder frischer Luft als Erntehelfer zu arbeiten? Es geht ja wohl nicht um eine Dauerbeschäftigung in der Landwirtschaft und auch das wäre ja nicht ganz so schrecklich.
Vielmehr nimmt ein Arbeitsloser Leistungen des Staates in Anspruch, dann muss er oder sie auch eine zumutbare Tätigkeit annehmen und damit auch eine Gegenleistung für unsere Gesellschaft erbringen.
Dieser Schreibstil kommt mir sehr bekannt vor :icon_kinn:

Wenn jetzt noch der Spruch von der leeren Staatskasse folgt, ist eigentlich klar, wer "Johannes" ist :pfeiff:
__

Gruß von
Sonntagsmaja
-------------------
Mach' was das Jobcenter Dir sagt! Damit folgst Du der Ansicht einer Reihe User hier, die damit das Märchen vom problemlosen Umgang mit dem JC verbreiten.
Aber beschwere Dich nicht bei mir wenn Du irgendwann mal eines Tages in einen Zug einsteigen mußt, an dessen Zielort die "neue Arbeit" auf Dich wartet........
Sonntagsmaja ist offline  
Alt 06.06.2006, 00:06   #39
Arania->Emailproblem
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Arania Arania Arania Arania Arania Arania
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War Ironie Rinzwind
__

Man trifft sich im Leben immer zweimal
Arania ist offline  
Alt 06.06.2006, 00:13   #40
Left of Life
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Zitat von Sonntagsmaja
Wenn jetzt noch der Spruch von der leeren Staatskasse folgt, ist eigentlich klar, wer "Johannes" ist :pfeiff:
Der wird nicht wiederkommen. Er hat seine ferngesteuerte Meinung kund getan.
 
Alt 06.06.2006, 06:10   #41
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Andi_
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@Barney

An die Vietnamesen kann ich mich nur als Zigarettenverkäufer erinnern. Als ich zur Wendezeit in Ost-Berlin war, fand man die an jeder Markthalle mit billigen Zigaretten. Immerhin kann ich von mir behaupten, den Osten gesehen zu haben, bevor er kapitalisiert wurde. Ich war damals nicht nur in Ost-Berlin, sondern auch in ländlichen Gebieten, Frankfurt / Oder und auf dem Polenmarkt kurz nach der Grenze. HB für 12 DM, ich kann nicht glauben was man so alles vermissen kann :cry:

Die Problematik der Vietschis kannte ich bisher nicht. Dachte die meisten wären hier geblieben oder nach Polen, da sah man sie auch öfter. Das ist aber nunmal so, wenn du als Gast in ein Land gehst. Gehe mal nach Vietnam und beantrage dort Sozialhilfe, weil du keine Arbeit (mehr) hast, meinst du die behalten dich? Neid ist natürlich meistens ein Problem in Verbindung mit Ausländerfeindlichkeit. Deutschland dürfte aber eines der ausländerfreundlichsten Länder unserer Welt sein.

Andererseits sind wir kein Einwanderungsland und selbst wenn man das aufgrund der deutschen Geburtenrate (die soziale Gründe hat) anders sehen möchte, Einwanderungsländer wie Australien stellen heute enorme Anforderungen an Einwanderer. Da kann ich als Hartz IV Opfer auch nicht einfach mal einwandern, weil es mir dort vielleicht besser gehen könnte. Was glaubt du wohl, ich kratze meine letzten Reserven zusammen, fliege nach Australien und melde mich beim dortigen Sozialamt?

Was werden die mir wohl erzählen? Ich kann es dir sagen:

Zitat:
Ganze 110.000 Plätze sieht das migration program des fünften Kontinents für 2002/03 vor – also bei weitem nicht so viel, wie es interessierte Einwanderer gibt. Denn in dieser Quote ist auch die Familienzusammenführung enthalten. Die Einwanderungsbestimmungen setzen sich aus diversen Visumklassen zusammen, die wiederum in Untergruppen aufgegliedert sind. Das Antragsverfahren selbst ist dementsprechend kompliziert, zumal es innerhalb der Visumklassen aus unterschiedlichen Teilen besteht. Generell lässt sich sagen, dass hauptsächlich hochqualifizierte Bewerber mit entsprechenden beruflichen oder akademischen Erfahrungen die besten Chancen haben – so sie denn unter 45 Jahre alt sind! Diese Bewerber werden in ein Punktesystem eingeordnet, das unter anderem Ausbildung, Praxis und Englischkenntnisse bewertet. Welche Berufe bzw. Berufsgruppen überhaupt als „einwanderungswürdig“ anerkannt werden, wie viele Punkte es für welche Fähigkeit gibt – diese Basisdaten ändern sich häufig. Wie kompliziert die Materie ist, zeigt auch die Tatsache, dass nur geprüfte und staatlich zugelassene migration agents ihre Mandanten gegenüber der Einwanderungsbehörde vertreten dürfen.
Die Fakten sind schon älter, neuere findest du sicher unter http://www.immi.gov.au/ ... da ist doch Deutschland ein Einwanderungsparadies? Ich denke, wir können keinen unbegrenzten Zuzug verkraften, wobei mir die Einsparungsmaßnahmen für teilweise in 2. oder 3. Generation migrierte Nicht-EU-Bürger auch etwas suspekt sind. Die sollen ja nun kein ALG2 mehr bekommen.

Da gibt es sogar Politiker, welche auch die EU-Bürger ausschliessen wollen. Die prüfen zur Zeit ob es mit den EU Rechten konform ist. Ich denke dabei an einen Griechen mit dem ich befreundet bin, der bezieht ALG2. Ist nach Trennung von seiner deutschen Freundin alleine in Deutschland, schon seit vielen Jahren, spricht aktzentfrei deutsch, hat hier seinen Beruf gelernt und würde über Nacht plötzlich kein Geld mehr bekommen.

Ganze BG mit Kindern wären davon betroffen, die schon in 2. oder 3. Genration in Deutschland leben. Unabhängig zu meiner Kritik an einer zu netten Einwanderungspolitik ist dies für mich sozial äusserst befremdlich, auch wenn ich wohl selbst nicht ohne weiteres in ein EU Land gehen könnte, um dort ohne je gearbeitet zu haben (selbst wenn, je nach Land) Sozialleistungen zu beziehen.

Wenn jemand bereits seit seiner Kindheit hier lebte, kann man ihn nicht auf die Strasse setzen oder in einer für ihn oft fremden "Heimat" aussetzen. Ich habe darüber schon öfter diskutiert, da ich auch nicht verstehe, wie man Kriegsflüchtlinge, deren Kinder nur Deutschland kennen und die deutsche Schulen besuchen, eine Duldung entziehen kann. Auch wenn ich das Schicksal der Vietschis nicht kannte, kenne ich Vergleichbare.

Aber jetzt sind wir völlig vom Thema abgekommen, nimmt hoffentlich niemand übel :psst:
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Andi_ ist offline  
Alt 06.06.2006, 06:59   #42
eisbaer
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eisbaer Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
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Zitat von Barney
Spargel hätten viele Bewohner der DDR gerne gestochen. Dann hätten sie wenigstens welchen abbekommen.

Es gab auch in der DDR Arbeiter/innen aus anderen Ländern.
Diejenigen, die aus Ungarn, Vietnam, Mocambique u.a. Ländern in die DDR zum arbeiten kamen, nannte man Vertragsarbeiter. Sie wurden in Heime gesteckt, damit sie ja keinen Kontakt zur Landesbevölkerung hatten.
Also nimm es bitte nicht persönlich, das ist wirklich nun totaler Blödsinn! Wir hatten Vietnamesen, Mongolen, Kubaner und Mosambikaner in Mengen im Bergbau und in der Textil-Industrtie. Die Leute erlernten hier ihren Beruf, manche studierten dann an der Bergakademie. Die einzigen echten Schwierigkeiten machten wirklich nur die Ungarn. Aber auch die waren nicht in Heimen "isoliert", obwohl es manchmal besser gewesen wäre, wir hätten die Ungarn liebend gern woanders untergebracht, weil sie die waren, die über das meiste Westgeld verfügten und damit regelrechte Puffs in den Wohnungen betrieben und von denen kam auch das erste Rauschgift in Größenordnungen in die DDR! Die Leute waren nicht isoliert, die lebten inmitten der Wohngebiete der Bevölkerung, z.T. in gemischten Wohnblöcken und da waren es die normalen Bürger, die unter diesem ganzen Treiben leiden mussten, nicht diese "Vertragsarbeiter". Trotzdem durfte die DDR nicht einschreiten, sondern es mussten ungarische Kriminalbeamte eingeflogen werden, um der Sache wieder Herr zu werden.

Heime, Isoliert, keinen Kontakt zur Bevölkerung. Also langsam habe ich den Eindruck, dass Du die DDR nicht kanntest und über Dinge redest, die Du nur vöm Hörensagen kennst.
Die waren auch nicht in Heimen, sondern in den neuen Wohnungen, die wir verzweifelt gerne für unsere jungen Leute gehabt hätten. Und frage nicht, wie die Buden nach zwei Jahren aussahen - die Wohnungen waren unbewohnbar, als die wieder nach Ungarn zurück gingen! Die waren auch nicht isoliert - egal welche Nationalität, die sind früh so mit jedermann in den werkseigenen Bussen zur Schicht gekommen, wie jeder andere Deutsche. Ich habe jahrelang Vietnamesen familiär in alles einbezogen und zu allem mitgenommen - wir haben heute noch brieflichen Kontakt.

Was hier rüberkommt, ist wirklich bösartiges Zeug und ich habe keine Lust die DDR pauschal (und damit mich selbst und mein zurückliegendes Leben) kriminalisieren zu lassen, bloß damit dieses aktuell bestehende System seinen menschenverachtenden Charakter bemänteln und begründen kann.

Blaue Fliesen - diesen Quatsch kenne ich auch, das war ein Witz der Dialektiker im Kessel Buntes, den dann jeder nachgeplappert hat. Sicher - Bestechung gab und gibt es überall. Ich habe in den Jahren der DDR aber nie jemanden bestechen müssen und irgendwann und irgendwie bin ich am Ende doch zu dem gekommen, was ich haben wollte. Man musste flink und kreativ sein und musste wissen, wo man hingegangen ist (Werksverkäufe bei Zeiss z.B., wer so blöd war und im Kaufhaus auf einen Zeiss-Feldstecher gewartet hat, der war selbst schuld) Ich habe noch heute astronomische Technik in Besitz, die heute mehr als eine halbe Million Euro wert ist, die habe ich legal in Jena gekauft, ohne eine einzige Mark Bestechung, ohne jemanden zu kennen; ich war nur hartnäckig und kreativ. Ich musste auch keine Auto-Anmeldung dafür hergeben. dieser Schwachsinn, der heute verbreitet wird, ist ja ein solcher geistiger Dünnschiss. wie in jeder Gesellschaftsordnung gab und gibt es Fälle von Korruption, aber das war nicht die Regel in der DDR.
Ich weiß heute in diesem Staat gibt es sowas nicht mehr. Alle sind ehrlich, keiner besticht wen! :uebel:

Wenn man in der DDR aufgewachsen ist als normaler Bürger und ohne kriminell gewesen zu sein, wie kann man denn dann auf seiner eigenen Vergangenheit so herumtrampeln und sein eigenes Nest derart mit Kot bekleckern? :kotz:

@Barney
ich nehme mal an, dass Du aus der ehemaligen DDR bist? Ist Dir deine eigene Vergangenheit so wenig wert, sie einfach zu kriminalisieren? Oder warst Du zu jung, warst Kind zu DDR-Zeiten, wurdest von Deinen Eltern noch versorgt, hattest keine Verantwortung, musstest für nichts den Kopf hinhalten. Dann kann ich es verstehen. Dann sollte man sich aber auch mal durch den Kopf gehen lassen, ob man mit solchen Pauschalisierungen nicht auch das Leben seiner Eltern kriminalisiert - und das ist mit mir nicht zu machen.
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Eisbärenpelz
eisbaer ist offline  
Alt 06.06.2006, 07:19   #43
Pomena->Emailproblem
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Pomena
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@eisbaer

Berliner haben die DDR anders erlebt als wir. Sie haben eine andere Wahrnehmung.
Liebe Grüße aus Thüringen, aus Jena, der Zeiss-Stadt ; )
Pomena ist offline  
Alt 06.06.2006, 07:36   #44
eisbaer
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Zitat von Pomena
@eisbaer

Berliner haben die DDR anders erlebt als wir. Sie haben eine andere Wahrnehmung.
Liebe Grüße aus Thüringen, aus Jena, der Zeiss-Stadt ; )
@Pomena
stimmt, das habe ich vergessen. Wir haben ja alle mal etliche Jahre lang für die Jubeljahr-Feier der Berliner (was war das ? die 750ste?) im ganzen Land nach Berlin abgeliefert. Wie konnte mir das nur entgehen :|
Herzliche Grüsse zurück, besonders an meine Geburtstadt Weimar, bei euch sieht es ja mit Arbeit auch nicht gut aus, war erst gerade wieder 14 Tage dort. Nur die Pendler-Situation ist etwas günstiger als von hier aus. Meine Verwandtschaft arbeitet in Coburg für den halben Lohn ihrer Westkollegen, aber wenigstens haben sie Arbeit.
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Eisbärenpelz
eisbaer ist offline  
Alt 06.06.2006, 08:51   #45
Ironwhistle->Emailproblem
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Ironwhistle
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Bei meinen mittlerweile 879 Bewerbungen gibt es - zumindest bei denen auf die ich eine Antwort erhielt - ein paar eindeutige Grundklänge; ich bin a.) unterqualifiziert, b.) zu Jung, c.) zu alt, d.) zu qualifiziert...

Doch, ich würde Spargelstechen - würde michz auch sehr motiviert zeigen. Aber da ich ja zu blöde zum arbeiten bin, was kann ich dafür wenn ich den Spargel falsch steche und die Köpfe dort verbleiben wo sie gewachsen sind??

Ich zeige gerne meine Arbeitsbereitschaft - was kann ich dafür wenn ich einfach zu dumm dazu bin? Hat man mir jetzt lange genug eingeredet, also kann ich mich auch entsprechend verhalten.

Wenn das Kapital und der Verkaufswert einer Ware/Dienstleistung der höchste Wert der Ausbeuter ist, dann erwischt sie genau da wo es ihnen weh tut! Die Chance dazu bieten sie ja... ;)
__

‘Tous ceux qui jouent au Monopoly
Sur le plateau de notre vie
Qu’ils nous font perdre à la gagner
Qui nous exploitent à volonté
Qui s’enrichissent et s’organisent
Pour nous soutirer jusqu’à la ch’mise
Ceux qui nous envoient au casse-pipe
Dès que leurs intérêts l’suscitent
C’est notre démocratie, c’est notre démocratie!!.’
Ironwhistle ist offline  
Alt 06.06.2006, 11:11   #46
eisbaer
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eisbaer Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
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Zitat von Ironwhistle
Bei meinen mittlerweile 879 Bewerbungen gibt es - zumindest bei denen auf die ich eine Antwort erhielt - ein paar eindeutige Grundklänge; ich bin a.) unterqualifiziert, b.) zu Jung, c.) zu alt, d.) zu qualifiziert...
bei mir ist das noch eindeutiger :D

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Zitat:
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und da sagt das AA, bewerben sie sich ruhig, stelle sie sich mal doof, als ob sie nicht rechnen können, machen sie sich zum Clown. Irgendwann aber fragt mich doch mal einer, wie alt ich bin und die dann dort sitzen, selbst die Ältesrten in dieser vorgegebenen Spanne, das könnten alle meine Kinder sein :icon_kinn:
Ein Witz und dann lallt Münte, dass die Alten noch länger arbeiten sollen. Ich frage mich nur wo.
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