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Alt 06.09.2012, 09:59   #1
josef71->Emailproblem
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josef71
Standard Zwang bei 400 Euro Job zu Pauschalbesteuerung durch AG möglich ?

Beim einem 400 Euro Job gibt es ja entweder die Pauschalsteuer (für die Rente ungünstig), oder die Variante per Lohnsteuerkarte (was für die Rente günstiger ist).

Wenn ich die Lohnsteuervariante bevorzuge, der AG sich darauf nicht einläßt sondern nur per Pauschalsteuer macht muß ich dies dann auch unterschreiben (akzeptieren) ? Und wenn ich dies nur aus diesem einen Punkt deswegen nicht unterschreiben ist dies dann sanktionierbar ?

Im Netz findet man dazu sehr widersprüchliches von "Man hat ein Wahlrecht" bis hin zu "Entscheidung hat darüber hat nur der AG".

Was stimmt nun ?
josef71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2012, 10:02   #2
Lilastern
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Lilastern Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Zwang bei 400 Euro Job zu Pauschalbesteuerung durch AG möglich ?

Zitat von josef71 Beitrag anzeigen
Beim einem 400 Euro Job gibt es ja entweder die Pauschalsteuer (für die Rente ungünstig), oder die Variante per Lohnsteuerkarte (was für die Rente günstiger ist).

Wenn ich die Lohnsteuervariante bevorzuge, der AG sich darauf nicht einläßt sondern nur per Pauschalsteuer macht muß ich dies dann auch unterschreiben (akzeptieren) ? Und wenn ich dies nur aus diesem einen Punkt deswegen nicht unterschreiben ist dies dann sanktionierbar ?

Im Netz findet man dazu sehr widersprüchliches von "Man hat ein Wahlrecht" bis hin zu "Entscheidung hat darüber hat nur der AG".

Was stimmt nun ?

Du kannst dich doch an deiner RV mit 20 Euro selber beteiligen. Dann bekommst du halt 380 Euro ausbezahlt. Auf diese Versteuerung würde ich bestehen.
Lilastern ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2012, 10:26   #3
gurkenaugust
Gast
 
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Standard AW: Zwang bei 400 Euro Job zu Pauschalbesteuerung durch AG möglich ?

Zitat von josef71 Beitrag anzeigen
Beim einem 400 Euro Job gibt es ja entweder die Pauschalsteuer (für die Rente ungünstig), oder die Variante per Lohnsteuerkarte (was für die Rente günstiger ist).
Nein, da hast du zwei Dinge verwechselt.

Zum einen kann der Arbeitslohn pauschalversteuert werden oder auf Lohnsteuerkarte ausgezahlt werden, wobei du die eventuelle Versteuerung später selbst vornehmen mußt. Das hat aber mit den Sozialabgaben und deiner Rente nicht das geringste zu tun.

Was du vermutlich meinst, ist die Aufstockung der pauschalen Rentenversicherungsbeiträge auf den vollen Betrag. Bei vollen Beiträgen bekommst du zum einen Rentenbezüge auf der Grundlage deines tatsächlichen Lohnes und zum anderen werden die Zeiten auch voll als Beitragszeiten anerkannt. Bei den Pauschalabgaben, welche der Arbeitgeber zur Rentenversicherung zahlt, würden die Zeiten nur anteilig zählen, und auch die Beitragshöhe wäre natürlich geringer.

Ob Rentenbeiträge nach Pauschalverfahren oder nach tatsächlichem Verdienst gezahlt werden sollen, entscheidest allein du. Du teilst das dem Arbeitgeber einfach mit. Du mußt allerdings die Mehrbeiträge selbst tragen. Der Arbeitgeber wird sie von deiner Lohnabrechnung abziehen. Von daher kann deine Wahl dem Arbeitgeber egal sein.

Ob sich das lohnt (was du später an Rente bekommen wirst, ist sowieso höchst unsicher), mußt du selbst entscheiden. Es sind da einige Einzelheiten zu beachten. Beispielsweise geht dies nur für die Zukunft; deine Wahl gilt, solange du bei diesem Arbeitgeber beschäftigt bist und auch für eventuelle parallel ausgeübte geringfügige Beschäftigungen. Die Höhe deines Eigenanteils hängt davon ab, ob es sich um einen gewerblichen oder privaten Arbeitgeber handelt.
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Alt 06.09.2012, 11:15   #4
Holger01
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Standard AW: Zwang bei 400 Euro Job zu Pauschalbesteuerung durch AG möglich ?

Kleine Korrektur und Ergänzung:

Die Aufstockung der Rentenversicherungsbeiträge auf den vollen Beitrag gibt es nur bei den Midi-Jobs (zwischen € 400,01 und € 800,00) und wirkt sich ein wenig auf die Höhe der späteren Renten aus (immer weniger und immer weniger...).


Bei den Mini-Jobs bis € 400,00 gibt es, unabhängig ob auf LSt-Karte oder ohne, die Möglichkeit, freiwillige Beiträge zur RV zu entrichten.

Dies hat in bestimmten Fällen nur Vorteile: Nämlich z.B. Erfüllung von Anwartschafts- und Warte-Zeiten, z.B. für spätere EM-Renten und auch für die 35-Jahre-420-Monate-Altersrenten.

Zitat: "Verzichtet ein Minijobber schriftlich gegenüber seinem Arbeitgeber auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung und zahlt freiwillig eigene Beiträge (4,6 Prozent des Arbeitsentgelts bzw. 14,6 Prozent bei Minijobs in Privathaushalten), erwirbt er vollwertige Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung."

Quelle: Minijob-Zentrale - Startseite


Auch wenn die Rentenansprüche ständig gekürzt werden: Diese 4,6 % (bei € 400,00 gerade mal € 18,40/Monat) sind nach meiner Überzeugung gut angelegt.
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Alt 06.09.2012, 11:18   #5
Holger01
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Holger01 Holger01 Holger01 Holger01 Holger01 Holger01
Standard AW: Zwang bei 400 Euro Job zu Pauschalbesteuerung durch AG möglich ?

Hier noch ein Link zu vollständigen Infos zum Rentenbeitrags-Aufstocken:

Minijob-Zentrale - Startseite



Es gibt Möglichkeiten, das Aufstocken auch bei bestehenden 400-€-Jobs hinzuzunehmen oder wegzulassen.
Wenn Interesse, bitte hier posten.



Eigentlich wäre es doch schade, wenn man sich der Altersrente (denkt auch an die 40/45 Beitragsjahre, die heute für die eventuelle Zuschussrente geplant sind) nähert, oder gar eine EM eintritt, wenn man mehrere Jahre auf 400-€-Basis ohne RV-Aufstockung gearbeitet hat, und man dann merkt, dass einem ein paar Monate fehlen.



Hier noch ein Rechenbeispiel zum Vergleich: Bei SV-pflichtigen Arbeitsverhältnisses beträgt der Beitrag zur RV komplett 19,6 %.
Davon tragen AG und AN je die Hälfte.
Bei einem Gehalt von € 2.500,00 sind das allein für den AN (9,8 %) = € 245,00, also fast 10 Prozent.



Und nein: Ich arbeite nicht für die DRV und erhalte auch keine Provision. Dies ist einfach nur meine Meinung als einer, der in spätestens zwei Jahren in die Frühverrentung geht.
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Holger01 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2012, 18:02   #6
gurkenaugust
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Zwang bei 400 Euro Job zu Pauschalbesteuerung durch AG möglich ?

Abschließender Hinweis: Rechtsgrundlage für eine Aufstockung der RV-Beiträge ist § 5 Abs. 2 Satz 2 SGB VI.

Eine hierfür erforderliche schriftliche Erklärung des geringfügig beschäftigten Arbeitnehmers gegenüber seinem Arbeitgeber würde beispielsweise lauten:

"Hiermit erkläre ich mit Wirkung vom Beginn des nächsten Monats meinen Verzicht auf die Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Rentenversicherung. Mir ist bekannt, daß ich die daraus entstehenden zusätzlichen Beitragsanteile selbst zu tragen habe."
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Alt 06.09.2012, 18:09   #7
josef71->Emailproblem
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josef71
Standard AW: Zwang bei 400 Euro Job zu Pauschalbesteuerung durch AG möglich ?

Vielen Dank an Euch, bin jetzt doch etwas schlauer
josef71 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2012, 18:20   #8
Holger01
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Holger01 Holger01 Holger01 Holger01 Holger01 Holger01
Standard AW: Zwang bei 400 Euro Job zu Pauschalbesteuerung durch AG möglich ?

Damit keine Mißverständnisse aufkommen:

Ändern kann man seinen Verzicht bzw. Nicht-Verzicht nicht während eines laufenden Minijobs, sondern nur am Anfang.

Zitat aus dem vorherigen Link von GurkenAugust:

"der Verzicht kann nur mit Wirkung für die Zukunft und bei mehreren geringfügigen Beschäftigungen nur einheitlich erklärt werden und ist für die Dauer der Beschäftigungen bindend".

In meinem Beitrag #5 hatte ich bereits angeboten, einen Tipp zum Wechsel während eines laufenden Minijobs zu geben.

Und dieser Tipp heißt einzig und allein: Den lfd. Minijob in Absprache mit dem AG beenden, z.B. zum Monatsende, einschließlich SV-Abmeldung.
Und anschließend den Minijob zum ersten des nächsten Monats mit neuer SV-Anmeldung neu beginnen und hierbei den Verzicht neu erklären bzw. ablehnen.

Anders geht es nicht.
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Alt 06.09.2012, 18:32   #9
gurkenaugust
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Standard AW: Zwang bei 400 Euro Job zu Pauschalbesteuerung durch AG möglich ?

Ich möchte hier jetzt nicht um diese Dinge streiten, aber:

Der Wechsel von Pauschalbeiträgen zu vollen Beiträgen ist auch während eines laufenden Arbeitsverhältnisses möglich, allerdings nicht in umgekehrter Richtung und nur mit Wirkung für die Zukunft.

Grund: man muß den Verzicht auf die RV-Freiheit explizit erklären, aber nicht etwa, daß man nicht verzichtet. Diese Erklärung kann dann einmalig abgeben werden, und zwar auch während des laufenden Beschäftigungsverhältnisses. Sie gilt dann freilich bis zum Ende dieses Beschäftigungsverhältnisses.

Ein "Nicht-Verzicht" auf die Versicherungsfreiheit oder eine explizite Wahl zwischen beiden Möglichkeiten ist gesetzlich nicht vorgesehen.

Zitat:
§ 5 Abs. 2 Satz 2 SGB VI:
Satz 1 Nr. 1 [Versicherungsfreiheit für geringfügig Beschäftigte in der gesetzlichen Rentenversicherung] gilt nicht für geringfügig Beschäftigte nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 und § 8a des Vierten Buches, die durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Arbeitgeber auf die Versicherungsfreiheit verzichten; der Verzicht kann nur mit Wirkung für die Zukunft und bei mehreren geringfügigen Beschäftigungen nur einheitlich erklärt werden und ist für die Dauer der Beschäftigungen bindend.
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Alt 06.09.2012, 19:05   #10
Holger01
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Holger01 Holger01 Holger01 Holger01 Holger01 Holger01
Standard AW: Zwang bei 400 Euro Job zu Pauschalbesteuerung durch AG möglich ?

Zitat von gurkenaugust Beitrag anzeigen
Der Wechsel von Pauschalbeiträgen zu vollen Beiträgen ist auch während eines laufenden Arbeitsverhältnisses möglich, allerdings nicht in umgekehrter Richtung
Ja, stimmt.

Mein Tipp in #8 hilft nur in die andere Richtung, wenn man also in einem bestehenden Minijob zur Versicherungsfreiheit wechseln möchte.

Aber wie schon in #4 und #5 geschrieben, macht das nur in Einzelfällen oder im höheren Lebensalter Sinn.
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Alt 06.09.2012, 22:06   #11
ela1953
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Standard AW: Zwang bei 400 Euro Job zu Pauschalbesteuerung durch AG möglich ?

Bei der Pauschalversteuerung zahlt der Arbeitgeber die 2 %. Er kann die aber auch dem Arbeitnehmer vom Lohn abziehen.

Bei der Abrechnung auf Steuerkarte zahlt der Arbeitgeber keine Pauschale, kann auch nichts auf den Arbeitnehmer umlegen.

Der Arbeitnehmer zahlt auch keine Steuern wegen des geringen Lohns.

Wenn es nur um die Pauschalversteuerung geht, ist für alle die Abrechnung per Steuerkarte günstiger.

Eine Aufstockung wegen der späteren Rente darf der Arbeitgeber eigentlich nicht verbieten.
ela1953 ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 06.09.2012, 22:47   #12
Tollkirsche
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Tollkirsche Tollkirsche
Standard AW: Zwang bei 400 Euro Job zu Pauschalbesteuerung durch AG möglich ?

Zitat:
Wenn es nur um die Pauschalversteuerung geht, ist für alle die Abrechnung per Steuerkarte günstiger.
Für den Arbeitgeber ja, für den Arbeitnehmer bleibt es gleich (Auszahlung brutto wie netto) oder wandelt sich sogar zum Negativen, wenn er außer dem 400 -Euro -Job noch einen anderen Job hat. Dann kommt er nämlich in eine schlechtere, hoch besteuerte Lohnsteuerklasse.
Tollkirsche ist offline   Mit Zitat antworten
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