Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum) QR-Code des ELO-Forum
Mach mit. klick mich....
Impressum Stichwortsuche Spenden Strafanzeigen Verfahrensrecht Registrieren Hilfe Interessengemeinschaften Kalender Suchen Alle Foren als gelesen markieren

Start > > -> Aufhebung von Verwaltungsakten......

Allgemeine Fragen Nur Fragen zu Themen die nicht in bereits vorhandene Hilfeforen passen.


Danke Danke:  0
Antwort

 

Themen-Optionen Ansicht
Alt 03.04.2007, 14:52   #1
unicorn->Emailproblem
Emailadresse berichtigen!
 
Registriert seit: 25.02.2007
Beiträge: 261
unicorn
Standard Aufhebung von Verwaltungsakten......

Ich stelle gerade Überlegungen zu Voraussetzungen für:

Aufhebung eines Verwaltungsaktes mit Dauerwirkung bei Änderung der Verhältnisse nach § 48 SGB X

und

Sonderregelungen für die Aufhebung von Verwaltungsakten § 330 SGB III

an.

Grober Sachverhalt:

Sachverhalt: Ein Bescheid ergeht unter Berechnung Kind unter 15 und Erwachsene erwerbsfähige.

Kind kann sich selber unterhalten, erhält Wohngeld. Dies ist aktenkundig und somit nachweislich angegeben. Amt notiert in Akte, Wohngeld wird nicht angerechnet, da Kind nicht zu BG gehört.

Nun ergeht ein Bescheid nach 1 1/2 Jahren oder fast 2 Jahren, dass Verwaltungsakt aufgehoben wird und Anhörung folgen soll. Wohngeld wird angerechnet.

Nun ist mir nicht nachvollziehbar, wieso eine Anhörung erfolgen soll und wieso ein Rücknahme nach § 48 SGB X wenn der Sachverhalt bekannt ist.
Versteht das jemand? Auf was will man da hinaus? Ist mir nicht nachvollziehbar.

Meine Grundsatzüberlegung:

1.) inwieweit kann hier etwas aufgehoben werden, wenn Wohngeld keine Leistung nach SGB II oder SGB XII ist? Wenn jemand nicht im Leistungsbezug und auch die Leistungsvermutung auf minderjährige Kinder nicht übertragen werden kann, ist dies dann überhaupt anwendbar?

2.) Läuft dies nicht contrair zur Härtefallvermeidung ? (§ 41 WoGG)

3.) Der Höchstsatz für angemessene KDU bei der Wohngeldstelle ist niedriger als der angemessene KDU-Betrag von ALG II (weil dies angepasst wurde, die Wohngeldtabelle aber nicht)

3.) Wäre dies eigentlich nicht in einem Einzelbescheid direkt an Wohngeldempfänger zu richten mit einem Individualbescheid? Zwar schon an mich, jedoch als Vormund und nicht als Leistungsempfänger.

4.) Wohngeld ist eine zweckbestimmte Leistung, wobei nur der Mietanteil der Person berücksichtigt wird und auch nicht die tatsächliche Miete, die jedoch erbracht werden muss, um einen Wohngeldanspruch zu haben. Das heisst, ich verzichte teilweise auf eigene Bedarfe aus der Regelleistung z. Bsp. Essen, um die Miete zu bezahlen und Wohngeld für nicht bedürftiges Mitglied zu erhalten (Anspruchsvoraussetzung für Wohngeld) um es dann wieder angerechnet zu bekommen?
Da kann was nicht stimmen.

5.) Die BA sagt doch selber in den Rz 9.47 bis 9.49 Da zu § 9 SGB II dass das Einkommen von minderjährigen unverheirateten Kinder nicht auf den Bedarf der Eltern anzurechnen ist. Das wird dann als Kindergeldüberschuss verkauft, obwohl dem tatsächlichen Bedarf noch nicht Rechnung getragen ist.
Würde man den zugrunde legen, würde dann wieder Bedarf und somit Hilfebedürftigkeit entstehen.

Problem ist, dass diese Begründungen ignoriert werden und man einfach mal Aufhebungsbescheid erlässt und in der Zwischenzeit..........................Frohe Ostern ohne Ostern.............

So weit mal meine ersten Gedanken dazu. Was meint ihr?

Eine weitere Überlegung der leistungsrechtlichen Zuordnung:

KDU-Kosten sind Kosten der Kommune. Wohngeld, sind das nicht auch kommunale Kosten? Oder ist das Sache vom Bund?
Es heisst doch, dass zunächst die Kosten der BA zu kürzen sind und dann erst die der Kommune. Wenn nun aber Wohngeld keine SGB II-Leistung ist und sogar Ausschluss davon bewirkt, wieso kann dann eine Überhangberechnung vorgenommen werden?

Wie ist das dann mit dem Zweck des Wohngeldes?
§ 1 WoGG (1) "Wohngeld wird zur wirtschaftlichen Sicherung angemessenen und familiengerechten Wohnens als Miet- oder Lstenzuschuss zu den Aufwendungen für den Wohnraum geleistet."

§ 1 WoGG (4): "Das auf Grund des antrages eines nach absatz 2 vom wohngeld ausgeschlossenen Antragstellers bewilligte Wohngeld wird bei Sozialleistungen nicht als Einkommen des ausgeschlossenen Antragstellers berücksichtigt."


Daher ist mir absolut nicht nachvollziehbar, wieso hier ein Verwaltungsakt aufgehoben werden kann. Ich sehe definitiv keinen Zusammenhang.
Es ist auch nicht nachvollziehbar, wieso nun auf einmal das Kindergeld übrig sein soll. Ein Übertrag käme m. E. einer faktischen Wohngeldanrechnung gleich.
unicorn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.07.2009, 15:25   #2
Erolena
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 07.11.2007
Ort: Sachsen
Beiträge: 5.935
Erolena EnagagiertErolena EnagagiertErolena EnagagiertErolena EnagagiertErolena EnagagiertErolena EnagagiertErolena EnagagiertErolena EnagagiertErolena EnagagiertErolena EnagagiertErolena Enagagiert
Standard AW: Aufhebung von Verwaltungsakten......

Meine Überlegung zu diesem immer wieder aktuellen Fall:
Das Kindergeld ist Einkommen des Kindergeldberechtigten (Eltern), was dieser für die Bedürfnisse seines Kindes + für die Entlastung seines Haushalts erhält (sinngemäß, siehe Einkommensteuergesetz Zweck des Kindergeldes). Wenn nun der Bedarf des Kindes gedeckt ist, dann soll der Rest des KG den Haushalt des Elternteils entlasten.

Kritikpunkt aus meiner Sicht:
Die Kinder im ALG II Haushalt müssen, bis sie 25 J. alt sind, auf Niveau des ALG2-Bedarfs leben, egal wieviel Unterhalt, Azubi-Vergütung, Nebeneinkommen sie erhalten. Erst wenn sie ein Einkommen höher als "Bedarf + Kindergeld" erwirtschaften, können sie besser leben als im ALG2-Bezug. (Wobei KG dann komplett den Eltern zugerechnet wird.)

Das Kindergeld entlastet den Haushalt der Eltern/des Elternteils nicht, weil sie keinen Cent mehr haben als ohne Kindergeld (Ausnahme: eventuell 30 Euro Versicherungspauschale, falls kein and. Elterneinkommen vorliegt).
Erolena ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Stichwortsuche
aufhebung, verwaltungsakten

Themen-Optionen
Ansicht


Ähnliche Themen

Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Grundsätzlich aufschiebende Wirkung bei Aufhebung: LSG NRW-L 7 B 329/07 AS ER-24.4.08 Mambo ... Allgemeine Entscheidungen 0 30.05.2008 12:22
Aufhebung einer Pfändung? Crowbar Schulden 5 13.11.2007 23:24
Aufhebung weil Arge Unterlagen verschlammpt mausi0611 ALG II 10 19.07.2007 13:17
Verfahrensrecht bei Verwaltungsakten (Hier Hartz IV) Martin Behrsing Infos zur Abwehr von Behördenwillkür 0 26.03.2007 12:42
B 7a AL 82/05 R Aufhebung der Bewilligung von Unterhaltsgeld SiggiDo ... Beruf 0 13.06.2006 10:21


Es ist jetzt 02:37 Uhr.


Powered by vBulletin® (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
Template-Modifikationen durch TMS
Search Engine Optimisation provided by DragonByte SEO (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2017 DragonByte Technologies Ltd.
Feedback Buttons provided by Advanced Post Thanks / Like (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2017 DragonByte Technologies Ltd.
ELO-Forum by Erwerbslosenforum Deutschland