Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum) QR-Code des ELO-Forum
Mach mit. klick mich....
Impressum Stichwortsuche Spenden Strafanzeigen Verfahrensrecht Registrieren Hilfe Interessengemeinschaften Kalender Suchen Alle Foren als gelesen markieren

Start > > -> Eigenbemühungen contra Vermittlungsvorschläge (ZAF) durch JC

Allgemeine Fragen Nur Fragen zu Themen die nicht in bereits vorhandene Hilfeforen passen.


Danke Danke:  0
Antwort

 

Themen-Optionen Ansicht
Alt 15.06.2011, 22:01   #1
Oliver59
Elo-User/in
 
Registriert seit: 29.11.2010
Beiträge: 130
Oliver59 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard Eigenbemühungen contra Vermittlungsvorschläge (ZAF) durch JC

Hallo,

ich hoffe mal, dass mein Beitrag hier in dieses Unterforum rein paßt :-)

Ich bin in den letzten 5 Jahren immer wieder in ALG II reingerutscht (Arbeitslosigkeit, nicht durch Aufstockung) und hatte dann zwischendurch immer mal wieder kurz (zwischen 1 und 4 Monaten) Arbeit.

Mir ist dabei all die Jahre aufgefallen, dass die Vermittlungsvorschläge durch das JC, mich bei Zeitarbeitsfirmen (ZAF) vorzustellen, erst nach ca. 9-12 Monaten ALG II-Bezugs einsetzten. Vorher kam glücklicherweise gar nichts.

ZAF stellen für mich - um es mit den Worten des ehemaligen Arbeitsministers Dr. Norbert Blühm zu sagen - Arbeitsverhältnisse dar, die der Prostitution sehr nahe kommen, weil man über 50% seines Lohnes abführen muss. Und das in Zeiten, wo die EU meines Erachtens eine in D. noch nicht umgesetzte Richtlinie herausgebracht hat, dass gleicher Lohn für gleiche Arbeit zu zahlen sei.

Seit Ende 2010 bin ich nun wieder ALG II-Bezieher und leider setzte diesmal der "Terror" mit den Vermittlungsvorschlägen bei ZAF sofort ein - was mich sehr überrascht hatte. Also keine "Wartezeit" von 9-12 Monaten. Es kommen nur Vorschläge, mich bei ZAF zu bewerben. Nichts anderes. Ich werde mit diesem Müll regelrecht bombardiert.

Ich frage mich nun, was dahintersteckt? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es all die Jahre zuvor lediglich eine "Nettigkeit" der ARGEn gewesen ist, mich ca. 9 Monate von Vermittlungsvorschlägen bei ZAF zu verschonen.

Im Leitfaden von Jäger/Thomme, "Leitfaden ALG II / Sozialhilfe" von 2008 steht auf der S. 9 unter 1.2.1 Vorrang der eigenen Arbeitssuche: "Wenn die Behörde Ihnen sofort Arbeitsangebote unterbreitet, können Sie dagegen Widerspruch einlegen. Vorrang hat die eigene Arbeitssuche." Verweis auf § 15 Abs. 1 Nr. 2 SGB II.

Nun stellt sich mir möglicherweise auch die Frage, wenn in meinem Falle ein Rechtsverstoß bzw. ein fehlerhaftes Ermessen einer SB dahingehend vorlag, dass die Vermittlungsvorschlägen bei ZAF sofort einzusetzen haben, wie der Rechtsverstoß gegen § 15 Abs. 1 Nr. 2 SGB II geheilt werden kann.

Macht es evtl. Sinn, einen Antrag bei dem JC zu stellen, dass in den nächsten 9 Monaten die Vermittlungsvorschläge bei ZAF von Seiten des JC auszusetzen sind, um den eben beschriebenen Rechtsverstoß zu heilen?

Um diese Frage zu erhellen, habe ich im Nomos Kommentar zum SGB II, Münder, 3. Aufl. 2009, nachgelesen, jedoch weder was zur Rechtsauffassung von Jäger/Thomme in Bezug auf die Eigenbemühungen finden können, noch habe ich was finden können in Bezug auf eine Heilung eines möglichen Rechtsverstoßes hierauf.

Deswegen lautet meine zentrale Frage: Hat es Sinn, mich einfach mal beim JC zu beschweren unter Hinweis auf den Vorrang von Eigenbemühungen und unter Hinweis auf § 15 Abs. 1 Nr. 2 SGB II einen Antrag zu stellen, dass zumindest ab Antragsgewährung für mindestens 6-9 Monate die Vermittlungsvorschläge für ZAF auszusetzen haben?
Wie denkt das Forum darüber?

Was mich auch freuen würde: Im Mai letzten Jahres kam von Jäger/Thomme eine neue Auflage zum Leitfaden heraus. Den habe ich leider nicht und möchte ihn mir auch nicht kaufen, da sich das SGB in diesem Jahr schon wieder geändert hat. Könnte vielleicht mal jemand nachschauen, der den neuen Leitfaden hat, ob sich die Rechtsauffassung von Jäger/Thomme im neuen Leitfaden geändert hat? Wäre echt super!
Oliver59 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.06.2011, 22:08   #2
sumse
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Eigenbemühungen contra Vermittlungsvorschläge (ZAF) durch JC

du kannst nix gegen machen
gegen zaf
dasist zumutbar

leider

da sproblem ist
es gibt keine arbeit mehr
nur noch prekaire arbeit
oder arbeit im dumbinglohnsektor

gleiche arbeit für selben lohn kannst du vergessen bei ZA
das wurde ausgehebelt durch diverse tarifverträge mit den raffgieriegen gewerkschaften
  Mit Zitat antworten
Alt 15.06.2011, 22:19   #3
gurkenaugust
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Eigenbemühungen contra Vermittlungsvorschläge (ZAF) durch JC

1. Ich weiß nicht, was der Autor mit "Arbeitsangeboten" meint. Anhand des Zusammenhangs würde ich aber stark vermuten, daß damit nicht Vermittlungsvorschläge, sondern Ein-Euro-Jobs und dergleichen gemeint sind. Soweit wäre die Aussage auch richtig.

2. § 15 SGB II bezieht sich, wie du vielleicht selbst schon festgestellt hast, auf EGVs. Der Zusammenhang mit Vermittlungsvorschlägen erschließt sich mir nicht.

3. Die Arbeitsagentur ist verpflichtet, dir vom ersten Tag an zumutbare Vermittlungsvorschläge zu machen, wenn freie Stellen da sind. Du bist ebenfalls vom ersten Tag an verpflichtet, in eigener Regie nach Arbeit zu suchen. Weder das eine noch das andere kann ausgeschlossen werden, beispielsweise durch eine EGV. Auch nicht zeitweilig.

4. Wieso man dir früher erst nach einiger Zeit solche Stellen vorgeschlagen hat, weiß ich nicht. Daraus kannst du aber keine Rechte herleiten.

5. Vorschläge von Stellen bei ZAFs sind grundsätzlich zulässig, ganz egal, was man über diese Firmen denken mag. So ist nun einmal die Lage. Du kannst in formaler Hinsicht die Vorschläge eigentlich nur auf Sittenwidrigkeit (z.B. Gehalt erheblich unter anwendbarem Tariflohn) oder auf Vereinbarkeit mit deiner gesundheitlichen Leistungsfähigkeit prüfen.

6. Es wird dir also im Grunde nichts weiter übrigbleiben, als dich auf Vermittlungsvorschläge für ZAF-Stellen (sofern zumutbar, siehe Punkt 5) zu bewerben, wenn du keine Sanktion riskieren willst. Das heißt freilich nicht, daß du dort unbedingt genommen werden wirst. Das ist aber ein vielschichtiges Thema.

Nebenbei noch eine andere Bemerkung: wenn du immer nur kurz befristet beschäftigt warst, dann prüfe doch mal, ob dir nicht doch für eine gewisse Zeit normales ALG zustehen könnte (§ 123 Abs. 2 SGB III).
  Mit Zitat antworten
Antwort

Stichwortsuche
contra, eigenbemühungen, vermittlungsvorschläge

Themen-Optionen
Ansicht


Ähnliche Themen

Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
SGB II contra Grundgesetz Kronach ALG II 4 26.07.2012 18:32
Aussetzen der Eigenbemühungen durch Krankschreibung? Oh Mann ALG I 8 25.11.2010 20:55
Vermittlungsvorschläge durch die Arge an Ex - Arbeitgeber Lalal Allgemeine Fragen 4 28.10.2010 15:40
Westerwelle contra Faulenzer Fortunatus Archiv - News Diskussionen Tagespresse 40 06.09.2009 16:04
Kopie von Eigenbemühungen durch SB erlaubt? Haubold Allgemeine Fragen 13 08.07.2009 23:10


Es ist jetzt 09:57 Uhr.


Powered by vBulletin® (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
Template-Modifikationen durch TMS
Search Engine Optimisation provided by DragonByte SEO (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2017 DragonByte Technologies Ltd.
Feedback Buttons provided by Advanced Post Thanks / Like (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2017 DragonByte Technologies Ltd.
ELO-Forum by Erwerbslosenforum Deutschland