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Alt 11.01.2009, 00:02   #1
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aquani ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Standard Angaben zum beruflichen Werdegang

Ihr Lieben,

z.Zt. bin ich noch krankgeschrieben, aber ich möchte bald wieder ins Arbeitsleben zurück (wenn auch mit Einschränkungen, es geht nicht mehr so wie früher).

Nun ist es so, dass ich ca. 2 Jahre bei einer ZA-Firma war, mit der es gegen Ende aber einfach nicht mehr gut lief, so dass ich keine vernünftige Referenzen erwarten kann. Danach war ich krank, über ein Jahr, bis jetzt, und auch das sieht nicht gut aus in der Vita.

Meine Frage: Wenn ich im beruflichen Werdegang die letzten Jahre einfach unter den Tisch fallen lasse und einen auf Hausfrau mache, die jetzt wieder eigenes Geld verdienen will - kann ein zukünftiger AG das herausfinden? Darf er sich z.B. bei der Krankenkasse oder RV nach den Versicherungszeiten erkundigen?

LG
Aquani
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Alt 11.01.2009, 00:18   #2
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avalon ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Standard AW: Angaben zum beruflichen Werdegang

Nein, darf er nicht. Soll ja sogar schon vorgekommen sein, dass AGs eine rentenauskunft sehen wollten, um den Lebenslauf zu überprüfen, aber das ist eher ein Ausnahmefall.
Die muss man natürlich auch nicht vorlegen, nur wirds dann halt mit dem Job nichts!

Berufliche Stationen zu erfinden ist immer schwierig, aber eine einfach wegzulassen sollte gehen. Ob es klug ist, "Hausfrau" statt "Zeitarbeit" im Lebenslauf zu haben, ist eine andere Frage!
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Alt 11.01.2009, 01:09   #3
Emily
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Standard AW: Angaben zum beruflichen Werdegang

Hallo Aquani,

hast du eine Chance, den Einsatz-AG um eine Referenz zu bitten? Es ist von dessen Seite meines Wissens reine Kulanz, aber machen kann er es. "Hausfrau" hat immer ein wenig Beigeschmack, und manches Mal wird einem nicht wirklich zugetraut dass frau verlässlich arbeiten kann oder gar will. Wie eben auch nach "Elternzeit".

Lieben Gruss
Emily
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Alt 11.01.2009, 10:47   #4
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aquani ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Standard AW: Angaben zum beruflichen Werdegang

Hallo ihr zwei,

danke für eure Antworten.

Naja, mit der ZA-Firma gab es gegen Ende Stress, sie haben mich stundenlang "weichkochen" wollen (Gottseidank vergeblich) eine Verwarnung zu unterschreiben, die m.E. nicht gerechtfertigt war (damals war ich psychisch schon total angefressen) und als ich einen neuen Job hatte, war die ZA-Firma froh mich los zu sein. Leider war ich schon durch die 2 Jahre bei der ZA so auf'm Zahnfleisch, dass ich beim neuen AV nicht aufgepasst habe (frei nach dem Motto "Bloss weg hier") und die neuen AG gleich am 2. Tag ihre freundlichen Masken fallen liessen, nach 2 Wochen hatte ich einen Zusammenbruch und habe gesundheitsbedingt gekündigt, seitdem bin ich krankgeschrieben und ackere in einer Psychotherapie, mich wieder zu stabilisieren.

Bloss, von der ZA erwarte ich kein vernünftiges Zeugnis, von dem Job danach erst recht nicht, naja, und den Krankenstand von über einem Jahr möchte ich auch nicht erwähnen. Daher dachte ich, dass "Hausfrau" immer noch besser klingt als diese Abwärtskarriere....

Tja, das ist die Geschichte in kurz, wer eine bessere Lösung als "Hausfrau" hat, bitte melden

LG
Aquani
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Alt 11.01.2009, 10:52   #5
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ofra Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Angaben zum beruflichen Werdegang

Haushaltshilfe

Kannst du ehrenamtlich oder nebenberuflich irgendwelche Tätigkeiten nachweisen? Zeiten der Weiterbildung? Berufliche "Neuorientierung" ... Damit kann man auch kleinere Reparaturen im Lebenslauf vornehmen.
__

Ich hätt gern Tee statt Kaffee
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Alt 11.01.2009, 11:00   #6
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Standard AW: Angaben zum beruflichen Werdegang

Zitat von ofra Beitrag anzeigen
Haushaltshilfe

Kannst du ehrenamtlich oder nebenberuflich irgendwelche Tätigkeiten nachweisen? Zeiten der Weiterbildung? Berufliche "Neuorientierung" ... Damit kann man auch kleinere Reparaturen im Lebenslauf vornehmen.
Kleine Reparaturen ja. Aber nicht die letzten vier bis fünf Jahre.

Ich habe über zwei Jahre mal ein- bis zweimal pro Woche ehrenamtlich gearbeitet und auch ein Fernstudium absolviert (allerdings nichts berufsrelevantes), allerdings war das alles noch vor der ZA-Firma. Sobald ich bei dem Verein war, ging's bergab, da lief nichts anderes mehr.
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Alt 11.01.2009, 11:10   #7
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Standard AW: Angaben zum beruflichen Werdegang

Oder du machst es so:
von - bis in ärztlicher Behandlung/Reha usw....
jetzt aber gesundheitlich wiederhergestellt und voll einsetzbar.
Vielleicht sollte man das anstatt im Lebenslauf doch gleich im Anschreiben ehrlich sagen.

"Nach einer beruflichen Pause wegen ... bin ich nun gesundheitlich wiederhergestellt und möchte ..."
"Da ich von einer längeren Krankheit genesen bin, freue ich mich auf den Wiedereinstieg ... und möchte mich bei Ihnen als ... bewerben"

Von einer beruflich erfolgreichen Karriere plötzlich auf "Hausfrau" umzuschalten ist für jemand, der den Lebenslauf liest, bestimmt nicht schlüssig und man macht sich erst recht verdächtig.
Solange du nicht wegen Schwangerschaft zuhause geblieben bist ...

Oder du beantragst (bei chronischer Erkrankung) die Feststellung einer Schwerbehinderung. Die kann man dann auch ohne nähere Erläuterung (ohne Angabe der Details der Erkrankung) bei der Bewerbung anführen.

Allerdings ist zu bedenken: Krankheit oder Unfall kann jeden treffen! Dass man nach erfolgter Genesung wieder ins Berufsleben einsteigen will, ist ein ganz normaler Ablauf. Deshalb wird man dir wohl nicht den Kopf abreißen.
Bei derartig großen "Lücken" im Lebenslauf rate ich von Beschönigungen oder Verschleierungen ab. Einfach klar und direkt sein. Du hast diese Krankheit ja nicht selbst absichtlich herbeigeführt.
__

Ich hätt gern Tee statt Kaffee

Geändert von ofra (11.01.2009 um 11:15 Uhr)
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Alt 11.01.2009, 11:17   #8
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Standard AW: Angaben zum beruflichen Werdegang

Naja, von "beruflich erfolgreich" kann kaum eine Rede sein, klar, ich hatte mich bis zur Bankangestellten hochgearbeitet, aber dann gabs dort eine Fusion, naja, dann ein Jahr nichts, dann 400 Euro Job im Supermarkt, dann Zeitarbeit, dann 14-Tagejob, dann krank.

Ich bin seitdem nicht mehr so fit wie früher sondern eher skeptisch. Ich müsste schon total grosses Glück haben um an einen Menschenfreund zu geraten, aber die sind dünn gesät und gehen meistens als erste Pleite in unserem Wirtschaftssystem.

Das mit der Schwerbehinderung haben mir schon viele geraten, ich bin halt nicht mehr so gesund, bei mir hat sich in den letzten 5 Jahren einiges angesammelt, angefangen vom insulinpflichtigen Diabetes, einer angeschlagenen Psyche und nun wohl auch noch Hashimoto. Die verkorkste HWS wird im Alter auch nicht besser. - Nur, was würde mir eine Schwerbehinderung "bringen"? Bislang war ich zu stolz, eine zu beantragen, jetzt müsste ich wirklich einen echten Vorteil sehen, um das zu machen?

LG
Aquani
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Alt 11.01.2009, 11:30   #9
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Standard AW: Angaben zum beruflichen Werdegang

Vielleicht melden sich hier noch andere Betroffene mit ähnlicher Problematik.



Was sagt eigentlich das Arbeitsamt zu deinem Fall?
Hat man dich da beraten? (Weiterbildung, Umschulung usw.)
Förderungen, Vermittlungsgutschein, Eingliederungszuschuss usw ...

guck doch mal in die Rubrik "Schwerbehinderung, Gesundheit, Rente". Vielleicht findest du da weitere Infos.
Wie alt bist du jetzt?
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Geändert von ofra (11.01.2009 um 11:35 Uhr)
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Alt 11.01.2009, 11:43   #10
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aquani ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Standard AW: Angaben zum beruflichen Werdegang

Das Arbeitsamt ist noch nicht involviert, weil ich noch krankgeschrieben bin, solange interessiert sich das Arbeitsamt auch nicht dafür.

Ich bin 38 Jahre alt.

Es ist für mich eine völlig neue Etappe angebrochen, denn vor fünf Jahren war ich eben doch noch ziemlich fit und hochmotiviert und wollte Bäume ausreissen.

Jetzt muss ich mich umstellen, es geht nicht mehr alles, aber ich habe noch keinen rechten Durchblick, wie ich es jetzt angehe, wenn ich mich in spätestens 2 Monaten wieder arbeitssuchend melde.
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Alt 11.01.2009, 11:51   #11
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Standard AW: Angaben zum beruflichen Werdegang

Da sind wir zwei in einer ähnlichen Lage. Mitten im Leben, vor kurzem noch fit und jetzt die totale Umstellung.
Ich bin chronischer Schmerzpatient und musste auch einsehen, dass manches nicht mehr so geht wie früher.
Gerade, weil wir noch relativ jung sind, sollten wir doch an einer machbaren Lebensperspektive arbeiten, mit der wir wenigstens ein Mindestmaß an Zufriedenheit und Lebensqualität erreichen und mit der sich die nächsten Jahre leben lässt.
Ich habe für mich persönlich ermittelt, was ich noch machen kann, und was einfach nicht mehr machbar ist. Nicht dem nachtrauern, was nicht mehr geht, sondern sich auf das focussieren, was noch realistisch ist.
Und in dem Bereich dann ausbauen und erweitern.
Wichtig ist auch, dass man sich nicht selbst mit übersteigerten Erwartungen überfordert. Sonst hat man gar keine Erfolgserlebnisse mehr.
__

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Alt 11.01.2009, 12:16   #12
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Standard AW: Angaben zum beruflichen Werdegang

Zitat von ofra Beitrag anzeigen
Da sind wir zwei in einer ähnlichen Lage. Mitten im Leben, vor kurzem noch fit und jetzt die totale Umstellung.
Ich bin chronischer Schmerzpatient und musste auch einsehen, dass manches nicht mehr so geht wie früher.
Gerade, weil wir noch relativ jung sind, sollten wir doch an einer machbaren Lebensperspektive arbeiten, mit der wir wenigstens ein Mindestmaß an Zufriedenheit und Lebensqualität erreichen und mit der sich die nächsten Jahre leben lässt.
Ich habe für mich persönlich ermittelt, was ich noch machen kann, und was einfach nicht mehr machbar ist. Nicht dem nachtrauern, was nicht mehr geht, sondern sich auf das focussieren, was noch realistisch ist.
Und in dem Bereich dann ausbauen und erweitern.
Wichtig ist auch, dass man sich nicht selbst mit übersteigerten Erwartungen überfordert. Sonst hat man gar keine Erfolgserlebnisse mehr.
Leider geht's bei mir auch nicht mehr ohne Schmerzen. Einerseits durch die HWS, andererseits habe ich seit einer NNH-OP vor einem Jahr chronische Beschwerden und Schmerzen an Zähnen, Kiefer und Gesicht, dazu eine permanent wechselseitig zugeschwollene Nase. Und keiner weiss warum.

Im Gegensatz zu Dir habe ich noch nicht herausgefunden, wie es für mich weitergeht. Ich sitze vor meinem Lebenslauf und überlege, wie ich die letzten 5 Jahre, in denen ich mich habe abwirtschaften lassen, am besten "verkaufe". Übrigens, Du wohnst in einer Gegend (Nordsee), wo wir auch hinwollen. Und zwar auch aus gesundheitlichen Gründen.
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Alt 11.01.2009, 17:13   #13
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Sumseline ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Standard AW: Angaben zum beruflichen Werdegang

Entschuldige, wenn ich ganz ehrlich bin. Ich habe viel mit Bewerbereinstellungen zu tun gehabt und egal wie man es dreht und wendet, auf dem "normalen" Arbeitsmarkt rechne ich dir eine minimale Chance ein, da egal was du schreibst, nichts wirklich hast womit du dich verkaufen kannst.

Hausfrau: Ich leite ein kleines Familenunternehmen?! Kannst du das selbstbewusst verkaufen? Die meisten können es nicht, weil sie denken, dass Hausfrauendasein ist etwas negatives. Faktisch ist es von Arbeitgebern auch nicht sonderlich gern gesehen, wenn man 5 Jahre als Hausfrau angibt. Wenigstens sollten in der Zeit Weiterbildungen oder kleinere Jobs nachzuweisen sein.

Krankheit: Auch wenn du schreibst du bist voll wieder hergestellt. Bei längeren Krankzeiten sieht ein Arbeitgeber rot und egal was du schreibst, wie toll es dir wieder geht, eine Chance wirst du nur bekommen, wenn du auf einen Samariter triffst und die sind dünn gesäht.

Weiterbildungen vom Arbeitsamt laufen meist auf irgendwelche Sprachkurse oder Computerkurse hinaus. Kann man alle in die Tonne kloppen, weil es nur ne Art ABM ist. Wirklich was reißen kann man damit im Lebenslauf nicht. Das einzige was etwas bringen würde, wäre eine richtige Umschulung, bzw. ein langfristiger Lehrgang mit dem selben Ziel, bzw. eine Auffrischung deiner Kentnisse.

Das sind die Fakten.

Ich gebe dir einen ganz ernst gemeinten Rat und auch wenn ich dafür in der Luft zerrissen werde aber eine Chance kann wieder die Zeitarbeit darstellen, denn du brauchst etwas zum vorweisen, Arbeitserfahrung die du verkaufen kannst, womit du dich verkaufen kannst. Selbst hochqualifizierte Leute, mit super Lebensläufen und Zeugnissen sitzen auf der Straße. Der Arbeitsmarkt wartet heute nicht mehr auf einen.

Ich erzähl dir mal, wie es bei mir gelaufen ist. Ich habe 96 eine Umschulung abgebrochen, weil ich wußte ich hatte nix womit ich mich verkaufen kann, bin ich in die Zeitarbeit gegangen. Dort habe ich ein halbes Jahr gearbeitet und wurde dann in einer Firma fest übernommen. In dieser arbeitete ich in der Folge weitere 8 Jahre in verantwortlicher Stellung. Soweit so gut ... 2004 dachte ich, ich müsste noch mal was neues machen. Bin einem guten Arbeitsangebot gefolgt. Ergebnis ... in 2007 ist die Firma insolvent gegangen und ich wurde damit arbeitslos. Ich habe einwandfreie Zeugnisse und einen sehr guten Lebenslauf ... der Arbeitsmarkt hatte aber nicht auf mich gewartet. Ich bin von 200 Bewerbern in die Endauswahl gekommen und wurde trotzdem nicht genommen ... das ist mir ungefährt 4 x passiert. Danach konnte man mich seelisch wegschmeißen ... ich wollte aber nicht in die Zeitarbeit, wegen dem miesen Lohn, der miesen Bedingungen und realistisch betrachtet, weil mein Arbeitslosengeld höher war als der Lohn der Zeitarbeit. Im Oktober 2008 habe ich mich doch dazu entschlossen erneut einene Versuch zu wagen und über die Zeitarbeit zu gehen. Mit dem Ergebnis, dass ich per Januar wieder übernommen wurde in einen super Job mit hervorragenden Konditionen.

Zeitarbeit ist ohne Frage Exkrement aber da kannst du deinen Lebenslauf ehrlich verfassen, bzw. kannst Hausfrau reinschreiben oder ähnliches ... dort hat man eher eine Chance als auf dem freien Markt. Wenn du dann erst mal wieder Fuß gefaßt hast, ist es egal, weil dann überzeugst du nur noch durch deine Leistung und nicht durch bloßes Papier.

Gruß
Sumse
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Alt 11.01.2009, 17:33   #14
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Zitat von Sumseline Beitrag anzeigen
Entschuldige, wenn ich ganz ehrlich bin. Ich habe viel mit Bewerbereinstellungen zu tun gehabt und egal wie man es dreht und wendet, auf dem "normalen" Arbeitsmarkt rechne ich dir eine minimale Chance ein, da egal was du schreibst, nichts wirklich hast womit du dich verkaufen kannst.

Hausfrau: Ich leite ein kleines Familenunternehmen?! Kannst du das selbstbewusst verkaufen? Die meisten können es nicht, weil sie denken, dass Hausfrauendasein ist etwas negatives. Faktisch ist es von Arbeitgebern auch nicht sonderlich gern gesehen, wenn man 5 Jahre als Hausfrau angibt. Wenigstens sollten in der Zeit Weiterbildungen oder kleinere Jobs nachzuweisen sein.

Krankheit: Auch wenn du schreibst du bist voll wieder hergestellt. Bei längeren Krankzeiten sieht ein Arbeitgeber rot und egal was du schreibst, wie toll es dir wieder geht, eine Chance wirst du nur bekommen, wenn du auf einen Samariter triffst und die sind dünn gesäht.

Weiterbildungen vom Arbeitsamt laufen meist auf irgendwelche Sprachkurse oder Computerkurse hinaus. Kann man alle in die Tonne kloppen, weil es nur ne Art ABM ist. Wirklich was reißen kann man damit im Lebenslauf nicht. Das einzige was etwas bringen würde, wäre eine richtige Umschulung, bzw. ein langfristiger Lehrgang mit dem selben Ziel, bzw. eine Auffrischung deiner Kentnisse.

Das sind die Fakten.

Ich gebe dir einen ganz ernst gemeinten Rat und auch wenn ich dafür in der Luft zerrissen werde aber eine Chance kann wieder die Zeitarbeit darstellen, denn du brauchst etwas zum vorweisen, Arbeitserfahrung die du verkaufen kannst, womit du dich verkaufen kannst. Selbst hochqualifizierte Leute, mit super Lebensläufen und Zeugnissen sitzen auf der Straße. Der Arbeitsmarkt wartet heute nicht mehr auf einen.

Ich erzähl dir mal, wie es bei mir gelaufen ist. Ich habe 96 eine Umschulung abgebrochen, weil ich wußte ich hatte nix womit ich mich verkaufen kann, bin ich in die Zeitarbeit gegangen. Dort habe ich ein halbes Jahr gearbeitet und wurde dann in einer Firma fest übernommen. In dieser arbeitete ich in der Folge weitere 8 Jahre in verantwortlicher Stellung. Soweit so gut ... 2004 dachte ich, ich müsste noch mal was neues machen. Bin einem guten Arbeitsangebot gefolgt. Ergebnis ... in 2007 ist die Firma insolvent gegangen und ich wurde damit arbeitslos. Ich habe einwandfreie Zeugnisse und einen sehr guten Lebenslauf ... der Arbeitsmarkt hatte aber nicht auf mich gewartet. Ich bin von 200 Bewerbern in die Endauswahl gekommen und wurde trotzdem nicht genommen ... das ist mir ungefährt 4 x passiert. Danach konnte man mich seelisch wegschmeißen ... ich wollte aber nicht in die Zeitarbeit, wegen dem miesen Lohn, der miesen Bedingungen und realistisch betrachtet, weil mein Arbeitslosengeld höher war als der Lohn der Zeitarbeit. Im Oktober 2008 habe ich mich doch dazu entschlossen erneut einene Versuch zu wagen und über die Zeitarbeit zu gehen. Mit dem Ergebnis, dass ich per Januar wieder übernommen wurde in einen super Job mit hervorragenden Konditionen.

Zeitarbeit ist ohne Frage Exkrement aber da kannst du deinen Lebenslauf ehrlich verfassen, bzw. kannst Hausfrau reinschreiben oder ähnliches ... dort hat man eher eine Chance als auf dem freien Markt. Wenn du dann erst mal wieder Fuß gefaßt hast, ist es egal, weil dann überzeugst du nur noch durch deine Leistung und nicht durch bloßes Papier.

Gruß
Sumse
Hi,

dein ausgiebiger Kommentar - den ich nicht ganz zuende gelesen habe - in allen Ehren. Jedoch denke ich, dass es mittlerweile sehr viele AG mit ihren Forderungen abdrehen.

Es wird von Seiten der Wirtschaft einer eierlegende Wollmilchsau erwartet die keine Lücke in der Erwerbsbiographie haben darf. Blos keine Kinder, weil der AN dann nicht 100%ig einsatzfähig wäre, am besten 1-X Aus- und Weiterbildungen, Bereitschaft zum Lohndumping und wenn es geht noch Geld mitbringen um irgendwo arbeiten zu dürfen.

Wenn man diese Forderungen so liest könnte man meinen, dass die Wirtschaft nur noch Robotersklaven möchte. An solch einem Verhalten wird die Wirtschaft noch zu Grunde gehen. Kein Wunder warum man über den sog. Fachkräftemangel nun jammert.

Wenn Papier mehr zählt als der Mensch und das was er zu leisten im Stande ist dann sind diese Herrschaften selber Schuld. Aber scheinbar scheinen Paiere, Zeugnisse usw. DER Garant für Arbeitswillig- und fähigkeit zu sein.

Nur mal so nebenbei:

https://www.elo-forum.org/alg-ii/2982...he-bilanz.html

Gruss

Paolo
__

"Hartz-IV ist die arbeitsmarktpolitische Endlösung der Erwerbslosenfrage." - Moi -

Kein Herz für Jobcenter-Mitarbeiter ┌∩┐(◣_◢)┌∩┐

Paolo_Pinkel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.01.2009, 18:03   #15
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aquani ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
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Hallo Sumseline,

da hast Du Dich ja ganz schön in die Tasten gelegt. Du bist ehrlich. Ich bin es auch.

Was mir spontan in den Sinn kam: Du schreibst von Deinem Superjob mit besten Konditionen, den Du seit Anfang diesen Jahres wieder hast. Dazu kann man erst einmal nur gratulieren, und das ist ganz aufrichtig. Nur bleibt die Frage: Was machst Du hier? Leute aufbauen? Aus Deinen Erfahrungen eine Religion machen? - Deine Motive würden mich interessieren.

Zitat von Sumseline Beitrag anzeigen
Entschuldige, wenn ich ganz ehrlich bin. Ich habe viel mit Bewerbereinstellungen zu tun gehabt und egal wie man es dreht und wendet, auf dem "normalen" Arbeitsmarkt rechne ich dir eine minimale Chance ein, da egal was du schreibst, nichts wirklich hast womit du dich verkaufen kannst.
Woher weisst Du, dass ich nichts zu bieten habe?

Zitat:
Hausfrau: Ich leite ein kleines Familenunternehmen?! Kannst du das selbstbewusst verkaufen?
Zitat:
Eigentlich dachte ich daran anzugeben, dass mein Mann genug verdient hat und ich Zeit für Reisen, Fernstudium und Ehrenamt hatte, mir jetzt aber die Decke auf den Kopf fällt. Daran sollte nichts ehrenrühriges sein. Im übrigen denke ich gar nicht daran mich zu verkaufen. Ich bin keine Ware sondern ein Arbeitnehmer. Meine Seele gehört mir, genauso wie meine Gesundheit und meine Prinzipien. Wenn eine Firma daran Anstoss nimmt, ist sie nicht wert, dass ich dort arbeite. Dies ist übrigens eines meiner Prinzipien.


Zitat:
Krankheit: Auch wenn du schreibst du bist voll wieder hergestellt. Bei längeren Krankzeiten sieht ein Arbeitgeber rot und egal was du schreibst, wie toll es dir wieder geht, eine Chance wirst du nur bekommen, wenn du auf einen Samariter triffst und die sind dünn gesäht.
Das sehe ich genauso wie Du. Darum will ich auch keine Krankzeiten angeben.

Zitat:
Weiterbildungen vom Arbeitsamt laufen meist auf irgendwelche Sprachkurse oder Computerkurse hinaus. Kann man alle in die Tonne kloppen, weil es nur ne Art ABM ist. Wirklich was reißen kann man damit im Lebenslauf nicht. Das einzige was etwas bringen würde, wäre eine richtige Umschulung, bzw. ein langfristiger Lehrgang mit dem selben Ziel, bzw. eine Auffrischung deiner Kentnisse.
Ich habe weder einen Computerkurs noch Sprachkurse nötig.


Zitat:
Ich gebe dir einen ganz ernst gemeinten Rat und auch wenn ich dafür in der Luft zerrissen werde aber eine Chance kann wieder die Zeitarbeit darstellen, denn du brauchst etwas zum vorweisen, Arbeitserfahrung die du verkaufen kannst, womit du dich verkaufen kannst.
Zumindest ich zerreisse Dich nicht in der Luft, ist ja Deine ganz persönliche Meinung, die Du hier kundtust und nicht das Maß aller Dinge.

Zitat:
Selbst hochqualifizierte Leute, mit super Lebensläufen und Zeugnissen sitzen auf der Straße. Der Arbeitsmarkt wartet heute nicht mehr auf einen.
Das ist richtig. Aber das war vor 10 Jahren auch schon so. So sehr wie ich Arbeit will, noch mehr ist mir meine Gesundheit wert. Es ist mir egal, ob ich von Leuten wie Dir indirekt als Loser bezeichnet werde, als unverkaufbarer Kistenkratz, als das, was abends für den halben Preis über die Theke geht. Deine Sicht der Dinge sei Dir ungenommen. Aber auch ich will ehrlich sein: Leute wie Du haben eine fette Aktie daran, dass die Anforderungen von Arbeitgebern immer höher geschraubt werden, weit über den ethischen Maßstab hinaus, denn es gibt ja noch Dich und viele andere, die jeden Preis bezahlen und meinen, dass sie deswegen zu den Gewinnern gehören. Zu diesen "Gewinnern" möchte ich nicht gehören. Ich bin in erster Linie Mensch und erst in zweiter Linie Mitarbeiter. Dafür bin ich auch bereit Abstriche zu machen, und zwar kräftig.

Zitat:
Zeitarbeit ist ohne Frage Exkrement aber da kannst du deinen Lebenslauf ehrlich verfassen, bzw. kannst Hausfrau reinschreiben oder ähnliches ... dort hat man eher eine Chance als auf dem freien Markt. Wenn du dann erst mal wieder Fuß gefaßt hast, ist es egal, weil dann überzeugst du nur noch durch deine Leistung und nicht durch bloßes Papier.
Die Option der Zeitarbeit kommt für mich nicht in Frage. Frühestens (wenn überhaupt), wenn mir HartzIV droht, und bis dahin ist es ja noch über ein Jahr. Bis dahin hoffe ich, dass ich an eine anständige Firma gerate und durch meine Persönlichkeit überzeugen kann, wäre nicht das erste Mal.

Firmen, die keinen Wert auf Persönlichkeiten legen, Mitarbeiter wie ein Kilo Schrauben aus dem Baumarkt verschleissen und denen Firmenethik ein Fremdwort ist, trauere ich keine Träne nach, wenn sie mich ablehnen, damit kann ich gut leben.
aquani ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.01.2009, 18:10   #16
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Ja aber damit steht doch für Dich alles fest, was Du machen und nicht machen willst, warum fragst Du dann noch nach anderen Meinungen?
Arania ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.01.2009, 18:12   #17
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aquani ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
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Hallo Paolo,

zwar kenne ich Dich nicht, aber ich gebe Dir Recht: Die Firmen, die konkurrenzfähig bleiben wollen, müssen expandieren; und ihre Energie dafür saugen sie aus ihren Mitarbeitern. Es kommt irgendwann noch dazu, dass man für einen Putzjob Abitur oder Hochschulstudium benötigt.

Und immer gibt es genug Leute, die sich auf diese Konditionen einlassen. Dass sie damit sich selbst, aber auch anderen erheblichen Schaden zufügen, sehen sie nicht. Ich weiss noch nicht, wer die wirklichen Gewinner sein werden, diejenigen, die alles mitmachen und es bis zur Rente schaffen, diejenigen, die sich ihre Würde und Menschlichkeit bewahren, oder noch andere?
aquani ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.01.2009, 18:13   #18
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Zitat von Arania Beitrag anzeigen
Ja aber damit steht doch für Dich alles fest, was Du machen und nicht machen willst, warum fragst Du dann noch nach anderen Meinungen?
Meine Meinung stand bislang nicht fest, aber - langsam - manifestiert sich eine .
Das ist der Grund, warum man sich auch andere Standpunkte anhören mag.
aquani ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.01.2009, 18:14   #19
Muci
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Zitat von aquani Beitrag anzeigen

Die Option der Zeitarbeit kommt für mich nicht in Frage. Frühestens (wenn überhaupt), wenn mir HartzIV droht, und bis dahin ist es ja noch über ein Jahr. Bis dahin hoffe ich, dass ich an eine anständige Firma gerate und durch meine Persönlichkeit überzeugen kann, wäre nicht das erste Mal.

Firmen, die keinen Wert auf Persönlichkeiten legen, Mitarbeiter wie ein Kilo Schrauben aus dem Baumarkt verschleissen und denen Firmenethik ein Fremdwort ist, trauere ich keine Träne nach, wenn sie mich ablehnen, damit kann ich gut leben.
Hi aquani,

wir hatten ja schon Kontakt per "persönliche Nachricht" und auch in Deinem anderen Thema (https://www.elo-forum.org/schwerbehin...tml#post352015). Da ging es ja auch um dieses Thema.

(Selbst hochqualifizierte Leute stehen heute auf der Straße oder haben einen 1-Euro-Job.)

Versuch es einfach, dann wirst Du es selbst erfahren. Und wenn Deine Krankheit Dir einen Strich durch die Rechnung macht, dann musst halt einen anderen Weg einschlagen.

Alles Gute!
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Alt 11.01.2009, 18:15   #20
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Hallo Paolo,

zwar kenne ich Dich nicht, aber ich gebe Dir Recht: Die Firmen, die konkurrenzfähig bleiben wollen, müssen expandieren; und ihre Energie dafür saugen sie aus ihren Mitarbeitern. Es kommt irgendwann noch dazu, dass man für einen Putzjob Abitur oder Hochschulstudium benötigt.

Gibts schon. Alles schon gesehen. Bäcker/Konditor (Ausbildung). Anforderungsprofil: Abitur!!! Da fragt man sich allen ernstes auf welchem Planeten diese Menschen leben die sowas fordern. Diese Ausbildung konnte man "damals" locker mit Hauptschulabschluss machen.

Und immer gibt es genug Leute, die sich auf diese Konditionen einlassen. Dass sie damit sich selbst, aber auch anderen erheblichen Schaden zufügen, sehen sie nicht. Ich weiss noch nicht, wer die wirklichen Gewinner sein werden, diejenigen, die alles mitmachen und es bis zur Rente schaffen, diejenigen, die sich ihre Würde und Menschlichkeit bewahren, oder noch andere?
Gruss

Paolo
__

"Hartz-IV ist die arbeitsmarktpolitische Endlösung der Erwerbslosenfrage." - Moi -

Kein Herz für Jobcenter-Mitarbeiter ┌∩┐(◣_◢)┌∩┐

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angaben, beruflichen, werdegang

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