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Start > > -> Tod des Ehegatten- wie geht es weiter

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Alt 15.07.2017, 10:19   #1
wheelie
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Standard Tod des Ehegatten- wie geht es weiter

Moin,


der Mann einer sehr guten Freundin ist jetzt doch recht überraschend gestorben.

Er bekam Rente, sie dazu noch aufstockendes Hartz4 (ist AU, und die Rente allein reicht nicht, Krankengeld schon vorbei).

Wie lange wird sie jetzt noch die Leistungen für 2 Personen bekommen? Gibt es da einen Übergang so wie bei der Rente?

Gibt es da sonst noch etwas zu beachten? Ich weiß noch, dass wir uns um den Witwenrentenantrag kümmern müssen, und eine Sozialbestattung beantragen können, habe dazu aber noch nichts gefunden, ob dafür dann auch die Kindern herangezogen werden können bzw wenn ja, wie viel die verdienen dürfen?

Über Hinweise jeder Art wäre ich dankbar!

Lg wheelie
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Alt 15.07.2017, 11:24   #2
RoxyMusic
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Guten Morgen @wheelie,

verstehe ich es richtig, dass der verstorbene Partner aufgrund der Rente von den SGB II Leistungen ausgeschlossen war und deine Freundin den Partner-Regelsatz plus die Hälfte der Mietkosten erhalten hat?

Mit Übergangszeit meinst du sicher die drei Monate bei der Rentenzahlung. Meines Wissens werden die SGB II Leistungen ab Sterbedatum (Veränderungsmitteilung mit Kopie der Sterbeurkunde und des/der Rentenbescheid/e einreichen) neu berechnet - also Regelbedarf für eine Person 409€ und die volle Miete (wobei zu beachten ist, ob die Unterkunftskosten für eine Person angemessen sind. Für die nächsten sechs Monate ist die Miete in jedem Fall in voller Höhe vom JC zu berücksichtigen, bei der Angemessenheitsprüfung müssen z.B. Alter, gesundheitliche Einschränkungen, Chancen der 'Wiedereingliederung in Arbeit', Wohndauer, Wohnraumangebot berücksichtigt werden.)

Zur Sozialbestattung, Verpflichtete, Zumutbarkeit hast du vllt schon diese Informationen gefunden:

http://wiki.aeternitas.de/index.php?title=Sozialbestattung

"Wer sind die "hierzu Verpflichteten"? ..."

Ich wünsche euch viel Kraft für die kommende Zeit.

Geändert von RoxyMusic (15.07.2017 um 11:50 Uhr)
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Alt 15.07.2017, 12:07   #3
wheelie
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Standard AW: Tod des Ehegatten- wie geht es weiter

Moin,

danke für die fixe Antwort!

Das hilft mir schon eine ganze Ecke weiter.

Die unterkunft sollte kein Problem darstellen, Alter und gesundheitliche Situation sollten hinreichende Gründe darstellen, falls es tatsächlich ein paar wenige Euro zu viel sind, in dem Thema weiß ich durch mich selber bescheid.

Ja, genau alles richtig verstanden. Die Rente reichte nicht für beide, daher bekommt sie Leistungen vom JC. Das mit der Rente wußte sie, aber die wird wohl auch für sie allein nicht reichen, da muss ich nachher mal nachfragen, evtl käme dann auch Wohngeld in Frage?

Zur Bestattung: Geht es nur um den ersten Verpflichteten, oder werden der Reihe nach alle zur Verantwortung gezogen?

Wenn letzteres, was sind Ausschlusskriterien, also finanziell, gibt es da Listen? Wie ist es, wenn die Kinder selber Familie mit Nachwuchs haben?

Ich hoffe einfach, dass wir schnell Klarheit haben, denn wenn Anträge stellen, dann muss es ja nicht sein, wenn von vornherein klar ist, dass sie keine Aussicht auf Erfolg haben...

Lg wheelie
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Alt 15.07.2017, 12:44   #4
RoxyMusic
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Mit der Ermittlung der Zumutbarkeit/ Kostentragungspflichtigen kenne ich mich nicht aus, habe im Internet folgendes gefunden, vllt könnt ihr bei einer Beratungsstelle genauere Infos zur Zumutbarkeit erfragen. Hier im Forum melden sich bestimmt auch noch erfahrene Helfer.

http://www.hamburg.de/contentblob/59...g-volltext.pdf

3.5.3. Rangfolge der möglichen Unterhaltspflichtigen
5.1.6. Einsatz des Einkommens

Geändert von TazD (15.07.2017 um 19:15 Uhr)
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Alt 21.07.2017, 23:21   #5
Doppeloma
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Ausrufezeichen AW: Tod des Ehegatten- wie geht es weiter

Hallo wheeli,

mal ergänzend zu den bisherigen Hinweisen ist es wichtig die Rentenkasse schnellstens (nachweislich bitte) zu informieren.

Zunächst mal wegen der Zahlung der Rente für die weiteren 3 Monate und das gilt gleichzeitig als Antrag auf Witwenrente, man sollte ihr also notwendige Formulare dafür auch gleich zuschicken.

Auch wenn seine Rente nicht für beide gereicht hat besteht jetzt Anspruch auf Witwenrente für die Bekannte (in der Regel 55 % von der Rente des Verstorbenen) das wird man dann natürlich auch wieder anrechnen auf ihren Anspruch im SGB II.

Zitat:
Die unterkunft sollte kein Problem darstellen, Alter und gesundheitliche Situation sollten hinreichende Gründe darstellen, falls es tatsächlich ein paar wenige Euro zu viel sind, in dem Thema weiß ich durch mich selber bescheid.
Wenn sie aktuell noch als Erwerbsfähig Anspruch auf ALGII hat, dann dürfte das Alter noch keine besondere Bedeutung haben bei der Angemessenheit der Wohnung, gesundheitliche Gründe (mit Attesten vom Arzt) können da eher was bringen.

Besonders auch die "Wirtschaftlichkeitsberechnung" vom JC verlangen wenn man doch eine Reduzierung der Wohnkosten durch einen Umzug verlangen sollte von ihr.

Bei geringer Überschreitung der Angemessenheit ist es nämlich oft teurer den kompletten Umzug bezahlen zu müssen, als einfach weiter die höhere Miete zu übernehmen, also auch nicht zu schnell aus dem "Regelsatz" selber zahlen "wollen" ... um nicht umziehen zu müssen.

Zitat:
Ja, genau alles richtig verstanden. Die Rente reichte nicht für beide, daher bekommt sie Leistungen vom JC. Das mit der Rente wußte sie, aber die wird wohl auch für sie allein nicht reichen, da muss ich nachher mal nachfragen, evtl käme dann auch Wohngeld in Frage?
Wurde denn schon was angerechnet von der Rente des Ehemannes, die Witwenrente beträgt nur ca. die Hälfte der bisherigen Rente des Ehemannes (sie muss ja davon dann auch Beiträge zahlen bzw. werden die gleich abgezogen von der DRV) ...

Wie schon berechnet wurde hätte sie zukünftig Anspruch auf den vollen Regelsatz 409 € + die volle Miete, davon wird dann die (Netto) Witwenrente wieder abgezogen ...

Was noch fehlt zahlt dann das JC oder vielleicht auch die Wohngeldstelle wenn es kein zu großes Finanzloch ist ... sonst bleibt sie weiter vom JC abhängig, bis sie mal selbst Rente bekommen wird.

Zitat:
Zur Bestattung: Geht es nur um den ersten Verpflichteten, oder werden der Reihe nach alle zur Verantwortung gezogen?
Wenn die Bestattung über das Sozial-AMT finanziert werden soll gibt es keine "Rangfolge" der Verpflichteten, dann müssen Ehefrau und (leibliche) Kinder ihre finanziellen Verhältnisse offen legen und das Amt wird entscheiden, wo konkret was dafür übrig wäre ...

Ansonsten muss das Sozial-AMT die vollen Kosten übernehmen oder auch nur einen Anteil wenn die Familienmitglieder das nicht voll tragen können.

Zitat:
Wenn letzteres, was sind Ausschlusskriterien, also finanziell, gibt es da Listen? Wie ist es, wenn die Kinder selber Familie mit Nachwuchs haben?
Es hat sich zwar Einiges geändert inzwischen aber wir (5 Geschwister) haben damals den Antrag gestellt für die Beisetzung unserer Mutter, sie hatte keine Vorsorge dafür treffen können und von uns hatte auch Keiner das Geld dafür.

Eine Schwester hat dann den Antrag gestellt, es wurden ALLE vom Sozial-AMT angeschrieben und mussten (kurzfristig) Angaben machen zu ihrem Einkommen und "Vermögen", natürlich auch zu den konkreten, aktuellen Familienverhältnissen.

Die eigene Familie zu versorgen hat immer Vorrang also auch die Unterhaltspflichten für Ehepartner und Kinder ..., von uns musste letztlich Niemand was zahlen, natürlich zahlt das Sozial-AMT dann auch nur das Nötigste ... und keine "pompöse Beerdigung" ... unsere Mutter wollte selbst eine "anonyme Urnen-Bestattung" ...

Wenn einer der Angeschriebenen genug Vermögen / Einkommen haben würde, dann muss er die Kosten übernehmen ... wie er sich dazu (vielleicht) später mal mit den restlichen Familienmitgliedern einigen wird (oder ob es dabei bleibt) interessiert das Amt dann nicht mehr.

Die Anträge müssen natürlich vorher gestellt werden, damit dann auch klar ist wer das bezahlen wird oder muss, in unserem Falle wurde dann direkt mit der Stadt abgerechnet vom Bestattungsunternehmen.

Wir bekamen ALLE schnell den Bescheid, dass wir nicht Leistungsfähig genug sind dafür, zu der Zeit war ich sogar noch in Arbeit und habe recht gut verdient, hatte aber auch noch ein minderjähriges Kind finanziell zu versorgen.

Zitat:
Ich hoffe einfach, dass wir schnell Klarheit haben, denn wenn Anträge stellen, dann muss es ja nicht sein, wenn von vornherein klar ist, dass sie keine Aussicht auf Erfolg haben...
Ich denke mal dazu sollte ein Bestatter auch Auskunft geben können, wo man das beantragen kann wenn es erforderlich ist ...die haben schließlich oft genug damit zu tun.

Viel Erfolg und alles Gute für deine Bekannte, das Leben muss ja trotzdem für sie irgendwie weiter gehen.

MfG Doppeloma
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Alt 22.07.2017, 12:47   #6
wheelie
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Standard AW: Tod des Ehegatten- wie geht es weiter

Moin und danke für die Antworten!

Mittlerweile haben wir alle Anträge los geschickt, bis auf den für die 3 Monatsrente, denn das will der Bestatter tun...

Der hatte wohl mit dem Thema Sozialbestattung nie zu tun, so absolut keine Ahnung, dass ich das schon erschreckend fand, und war auch nicht bereit, sich damit auseinander zu setzen.

In dem Zusammenhang vor allem danke an die letzte Antwort, denn das war mir immer noch nicht klar. Jedes der Kinder muss nun sehen, ob es theoretisch Unterhalt zahlen könnte, und kann dann für einen Monat zu 100 Prozent der Unterhaltspflicht in die Pflicht genommen werden. Entweder der Sterbemonat oder der danach, das richtet sich nach verschiedenen Dingen.

Vieles steht in dem Link zwei Posts vor mir, der ist wirklich sehr zu empfehlen.

Ich habe jetzt sehr viel mehr Klarheit und weiß, wie ich auf das meiste reagieren muss, danke für die vielen Tipps. Nun kann die Freundin sich langsam im neuen Leben sortieren, und was da auch kommen mag an Behördenkram, wir werden es hinbekommen.

Liebe Grüße und danke!

wheelie
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Alt 22.07.2017, 13:00   #7
RoxyMusic
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Hallo @wheelie,

warum stellt der Bestatter den Antrag auf die dreimonatige Übergangsrente? Ich kenne mich zwar nicht aus, aber das kommt mir doch merkwürdig vor. Wird das dann als "Dienstleistung" auf die Rechnung gesetzt?
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Alt 22.07.2017, 13:08   #8
wheelie
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Standard AW: Tod des Ehegatten- wie geht es weiter

Moin,

es ist, laut einer Freundin von mir, die bei der Stadt für Rentenangelegenheiten arbeitet, relativ normal, dass der Bestatter bestimmte Laufereien übernimmt. Ja, es wird auf die Rechnung gesetzt, da die Bestattung allerdings wirklich so was von ohne alles ist (ohne Feier, ohne Musik, ohne Redner, ohne Schmuck...) hoffe ich einfach auf Übernahme.

Es war so schon genug Formularkram, da war ich froh über einiges abgenommene.

Aber danke, dass Du nochmal nachgefragt hast.

Mich hatte viel mehr gewundert, dass der Bestatter so gar nix über Sozialbestattung weiß, wenn er schon nicht den Vertrag mit unterschrieben hat, so hätte ich mich an deren Stelle zumindest grob eingelesen...

Liebe Grüße

wheelie
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Alt 22.07.2017, 13:20   #9
RoxyMusic
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Ja, das sollte man erwarten dürfen, dass ein Bestatter sich mit dem Thema Sozialbestattung wenigstens beschäftigt hat, auch wenn sein Unternehmen noch keine solche durchgeführt hat, um es mal ganz direkt wirtschaftlich zu sehen.

Habt ihr vllt Verwandte, Freunde, Bekannte, die bei der Abschiednahme musizieren oder singen würden? Ich habe mal bei einer Beisetzung einen kleinen Chor und einen Trompeter gehört, das war sehr schön. Oder manche lassen z.B. eine CD mit der Lieblingsmusik des Verstorbenen abspielen.
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Alt 22.07.2017, 13:27   #10
Katzenstube
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Standard AW: Tod des Ehegatten- wie geht es weiter

Hallo Wheelie,
vielleicht hilft Euch der Link weiter https://www.bestattungen.de/ratgeber...estattung.html

Also ich persönlich war recht geschockt, was trotz Minibeerdigung an Kosten auf mich zukam. Das beginnt schon mit der Grabstätte.

Viel Kraft wünscht Euch
Katzenstube
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Alt 22.07.2017, 13:31   #11
wheelie
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Standard AW: Tod des Ehegatten- wie geht es weiter

Moin,

ja auch ich war geschockt, was das für Dimensionen annahm...

Musik hätte es schon geben können, wird aber von der Familie nicht gewünscht.

Nun hoffe ich, dass alles klaglos übernommen wird und die Familie sich auf das Wesentliche konzentrieren kann....

Danke für alle Tipps...

Lg wheelie
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Alt 22.07.2017, 15:01   #12
Hartzeola
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Standard AW: Tod des Ehegatten- wie geht es weiter

Zitat:
Für die nächsten sechs Monate ist die Miete in jedem Fall in voller Höhe vom JC zu berücksichtigen...
Vermutlich sollten es im Todesfall 12 Monate werden, könnte allerdings an Kommune liegen.
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Alt 22.07.2017, 15:48   #13
Doppeloma
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Daumen hoch AW: Tod des Ehegatten- wie geht es weiter

Hallo Katzenstube,

Zitat:
Also ich persönlich war recht geschockt, was trotz Minibeerdigung an Kosten auf mich zukam. Das beginnt schon mit der Grabstätte.
Das siehst du richtig, weil man die für 20 - 30 Jahre "kaufen" muss, dazu kommt dann noch die laufende Pflege, wenn das die Angehörigen nicht erledigen können oder wollen.

Unseren Kindern und Angehörigen werden wir zumindest das ersparen, obwohl wir bisher für den letzten "Gang" auch noch nicht finanziell vorsorgen konnten.

Sterbeversicherungen sind auch nur für die Versicherung von Vorteil, da zahlt man mehr ein (wir wollen ja vorläufig noch weiter leben ) bis das dann Beitragsfrei wird, als die Hinterbliebenen dann heraus bekommen werden.

Wir wollen beide eine Seebestattung, da braucht man keine Grabstelle zu bezahlen und die Blumen sollen sie sich lieber selber kaufen, wenn sie später manchmal an der Ostsee sind können sie ja mal "Hallo" sagen ... und ein paar stille Minuten an uns denken ...

Ich selbst trage alle meine lieben Verstorbenen im Herzen, da brauche ich keine feste Stelle, wo ich hingehen kann ... aber das muss natürlich auch Jeder für sich entscheiden dürfen.

MfG Doppeloma
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Alt 23.07.2017, 10:20   #14
Jacqueline1964
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Jacqueline1964 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Tod des Ehegatten- wie geht es weiter

Mein Mann ist vor 3 Wochen verstorben und die Beerdigung, ein Baumgrab, kostet:

Grab unter Ahornbaum (ich habe das Grab neben ihm für mich mitgekauft: 1200 €, Einäscherung: 300 €, Beerdigungskosten samt freien Redner, Grabschmuck (ein kleines Rosenherz), Danksagungskarten: 3200 €. Dann noch eine Gedenktafel ca: 400 €.

Da es sich um eine sogenannte "Biobestattung" handelt, ist eine Grabpflege nicht nötig. Man kann aber den Baum schmücken, z.B. mit einem kleinen Herz, das man an die Äste hängt oder eine kleine Botschaft. Das finde ich sehr schön, denn so kann ich persönliche Dinge anbringen.

Den Witwenrentenantrag habe ich auf der Gemeinde gestellt. Das ging schnell über die Bühne, wenn man die notwendigen Unterlagen zusammen hat.

Liebe Grüße schickt
Jackie
Jacqueline1964 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.07.2017, 10:34   #15
Katzenstube
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Standard AW: Tod des Ehegatten- wie geht es weiter

Hallo Ihr,
das finde ich eine schöne Idee, Jackie, muss mal sehen ob es so was in meiner (derzeitigen) Region gibt, falls es mir mal so gehen sollte. Ich muss dass alles so und so über einen Betreuungsverein regeln, da ich Single bin und keine Kinder besitze.

Für mich, liebe Doppeloma, werde ich auch alles anders regeln. Aber meine Mutter hatte ihre Wünsche, und die habe ich versucht ihr zu erfüllen. Das beginnt ja schon ob Erd- oder Feuerbestattung. Klar, sie hätte es nicht mitbekommen, wenn ich ihre Wünsche nicht erfüllt hätte - aber ich glaube, bin mir sogar sicher, ich wäre damit nicht klar gekommen.

Über die Sterbeversicherung, die meine Mutter abgeschlossen hat, da habe ich mich sehr geärgert. Sie zahlte mehr ein, als rauskommen wird. Da hat sie sich über den Tisch ziehen lassen - obwohl sie es als Sicherung gedacht hatte. Na ja, gut gedacht - und gut für den Versicherungsfutzie (der ihr auch mal gleich zwei Haftpflichtversicherungen angedreht hat, aber meine Mutter war eigen, an die Sachen kam ich erst als sie zum Pflegefall geworden war).

Das ist auch harte Arbeit, die auf Wheelie zukommen wird - alle die Verträge sichten kündigen oder ändern.

Ich wollte am Anfang auch keine Musik. Dann aber sagte der freie Redner, dass die Pausen dann schlimm für Angehörige sind, wenn es so still ist - ich dachte dann auch daran, dass etwas Musikuntermalung vielleicht ganz gut wäre.
Ich habe drei Musikstücke ausgewählt und zu "Amazing Grace" die deutsche Übersetzung und den englischen Orginaltext ausgegeeben - mit neuen Fotos meiner Mutter, wie sie beim singen war. Fotos, die nur einige Wochen alt waren und sie in guter Laune gezeigt haben. So konnten auch jene, die sie lange nicht gesehen haben bemerken, dass es ihr bis zum Tode doch noch einigermaßen gut ging. Dadurch war auch alles nicht mehr so schwer....

Lieben Gruß von Katzenstube
Katzenstube ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.07.2017, 13:25   #16
Jacqueline1964
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Standard AW: Tod des Ehegatten- wie geht es weiter

Liebe Katzenstube,

wie schön sich das bei Deiner Mama anhört. Mit viel Liebe und ihrem Wunsch entsprechend habt ihr Abschied genommen.

Mein Mann wollte nie über seinen Abschied sprechen, wir dachten ja auch, das ich zuerst sterbe. Ich bin 6 Jahre älter und ich bekam 2014 die Diagnose Eierstockkrebs.

Auch bei uns liefen 3 Lieder seines Lieblingsinterpreten. Z.B. when tomorrow never comes von Garth Brooks usw. Mir war es wichtig, seinen letzten Weg in seinem Sinne zu gestalten, denn es war das letzte, was ich für ihn persönlich machen konnte.

Ich habe zum Glück eine Tochter, die dann (hoffentlich) meinen wünschen entsprechend handelt. Aber eines weiß ich. Irgendwann liege ich neben ihm.

Liebe Grüße
Jacqueline1964 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.07.2017, 16:05   #17
Katzenstube
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Hallo Jacqueline1964 und Ihr anderen,
dieser Thread hat mich von Anfang an sehr betroffen gemacht weil er mal wieder zeigt, dass ohne Moos nix los ist - auch da nicht, wo es einfach "nur" um den begleitenden letzten Weg geht - der schon schwer genug ist.

Schön, dass Wheelie das für Ihre Freundin helfend unterstützt, denn es ist rech schlimm und viel was einen da begleitet. Und wenn da die Finanzen fehlen, dann wird es richtig schwer. Und wenn einem noch nichteinnmal vom Bestatter informativerweise geholfen werden kann, der damit die Brötchen verdient, dann ist das ultrahart.

Dennoch: am Schluß gehen wir alle selbigen Weg und keiner von uns - egal ob reich oder arm - kann etwas mitnehmen. Menschen trauern um jemanden, den sie vermissen werden - egal ob der arm oder reich war, egal ob ihn Lohn und Arbeit odeer "nur" ein Mensch!

Lieben Gruß von Katzenstube
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Alt 13.11.2017, 13:28   #18
wheelie
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Hallo Ihr,

nun will ich mich nach langer Zeit hier nochmal melden.

Es war alles sehr schwierig, und ich selber war zwischendurch auch noch ziemlich krank.

Auf der Beerdigung war dann am Ende doch spontan Musik, ich bin froh, dass die Familie das dann doch wollte.

Bezüglich der Kosten ist das alles gar nicht so einfach, es sind ja nun bald 4 Monate vergangen, und es ist immer noch nichts bezahlt worden vom Amt. Die Anträge lagen allesamt schon vor der eigentlichen Bestattung vor, und es wurde auch Vorkasse beantragt, weil zu dem Zeitpunkt niemand aus der Familie auch nur einen Teil hätte zahlen können.

Nun habe ich dem Amt einen Brief mit Frist gesetzt, bekam dann auch eine Antwort, allerdings wollen sie von den Beerdigungskosten ohne weitere Begründung nur ca. die Hälfte übernehmen. Es ist noch kein Bescheid, und noch weiß ich nicht, wie viel dem Bestatter wirklich überwiesen wurde.

Inszwischen durfte ich mit dem auch mal direkt reden, da konnte ich dann schon einiges klären, aber dennoch läßt mich das ganze echt nur kopfschüttelnd zurück, denn es steht ja explizit im Gesetz, dass es da erstmal keine Grenzen gibt...

Ich werde mich da weiter drum kümmern und hoffe, dass das dann bald geregelt wird und die Witwe endlich in diesen äußeren Dingen ihre Ruhe finden kann....

Viele liebe Grüße und nochmal danke für die Unterstützung, das hat mir damals echt viel geholfen.

wheelie
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Alt 13.11.2017, 13:41   #19
Birgit63
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Birgit63 Birgit63 Birgit63
Standard AW: Tod des Ehegatten- wie geht es weiter

Wie hoch waren denn die Beerdigungskosten, dass das Sozialamt nur die Hälfte übernehmen möchte? Meine Mutter ist Ende Januar verstorben. Sie hatte eine Sterbegeldversicherung. Sie wollte gern im Friedwald beerdigt werden. Diesen Wunsch haben wir ihr erfüllt. Wir haben insgesamt etwas über 2.000 Euro bezahlt. Die Musik wird das JC wohl nicht bezahlen. Sie bezahlen nur das Nötigste. Ich fand die Beerdigung im Friedwald sehr feierlich und schön. Mein Bruder und ich haben die Trauerrede selbst verfasst und die Dame vom Forstamt hat sie vorgetragen. Danach wurde die Urne von der Forstmitarbeiterin zum vorher ausgesuchten Platz gebracht und in die Erde gelassen. Das war mitten im Wald (trotz des Anlasses) sehr schön. Dann konnten wir noch eine Weile am "Grab" verweilen und sind danach gegangen.
Birgit63 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.11.2017, 14:54   #20
wheelie
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wheelie Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Tod des Ehegatten- wie geht es weiter

Moin,

normalerweise sind laut Fachanweisungen in Hamburg auch die Kosten für Musik zu übernehmen. Eine einfache, würdevolle Bestattung soll möglich sein, und alles, was direkt dazu gehört, nur nicht das drum herum.

Die Musik hat nichts gekostet, das war ein Freundschaftsdienst, das einzige was strittig sein könnte, sind Gänge zu Ämtern etc, was aber nur mit 100 Euro ca zu Buche schlägt. Alles andere hängt schon mit der Bestattung zusammen.

Ich habe das alles gerade nochmal in den Fachanweisungen für Hamburg nachgelesen. Wenn der Antrag nach Beauftragung des Bestattungsunternehmens gestellt wurde, dann ist, soweit das Unternehmen nicht einen speziellen "Sozialvertrag" unterschrieben hat, individuell festzustellen, wie der Bedarf ist. Und genauso ist es dort gelaufen. Es waren zwar nur wenige Tage dazwischen, aber erst wurde der Bestatter beauftragt, und von daher werden wir nun auch um das restliche Geld streiten.

Es waren 2300 Euro für das Bestattungsinstitut und 1600 Euro für den Friedhof. Eine Urnenbestattung in einem Urnenfeld.

Liebe Grüße

wheelie
wheelie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.04.2018, 09:55   #21
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Moin,

ich wollte das hier nochmal ausgraben, weil ich wichtig finde, dass alle, die es interessiert, wissen sollten, dass sich auch in dem Falle das Kämpfen lohnt.

Nach vielen, teilweise sehr deutlichen Briefen, wurde jetzt seitens des Amtes endlich erkannt, dass sie die falsche Berechnung zugrunde gelegt hatten. Daraufhin wurde ein weiterer größerer Teilbetrag übernommen.

Da es einen Ermessensspielraum gibt, dieser aber genau definiert ist, geht es jetzt noch um den restlichen Betrag, oder eine ermessensfehlerfreie, nachvollziehbare Begründung. Darum wird jetzt noch gerungen, aber allein der bisherige Erfolg rechtfertigt die Hartnäckigkeit.

Gerade in so einem Zusammenhang finde ich es auch psychisch für die Verbliebenen wichtig, dass das wirklich korrekt geklärt wird.

Ich werde, bei weiteren Ereignissen, noch einmal berichten.

Gruß

wheelie
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