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Start > > -> Mutti verstorben - Welche Kosten darf ich vom Erbe bestreiten?

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Alt 06.07.2017, 17:49   #1
Kitty79
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Standard Mutti verstorben - Welche Kosten darf ich vom Erbe bestreiten?

Hallo,

ich wende mich heute mit einem für mich sehr traurigem Anliegen an die Gemeinde.
Meine pflegebedürftige Mutti ist Mitte Juni verstorben.
Sie hatte eine gute Rente und etwas gespart - keine 10.000ende oder so - aber so dass ich alle Kosten decken kann und etwas übrig bleibt.

Da das Jobcenter natürlich alle Rechnungen verlangt habe ich mir einige Gedanken gemacht.

Ich weiß, dass ich die Beerdigungskosten + Friedhofsverwaltungskosten davon zahlen darf.
Und auch ihre Rechnung für bestellte Ware (Versandhaus) davon begleichen darf.

Nun aber zu den "zusätzlichen" Kosten eines Todesfalles:

Das Jobcenter hat einen Erbschein ausdrücklich verlangt! - 31,50 € sind aber kein Pappenstiel.
Daher wollte ich diesen ebenfalls vom Erbe bestreiten.

Außerdem musste ich für den Erbschein eine von zwei Sterbeurkunden "opfern", da diese vom Erbschaftsgericht einbehalten wird. - Heißt ich muss eine neue für 10,00 € holen.

Außerdem musste ich die GEZ per Einschreiben "kündigen" und den Beitrag anteilig zurückfordern (da für 05-07/2017 abgezogen).

Zusätzlich kommt noch eine Rechnung vom Krankenhaus über 60,00 € (6 Tage a 10,00 € Zuzahlung).

Ich musste mir auch mehrere "schwarze" Sachen kaufen, da ich nur eine schwarze Sommerhose besitze. (Wer trägt im Sommer schon gern schwarz) Ich finde es zwar irgendwie komisch das auch einzureichen, aber ist das möglich?

Da es für "Einkommen" aus einer Erbschaft ja leider keinen Freibetrag für ALG2 - Bezieher gibt wollte ich diese zusätzlichen Kosten vom Erbe bestreiten.
Ist das legitim? Sie hängen ja unmittelbar mit dem Tod meiner Mutti zusammen.

Außerdem übernehme ich ihre Wohnung (habe mit ihr dort gelebt und sie gepflegt). Nun hat der Vermieter trotz Info über die aktuelle Situation die volle Miete vom Konto meiner Mutti gebucht. (JC hat mir bisher nur die Hälfte für Juli überwiesen - müsste ja aber die ganze Miete seit 01.07.2017 überweisen.)
- Wie ist es mit diesen Kosten? Muss ich das Geld vom Vermieter zurückfordern und das Geld vom Amt überweisen -
oder ist es ok diese Kosten vom Erbe zu bestreiten? - Bin da etwas ratlos.

Danke für eure Tipps.

Traurig, dass man sich in dieser Situation auch noch mit sowas befassen muss.

Geändert von Kitty79 (06.07.2017 um 18:00 Uhr)
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Alt 06.07.2017, 18:15   #2
Couchhartzer
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Standard AW: Mutti verstorben - Welche Kosten darf ich vom Erbe bestreiten?

Zitat von Kitty79 Beitrag anzeigen
Traurig, dass man sich in dieser Situation auch noch mit sowas befassen muss.
Mein Beileid.

Lies hier aber schonmal ein ~> https://www.ra-kotz.de/heimunterbringung.htm

Ist zwar noch aus Zeiten des BSHG aber die Abzugszulässigkeiten oder auch die genannten Nichtabzugsfähigkeiten der dort genannten Kosten vor Anrechnung dürfte sich vermutlich eher kaum verändert haben.

Aber vielleicht kennen sich andere Helfer ja noch besser damit aus
__

Die Kunst sich im Sozialrecht erfolgreich behaupten zu können beginnt schon damit, auf der Gegenseite möglichst nicht den Eindruck eines kausalen Zusammenhang zwischen eigener Persönlichkeit und eigenen wirtschaftlichen Verhältnissen entstehen zu lassen.

Geändert von TazD (06.07.2017 um 18:59 Uhr)
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Alt 06.07.2017, 18:57   #3
TazD
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Standard AW: Mutti verstorben - Welche Kosten darf ich vom Erbe bestreiten?

Erstmal auch von mir mein herzliches Beileid.

Zitat von Kitty79 Beitrag anzeigen
Da das Jobcenter natürlich alle Rechnungen verlangt habe ich mir einige Gedanken gemacht.
Auf welcher Grundlage und wieso? Das würde ich den SB zuerst mal fragen. Was du mit dem Erbe machst, obliegt allein dir. Es ist dein Eigentum und niemand kann dir vorschrieben, wie du das Erbe zu verwenden hast. Also bist du auch niemandem Rechenschaft schuldig.

Zitat von Kitty79 Beitrag anzeigen
Ich weiß, dass ich die Beerdigungskosten + Friedhofsverwaltungskosten davon zahlen darf.
Und auch ihre Rechnung für bestellte Ware (Versandhaus) davon begleichen darf.
Richtig, das gehört alles zu den Nachlassverbindlichkeiten.

Zitat von Kitty79 Beitrag anzeigen
Nun aber zu den "zusätzlichen" Kosten eines Todesfalles:

Das Jobcenter hat einen Erbschein ausdrücklich verlangt! - 31,50 € sind aber kein Pappenstiel.
Daher wollte ich diesen ebenfalls vom Erbe bestreiten.
Wofür wollte das JC einen Erbschein? Sofern du das Erbe nicht ausschlägst, bist du kraft Gesetzes Erbe geworden. Es besteht keine Notwendigkeit seitens des JC einen Erbschein zu verlangen.

Zitat von Kitty79 Beitrag anzeigen
Außerdem musste ich für den Erbschein eine von zwei Sterbeurkunden "opfern", da diese vom Erbschaftsgericht einbehalten wird. - Heißt ich muss eine neue für 10,00 € holen.
Bitte das Nachlassgericht darum, dir die Urkunden zurückzuschicken. Normalerweise ist ds problemlos möglich.

Zitat von Kitty79 Beitrag anzeigen
Außerdem musste ich die GEZ per Einschreiben "kündigen" und den Beitrag anteilig zurückfordern (da für 05-07/2017 abgezogen).
Da bekommst du ja auch wieder Geld zurück. Also wegen den 3,50 würde ich mich jetzt nicht beschweren, wenn es dafür 52,50 € zurück gibt.

Zitat von Kitty79 Beitrag anzeigen
Zusätzlich kommt noch eine Rechnung vom Krankenhaus über 60,00 € (6 Tage a 10,00 € Zuzahlung).
Ebenfalls Nachlassverbindlichkeit.

Zitat von Kitty79 Beitrag anzeigen
Ich musste mir auch mehrere "schwarze" Sachen kaufen, da ich nur eine schwarze Sommerhose besitze. (Wer trägt im Sommer schon gern schwarz) Ich finde es zwar irgendwie komisch das auch einzureichen, aber ist das möglich?
Würde ich nicht einreichen, außer du kriegst das Geld vom JC erstattet, was ich bezweifel. Da ist nur ein SB wieder besonders neugierig.

Zitat von Kitty79 Beitrag anzeigen
Da es für "Einkommen" aus einer Erbschaft ja leider keinen Freibetrag für ALG2 - Bezieher gibt wollte ich diese zusätzlichen Kosten vom Erbe bestreiten.
Ist das legitim? Sie hängen ja unmittelbar mit dem Tod meiner Mutti zusammen.
Siehe meinen ersten Absatz zum Thema "Eigentum".

Zitat von Kitty79 Beitrag anzeigen
Außerdem übernehme ich ihre Wohnung (habe mit ihr dort gelebt und sie gepflegt). Nun hat der Vermieter trotz Info über die aktuelle Situation die volle Miete vom Konto meiner Mutti gebucht. (JC hat mir bisher nur die Hälfte für Juli überwiesen - müsste ja aber die ganze Miete seit 01.07.2017 überweisen.)
- Wie ist es mit diesen Kosten? Muss ich das Geld vom Vermieter zurückfordern und das Geld vom Amt überweisen -
oder ist es ok diese Kosten vom Erbe zu bestreiten? - Bin da etwas ratlos.
Ist die Wohnung denn angemessen und liegt innerhalb der KDU für eine Person? Ansonsten ist es tatsächlich in Ordnung, dass das JC (erstmal) nur den bisherigen Mietanteil überweist.
Der Vermieter hat allerdings Anspruch auf die gesamte Miete.

Hier solltest du schnellstens erreichen, dass die Miete in voller Höhe anerkannt wird, was natürlich nur bei Angemessenheit machbar ist. Ansonsten wird das ganz ganz schwierig.
__

audiatur et altera pars [lat.: Man höre auch die andere Seite. ]
fiat iustitia [lat.: Es möge Gerechtigkeit geschehen. ]
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Alt 10.07.2017, 09:41   #4
Kitty79
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Standard AW: Mutti verstorben - Welche Kosten darf ich vom Erbe bestreiten?

Zitat von TazD Beitrag anzeigen

Wofür wollte das JC einen Erbschein?
Die wollen den da ich noch eine Schwester habe, die seit ebenfalls (trotz Job) Arbeitslosengeld 2 - Aufstockung bekommt.

Die Rechnungen wollen die, da meine Mutti vor Ihrem Tod eine gewisse Geldsumme hatte. Diese würde mir das JC uns nur zu gerne anrechnen. (Geht ja aber nicht, da Bestattungskosten etc. bezahlt werden müssen.)

Zitat von TazD Beitrag anzeigen
Ist die Wohnung denn angemessen und liegt innerhalb der KDU für eine Person?
Die Wohnung ist zwar größer - liegt preislich aber unter den max. KDU. Außerdem will meine Schwester zu mir ziehen, da die Wohnung sehr groß ist. Der Bearbeiter meinte ich hätte die Wohnung auch allein behalten dürfen - wegen der niedrigen Kosten. (Umzug etc. würde denen mehr Kosten.) Außerdem sparen sie die ganze Miete meiner Schwester.

Danke für die Tipps. Die schwarzen Sachen und das GEZ Einschreiben lasse ich dann lieber raus.
Nur den Erbschein + Rechnung gebe ich dann ab - da die Kosten ja nur wegen dem JC entstanden sind.
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Alt 10.07.2017, 10:45   #5
TazD
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Standard AW: Mutti verstorben - Welche Kosten darf ich vom Erbe bestreiten?

Weder deine Schwester noch deine Rechnungen sind für das JC relevant. Zumal die Daten deiner Schwester gar nicht an deinen Fallmanager gehen dürfen. Das ist ein VErstoß gegen das Datenschutzgesetz. Wenn, dann hätte der Erbschein lediglich geschwärzt eingereicht werden dürfen. Aber eigentlich auch gar nicht.

Entscheidend ist allein das, was dir zum Zeitpunkt X als Erbe zufliesst und nur dieser Betrag darf angerechnet werden.
Wenn dein SB dann der Meinung ist, dass das eigentlich ein höherer Betrag sei und du den nur verschweigen würdest, dann muss er das beweisen. Und nicht umgekehrt du deine Unschuld.
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Alt 10.07.2017, 10:54   #6
Pfefferminz38
 
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Standard AW: Mutti verstorben - Welche Kosten darf ich vom Erbe bestreiten?

Ich würde den SB mal auf den § 65 SGB1 hinweisen.
__

"Altwerden ist nichts für Feiglinge."

Geändert von TazD (10.07.2017 um 11:34 Uhr)
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Alt 02.08.2017, 10:17   #7
Kitty79
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Standard AW: Mutti verstorben - Welche Kosten darf ich vom Erbe bestreiten?

Hallo, ich wollte mal Rückmeldung machen.

Ich habe das Erbe anteilig angerechnet bekommen. Die fehlende Miete wurde gleich verrechnet.

Da sich das Erbe natürlich wegen der Beerdigungskosten (und alles was damit zutun hat) verringert wollten die eben die Rechnungen haben. - Sonst hätte man mir ja einige tausend Euro mehr angerechnet.
Natürlich ist es eine Sauerei das man alles nachweisen soll - aber so streite ich mich mit denen nicht ewig wegen jedem Cent rum. Dumm ich weiß aber im Moment ist mir deren Neugierde ehrlich egal.

Also den Erbschein hatte ich zumindest geschwärzt eingereicht. Man muss es ja nicht übertreiben.


Danke für eure Tipps.
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