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Alt 04.07.2017, 20:45   #1
Lyssa
Elo-User/in
 
Registriert seit: 04.07.2017
Beiträge: 6
Lyssa
Standard Schikane vom Arbeitsamt? Vermittlungsangebote und Termin

Hallo! Ich bin neu hier und nicht sicher, ob mein Beitrag hier richtig ist. Ich möchte gerne ein wenig Frust loswerden und dabei stellt sich dann auch die Frage, ob das reine Schikane der Sachbearbeiterin ist. Zu mir: Ich bin 42 Jahre jung, alleinerziehend mit einem 12-jährigen Kind und habe in der Vergangenheit Teilzeit mit rund 25 Stunden gearbeitet.

Ich bin seit August letzten Jahres arbeitslos. Da das ALG I nicht ausreichend war, musste ich mit ALG II aufstocken. Somit war das Jobcenter für mich zuständig, wo ich eine super Fallmanagerin hatte. Diese bewilligte mir dann eine Weiterbildung, die 6 Monate dauerte. In dieser Zeit bekam ich rückwirkend Kinderzuschlag und Wohngeld, so dass ich aus dem Bezug des ALG II herausfiel und damit wieder die Arbeitsagentur für mich zuständig war/ist.

Während der Weiterbildung hatte ich keinerlei Probleme, sie ließen mich in Ruhe meine "Schule" machen und ich habe die Weiterbildung mit "sehr gutem Erfolg" beendet. Prompt folgte am Tag nach der Beendigung ein Termin bei der Sachbearbeiterin.

Bereits während der Weiterbildung habe ich sehr viele Bewerbungen geschrieben und auch mehrere Vorstellungsgespräche geführt. Das nächste Gespräch war bereits terminiert. Meine Sachbearbeiterin darauf angesprochen, dass ich gerne einen Fahrtkostenantrag dafür haben möchte, antwortete sie mir, das sei eine freiwillige Leistung und sie erstatten keine Fahrtkosten außerhalb des Tagespendelbereichs. Die 40 km könne ich wohl selbst aufbringen Auf die Aussage meinerseits, dass das Jobcenter alle Fahrten zu Bewerbungsgesprächen bezahle, meinte sie, die seien halt kulanter als die Arbeitsagentur.

Okay, gut. Ich darf mich nun offiziell ausgebildete Personalreferentin/HR-Managerin schimpfen. Viele Bildungsträger bieten in der Weiterbildung die AEVO, kurz den AdA-Schein mit an, da es als Personalreferent ja durchaus vorkommen kann, dass man auch Azubibetreuung macht. Ich stellte einen Antrag auf den 4-Wöchigen Kurs, Kostenpunkt um die 400 Euro. Diesen lehnte sie ab mit den folgenden Worten: "Mit Ihrer jetzigen Qualifikation ist der AdA-Schein nicht nötig. Sollten sie eine Jobzusage haben, wo der Schein erwünscht ist, bezahle ich ihn, ansonsten nicht." Dumm ist nur, wenn man aber gar nicht durch den Bewerbungsprozess kommt, weil eben dieser AdA-Schein Einstellungsvoraussetzung ist und jeder ohne Schein direkt aussortiert wird.

Wieder schaute ich sie erstaunt an und dachte wieder okay, gut. Jetzt ist es allerdings so, dass ich Vermittlungsangebote bekomme, die allem, nur nicht meiner Qualifikation entsprechen. Ich habe gerade eine Weiterbildung für fast 8.500 Euro beendet und man verlangt von mir, mich auf Stellen zu bewerben im Bereich Hausmeistertätigkeiten, klassische Büroarbeiten. Noch dazu kommen die Angebote für Vollzeit, obwohl ich angegeben habe, dass ich nur maximal 30 Stunden die Woche arbeiten kann. Ich habe mich nicht bei allen beworben. Sie hat beim letzten Termin abgefragt, ob und wenn nein, warum ich micht nicht beworben habe und dies dann zur Kenntnis genommen mit einem Blick, der Bände sprach. Jedoch hielt sie die Füße bisher still. Ich befürchte, das ändert sich noch.

Nun flattern mir ständig solche Vermittlungsvorschläge ins Haus, auf die ich mich bewerben muss. Es gäbe derzeit nicht genügend Stellen im Personalbereich in meiner Region, deshalb müsse ich als Sekretärin tätig werden, so die Aussage. Dann gab sie mir noch einen Gutschein für die Arbeitgeber mit und sagte mir, ich müsse alle Unternehmen anrufen, bei denen ich mich beworben habe und von denen ich seit 2 Wochen und länger nichts gehört habe und denen sagen, dass ich so einen Gutschein habe. Ich fühle mich gerade wie ein Bittsteller und tu mich äußerst schwer damit, die Unternehmen anzurufen. Heute bekam ich einen Vorschlag für Lohn- und Gehaltsbuchhaltung. Das habe ich im Grunde in einer ersten Weiterbildung vor 5 Jahren mal gelernt aber nie angewandt. Ich habe auch keine aktuellen Kenntnisse im Lohnsteuer- und Sozialversicherungsrecht. Gut, die kann ich mir noch aneignen. Alles in allem, entspricht meine Qualifikation aber nicht den Anforderungen des Unternehmens.

Ich habe in der Vergangenheit immer wieder Jobs angenommen, die nicht meiner Qualifikation entsprachen oder die ich eigentlich gar nicht machen wollte, nur um zu arbeiten (ich will ja arbeiten, kann nicht zu Hause sitzen). Daraus resultierte im letzten Jahr dann eine Depression, was mich dazu führt, dass ich keinen Job mehr machen will, der mich krank und unzufrieden macht. Ich möchte langfristig einen Job machen. Dem gut gemeinten Ratschlag, dass es einfacher sei, mich aus dem Job heraus zu bewerben muss ich leider aus bitterer Erfahrung widersprechen.

Nun läuft mein ALG I am 4. August aus. Jetzt erhielt ich eine Einladung für den 19. Juli. So kurz vor Auslaufen des ALG I, was will sie da noch von mir? Sie weiß, dass ich mich bewerbe. Ab August ist wieder das Jobcenter für mich zuständig.

Ich bin inzwischen so frustriert, dass ich teilweise schon depressive Phasen habe, weil ich mich einfach schikaniert und geärgert fühle. Reagiere ich da nun über oder ist das nachvollziebar? Ist das gängige Praxis? Kann ich mich da irgendwie gegen wehren? Die Arbeitsagentur macht mich krank

Viele Grüße
Lyssa
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Alt 04.07.2017, 21:19   #2
noillusions
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Standard AW: Schikane vom Arbeitsamt? Vermittlungsangebote und Termin

Zitat von Lyssa Beitrag anzeigen
Dann gab sie mir noch einen Gutschein für die Arbeitgeber mit und sagte mir, ich müsse alle Unternehmen anrufen, bei denen ich mich beworben habe und von denen ich seit 2 Wochen und länger nichts gehört habe und denen sagen, dass ich so einen Gutschein habe.
Nur bei Stellen die du haben willst als Joker einsetzen. Die Trulla soll dir die Rechtsgrundlage nennen aufgrund der du die Typen anrufen mußt.
Dann sagst du "das werde ich mal prüfen was sie mir da gesagt haben, du hättest da doch Zweifel."
Man kann bei Anrufen ja schließlich auch nicht beweisen was da gesprochen wurde.

Ja der Arbeitsmarkt ist leider so wie amtlichen Statistikverdreher das so darstellen. Damit muß man wohl oder übel leben.
noillusions ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.07.2017, 16:06   #3
erwerbsuchend
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Beiträge: 1.151
erwerbsuchend Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Schikane vom Arbeitsamt? Vermittlungsangebote und Termin

Zitat von Lyssa Beitrag anzeigen
Diesen lehnte sie ab mit den folgenden Worten: "Mit Ihrer jetzigen Qualifikation ist der AdA-Schein nicht nötig. Sollten sie eine Jobzusage haben, wo der Schein erwünscht ist, bezahle ich ihn, ansonsten nicht." Dumm ist nur, wenn man aber gar nicht durch den Bewerbungsprozess kommt, weil eben dieser AdA-Schein Einstellungsvoraussetzung ist und jeder ohne Schein direkt aussortiert wird.
Hallo Lyssa,

auch wenn es dich nicht direkt trösten mag, aber so geht es leider vielen, die eine bestimmte Weiterbildung für eine bestimmte Stelle wünschen, meistens betrifft es die Fahrerlaubnis.

Zitat von Lyssa Beitrag anzeigen
Dann gab sie mir noch einen Gutschein für die Arbeitgeber mit und sagte mir, ich müsse alle Unternehmen anrufen, bei denen ich mich beworben habe und von denen ich seit 2 Wochen und länger nichts gehört habe und denen sagen, dass ich so einen Gutschein habe. Ich fühle mich gerade wie ein Bittsteller und tu mich äußerst schwer damit, die Unternehmen anzurufen.
Als Ergänzung zum Beitrag von noillusions der Hinweis von mir, dass es leider nicht in deinem Einflussbereich liegt, ob die jeweiligen Personalverantwortlichen in jenen Unternehmen überhaupt mit dir telefonieren wollen.

Desweiteren solltest du jene SB mal fragen, wer dir die dabei entstehenden Telefonkosten ersetzt.
erwerbsuchend ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.07.2017, 16:18   #4
Gollum1964
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Standard AW: Schikane vom Arbeitsamt? Vermittlungsangebote und Termin

Hallo Lyssa,

was du da schreibst, ist leider eher die Normalität als die Ausnahme bei Jobcentern. Berufsschutz kannst du dort vergessen und dir bleibt nur die Möglichkeit der Antibewerbung, um dich gegen unpassende Vorschläge zu wehren. Diskussionen darüber sind m.E. reine Zeitverschwendung.
Das du überhaupt noch eine Fortbildung bekommen hast, ist auch nicht selbstverständlich. Ich bin über 50 und da gibt es nichts mehr mit Fortbildung (O-Ton meiner neuen SB).
Nach über 20 Jahren Berufserfahrung als Buchhalter kommen bei mir fast nur noch VV als Buchhalter über ZAF rein oder unterqualifiziert als Datenerfasser oder CallCenter-Agent.
Gollum1964 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.07.2017, 17:55   #5
Wholesaler
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Beiträge: 498
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Standard AW: Schikane vom Arbeitsamt? Vermittlungsangebote und Termin

Zitat von Lyssa Beitrag anzeigen
Ab August ist wieder das Jobcenter für mich zuständig.
Auch wenn es sich blöd anhört, aber darin könnte eventuell eine Chance stecken. Du schreibst ja, dass du eine "super Fallmanagerin" hattest. Wenn du wieder an die Dame geraten solltest, hast du vielleicht Glück und sie bewilligt dir eine Weiterbildung. Normalerweise ist der Weg von der AfA zum Jobcenter der härtere Gang und nicht umgekehrt. Hast du noch finanzielle Reserven?
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Alt 05.07.2017, 21:31   #6
Lyssa
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Lyssa
Standard AW: Schikane vom Arbeitsamt? Vermittlungsangebote und Termin

Vielen Dank soweit schonmal für die Antworten. Die Weiterbildung habe ich bekommen, weil das Jobcenter zu der Zeit gerade frisches Geld bewilligt bekam. Sonst hätte das sicher auch anders ausgesehen. Die Weiterbildung war "nur" eine Aufbauweiterbildung zu meinem Beruf als Personalsachbearbeiterin. Von daher bin ich sehr froh, dass ich wenigstens einmal Glück hatte, mit der SB im Jobcenter und hoffe, dass ich auch wieder bei dieser "unterkomme", sofern sich nicht vorher etwas tut bezüglich Arbeit. Wenn ich die Weiterbildung für den AdA-Schein noch bekäme, wäre natürlich super. Aber ich gehe auch gerne arbeiten und bezahle den nebenher irgendwann selbst, wenn ich erstmal nicht benötigen sollte.

Finanzielle Puffer habe ich schon noch, allerdings schwinden die gerade zusehends. Die Weiterbewilligungsanträge für Wohngeld und Kinderzuschlag werden seit Wochen bearbeitet und das Geld fehlt mir natürlich. Nur mit dem ALG I, Kindergeld und dem bisschen Unterhalt, den ich für mein Kind bekomme, komme ich nicht wirklich gut über die Runden. Ich hoffe nur, dass beides noch bewilligt wird. Kinderzuschlag wurde abgelehnt, obwohl sich bei mir nichts geändert hat, weder Einkommen, noch Wohnung. Davor war es 5 Monate bewilligt worden. Habe jetzt Widerspruch eingelegt.

Ich habe schon sehr viel und lange Jahre Erfahrungen mit dem Jobcenter und muss echt sagen, bisher hatte ich immer einigermaßen Glück mit den SB und die letzte war sozusagen das I-Tüpfelchen :-) Ich muss auch sagen, dass ich komischerweise mit denen vom JC besser auskomme, als mit der Arge.

Sehr traurig zu lesen, dass all dies gängige Praxis ist. Und das in einem möchte doch so gern Sozialstaat. Sehr traurig, dass die, die "Macht" haben, ausschließlich auf ihre Statistiken und eigenen Zahlen gepusht werden und entsprechend empathielos mit ihren "Kunden" umgehen.
Lyssa ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.07.2017, 22:15   #7
Wholesaler
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Standard AW: Schikane vom Arbeitsamt? Vermittlungsangebote und Termin

Stimmt, das Jobcenter hatte dir bereits eine Fortbildung "spendiert". Ich hatte es nicht richtig gelesen und dachte, dass es die AfA war. Zum AdA-Schein: Man bringt die erforderlichen Voraussetzungen/Fähigkeiten mit (und das ist ja der eigentlich entscheidende Punkt), aber es fehlt das entsprechende Schriftstück. Ist halt typisch für Deutschland. Hier zählt nicht was man kann, sondern was auf dem Papier steht. Wenn ich sehe, welche Leute den AdA-Schein besitzen, wird mir manchmal schlecht. Die verdienen die Bezeichnung "Ausbilder/in" gar nicht.
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Alt 06.07.2017, 01:49   #8
Doppeloma
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Ausrufezeichen AW: Schikane vom Arbeitsamt? Vermittlungsangebote und Termin

Hallo Lyssa,

Zitat:
Zu mir: Ich bin 42 Jahre jung, alleinerziehend mit einem 12-jährigen Kind und habe in der Vergangenheit Teilzeit mit rund 25 Stunden gearbeitet.
Dann bekommst du ja auch nur ALGI für diesen Stundenbereich, du bist also (zumindest bei der AfA) gar nicht verpflichtet dich auf Vollzeitstellen zu bewerben, sofern du das nicht selber WILLST ...

Dafür gibt es sogar ein Formular (Verfügbarkeitserklärung), wo man das unterschreiben kann, dass man nur in Teilzeit vermittelt werden möchte, für höchstens 30 Wochenstunden z.B.

Du bekommst ja auch kein ALGI aus einer Vollzeitbeschäftigung, zudem müssten die Vollzeit-Angebote auch entsprechend mehr Einkommen bieten = hochgerechnet aus deinem letzten Verdienst auf eine Vollzeit-Tätigkeit.

Zitat:
Ich bin seit August letzten Jahres arbeitslos.
Das wird dir nun alles nicht mehr viel nützen, denn dein ALGI läuft ja bald ab und beim JC ticken die "Uhren" in der Hinsicht etwas anders, da soll man wieder genug verdienen, um aus dem Leistungsbezug zu kommen und kann sich nicht mehr auf Teilzeit-Arbeit beschränken (wollen), wenn das Einkommen dann dafür nicht ausreichend wäre.

Zitat:
Somit war das Jobcenter für mich zuständig, wo ich eine super Fallmanagerin hatte.
Das könnte sich also schnell ändern, wenn du volle ALGII-Leistungen benötigst, obwohl man dich doch bereits so großzügig gefördert hatte ... sicher nicht ganz ohne die Hoffnung, dass du dann so bald nicht wieder kommen wirst, um komplett ALGII zu beziehen.

Zitat:
Diese bewilligte mir dann eine Weiterbildung, die 6 Monate dauerte. In dieser Zeit bekam ich rückwirkend Kinderzuschlag und Wohngeld, so dass ich aus dem Bezug des ALG II herausfiel und damit wieder die Arbeitsagentur für mich zuständig war/ist.
"Ein Schelm" wer sich dabei was Anderes denkt, als dir unbedingt helfen zu wollen, kaum warst du da, warst du zunächst auch wieder weg ... die Kosten hat ja (trotzdem) die BA getragen ... und sonstige Geldleistungen kamen dann von anderen Kostenträgern ...

Zitat:
Während der Weiterbildung hatte ich keinerlei Probleme, sie ließen mich in Ruhe meine "Schule" machen und ich habe die Weiterbildung mit "sehr gutem Erfolg" beendet. Prompt folgte am Tag nach der Beendigung ein Termin bei der Sachbearbeiterin.
Logisch, denn das Geld kommt ja aus dem gleichen Budget, das kommt aus dem Vermittlungsbudget der Bundesanstalt für Arbeit, auch das was die JC bewilligen ...

Zitat:
Bereits während der Weiterbildung habe ich sehr viele Bewerbungen geschrieben und auch mehrere Vorstellungsgespräche geführt. Das nächste Gespräch war bereits terminiert. Meine Sachbearbeiterin darauf angesprochen, dass ich gerne einen Fahrtkostenantrag dafür haben möchte, antwortete sie mir, das sei eine freiwillige Leistung und sie erstatten keine Fahrtkosten außerhalb des Tagespendelbereichs.
Bereits hier wären schriftliche Anträge (nachweislich eingereicht) angebracht gewesen, was so "gesagt" wird, um Kosten zu sparen hat keine Bedeutung und die Freiwilligkeit der Vermittlungsleistungen (dazu zählen auch Bewerbungs- und Reisekosten zu Terminen bei der AfA und bei den AG) endet dort wo deine finanzielle Eigenleistungsfähigkeit aufhört.

Die ist nach Antragstellung zu prüfen, mündliche Absagen sind nicht zulässig, du hast Anspruch auf einen Bescheid.
Die Leistungen aus dem Vermittlungsbudget sind also keineswegs "Freiwillig" sondern es ist nach Ermessen zu entscheiden, ob die Gelder für den Kunden (und seine Vermittlung) notwendig sind.

Auch im Ortsverkehr muss man nicht zu Fuß zu Vorstellungsgesprächen gehen, wenn das unzumutbar wäre.

Zitat:
Die 40 km könne ich wohl selbst aufbringen Auf die Aussage meinerseits, dass das Jobcenter alle Fahrten zu Bewerbungsgesprächen bezahle, meinte sie, die seien halt kulanter als die Arbeitsagentur.
Das hat also mit "Kulanz" wenig zu tun, das JC hat noch deutlich weniger Ermessens-Spielraum als die AfA, denn wenn man schon am Existenzminimum leben muss ist eine Prüfung der Eigenleistungsfähigkeit in der Regel überflüssig.

Das bedeutet ja trotzdem nicht, dass alle ALGI-Bezieher ein ausreichend hohes Arbeitslosengeld beziehen, um das alles "locker" alleine bezahlen zu können.

Zitat:
Viele Bildungsträger bieten in der Weiterbildung die AEVO, kurz den AdA-Schein mit an, da es als Personalreferent ja durchaus vorkommen kann, dass man auch Azubibetreuung macht. Ich stellte einen Antrag auf den 4-Wöchigen Kurs, Kostenpunkt um die 400 Euro.
Hast du diesen Antrag gut begründet und nachweislich schriftlich gestellt ... ???

Zitat:
Diesen lehnte sie ab mit den folgenden Worten: "Mit Ihrer jetzigen Qualifikation ist der AdA-Schein nicht nötig. Sollten sie eine Jobzusage haben, wo der Schein erwünscht ist, bezahle ich ihn, ansonsten nicht."
Auf einen schriftlichen Antrag hätte sie auch einen schriftlichen (begründeten) Bescheid geben müssen, da kann man (schriftlich) Widerspruch einlegen gegen diese Ablehnung, manchmal ist auch eine Beschwerde in Nürnberg sehr heilsam für solche SB ...

Dafür dürfte es nun aktuell allerdings schon zu spät sein.

Zitat:
Wieder schaute ich sie erstaunt an und dachte wieder okay, gut.
Du hättest eben nicht nur erstaunt gucken sollen, sondern diese Ansichten schriftlich verlangen sollen ...

Zitat:
Jetzt ist es allerdings so, dass ich Vermittlungsangebote bekomme, die allem, nur nicht meiner Qualifikation entsprechen. Ich habe gerade eine Weiterbildung für fast 8.500 Euro beendet und man verlangt von mir, mich auf Stellen zu bewerben im Bereich Hausmeistertätigkeiten, klassische Büroarbeiten. Noch dazu kommen die Angebote für Vollzeit, obwohl ich angegeben habe, dass ich nur maximal 30 Stunden die Woche arbeiten kann. Ich habe mich nicht bei allen beworben.
Dann frage sie doch mal ganz direkt, ob ihr die Bestimmungen des § 140 SGB III nicht bekannt sind, ich glaube kaum, dass ein Hausmeister-Job da rein passt ...Vollzeit kannst du generell (bei der AfA) noch ablehnen als unzumutbar ... siehe mein Hinweis oben.

§ 140 SGB III Zumutbare Beschäftigungen

Zitat:
Jedoch hielt sie die Füße bisher still. Ich befürchte, das ändert sich noch.
Verlange die Rechtsgrundlagen von ihr wenn sie dir was erzählt, was dir merkwürdig vorkommt, das ist deutlich besser (und gesünder) als "die Füße still zu halten" ...

Zitat:
Nun flattern mir ständig solche Vermittlungsvorschläge ins Haus, auf die ich mich bewerben muss.
NÖÖÖ, musst du (nach § 140 SGB III) NICHT, wenn es zu viele Stunden sind, da ist die Berufliche Richtung schon völlig "Banane", du hast ein Kind zu versorgen und noch kannst du entscheiden, wie viele Stunden (über 25) du arbeiten gehen möchtest ...

Zitat:
Dann gab sie mir noch einen Gutschein für die Arbeitgeber mit und sagte mir, ich müsse alle Unternehmen anrufen, bei denen ich mich beworben habe und von denen ich seit 2 Wochen und länger nichts gehört habe und denen sagen, dass ich so einen Gutschein habe.
Frage sie wo das steht im Gesetz, sie möge dir das bitte genau aufschreiben, damit du mal deinen Anwalt fragen kannst ob das korrekt ist ... dazu wurde dir ja auch schon geschrieben, dass es NICHT korrekt ist.

Zitat:
Ich fühle mich gerade wie ein Bittsteller und tu mich äußerst schwer damit, die Unternehmen anzurufen.
Dann lass es bleiben, dazu bist du gar nicht verpflichtet, es ist durchaus bekannt, dass sich viele AG gar nicht melden und zu Bewerbungen äußern ... wenn sie kein Interesse am Bewerber haben.

Zitat:
Nun läuft mein ALG I am 4. August aus. Jetzt erhielt ich eine Einladung für den 19. Juli. So kurz vor Auslaufen des ALG I, was will sie da noch von mir? Sie weiß, dass ich mich bewerbe. Ab August ist wieder das Jobcenter für mich zuständig.
Das wird wohl der übliche Informations-Termin sein (sollte ja als Grund in der Einladung stehen was sie von dir will), damit du weißt wie es nach dem ALGI weiter gehen könnte, wird inzwischen meist schon als "Pflicht" deklariert.

Zitat:
Ich bin inzwischen so frustriert, dass ich teilweise schon depressive Phasen habe, weil ich mich einfach schikaniert und geärgert fühle. Reagiere ich da nun über oder ist das nachvollziebar?
Wohl von Allem etwas, vielleicht solltest du noch rechtzeitig zum Arzt gehen und dir einen Krankenschein holen, damit du dich vor dem JC noch wieder von der AfA etwas erholen könntest ... immerhin bekommst du dann noch Krankengeld in Höhe des ALGI wenn dort bei Ablauf aufgehoben wird ... und du noch weiter AU sein solltest.

Bewerben kann man sich auch aus dem Krankenstand wenn es sich lohnt und die AU bei Erfolg (zur Arbeitsaufnahme) wieder beenden, bist du erst voll beim JC "in Pflege" gibt es kein Krankengeld mehr, jedenfalls nicht mehr bis du mal wieder eine versicherungspflichtige Arbeit hast.

Zitat:
Ist das gängige Praxis? Kann ich mich da irgendwie gegen wehren? Die Arbeitsagentur macht mich krank
Ja, das ist (leider) gängige Praxis, auch das JC wird dich mit Sicherheit nicht "gesünder" machen, du solltest nicht unbedingt auf das bisherige Verständnis hoffen, wenn du dort nun volle Leistungen benötigst weil du nach einem Jahr und beruflicher Förderung noch immer arbeitslos bist.

Zitat:
Die Weiterbildung habe ich bekommen, weil das Jobcenter zu der Zeit gerade frisches Geld bewilligt bekam.
Das glaube ich eher nicht, das JC bekommt dafür kein Extra-Geld, das kommt alles von der BA und das JC ist dich damit zunächst schnell wieder los geworden.

Zitat:
Von daher bin ich sehr froh, dass ich wenigstens einmal Glück hatte, mit der SB im Jobcenter und hoffe, dass ich auch wieder bei dieser "unterkomme", sofern sich nicht vorher etwas tut bezüglich Arbeit.
Ich denke auch nicht, dass du die gleiche Beraterin bekommen wirst, enge "Kundenbeziehungen" sind nicht unbedingt erwünscht bei den JC.

Oft genug haben die SB dort auch nur Zeitverträge ...

Zitat:
Finanzielle Puffer habe ich schon noch, allerdings schwinden die gerade zusehends. Die Weiterbewilligungsanträge für Wohngeld und Kinderzuschlag werden seit Wochen bearbeitet und das Geld fehlt mir natürlich.
Das kann enge werden und die Nachzahlungen werden direkt angerechnet wenn du inzwischen schon ALGII beziehen musst ...

Zitat:
Ich habe schon sehr viel und lange Jahre Erfahrungen mit dem Jobcenter und muss echt sagen, bisher hatte ich immer einigermaßen Glück mit den SB und die letzte war sozusagen das I-Tüpfelchen :-) Ich muss auch sagen, dass ich komischerweise mit denen vom JC besser auskomme, als mit der Arge.
Die "Arge" gibt es schon lange nicht mehr, das waren früher mal die Stellen für Hartz 4, aktuell bekommst du dein Geld von der AfA / BA (Agentur für Arbeit), man sollte schon wissen mit wem man es gerade zu tun hat.

Das Traurige des "Sozial-Staates" kannst du überall wiederfinden, wo man kommt und die Leistungen in Anspruch nehmen möchte für die man jahrelang Pflichtbeiträge eingezahlt hat, um im Ernstfall (angeblich) abgesichert zu sein ...

Wir haben insgesamt fast 8 Jahre um die Anerkennung unserer Erwerbsminderungen kämpfen müssen, als wir nach 35/40 Jahren Arbeit gesundheitlich nicht mehr konnten ...

Da "durften" wir auch noch fast 2 Jahre das örtliche JC kennenlernen, mit vorhandenen Arbeitsplätzen ... nur weil wir (nachweislich) zu krank waren dort weiter zu arbeiten ... aber für die Rentenkasse waren wir noch lange nicht krank genug, um eine Rente deswegen zu erhalten ...

Alles Gute für dich !

MfG Doppeloma
__

Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

Keine Einzelfall-Beratung per PN, alle Fragen bitte im Forum stellen !!!
Doppeloma ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 06.07.2017, 13:59   #9
Lyssa
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Lyssa
Standard AW: Schikane vom Arbeitsamt? Vermittlungsangebote und Termin

Vielen Dank für diese ausführliche Antwort!

Zitat von Doppeloma Beitrag anzeigen
Das wird dir nun alles nicht mehr viel nützen, denn dein ALGI läuft ja bald ab und beim JC ticken die "Uhren" in der Hinsicht etwas anders, da soll man wieder genug verdienen, um aus dem Leistungsbezug zu kommen und kann sich nicht mehr auf Teilzeit-Arbeit beschränken (wollen), wenn das Einkommen dann dafür nicht ausreichend wäre.
Ich bin schon bereit auch Vollzeit zu arbeiten. Dann müssen jedoch die Arbeitszeiten passen. Mein Kind hat bis maximal 15 Uhr Betreuung in der Schule und danach? Sie ist ja erst 12.

Zitat von Doppeloma Beitrag anzeigen
Die ist nach Antragstellung zu prüfen, mündliche Absagen sind nicht zulässig, du hast Anspruch auf einen Bescheid.
Die Leistungen aus dem Vermittlungsbudget sind also keineswegs "Freiwillig" sondern es ist nach Ermessen zu entscheiden, ob die Gelder für den Kunden (und seine Vermittlung) notwendig sind.
Interessant! Scheinbar sieht die SB die Notwendigkeit nicht gegeben, da sie ja auch meinte, die 20 km einfache Strecke könne ich ja wohl selbst tragen. Somit werde ich also künftig alles schriftlich beantragen und nichts mehr im Gespräch. Die Fahrtkosten zur AfA hat sie mir allerdings erstattet.

Zitat von Doppeloma Beitrag anzeigen
Hast du diesen Antrag gut begründet und nachweislich schriftlich gestellt ... ???
Der Antrag wurde schriftlich gestellt, ja. Auch eine Begründung, warum ich den Schein gerne hätte, war darin angegeben. Eine Antwort erhielt ich dann sehr viel später von der SB per Email, dass sie das in einem persönlichen Gespräch besprechen möchte und dazu eine gesonderte Einladung erhalte. Das Gespräch fand dann nach Abschluss der Weiterbildung statt, rund 6 Wochen nach Antragstellung.

Zitat von Doppeloma Beitrag anzeigen
Auf einen schriftlichen Antrag hätte sie auch einen schriftlichen (begründeten) Bescheid geben müssen, da kann man (schriftlich) Widerspruch einlegen gegen diese Ablehnung, manchmal ist auch eine Beschwerde in Nürnberg sehr heilsam für solche SB ...

Dafür dürfte es nun aktuell allerdings schon zu spät sein.
Ja leider. Hätte ich das alles mal früher gewusst...

Zitat von Doppeloma Beitrag anzeigen
Du hättest eben nicht nur erstaunt gucken sollen, sondern diese Ansichten schriftlich verlangen sollen ...
Da hast du sicherlich Recht. Ich bin leider oft sehr überrant in solchen Situationen, dass ich dazu gar nichts sagen kann. Mein Fehler.

Zitat von Doppeloma Beitrag anzeigen
Dann lass es bleiben, dazu bist du gar nicht verpflichtet, es ist durchaus bekannt, dass sich viele AG gar nicht melden und zu Bewerbungen äußern ... wenn sie kein Interesse am Bewerber haben.
Das Witzige ist ja, ich bin ja selber Personaler, ich weiß wie die Dinge in diesem Bereich laufen UND ich habe gerade noch die Aufbauweiterbildung hinter mir. Sie sollte eigentlich wissen, dass ich die gängige Praxis der Personalabteilungen gut kenne. Offensichtlich im Gegenteil zu ihr. Sie meinte aber doch, dass sie mir erzählen muss, wie man mit Bewerbungen vorgeht. Ihre erste Frage war sogar, ob ich in der Weiterbildung auch ein Bewerbungstraining hatte (ich bin wohl als Personalsachbearbeiterin und -referentin darin ausgebildet, wie so eine Bewerbung aussehen sollte ) Nach Aussage meinerseits, dass ich nicht an einem expliziten Training teilgenommen habe, sondern das ja auch Teil der Ausbildung war, meinte sie, dann wisse ich wohl, wie man Bewerbungen schreibt

Zitat von Doppeloma Beitrag anzeigen
Das wird wohl der übliche Informations-Termin sein (sollte ja als Grund in der Einladung stehen was sie von dir will), damit du weißt wie es nach dem ALGI weiter gehen könnte, wird inzwischen meist schon als "Pflicht" deklariert.
In der Einladung steht, sie möchte meine Bewerbungsaktivitäten mit mir besprechen. Wie es weitergeht, weiß ich nur zu gut, bin leider nicht zum ersten Mal in dieser Situation. Und das weiß sie auch, sie war auch schon früher mal meine SB, allerdings nicht so lange, dass sie mich entsprechend ärgern konnte.

Zitat von Doppeloma Beitrag anzeigen
Das kann enge werden und die Nachzahlungen werden direkt angerechnet wenn du inzwischen schon ALGII beziehen musst ...
Mein ALG I läuft bis zum 4.8. Das wird ja im Nachhinein am Ende des Monats gezahlt, oder sehe ich das falsch? Das würde bedeuten, dass ich noch einmal das volle Geld bekomme und ALGII, da es im voraus gezahlt wird, dann die erste Zahlung erst Ende August kommt. Wenn ich Glück habe, kriegen die Behörden jetzt mal die Allerwertesten hoch und bewilligen mir die Bescheide. Dann fließt das Geld vielleicht noch im Juli, dann wird es nicht angerechnet. Und wenn ich wieder voll Hartz IV bekomme, bekomme ich eh kein Wohngeld und Kinderzuschlag mehr.

Zitat von Doppeloma Beitrag anzeigen
Da "durften" wir auch noch fast 2 Jahre das örtliche JC kennenlernen, mit vorhandenen Arbeitsplätzen ... nur weil wir (nachweislich) zu krank waren dort weiter zu arbeiten ... aber für die Rentenkasse waren wir noch lange nicht krank genug, um eine Rente deswegen zu erhalten ...
Das ist schon alles ganz schön traurig, auch wenn es uns hier, im Vergleich zu anderen Ländern sehr gut gehen mag. Diese Ungerechtigkeit in der Welt ist einfach nur zum
Lyssa ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.07.2017, 22:25   #10
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Hallo Lyssa,

Zitat:
Mein ALG I läuft bis zum 4.8. Das wird ja im Nachhinein am Ende des Monats gezahlt, oder sehe ich das falsch?
Dann bekommst du das ALGI für den Juli noch komplett Ende Juli überwiesen und die Restlichen Tage für den August werden nach der Aufhebung des ALGI direkt überwiesen.

Da brauchst du nicht bis Ende August drauf zu warten, ab wann hast du denn ALGII jetzt wieder beantragt oder hast du das noch gar nicht gemacht ???

Das läuft nicht "automatisch" und für den Monat August kannst du schon Anspruch stellen, 4 Tage ALGI werden ja kaum für den ganzen Monat reichen.

Man könnte dann nur die Restzahlung anrechnen (beim JC) wenn du den Antrag "mit Wirkung" zum 01.08.2017 stellst.
Der Zufluss des ALGI für den Juli zählt dann noch nicht, erst was ab August noch auf dein Konto kommt kann "angerechnet" werden.

Zitat:
Das würde bedeuten, dass ich noch einmal das volle Geld bekomme und ALGII, da es im voraus gezahlt wird, dann die erste Zahlung erst Ende August kommt.
Nicht ganz oder ich orte das jetzt falsch ...

ALGI für den Monat Juli (kompletter Monat) kommt am 31.07. ... ALGII (voraus) für den August würde auch am 31.07. da sein müssen, im August kommt dann noch der Rest ALG I (4 Tage), was gemeldet werden muss zur Anrechnung nach dem Zufluss auf deinem Konto.

Zitat:
Wenn ich Glück habe, kriegen die Behörden jetzt mal die Allerwertesten hoch und bewilligen mir die Bescheide. Dann fließt das Geld vielleicht noch im Juli, dann wird es nicht angerechnet.
Soweit richtig, darum den Antrag auf ALGII erst mit Wirkung zum 01.08. stellen, das kann man deutlich auf dem Antrag vermerken.

Haben wir damals auch gemacht weil ich noch ALGI bekommen habe bis zu einem 19. und wir dann erst ab dem nächsten 01. Geld vom JC haben "wollten".

Was noch im Juli bei dir auf dem Konto eingehen (zufließen) wird darf nicht angerechnet werden.
Für die laufenden Leistungen vom JC gilt das "Zufluss-Prinzip" NICHT ... das zählt immer für den Folgemonat zum Verbrauch.

Wir sollten damals unbedingt noch Wohngeld beantragen für den einen Vormonat, das dauerte natürlich auch seine Zeit und die Nachzahlung kam dann erst als wir längst im Bezug waren.

Das JC wollte das gerne "einkassieren" aber unsere Wohngeldstelle hat sich dafür eingesetzt, dass die das NICHT gemacht haben, das war mal eine sehr positive Behörden-Erfahrung.

Der SB meinte zu uns : "Wir bewilligen IHNEN das Wohngeld und das ist nicht dafür gedacht, dass andere Sozial-Leister dadurch eigenes Geld sparen können."

Das JC forderte dann zwar den Bescheid von uns aber nach dem (nachgezahlten) Wohn-Geld wurde nicht mehr gefragt, also scheint er das ja wirklich zu unseren Gunsten geregelt zu haben ...

Zitat:
Und wenn ich wieder voll Hartz IV bekomme, bekomme ich eh kein Wohngeld und Kinderzuschlag mehr.
Das ist richtig aber ich finde es auch nicht in Ordnung wenn man für die lange Bearbeitungsdauer bei anderen Behörden auch noch "bestraft" werden kann, immerhin musste man die Miete ja in den betroffenen Monaten trotzdem irgendwie bezahlen (können), ohne schon Geld vom JC (oder von der Wohngeldstelle) zu bekommen.

MfG Doppeloma
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Alt 08.07.2017, 20:49   #11
Lyssa
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Lyssa
Standard AW: Schikane vom Arbeitsamt? Vermittlungsangebote und Termin

Zitat von Doppeloma Beitrag anzeigen
...ab wann hast du denn ALGII jetzt wieder beantragt oder hast du das noch gar nicht gemacht ???
Doch klar, der Antrag ist letzte Woche rausgegangen. Habe zum 1.8. Hartz IV beantrag, wie du ja auch schreibst. Ob die tatsächlich schon Ende Juli zahlen, weiß ich nicht. In der Vergangenheit haben sie den Antrag dann erst einen Monat später genehmigt sozusagen. Also so, dass halt keine Doppelzahlung (ALG I und ALG II) stattfindet. Da ich ja Ende Juli nochmal voll ALG I erhalte, habe ich ja das Geld für den Monat zum "leben". Damit würden sie erst Ende August zahlen. Ich lasse mich einfach mal überraschen...oder vielleicht hat sich das auch bis dahin erledigt und ich endlich einen Job gefunden.

Wenigstens einmal ein bisschen Glück gehabt: Heute war der Bescheid für das Wohngeld im Briefkasten. Genehmigt von Mai bis Juli, Auszahlungstermin 17.7. Wenigstens etwas. Mal schauen, wie es mit meinem Widerspruch für den Kinderzuschlag ausgeht. Die haben alleine für den Weiterbewilligungsantrag 3 Monate gebraucht, um diesen abzulehen. Ich hoffe, der Widerspruch wird schneller bearbeitet (ich war so frei im Widerspruch-Anschreiben freundlich darauf hinzuweisen )
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Alt 09.07.2017, 15:43   #12
Doppeloma
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Ausrufezeichen AW: Schikane vom Arbeitsamt? Vermittlungsangebote und Termin

Hallo Lyssa,

Zitat:
Ob die tatsächlich schon Ende Juli zahlen, weiß ich nicht. In der Vergangenheit haben sie den Antrag dann erst einen Monat später genehmigt sozusagen.
Wenn du einen Bescheid ab dem 01.08. bekommst (wie du es auch beantragt hast), dann MUSS schon für den August im Voraus gezahlt werden vom JC.

Zitat:
Also so, dass halt keine Doppelzahlung (ALG I und ALG II) stattfindet. Da ich ja Ende Juli nochmal voll ALG I erhalte, habe ich ja das Geld für den Monat zum "leben".
Das ALGI ist ja (rückwirkend) für den Juli gedacht, das JC hat nicht zu entscheiden, dass du davon nun den August ja bestreiten könntest, es geht um das "Zufluss-Prinzip" und das gilt für die Leistungen vom JC NICHT.

Zitat:
Damit würden sie erst Ende August zahlen. Ich lasse mich einfach mal überraschen...oder vielleicht hat sich das auch bis dahin erledigt und ich endlich einen Job gefunden.
Ende August ist bereits die ALGII-Leistung für den September fällig, bei Bewilligung ab 01.08. hast du auch Anspruch auf die Überweisung für den August im Voraus, das hat mit "Doppelzahlung" hier nichts zu tun.

Die stellen ja auch "pünktlich" ein ohne Rücksicht auf Überweisungstermine anderer Leistungsträger, wenn es heißt eine Rente wird ab dem nächsten 01. gezahlt, dann bedenken die ja auch nicht, dass die Überweisung der Rente erst zum Monatsende kommen wird.

So haben wir das selbst erlebt, denen war egal wie wir bis dahin kommen werden OHNE die Rente auf dem Konto am 01. wirklich zu haben ...

Bei Bescheid zum 01.08. hast du auch Anspruch auf das Geld vom JC FÜR den August (egal was du im Juli noch von der AfA auf dein Konto bekommen hast) und ansonsten solltest du Widerspruch einlegen.

MfG Doppeloma
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