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Start > > -> Muss sich das Jobcenter nicht so ausdrücken, daß es dem Bürger verständlich ist?


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Alt 17.02.2017, 14:01   #1
Jasmine
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Registriert seit: 05.02.2017
Beiträge: 49
Jasmine
Standard Muss sich das Jobcenter nicht so ausdrücken, daß es dem Bürger verständlich ist?

Mein Jobcenter schreibt in Bescheiden oder Briefen mit einer Wortwahl,
die mir persönlich manchmal ein wenig unverständlich ist.
Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um Amtsdeutsch oder Juristendeutsch.

Wenn man dann nachfragt, wird es jedoch nicht erklärt.

Muss sich das Jobcenter nicht so ausdrücken das es dem Bürger verständlich ist?
Jasmine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2017, 16:43   #2
DonOs
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Standard AW: Nicht für jeden verständliches Amtsdeutsch

Was genau wird denn geschrieben?

Das Amt hat dir gegenüber eine Beratungs- und Auskunftspflicht, gemäß §§ 13 - 15 SGB I. Falls also etwas unklar sein sollte kann man sich darauf berufen und nachfragen.
__

DonOs ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2017, 17:11   #3
krohne444
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Registriert seit: 07.10.2016
Beiträge: 339
krohne444 krohne444 krohne444
Standard AW: Nicht für jeden verständliches Amtsdeutsch

hi

Es ist leider alles in Deutsch der Gültigen Amtssprache in Deutschland verfasst. Und da es auch Rechtssicher sein sollte kommt da für den Normalen Bürger so eine Deutsch bei raus.
Und jeder hat ein anderen Bildungsstand für einen Büro Menschen ist das eine Normale Sprache aber für einen anderen ist das eine Fremdsprache.

Darum wird man da nix ändern. Aber ein Recht auf Erklärung hat man bei einer Behörde . aber da ist es wieder Recht haben und bekommen.
krohne444 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2017, 17:14   #4
arbeitsloskr
 
Registriert seit: 01.01.2017
Beiträge: 1.676
arbeitsloskr Enagagiertarbeitsloskr Enagagiertarbeitsloskr Enagagiertarbeitsloskr Enagagiertarbeitsloskr Enagagiertarbeitsloskr Enagagiertarbeitsloskr Enagagiertarbeitsloskr Enagagiert
Standard AW: Nicht für jeden verständliches Amtsdeutsch

Hallo Jasmine,

normalerweise sollte es so sein, dass sämtliche amtlliche Schreiben (also nicht nur JC) in einer für den "Normalsterblichen" verständlichen Form geschrieben sind.

Aber du hast beim JC einen Joker. Stelle einen Antrag nach §§ 13-15 SGB 2 und verlange eine schriftliche leichter verständliche Erklärung zu den Dingen, die du nicht verstehst.

Du kannst aber auch gern jene Schreiben anonymisiert (also ohne Namen von SB, Adressen usw.) hier ins Forum hochladen und die Forengemeinde kann dir beim Verstehen helfen.
arbeitsloskr ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2017, 17:30   #5
mucel
Elo-User/in
 
Registriert seit: 05.07.2009
Beiträge: 309
mucel mucel
Standard AW: Nicht für jeden verständliches Amtsdeutsch

Zitat von arbeitsloskr Beitrag anzeigen

normalerweise sollte es so sein, dass sämtliche amtlliche Schreiben (also nicht nur JC) in einer für den "Normalsterblichen" verständlichen Form geschrieben sind.

Aber du hast beim JC einen Joker. Stelle einen Antrag nach §§ 13-15 SGB 2 und verlange eine schriftliche leichter verständliche Erklärung zu den Dingen, die du nicht verstehst.
Bitte verstehe die Frage jetzt nicht falsch, die hat weder einen Hintergedanken noch irgendwas ironisches!
Gibt es eine Vorschrift, dass amtliche Schreiben so abgefasst werden sollen/müssen, dass "Normalsterbliche" Empfänger sie verstehen oder würdest du dir das jetzt einfach "nur" so wünschen.

Und zum 2. Teil. Ich weiss ja, dass hier der grundsätzliche Rat gilt, mit Behörden nie etwas mündlich zu machen. Ein Schreiben, dass ich nicht verstehe, würde ich mir dann aber schon mündlich, am Besten von Mensch zu Mensch und nicht am Telefon, erläutern lassen. Ich wüsste auch nicht, wie ein Empfänger (egal ob Firma, Behörde oder wer auch immer) dem Wunsch nachkommen sollte, Schreiben 1 dass man aufgrund der Komplexität nicht verstanden hat, mit Schreiben 2 in einfacheren Worten zu erklären/verständlich zu machen.
mucel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2017, 18:12   #6
Jaskolki77
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Jaskolki77 Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Nicht für jeden verständliches Amtsdeutsch

Gute Frage, weil ja auch Menschen, die sich nicht mit der Materie auskennen, Leistungen zustehen können. Transparenz ist aber eher weniger gewünscht.
Zitat von Jasmine Beitrag anzeigen

Muss sich das Jobcenter nicht so ausdrücken das es dem Bürger verständlich ist?
Vor allem sollte es Menschen einstellen, die in der Lage sind, die Inhalte der von ihren zusammengestümperten Textbausteine zu verstehen und diese in korrekter und verständlicher Weise zu kommunizieren. Tangieren diese doch immerhin die Sicherung des Lebensunterhaltes.

Hakt man bei den SB nach, kommt es oftmals zu abenteuerlichen Interpretationen. Mein Klassiker ist die Auskunft, dass eine EGV keinen Vertrag darstelle sondern... irgendetwas anderes. Was genau, konnte mir SB nicht erklären. Ich glaube, er konnte es wirklich nicht.

Ein Grund mehr, sämtliche Schriftsätze Dritten zur Prüfung vorzulegen.
Jaskolki77 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2017, 18:32   #7
0zymandias
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Standard AW: Nicht für jeden verständliches Amtsdeutsch

Zitat von Jasmine Beitrag anzeigen
[...]
Muss sich das Jobcenter nicht so ausdrücken das es dem Bürger verständlich ist?
Ja, muss es.

Kein Wenn, kein Aber.

Neben den schon genannten Paragrafen und durchaus vielen Stellen in der Kommentarliteratur gibt es auch noch den § 17 SGB I mit ...
Zitat:
(1) Die Leistungsträger sind verpflichtet, darauf hinzuwirken, daß
[...]
3. der Zugang zu den Sozialleistungen möglichst einfach gestaltet wird, insbesondere durch Verwendung allgemein verständlicher Antragsvordrucke und
... auf den man sich auch noch berufen kann.

Das Problem ist zwar offiziell bekannt, wird aber seit langen Jahren gehätschelt und gepflegt.
Drohkulissen funktionieren mit Unwissenheit, Unwissenheit erlangt man (auch) mit Unverständlichkeit.

Aber in ein paar Generationen werden die schlimmsten Sprach-Auswüchse der kaiserlichen Verwaltung beseitigt sein, denn Germanisten arbeiten schon seit 2013 daran: Brandenburg gewöhnt Beamten das Amtsdeutsch ab - Brandenburg - Aktuelle Nachrichten - Berliner Morgenpost (Meine Lieblingsstelle: Jobcenter setzen Bescheiderklärer ein. ).
Die beschriebene Verwerfungslinie zwischen offiziellem Jaja und faktischem Textblocken findet sich auch in dem Krieg zwischen diesen beiden Sätzen:
Zitat:
Fast jeder zweite Hartz-IV-Bescheid wird von Gerichten als fehlerhaft eingestuft. Der Sprecher des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg, Sebastian Pfister, sagt: "Es gibt durchaus Fälle, in denen die Leute klagen, nur weil sie den Bescheid nicht verstanden haben."
__

"Alles, was man zum Leben braucht, ist Unwissenheit und Selbstvertrauen, dann ist der Erfolg sicher." - Mark Twain

"Things fall apart; the jobcenter cannot hold;
Mere anarchy is loosed upon the world"
"The best lack all conviction, while the worst
Are full of passionate intensity." - William Butler Yeats
0zymandias ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2017, 18:51   #8
Zerberus X
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Ort: Bayern im Norden
Beiträge: 630
Zerberus X Zerberus X Zerberus X
Standard AW: Nicht für jeden verständliches Amtsdeutsch

Zitat von Jaskolki77 Beitrag anzeigen
Gute Frage, weil ja auch Menschen, die sich nicht mit der Materie auskennen, Leistungen zustehen können. Transparenz ist aber eher weniger gewünscht.
Zum schlau machen:Arbeitshandbuch "Bürgernahe Verwaltungssprache"
Im Link: https://www.google.de/search?q=Verwa...CdD08AeH5bXgCg
__

Installiere Winter.
█████████░░░░░░░░░░░░ 39 % fertig
Installation fehlgeschlagen!
404 Fehler: Winter wurde nicht gefunden.
Versuche es bitte später nochmal.
Zerberus X ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2017, 20:12   #9
TazD
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Standard AW: Muss sich das Jobcenter nicht so ausdrücken, daß es dem Bürger verständlich ist?

Wenn ich Schreiben verfasse, dann schaue ich, welchen Empfänger ich habe.

Geht das Schreiben an einen RA oder an einen Notar, dann kann ich dem kurz und knapp auch einfach ein paar §§ mitteilen.

Schreibe ich Otto Normalbürger an, dann erkläre ich mehr um was es geht und was ich möchte und setze die §§ als weitere Information dazu, damit sich der Interessierte ein wenig einlesen kann, wenn er möchte.
__

audiatur et altera pars [lat.: Man höre auch die andere Seite. ]
fiat iustitia [lat.: Es möge Gerechtigkeit geschehen. ]
TazD ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2017, 20:21   #10
mucel
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Registriert seit: 05.07.2009
Beiträge: 309
mucel mucel
Standard AW: Muss sich das Jobcenter nicht so ausdrücken, daß es dem Bürger verständlich ist?

Also bei der Techniker Krankenkasse liegen den Bescheiden und Schreiben oft noch Infoblätter bei, in denen die Sachverhalte, um die es in den Bescheiden/Schreiben geht, in "einfacher" Sprache näher erläutert werden.

Ich glaube, es ist ja schon enorm schwer zu bestimmen, wer denn nun überhaupt "Ottonormalbürger" ist.
Hat der Abitur, Mittlere Reife oder hat er die Hauptschule, womöglich noch ohne Abschluss, verlassen? Hat er eine Lehre oder hat er studiert?
mucel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2017, 20:27   #11
Jasmine
Elo-User/in
Threadstarter/in Threadstarter/in
 
Registriert seit: 05.02.2017
Beiträge: 49
Jasmine
Standard AW: Muss sich das Jobcenter nicht so ausdrücken, daß es dem Bürger verständlich ist?

Vielen Dank für die Antworten.
Ihr habt mir sehr geholfen.
Jasmine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.02.2017, 20:40   #12
BurnsTorn
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Muss sich das Jobcenter nicht so ausdrücken, daß es dem Bürger verständlich ist?

Hier konfligieren leider mal wieder Theorie und Praxis, was in der BA nicht selten vorkommt. Theorie ist: In BA-Schulungen wird seit Jahren darauf gedrungen, weniger bürokratisch zu schreiben und auch den individuellen Empfängerhorizont zu berücksichtigen, also einen "Kunden", der der deutschen Sprache kaum mächtig ist oder sehr ungebildet ist, anders anzuschreiben als einen Bürokaufmann, Ingenieur oder sonst was.

Das wird in der Praxis aber kaum umgesetzt (auch wenn es die Bundesregierung anders propagiert). Es wäre ohne weiteres möglich, das umzusetzen. Es gibt immerhin für alle BA-Mitarbeiter einsehbar nicht nur den BA-Sprachleitfaden, sondern auch diverse Dokumente des IQ-Netzwerk, die darlegen, wie Behördensprache kundenfreundlicher und verständlicher gestaltet werden werden kann. Siehe etwa hier.

Leider gibt es in der BA aber keinen Druck, wirklich dahingehend etwas zu verändern. Im Gegenteil: Unter der Hand glaube ich, dass viele Verantwortliche dort gar nicht wirklich wollen, dass alle "Kunden" alles verstehen - denn sie würden ggfs. auf die Idee kommen, Dinge zu hinterfragen und mehr zu beantragen, wenn sie informiert(er) wären.

Mein Ex-Bereichsleiter sagte uns AVs das ganz offen. Er meinte, das JC würde zusammenkrachen und könnte dicht machen, wenn alle Kunden im Detail verständlich über ihre Rechte informiert würden. Insofern hören sich die §§ 13-15 SGB I auf dem Papier gut an, aber Papier ist geduldig. Es gibt sogar Ex-Kollegen, die sich gegen leichte Sprache vehement wehren, weil sie meinen, dass man es den "Kunden" nicht leicht machen dürfe.

Die "Kunden" werden durch so eine Denken dann nochmal extra bestraft. Arm sind sie schon. Jetzt werden sie - neben ihrer Armut - auch für ihre oft unverschuldete Unfähigkeit bestraft, Behördendeutsch zu dechiffrieren. Wer das gutheißt (wie manche Ex-Kollegen), hat nur leider den Auftrag einer Sozialbehörde nicht verstanden bzw. hört nur selektiv auf dem Ohr "Kosten einsparen", aber nicht auf dem Ohr "Sozialstaatsgebot umsetzen". Traurig, aber leider wahr - eben BA.
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