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Alt 11.12.2012, 21:27   #1
Herbert Schnee
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Herbert Schnee Herbert Schnee
Standard fallbeispiel aufstockung

hi leute,

ich hab grad irgendwie nen denkfehler, bei dem ihr mir sicher helfen könnt.

sagen wir mal, jemand verdient etwa 1000 netto. demnach würde er ca 700 euro alg1 kriegen, richtig?

die zweite annahme ist die, dass alg2 nur bis aufs existenzminimum aufstockt. also wer mit seinem lohn oder alg1 unter dem existenzminimum ist, wird bis auf dieses aufgestockt mit alg2. richtig?

alg2 setzt sich aus regelsatz 374euro + miete zusammen. sagen wir mal insgesamt 700 euro.

alg1 X plus alg2 Y = existenzminimum Z

aber wenn y = miete (z.B. ca 326 euro) + 374 euro regelsatz is
und alg1 700 eur
dann wär das existenzminimum mit alg1 schon erreicht
und der alg2 anspruch würde entfallen?

da hab ich doch irgendwo nen denkfehler drin, oder nich?
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Alt 11.12.2012, 21:33   #2
Paolo_Pinkel
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Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel Paolo_Pinkel
Standard AW: fallbeispiel aufstockung

Der ALG II-Anspruch bemisst sich nicht nur nach Regelsatz + Miete, sondern auch nach . Mehrbedarfe (Krankheit, Kinder usw.), auf die ggf. Anspruch besteht. Dementsprechend steigt der Gesamtbedarf an ALG II. Die Variablen sind in dieser Rechnung also die Mietkosten und anderweitige Umstände (Mehrbedarf usw). Angenommen man hat eine sehr günstige Warmmiete, dann kann es durchaus sein, dass man rechnerisch seinen Bedarf mit dem ALG I decken kann. Folge: Die Aufstockung entfällt. Ist die nicht der Fall, dann steht ALG II zu.
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Alt 11.12.2012, 21:37   #3
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saida25
Standard AW: fallbeispiel aufstockung

Zitat von Paolo_Pinkel Beitrag anzeigen
Der ALG II-Anspruch bemisst sich nicht nur nach Regelsatz + Miete, sondern auch nach . Mehrbedarfe (Krankheit, Kinder usw.), auf die ggf. Anspruch besteht. Dementsprechend steigt der Gesamtbedarf an ALG II. Die Variablen sind in dieser Rechnung also die Mietkosten und anderweitige Umstände (Mehrbedarf usw). Angenommen man hat eine sehr günstige Warmmiete, dann kann es durchaus sein, dass man rechnerisch seinen Bedarf mit dem ALG I decken kann. Folge: Die Aufstockung entfällt. Ist die nicht der Fall, dann steht ALG II zu.
ist die nicht der Fall, dann steht ALG II zu.

Frage: Dann kommt auch irgendwann der Bescheid KdU Senkung.
Heute fragte mich jemand, ob das auch für Aufstocker gilt.
Konnte echt nicht darauf antworten. Ihr vielleicht?
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Alt 11.12.2012, 21:38   #4
Herbert Schnee
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Herbert Schnee Herbert Schnee
Standard AW: fallbeispiel aufstockung

mehrbedarfe sind ja eig. nur schwangere, behinderte und kinder.

wenn das alles nich gegeben is, dann würde anhand der gegebenen zahlen kein alg2 anspruch bestehen ja?

p.s.: krankheit hatte ich vergessen, aber das schließen wir mal aus, da das auch nicht zutreffen würde.
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Alt 11.12.2012, 22:09   #5
silka
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Standard AW: fallbeispiel aufstockung

Hallo, Herr Schnee
Mit 1000,- netto kannst du 600,- ALG erwarten.
60%, wenn du noch Kinder hast, dann 67%.

Sagen wir 600,- ALG.

Wenn du mit deinem ALG-Einkommen den Bedarf decken kannst, kriegst kein Alg2.
Aber sicher Wohngeld.

Dein Bedarf ist als Alleinstehender ab gleich 382,-, also ab 1.1.
Deine Wohnkosten dürften nach dieser Rechnung nur 218,- sein.
Denn 382+218=600

Alles klar?
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Alt 11.12.2012, 22:11   #6
silka
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Standard AW: fallbeispiel aufstockung

Hallo, saida
Ja, auch Aufstocker unterliegen der Aufforderung zur Kostensenkung.
Sie sind ja trotz Arbeit noch Leistungsbezieher.

Was tut man dann?
Weißt du es?
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Alt 11.12.2012, 22:41   #7
Herbert Schnee
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Herbert Schnee Herbert Schnee
Standard AW: fallbeispiel aufstockung

Zitat von silka Beitrag anzeigen
Hallo, Herr Schnee
Mit 1000,- netto kannst du 600,- ALG erwarten.
60%, wenn du noch Kinder hast, dann 67%.

Sagen wir 600,- ALG.

Wenn du mit deinem ALG-Einkommen den Bedarf decken kannst, kriegst kein Alg2.
Aber sicher Wohngeld.

Dein Bedarf ist als Alleinstehender ab gleich 382,-, also ab 1.1.
Deine Wohnkosten dürften nach dieser Rechnung nur 218,- sein.
Denn 382+218=600

Alles klar?
aha, ich verstehe!
sobald die wohnkosten (warmmiete) über 218 euro sind, entsteht ein anspruch auf wohngeld (sofern das reicht) bzw. alg2.

wenn man allerdings bedenkt, dass im szenario alg1+2 eine "ahndung" nur den alg2-teil betreffen kann in form einer sanktion (die info hab ich aus http://www.elo-forum.org/allgemeine-...02788-alg.html), dann wäre man mit alg2 am ende sicherer.

wohngeld ist um die 140 euro wenn ich mich recht entsinne. das würde dann wiederum dafür sprechen, dass das jobcenter auf die wohngeldstelle verweisen würde..
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Alt 11.12.2012, 22:58   #8
silka
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silka silka silka silka silka silka silka silka silka silka silka
Standard AW: fallbeispiel aufstockung

Bei der Wohngeldstelle gibts gaaaar keine Ahndung/Sanktion.
Wohngeld hat zum Glück nichts mit Hartz 4 zu tun.
Bei Wohngeld gibt es auch nicht diese Vermögensgrenzen von 150 x Alter+750.

Um wohngeldberechtigt zu sein, muß man 80% eigenes Einkommen haben.
Dein eigenes Einkommen wäre also in deinem Beispiel 600,-

Wie hoch ist denn nun deine Miete+BK+Heizung?

Woher kommen die 140,- für Wohngeld?
Hast du das mit einem Internetrechner errechnet?
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Alt 11.12.2012, 22:58   #9
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Standard AW: fallbeispiel aufstockung

Zitat von silka Beitrag anzeigen
Hallo, saida
Ja, auch Aufstocker unterliegen der Aufforderung zur Kostensenkung.
Sie sind ja trotz Arbeit noch Leistungsbezieher.

Was tut man dann?
Weißt du es?

Kommt vielleicht darauf an, wie hoch die Aufstockung ist?

Vielleicht gäbe es noch eine Möglichkeit (um davon weg zu kommen), sich etwas dazu zu verdienen?
Ein Familienmitglied (alt genug zum arbeiten) vielleicht?

Manche haben sicher auch Vorteile durch die Aufstockung!

Aber ein Umzug wird einfach teurer, ansonsten wird auch
dort wegen KdU dann gekürzt.
Vor- und Nachteile?

Gibt oder gab es eine Änderung beim Wohngeldgesetz?

Warum sind sonst so viele Leute auf das ALG II als Aufstocker angewiesen?

Ich weiß es nicht, was man tun kann?

Aber vielleicht wissen es andere User?

Denn: Man kann ja nicht allwissend sein, oder?

Ich bin es auf jeden Fall nicht.
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Alt 11.12.2012, 23:06   #10
Herbert Schnee
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Standard AW: fallbeispiel aufstockung

Zitat von silka Beitrag anzeigen
Bei der Wohngeldstelle gibts gaaaar keine Ahndung/Sanktion.
Wohngeld hat zum Glück nichts mit Hartz 4 zu tun.
Bei Wohngeld gibt es auch nicht diese Vermögensgrenzen von 150 x Alter+750.

Um wohngeldberechtigt zu sein, muß man 80% eigenes Einkommen haben.
Dein eigenes Einkommen wäre also in deinem Beispiel 600,-

Wie hoch ist denn nun deine Miete+BK+Heizung?

Woher kommen die 140,- für Wohngeld?
Hast du das mit einem Internetrechner errechnet?
ja, dass ist zwar eine gute sache, dass wohngeld nicht geahndet werden kann. aber das hat auch etwas schlechtes, denn im szenario http://www.elo-forum.org/allgemeine-...02788-alg.html würde nur der alg2-teil geahndet werden können und der alg1-teil als einkommen unberührt bleiben (nach meinem kenntnistand), wohingegen bei alg1+wohngeld das alg1 durch sperrzeit ganz entfallen könnte (was deutlich schlechter wäre).

die 140 euro stammen aus Wohngeld

zu den genauen kosten für miete, bk usw. kann ich leider nichts sagen, da ich für eine bekannte schreibe, um die es geht. sie möchte keine einzelheiten nennen. ich soll aber schreiben, dass sie dankbar für ein beispiel wäre.
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Alt 12.12.2012, 00:37   #11
Paolo_Pinkel
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Standard AW: fallbeispiel aufstockung

Zitat von saida25 Beitrag anzeigen
ist die nicht der Fall, dann steht ALG II zu.

Frage: Dann kommt auch irgendwann der Bescheid KdU Senkung.
Ja, aber erst wenn die Miete unangemessen ist. Das kann man ja so pauschal nicht sagen, weil es ortsabhängig ist. Wenn dem aber so ist, dann trifft das zu.
Zitat:
Heute fragte mich jemand, ob das auch für Aufstocker gilt.
Konnte echt nicht darauf antworten. Ihr vielleicht?
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Alt 12.12.2012, 01:05   #12
ela1953
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Standard AW: fallbeispiel aufstockung

Zitat von Herbert Schnee Beitrag anzeigen

zu den genauen kosten für miete, bk usw. kann ich leider nichts sagen, da ich für eine bekannte schreibe, um die es geht. sie möchte keine einzelheiten nennen. ich soll aber schreiben, dass sie dankbar für ein beispiel wäre.

Ein frei erfundenes Beispiel nutzt der Bekannten gar nichts, denn wichtig ist ein Beispiel für die Situation der Bekannten.

Höhe des ALGI, Höhe der Miete, der Heizkosten wären hilfreich, um ein Beispiel zu errechnen. Und die angemessene Miete für ihre Stadt. Kann man bei tacheles nachsehen.

Bei der Höhe des Arbeitslosengeldes geh ich nie von den 60 % aus. Ich nehme die Hälfte des Nettoeinkommens und dann kommt es bis auf ein paar Euro hin.
ela1953 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2012, 01:33   #13
Herbert Schnee
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Herbert Schnee Herbert Schnee
Standard AW: fallbeispiel aufstockung

Zitat von ela1953 Beitrag anzeigen
Ein frei erfundenes Beispiel nutzt der Bekannten gar nichts, denn wichtig ist ein Beispiel für die Situation der Bekannten.

Höhe des ALGI, Höhe der Miete, der Heizkosten wären hilfreich, um ein Beispiel zu errechnen. Und die angemessene Miete für ihre Stadt. Kann man bei tacheles nachsehen.
sie hat mir folgende daten gegeben:
230 euro kaltmiete, 300 euro warm (zu gleichen teilen bk+nk).
die obergrenze der miete, die von der stadt übernommen wird, liegt bei knapp 400 euro.
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Alt 12.12.2012, 02:15   #14
Erolena
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Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena
Standard AW: fallbeispiel aufstockung

Nach deinen Angaben wäre die Miete angemessen.
Höchstgrenze der Stadt: knapp 400 warm
tatsächliche Miete 230 + 35 Betriebskosten + 35 Heizkosten = 300 warm

Einnahmen: ca 600 ALG 1

Das anzurechnende Einkommen
600 ALG 1 - 30 Versicherungspauschale = 570 werden angerechnet

Jahr 2012
374 + 300 Kosten der Unterkunft = 674 Gesamtbedarf
Gegenüberstellung Bedarf zu Einkommen:
674 Gesamtbedarf - 570 anzurechnendes Einkommen = 104 ALG2

Jahr 2013
382 Regelbedarf + 300 Kosten der Unterkunft = 682 Gesamtbedarf
Gegenüberstellung Bedarf zu Einkommen:
682 Gesamtbedarf - 570 anzurechnendes Einkommen = 112 ALG2

Derjenige müsste also im Jahr 2012 vom Jobcenter etwa 104 Euro ALG 2 erhalten.
Und 2013 wären es 112 Euro ALG 2. Das wäre deutlich weniger als Wohngeld.

Das ist gerechnet mit dem Regelbedarf als alleinlebende Person bzw. als Bewohner einer Wohngemeinschaft.
Dagegen, wenn er als Partner mit jemand anderem zusammenwohnt oder wenn er unter 25 Jahre ist und mit den Eltern zusammenwohnt, dann ist der Regelbedarf niedriger und es gibt weniger ALG 2.

Dieser Rechner ist ganz gut:
Ingo Turski: Arbeitslosengeld 2 - Berechnung (inkl. Kinderzuschlag und Wohngeld-Verweis)
Erolena ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2012, 10:08   #15
silka
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Standard AW: fallbeispiel aufstockung

Hallo, saida,
ich bin auch keinesfalls allwissend;-)
Ich wußte nur nicht, ob du bei den KdU fit bist.

solange man Leistungen als Alg2 bezieht, unterliegt man leider auch diesen Wohnkosten-Richtlinien, die die sog. Angemessenheit in der Kommune festlegen.
Daß das ganz oft Mist und Unsinn ist, wissen wir---keine Frage.
Aber was dagegen tun?

Das geht im Leistungsbezug auch:
das JC muß doch schon nachweisen, daß der Kunde X wirklich unangemessen wohnt.
Einfach nur nach Tabellenwert zu schauen, ist nicht das, was der Gesetzgeber wollte.
Schließlich liegen bei jedem, der wohnt, andere Voraussetzungen vor---bei der Wohnung und auch bei dem Bewohner selbst.

Das alles ist zu überprüfen und zu bewerten und erst dann kann das Ergebnis vielleicht --unangemessene KdU-- heißen.
Und erst dann darf die KdU nur noch angemessen bezahlt werden.
Erst dann.

Oder man beantragt gleich den Umzug.
Dann muß das JC prüfen, ob die Umzugskosten wirtschaftlicher sind als evtl. 20,- zu hohe KdU.
Das ist meist nicht wirtschaftlicher, also sollte das JC lieber die 20,- mehr zahlen. Und eben nicht den Umzug!
Aber das muß man alles selbst anschieben und beantragen, wenn man nicht umziehen will.

Und außerdem kommt es bei den Betriebskosten und Heizkosten auf den Verbrauch an---also ist zu prüfen, ob der Verbrauch unangemessen ist.
Daß die Preise stetig weiter steigen für Energie, ist allen bekannt.
Wenn mein Verbrauch gleich bleibt, ist mein Verhalten doch angemessen, oder?

Daß es immer besser ist, aus Alg2 herauszukommen---das unterschreibe ich dir.
Oft ist das leider nicht so einfach bis unmöglich.

Nein, ich meine, es gab keine dollen Veränderungen beim Wohngeld.

Warum es so viele Aufstocker gibt?
Das ist eine politische Frage.
Die hat mit den Wohnkosten nicht so viel zu tun.
silka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2012, 10:32   #16
silka
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Standard AW: fallbeispiel aufstockung

Hallo, Herr Schnee
es schneit;-)

deine Bekannte wohnt außerordentlich preiswert und hat auch besonders geringe BK.
Das ist also auf jeden Fall angemessen.

@Erolena hats genau ausgerechnet.
Ich prüfe auch oft mit dem WG-Rechner, den sie empfohlen hat.

Frage:
Warum befürchtet die Bekannte oder du, in ALG eine Sperrzeit zu bekommen?

Dein Vergleich bei ALG+Alg2 zu ALG+WG ist doch so aufzudröseln:
Eine Sanktion bei ALG+Alg2 mindert das Alg2 um 10 bis 30% für 3 Monate.
Schlimmere Sanktionen (Addition) bleiben mal unberücksichtigt.
Im Beispiel für 2013 wären das 38,20 (10% des maßgebenden Bedarfs) für 3 Monate.
In Summe 98,40

Bei der Variante ALG+WG hätte eine Sperrzeit (in ALG heißt das so) diese Folgen:
Nach § 159 Abs. 6 SGB III beträgt die Sperrzeit 1 Woche.
In Summe 140,-

Für ein Meldeversäumnis gerechnet.
Warum rechnest du mit der schlimmsten Variante?
Man provoziert möglichst keine Sanktionen oder Sperrzeiten. Man will doch die Kohle. Und möglichst schnell wieder einen Job.

Man zahlt im Alg2 keine GEZ/RBeitrag--spart 17,56 mtl.
Man kriegt evtl. ein Sozialticket.
Man hat evtl. andere kommunale Vergünstigungen.

Ob man sich deswegen nun aber unter die Fittiche des Jobcenters begibt, muß man ganz allein entscheiden.

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß unter ALG (also bei der AfA) eine korrekte und relativ gut organisierte Verwaltung stattfindet, die Leistungen pünktlich fließen.
Vermitteln können die auch nicht. Das darf man nicht erwarten.

Also?
Meine Entscheidung wäre NIEEEE das Jobcenter, wenn ich die Wahl hätte !!!
silka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2012, 10:44   #17
HajoDF
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Hallo Herr Schnee,
man hat in solch einem Fall kein Wahlrecht.
Bevor ALG II als Aufstockung beantragt werden kann, muss man zunächst den Wohngeldantrag stellen (vorrangige Leistung). Sollte das den Gesamtbedarf decken mit ALG I zusammen, ist ein Antrag auf ALG II nicht möglich.
ALG II ist immer bedarfsabhängig, d.h. Regelsatz + Kaltmiete incl. Nebenkosten + Heizung.
HajoDF ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2012, 11:16   #18
Erolena
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Standard AW: fallbeispiel aufstockung

Beim Wohngeldamt beträgt die Bearbeitungszeit mehrere Monate, bei uns 5-6 Monate, woanders noch länger.

Für die Zeit der WG-Bearbeitung müsste derjenige ALG 2 als Darlehen beantragen.
Oder so eine ähnliche Lösung, die fällt mir allerdings gerade nicht ein. Ich hoffe, das weiß ein anderer.
Erolena ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2012, 11:22   #19
Herbert Schnee
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Herbert Schnee Herbert Schnee
Standard AW: fallbeispiel aufstockung

Zitat von silka Beitrag anzeigen
Warum befürchtet die Bekannte oder du, in ALG eine Sperrzeit zu bekommen?
Meine Entscheidung wäre NIEEEE das Jobcenter, wenn ich die Wahl hätte !!!
das sehe ich unter normalen umständen ja auch so.
wobei man ja sagen muss, dass es maßnahmezuweisungen, miese vermittlungsvorschläge sowohl bei der agentur für arbeit als auch beim jobcenter gibt.

meine bekannte fürchtet, wie früher schon in prekäre beschäftigungen gedrängt zu werden, wo die bezahlung außerordentlich gering ist (aufgrund des geringen letzten verdienstes bringt die 20% regelung von alg1 nichts, da 20% weniger schon sittenwidrig wären), womöglich noch zeitarbeit usw., oder wenn nochmal eine dieser sinnlos-maßnahmen kommt, und daher rechnet sie damit, dass es da zu sperrzeiten bzw. sanktionen kommen wird.
unter diesem umständen wäre ja alg1+2 tatsächlich besserfür sie, denn selbst wenn das alg2 vollständig entfällt, hätte man in jedem fall noch das alg1, also den größeren teil.
bei alg1+wohngeld hätte man im schlimmsten fall nur das wohngeld, das von der höhe her kaum ins gewicht fällt im vergleich, und die sperrzeiten bei arbeitsablehnung (insbesondere im wiederholten fall) sind ja höher als 1 woche und summieren sich auch bis hin zur anspruchsauflösung.
Herbert Schnee ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2012, 13:09   #20
silka
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silka silka silka silka silka silka silka silka silka silka silka
Standard AW: fallbeispiel aufstockung

@Herr Schnee
ja, dann ist man durch damit.
Wenn man jetzt schon weiß, daß man Sanktionen provoziert----

Dann geht man noch im Dezember zur Afa, stellt den ALG-Antrag persönlich und dann gleich zum Jobcenter, stellt dort den Hauptantrag= Erstantrag.
Und zum Wohnungsamt, Wohngeldstelle und läßt eine Vorab-berechnung machen und stellt den Antrag auch.

Anträge zurückziehen geht immer.
Da hat man wenigstens über Weihnachten ordentlich viel Papier auf dem Gabentisch und ist beschäftigt;-).

Sowohl bei der AfA als auch beim JC ist die oberste Priorität die Vermittlung.
In was---das ist eben unterschiedlich.
Natürlich auch Zeitarbeit, was denn sonst?
Natürlich auch prekär, was denn sonst?
Was gibts denn sonst vom *Amt*??

Beim JC auf jeden Fall, bei der AfA nur bedingt.
Ich kann aber nur aus meiner und einigen mir bekannten Erfahrungen mit der AfA sprechen. Da war es eben sehr *moderat* und gnädig.
Ich weiß, das ist nicht immer so.

Und immerhin:
Selbst darf man auch was besseres suchen und hoffentlich finden.
Jetzt schon.


Aber:
wie man sanktionslos solche miesen Jobs und Maßnahmen vermeidet und umgeht, das kann man hier ausführlich lesen. In anderen ähnlichen Foren auch.
Ist quasi ein Hartz-4-Studium---aus anderem Blickwinkel.
Das hilft viel und kostet nichts außer Zeit.
silka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.12.2012, 20:08   #21
Herbert Schnee
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Herbert Schnee Herbert Schnee
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mal abwarten und sehen, was die zeit bringt.

danke für die antworten!
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