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Start > > -> Der Inside-Jobcenter-Thread. Oder: Frage doch einen SB/pAp

Allgemeine Fragen Nur Fragen zu Themen die nicht in bereits vorhandene Hilfeforen passen.


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Alt 18.11.2012, 08:20   #1
BurnsTorn
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Standard Der Inside-Jobcenter-Thread. Oder: Frage doch einen SB/pAp

Hallo zusammen,

hier im Forum tauchen immer wieder Fragen hinsichtlich bestimmter interner Abläufe im Jobcenter auf. Fundiert, d.h. mit Hintergrundwissen angereichert, beantwortet werden diese Frage allerdings selten. Das ist insofern kaum verwunderlich, als viele Nutzer hier das Jobcenter eben nur aus der Kundenperspektive betrachten können. Sie sehen buchstäblich nur das, was ihnen präsentiert wird, die Schauseite, die man ihnen zeigen will. Der Blick hinter die Kulissen, hinter die Fassade dessen, was einem als Realität verkauft wird, erfolgt selten. In Folge dessen ergehen seitens der Kunden mitunter wilde Spekulationen darüber, wie und warum im Jobcenter so oder so verfahren wird. Diese Spekulationen sind meiner Erfahrung nach gelegentlich ziemlich nah an dem, was ich als Realität bezeichnen würde, sie sind bisweilen allerdings auch völlig realitätsfern.

Ich selbst habe etwas über zwei Jahre in einem Jobcenter als Arbeitsvermittler bzw. persönlicher Ansprechpartner (pAp) gearbeitet. Des Weiteren habe ich für kurze Zeit dazwischen auch als sogenannter Job-Coach bei einem Bildungsträger gearbeitet, hatte also bisher zwei Funktionen inne, die hier im Forum aufgrund teilweise sehr schlechter Erfahrungen regelrecht verhasst sind. Ich arbeite heute nicht mehr im Jobcenter und auch nicht mehr bei einem Bildungsträger. Aus meiner Zeit im Amt habe ich aber sehr viele Eindrücke gewinnen und vieles lernen können. Einiges von dem, was ich dort lernte, erkannte und beobachtete, möchte ich in diesem Thread festhalten, sofern hier Interesse besteht, auch mal von der „anderen Seite“ etwas zu hören.

Kurzum: Ich möchte anbieten bzw. andere derzeitige und ehemalige Jobcenter-Mitarbeiter anregen, hier im Thread direkt auf Anfragen zu antworten, die von Nutzern kommen. Ich weiß, dass hier im Forum zahlreiche SBs, FMs, pAps und SBs mitlesen und teilweise auch posten, ohne sich allerdings selbst als Amtsmitarbeiter zu „outen“. Ich weiß auch, dass es einige Mitarbeiter gibt, die die Bürger gerne umfassend über bestimmte Dinge aufklären würden, dies aber zeitlich nicht können oder auch Angst haben, dies zu tun. Ich weiß ebenso, dass es auch wirklich inkompetente, ignorante, überforderte und desinteressiert Mitarbeiter im Jobcenter gibt. Diese würden hier aber nie posten, an sie richtet sich dieser Thread daher auch nicht!

Der Thread richtet sich an jene Mitarbeiter, die bereit sind, zwecks echter Aufklärungsarbeit einfach mal ihre Sicht der Dinge zu schildern und sich hier anonym aber ehrlich auf Anfragen interessierter Bürger einzulassen. Er richtet sich an Mitarbeiter, die die Bürger nicht mit den hohlen Phrasen abspeisen wollen, die zu äußern einem die Vorgesetzten im Jobcenter oft auftragen bzw. die sie von einem erwarten. Das ELO-Forum ist dafür geradezu prädestiniert, zumal hier wirklich sehr viele Anregungen zu finden sind (manche sehr gut, manche von eher zweifelhafter Qualität) und hier interessante Rechtsfragen diskutiert sowie mit Hintergrundinformationen (Gerichtsentscheidungen, Kommentare etc.) angereichert werden.

Ich selbst habe während meiner Tätigkeit im Amt oft im Forum gelesen (aber nichts geschrieben) und bin dem Forum einfach aus Interesse treu geblieben, obwohl ich mit der Thematik ALG II heute beruflich nicht mehr unmittelbar zu tun habe. Es ist meiner Meinung nach nun an der Zeit, dass sich hier im Forum auch mal jene Personen sachlich, freundlich und bürgernah äußern und so zu Fragen hinsichtlich der internen Abläufe im Jobcenter Stellung nehmen, die wirklich etwas dazu sagen können und wollen, weil sie es aus erster Hand selbst erlebt haben.

Ob dabei etwas Sinnvolles herauskommt, weiß ich natürlich nicht. Wir werden es sehen. Das soll hier jedenfalls keine Ein-Mann-Show werden, in der nur ich mich äußere. Dies wäre wenig hilfreich, zumal ich ja auch nur meine persönlichen Erfahrungen darlegen kann und nicht weiß, ob das, was für mich „Realität“ war, in anderen Jobcentern genauso ablief. Daher nochmal mein Appell an ehemalige Kollegen: Beteiligt euch und klärt die Bürger über eure Arbeit auf. Das kann für beide Seiten nur positiv sein, da Aufklärungsarbeit immer dazu beiträgt, Skepsis und Vorbehalte abzubauen. Dies zu leisten, ist im Interesse der Bürger wie der Sachbearbeiter geleichermaßen. Ich mache jetzt einfach mal den Anfang und werde mich dann hier erst mal zurückhalten. Dann werden wir ja sehen, ob der Thread anspringt oder stirbt. Quasi als Startvorlage möchte ich aus meiner beruflichen Perspektive heraus einfach mal drei Fragen beantworten, die mir immer wieder gestellt wurden:

Warum verschwindet im Jobcenter so häufig die Post? Entsorgen die Mitarbeiter die, um sich Arbeit vom Hals zu schaffen?

Antwort: Es stimmt tatsächlich, dass im Jobcenter Post „verschwindet“. Zumindest kann ich das für mein altes Jobcenter bestätigen. Allerdings ist der Ausdruck „verschwindet“ insofern nicht ganz korrekt, als die Post meist nicht wirklich weg ist, sie also nicht unbearbeitet weggeschmissen wird, sondern sie sich oftmals „nur“ nicht mehr auffinden lässt. (Das Wegschmeißen ohne Bearbeitung würde sich kaum ein Mitarbeiter trauen, denn käme dies raus, wäre das nicht nur ein sofortiger Kündigungsgrund, es kämen auf den Mitarbeiter ggfs. auch Schadenersatzforderungen zu).

Woran aber liegt es nun, dass Post manchmal „unauffindbar“ ist? Es liegt meiner Erfahrung nach meist an der organisationalen Aufteilung und Verschachtelung der Zuständigkeiten im Jobcenter. Es gibt neben unterschiedlichen Leistungsteams (aufgeteilt meist nach Endbuchstaben der Kundennamen oder BG-Endnummern) diverse Markt & Integration-Teams, etwa U-25-Teams, „normale“ Teams, Top-50-Teams sowie diverse Projekt-Teams. Da passiert es dann mitunter, dass die Post falsch einsortiert wird (Post für Mitarbeiter 230 N landet bei Mitarbeiter 230 M).

Die Post liegt dann einige Tage beim falschen Mitarbeiter im „zu erledigen“-Stapel, bis der Mitarbeiter merkt, dass er da Post hat, für die er gar nicht zuständig ist. Der Mitarbeiter gibt diese Post dann wieder in die interne Post, damit sie der eigentlich zuständigen Stelle zugeht. Dort angekommen kann es nun z.B. passieren, dass der zuständige Mitarbeiter gerade nicht da ist, die Post also seinem Stellvertreter übergeben wird. Da der selbst genug unerledigte Post hat, sammelt er die Post für den Kollegen erst mal in einer Mappe, die er dem Kollegen nach dessen Urlaub dann übergibt. Es kann manchmal also schon einiges an Zeit vergehen, bis der eigentlich zuständige Mitarbeiter die Post bekommt.

Bevor er sie dann auch bearbeitet, vergeht nochmal einiges an Zeit. Und vielleicht passiert es auch, dass der eigentlich zuständige Mitarbeiter dann, wenn er die Post endlich bearbeitet, merkt, dass er - warum auch immer - doch gar nicht zuständig ist. Wer genau sich zuständig fühlt, ist manchmal unklar. Es bleibt die Post also erst mal irgendwo liegen, in irgendeiner Mapp in irgendeinem Büro. Und machmal wird sie dann vergessen. (Gleiches gilt übrigens für Akten. Daher erreichen einen im Jobcenter auch oft e-mail Anfragen von Kollegen mit dem Inhalt: „Suche Akte XYZ, wer hat die?“) Das hört sich unglaublich an, ist teilweise aber einfach so.

Das erste, was einem im Amt beigebracht wird, ist: Zuständigkeit prüfen! Das heißt nichts anderes als zu gucken, ob man die Arbeit an irgendwen anders weiterleiten kann. Und je mehr Weiterleitungen es gibt, desto länger dauert es und desto mehr erhöht sich die Chance, dass die Post irgendwo auf dem Weg von a nach b nach c zurück nach a und dann zu d liegen bleibt. Je größer die Behörde, desto wahrscheinlicher ist dies. Dass das eigentlich nicht passieren darf, ist klar. Es passiert aber. Das soll nichts entschuldigen, es soll lediglich erklären.

Warum wechselt so oft mein Ansprechpartner? Macht das Amt das absichtlich, damit der Kunde keine Sicherheit hat?

Antwort: Es stimmt tatsächlich, dass die Ansprechpartner im Jobcenter sehr häufig wechseln. Das ist zumeist aber keine intendierte Schikane und soll auch nicht dem Zweck dienen, dass sich für den Kunden keine Gewöhnung und Sicherheit einstellt. Es liegt einfach daran, dass die Personalfluktuation (vom Amt weg und innerhalt des Amtes) sehr hoch ist. Viele Amtsmitarbeiter arbeiten nicht deshalb im Jobcenter, weil sie die Arbeit dort so toll finden, sondern deshalb, weil sie keinen besseren Job gefunden haben. Sie bewerben sich also oft weg zu anderen Behörden oder versuchen, sich innerhalb des Jobcenters in andere Bereiche versetzen zu lassen, wo die Arbeit nicht so stressig und belastend ist.

Und fast jeder, der ganz neu im Jobcenter anfängt, ist dort ohnehin nur befristet beschäftigt, geht also meist nach 12 Monaten, wenn er einigermaßen eingearbeitet ist, schon wieder, manchmal auch früher, wenn er ein besseres Jobangebot erhält. Darüber hinaus ist es so, dass es im Jobcenter einen Tagesdienst gibt, wo Kunden bei akuten Fällen, also ohne Termin, vorsprechen können. Tun sie das, landen sie logischerweise selten bei ihrem eigentlichen pAp, sondern bei demjenigen pAp/SB, der gerade Tagesdienst hat.

Hinzu kommt, dass der Krankenstand im Jobcenter konstant hoch ist, so dass man oft kurzfristig die Kunden kranker Kollegen übernimmt. Manchmal passiert es auch, dass ein Kunde umzieht und die BG-Nummer sich ändert. Auch dann erfolgt oftmals der Wechsel in den Zuständigkeitsbereich eines neuen pAps. Gleiches gilt zumeist, wenn sich etwa Grundsätzliches am Profiling bzw. an der persönlichen Situation des Kunden ändert. So wechselt der pAp oft dann, wenn der Kunde das 25 oder 50 Lebensjahr vollendet hat, wenn er ins Fallmanagement, ins Reha-Team oder in ein anderes Aktivierungsteam (Jobinitiative) überstellt wird. Manchmal wechselt der pAp auch einfach, weil ein pAp seinen Kollegen bittet, einen für ihn nicht ganz einfachen Kunden zu übernehmen.

Will heißen: Gründe für den pAp/SB-Wechsel sind zahlreich. Zumeist sind sie schlicht organisationalen Vorgaben geschuldet und implizieren keine intendierte Schikane. Dass Kunden dies dennoch gelegentlich so auffassen, ist klar. Und es ist ohne Zweifel auch ärgerlich, dass diese Wechsel so oft stattfinden. Wie gesagt, ich will das nicht rechtfertigen, sondern erklären. Auch das Personal leidet unter diesen Zuständigkeitswechseln, weil sich kaum vernünftig arbeiten lässt, wenn man die Kunden kaum kennt, sich immer neu einarbeiten muss und wahrnimmt, wie die Kunden zunehmend genervt reagieren, weil sie jedem neuen Mitarbeiter ständig aufs Neue ihre Geschichte erzählen müssen und sie dabei nie wissen, wie der Neue so „tickt“. Und wenn man sich dann mal kennengelernt hat, ist man als pAp bald schon wieder nicht mehr zuständig.

Warum werde ich manchmal zu Zeiten eingeladen, von denen das Jobcenter weiß, dass ich da gar nicht kann?

Antwort: Es stimmt tatsächlich, dass Kunden manchmal zu Zeiten eingeladen werden, von denen das Jobcenter eigentlich wissen müsste, dass die Kunden da nicht können. Etwa deshalb, weil die Kunden es bei einem vorherigen Termin bereits angaben oder auf dem Antwortzettel, warum ein Termin nicht wahrgenommen wird, vermerkt haben. Somit fasst sich ein Kunde dann zurecht an den Kopf, wenn er beispielsweise auf dem Antwortzettel zur Einladung angegeben hat: „Ich kann den Termin am Montag um 08:30 Uhr nicht wahrnehmen, weil ich montags immer arbeiten muss“ und der Kunde dann wenige Tage später als neuen Termin wieder einen Montag, nur eben zwei Wochen später, erhält.

„Wie kann das sein? Sind die blöd im Jobcenter?“ - so wird sich der Kunde fragen. Nein, sie sind nicht blöd, sondern meist einfach überlastet. Sie müssen sehr schnell arbeiten, so dass wichtige Informationen untergehen. Das bedeutet etwa, dass ein pAp die Schreiben, die ihm zugehen, oft nur überfliegt. Der sieht dann buchstäblich nur: „Aha, Kunde kann nicht. Gut, geht neuer Termin raus. Fertig.“ Und binnen weniger Sekunden hat man den Kunden über ATV neu gebucht. Die Begründung des Kunden, WARUM er nicht kann, wurde einfach überlesen.

Sicher, man müsste aufmerksam lesen. Man müsste eigentlich immer erst im Lebenslauf checken, ob der Kunde nicht in der Zeit, wo man ihn einladen will, krankgeschrieben ist. Man müsste gucken, ob er/sie vielleicht alleinerziehend mit kleinen Kindern ist. Dann könnte man sich nämlich denken, dass es da schwierig wird, einen Termin um 08:15 Uhr wahrzunehmen. Auch müsste man sich in die vorherigen Vermerken oder ins Profiling einlesen, um zu schauen, ob da vielleicht etwas zu den Zeiten vermerkt ist, zu denen der Kunde nicht kann. Dass dies alles selten passiert, ist zumeist aber weder Idiotie noch Schikane, sonder eher Folge hoher Arbeitsverdichtung. Dinge werden nur oberflächlich zur Kenntnis genommen, weil alles schnell gehen muss. Da bleiben wichtige Informationen bisweilen auf der Strecke.

Auch passiert es z.B., dass der Kunde an Tag X einen Termin in der Leistungsabteilung hat, diesen absagt und dann wenige Tage später am gleichen Tag X einen neuen Termin beim pAp erhält. Der Kunde fragt sich also: „Ja sind die denn total bescheuert. Die wissen doch, dass ich da nicht kann. Das habe ich doch angegeben, da haben sie doch sogar okay gesagt!“ Das Problem ist hier einfach: Die Tatsache, dass der Kunde an Tag X nicht kann, weiß nur die Leistungsabteilung. An den pAp, ans Team M&I, wird diese Information oft nicht weitergegeben (ebenso ist natürlich die Informationsweiterweitung vice-versa, also von M&I zur Leistungsabteilung, auch ein Problem).

Es hapert im Jobcenter oft an der team- und fachbereichsübergreifenden Kommunikation. Ganz viele Informationen werden nicht weitergereicht, weil a) oftmals nicht die Zeit dafür ist, b) niemand sich dafür zuständig fühlt und c) auch die Weiterreichung aller Informationen wieder zu neuen Problemen führt, weil damit ein weiterer Anstieg der im Jobcenter ohnehin schon immensen Flut an Wiedervorlagen, e-mails und Telefonaten einhergeht. Mit anderen Worten: Man ersäuft schon jetzt geradezu in Informationen, die man gar nicht alle zur Kenntnis nehmen und verarbeiten kann. Und es gibt bei der derzeitigen Personalausstattung der Jobcenter kaum eine zufriedenstellende Lösung für dieses Problem. Das soll nichts entschuldigen, kann aber vielleicht einiges erklären.
 
Alt 18.11.2012, 10:12   #2
xj3Qr1nL7ys
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xj3Qr1nL7ys xj3Qr1nL7ys xj3Qr1nL7ys
Standard AW: Der Inside-Jobcenter-Thread. Oder: Frage doch einen SB/pAp

Für einen ehemaligen Sachbearbeiter des Jobcenters der angeblich überhaupt nichts mehr mit der Sache zu tun hat, bist du hier (Forum für Hilfesuchende) aber extrem motiviert und engagiert...
xj3Qr1nL7ys ist offline  
Alt 18.11.2012, 10:29   #3
BurnsTorn
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Standard AW: Der Inside-Jobcenter-Thread. Oder: Frage doch einen SB/pAp

Zitat von xj3Qr1nL7ys Beitrag anzeigen
Für jemanden der angeblich überhaupt nichts mehr mit der Sache zu tun hat, bist du hier (Forum für Hilfesuchende) aber extrem motiviert und engagiert...
Und ist das irgendwie negativ? Ich habe übrigens nicht gesagt, dass ich überhaupt nichts mehr mit der Sache zu tun habe. Ich schrieb, dass ich mit der Thematik ALG II heute nicht mehr unmittelbar, also nicht mehr direkt an der Basis, zu tun habe. Wohl aber habe ich mit der Thematik Sozial- und Arbeitsmarktpolitik sehr wohl noch umfassend beruflich zu tun. Auch engagiere ich mich in meiner Freizeit noch im sozialen Bereich. Ich will aus Gründen der Anonymität nicht sagen, wo ich jetzt genau arbeite. Ich bin jedenfalls nicht mehr im Jobcenter, auch nicht bei der BA und auch nicht als pAp tätig. Ich habe heute eher eine Koordinationsfunktion und keinen direkten Kundenkontakt mehr. Dennoch habe ich weiterhin einige Bekannte im Jobcenter und bin über die Entwicklungen up to date. Und meine pAp-Tätigkeit liegt nun auch noch nicht so lange zurück.
 
Alt 18.11.2012, 10:45   #4
gast_
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Standard AW: Der Inside-Jobcenter-Thread. Oder: Frage doch einen SB/pAp

Zitat von xj3Qr1nL7ys Beitrag anzeigen
Für einen ehemaligen Sachbearbeiter des Jobcenters der angeblich überhaupt nichts mehr mit der Sache zu tun hat, bist du hier (Forum für Hilfesuchende) aber extrem motiviert und engagiert...
Was mich freut...und ich hoffe, er wird nicht gleich vergrault wie so manch andere.

Eine Diskussion sollte sachlich und ohne persönliche Angriffe möglich sein...

was er da geschrieben hat ist nachvollziehbar.

@ BurnsTorn

Nur: Was nutzt es zu verstehen warum meine Post verschwinden kann wenn ich mich eigentlich darüber aufrege, warum es dann in manchen JCs so ein Kampf ist, eine Empfangsbestätigung zu erhalten?

Ich verlange die immer und bekomme sie in meinem JC auch immer.
Aber in manchen JCs muß ich stundenlang telefonieren und diskutieren, bis meine Schützlinge sie erhalten.

Eine Empfangsbestätigung ist nun mal wichtig, damit keine Fristen verstreichen oder damit bei Auffallen des Verschwindens die Bearbeitung vorgezogen werden kann.
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Alt 18.11.2012, 11:19   #5
xj3Qr1nL7ys
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Zitat von BurnsTorn Beitrag anzeigen
Ich habe heute eher eine Koordinationsfunktion und keinen direkten Kundenkontakt mehr. Dennoch habe ich weiterhin einige Bekannte im Jobcenter und bin über die Entwicklungen up to date. Und meine pAp-Tätigkeit liegt nun auch noch nicht so lange zurück.
Daran habe ich nicht den geringsten Zweifel ;-)

Verstehe, die Probleme der H4 Empfänger sind dir also eine Herzensangelegenheit, oder um es mit den Worten von Stefan Rabb auszudrücken: ein nationales Anliegen...

Daran schon...

Der Beitrag spricht ja im wahrsten Sinne des Wortes Bände. Und das Sonntag morgens um 8 Uhr...
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Alt 18.11.2012, 11:24   #6
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Standard AW: Der Inside-Jobcenter-Thread. Oder: Frage doch einen SB/pAp

vielleicht haben ihm damals manche Elos leid getan
und will jetzt Hilfe leisten
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Ich bin eine fleißige Arbeitermaus und warte auf die Mäuse!
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Alt 18.11.2012, 11:27   #7
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Standard AW: Der Inside-Jobcenter-Thread. Oder: Frage doch einen SB/pAp

Es ehrt Dich ja, wenn Du den Dialog suchst - an meiner Einstellung zur Institution ändert es nichts.

Die JC haben in der Praxis nichts gekonnt - Das hängt nicht mit dem Personalschlüssel zusammen sondern mit dem kranken Konstrukt SGB II. Das zu bekämpfen ist das Hauptziel. Das beginnt (zu Recht) ganz unten beim SB. Es muss ungemütlich werden - darauf bin ich geeicht wenn mein Fürst mich ruft.

Meine Meinung - den Vermittlungsansatz könnte man genauso weglassen. Der Personalschlüssel ist noch viel zu hoch. Macht das was ihr könnt - Leistungen auszahlen. Sonst könnt ihr nichts.

Ich weis das der gesetzliche "Auftrag" anders aussieht. Die Praxis sieht auch anders aus.

Überhaupt keinen Respekt kann ich mir gegenüber "Coach" abringen - die sollen sich erstmal selber "coachen". Für mich ist das ein Sammelbecken windschiefer Figuren, die selbst erfolglos anderen zum Erfolg verhelfen sollen (...der eine Blinde, führt einen anderen Blinden, jau das bringts jetzt aber)

Sorry in meinem internen System seid ihr Unpersonen. Wie kann man nur einen kranken System dienen?

Roter Bock
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Wir führen Sie jetzt auf ein Amt, und zwar ein Amt für Arbeitsvermittlung. Früher wurde dort Arbeit gesucht, jetzt sucht man Arbeiter, aber sonst hat sich nichts geändert. Kriegen tut man beide nicht. Helmut Qualtinger
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Alt 18.11.2012, 11:44   #8
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Zitat von elo237 Beitrag anzeigen
vielleicht haben ihm damals manche Elos leid getan
und will jetzt Hilfe leisten
Genau das wirds sein, deswegen auch immer schön pro Jobcenter propagieren ;-) 4 Seiten Word, 2147 Wörter, 12039 Zeichen, 7 Absätze, 207 Zeilen. Sonntag morgens um 8, mir wird ganz warm ums Herz.


Zitat von Roter Bock Beitrag anzeigen
berhaupt keinen Respekt kann ich mir gegenüber "Coach" abringen - die sollen sich erstmal selber "coachen". Für mich ist das ein Sammelbecken windschiefer Figuren, die selbst erfolglos anderen zum Erfolg verhelfen sollen (...der eine Blinde, führt einen anderen Blinden, jau das bringts jetzt aber)

Sorry in meinem internen System seid ihr Unpersonen. Wie kann man nur einen kranken System dienen?

Roter Bock
Endlich normale Leute Die Antwort lautet: Weil es persönliche Vorteile bringt sich auf dies Weise sozial zu engagieren
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Alt 18.11.2012, 11:59   #9
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@ Burns, danke das du hier schreibst. Für mich ändert sich aber nichts daran, das ALG 2, insbesondere die Maßnahmen wie Bürgerarbeit, 1 Euro Jobs und andere dämliche Verschauklungsmaßnahmen Ausdruck eines Repressionsapparates sind.

Solange der kleine Sachbearbeiter oder Fallmanager bereit ist Menschen zu schikanieren und keine Verantwortung für seine Handeln zu übernehmen, bin ich auch nicht bereit ihn als Menschen anzusehen!! Bedeutet ich kann zwar den Apparat und seine Schwierigkeiten verstehen (die du so schön beschrieben hast!). Das klingt zwar hart, aber ich habe selbst erlebt wie existenzgefährdent die Auswirkungen dieses Apparates sind inkl. Gedanken des Suizides. Das ist kein Spaß!! Wer bereit ist Menschen ohne Not in derartige Schwierigkeiten zu bringen ist für mich ein Täter. Familien und andere Schwachgestellte sind auf den Schutz der Gemeinschaft angewiesen, dafür gibt es hier den Sozialstaat! Stattdessen werden wir massenhaft in Billigjobs, Zwangsarbeit und Zeitarbeit getrieben wovon wir dann noch nicht einmal vernünftige Rentenansprüche erwerben. Massenhaft muss in Deutschland aufgestockt werden. Das gab es in Jahren zuvor nicht. Was das für die anderen Bürger bedeutet, sie unterstützen durch Steuern die schmarotzenden Betriebe, die ohne die Billiglöhne sich nicht soviel Geld einstecken könnten mit. Zum Dank dafür haben diese Betriebe wie Amazon oder Zalando (gibt noch mehr davon) Steuermodelle, Verästelungen von Firmen entwickelt mit denen sie fast keine Steuern zahlen. (hat unser oberster Finanzminister endlich auch mitbekommen) Eigentlich sollte man die nicht mit Kaufen unterstützen, da sie unserer Volkswirtschaft schaden.

Geldströme nach Luxemburg: Fahnder prüfen Steuerkniff von Amazon - Seite 4

Zitat:
Amazon sind beileibe nicht die einzigen. Das Ikea-Geschäftsmodell mit der gemeinnützigen holländischen "Stiftung" zur "Förderung des Möbeldesigns" funktioniert genauso: per transfer pricing oder Lizenzgebühren werden die Gewinne in nicht-transparente, steuerbegünstigte Entitäten in LU, NL, IE oder sonstwo abgezogen.

Viele, viele machen dasselbe. Die Nutzniesserländer leisten dem bewusst Vorschub mit Publizitätsstandards, die die Opazität begünstigen (an die US-Zahlen gelangt man, nicht aber an die luxemburgischen ...).
Zitat:
Internationale Grossunternehmen müssen sich in Grossbritannien wegen Steuervermeidung verantworten. Der Technologiegigant Apple zahlt ausserhalb der USA praktisch keine Steuern. Von den Gewinnen in Höhe von 37 Milliarden Dollar weltweit gehen gerade mal 1,9 Prozent an die Staaten, in denen Apple profitiert. Grossbritannien will dabei nicht länger zuschauen.
UnternehmerZeitung: Apple drückt sich vor Steuerzahlungen


Was ich vermisse ist, ist die Auseinandersetzung der SB´s und anderer Mitarbeiter der Jobcenter und Arbeitsagenturen..Mich stört dieses Denken, das der kleine Angstellte nichts machen kann. Denkbar wäre doch das Angestellte des JC auch mal das MAUL! aufmachen, wie ihre Arbeit ist (Druck und Belastung!), ansonsten habe ich den Eindruck dort arbeiten nur Leute ohne Gewissen!!

Das es immer mal Kunden gibt, die einen nerven oder wo man der Meinung ist das sind Faule Schmarotzer , kann ich noch verstehen. Aber die meisten wollen arbeiten, egal was die Bildzeitung mal wieder schreibt..Wer ein wenig klüger ist als diese "Informationen" in dieser Zeitung, müsste mehr über die Hintergründe wissen und auch entsprechend handeln. Wenn er das nicht tut kann ich denjenigen auch nur als "Schreibtischtäter" behandeln.

Wann streiken denn mal die Angestellten in den Jobcentern??


Die Belgier haben da anscheinend schon mehr begriffen.

Belgien: Feuerwehr-Leute greifen das Büro des Premierministers an | DEUTSCHE MITTELSTANDS NACHRICHTEN
 
Alt 18.11.2012, 12:19   #10
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Zitat von xj3Qr1nL7ys Beitrag anzeigen
Endlich normale Leute
Ich konstatiere: Du bist an einer sachlichen Diskussion nicht interessiert. Schade.

Aber dann halt dich doch bitte raus und mach den Thread nicht kaputt.
Mit "endlich normale Leute" sagst du automatisch, Vorposter wie ich wären es nicht... mal dran gedacht?
Ich frage mich, was das soll?

Einfach unüberlegt oder bewußt formuliert?

Übrigens: Was Roter Bock schreibt gefällt mir auch...
gast_ ist offline  
Alt 18.11.2012, 12:22   #11
gila
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Hallo BurnsTorn - vielen Dank für deine Bereitschaft und Ausführlichkeit!

Jedoch muss ich pers. zugeben: das Lesen all dieser "Unzulänglichkeiten" zum Thema Jobcenter, Abläufe, Personal, Arbeitsstrukturen etc. macht (mir ) nicht gerade "Mut", schon gar nicht kann dies eine Erklärung für massenweise "Ausrutscher" sein, die schon auf rein menschlicher Basis geschehen und den Bürger regelrecht diskriminieren.

Ich habe selbst in jungen Jahren den Beruf der Beamtin ausgeübt, Verwaltungsprüfung, und letztlich auf dem Sozialamt (altes BSHG) gearbeitet. Ich wiederhole auch hier immer wieder, dass "wir damals" noch gelernt und uns auch so verstanden haben, DIENSTLEISTER zu sein und dass der Bürger, der zu uns kommt, ein BERECHTIGTES INTERESSE hat und WIR für IHN da sind.

Auch wenn es schon damals durchaus einige "zwielichtige" Gestalten vor dem Schreibtisch gab, mit denen man auch klar kommen musste ... denn auch sie waren letztlich BERECHTIGTE.
Erkennen wir dies nicht ebenso grundsätzlich an - erkennen wir unseren Sozialstaat allgemein auch nicht an!

Diese grundsätzliche "Moral" vermisse ich heutzutage flächendeckend.
Einen Teil der Schuld hat ganz sicher dieses "System Hartz IV", welches offensichtlich von den falschen Personen (siehe Herrn Hartz & Co.) mit einer wirklichkeitsfremden Wahrnehmung und Null-Respekt gegenüber BÜRGERN (und Steuerzahlern) sowie viel zu kompliziert und auch weitgehend in den Gesetzestexten mangelhaft umgesetzt wurde.

Dass aber diese Tendenz der ABWERTUNG und KONTROLLE von Bürgern (bei denen die meisten ja schließlich auch LEISTUNGSTRÄGER durch Arbeit und Steuerleistungen waren!!) von den Mitarbeitern weitgehendst fortgeführt und noch verankert wird, liegt an den Menschen, die dem System (aus welchen Gründen auch immer ....) dienen, selbst.

Dass es auch anders geht, zeigt ja die Bewegung und Weigerung der Sachbearbeiter in Frankreich durch die abgegebene Erklärung!

Letztlich ist es für mich persönlich auch sehr fragwürdig, warum ein offensichtlich marodes, aufgeblasenes, schwer funktionierendes, personal- und kostenintensives, die Moral und den gesellschaftlichen ZUSAMMENHALT SCHÄDIGENDES, den Einzelnen diskriminierendes und krank machendes System mit Milliardenbeträgen aufrecht erhalten wird, während die Betroffenen und BERECHTIGTEN (oft nach Jahrzehntelanger harter Arbeit) mit ALMOSEN abgespeist werden und nicht mehr wissen, wie sie die Butter auf ihr Brot bekommen sollen!

Wenn ich die geschilderten internen Abläufe lese, kriege ich AUGENKREBS - ich habe als qualifizierte Kundenbetreuerin im Außen- sowie Innendienst über Jahre bis zum Verkauf der Firma und Umstrukturierung auf "Callcenter" - die Bereiche Bayern und Baden-Württemberg betreut - sämtliche Großfirmen in den Chefetagen auch noch persönlich regelmäßig besuchen müssen und keiner meiner über NEUNHUNDERT Kunden hat je ein Poststück vermissen müssen, einen Termin nicht eingehalten bekommen oder ein Anliegen nicht umgehend erledigt gewusst.

DAS ist Dienstleistung - während meine SB beim ALGI damals schon jammerte, sie habe jeden Monat 80 Leute zu betreuen und käme nicht rum.

Und wie wird jemand wie MIR das nun "gedankt"?
Ich gehe "lustig" in die Altersarmut. Mein "Hobby" wird es, mich gegen all den Schwachsinn zu wehren, der sich ins System einnistet und schließlich meiner ganze Familie den Hals zudreht - auch nicht Halt machend vor meiner psychisch schwerbehinderten Tochter!

Wir können hier sicher viel und kontrovers diskutieren - du magst dankenswerterweise hier für Verständnis werben und über Abläufe aufklären - jedoch liegt das Problem ganz ganz ganz woanders ...
__

Wer berühmt genug ist, muss nicht fürchten, zur Vernunft gebracht zu werden.
aus: "Altersglück" - Vom Segen der Vergesslichkeit
Autor: Dietmar Bittrich (Gummibärchenorakel)
gila ist offline  
Alt 18.11.2012, 12:23   #12
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Zitat von Kiwi Beitrag anzeigen
Mit "endlich normale Leute" sagst du automatisch, Vorposter wie ich wären es nicht... mal dran gedacht?
Ich selbst entscheide im Rahmen meiner Meinungsfreiheit was ich als normal erachte oder nicht. Oder dachtest du ernsthaft ich lasse mir meine Meinung von Leuten wie dir oder Auftragsschreiberlingen vorschreiben. Darüber hinaus bin ich nur verantwortlich für das was ich sage, nicht für das was du verstehst ;-)
xj3Qr1nL7ys ist offline  
Alt 18.11.2012, 12:24   #13
BurnsTorn
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Zitat von Roter Bock Beitrag anzeigen
Es ehrt Dich ja, wenn Du den Dialog suchst - an meiner Einstellung zur Institution ändert es nichts.
Da muss sich auch nichts ändern. Es ist nicht mein Anliegen, hier irgendwen zu "missionieren". Auch will ich niemandem einreden, dass das Amt ja in Wirklichkeit ganz toll sei. Es ist ganz sicher nicht toll. Es ist und bleibt ein mieser Job, wenn man den eigenen Lebensunterhalt damit verdient, andere Menschen in sinnlose Maßnahmen zu stecken, ihnen sinnlose Vermittlungsvorschläge zuzuschicken und ihnen ihr weniges Geld eventuell sogar noch unter das soziokulturelle Existenzminimum zu kürzen, wenn sie nicht kuschen. Ich glaube nicht, dass man so einen Job ausüben und darauf dan auch noch stolz sein kann.

Ich war ganz sicher nicht stolz. Aber geschämt habe ich mich auch nicht, weil ich mein Handeln für mich als notwendig ansah. Manche mögen das anders sehen und mich - und andere Amtspersonen - dafür verurteilen. Damit muss und kann ich leben. Ich will hier einfach mal einen anderen, keinesfalls beschönigenden, Blickwinkel aufzeigen, aus dem sich manche Abläufe erklären lassen, so dass erkennbar wird, dass nicht alles, was man selbst als Schikane auffasst, immer als bewusst Schikane seitens der Amtsmitarbeiter gemeint sein muss. Manchmal gibt es Schikane, auch das bestreite ich nicht. Aber oftmals sind eher die organisationalen Strukturen das Probleme. Das Problem ist sozusagen systemimmanent.

Zitat von Roter Bock Beitrag anzeigen
Die JC haben in der Praxis nichts gekonnt - Das hängt nicht mit dem Personalschlüssel zusammen sondern mit dem kranken Konstrukt SGB II.
Es hängt meiner Meinung nach mit beidem zusammen. Die Hartz IV Gesetztgebung gibt den Rahmen für eine - meiner Meinung nach falsche und asoziale - Sozialpolitik vor, die Mitarbeiter müssen das dann umsetzen und sind zum Scheitern verurteilt, weil sie hoffnungslos unterbesetzt sind, mit widersprüchlichen Anforderungen konfrontiert werden, sich die Gesetestexte wie auch die internen Vorgaben ständig ändern und die Mitarbeiter sich überfordert und mies fühlen. Da passiert dann einfach viel Mist, es geschehen Fehler und der Umgangston auf beiden Seiten wird rauer. Dass das Konstrukt SGB II eines echten Sozialstaates unwürdig ist und ein schlimmes Menschenbild propagiert, sehe ich auch so.

Zitat von Roter Bock Beitrag anzeigen
Das zu bekämpfen ist das Hauptziel. Das beginnt (zu Recht) ganz unten beim SB. Es muss ungemütlich werden - darauf bin ich geeicht wenn mein Fürst mich ruft.
Das sehe ich einfach anders. Die pAps/SBs sollten nicht die Gegner sein. Das sind nur die ausführenden Organe ganz unten in der Hierarchie. Die SBs/pAps haben sich die Gesetze nicht ausgedacht, die müssen - unter den Bedingungen, die ich teilweise schon angedeutet habe - lediglich das umsetzten, was ihnen befohlen wird. Die pAps/SBs sind die offensichtlich sichtbaren und ansprechbaren Vertreter des Amtes, die den ganzen Frust der Kunden abkriegen. Dieser Frust müsste sich aber eigentlich gegen jene richten, die den SBs/pAps den Auftrag geben, so zu handeln, wie sie handeln. Und die sitzen deutlich höher in Verwaltung und Politik. Wenn also der Fürst einen ruft, hat es meiner Meinung nach wenig Sinn, den kleinen SB ganz unten mit diesem Fürsten gleichzusetzen. Der Fürst sitze weiter oben. Und an dieses weiter oben Sitzenden sollte man die Kritik richten. Alles andere macht keinen Sinn.

Zitat von Roter Bock Beitrag anzeigen
Meine Meinung - den Vermittlungsansatz könnte man genauso weglassen. Der Personalschlüssel ist noch viel zu hoch. Macht das was ihr könnt - Leistungen auszahlen. Sonst könnt ihr nichts.
Sehe ich im Wesentlichen auch so: Das Amt sollte Geld auszahlen und gut ist. Und Vermittlungsangebote sollten auf freiwilliger Basis erfolgen, ohne Sanktionsandrohung und ohne den Zwang, jeden Job annehmen zu müssen, wwil das den Niederiglohnsektor immer weiter befördert.

Zitat von Roter Bock Beitrag anzeigen
Ich weis das der gesetzliche "Auftrag" anders aussieht. Die Praxis sieht auch anders aus.
Ebenda.

Zitat von Roter Bock Beitrag anzeigen
Überhaupt keinen Respekt kann ich mir gegenüber "Coach" abringen - die sollen sich erstmal selber "coachen". Für mich ist das ein Sammelbecken windschiefer Figuren, die selbst erfolglos anderen zum Erfolg verhelfen sollen (...der eine Blinde, führt einen anderen Blinden, jau das bringts jetzt aber)
Sehe ich auch so. Meine Arbeit bei Bildungsträger (ich habe einige Monate als Job-Coach dort gearbeitet) rührte auch nicht daher, dass ich das als tolle und gar sinnvolle Arbeit empfand, sondern es war schlicht und einfach die einizige Arbeit, die mir angeboten wurde, nachdem mein erster Vertrag beim JC ausgelaufen war. Ich habe die Arbeit als Job-Coach nur deshalb angenommen, um selbst nicht wieder in Hartz IV zu fallen. Genau das wäre mir nämlich sonst passiert, denn mein erste Vertrag beim JC lief damals weniger als 12 Monate. Da ich zuvor arbeitslos und davor Student war, hätte ich, so ich den Job als Coach nicht angenommen hätte, gar keinen ALG I Anspruch gehabt. Ich hätte also von einem Tag auf den anderen die Schreibtischseite im JC wechseln müssen. Und das wollte ich nicht. Da war mir eine miese, unsinniger Tätigkeit als Job-Coach immer noch lieber, als selbst wieder als Kunde vom Amt in so ein Coaching gesteckt zu werden.

Zitat von Roter Bock Beitrag anzeigen
Sorry in meinem internen System seid ihr Unpersonen. Wie kann man nur einen kranken System dienen?
Ganz einfach: Heute hat man, wenn man nicht gerade ein super gefragtes Studium mit Auszeichnung abgeschlossen hat, kaum noch den Luxus, sich eine Arbeitsstelle auszusuchen. Man nimmt dann eben notgedrungen, was man kriegt. Ich tat das zumindest. Ich schaute, wo ich unterkommen konnte. Und als sich für mich die Frage stellte: Arbeitslos sein oder einen miesen, sinnlosen Job annehmen, der meinem eigenen Rechtsempfinden zwar zuwider läuft, aber garantiert, dass ich Ruhe vorm Amt habe, habe ich mich eben für den Job entschieden. Dazu stehe ich, weil ich weiß, wie es heute auf dem Arbeitsmarkt zugeht. Da kann man sich sich über einen Job im ÖD glücklich schätzen!
 
Alt 18.11.2012, 12:25   #14
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Danke, Gila.
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Alt 18.11.2012, 12:26   #15
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Zitat von xj3Qr1nL7ys Beitrag anzeigen
Ich entscheide im Rahmen meiner Meinungsfreiheit was ich als normal erachte oder nicht. Oder dachtest du ernsthaft ich lasse mir meine Meinung von Leute wie dir oder Auftragsschreiberlingen vorschreiben ;-)
Meinungsfreiheit endet für mich da, wo man andere verletzt... schade, daß du das nicht verstehst.

Und wenn ich um Sachlichkeit bitte, hat das nichts mit vorschreiben zu tun. Andere kriegen das doch auch hin - warum du nicht?
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Alt 18.11.2012, 12:29   #16
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mich würde von BurnsTorn interessieren wie das mit dne Maßnahme Trägern so funktioniert

warum wird man dort hingeschickt obwohl man schon 5 mal Bewerbungs Training hatte
müssen diese Firmen befüllt werden damit die maximalen Gewinn machen

am liebsten möchte ich Schmiergeld vermuten
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Alt 18.11.2012, 12:31   #17
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Zitat BurnsTOrn:

Das sehe ich einfach anders. Die pAps/SBs sollten nicht die Gegner sein. Das sind nur die ausführenden Organe ganz unten in der Hierarchie. Die SBs/pAps haben sich die Gesetze nicht ausgedacht, die müssen - unter den Bedingungen, die ich teilweise schon angedeutet habe - lediglich das umsetzten, was ihnen befohlen wird.

Oh Gott ... DAS hatten wir allerdings auch schon mal ...
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Alt 18.11.2012, 12:31   #18
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Zitat von Kiwi Beitrag anzeigen
Meinungsfreiheit endet für mich da, wo man andere verletzt... schade, daß du das nicht verstehst.
Zitat von xj3Qr1nL7ys Beitrag anzeigen
Darüber hinaus bin ich nur verantwortlich für das was ich sage, nicht für das was du verstehst ;-)
Ja schade dass du das nicht verstehst, musst du aber selbst mit klar kommen...
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Alt 18.11.2012, 12:35   #19
silka
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hallo, Roter Bock,
sind die Personen, die dir monatlich und möglichst richtig und pünktlich dein Alg2 auf dein Konto schieben, auch Unpersonen?

Nein, ich bin weder einer von der Leiste noch ein pAp.
und nein, man braucht die Abschweifung, die sich hier anbietet, nicht in Anspruch nehmen.

Aber ja, man könnte mit mehr Wissen über die Maschinerie unterm Gehäuse sehr viel gelassener und effizienter seine eigenen Interessen vorantreiben.

So sehe ich das.
Ich finde den Thread wichtig.
Und wer auch mit oder in anderen Veraltungsapparaten zu tun hat, kennt das alles ebenso.
Insofern sind die Jobcenter kein besonderes Konstrukt.
silka ist offline  
Alt 18.11.2012, 12:37   #20
gila
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Zitat von xj3Qr1nL7ys Beitrag anzeigen
Ja schade dass du das nicht verstehst, musst du aber selbst mit klar kommen...
Hallo xj3Qr1nL7ys.
Ich habe schon viele deiner Äußerungen auch sehr geschätzt.
Damit meine Wertschätzung erhalten bleibt, würde ich mich freuen, wenn es dir möglich wäre, nun wirklich in sachlicher Weise mit zu machen und wir vielleicht die Bereitschaft vom TE in konstruktiver und für "unsere" Zwecke und Notlagen dienlicher und aufklärender Weise nutzen können.

Danke!
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Alt 18.11.2012, 12:40   #21
silka
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statt Schmiergeldvermutung vielleicht einfach der Statistik-Vorgabe geschuldet?

ist ein Erwerbsloser in einer Maßnahme denn überhaupt noch ein Erwerbsloser in der Statistik?
silka ist offline  
Alt 18.11.2012, 12:40   #22
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Zitat von gila Beitrag anzeigen
Hallo xj3Qr1nL7ys.
Ich habe schon viele deiner Äußerungen auch sehr geschätzt.

Ich bin da ganz deiner Meinung

Damit meine Wertschätzung erhalten bleibt, würde ich mich freuen, wenn es dir möglich wäre, nun wirklich in sachlicher Weise mit zu machen und wir vielleicht die Bereitschaft vom TE in konstruktiver und für "unsere" Zwecke und Notlagen dienlicher und aufklärender Weise nutzen können.

Danke!
Bin hier zu jeder Zeit sachlich. Und genau damit muss Kiwi klar kommen, auch wenns ihr nicht gefällt Vielleicht kannst du ihr die Funktion einer PN erklären? Ach nee stimmt ja, erhöht ja nicht den Counter...
xj3Qr1nL7ys ist offline  
Alt 18.11.2012, 12:43   #23
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Zitat von elo237 Beitrag anzeigen
mich würde von BurnsTorn interessieren wie das mit dne Maßnahme Trägern so funktioniert

warum wird man dort hingeschickt obwohl man schon 5 mal Bewerbungs Training hatte
müssen diese Firmen befüllt werden damit die maximalen Gewinn machen

am liebsten möchte ich Schmiergeld vermuten
jetzt wird fleißig gestritten

ich find es gut jemanden von der Basis anzapfen zu können

seit freundlich sonst verliert er schnell die Geduld und zieht von dannen
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elo237 ist offline  
Alt 18.11.2012, 12:55   #24
BurnsTorn
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Zitat von gila Beitrag anzeigen
Zitat BurnsTOrn:

Das sehe ich einfach anders. Die pAps/SBs sollten nicht die Gegner sein. Das sind nur die ausführenden Organe ganz unten in der Hierarchie. Die SBs/pAps haben sich die Gesetze nicht ausgedacht, die müssen - unter den Bedingungen, die ich teilweise schon angedeutet habe - lediglich das umsetzten, was ihnen befohlen wird.

Oh Gott ... DAS hatten wir allerdings auch schon mal ...
Ich weiß, worauf du hinaus willst, möchte die angedeutete Assoziation aber insofern als meiner Meinung nach verfehlt abweisen, als sich das, was ich meine, wenn ich von der Notwendigkeit spreche, Befehle auszuführen und Autorität zu akzeptieren, im Rahmen dessen bewegt, wofür sich in der Organisationssoziologie der Begriff Indifferenzzone etabliert hat. Das heißt: Eine jede Organisation ist, damit sie funktionieren kann, zwingend darauf angewiesen, dass die dortigen Mitarbeiter auch solche Befehle ausführen, die sie nicht wirklich gut finden und die sie nicht immer befürworten. Diese Indifferenzzone darf weder zu groß noch zu klein sein. Keine Organisation funktioniert effizient, wenn bei jedem Befehl erst mal basisdemokratisch diskutiert wird, ob der Befehl so auch umgesetzt werden sollte. Daher ist Hierarchie so funktional und weit verbreitet. Diese Problematik, die Trägheit des Entscheidungsfindungsprozesses bei nicht hierarchisch strukturierten Organisationen, kann man beispielsweise an Genossenschaften gut beobachten.

Nur hat - zum Glück - kein gesunder Mensch eine infinite Indifferenzzone (das hieße nämlich, dass ihm alles egal wäre). Man verlässt die eigene Indifferenzzone dann, wenn man sich weigert, einen Befehl auszuführen, etwa weil man ihn als unmoralisch erachtet. Man ist dann nicht mehr indifferent (gleichgültig) dem Befehl gegenüber. Eine klare Überschreitung der Indifferenzzone viele Menschen wäre z.B., wenn man ihnen befiehlt, einen anderen Menschen zu erschießen (dass manche Menschen dies dann dennoch tun, ist ein anderes, sozialpsychologisch ebenso erklärbares Phänomen, führt hier aber zu weit).Im System Hartz IV ist es nun offenkundig so, dass das Verhängen von Sanktionen bei den meisten Amtsmitarbeitern nicht dazu führen, dass dadurch die Indifferenzzone verlassen wird. Oder aber es passiert durchaus, nur bekommen das die Kunden nicht mit, wenn sich die Amtsmitarbeiter deswegen schämen oder sie schlecht schlafen, weil sie es den Kunden selten mitteilen. Zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dieser Thematik auf eher abstrakter Ebene siehe etwa dieses Working Paper.
 
Alt 18.11.2012, 13:03   #25
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ist ein Erwerbsloser in einer Maßnahme denn überhaupt noch ein Erwerbsloser in der Statistik?
Nein! Wer in einer Maßnahme seine Zeit absitzt, gilt der Arbeitsmarktstatistik nach nicht länger als arbeitslos, sondern als arbeitssuchend. Gleiches gilt übrigens für Personen, die das 58 Lebensjahr vollendet haben und länger als 12 Monate keinen Vermittlungsvorschlag mehr erhalten haben. Daher rührt auch das Bestreben des JC, Leistungsberechtigten über 58 Jahren möglichst keine VVs mehr zukommen zu lassen, damit die bald aus der Statistik verschwinden. Die Statistik - und NUR die Statistik - ist der Grund, warum die Maßnahmen seitens des JC so rege gefüllt werden. Die Statistik muss stimmen, um jeden Preis! Es geht um Statistikaufhübschung, damit Angie & Ursel sich freundlich grinsend vor die Kamera stellen und im Chor der Glücksiligkeit verkünden können: Deutschland geht es gut!
 
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