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Start > > -> Muß Bewerbung telefonisch erfolgen wenn im Vermittlungsvorschlag verlangt?

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Alt 28.10.2012, 21:10   #1
Nr1300761
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Beiträge: 35
Nr1300761
Standard Muß Bewerbung telefonisch erfolgen wenn im Vermittlungsvorschlag verlangt?

Hallo,
im Vermittlungvorschlag des JC steht:
Zitat:
Interessenten melden sich bitte umgehend telefonisch zur Vereinbarung eines Vorstellungsgespräches!
Ich bevorzuge schriftliche Bewerbungen da damit später sicherer nachgewiesen werden kann was genau gegenüber dem Arbeitgeber geäußert wurde. Mein Sachbearbeiter ist bei seinen Begründungen für Sanktionen "sehr kreativ". Ist es möglich mir das negativ auszulegen wenn ich mich schriftlich statt mündlich bewerbe?

Danke
Nr1300761
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Alt 28.10.2012, 22:09   #2
Muzel
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Standard AW: Muß Bewerbung telefonisch erfolgen wenn im Vermittlungsvorschlag verlangt?

Du schreibst dir den Namen der Kontaktperson auf und wann du mit ihr telefoniert hast. Eine mündliche Kontaktaufnahme ist grundsätzlich ein gleichwertiger Antrag auf Vertragsabschluss wie ein schriftlicher. Die Vornahme eines Vertragsabschlusses ist nach Art. 2 I GG geschützt. Die ursprüngliche Fassung des Art. heißt, jeder kann machen was er will, was bedeutet, dass man keinen verpflichten kann, wie er seine Verträge eingeht.
Muzel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.10.2012, 22:12   #3
Paolo_Pinkel
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Standard AW: Muß Bewerbung telefonisch erfolgen wenn im Vermittlungsvorschlag verlangt?

Zitat:
Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen Beschlüsse vom 05.12.2011, - L 19 AS 1870/11 B ER - und - L 19 AS 1871/11 B –

Bewirbt sich ein Hartz- IV - Empfänger unangemessen, ist dies einer Nichtbewerbung gleichzusetzen – Sanktionierung

Weigert sich der Leistungsbezieher nach dem SGB II sich zeitnah d.h. spätestens am dritten Tage nach Erhalt des Stellenangebotes auf Vermittlungsvorschläge, die er vom Antragsgegner erhält, zu bewerben, ist die Sanktion rechtmäßig, denn der Antragsteller hat den Sanktionstatbestand des § 31 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB II erfüllt. .

Danach verletzen Leistungsberechtigte ihre Pflichten, wenn sie sich trotz schriftlicher Belehrung über die Rechtsfolgen oder deren Kenntnis weigern, die in dem eine Eingliederungsvereinbarung ersetzenden Verwaltungsakt nach § 15 Abs. 1 Satz 6 SGB II festgelegten Pflichten zu erfüllen. Durch den bestandkräftigen, eine Eingliederungsvereinbarung ersetzenden Verwaltungsakt legte der Antragsgegner u.a. fest, dass der Antragsteller verpflichtet ist, sich zeitnah d.h. spätestens am dritten Tage nach Erhalt des Stellenangebotes auf Vermittlungsvorschläge, die er vom Antragsgegner erhält, zu bewerben.

Der Antragsteller hat sich hinsichtlich der beiden übersandten Vermittlungsvorschläge geweigert, diese Pflicht zu erfüllen (vgl. zum Begriff des Verweigerns: BSG, Urteil vom 15.10.2010 - B 14 AS 92/09 R , Rn 21).

Sein Tätigwerden gegenüber der Firma K Handelsgesellschaft für Mode mbh in N stellt bei summarischer Prüfung eine unangemessene Bewerbung dar und ist einer Nichtbewerbung gleichzusetzen.

Eine solche Gleichsetzung ist gerechtfertigt, wenn ein Bewerbungsschreiben allein wegen seines objektiven Inhalts bzw. seiner Form so abschreckend oder widersprüchlich ist, dass der Bewerber schon allein wegen des Schreibens aus der Auswahl für den Arbeitgeber ausscheidet (vgl. hierzu BSG, Urteil vom 05.09.2006, B 7a AL 14/05 R , Rn 19).

Mit einer Bewerbung soll ein Leistungsberechtigter sein Interesse an der Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses zum Ausdruck bringen Dies gilt - im Sinne einer Obliegenheit - auch dann, wenn es sich bei der Bewerbung um die bloße Befolgung eines Vermittlungsvorschlags des Grundsicherungsträgers handelt.

Ein Leistungsberechtigter ist in diesem Stadium gehalten, alle Bestrebungen zu unterlassen, die dieser Intention (Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses) nach außen hin erkennbar entgegenlaufen und den Arbeitgeber veranlassen, ihn schon vor einer persönlichen Vorstellung aus dem Bewerberkreis auszuscheiden. Abzustellen ist hierbei auf den objektiven Empfängerhorizont (vgl. hierzu BSG, Urteil vom 05.09.2006, B 7a AL 14/05 R, Rn 19).

Der Antragsteller hat vorliegend seine Obliegenheiten durch das Abfassen und Absenden seines Bewerbungsschreibens verletzt. Der Arbeitgeber musste allein aufgrund des objektiven Inhalts und der Form davon ausgehen, dass der Antragsteller an der Aufnahme der angebotenen Beschäftigung nicht interessiert ist.

Dies ergibt sich schon daraus, dass der Antragsteller weder die vom Arbeitgeber geforderte Form - schriftlich - beachtet noch die geforderten Unterlagen - vollständige Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf u. Zeugnisse) - mitübersandt hat. Insoweit ist nicht ersichtlich, aus welchem Grund der Antragsteller nicht in der Lage gewesen sein sollte, zumindest einen Lebenslauf seiner E-Mail als Datei beizufügen.

Vor allem aber die Gestaltung der E-Mail - Schriftbild und Text - wie auch ihr Inhalt - Hinweis auf mangelnde Flexibilität wegen der Teilnahme an einem Fernlehrgang bei der Bewerbung um eine geringfügige Beschäftigung, also einer Teilzeittätigkeit - lässt sich nur als mangelndes Interesse des Antragstellers an der Arbeitsstelle deuten.

Für diese Nichtbewerbungen hat der Antragsteller keinen wichtigen Grund i.S.v. § 31 Abs. 1 Satz 2 SGB II (zum Begriff des wichtigen Grundes: BSG Urteil vom 09.11.2010- B 4 AS 27/10 R, Rn 29) nachgewiesen.
==> http://www.elo-forum.org/aktuelle-en...50-2011-a.html

Weiterführend hier

==> http://www.elo-forum.org/alg-ii/8351...ungsfalle.html
__

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Paolo_Pinkel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.10.2012, 22:21   #4
K. Lauer
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Muß Bewerbung telefonisch erfolgen wenn im Vermittlungsvorschlag verlangt?

Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es hier ausschließlich um eine Terminvereinbarung, nicht um die Bewerbung selber.

Wie wäre es, das Telefonat zu führen und im Anschluss dem Gesprächspartner zu schreiben, um ihn zu bitten, dieses oder jenes noch mal genauer mitzuteilen.
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Alt 28.10.2012, 23:01   #5
ela1953
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ela1953 Enagagiertela1953 Enagagiertela1953 Enagagiertela1953 Enagagiertela1953 Enagagiertela1953 Enagagiertela1953 Enagagiertela1953 Enagagiertela1953 Enagagiertela1953 Enagagiertela1953 Enagagiert
Standard AW: Muß Bewerbung telefonisch erfolgen wenn im Vermittlungsvorschlag verlangt?

Bei telefonischer Kontaktaufnahme berkam ich jedesmal zu hören, dass ich eine schriftliche Bewerbung per Post zuschicken soll.

Ein Bekannter hat aber schon ein paar Mal dann persönlich vorbeikommen können mit Bewerbungsunterlagen.

Bei ein oder zwei Firmen war aber dann zum Termin niemand da, das Tor verschlossen. Festnetznummer nur AB.
ela1953 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.10.2012, 03:06   #6
gast_
Elo-User/in
 
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Beiträge: 22.613
gast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/ingast_ Investor/in
Standard AW: Muß Bewerbung telefonisch erfolgen wenn im Vermittlungsvorschlag verlangt?

Man sollte sich immer so bewerben wie der Arbeitgeber das wünscht!
Will man keine Telefonnummer angeben ruft man vom Telefon eines Bekannten an, dessen Nummer man natürlich nicht weiter geben darf.
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Alt 29.10.2012, 09:00   #7
sumse
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Standard AW: Muß Bewerbung telefonisch erfolgen wenn im Vermittlungsvorschlag verlangt?

Zitat von Kiwi Beitrag anzeigen
Man sollte sich immer so bewerben wie der Arbeitgeber das wünscht!
Will man keine Telefonnummer angeben ruft man vom Telefon eines Bekannten an, dessen Nummer man natürlich nicht weiter geben darf.

auch das LSG kann dich nicht zwingen per tele oder mail die bewerbung zu tätigen

warum ?

du bist nicht verpflichtet ein tele zu besitzen
oder internet zu haben ggf wenn ja das du bristante daten
durchs internet versendest

das LSG sprach zwar die geforderte form kurz an
sah es aber nicht als relevant an eher die wie die bewerbung aussah war dem wichtig

von daher wenn ein AG es fordert bewerbung nur per mail oder tele muss man nicht nachkommen
die gesetzliche grundlage fehlt dazu
darum auch so ein schwammiges urteil vom LSG

von daher gilt Standard ist schriftform
es besteht kein zwang neue medien zu nutzen oder überhaubt zu besitzen
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Alt 29.10.2012, 14:06   #8
VoPi35
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Beiträge: 167
VoPi35
Standard AW: Muß Bewerbung telefonisch erfolgen wenn im Vermittlungsvorschlag verlangt?

Wenn eine Anschrift und ein Ansprechpartner auf dem Vorschlag vorhanden ist, würde ich ebenfalls den schriftlichen weg gehen.

So ein Wort wie "telefonisch" kann man auch mal überlesen.
Wenn ausschließlich telefonischer Kontakt erwünscht wäre, hätte man ja auch die Anschift auf dem Vorschlag weg lassen können.

Nen Grund für ne Sanktion sehe ich hier jedenfalls nicht.
__

Auf dem Grabstein des Kapitalismus wird später stehen:
Zuviel war nicht genug!
(Volker Pispers)
VoPi35 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.10.2012, 14:57   #9
K. Lauer
Gast
 
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Standard AW: Muß Bewerbung telefonisch erfolgen wenn im Vermittlungsvorschlag verlangt?

Seinem behandelnden Arzt bspw. teilt man schließlich auch schriftlich mit, dass der seinen Terminvorschlag schriftlich machen soll.
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Alt 29.10.2012, 16:34   #10
Nr1300761
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Nr1300761
Standard AW: Muß Bewerbung telefonisch erfolgen wenn im Vermittlungsvorschlag verlangt?

Hallo,
Danke an alle - habe es letztlich schriftlich gemacht. Wenn da nochwas kommen sollte berichte ich hier.

Grüße
Nr1300761
Nr1300761 ist offline   Mit Zitat antworten
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