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ALG I Rund ums Thema Arbeitslosengeld I


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Alt 01.09.2017, 12:50   #1
Testario
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Fragen zu ALG1 im Zusammenhang mit Reisen&Gründen

Hallo zusammen,

ich habe ein paar Fragen zu ALG1. Zunächst ein paar Hintergründe zu meiner Situation und meinen Plänen:
  • Aktuell bin ich seit >40 Monaten Jahren in einem Angestelltenverhältnis und bin freiwillig gesetzlich krankenversichert.
  • Zum 31.12.17 plane ich die Kündigung meines Arbeitsverhältnisses. Danach möchte ich zunächst für drei Monate zu verreisen und parallel die Gründung meines Startups beginnen.
  • Zur Absicherung plane ich mich nach meiner schriftlichen Kündigung (Abgabe im Oktober 2017) bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend zu melden bzw. zum Januar 2018 Jahres arbeitslos.
  • Zur Finanzierung meiner Lebenserhaltungskosten plane ich nach der Sperrzeit ab April 2018 ALG1 zu beziehen - Während des Bezugs natürlich unter Einhaltung der <15 Stunden Arbeiten Regel und noch keine Anmeldung eines Gewerbes bzw. Kapitalgesellschaft. Das möchte ich so lange, bis ich durch Stipendien (z.B. EXIST) bzw. Fremdkapitalgeber und ggf. Gewinne das Unternehmen und meine Lebenserhaltungskosten tragen kann.

Da ich mich mit den ARGE-Prozessen überhaupt nicht auskenne, hätte ich folgende Fragen zu ALG1:
  • Mein Plan im Umgang mit der ARGE war jetzt wie folgt: Zeitgleich zu meiner schriftlichen Kündigung des Arbeitsverhältnisses melde ich mich arbeitssuchend. Ab dem ersten Tag meiner Arbeitslosigkeit melde ich mich arbeitslos. Kann ich beides Online machen oder muss ich für einen Schritt persönlich zum Amt?
  • Durch die "eigenverschuldete Arbeitslosigkeit" kriege ich voraussichtlich 3 Monate Sperrzeit. Meine Krankenkasse sagte mir, dass ich den ersten Monat selbst zahlen müsse (da ich freiwillig gesetzl. krankenversichert bin), den zweiten und dritten Monat aber die ARGE trotz Sperrzeit zahlt. Stimmt das alles so?
  • Muss ich in der Sperrzeit etwas beachten? Muss ich hier schon Eigenbemühungen nachweisen? Muss ich in Deutschland und anwesend sein oder kann ich wie geplant verreisen?
  • Wie schaut es mit Eigenbemühungen ab April 2018 aus, wenn ich ein eigenes Unternehmen gründen will? Muss ich mich trotzdem bewerben? Gibt es Auflagen oder Unterstützungen? Habe schon von dem "Gründerzuschuss" bei ALG1 gehört, allerdings wird das wohl lt. meiner Recherche nahezu gar nicht mehr vergeben. Hat dazu jemand Infos?
  • Kann ich mir einen Beratungstermin bei der ARGE geben lassen und über die Pläne offen reden, oder kann das ggf. kontraproduktiv sein?
  • Muss ich ansonsten noch an etwas denken oder berücksichtigen?

Falls weitere Infos notwendig sind, kann ich sie auch gerne noch nachreichen. Vielen Dank für eure Unterstützung!!!
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Alt 03.09.2017, 00:10   #2
Doppeloma
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Frage AW: Fragen zu ALG1 im Zusammenhang mit Reisen&Gründen

Hallo Testario,

das bisherige Schweigen auf deine Fragen spricht wohl schon eine relativ deutliche Sprache, denn mit deinen Überlegnungen können wohl viele unverschuldet Arbeitslose nicht wirklich was anfangen oder den tieferen Sinn dahinter verstehen.

Zitat:
Da ich mich mit den ARGE-Prozessen überhaupt nicht auskenne, hätte ich folgende Fragen zu ALG1:
Dass du dich nicht auskennst merkt man gleich, denn die ARGE gibt es schon seit vielen Jahren nicht mehr und die war auch nie für ALGI zuständig, dort gab es nur Hartz 4 und jetzt heißen die "JobCenter", was nicht heißt, dass die nun Jobs zu vergeben hätten.

Es ist aber auch sonst im Moment für dich nicht wichtig dich mit den dortigen Prozessen auszukennen, denn es geht ja bei dir um ALGI und dei "Agentur für Arbeit" ... ALLES was du dazu wissen musst, findest du im SGB III ...

SGB III Arbeitsforderung - SGB III Sozialgesetzbuch

Zitat:
Aktuell bin ich seit >40 Monaten Jahren in einem Angestelltenverhältnis und bin freiwillig gesetzlich krankenversichert.
Ich nehme mal an, du bist noch U 50 also ist es unerheblich wie lange du über die erforderlichen 24 Monate beschäftigt gewesen bist, es gibt höchstens 12 Monate ALGI, ob es eine Rolle spielt, dass du freiwillig in der gesetzlichen KK bist weiß ich nicht, ich war immer "unfreiwillig" sowieso dort versichert.

Zitat:
Zum 31.12.17 plane ich die Kündigung meines Arbeitsverhältnisses. Danach möchte ich zunächst für drei Monate zu verreisen und parallel die Gründung meines Startups beginnen.
Die AfA wird "begeistert" sein wenn man ohne besondere Not ein festes Arbeitsverhältnis aufgibt, um sich selbsständig zu machen (von mir aus auch "selbst zu verwirklichen"), die erste Meldung dazu als "Arbeit-Suchend" hat dann bereits Ende September zu erfolgen lt. Gesetz.

Denn du weißt ja bereits was du vor hast, da kommt das ja nicht mehr später und "überraschend", dass du zum 31.12.2017 arbeitslos sein wirst ...

Zitat:
Mein Plan im Umgang mit der ARGE war jetzt wie folgt: Zeitgleich zu meiner schriftlichen Kündigung des Arbeitsverhältnisses melde ich mich arbeitssuchend.
Dazu bist du also schon verpflichtet, wenn dir das 3 Monate vor Ende deines Arbeitsvertrages bereits bekannt ist, sonst erfolgt bereits eine Sperre (für 1 Woche) wegen verspäteter Meldung.

Zitat:
Ab dem ersten Tag meiner Arbeitslosigkeit melde ich mich arbeitslos. Kann ich beides Online machen oder muss ich für einen Schritt persönlich zum Amt?
Ich selbst würde NICHTS davon online machen aber vielleicht bin ich einfach noch zu altmodisch, ich habe gerade für solche Vorgänge gerne was rechtssicher und schriftlich als Nachweis in der Hand.

Zur Arbeitslos-Meldung bist du verpflichtet persönlich zu erscheinen, man möchte auch gerne mal deinen Ausweis sehen bei der Gelegenheit und einige grundlegende Angaben haben für deinen Anspruch auf ALGI.

Auch der reguläre Formular-Antrag wird nur ungerne geschickt, den kann man zwar auch online ausfüllen, aber da werden Fragen gestellt (nach Telefon-Nummern und Mail-Adressen) die eigentlich freiwillig sind, online kann man aber ohne eine Angabe nicht weiter ausfüllen.

Habe ich nur gehört, ich hatte noch normale Papierformulare und was die AfA (Agentur für Arbeit) nicht unbedingt wissen muss, das habe ich auch darin nicht bekannt gegeben.

Zitat:
Durch die "eigenverschuldete Arbeitslosigkeit" kriege ich voraussichtlich 3 Monate Sperrzeit. Meine Krankenkasse sagte mir, dass ich den ersten Monat selbst zahlen müsse (da ich freiwillig gesetzl. krankenversichert bin), den zweiten und dritten Monat aber die ARGE trotz Sperrzeit zahlt. Stimmt das alles so?
Gerade diese Fragen lassen sich doch dann direkt vor Ort am Besten klären, die Sperrzeit (von 12 Wochen, NICHT 3 Monate) bekommst du ganz sicher und nicht nur "voraussichtlich", welchen plausiblen Grund sollte die AfA haben darauf zu verzichten ???

Um die gleiche Zeit also weitere 12 Wochen wird dein Gesamt-Anspruch auf ALGI dann zur Strafe auch noch reduziert (also 12 Monate - 12 Wochen = Rest-Anspruch auf ALGI ca. 9 Monate).

Nachzulesen im § 159 SGB III ...

SS 159 SGB III Ruhen bei Sperrzeit

Zitat:
Muss ich in der Sperrzeit etwas beachten? Muss ich hier schon Eigenbemühungen nachweisen? Muss ich in Deutschland und anwesend sein oder kann ich wie geplant verreisen?
Du musst auch während der Sperrzeit der Arbeitsvermittlung VOLL zur Verfügung stehen, Bewerbungen tätigen und Meldetermine wahrnehmen, du bekommst "nur" noch kein Geld ...

Dazu muss man allerdings in Deutschland bleiben, sogar am Wohnort um jederzeit für die Arbeitsvermittlung erreichbar zu sein (für Arbeitsangebote und Einladungen per Post), es sei denn man beantragt "Orts-Abwesenheit", dann darf man auch mal ein paar Tage verreisen.

Anspruch darauf hat man aber nur für bis zu 21 Kalendertage im Jahr unter Fortzahlung des ALGI, ansonsten wird die Leistung eingestellt weil man der Arbeitsvermittlung nicht zur Verfügung steht.

Es gibt wohl eine Sonderregelung, dass man ALGI auch erst später in Anspruch nehmen kann in rechtzeitiger Abstimmung mit der AfA ... musst du selber mal nachsehen im SGB III wo das steht oder eben bei der AfA direkt danach fragen.

Dann bist du zu NICHTS verpflichtet während deiner Abwesenheit, es werden aber auch keine Kosten übernommen ... also auch keine KV ...

Zitat:
Wie schaut es mit Eigenbemühungen ab April 2018 aus, wenn ich ein eigenes Unternehmen gründen will? Muss ich mich trotzdem bewerben?
Die AfA soll dich (vorrangig) wieder in versicherungspflichtige Arbeit bringen und nicht beim Aufbau einer Selbstständigkeit unterstützen, weil du dir das so ausgedacht und nur dafür deinen festen Job gekündigt hast.

Zitat:
Gibt es Auflagen oder Unterstützungen? Habe schon von dem "Gründerzuschuss" bei ALG1 gehört, allerdings wird das wohl lt. meiner Recherche nahezu gar nicht mehr vergeben. Hat dazu jemand Infos?
Ja gab es mal in größerem Umfang aber es hat sich erwiesen, dass Selbstständigkeit auch nicht der "Königsweg" ist die Arbeitslosen "von der Straße" zu bekommen, die sonst keiner mehr haben will.

Dabei ging es meist eher um sehr erfahrene und gut ausgebildete ältere Arbeitslose aber es ist eben nicht JEDER direkt zum Unternehmer geboren, daher werden diese Ausgaben inzwischen eher wieder gespart und "gedeckelt".

Klar gibt es Auflagen wenn die den entsprechenden Geld-Topf öffnen sollen, da ist zunächst mal ein solider Business-Plan mit realistischen (und möglichst zeitnahen) Erfolgsaussichten vorzulegen, der auch von entsprechenden Experten dann gründlich geprüft wird.

Dazu kannst du auch hier im Forum schon interessante Berichte im entsprechenden Bereich nachlesen, auch wenn die Betroffenen teilweise schon im SGB II festhängen, sind die Bedingungen ganz gut nachvollziehbar.

Die AfA ist ja eigentlich nicht dafür geschaffen worden, das "Unternehmertum " ausgiebig zu fördern, sondern soll ungewollt Arbeitslosen eine finanzielle Unterstützung bieten, bis sie eine andere (abhängige) Beschäftigung gefunden haben.

Zitat:
Kann ich mir einen Beratungstermin bei der ARGE geben lassen und über die Pläne offen reden, oder kann das ggf. kontraproduktiv sein?
Davon kann ich dir nur dringend abraten, einige Gründe dafür habe ich dir bereits genannt, die AfA ist nicht dafür da deine Unternehmerträume zu fördern und zu finanzieren, für die du extra deinen (scheinbar recht sicheren) Arbeitsplatz aufgegeben hast ...



Zitat:
Muss ich ansonsten noch an etwas denken oder berücksichtigen?

Denk noch mal sehr gründlich über deine aktuellen Pläne nach, ob du das nicht auch vorerst nebenberuflich in Gang bringen könntest, es kommt ja darauf an was konkret du vor hast ...



Es klingt ein wenig nach "irgendwann mach ich das große Geld" aber erst muss mir die AfA beim Start in die "Unabhängigkeit" helfen ... und mich ansonsten möglichst in Ruhe lassen ...

, das muss sie nicht ...


MfG Doppeloma
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Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

Keine Einzelfall-Beratung per PN, alle Fragen bitte im Forum stellen !!!
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Alt 03.09.2017, 08:16   #3
BerndB
Elo-User/in
 
Registriert seit: 19.08.2016
Beiträge: 273
BerndB BerndB
Standard AW: Fragen zu ALG1 im Zusammenhang mit Reisen&Gründen

Bei der Krankenversicherung hat sich zum August 2017 etwas geändert. So tritt nicht mehr ab dem 2. Monat, sondern bereits ab dem 1. Monat Krankenversicherungspflicht ein. Hier unter Punkt 2.3 zu lesen.

In diesem Dokument der Arbeitsagentur ist bspw. mit dem Stichwort "freiwillig" einiges zur freiwilligen KV bzw. zum Wechsel zu KV-Pflicht zu finden.

Ich kenne mich da allerdings nicht aus. Meines Erachtens können beide Links aber nur zur Einstimmung für die Fragen an die AfA oder deine KV dienen.
__

Meine Beiträge stellen nur meine Meinung zu in der Regel unvollständig geschilderten Sachverhalten dar. Rechtssichere Antworten kann nur ein Anwalt oder die AfA geben. Außerdem gibt es immer zwei Meinungen.
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Alt 03.09.2017, 08:36   #4
franky0815
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Standard AW: Fragen zu ALG1 im Zusammenhang mit Reisen&Gründen

ich würde mich an deiner stelle persönlich arbeitslos melden alleine schon um den anspruch feststellen zu lassen, danach kannst du dich direkt wieder aus dem bezug abmelden, die mit sicherheit eintrettende sperrrzeit läuft auch wenn du abgemeldet bist, die gesamtdauer deines anspruchs wird dadurch geringer.

krankenkasse zahlst du von anfang an selbst denn ohne bezug von leistungen bist du auch nicht versichert, egal weil abgemeldet oder wegen sperrzeit.

dein anspruch auf alg1 bleibt dir 48 monate lang erhalten, in dem moment wo du dich wieder arbeitslos meldest lebt der alte anspruch wieder auf und du bist ab da wieder kv versichert, natürlich nur so lange wie die anspruchsdauer ist.
__

"Man traue nie einem erhabenen Motiv für eine Handlung, wenn sich auch ein niedriges finden läßt"
franky0815 ist gerade online   Mit Zitat antworten

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