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ALG I Rund ums Thema Arbeitslosengeld I


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Alt 26.04.2017, 14:22   #1
Maxdrechsler
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Registriert seit: 26.04.2017
Beiträge: 12
Maxdrechsler
Frage Besteht Anspruch auf ALG 1

Hallo liebe Experten.

Ich befinde mich gerade in folgender Situation und traue dem Arbeitsamt nicht ganz. Daher würde mich eure fundierte Einschätzung interessieren:

Seit einigen Jahren habe ich Probleme mit Depressionen. Jetzt wird es aber immer schlimmer. Ich weiss, dass jetzt was geschehen muss. Arbeitsfähig bin ich eigentlich nicht mehr.
Meinen letzten Job, bei dem ich recht gut verdient habe, habe ich in einem depressiven Loch gekündigt (finanziell saublöde Entscheidung aber ist jetzt nunmal so). Dann habe ich mir einen Job knapp über der 450€ Grenze (sozialversichert) gesucht und arbeite da seit einem Monat.
In meinem vorangegangenen Job habe ich insgesammt 10 Monate gearbeitet.

Ich bin im Moment eigentlich nicht arbeitsfähig, weiss aber auch, dass ich um Anspruch auf ALG1 zu haben noch mindestens einen Monat durchhalten muss.

Konkret zur Frage: Überall steht geschrieben, dass man in den letzten 2 Jahren 12 Monate sozialverischerungspflichtig beschäftigt sein musste. Nun ist es aber so, dass ich den letzten und einen Teil des vorletzten Monats meiner vorangegangenen Beschäftigung krankgeschrieben war und die letzten 4 Tage meiner Krankschreibung Krankengeld bekommen habe. Also die letzten 4 Arbeitstage in meinem letzten Job.
Zählt diese Zeit auch zur Berechnung des ALG1 Anspruchs oder nicht?
Müssen es immer VOLLE Monate sein, oder wird das tagegenau berechnet?
Zählt mein erster Job mit dazu?

Bin gerade ziemlich am Ende und rechne die Tage nach. Wenn ich mich jetzt krankschreiben ließe würde das bedeuten, dass man mich kurzfristig mit einer Kündigungsfrist von 2 Wochen rauswirft.
Daher muss ich noch bis mindestens Mitte Mai dort antanzen.
Habe ich bei meiner Überlegung irgendwas vergessen/ übersehen oder kann man das so machen?

Viele Grüße und Danke im Voraus,

Maximilian
Maxdrechsler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.04.2017, 16:49   #2
Hartzeola
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Hartzeola Hartzeola Hartzeola Hartzeola Hartzeola Hartzeola Hartzeola Hartzeola Hartzeola Hartzeola Hartzeola
Standard AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Zitat:
Zählt diese Zeit auch zur Berechnung des ALG1 Anspruchs oder nicht?
Ja. Es müssen insgesamt (Arbeit plus Krankengeldbezug) 360 Tage sein, es werden 30 Tage pro Monat berechnet.
Hartzeola ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.04.2017, 17:01   #3
Doppeloma
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Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma Doppeloma
Frage AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Hallo Maxdrechsler,

Zitat:
Ich befinde mich gerade in folgender Situation und traue dem Arbeitsamt nicht ganz. Daher würde mich eure fundierte Einschätzung interessieren:
Das "Arbeitsamt" ist inzwischen die "Agentur für Arbeit" (AfA) und dort solltest du ja deine letzte Arbeitslosigkeit auch mindestens schon gemeldet haben.

Sonst erwartet dich bereits deswegen eine Sperre (1 Woche kein Geld) wegen verspäteter Arbeitsuchend-Meldung ... aber der Reihe nach.

Zitat:
Seit einigen Jahren habe ich Probleme mit Depressionen. Jetzt wird es aber immer schlimmer. Ich weiss, dass jetzt was geschehen muss. Arbeitsfähig bin ich eigentlich nicht mehr.
Ist das eine "Selbst-Diagnose" oder bist du damit auch schon (häufiger / länger) in ärztlicher Behandlung gewesen, in der Regel bekommt man im festen Arbeitsverhältnis einen Krankenschein (AU-Bescheinigung) vom behandelnden Arzt wenn man sich nicht in der Lage sieht arbeiten zu gehen.

Zitat:
Meinen letzten Job, bei dem ich recht gut verdient habe, habe ich in einem depressiven Loch gekündigt (finanziell saublöde Entscheidung aber ist jetzt nunmal so).
Das wäre dann wohl überflüssig gewesen, denn mit AU-Bescheinigung muss man nicht zur Arbeit und viele AG kündigen da inzwischen auch selber wenn das häufiger vorkommt.
Zudem hättest du bei Eigenkündigung aus gesundheitlichen Gründen auch eine ärztliche Bestätigung darüber erhalten können, um eine Sperre bei der AfA abzuwenden.

Damit hättest du auch gerne noch warten können, bis sich (zusammen mit der AU) ein sicherer Anspruch auf ALGI ergeben hat, denn aus Krankengeld werden auch Beiträge dafür an die AfA entrichtet.

Nun stellt sich die Frage WANN das gewesen ist mit deiner Eigenkündigung, ob du dich deswegen schon mal bei der AfA gemeldet hast, um überhaupt irgendwas ordnen zu können in deinem Fragenkomplex.

Deiner Beschreibung nach scheint es ja (Rest-) Ansprüche auf ALGI aus früheren Beschäftigungen nicht mehr zu geben ???

Zitat:
Dann habe ich mir einen Job knapp über der 450€ Grenze (sozialversichert) gesucht und arbeite da seit einem Monat.
"Wie knapp" über der 450 € - Grenze ist denn das, daraus werden in der Regel weder Krankenversicherung noch Beiträge an die AfA entrichtet, es sei denn es ist bereits ein offizieller / komplett versicherungspflichtiger Teilzeit - Job ... (mit mehr als 15 Wochenstunden).

Ansonsten bringt diese Grenz-Überschreitung nur einen geringen Beitrag in die Rentenkasse, du wärst also daraus nicht Krankenversichert und schon gar nicht gegen Arbeitslosigkeit versichert.

Zitat:
In meinem vorangegangenen Job habe ich insgesammt 10 Monate gearbeitet.
Was war davor ???

Musst du einen komplett neuen Anspruch aufbauen sind tatsächlich mindestens 360 Tage (12 Monate) mit Arbeitseinkommen (oder Krankengeld) erforderlich innerhalb der letzten 24 Monate, um einen Anspruch auf neue 6 Monate ALGI zu erwerben.

Zitat:
Ich bin im Moment eigentlich nicht arbeitsfähig, weiss aber auch, dass ich um Anspruch auf ALG1 zu haben noch mindestens einen Monat durchhalten muss.
Bitte ergänze die Angaben zu deinem aktuellen Minijob im "Grenzbereich" ... daraus ergeben sich in der Regel keine Ansprüche auf ALGI an die AfA.

Zitat:
Konkret zur Frage: Überall steht geschrieben, dass man in den letzten 2 Jahren 12 Monate sozialverischerungspflichtig beschäftigt sein musste.
Die reale Beschäftigungszeit (mit Erwerbseinkommen) ist eigentlich nur wichtig für die Berechnung des ALGI, für die anerkannten Zeiten (Anwartschaft auf ALGI) werden auch AU-Zeiten einbezogen, weil ja daraus auch Beiträge gezahlt werden.

Zitat:
Nun ist es aber so, dass ich den letzten und einen Teil des vorletzten Monats meiner vorangegangenen Beschäftigung krankgeschrieben war und die letzten 4 Tage meiner Krankschreibung Krankengeld bekommen habe. Also die letzten 4 Arbeitstage in meinem letzten Job.
Warum bitte hat dich dein Arzt nicht länger AU geschrieben, wenn du gar nicht arbeitsfähig bist, das geht auch über den letzten Tag des Arbeitsvertrages hinaus ...

Dass die KK das nicht so "gerne" sehen wenn dann Jemand arbeitslos ist (und noch weiter Krankengeld beziehen wird) sei dahingestellt, letztlich sollte der behandelnde Arzt das zunächst mal entscheiden und einschätzen dürfen, es gab also gar keinen Grund deine AU zu beenden, nur weil das Arbeitsverhältnis beendet war.

Zitat:
Zählt diese Zeit auch zur Berechnung des ALG1 Anspruchs oder nicht?
Ja sicher zählt das mit, wie ich oben schon beschrieben habe wäre eine weitere AU da auch mit einberechnet worden ...

Zitat:
Müssen es immer VOLLE Monate sein, oder wird das tagegenau berechnet?
Zählt mein erster Job mit dazu?
Bitte beantworte mal die Fragen dazu, ohne gewisse Zeitangaben kann man dir das nicht beantworten, kommt ja drauf an wann das war mit deinem ersten Job und ob du bereits mal ALGI bezogen hast aus diesem Anspruch ... in der Regel verjähren alte Ansprüche nach GENAU 4 Jahren taggenau ...

Ebenso wir auch der neue Anspruch Tag-Genau berechnet wenn es keine vollen Monate gibt ... ergeben kann sich das durchaus aus verschiedenen Beschäftigungen innerhalb der erforderlichen Zeitspanne.

Zitat:
Bin gerade ziemlich am Ende und rechne die Tage nach. Wenn ich mich jetzt krankschreiben ließe würde das bedeuten, dass man mich kurzfristig mit einer Kündigungsfrist von 2 Wochen rauswirft.
Je nach konkretem Vertrag bekommst du höchstens noch "Lohnfortzahlung" für 6 Wochen und dann gar nichts mehr (aus einem Minjob ist man bei der KK NICHT für Krankengeld versichert) ... dafür fehlen einfach zu viele Informationen.

Zitat:
Daher muss ich noch bis mindestens Mitte Mai dort antanzen.
Habe ich bei meiner Überlegung irgendwas vergessen/ übersehen oder kann man das so machen?
Wenn zutrifft was ich bisher verstanden habe zu deinem aktuellen Minijob, dann ergibt sich daraus auch weiterhin KEIN zusätzlicher Anspruch auf ALGI ... egal wie lange du dort noch durchhalten willst.

MfG Doppeloma
__

Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

Keine Einzelfall-Beratung per PN, alle Fragen bitte im Forum stellen !!!
Doppeloma ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 26.04.2017, 18:54   #4
Katzenfan
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Katzenfan
Standard AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Zitat von Maxdrechsler Beitrag anzeigen
Dann habe ich mir einen Job knapp über der 450€ Grenze (sozialversichert) gesucht und arbeite da seit einem Monat.
Zitat von Doppeloma Beitrag anzeigen
"Wie knapp" über der 450 € - Grenze ist denn das, daraus werden in der Regel weder Krankenversicherung noch Beiträge an die AfA entrichtet, es sei denn es ist bereits ein offizieller / komplett versicherungspflichtiger Teilzeit - Job ... (mit mehr als 15 Wochenstunden).
Der TE meint damit sicher einen sogenannten Midijob (Entgelthöhe in der "Gleitzone") zwischen 450,01 € und 850,00 €. Die Anzahl der Wochenstunden spielt dabei keine Rolle, denn sobald das Entgelt (im Jahresdurchschnitt) voraussichtlich mehr als 450 € beträgt, ist jeder Job sozialversicherungspflichtig.

In dieser Art Jobs ist man vollumfänglich in allen Zweigen der Sozialversicherung versichert, zahlt aber - im Gegensatz zum Arbeitgeber - einen reduzierten AN-Anteil zu den Beiträgen.

Die Geldleistungen der Kranken- und Arbeitslosenversicherung werden, soweit sie von der Höhe des Entgelts abhängig sind, trotz der verminderten Beitragszahlung aus dem tatsächlichen Arbeitsentgelt berechnet.

Gleitzone bis 850 Euro (Midijobs) - Themen der GKV - gesetzliche Krankenversicherung - kkdirekt.de

Geändert von Katzenfan (26.04.2017 um 19:35 Uhr)
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Alt 27.04.2017, 17:47   #5
Maxdrechsler
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Maxdrechsler
Frage AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Mensch, das nenne ich mal eine fundierte und schnelle Antwort. Danke an beide.

Ich bin offensichtlich noch einige Informationen schuldig geblieben.
Das will ich jetzt nachholen.

Ich habe im Moment einen Midijob. 500 und ein paar Zerknickte Brutto im Monat.
Davon werden (habe ich gestern bei meiner KK erfragt) Sozialversicherungsbeiträge abgeführt. Ich bin auch Krankenversichert über meinen AG.

So nun zum zeitlichen Verlauf und Restansprüche:
Wie gsagt die Entscheidung mich nicht weiter krank zu melden war dumm und nicht zuende gedacht. Ich wusste es nicht besser und wollte "einfach nur weg".
Dann habe ich mich arbeitslos gemeldet und erfahren, dass ich keinen Anspruch habe. Die haben mir dann mit Leistungskürzung gedroht falls ich mich da nicht vermitteln lasse - was ich komisch fand, da ich eh keinen Anspruch hatte. Ich habe die Termine abgesagt und mir auf eigene Faust was gesucht. Mit Erfolg.

Jetzt habe ich mir aber die Krücke gebaut mit diesem Midijob.
Dachte es geht wieder alles und es war der Job - aber nein es ist leider mehr...

Ich bin 28 Jahre und vorher war ich in Ausbildung und Studium.
Meinen ersten Job habe ich im April 2016 angenommen. Mitte Dezember bin ich dann krank geworden und habe zum 31.01.2017 gekündigt. Die letzten 3-4Tage meiner Anstellung habe ich Krankengeld bezogen. Mein Arzt hat mich dann noch 6 Tage weiter krank geschrieben und dann habe ich gesagt, dass das so passt. So lange habe ich auch noch Krankengeld bekommen.

Dann habe ich zum 1.4.2017 meinen jetzigen Midijob angenommen und stehe vor der Frage: Was tun?
Die Kündigungsfrist beträgt 2 Wochen. Meine Angst ist nur, dass wenn ich jetzt eine AUbescheinigung auf den Tisch von meinem Chef lege, dass ich dann gekündigt werde und die Anwartschaftszeit nicht erfülle. So oder so müsste es wenn ich nichts vergessen habe ein knappes Rennen werden.

Eine Idee kam mir noch: Wenn ich mich jetzt krank melde, gekündigt werde und dann weiter krank bin bis zur Erfüllung der Anwartschaftszeit, haut das dann hin? Oder bekomme ich noch kein Krankengeld?

herzlichen Dank für die Hilfe,

Maximilian
Maxdrechsler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.04.2017, 18:54   #6
Katzenfan
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Katzenfan
Standard AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Du kannst Dich sofort krankschreiben lassen.
In den ersten 4 Wochen einer Beschäftigung besteht zwar noch kein Lohnfortzahlungsanspruch (in Deinem Fall also bis zum 28.04.), aber in dieser Zeit springt im Krankheitsfall die Krankenkasse mit Krankengeld ein. Danach (bei Dir ab 29.04.) ist der AG aber trotzdem zu 6 Wochen Lohnfortzahlung verpflichtet - jedenfalls solange das Arbeitsverhältnis besteht.
Bist Du über das Ende des Arbeitsverhältnisses hinaus krank, gibt es dann (wieder) sofort Krankengeld.

Der Einfachheit halber (um nicht wegen 1 Tag (morgen) extra Krankengeld beantragen zu müssen) würde ich mich erst am Dienstag, 02.05., AU schreiben lassen. Du hast dann ab diesem Tag und bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses Anspruch auf Lohnfortzahlung und danach eben auf Krankengeld.

Da vom Krankengeld ebenfalls u. a. Beiträge in die Arbeitslosenversicherung gezahlt werden, baust Du damit Deine Anwartschaftszeiten weiter auf - somit ist Deine "Idee" schon eine (wahrscheinlich die einzige) Möglichkeit, einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu erwerben.

Du musst nur aufpassen - insbesondere nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses - dass Du keine Lücke zwischen den einzelnen Krankschreibungen hast, sonst ist Dein Krankenversicherungsschutz und damit auch Dein Anspruch auf Krankengeld futsch. Dabei gilt der Tag der Feststellung durch den Arzt. Rückwirkende AU-Bescheinigung funktioniert hier also nicht!!!

Inzwischen ist es aber immerhin so, dass Wochenenden und Feiertage nicht zu einer Lücke führen.
Beispiel: AU bescheinigt bis 13.04.2017 --> Arztbesuch zur Verlängerung der AU am 18.04.2017 reicht aus, da dazwischen Karfreitag, Samstag, Sonntag und Ostermontag liegen.
Wäre die Praxis Deines Arztes aber am 18.04. geschlossen, müsstest Du ZWINGEND an diesem Tag zu einem anderen Arzt (z. B. Vertretung) gehen, und eine AU-Bescheinigung ausstellen lassen.
Im Prinzip steht dieser Hinweis auch auf den AU-Bescheinigungen drauf (natürlich im Kleingedruckten) und ich kenne es auch so, dass die Krankenkasse auch noch schriftlich darauf hinweist. Manch einer nimmt das aber nicht so genau und wundert sich dann über die Folgen ...

Dennoch musst Du mit der Feststellung der weiteren AU nicht bis zum letzten noch möglichen Tag warten, man kann das durchaus ruhig zwei, drei Tage früher erledigen.
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Alt 02.05.2017, 10:53   #7
Maxdrechsler
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Maxdrechsler
Frage AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Vielen Dank für die Antwort.
Das hört sich doch super an!
Habe beschlossen mich ab kommender Woche krank zu melden und dann sollte es vll auch ohne Krankengeld hinhauen.
Ich habe schließlich noch 6 Tage vom Februar "über".
Ist es nicht so, dass das Amt 360 Tage berechnet, die man eingezahlt haben muss?
Bedeutet das, dass mit pro gearbeitetem Monat "nur" 30 Tage gutgeschrieben werden oder werden an einem Monat mit 31 Tagen mir 31 Tage berechnet und ich habe am Ende einen "Joker" von 5 Tagen?
Hoffe ich habe annähernd erklären können was ich meine.
Vielen Dank schonmal an alle Helfer,
Maximilian
Maxdrechsler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.05.2017, 21:45   #8
Katzenfan
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Katzenfan
Standard AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Zitat von Maxdrechsler Beitrag anzeigen
Ist es nicht so, dass das Amt 360 Tage berechnet, die man eingezahlt haben muss?
Bedeutet das, dass mit pro gearbeitetem Monat "nur" 30 Tage gutgeschrieben werden oder werden an einem Monat mit 31 Tagen mir 31 Tage berechnet und ich habe am Ende einen "Joker" von 5 Tagen?
Hoffe ich habe annähernd erklären können was ich meine. Maximilian
Ich denke, ich weiß, was Du meinst.
Ja, bei der AfA sind 360 Tage = 12 Monate = 1 Jahr.
Die Anwartschaftszeiten werden taggenau ermittelt (auch der Februar mit 28 bzw. 29 Tagen).

Die verschiedenen Anwartschaftszeiten können zusammengezählt werden. Die Anwartschaftszeit von mindestens zwölf Monaten kann sich also aus mehreren (verschiedenen) anwartschaftsbegründenden Zeiten zusammensetzen. Diese müssen nicht lückenlos aufeinanderfolgen; sie müssen nur in der Rahmenfrist liegen. Sie müssen auch nicht volle Kalendermonate umfassen.

Die zweijährige Rahmenfrist wird rückwärts berechnet. Sie endet mit dem zwei Jahre zurückliegenden Tag, der das gleiche Datum trägt wie der erste Tag, an dem alle Voraussetzungen (Beschäftigungslosigkeit, Arbeitslosmeldung, Alg-Antrag) erfüllt sind - § 26 Abs. 1 SGB X). Das bedeutet, dass der erste Tag, an dem alle Voraussetzungen des Alg-Anspruchs vorliegen, nicht mitgezählt wird.

Beispiel:
Beschäftigungslosigkeit, Arbeitslosmeldung und Alg-Antrag: 29.05.2017
Rahmenfrist --> 28.05.2017 - 29.05.2015

Bei der Berechnung der Alg-Höhe wird übrigens nur das beitragspflichtige Arbeitsentgelt, das im Bemessungszeitraum erzielt wurde, und das durchschnittlich auf den Tag entfällt, berücksichtigt. Lohnersatzleistungen (z. B. Krankengeld) fließen in die Berechnung nicht mit ein, auch wenn sie mit Versicherungspflicht verbunden sind.

In Deinem Fall wäre es grundsätzlich so, dass Dein Alg umso höher ausfällt, je weniger Tage mit Arbeitsentgelt aus dem derzeitigen Midijob vorhanden sind.

Gemäß § 150 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 SGB III sind allerdings für die Berechnung der Alg-Höhe Zeiten nicht zu berücksichtigen, in denen die durchschnittliche regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit aufgrund einer Teilzeitvereinbarung nicht nur vorübergehend auf weniger als 80 % der durchschnittlichen regelmäßigen Arbeitszeit einer vergleichbaren Vollzeitbeschäftigung, mindestens aber um fünf Stunden wöchentlich, vermindert war - vorausgesetzt, man hat innerhalb der letzten dreieinhalb Jahre (= 42 Monate) vor der Entstehung des Anspruchs während eines sechs Monate umfassenden zusammenhängenden Zeitraums Beschäftigungen mit einer höheren Arbeitszeit ausgeübt.

Das dürfte bei Dir zutreffen und darauf solltest Du die AfA auch hinweisen, falls bzw. wenn Du einen ALG-Antrag stellst. Dann bleibt nämlich Dein derzeitiger "Midilohn" außen vor und nur der Bruttolohn aus der besser bezahlten Vollzeitbeschäftigung geht in die Berechnung ein, was sicher einige Euro mehr im Monat ausmacht.

Arbeitslosengeldrechner:
Selbstberechnung - www.arbeitsagentur.de

Die Berechnungsgrundlage für das Krankengeld ist allerdings einfach das, was im letzten vollen Monat vor Beginn der Erkrankung verdient wurde (bei schwankendem Entgelt der Durchschnitt der letzten 3 Monate). Deshalb wird/würde bei Dir (Monat April 2017) das Krankengeld ziemlich niedrig ausfallen.

Krankengeldrechner:
https://www.tk.de/tk/krankengeld/arb...rechner/133034

Von daher wäre es für Dich schon günstiger, Dich zuerst bzw. schon nach kurzem KG-Bezug "gesund" persönlich arbeitslos (krank ist das nicht möglich) zu melden und erst danach länger krankschreiben zu lassen. Dann erhältst Du zunächst 6 Wochen lang "Kranken-ALG" und danach bis zu 72 (78 - 6) Wochen Krankengeld genau in Höhe des zuvor gezahlten ALG. Der Anspruch auf ALG ruht währenddessen und wird während dieser Zeit nicht weiter verbraucht.
Katzenfan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.05.2017, 16:01   #9
Maxdrechsler
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Maxdrechsler
Frage AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Herzlichen Dank für die fundierte Antwort.
Woher habt Ihr eigentlich so ein umfangreiches Wissen? Beeindruckt mich.
Ich hoffe ich habe dich richtig verstanden.
Es ist also so, dass zur Berechnung des ALG1 (nur der HÖHE?) Tätigkeiten unter 80% Teilzeit garnicht berechnet werden.
In meinem Falle war oder ist es so:
Meine "erste" tätigkeit umfasst 80% - meine jetzige... puhh... also... 8,5 Std/Woche.
Das hieße, dass die jetzige Tätigkeit zwar (weil sozialversichert) zum Anwartschaftzeit dazuzählt aber nicht in die Berechnung der Höhe des ALG1 einbezogen wird? Mit der Anwartschaftzeit bekomme ich aber keine Schwierigkeiten? Habe ich das so richtig verstanden?

Viele Grüße
Maximilian

PS.:Die Dame von der ARGE hat mir vor ein paar Tagen erklärt, dass es 12 Monate sein müssen, diese aber auch aus Teilmonaten zusammen gewürfelt werden können. Das deckt sich also soweit recht gut!
Maxdrechsler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.05.2017, 19:27   #10
Katzenfan
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Katzenfan
Standard AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Zitat von Maxdrechsler Beitrag anzeigen
Es ist also so, dass zur Berechnung des ALG1 (nur der HÖHE?) Tätigkeiten unter 80% Teilzeit garnicht berechnet werden.
In meinem Falle war oder ist es so:
Meine "erste" tätigkeit umfasst 80% - meine jetzige... puhh... also... 8,5 Std/Woche.
Das hieße, dass die jetzige Tätigkeit zwar (weil sozialversichert) zum Anwartschaftzeit dazuzählt aber nicht in die Berechnung der Höhe des ALG1 einbezogen wird? Mit der Anwartschaftzeit bekomme ich aber keine Schwierigkeiten? Habe ich das so richtig verstanden?
Genau so müsste es sein.

Zur Berücksichtigung Deiner Teilzeitbeschäftigung für die Höhe des ALG siehe auch noch hier (unter "Gibt es Ausnahmen für Teilzeitbeschäftigte?"):
Arbeitslosengeld nach dem Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III) | Das Ministerium

oder hier (unter "Arbeitslosigkeit"):
Teilzeit: Verkürzte Arbeitszeit - ArbeitsRatgeber

Rechtsgrundlage ist § 150 SGB III Abs. 2 Satz 5.

Zur Anwartschaftszeit zählt Deine "kleine" Teilzeitbeschäftigung auf jeden Fall, da es sich ja dabei um ein Versicherungspflichtverhältnis handelt --> Du bist sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

§ 142 SGB III
(1) Die Anwartschaftszeit hat erfüllt, wer in der Rahmenfrist (§ 143) mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden hat.
Katzenfan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.05.2017, 23:35   #11
Maxdrechsler
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Maxdrechsler
Frage AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Super! Vielen Dank!
Also passt das. :)
Ach so... ich habe noch 6 Tage im Februar Krankengeld bekommen (nach meiner Kündigung). Heisst das dann, dass ich mindestens bis 25.05.2017 versicherungspflichtig beschäftigt sein muss oder KG beziehen muss um die Anwartschaftzeit zu erfüllen oder? Habe Angst, dass das Amt dann sagt: Ätschi, Pech gehabt - gibt nix. Dann wäre ich finanziell in großen Schwierigkeiten.
Herzlichen Dank im Voraus
Maximilian
Maxdrechsler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.05.2017, 12:05   #12
Katzenfan
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Katzenfan
Standard AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Zitat von Maxdrechsler Beitrag anzeigen
Ach so... ich habe noch 6 Tage im Februar Krankengeld bekommen (nach meiner Kündigung). Heisst das dann, dass ich mindestens bis 25.05.2017 versicherungspflichtig beschäftigt sein muss oder KG beziehen muss um die Anwartschaftzeit zu erfüllen oder?
Dazu müsste man wissen, an welchem Tag genau das war:
Zitat von Maxdrechsler Beitrag anzeigen
Meinen ersten Job habe ich im April 2016 angenommen.
Meine Aussage hier
Zitat von Katzenfan Beitrag anzeigen
Ja, bei der AfA sind 360 Tage = 12 Monate = 1 Jahr.
ist übrigens nicht ganz richtig, wie ich inzwischen herausgefunden habe.

Dazu aus den Geschäftsanweisungen der BA zu § 142 SGB III - Anwartschaftszeit:
(3) Für die Feststellung, ob eine Anwartschaftszeit erfüllt ist, sind die Kalendertage eines Versicherungspflichtverhältnisses zu ermitteln. 30 Kalendertage entsprechen einem Monat (§ 339 Satz 2). 12 Monate entsprechen somit nicht einem Jahr.
https://www3.arbeitsagentur.de/web/w...22DSTBAI407782
(PDF-Seite 4, GA 142.1 Abs. 3)

Um die (Mindest-)Anspruchsdauer von 6 Monaten zu erreichen, sind 12 Monate (also 360 Tage und NICHT 1 Jahr) mit Versicherungspflichtverhältnissen erforderlich (§ 147 SGB III).

Solltest Du Deinen ersten Job am 1. April 2016 angetreten haben, müsstest Du damit bis zum 31.01.2017 306 (30 + 31 + 30 + 31 + 31 + 30 + 31 + 30 + 31 + 31) Tage an Anwartschaftszeiten erworben haben.
Zuzüglich 6 Tage Krankengeld im Februar 2017 wären es 312 Tage.
Bräuchtest Du also noch mindestens 48 Tage aus Deinem jetzigen Arbeitsverhältnis, wenn Du vor der Arbeitslosmeldung nicht erst noch Krankengeld beziehen möchtest.
Nach meiner Rechnung müsste es damit reichen, wenn der Job bis zum 18.05.2017 besteht.
Diese Berechnung ist ausdrücklich ohne Gewähr!!!
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Alt 09.05.2017, 12:50   #13
Maxdrechsler
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Maxdrechsler
Frage AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Hallo Katzenfan.
Das klingt doch wirklich gut. Ich kann deine Rechnung nachvollziehen und sie macht Sinn... wenn ich jetzt allerdings ab dieser Woche die AU bescheinigung vorlegen, denke ich, dass man mich ggf erst nach dem 18.05.2017 kündigen wird und damit wäre ich ja auf Nummer sicher.
Wenn mein Arbeitgeber mich jetzt wegen Krankheit rausschmeißt, bedeutet das, dass ich dann gesperrt werde, wil ich es ja "selbst verschuldet" habe?
Herzliche Grüße
Maximilian
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Alt 09.05.2017, 12:54   #14
Kerstin_K
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Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K Kerstin_K
Standard AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Nein, niemand ist selber child, wenn er krank wird. Oder wolltest Du unbedingt krank werden?
__

Viele Grüße aus Hannover
Kerstin_K ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.05.2017, 14:45   #15
Katzenfan
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Katzenfan
Standard AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Genau!

Eine Kündigung wegen Krankheit ist eine "personenbedingte" (KEINE "verhaltensbedingte") Kündigung.

HENSCHE Arbeitsrecht: Kündigung - Personenbedingte Kündigung

Zitat:
Wenn ich mich jetzt krankschreiben ließe würde das bedeuten, dass man mich kurzfristig mit einer Kündigungsfrist von 2 Wochen rauswirft.
Du bist ja bestimmt noch in der Probezeit, sonst wäre eine so kurze Kündigungsfrist wohl gar nicht möglich.
Kündigungen in der Probezeit können grundsätzlich ohne Angabe eines Grundes erfolgen, von daher dürfte es dann nie eine Sperrzeit geben, wenn man vom Arbeitgeber gekündigt wird.

Zitat:
wenn ich jetzt allerdings ab dieser Woche die AU bescheinigung vorlegen, denke ich, dass man mich ggf erst nach dem 18.05.2017 kündigen wird und damit wäre ich ja auf Nummer sicher.
Auf jeden Fall - und das Arbeitsverhältnis endet ja auch erst mit Ende der Kündigungsfrist. Selbst wenn Du also schon morgen die Kündigung erhalten würdest (die Frist beginnt erst mit dem Zugang zu laufen), würde das Arbeitsverhältnis erst am 24.05. enden.

Hast Du Dich denn schon AU schreiben lassen?
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Alt 10.05.2017, 12:19   #16
Maxdrechsler
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Maxdrechsler
Blinzeln AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Hallo Katzenfan und vielen Dank!
Ich habe mich heute AU gemeldet. Morgen habe ich meinen Termin beim Arzt. Heute hat er keine Sprechstunde.
Ich weiss natürlich nicht wie schnell dann die Kündigung reinflattert.
Die Dame von der ARGE hat mir versichert, dass ich im Falle einer AU mich nicht arbeitssuchend melden muss währende der Krankheit, sondern dann Arbeitslos und arbeitssuchend am Tag nach meiner Genesung.
Maxdrechsler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2017, 19:06   #17
Katzenfan
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Katzenfan
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Zitat von Maxdrechsler Beitrag anzeigen
Ich habe mich heute AU gemeldet. Morgen habe ich meinen Termin beim Arzt. Heute hat er keine Sprechstunde.
Ok, dann achte morgen darauf, dass der Arzt Dich schon rückwirkend für heute krankschreibt. Solange man in der Lohnfortzahlung ist, ist das grundsätzlich möglich.
Zitat von Maxdrechsler Beitrag anzeigen
Ich weiss natürlich nicht wie schnell dann die Kündigung reinflattert.
Und wenn sie dann da ist, lässt Du Dich erstmal nicht weiter AU schreiben, damit Du Dich "gesund" bei der Arbeitsagentur arbeitslos melden kannst? Anders wird's wohl nicht gehen.
Wie ich schon in Beitrag #6 schrieb, erhältst Du zwar Krankengeld, wenn Du länger krank bist als das Arbeitsverhältnis dauert, aber das wird ja nicht viel sein. In Deinem Fall ist das Arbeitslosengeld wohl bedeutend höher.

Zitat von Maxdrechsler Beitrag anzeigen
Die Dame von der ARGE hat mir versichert, dass ich im Falle einer AU mich nicht arbeitssuchend melden muss währende der Krankheit, sondern dann Arbeitslos und arbeitssuchend am Tag nach meiner Genesung.
Ja, das ist richtig; das kenne ich auch so.
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Alt 18.05.2017, 14:46   #18
Maxdrechsler
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Maxdrechsler
Daumen hoch AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Hallo Katzenfan.
Das klingt nach einem soliden Plan.
Die Dame von der ARGE meinte die Regelung mit der nichtberechnung des "kleinen" Jobs beim ALG1 hieße "unbillige Härte" und man muss gut begründen können wieso man weniger gearbeitet hat. Haben Sie da weitere Infos?
An diesem Punkt will ich für die kompetente und gute Hilfe noch einmal herzlich Danke sagen!
Maximilian

Geändert von Maxdrechsler (18.05.2017 um 15:58 Uhr)
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Alt 18.05.2017, 18:16   #19
Katzenfan
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Katzenfan
Standard AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Hallo Maximilian,

man muss überhaupt nicht begründen, wieso man weniger gearbeitet hat!
Da irrt die Dame ganz gewaltig, denn gerade in den Weisungen/Geschäftsanweisungen (GA) der Bundesagentur für Arbeit, an die sich ALLE BA-Sachbearbeiter zu halten haben, steht zu diesem Punkt ausdrücklich:

(3) Bei § 150 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 kommt es auf den Grund für die Teilzeitvereinbarung nicht an.

https://www3.arbeitsagentur.de/web/w...22DSTBAI407837
(PDF-Seite 6, ganz oben)
Schau hier auch in die Beispiele zu 150.2, zu finden unter "Weitere Informationen"!

Allein eine Teilzeitvereinbarung nach dem Altersteilzeitgesetz fällt i.d.R. nicht unter diese Regelung ... und die kann in Deinem Alter gar nicht vorliegen.

Von einer "unbilligen Härte" ist explizit übrigens nur in § 150 Abs. 3 SGB III (Erweiterung des Bemessungsrahmens auf 2 Jahre) die Rede.
In Deinem Fall geht es jedoch um § 150 Abs. 2 SGB III (Außer Betracht bleibende Zeiten). Dort steht etwas von "unbilligen Ergebnissen" (nicht im Gesetzestext, aber in den GA).

Was allerdings lt. den Geschäftsanweisungen eine Rolle spielt, ist die Auslegung von "nicht nur vorübergehend" in Bezug auf die Teilzeitbeschäftigung:

(4) Eine nicht nur vorübergehende Reduzierung der Arbeitszeit liegt vor, wenn die verminderte Arbeitszeit für mindestens drei Monate vereinbart war.

In der Vorgängerversion (GA 21a zu § 150) hieß es noch:
Nicht nur vorübergehend ist die Arbeitszeit vermindert, wenn die Minderung mindestens drei Monate anhält oder zunächst für wenigstens drei Monate vereinbart und die vorzeitige Beendigung nicht absehbar war.

Hast Du einen befristeten Arbeitsvertrag, und wenn ja, über welchen Zeitraum?
Oder ist der Vertrag unbefristet? Dann sollte man davon ausgehen können, dass er voraussichtlich mindestens 3 Monate besteht bzw. bestanden hätte.

Hast Du eigentlich schon eine Kündigung erhalten?

Gruß
Katzenfan
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Alt 18.05.2017, 22:41   #20
Maxdrechsler
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Hallo Katzenfan!
Nein, eine Kündigung habe ich bis jetzt noch nicht erhalten.
Ich habe vor meinen Arbeitgeber mit meiner kommenden Verlängerung der Krankschreibung darauf hinzuweisen, dass es wohl noch etwas dauert bis ich wieder gesund werde, was ja auch stimmt. Dann gehe ich davon aus, dass ich unter einhaltung der Frist gekündigt werde.

Die Dame von der ARGE hat in der Fachabteilung nachgefragt und war sich selber merklich unschlüssig. Hat aber dann oben genannte Sicht vertreten. Ich kann deine Argumentation nachvollziehen und halte sie auch für richtig.
Wenn ich mich arbeitslos melde fürchte ich aber, dass man versuchen wird mir das "auszureden" oder unter den Tisch fallen lässt bzw. mich mit irgendwelchen Normen und Klauseln mundtot macht. Am Telefon wusste ich dann auch nicht mehr was ich noch sagen soll.
Hoffe, dass das alles so gelingt.
Krankheitsbedingt fällt das alles ziemlich schwer und macht einem auch Angst.
Viele Grüße
Maximilian

PS.:Mein Vertrag von der 8,5 Stundenntätigkeit, die ich im Moment ausübe ist auf 2 Jahre befristet. Daher ist das Arbeitsverhältnis für mehr als 3 Monate angedacht gewesen.

Geändert von Maxdrechsler (18.05.2017 um 22:51 Uhr)
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Alt 19.05.2017, 16:53   #21
Katzenfan
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Katzenfan
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Zitat von Maxdrechsler Beitrag anzeigen
Nein, eine Kündigung habe ich bis jetzt noch nicht erhalten.
Ich habe vor meinen Arbeitgeber mit meiner kommenden Verlängerung der Krankschreibung darauf hinzuweisen, dass es wohl noch etwas dauert bis ich wieder gesund werde, was ja auch stimmt. Dann gehe ich davon aus, dass ich unter einhaltung der Frist gekündigt werde.
In Deinem Fall muss man tatsächlich schon fast hoffen, dass der AG die Kündigung veranlasst. Sollte er das nämlich nicht tun, würdest Du nach 6 Wochen AU ein Krankengeld erhalten, das noch niedriger ist als Dein jetziger Lohn.
Zitat von Maxdrechsler Beitrag anzeigen
Die Dame von der ARGE hat in der Fachabteilung nachgefragt und war sich selber merklich unschlüssig. Hat aber dann oben genannte Sicht vertreten.
Wahrscheinlich war das eine Mitarbeiterin der "Hotline", die wissen wohl oft nicht so gut Bescheid. Auch wenn sie in der Leistungsabteilung nachgefragt hat, würde ich auf diese telefonische Auskunft nicht so viel geben.
Zitat von Maxdrechsler Beitrag anzeigen
Ich kann deine Argumentation nachvollziehen und halte sie auch für richtig.
Die Rechtslage ist so und das lässt sich ja auch relativ einfach nachweisen - auch gegenüber der AfA.
Zitat von Maxdrechsler Beitrag anzeigen
Wenn ich mich arbeitslos melde fürchte ich aber, dass man versuchen wird mir das "auszureden" oder unter den Tisch fallen lässt bzw. mich mit irgendwelchen Normen und Klauseln mundtot macht. Am Telefon wusste ich dann auch nicht mehr was ich noch sagen soll.
Es ist auch besser, am Telefon nicht so viel zu sagen. Das hilft in den seltensten Fällen weiter. In Zukunft solltest Du nur noch schriftlich mit der AfA kommunizieren und am besten Deine Telefon-Nr. gar nicht angeben.
Ich habe es erst kürzlich erlebt, dass der SB schriftlich gestellte Fragen, auf die ausdrücklich nur eine schriftliche Antwort erbeten wurde, trotzdem anrief und alles telefonisch klären wollte. Selbst anrufen kann man ihn aber nicht direkt, denn seine "persönliche" Telefon-Nr. gibt er nicht raus. Also gibt die Hotline (Service-Center?) den Gesprächswunsch an ihn weiter und man erhält dann irgendwann - in einem meistens völlig unpassenden Moment - seinen Rückruf. Ich hasse das, weil ich in dem Moment dann jedenfalls nicht so vorbereitet bin als wenn ich ganz in Ruhe vor meinen Unterlagen sitzen und DORT anrufen kann. Und nachweisen kann man telefonische Aussagen später auch nicht!

Zitat von Maxdrechsler Beitrag anzeigen
Hoffe, dass das alles so gelingt.
Krankheitsbedingt fällt das alles ziemlich schwer und macht einem auch Angst.
Es wird schon klappen - das Recht ist schließlich auf Deiner Seite.
Notfalls musst Du eben Widerspruch einlegen und auf die entsprechenden Stellen im § 150 und in der Geschäftsanweisung hinweisen.
Dass Dich wegen Deiner Krankheit solche Dinge ganz besonders belasten, kann ich gut verstehen, aber manchmal hilft es eben nichts.

Zitat von Maxdrechsler Beitrag anzeigen
Mein Vertrag von der 8,5 Stundenntätigkeit, die ich im Moment ausübe ist auf 2 Jahre befristet. Daher ist das Arbeitsverhältnis für mehr als 3 Monate angedacht gewesen.
Dann ist doch alles in Butter. Ich wüsste jetzt wirklich nicht, womit die AfA rechtssicher begründen könnte, dass bei Dir eine Nicht-Berücksichtigung der Teilzeitbeschäftigung nicht greift. Es sind alle Voraussetzungen dafür gegeben.
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Alt 19.05.2017, 18:30   #22
Maxdrechsler
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Maxdrechsler
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Hallo Katzenfan,
insgeheim hoffe ich ja, dass ich gekündigt werde.
Kann mir auch nicht vorstellen, dass die mich lange behalten werden.
Habe meinem Chef gesagt, dass es wohl noch ein Weilchen dauern wird mit der Krankheit.
Kann ja schlecht hergehen und um eine Kündigung bitten...
Im Falle des Krankengeldes werde ich in der Tat recht wenig bekommen. Zu wenig. Daher ist das nun mein einziger Ausweg.
Deinen Rat bzgl. Schriftverkehr werde ich mir zu Herzen nehmen.
Hast du eine Idee, wie man den AG dazu bekommen kann einen "friedlich" zu kündigen? Ich habe schon angedeutet, dass ich in nächster Zeit nicht zur Verfügung stehen kann - daher hoffe ich, dass er den Wink kapiert hat.
Was meinst du?
Viele Grüße
Maximilian
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Alt 19.05.2017, 19:09   #23
Katzenfan
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Tja, da habe ich leider auch kein Patentrezept. Kommt ja auch immer auf die Person des AG an und wie man mit ihm reden bzw. umgehen kann.

Vielleicht hat Dein Chef Skrupel, Dich während der Krankheit zu kündigen. Manche Leute (auch Arbeitgeber) meinen, dass in dieser Zeit nicht gekündigt werden darf, obwohl das nicht stimmt - schon gar nicht, wenn die Kündigung nicht wegen der Krankheit erfolgt. ;)

https://www.ra-wittig.de/ratgeber/ra...ner-krankheit/

Was Chef und Mitarbeiter bei Kündigung wegen Krankheit wissen müssen | Kanzlei Hasselbach

Während der Probezeit
a) muss allerdings ja überhaupt kein Kündigungsgrund angegeben werden und
b) greift ohnehin der Kündigungsschutz (KSchG) noch nicht (erst nach 6 Monaten UND mehr als 10 Mitarbeitern), so dass der AN da ohnehin nicht viel machen könnte.

Wann endet denn Deine Probezeit?
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Alt 23.05.2017, 19:15   #24
Maxdrechsler
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Maxdrechsler
Frage AW: Besteht Anspruch auf ALG 1

Hallo Katzenfan.
Meine Probezeit endet im Oktober. Mein AG hat mir mündlich gekündigt und die Schriftliche folgt.
Mir ist noch etwas Anderes gekommen. Ich habe mit der ARGE nicht immer kooperiert. Ich habe mir stets selber erfolgreich Jobs gesucht und Angebote der ARGE teilweise ausgeschlagen. Leistungsanspruch hatte ich so wie so nicht. Daher bin ich damit etwas unwissend umgegangen.
Bei meiner letzten Arbeitslosmeldung habe ich dann im PC der Dame gesehen, dass eine Notiz drinstand von wegen "abgemeldet wegen mangelnder Kooperation". Meine letzte Arbeitslosigkeit verlief so, dass ich mehrere Einladungen von mehreren Sachbearbeitern bekommen habe und keiner klären konnte wer nun für mich zuständig ist. Auch da habe ich keine Leistungen bekommen und mir selber einen Job gesucht. Man hat mir trotzdem mit Konsequenzen gedroht, falls ich die Termine nicht wahrnehme. Ich habe einen Termin nicht wahrgenommen (abgesagt aber ohne Attest) und mich dann bei der ARGE gemeldet, dass ich nun wieder in Arbeit bin. Man hat mir kurz bestätigt, dass ich nun abgemeldet sei.
Nun die Frage: Können die mir aus sowas nen Strick drehen oder gar Leistungen verweigern? Ich meine damit ob das Auswirkungen auf meine kommende Arbeitslosigkeit haben kann, dass ich in der Vergangenheit nicht immer kooperiert habe?
LG
Maximilian
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Alt 23.05.2017, 19:46   #25
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Mein AG hat mir mündlich gekündigt und die Schriftliche folgt.
Mündlich interessiert nicht, die Kündigungsfrist läuft erst, wenn du eine schriftliche Kündigung vorliegen hast.
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