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ALG I Rund ums Thema Arbeitslosengeld I


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Alt 26.08.2014, 18:36   #1
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AmySwan
Standard Angst vor Sanktion bei ALG1

Hallo Leute,

ich hoffe, ich bin hier an der richtigen Stelle.

Zu meiner Person: Ich bin 22 Jahre alt, habe eine Ausbildung als Bürokauffrau erfolgreich abgeschlossen und danach auch bereits erste Berufserfahrungen sammeln können. Nachdem mein Arbeitsvertrag im Sommer 2013 nicht weiter verlängert wurde, aufgrund einer schlechten Auftragslage, hatte ich mich dazu entschlossen, meine Fachhochschulreife (umgangssprachlich Fachabitur genannt) nachzuholen. Meinen Abschluss erlangte ich im Juni diesen Jahres und wurde dann ab dem 01.07.14 arbeitslos. Meine Abschlussnote beträgt 2,2 und auch meine vorherigen Zeugnisse zeugen von guter Leistung. Man sieht also, dass ich fleißig bin und etwas erreichen möchte in meinem Leben.

Ich habe mich im Juli auf ein bezahltes Praktikum in einer Online-Redaktion beworben (mit Chance auf eine dortige Vollzeitstelle nach dem erfolgreich abgeschlossen 3-monatigen Praktikum). Bei der Erstellung meiner Bewerbungsmappe habe ich mir enorm viel Mühe gegeben, Arbeitsproben dargelegt etc. Dieses Praktikum hat für mich oberste Priorität, was ich meinem Vermittler in den ersten beiden Gesprächen auch mitteilte. Ich habe sogar einen persönlichen Draht zu dem Chefredakteur dort vor Ort, wir sind uns sogar per-Du. Näheres dazu später mehr.

So weit, so gut. Mitte Juli hatte ich dann mein erstes Gespräch beim Arbeitsamt und lernte meinen Vermittler kennen. Dieser ist neu und hat einen befristeten Vertrag, was er mir immer wieder zu verstehen gab. Er deutete auch desöfteren an, dass er überwacht wird und Leistungen vorweisen muss. Deshalb verlangte er sofort von mir, ich solle 15 oder mehr Bewerbungen im Monat schreiben und mich bei möglichst vielen Zeitarbeitsfirmen vorstellen denn „Zeitarbeit sei die Zukunft“. Ich äußerte meine Skepsis gegenüber Zeitarbeitsunternehmen und machte auch deutlich, dass ich erstmal so über private Kontakte, Firmenhomepages etc einen Job bekommen möchte. Mein Vermittler lehnte dies vehement *ab und meinte auch, ich würde mir Chancen verbauen, wenn ich Zeitarbeit ignorieren würde. Sein Argument war, dass es im Büorbereich einfach zu viele Bewerber gäbe und deshalb die Unternehmen nicht mehr selber suchen würden. Das mag soweit natürlich stimmen, jedoch fühlte ich mich sehr unter Druck gesetzt und empfand, dass man mir etwas aufzwang, was ich nicht wollte. Ich konnte einen kleinen Kompromiss schließen, dass ich ‚nur‘ 10 Bewerbungen im Monat + 2 Bewerbungen bei Zeitarbeitsfirmen in einem Monat versenden sollte. Dies wurde in der Eingliederungsvereinbarung von mir auch so unterzeichnet.
Darüber hinaus fragte ich nach Weiterbildungskursen, insbesondere SAP. Ich wusste von einer Freundin, dass es solche Kurse gibt und die auch durchaus nützlich sind, wenn man in seiner Ausbildung nicht alles kennenlernen durfte.
Mein Vermittler lehnte dies sehr energisch ab und meinte, er könnte mir so einen Kurs nicht anbieten, dafür müsste ich ihm konkrete Stellenangebote zeigen, in denen SAP-Kenntnisse verlangt werden. Diese Aussage fand ich auch merkwürdig, verwundert war ich aber nicht und akzeptierte es einfach so, wie es war. Mein Vermittler schaute sich noch meine Bewerbungsunterlagen an und war ziemlich begeistert. Er konnte mir fast keine Verbesserungsvorschläge geben, denn mein Anschreiben und mein Lebenslauf waren sehr gut.*

Mein zweiter Termin fand am 15.08.14 statt. Ich konnte meinem Vermittler die gewünschten Bewerbungen vorweisen, zufrieden schien er dennoch nicht zu sein. Er fragte, ob sich bisher was ergeben hätte und ich teilte ihm mit, dass es momentan sehr schwierig sei, denn immerhin ist aktuell Ferien- und Urlaubszeit, viele Personaler sind im Urlaub, man wird oft vertröstet und muss warten. Mein Vermittler lachte nur darüber und meinte dann „die Auswahl ist doch dann viel kleiner“. Ich weiß nicht, ob er meine Aussage einfach nicht verstehen wollte oder er einfach Immer wieder ein Gegenargument bringen muss, um seine Position klar zu stellen. Er verlangte dann wieder 10 Bewerbungen im Monat von mir und ganz viele Bewerbungen bei Zeitarbeitsunternehmen, denn man wolle mich doch schnell wieder auf den Arbeitsmarkt bringen. Ich muss ehrlich gestehen, ich hatte immer wieder den Eindruck, als hätte er sich nie mit mir richtig auseinandergesetzt geschweige denn mit der Situation auf dem Arbeitsmarkt.*
Und dann fing das eigentliche Problem an. Mein Vermittler erzählte mir von einer Maßnahme namens AVIBA, die im Bildungszentrum Bauer in Eschborn stattfindet. Diese soll 8 Wochen andauern und ein intensives Bewerbungstraining beinhalten. Ich lehnte diese Maßnahme aus verschiedenen Gründen heraus ab. Zum einen war ich erst ca 4 Wochen arbeitslos und das noch dazu in der Haupturlaubszeit im Jahr. In dieser Zeit einen Job zu finden, wäre einfach Glück gewesen und außerdem hatte ich ja noch einige offene Bewerbungen, wo ich auf Rückantwort wartete wie z.b. mein oben beschriebenes Praktikum, was mir enorm wichtig ist. Zum anderen ist Eschborn von meinem Wohnort aus schon eine ganz schöne Strecke und ich fragte, ob es nicht eine Maßnahme in näherer Umgebung gäbe. Der Vermittler sagte mir, die Kurse in der Umgebung seien eher für Leute „die schon länger aus dem Beruf draußen sind“ und „AVIBA erachte ich als sinnvoll für Sie“. Ich wollte noch mehr Zeit haben und schlug vor, noch mal 4 Wochen zu warten. Wenn ich bis dahin keinen Job hätte, würde ich an der Maßnahme teilnehmen. Mein Vermittler lehnte dies wieder energisch ab und meinte, ich solle bzw müsste jetzt am 25.08.14 die Maßnahme beginnen, denn wenn ich „4 Monate schon arbeitslos wäre, ist es zu spät“.*
Aha. Ich beziehe Arbeitslosengeld 1, habe einen guten Abschluss und eine gute Berufsausbildung abgeschlossen. In unserer heutigen Situation auf dem Arbeitsmarkt ist es schwieriger geworden den passenden Job zu finden, da kann es durchaus passieren, dass man mal 4 Monate arbeitslos ist. Auch aus meinem Bekanntenkreis sind mir solche Fälle bekannt und viele davon haben ca. nach einem halben Jahr endlich den richtigen Job gefunden. Dies erzählte ich meinem Vermittler auch, aber es war ihm schlichtweg egal. Er deutete auch wieder an, ich solle ihm einen Gefallen tun und in diese Maßnahme gehen, denn er würde ja auch überwacht werden. Dann fragte ich ihn, warum ich ein Bewerbungstraining über 2 Monate machen müsste, obwohl er mir beim letzten Gespräch gesagt hatte, meine Bewerbungsunterlagen wären völlig in Ordnung. Seine Antwort war „weil es sinnvoll ist“.*
Ich fühlte mich unter Druck gesetzt und mir wurde etwas aufgezwungen, was in meinen Augen nichts für mich bringt. Ich unterzeichnete die Eingliederungsvereinbarung, weil ich dachte, man würde mir sonst das Geld streichen.

Am 22.08. bekam ich eine Rückmeldung bezüglich meines angestrebten Praktika. Das Vorstellungsgespräch findet Mitte September statt, der liebe Chefredakteur hat aktuell nur zwei Wochen Urlaub. Beginn des Praktika wäre dann der 01. Oktober.

Am Montag, dem 25.08, ging ich also zu dieser Maßnahme AVIBA und hörte mir an, was die Damen und Herren dort so zu erzählen hatten. Am Anfang bekam man ein Blatt, wo alle persönlichen Daten ausgefüllt werden müssen sowie einen Vertrag mit Infoblatt, den man unterzeichnen soll. Ich las mir das alles erstmal in Ruhe durch und unterschrieb nichts. Später wurde man zu den individuellen Einzelgesprächen aufgerufen.
In dem Vertrag war deutlich gekennzeichnet, dass diese Maßnahme möchte, dass man nur in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse vermittelt wird. Sicherlich, das macht natürlich Sinn, jedoch verpflichtet man sich auch dazu, dass die Leute von der Maßnahme sich auch noch nach 6 Monate bei dem aktuellen Arbeitgeber erkundigen können, um in Erfahrung zu bringen, wie man sich dort anstellt bzw ob man überhaupt noch dort arbeitet. Desweiteren werden Zeitarbeitsfirmen einem aufgezwungen. Sinngemäß stand in dem Vertrag drin, dass, selbst wenn man nicht in die Zeitarbeit möchte und dem Ganzen skeptisch gegenüber steht, man diese Angebote wahr nehmen sollte, da sie die Chancen deutlich erhöhen würden, einen guten Job zu finden. Ich habe alles fotografiert und könnte euch dies auch zeigen.

Bei meinem Einzelgespräch mit dem dortigen Standortleiter erkundigte ich mich, was passieren würde, wenn ich die Zusage für das Praktikum bekäme. Ich gehe schwer davon aus, dass ich dort nicht mehr als 450€ verdienen würde und demnach mich selber um meine Sozialversicherungen kümmern muss. Dies würde aber auch bedeuten, dass das Ziel der Maßnahme nicht erreicht wurde, mich in ein sozialversicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis zu vermitteln und ich, trotz Praktika, weiterhin bei denen in der Datenbank angemeldet und sogar als „unentschuldigt fehlend“ eingetragen wäre. Sobald das Praktika vorbei wäre und ich keine Festanstellung dort bekäme, würde ich also wieder in der Maßnahme landen.
Weiteres Problem ist, dass ich als gelernte Bürokauffrau innerhalb einer Woche einen Job vermittelt bekommen würde in dieser Maßnahme (natürlich nur Zeitarbeit, aber hey, es interessiert ja keinen welchen Job du bekommst, hauptsache man ist raus aus der Statistik). Wenn ich diese Jobs, wegen des bevorstehenden Praktika, absagen würde, bekäme ich Probleme mit dem Arbeitsamt (sprich: Sanktionen).
Der Leiter dort riet mir dann dazu, den Vertrag mit seiner Maßnahme erstmal nicht zu unterzeichnen und noch einmal mit meinem Vermittler über die ganze Sache zu sprechen. Ich solle noch mal um einen Zeitaufschub beten, bis ich eine klare Antwort wegen des Praktika habe und dann könnte ich ja immer noch in die Maßnahme kommen und mich vermitteln lassen.
Der Mann hat einfach verstanden, wie wichtig mir diese Chance mit dem Praktikum ist, was ich ihm wirklich hoch anrechne.

Nun, ich hatte heute ein Telefonat mit meinem Vermittler. Am Freitag ist nun ein neuer Gesprächstermin, er klang allerdings alles andere als begeistert am Telefon. Als ich ihm noch einmal von dem Praktikum erzählte und ihm auch mitteilte, dass ich ein Studium in Erwägung ziehe, ich allerdings meine finanzielle Situation klären muss, kam nur der Spruch „Sommersemster fängt am 01.04 an. Sie können bis dahin aber nicht arbeitslos sein!!!!“. Ich hatte mit keiner Silbe erwähnt gehabt, arbeitslos sein zu wollen oder gar dieses Gefühl jemals vermittelt. Ich schreibe sehr viele Bewerbungen auf Stellenangebote, die zu mir passen. Natürlich möchte ich mich nicht auf dieses Praktikum versteifen und enttäuscht sein, wenn es nicht klappt. Dennoch möchte ich mir diese Chance wenigstens offen lassen bis ich in 2-3 Wochen endlich das Bewerbungsgespräch dort habe und mehr weiß.. Daraufhin sagte er dann „Ich will Ihnen ja nichts unterstellen aber…“…Er hört mir einfach nie wirklich zu oder geht auf meine Interessen ein. Ich bin wirklich alles andere als ein fauler Mensch, aber ich habe nunmal gewisse Ziele. Ich wünschte mir auch, dass das alles etwas schneller gehen würde, doch manchmal hat man solche Dinge einfach nicht in der Hand.

Meine Frage ist, wie kann ich mich am Besten auf das Gespräch vorbereiten? Ich habe Angst, unter Druck zu irgendwas gezwungen zu werden, was ich nicht will. Ich habe schon sehr viel im Internet gelesen und recherchiert, aber irgendwie ist das doch bei jedem individuell noch mal etwas anderes. Außerdem habe ich Angst, das Geld gestrichen zu bekommen :(

Ich danke jetzt schon mal für Antworten, Ratschläge und Tipps. Und danke, falls ihr bis hierhin überhaupt gelesen habt :’)
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Alt 26.08.2014, 18:59   #2
Walter999
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Standard AW: Angst vor Sanktion bei ALG1

Nimm am Besten einen Beistand mit.
Was der am Telefon zu dir sagt, ist so ziemlich ohne Bedeutung. Entscheidend ist, was schriftlich vorliegt.
Vorbereiten ist schwierig, da du nicht weißt was der sich bis dahin "überlegt" hat. Wahrscheinlich kommt er mit irgendwelchen dubisosen VV`s daher. Vermutlich Zeitarbeit...Aber vermuten kann man vieles...Nimm einen Beistand mit, der ein Gesprächsprotokoll mitschreibt. Und unterschreibe dort NICHTS. Wenn, und davon gehe ich aus, er dir etwas zur Unterschrift vorlegt, bitte um Bedenkzeit und Zeit zur Beratung. Du sagst ihm, dass du das was da drin steht nicht verstehst. Und fertig. Beistand ist m.E. Pflicht, wenn der jetzt schon so dumm daher kommt...

P.S.: Der Text ist wirklich zu lang....Schon mal an eine Karriere als Schriftsteller gedacht?
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Alt 26.08.2014, 19:02   #3
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AmySwan
Standard AW: Angst vor Sanktion bei ALG1

Meine Befürchtung ist halt, dass er es als "bedrohend" empfinden könnte, wenn ich einen Beistand mitbringe. Ich möchte ja auch nicht für unnötig Ärger sorgen, jedoch habe ich das Gefühl, das alleine eventuell nicht zu schaffen.

Reagieren Sachbearbeiter in der Regel anders, wenn man eine Begleitperson mitbringt?

zu deinem P.S...ja, ich möchte irgendwann tatsächlich Schriftstellerin werden ;) aber eigentlich habe ich den Text nur so lange geschrieben, damit die komplette Situation einfach klar ist.
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Alt 26.08.2014, 19:09   #4
Walter999
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Standard AW: Angst vor Sanktion bei ALG1

Was der als bedrohend empfinden könnte, kann dir so ziemlich egal sein. Es ist dein Recht einen (sogar bis zu drei) Beistand mitzunehmen.
Der Vorteil ist, du hast für haltlose Aussagen min. einen Zeugen dabei. Daher gehe ich davon aus, dass er sich ganz genau überlegt was er "sagt". Und sich somit auch an die Gesetze hält. Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit größer. Und außerdem nimmt er zur Kenntnis, dass du dich zumindest ein wenig mit deinen Rechten auskennst.
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Alt 27.08.2014, 23:32   #5
Doppeloma
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Blinzeln AW: Angst vor Sanktion bei ALG1

Hallo AmySwan,

Zitat:
Meine Befürchtung ist halt, dass er es als "bedrohend" empfinden könnte, wenn ich einen Beistand mitbringe. Ich möchte ja auch nicht für unnötig Ärger sorgen, jedoch habe ich das Gefühl, das alleine eventuell nicht zu schaffen.
Du solltest mehr Selbstbewusstsein entwickeln, wenn du deine hohen Ziele erreichen möchtest ... wie viele VV hast du denn von deinem fleißigen Vermittler schon erhalten ???

Hat er dich auch über deine Rechte aufgeklärt und welche Zumutbarkeitsgrenzen im SGB III maßgeblich sind ???

Nein ... dann tu ich das jetzt gerne für ihn ...

Schau dir das mal sehr genau an und alles was dem nicht entspricht kannst du ablehnen ... als unzumutbar ...

§ 140 SGB III Zumutbare Beschäftigungen

Zitat:
Reagieren Sachbearbeiter in der Regel anders, wenn man eine Begleitperson mitbringt?
Ja, wenn du diese Begleitperson als deinen "Beistand nach § 13 SGB X" vorstellst (mehr ist nicht erforderlich, weder Name noch Ausweis darf verlangt werden), dann zeugt das zumindest davon, dass du dich mit deinen rechten langsam etwas auskennst ... ob der nur "befristet bei der Afa angestellt ist kann dir (ehrlich gesagt) "pupsegal" sein, hat der keinen Frisör dem er das erzählen könnte ...

Meist sind die sehr viel vorsichtiger in ihren Äußerungen wenn noch jemand dabei ist, von dem sie so gar nichts wissen wie viel Ahnung der vielleicht vom SGB III haben könnte ...

Warum hat ER denn keine Stellen für dich wenn er so überzeugt ist, dass du schnellstens eine Anstellung finden solltest ... hat der einen anderen Arbeitsmarkt zur Verfügung als du ...

Wofür sollte er dich sperren könne, wenn du deine Bemühungen nachweisen kannst (hast du eine EGV unterschrieben ???) wenn nicht bewirbst du dich wo es Sinn ergibt und das hat ihm zu genügen ... versuche nicht so viele "Entschuldigungen" dafür zu finden, dass es noch nicht funktioniert hat.

Und noch was, wenn du Fortbildung brauchst (für deinen erlernten Beruf) dann suche dir einen passenden Kurs dafür raus (KursNet) und beantrage das schriftlich/nachweislich damit du auch einen schriftlichen Bescheid dazu bekommen musst.

Darüber "redet" man nicht mal zaghaft mit den SB, das verlangt man schriftlich (mit Empfangsbestätigung !!!) aus dem Vermittlungsbudget und da steht nichts davon drin, dass man bereits eine Einstellungszusage haben muss ...

Telefonieren brauchst du mit dem auch nicht, wenn der was will hat der dich schriftlich einzuladen und dann solltest du daran denken deine Fahrtkosten-Erstattung zu verlangen, du wirst es noch lernen ... da bin ich mir sicher ...

Zitat:
zu deinem P.S...ja, ich möchte irgendwann tatsächlich Schriftstellerin werden ;) aber eigentlich habe ich den Text nur so lange geschrieben, damit die komplette Situation einfach klar ist.
Kleiner Tipp dazu, mach bitte einige Leerzeichen in diese langen Texte, das ist einfacher zu lesen... ich habe nicht alles aufnehmen können, war mir zu "kompakt" ... lange Texte kann ich auch gut aber man sollte dann für etwas Übersichtlichkeit sorgen ;-)))

MfG Doppeloma
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Alt 28.08.2014, 10:20   #6
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AmySwan
Standard AW: Angst vor Sanktion bei ALG1

Danke Doppeloma für deine ausführliche Antwort :)

Beim nächsten längeren Text, den ich verfasse, werde ich darauf achten, es übersichtlicher zu machen.

Also mein Vermittler hatte mir genau 2 VV's vorgelegt gehabt und das bei unserem ersten Gespräch. Seitdem kam nichts mehr. Über meine Rechte hat er mich nicht aufgeklärt...aber das tun heutzutage wohl die wenigsten Vermittler, wie ich aus dem Bekanntenkreis immer wieder höre, deshalb war ich nicht überrascht. Das Einigste, was er mir jedes Mal ans Herz legte, wäre umzuziehen, da ich ja so "abseits vom Schuss" wohnen würde (30 km von Frankfurt am Main entfernt). Und er erklärte mir auch, dass man nach 3 Monaten Arbeitslosigkeit verlangen kann, dass der Arbeitssuchende sich bundesweit bewirbt...das wollte er mir allerdings ersparen, sagte er.

Ich habe beim letzten Termin eine EGV unterschrieben. Dort stand drinnen dass ich 10 Bewerbungen im Monat verschicken soll + mindestens 2 weitere Bewerbungen an Zeitarbeitsfirmen. Außerdem war dort aufgelistet dass meine Fahrtkosten zu AVIBA erstattet werden können und dass ich aktiv an dieser Maßnahme teilnehmen soll. :/ Nachdem ich das Gespräch mit dem dortigen Standortleiter aber hatte und er mir riet, erstmal nicht zur Maßnahme zu gehen, weiß ich nicht, ob mein Vermittler mir da wirklich Geld streichen kann. Eigenbemühungen kann ich nachweisen genauso wie 4 Vorstellungsgesprächstermine in der kommenden Woche (alle als E-Mail Bestätigungen noch mal erhalten).

Fahrtkosten-Erstattung hatte ich schon angefragt und bereits die Formulare dazu bekommen. Die Fahrten zum Arbeitsamt kann man auch erstattet kriegen oder?
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Alt 28.08.2014, 22:41   #7
Doppeloma
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Frage AW: Angst vor Sanktion bei ALG1

Hallo AmySwan,

Zitat:
Das Einigste, was er mir jedes Mal ans Herz legte, wäre umzuziehen, da ich ja so "abseits vom Schuss" wohnen würde (30 km von Frankfurt am Main entfernt). Und er erklärte mir auch, dass man nach 3 Monaten Arbeitslosigkeit verlangen kann, dass der Arbeitssuchende sich bundesweit bewirbt...das wollte er mir allerdings ersparen, sagte er.
Mir kommen echt fast die Tränen der Rührung, klar kannst du umziehen, wenn er dir das gerne bezahlen möchte ... die AfA MUSS das allerdings machen wenn du bei bundesweiter Bewerbung erfolgreich einen Arbeitsvertrag abschließen kannst ... dann gilt das als "Eingliederungs-Hilfe" ... und wenn die das nicht bezahlen wollen kannst du den Job leider nicht annehmen ...

Zitat:
Ich habe beim letzten Termin eine EGV unterschrieben. Dort stand drinnen dass ich 10 Bewerbungen im Monat verschicken soll + mindestens 2 weitere Bewerbungen an Zeitarbeitsfirmen.
Steht da auch drin wer dir die Kosten dafür bezahlt, so eine EGV soll Pflichten für beide Seiten erfassen und die AfA muss bei so vielen Bewerbungen auch die Kosten übernehmen, das gibt es doch nicht alles "umsonst" ...

Was sollst du bitte bei ZAF, zahlen die was der § 140 SGB III vorgibt ???

Das Gesetz steht über einer EGV und kein Richter würde es hinnehmen, dass in einem beiderseitigen Vertrag (nichts Anderes ist eine EGV) nur Verpflichtungen für dich drin stehen aber keine konkreten für die AfA ...

Wenn man so viele Bewerbungen verlangt, muss das 1. auch realistisch sein am vorhandenen Arbeitsmarkt die sinnvoll schreiben zu können und 2. das Amt auch einen Betrag X pro Bewerbung als Kosten-Erstattung übernehmen, das gleiche gilt für die Kosten-Übernahme zu Vorstellungsgesprächen.

Auch aus ALGI braucht man nicht unbegrenzt Gelder dafür aufzuwenden, man hat ja auch noch andere Ausgaben davon zu bestreiten.
Das allgemeine "bla, bla" was schon im Gesetz dazu steht hat darin nichts zu suchen, dafür braucht man keinen "Eingliederungs-Vertrag" abzuschließen, darauf hat man auch so einen Rechtsanspruch.

Daher sollte man so was lieber gar nicht unterschreiben, das ist meist nur ein Versuch deine Rechte aus dem SGB III zu "beschneiden", noch bist du nicht in Hartz 4, also brauchst du dich auch noch nicht "unter Wert" verkaufen an die AG ... ich habe noch von keiner ZAF gehört, die einen gelernten Bürokaufmann anständig bezahlt hätten ...

Zitat:
Außerdem war dort aufgelistet dass meine Fahrtkosten zu AVIBA erstattet werden können und dass ich aktiv an dieser Maßnahme teilnehmen soll. :/ Nachdem ich das Gespräch mit dem dortigen Standortleiter aber hatte und er mir riet, erstmal nicht zur Maßnahme zu gehen, weiß ich nicht, ob mein Vermittler mir da wirklich Geld streichen kann.
Was soll das bitte sein, mit dieser Bezeichnung kann ich nichts anfangen und wenn man dir irgendwo sagt, dass du dort nicht erscheinen brauchst, dann solltest du dir das auch unbedingt schriftlich geben lassen ... man verlässt sich besser nicht darauf was einem von Maßnahmeträgern so "gesagt" wird ...

Stand deine Teilnahme in der EGV mit drin (dann hast du dich freiwillig zur Teilnahme verpflichtet) oder hast du eine Extra-Zuweisung (Bescheid) dafür bekommen ???

Dann bist du verpflichtet daran teilzunehmen oder man kann dir tatsächlich eine Sperre aufdrücken, wegen Abbruch eine "notwendigen Maßnahme", gibt es keine schriftlichen Sachen dazu, kann es dir egal sein ...

Zitat:
Eigenbemühungen kann ich nachweisen genauso wie 4 Vorstellungsgesprächstermine in der kommenden Woche (alle als E-Mail Bestätigungen noch mal erhalten).
Wenn sich keine 10 + 2 sinnvollen Bewerbungen ergeben, dann könnte dein "netter" SB versuchen deine Bewerbungsaktivitäten zu bemängeln, damit käme er aber nicht weit, denn es darf dir gar nicht vorgeschrieben werden wo du dich konkret zu bewerben hast und gesetzlich gibt es auch keine feste Anzahl, eben weil das individuell ganz verschieden sein kann...

Zudem fehlt deiner EGV auch der Hinweis in welcher Weise die VV vom Amt da mit einberechnet werden und wer diese Kosten übernimmt ... viel Ahnung hat dein SB tatsächlich nicht aber das machen die alle so auch wenn sie schon länger bei der AfA arbeiten ... nur Druck ausüben und selbst auf dem Geld "sitzen" als wäre es dann vom eigenen Konto ...


Zitat:
Fahrtkosten-Erstattung hatte ich schon angefragt und bereits die Formulare dazu bekommen. Die Fahrten zum Arbeitsamt kann man auch erstattet kriegen oder?
ja logisch, steht doch in jeder Einladung drin, dass die Fahrtkosten zum Meldetermin auf Antrag zu erstatten sind, immer hübsch beantragen und nicht glauben wenn man dir was von "Bagatell-Grenzen" erzählt unter denen eine Erstattung nicht erfolgen wird ... das hätten die gerne so, ist aber nicht korrekt ...

Auch dazu gibt es schon einschlägige Urteile vom BSG, es ist immer zu prüfen und hängt von der finanziellen Leistungsfähigkeit des Leistungsempfängers ab ...

Es gibt nicht so viele Möglichkeiten dir das ALGI einfach zu sperren ... das kannst du im § 159 SGB III nachlesen ...

§ 159 SGB III Ruhen bei Sperrzeit

Vorher muss man dir eine "Anhörung" schicken, wo du dich zu dem konkreten Vorwurf äußern kannst und erst danach darf überhaupt der Sperrbescheid kommen.

Da kann man dann Widerspruch einlegen und die ganze Sache noch einmal versuchen aufzuklären ...

Also mach dir nicht zu viele Gedanken darum, bisher kann ich keine Berechtigung für eine Sperre erkennen ... und unterschreibe am Besten nie wieder eine EGV, wie lange soll die denn jetzt gültig sein ?????

MfG Doppeloma
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Alt 28.08.2014, 22:55   #8
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AmySwan
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Naja, bezüglich des Umzuges wurde argumentiert, dass ich ja noch ledig sei und demnach keine Verpflichtungen hätte. Dass meine Familie und mein Partner hier leben interessiert das Amt ja nicht...

Es stand in der EGV tatsächlich drin, dass das Arbeitsamt Fahrtkosten und Bewerbungskosten übernimmt aber erst ab einem bestimmten Betrag. Bewerbungskosten gibt es auch NUR bei schriftlichen Bewerbungen (also per Post) zurückerstattet, wenn man nachweisen kann, dass man die wirklich verschickt hat. Fand ich insofern lustig, weil ein Bekannter von mir letztes Jahr einen Pauschalbetrag bekommen hatte, egal, wie er die Bewerbungen versandt hatte.

Mein Vermittler argumentierte dass die Anzahl der Bewerbungen anhand der Situation auf dem Arbeitsmarkt durchaus realistisch sei, weil es ja so viele Angebote von Zeitarbeitsfirmen gibt....

Ich habe gelesen, dass, wenn man die EGV nicht unterschreibt, das Amt die ganze Sache durch einen Verwaltungsakt bindend macht für einen. Also so oder so müsste man sich dem Ganzen beugen, was das Amt einem auferlegt. Das grenzt in meinen Augen tatsächlich an moderner Versklavung...

Ich habe leider nichts schriftlich von dem Maßnahmeträger :/ Ich glaube auch nicht, dass er mir das gegeben hätte, denn dann hätte er selber auch Probleme bekommen mit dem Arbeitsamt.

Es gibt eine Extra-Zuweisung für die Maßnahme, die ich erhalten habe :/ Im Gesetz steht nur, dass wenn "ein wichtiger Grund" vorliegt, man die Maßnahme durchaus abbrechen darf. Aber "ein wichtiger Grund" liegt halt immer im Ermessen des Vermittlers bzw ist halt so eine Auslegungssache.

Naja, ich lass das Gespräch morgen mal auf mich zukommen. Eine erneute EGV will ich nicht unterschreiben..
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Alt 28.08.2014, 23:48   #9
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Hallo AmySwan,

Zitat:
Es stand in der EGV tatsächlich drin, dass das Arbeitsamt Fahrtkosten und Bewerbungskosten übernimmt aber erst ab einem bestimmten Betrag.
Das ist schon klar rechtswidrig, denn das Gesetz sieht solche Einschränkungen nicht vor ... die sollen dich mit den nötigen finanziellen Mitteln unterstützen und nicht versuchen sich per Vertrag daraus "frei zu kaufen" ...

Zitat:
Bewerbungskosten gibt es auch NUR bei schriftlichen Bewerbungen (also per Post) zurückerstattet, wenn man nachweisen kann, dass man die wirklich verschickt hat. Fand ich insofern lustig, weil ein Bekannter von mir letztes Jahr einen Pauschalbetrag bekommen hatte, egal, wie er die Bewerbungen versandt hatte.
Und in welcher konkreten Weise sollst du das "nachweisen" können, geht ja nur wenn du alles per Einschreiben schickst (und einen Zeugen für den Inhalt benennen kannst) und dann wird es ja noch teurer ... der ist ja sehr erfinderisch gewesen, dem Amt möglichst Geld zu ersparen ... dafür ist aber eine EGV eigentlich nicht gedacht ...

Die soll dir Eingliederungsleistungen fest zusichern und nicht alle gesetzlichen Möglichkeiten dazu einschränken ...

Zitat:
Mein Vermittler argumentierte dass die Anzahl der Bewerbungen anhand der Situation auf dem Arbeitsmarkt durchaus realistisch sei, weil es ja so viele Angebote von Zeitarbeitsfirmen gibt....
Zeitarbeitsfirmen zahlen aber nicht das Geld, auf das du nach § 140 SGB III Anspruch hast, außerdem werden dort Bürokaufleute meist nur in CallCentern eingesetzt und verheizt ... das sollte ihm auch schon bekannt sein ...

Zitat:
Ich habe gelesen, dass, wenn man die EGV nicht unterschreibt, das Amt die ganze Sache durch einen Verwaltungsakt bindend macht für einen. Also so oder so müsste man sich dem Ganzen beugen, was das Amt einem auferlegt. Das grenzt in meinen Augen tatsächlich an moderner Versklavung...
Im ALGI werden aber solche Inhalte eher nicht gerne in einen Bescheid geschrieben, der ersetzende VA darf im Übrigen dann nur die reinen Bewerbungsaktivitäten enthalten, also keine Maßnahmen für die du dein Einverständnis per EGV erteilen musst weil sie freiwillig wären ...


Einem VA kann man direkt widersprechen, das geht bei einer "freiwillig" unterschriebenen EGV eben nicht und darum kannst du dagegen eigentlich nichts mehr machen ... erst wenn man dich wegen "Verletzung der darin festgelegten Pflichten" bestrafen will hast du überhaupt die Möglichkeit gegen die EGV und ihre Inhalte vorzugehen ... immerhin warst du ja mit dem Inhalt mal einverstanden...

In D wird niemand daran gehindert auch nachteilige Verträge abzuschließen ...

Auf einen VA trifft das in der Weise nicht zu, darum kannst du direkt Widerspruch dagegen einlegen, wenn sich rechtswidrige Inhalte und Forderungen darin finden lassen ... und die finden sich IMMER ... meist wird der VA (Im Bereich des SGB III) dann schnell zurück genommen ...

Magst du mir die §§ aufschreiben die in deiner Zuweisung stehen, bin noch nicht überzeugt davon, dass es sich eigentlich um eine "freiwillige" Maßnahme handeln könnte ...

Zitat:
Ich habe leider nichts schriftlich von dem Maßnahmeträger :/ Ich glaube auch nicht, dass er mir das gegeben hätte, denn dann hätte er selber auch Probleme bekommen mit dem Arbeitsamt.
Die Probleme die du bekommen könntest, sind aber dem Maßnahmeträger dann auch egal ...
Wie wurde dir denn diese Maßnahme "schmackhaft gemacht" so was soll ja auch Sinn ergeben, für (d)eine bessere Vermittlung ...

Zitat:
Es gibt eine Extra-Zuweisung für die Maßnahme, die ich erhalten habe :/ Im Gesetz steht nur, dass wenn "ein wichtiger Grund" vorliegt, man die Maßnahme durchaus abbrechen darf. Aber "ein wichtiger Grund" liegt halt immer im Ermessen des Vermittlers bzw ist halt so eine Auslegungssache.
Was steht in der Zuweisung dazu, nur das ist jetzt noch wichtig ... gibt es Rechtsfolgenbelehrungen direkt darin/ gibt es den Hinweis auf Rechtsmittel (dass du Widerspruch einlegen kannst gegen die Zuweisung der Maßnahme) ???

Zitat:
Naja, ich lass das Gespräch morgen mal auf mich zukommen. Eine erneute EGV will ich nicht unterschreiben..
Darum auch meine Frage zur Laufzeit der aktuellen EGV, bevor die abgelaufen ist brauchst du sowieso keine neue zu unterschreiben ... es kann "immer nur EINE geben" ... aber auch das nehmen die Vermittler gerne mal nicht so genau und erklären gerne eine noch aktive EGV für "ungültig" sobald du eine andere unterschreibst ...

Da steht aber was von "Einigung" über erforderliche Änderungen und nicht, dass der SB "einsam" entscheidet, wann er sich nicht mehr an den mit dir geschlossenen Vertrag halten möchte ....

Viel Glück und bleib ruhig!!!

MfG Doppeloma
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Alt 29.08.2014, 00:10   #10
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AmySwan
Standard AW: Angst vor Sanktion bei ALG1

Das Nachweisen von schriftlichen Bewerbungen soll ich vornehmen, indem ich die Briefmarken kopiere... :D Ich weiß, das ist absoluter Bullshit, aber die Argumentationsstrategie meines SB.

In der EGV steht dazu konkret drin:

"Wir gewähren Ihnen auf Antrag Bewerbungskosten bis zu 200€ (pro nachgewiesene schriftliche Bewerbung (keine Online-Bewerbung!) in den vereinbarten Berufsfeldern 5€ pauschal). Der Antrag wurde Ihnen ausgehändigt"

Ich glaube, das interessiert ihn nicht, ob ich in einem CallCenter arbeite oder nicht. Allgemein interessiert er sich ja nicht für mich, sondern nur für sich selber und dass ich so schnell wie möglich keine Kosten mehr verursache.

Auf der Zuweisung für die Maßnahme steht oben folgendes:

"Zuweisung in eine Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung gem. § 45 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 SGB III des Dritten Buches Sozialgesetzbuch - SGB III"


Mir wurde die Maßnahme nicht schmackhaft gemacht - sie wurde mir aufgezwungen mit den Worten sie wäre sinnvoll und man könnte dort Kontakte zu Arbeitgebern knüpfen. Diese besagten Arbeitgeber sind zumeist aber nur ZAF.

Eine Rechtsfolgenbelehrung ist zu finden auf meinem Zuweisungsbescheid. Da steht allerdings nur drin, wann Sperrzeiten auftreten können. Kein Wort darüber, dass ich Widerspruch einlegen kann.

Meine EGV ist gültig "bis zum 10.01.2015 soweit zwischenzeitlich nichts anderes vereinbart wird".

Ich habe eben auch noch mal mit meinem Bestand gesprochen und jetzt versuche ich ein paar Stunden Schlaf zu finden. Danke noch mal für deine Antworten, das hat mir ein bissl die Nervosität genommen :)
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Alt 29.08.2014, 01:12   #11
Doppeloma
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Frage AW: Angst vor Sanktion bei ALG1

Hallo AmySwan,

da du dein Bett ja offenbar noch nicht aufgesucht hast ... schau mal hier rein ...

Hessen-Finder - Finden Sie Ihre Informationen! - Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein oder Zuweisung, Maßnahmen bei einem Träger (MAT)

Die Informationen dazu sind überall gleich, es handelt sich vom Grundsatz her um eine "Kann-Leistung", die man üblicherweise selbst "beantragen muss", also eigentlich freiwillig ist ...

Zitat:
Mir wurde die Maßnahme nicht schmackhaft gemacht - sie wurde mir aufgezwungen mit den Worten sie wäre sinnvoll und man könnte dort Kontakte zu Arbeitgebern knüpfen. Diese besagten Arbeitgeber sind zumeist aber nur ZAF.
das lese ich aber in den Informationen ein wenig anders, da soll das durchaus zunächst mal miteinander besprochen und geklärt werden ob und warum eine solche Maßnahme erforderlich sein könnte ... da steht auch nichts davon, dass es sich hier um "Arbeitsangebote" von ZAF handeln soll ???

Zitat:
Eine Rechtsfolgenbelehrung ist zu finden auf meinem Zuweisungsbescheid. Da steht allerdings nur drin, wann Sperrzeiten auftreten können. Kein Wort darüber, dass ich Widerspruch einlegen kann.
Ja, ist ein "Graubereich" der Rechtsprechung und die EGV ist eigentlich zwingend notwendig um da den "Tatsch" des Freiwilligen herzustellen ...

Zitat:
Meine EGV ist gültig "bis zum 10.01.2015 soweit zwischenzeitlich nichts anderes vereinbart wird".
Steht da auch konkret drin wie lange diese Maßnahme nun dauern wird/soll (von /bis) oder in der Zuweisung ... ???

NaJa, da wäre ich nicht einverstanden "zwischenzeitlich was anderes zu vereinbaren" ... dazu gehören ja immer Zwei "Vertragspartner" ... um was (anderes /neues) zu "vereinbaren" ...

Soll ich dir ein paar Briefmarken schicken zum Kopieren ???

Sorry aber dein SB hat einen Knall ... man sollte sich auch nach den AG richten, wie der die Bewerbungen gerne haben möchte, die sind nicht alle "wild" auf Mails und im Übrigen gibt es auch Internet noch nicht kostenfrei ...

Nun aber "gute Nacht für jetzt" ...

MfG Doppeloma
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Alt 01.09.2014, 14:27   #12
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AmySwan
Standard AW: Angst vor Sanktion bei ALG1

Hallo Leute,

ich wollte euch mal berichten, wie es am Freitag gelaufen ist.

Der Freund meiner Mum ist zu meinem Termin als Beistand mitgekommen. Mein SB versuchte, sehr entspannt zu wirken, als ich ihm mitteilte, dass ich einen Beistand mitgebracht hatte. Seine Nervosität wurde allerdings sehr deutlich als er sagte "Also, mir macht das nix aus, wenn Sie eine Begleitperson dabei haben. Ist das für Sie auch in Ordnung?". xD

Jedenfalls hörte er mir ganz in Ruhe zu, unterbrach mich nicht, schaute ab und zu verstohlen zu meinem Bestand und antworte am Ende nur "Ja, okay, können wir alles so machen". Ich habe jetzt einen Aufschub von einem Monat bekommen, soll ihm jetzt Ende September noch mal meine Eigenbemühungen per E-Mail schicken und ansonsten habe ich erstmal Ruhe vor ihm. Es gab eine neue EGV, die komplett (!) meinen Vorstellungen entspricht. Die Maßnahme hat er in dieser Vereinbarung mit keiner Silbe mehr erwähnt. ^^
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