ALG I Rund ums Thema Arbeitslosengeld I


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Alt 01.11.2012, 09:42   #1
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Retrobert
Standard ALG-W: Betrug zu Lasten der Arbeitsagentur

Mir ist gestern ein Strafbefehl ins Haus geflattert: 25 Tagessätze á 20€ weil ich oben genannten Straftatbestand verwirklicht haben soll.

Zu meiner Geschichte: Ich bin seit Juni 2011 in einer von der Arbeitsagentur getragenen Umschulungsmaßnahme, beziehe also derzeit ALG-W. Bestandteil der Ausbildung sind zwei Praktika, von denen ich das erste im Frühjahr bei meinem zukünftigen Arbeitgeber abgeleistet habe.

Vor dem Praktikum hatte ich noch einen Termin mit meiner Fallmanagerin und habe mit ihr die Modalitäten besprochen: Im Prinzip wollen die mich eher gestern als morgen und waren/sind auch bereit für meine Tätigkeit zu bezahlen. Ich wollte also von ihr wissen, wie viel ich verdienen darf und was ich tun muss, um genau den Ärger zu vermeiden, den ich jetzt habe.
Sie teilte mir mit, dass ich Anspruch auf einen Freibetrag von 400€ habe und gab mir Nebenverdienstbescheinigungen mit, um die Tätigkeit der Arbeitsagentur zu melden. Daraufhin habe ich diesen Betrag mit meinem Praktikumsgeber vereinbart und die Nebenverdienstbescheinigungen bei der Arbeitsagentur eingeworfen.

Nach drei Monaten erhielt ich dann ein Schreiben: Beim Datenabgleich wurde festgestell, dass ich zwischenzeitlich eine Nebentätigkeit bei meinem Praktikumsgeber aufgenommen habe, diese jedoch der Arbeitsagentur nicht gemeldet habe. Wieder lagen die Nebenverdienstbescheinigungen bei – Also habe ich die ein zweites Mal ausgefüllt, von meinem Arbeitgeber unterzeichnen lassen und wieder bei der Arbeitsagentur abgegeben.
Zwei Wochen später erhielt ich dann einen Änderungsbescheid: Aufgrund der Nebentätigkeit wurde mir ein Freibetrag von 165€ zugestanden und der Rest wurde abzüglich der Werbungskosten aufgerechnet. Was dazu führte, dass ich mich plötzlich Bezügen von der Arbeitsagentur im unteren zweistelligen Bereich durch die Monate bringen musste. (Sauwitzig, wenn man daneben noch jeden Tag zur Schule fahren soll und sich überlegen muss, ob man die Fahrtkostenerstattung nicht für Wichtigeres zweckentfremden soll.)

Wie es so ist: Ich habe in der Hotline angerufen – Die sind ja immer sehr hilfsbereit, aber man landet nie an der entscheidenden Stelle. An die verschlampten Nebenverdienstbescheinigungen habe ich keinen Gedanken verschwendet. Ich habe immer versucht zu erklären, dass mir nach Auskunft meiner Fallmanagerin ein Freibetrag von 400€ zustünde und das wurde auch jedes Mal brav bejaht und mir wurde umgehende Abhilfe zugesagt.
Es ging ein Monat ins Land und zwischenzeitlich hatte sich scheinbar jemand in der Arbeitsagentur mit den Nebenverdienstbescheinigungen beschäftigt und sie richtig lesen können: Ich erhielt einen weiteren Änderungsbescheid, in dem mir der Freibetrag von 165€ jetzt bis zum Ende der Ausbildung zugestanden wurde.

Also wieder die Hotline und ein Termin in der Arbeitsagentur…
Der Tenor war immer gleich: Was mir meine Fallmanagerin erklärt hat, sei richtig und man würde das in die Leistungsberechnung weiter geben, damit die Bescheide korrigiert würden.

Zwischenzeitlich hatte ich im Internet recherchiert und festgestellt, dass es auf der Seite der Arbeitsagentur neben der Nebenverdienstbescheinigung für Leute in der Weiterbildung eine Bescheinigung über Arbeitgeber-/ Trägerleistungen gibt. Ich habe es sogar geschafft, mit einer Sachbearbeiterin der Leistungsabteilung zu telefonieren, die mir das auch erklärte: Mit den Nebenverdienstbescheinigungen lässt sich das nur als Nebenverdienst abrechnen. Sie benötigt die anderen Bescheinigungen und die Praktikumsverträge um die Änderungsbescheide zu korrigieren. In der Hotline kann man ja einen Rückruf vereinbaren und auch angeben, wann man erreichbar ist – Was aber nur Sinn macht, wenn die Zeiten berücksichtig t werden. Indirekt habe ich wohl Glück, weil ich die Zusage noch schriftlich bestätigt bekommen habe.

Also habe ich die Sachen eingereicht und bin in der Folge mit Post vom Hauptzollamt beglückt worden. Daraufhin war ich wieder bei der Arbeitsagentur. Zunächst bei einer Sachbearbeiterin, die mit den Worten „Sowas habe ich noch nie gesehen“ in der Leistungsberechnung anrief und so bin ich dann bei der Quelle meiner Probleme gelandet.

Ich hatte dann also ein recht unschönes Gespräch mit einer Unperson, die sich erst mal darüber aufgeregt hat, was für eine dicke Akte sie da auf dem Tisch hat und dass sie „da schon selbst drin gearbeitet hat“ und deswegen voll im Thema ist. Dann bin ich rundgemacht worden, weil sie mir angeblich seit Wochen hinterher telefoniere. Daraufhin habe ich ihr erklärt, dass Rückrufe grundsätzlich schwierig sind, wenn sie während des Unterrichts erfolgen. Sie war sich nicht zu dämlich mich noch anzukacken, dass man doch einen Rückrufzeitpunkt vereinbaren könne. Würde die Rufnummer übertragen, dann würden die Telefone in der Leistungsberechnung ja nicht mehr stillstehen.

Was folgt, war inhaltlich etwa so: Sie qualifiziert meine Tätigkeit im Gegensatz zu ihren Kolleginnen ganz klar als Nebentätigkeit, für die mir ein Freibetrag von 165€ zusteht. Die Praktikumsverträge waren zu dem Zeitpunkt noch nicht Bestandteil der Akte, obwohl sie bereits seit 3 Wochen in der Arbeitsagentur waren. Die Bescheinigungen, dass mein Praktikumsgeber mir ein Entgelt wegen Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme zahlt, habe ich ihr ein weiteres Mal überreicht. Interessiert hat sie das allerdings nicht und bezüglich des Ermittlungsverfahrens sah sich sich völlig im Recht.

Das vorläufige Ende vom Lied ist dann der gestrige Strafbefehl:
Zitat:
Die Staatsanwaltschaft … klagt sie an, … in der vorgefassten Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen…
Zeugin: Das bekloppte Huhn.
Weder hatte oder habe ich einen Vorsatz, noch lässt sich klar sagen, ob hier ein rechtswidriger Vermögensvorteil besteht.

Der Witz dabei ist: In meiner Schule sind Umschüler, die auch ALG-W beziehen, dasselbe machen wie ich und von ihrer Agentur (sogar von meiner Agentur…) den Freibetrag von 400€ zugestanden bekommen. Wahrscheinlich wusste deren Fallmanagerin, welches Formular zu verwenden ist und in der Leistungsberechnung ist das dann über einen anderen Tisch gegangen...

Momentan bin ich ein wenig mit den Nerven am Ende.
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Alt 01.11.2012, 11:45   #2
Martin Behrsing
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Standard AW: ALG-W: Betrug zu Lasten der Arbeitsagentur

Zitat von Retrobert Beitrag anzeigen
Mir ist gestern ein Strafbefehl ins Haus geflattert: 25 Tagessätze á 20€ weil ich oben genannten Straftatbestand verwirklicht haben soll.

Zu meiner Geschichte: Ich bin seit Juni 2011 in einer von der Arbeitsagentur getragenen Umschulungsmaßnahme, beziehe also derzeit ALG-W. Bestandteil der Ausbildung sind zwei Praktika, von denen ich das erste im Frühjahr bei meinem zukünftigen Arbeitgeber abgeleistet habe.

Vor dem Praktikum hatte ich noch einen Termin mit meiner Fallmanagerin und habe mit ihr die Modalitäten besprochen: Im Prinzip wollen die mich eher gestern als morgen und waren/sind auch bereit für meine Tätigkeit zu bezahlen. Ich wollte also von ihr wissen, wie viel ich verdienen darf und was ich tun muss, um genau den Ärger zu vermeiden, den ich jetzt habe.
Sie teilte mir mit, dass ich Anspruch auf einen Freibetrag von 400€ habe und gab mir Nebenverdienstbescheinigungen mit, um die Tätigkeit der Arbeitsagentur zu melden. Daraufhin habe ich diesen Betrag mit meinem Praktikumsgeber vereinbart und die Nebenverdienstbescheinigungen bei der Arbeitsagentur eingeworfen.

Nach drei Monaten erhielt ich dann ein Schreiben: Beim Datenabgleich wurde festgestell, dass ich zwischenzeitlich eine Nebentätigkeit bei meinem Praktikumsgeber aufgenommen habe, diese jedoch der Arbeitsagentur nicht gemeldet habe. Wieder lagen die Nebenverdienstbescheinigungen bei – Also habe ich die ein zweites Mal ausgefüllt, von meinem Arbeitgeber unterzeichnen lassen und wieder bei der Arbeitsagentur abgegeben.
Zwei Wochen später erhielt ich dann einen Änderungsbescheid: Aufgrund der Nebentätigkeit wurde mir ein Freibetrag von 165€ zugestanden und der Rest wurde abzüglich der Werbungskosten aufgerechnet. Was dazu führte, dass ich mich plötzlich Bezügen von der Arbeitsagentur im unteren zweistelligen Bereich durch die Monate bringen musste. (Sauwitzig, wenn man daneben noch jeden Tag zur Schule fahren soll und sich überlegen muss, ob man die Fahrtkostenerstattung nicht für Wichtigeres zweckentfremden soll.)

Wie es so ist: Ich habe in der Hotline angerufen – Die sind ja immer sehr hilfsbereit, aber man landet nie an der entscheidenden Stelle. An die verschlampten Nebenverdienstbescheinigungen habe ich keinen Gedanken verschwendet. Ich habe immer versucht zu erklären, dass mir nach Auskunft meiner Fallmanagerin ein Freibetrag von 400€ zustünde und das wurde auch jedes Mal brav bejaht und mir wurde umgehende Abhilfe zugesagt.
Es ging ein Monat ins Land und zwischenzeitlich hatte sich scheinbar jemand in der Arbeitsagentur mit den Nebenverdienstbescheinigungen beschäftigt und sie richtig lesen können: Ich erhielt einen weiteren Änderungsbescheid, in dem mir der Freibetrag von 165€ jetzt bis zum Ende der Ausbildung zugestanden wurde.

Also wieder die Hotline und ein Termin in der Arbeitsagentur…
Der Tenor war immer gleich: Was mir meine Fallmanagerin erklärt hat, sei richtig und man würde das in die Leistungsberechnung weiter geben, damit die Bescheide korrigiert würden.

Zwischenzeitlich hatte ich im Internet recherchiert und festgestellt, dass es auf der Seite der Arbeitsagentur neben der Nebenverdienstbescheinigung für Leute in der Weiterbildung eine Bescheinigung über Arbeitgeber-/ Trägerleistungen gibt. Ich habe es sogar geschafft, mit einer Sachbearbeiterin der Leistungsabteilung zu telefonieren, die mir das auch erklärte: Mit den Nebenverdienstbescheinigungen lässt sich das nur als Nebenverdienst abrechnen. Sie benötigt die anderen Bescheinigungen und die Praktikumsverträge um die Änderungsbescheide zu korrigieren. In der Hotline kann man ja einen Rückruf vereinbaren und auch angeben, wann man erreichbar ist – Was aber nur Sinn macht, wenn die Zeiten berücksichtig t werden. Indirekt habe ich wohl Glück, weil ich die Zusage noch schriftlich bestätigt bekommen habe.

Also habe ich die Sachen eingereicht und bin in der Folge mit Post vom Hauptzollamt beglückt worden. Daraufhin war ich wieder bei der Arbeitsagentur. Zunächst bei einer Sachbearbeiterin, die mit den Worten „Sowas habe ich noch nie gesehen“ in der Leistungsberechnung anrief und so bin ich dann bei der Quelle meiner Probleme gelandet.

Ich hatte dann also ein recht unschönes Gespräch mit einer Unperson, die sich erst mal darüber aufgeregt hat, was für eine dicke Akte sie da auf dem Tisch hat und dass sie „da schon selbst drin gearbeitet hat“ und deswegen voll im Thema ist. Dann bin ich rundgemacht worden, weil sie mir angeblich seit Wochen hinterher telefoniere. Daraufhin habe ich ihr erklärt, dass Rückrufe grundsätzlich schwierig sind, wenn sie während des Unterrichts erfolgen. Sie war sich nicht zu dämlich mich noch anzukacken, dass man doch einen Rückrufzeitpunkt vereinbaren könne. Würde die Rufnummer übertragen, dann würden die Telefone in der Leistungsberechnung ja nicht mehr stillstehen.

Was folgt, war inhaltlich etwa so: Sie qualifiziert meine Tätigkeit im Gegensatz zu ihren Kolleginnen ganz klar als Nebentätigkeit, für die mir ein Freibetrag von 165€ zusteht. Die Praktikumsverträge waren zu dem Zeitpunkt noch nicht Bestandteil der Akte, obwohl sie bereits seit 3 Wochen in der Arbeitsagentur waren. Die Bescheinigungen, dass mein Praktikumsgeber mir ein Entgelt wegen Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme zahlt, habe ich ihr ein weiteres Mal überreicht. Interessiert hat sie das allerdings nicht und bezüglich des Ermittlungsverfahrens sah sich sich völlig im Recht.

Das vorläufige Ende vom Lied ist dann der gestrige Strafbefehl:

Zeugin: Das bekloppte Huhn.
Weder hatte oder habe ich einen Vorsatz, noch lässt sich klar sagen, ob hier ein rechtswidriger Vermögensvorteil besteht.

Der Witz dabei ist: In meiner Schule sind Umschüler, die auch ALG-W beziehen, dasselbe machen wie ich und von ihrer Agentur (sogar von meiner Agentur…) den Freibetrag von 400€ zugestanden bekommen. Wahrscheinlich wusste deren Fallmanagerin, welches Formular zu verwenden ist und in der Leistungsberechnung ist das dann über einen anderen Tisch gegangen...

Momentan bin ich ein wenig mit den Nerven am Ende.
Dann leg gegen den Strafbefehl Einspruch ein. (Hast aber nur zwei Wochen Zeit). Danach hast Du dann die Möglichkeit bei der Staatsanwaltschaft Akteneinsicht zu nehmen. Das würde ich dann auch machen und danach dringend einen Rechtsanwalt beauftragen.
__

Gruß aus dem Rheinland

Martin

Spendenkonto: Trägerverein Erwerbslosen Forum Deutschland
Sparkasse Bonn BLZ 380 500 00 Konto 1900 0573 06
IBAN: DE95 3705 0198 1900 0573 06
BIC: COLSDE33XXX

Bitte beachten: Telefonate, PNs, E-Mails mit dem Erwerbslosen Forum Deutschland
Martin Behrsing ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.11.2012, 08:36   #3
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Retrobert
Standard AW: ALG-W: Betrug zu Lasten der Arbeitsagentur

Zitat von Martin Behrsing Beitrag anzeigen
Dann leg gegen den Strafbefehl Einspruch ein. (Hast aber nur zwei Wochen Zeit). Danach hast Du dann die Möglichkeit bei der Staatsanwaltschaft Akteneinsicht zu nehmen. Das würde ich dann auch machen und danach dringend einen Rechtsanwalt beauftragen.
Anwaltlichen Beistand habe ich inzwischen. Wegen der Betrugsvorwürfe hat er mich beruhigt, was ihm allerdings Bauchschmerzen bereitet, ist die Ordnungswidrigkeit (§ 404 Abs.2 Nr.26 SGB III), die wohl noch dazu kommt. Den Zugang der Nebenverdienstbescheinigungen kann ich nicht belegen. Allerdings habe ich bei meinem letzten Termin vorm Praktikum meine SB ja extra darüber informiert und mich von ihr beraten lassen.
Er meinte, das sollte im Rahmen der Mitwirkungspflicht auch genügen - Hat aber trotzdem Bedenken bezüglich der Nachweisbarkeit.

Wie kann man da argumentieren?
Ich kann es nicht unmittelbar belegen, Hinweise auf den Inhalt des Gespräches mit der SB finden sich aber in der folgenden Korrespondenz mit der AfA.
Was für ein Bußgeld würde auf mich zukommen, wenn ich mit der Ordnungswidrigkeit hinten runterfalle?
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Alt 03.11.2012, 08:43   #4
gast_
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gast_ gast_ gast_ gast_ gast_ gast_ gast_ gast_ gast_ gast_ gast_
Standard Antrag auf Datenlöschung

Ich kann dir da nicht viel weiter helfen. Du kannst nur hoffen bei Akteneinsicht etwas zu finden, was deine Sicht der Dinge bestätigt.

Was ich dir nur für die Zukunft raten kann: Nie wieder telefonieren oder ohne Beistand, der Protokoll führt, zu Amt.

Hast du wenigstens selbst Gesprächsnotizen gemacht?

Abgabe von Unterlagen nur gegen Empfangsbestätigung auf einer Kopie.


Und einen Antrag auf Datenlöschung stellen:

Name......................................................
Strasse....................................................
PLZ/Ort....................................................
Kd.-Nr......................................................

An das JC .............................................
Strasse .............................................................
PLZ/Ort .............................................................


Samstag, 3. November 2012


Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)
Antrag auf Löschung meiner bereits erhobenen, aber nicht erforderlichen Daten (§ 84 Abs. 2 SGB X)


Sehr geehrte Damen und Herren,

der Bundesbeauftragte für Datenschutz hat beim Antrag auf Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II folgende Datenerhebungen problematisiert:

Telefon- und E-Mail Angaben sind nicht notwendig (sondern freiwillig),

Ich beantrage hiermit gemäß § 84 Abs. 2 SGB X die Löschung meiner in den beanstandeten Punkten aufgrund der Verwendung des von Ihnen zugesandten Fragebogens bereits gemachten Angaben. Die Daten sind für die Erfüllung Ihrer Aufgaben nicht erforderlich und die Erhebung verstößt gegen mein informationelles Selbstbestimmungsrecht. Um die Datenlöschung überprüfen zu können, beantrage ich einen entsprechenden Nachweis.


Mit freundlichen Grüßen
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Alt 03.11.2012, 09:04   #5
Purzelina
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Standard AW: ALG-W: Betrug zu Lasten der Arbeitsagentur

Hast Du nach deinem Gespräch mit dem Arbeitsvermittler dieses Formular bekommen?

http://www.arbeitsagentur.de/zentral...Leistungen.pdf
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Alt 03.11.2012, 10:28   #6
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Retrobert
Standard AW: ALG-W: Betrug zu Lasten der Arbeitsagentur

Nein, sie hat mir die Nebenverdienstbescheinigungen ausgehändigt. Die Argumentation einer der SBinnen aus der Leistungsberechnungen war danach, dass sie aufgrund der Nebenverdienstbescheinigungen nicht anders bescheiden kann und deswegen einen Freibetrag von 165€ zugesteht.
Die Bescheinigungen über Arbeitgeberleistungen wegen Teilnahme an der Maßnahme habe ich dann mehrfach nachgereicht.
Wird das Aushändigen der Formulare im Normalfall dokumentiert?
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Alt 03.11.2012, 10:32   #7
Purzelina
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Dann lag der Fehler beim Mitarbeiter der Agentur, das Gespräch und die Ausgabe des entsprechenden Formulars sollte dokumentiert sein. Dein Anwalt wird Akteneinsicht beantragen.
Purzelina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.11.2012, 10:34   #8
Erolena
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Standard AW: ALG-W: Betrug zu Lasten der Arbeitsagentur

Die Vergütung müsste doch im Praktikumsvertrag stehen. Dann wäre ganz klar, dass es eine Praktikumsvergütung ist.
Erolena ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.11.2012, 11:03   #9
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Retrobert
Standard AW: ALG-W: Betrug zu Lasten der Arbeitsagentur

Zitat von Erolena Beitrag anzeigen
Die Vergütung müsste doch im Praktikumsvertrag stehen. Dann wäre ganz klar, dass es eine Praktikumsvergütung ist.
Ja, aber auch darüber lässt sich noch streiten.

Es sind erst mal drei verschiedene Baustellen:

Als erstes steht der Strafbefehl wegen Betrugs im Raum. Der lässt sich leicht entkräften, weil mir der Vorsatz dafür fehlt. Das geht aus der kompletten Korrespondenz auch hervor und kann entsprechend glaubhaft gemacht werden.

Die Staatsanwaltschaft könnte dann wohl die Ermittlung auf die Ordnungswidrigkeit (s.o.) ausdehnen. Und da habe ich momentan nur am Rande eine Idee, was für Bußgelder im Normalfall verhängt werden und wie ich glaubhaft machen soll, dass ich bereits im Vorfeld die Tätigkeit gegenüber meiner SB angezeigt habe.

Wenn sich nach Akteneinsicht herausstellt, dass die Aushändigung der Bescheinigungen dokumentiert ist, kann ich es zumindest kausal begründen: Warum sollte sie das tun, wenn das vergütete Praktikum nicht Gegenstand des Termins war? Ist das nicht der Fall, werde ich sie als Zeugin benennen müssen: Entweder sie kann sich dran erinnern oder sie weiß es nicht mehr.

Und wenn die Kuh dann vom Eis ist, hätte ich gerne mein Geld. Ich habe aus der Leistungsberechnung die schriftliche Zusage zur Neubescheidung, sobald die Praktikumsverträge und die enstprechenden Bescheinigungen vorliegen. Nur ist das leider bis heute nicht passiert - Ich werde die Sachen ein letztes Mal einreichen und mir den Empfang bestätigen lassen. Danach ist auch hier mein Anwalt am Zug...

Der Witz bei der ganzen Angelegenheit: In meiner Bildungseinrichtung sind Umschüler von der Arge, der AfA und über die BG. Bei den BG-Umschülern ist das alles völlig unproblematisch: Die dürfen 400€ hinzuverdienen und müssen das dem Maßnahmeträger nicht mal mitteilen.

Bei den ALG-W-Beziehern sind einige dabei, die einer Beschäftigung nachgehen, die im Zusammenhang mit ihrer Ausbildung steht. Die kriegen ohne Probleme über die komplette Maßnahme hinweg den privilegierten Freibetrag zugestanden. (Sogar aus der Leistungsberechnung meiner AfA.) Auch der Betreuer aus der Bildungseinrichtung ist der Überzeugung, dass mir der zusteht. Nur ich bin hier an ein völlig beklopptes Huhn geraten...
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Alt 16.11.2012, 18:59   #10
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Retrobert
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Zwischenzeitlich habe ich die Akte erhalten, die bei Gericht liegt:
Bestandteil ist auch ein Memo über den Termin mit meiner Fallmanagerin vor Aufnahme der Tätigkeit. Darin ist die Übergabe der NV-Formulare dokumentiert, sowie ein Vermerk, dass die Aufnahme der Tätigkeit eventuell geplant ist. Es stand immer außer Zweifel, dass ich dort anfange. Ich habe mich lediglich vorab informiert, was ich mit meinem Arbeitgeber vereinbaren darf um nicht mit der Weiterbildungsmaßnahme zu kollidieren...

Die ersten abgegebenen Nebenverdienstbescheinigungen sind natürlich nicht Bestandteil der Akte. Die schwirren wahrscheinlich noch irgendwo in der Arbeitsagentur rum...

Daneben ist relativ deutlich dokumentiert, dass mir für Sozialbetrug der Vorsatz fehlt und es bis heute nicht geklärt ist, welcher Freibetrag für meinen Fall einschlägig ist.

Trotzdem hat der Richter ohne meinen Anwalt Gelegenheit zur Darstellung des Sachverhalts zu geben sofort einen Termin anberaumt. Kommentar von meinem Anwalt zu der eigenartigen Praxis: Für den ist die Sache klar - Der will Dich einfach nur verurteilen...

In dem ganzen Machwerk tauchen über 20 Namen auf und keiner ist in irgendeiner Form über die eklatanten handwerklichen Fehler gestolpert. Jeder hat sich wahrscheinlich darauf verlassen, dass die Pfeife vor ihm vernünftig gearbeitet hat.

Was das Nerven und vor allem Geld kostet - unfassbar...
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