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Alt 09.10.2017, 11:02   #1
KleineEule
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Registriert seit: 09.10.2017
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KleineEule
Standard Maßnahme ablehnen? Welche Möglichkeiten habe ich?

Hallo Zusammen,

ich weiß im Moment nicht so richtig, an wen ich mich wenden kann. Ich hoffe hier weiß vielleicht jemand Rat...

Kurz zu mir, ich bin 26 Jahre alt und seit mittlerweile 5 Monaten arbeitssuchend. Beziehe aktuell ALG 1. Wohne leider auf dem letzten Kaff, wo es weder Bus noch Zuganbindungen gibt und ich immer erst mit dem Taxi ins nächste Dorf fahren müsste. Mein Auto benutzt und unterhält mein Freund um auf die Arbeit zu kommen, da ich es mir im Moment eh nicht leisten kann.

Ich bemühe mich schon seit Tag 1 einen neuen Job zu finden, leider ist der Stellenmarkt im Moment nicht ganz so rosig. Zeitarbeit möchte ich nicht machen, da ich damit schon reichlich Erfahrungen gemacht habe und es immer ein Griff ins Klo war und ich etwas finden möchte, wo ich längerfristig bleiben kann und nicht rückwirkend gekündigt werde, wie es mit Zeitarbeit schon der Fall war. Leider muss ich auch auf Grund der Wohnsituation schauen, dass ich hin und zurück komme. Sprich, es müsste in unmittelbarer Nähe sein oder eben weiter weg aber von den Arbeitszeiten dann so, dass mein Freund und ich einander fahren können...

Nun kam es letzten Donnerstag zu einem Termin, an dem meine Sachbearbeiterin wissen wollte, wie es läuft. Ich sagte ihr, dass ich ein Vorstellungsgespräch hatte, es ganz gut lief und ich jetzt auf Antwort des Unternehmens warte, mich allerdings nebenher weiterhin bewerbe. Ich fragte sie, da mein Englisch so sehr eingestaubt ist, ob es nicht die Möglichkeit gäbe mein Englisch in Form eines Kurses aufzubessern. Sie gab mir nur den Katalog von der Abendschule und meinte ich müsste es eben selbst bezahlen und das würde ja eh nichts bringen. Habe ich nicht ganz nachvollziehen können, da ich im Bereich Büro ausgebildet bin und heutzutage nahezu überall perfektes Englisch in Wort und Schrift vorausgesetzt wird - was meine Suche nach Jobs dann noch einmal mehr einschränkt, wenn ich es nicht gut kann.

Naja, sie kam dann aber mit einer Maßnahme um die Ecke. Erzählte mir irgendwas von "wahrscheinlich kriegen sie eh kein HarzIV, wenn sie es beantragen, weil ihr Freund arbeiten geht (najaa, verdient aber auch nur die Untergrenze, also reicht es nicht...?) und deshalb sollten sie jetzt dringend diese Maßnahme machen, damit sie wieder ins Berufsleben finden"

Ich sagte ihr, dass es im Moment sehr schwer für mich ist überhaupt gescheit von dem Kaff in dem ich wohne weg zu kommen, ein Taxi nehmen müsste bis zum Bahnhof im nächsten Ort, und dies meines Wissens nach ja dann nicht erstattet wird. Sie stimmte in dem Punkt zu, aber auf meine Frage, woher ich das Geld dafür denn nehmen soll, wenn von meinen 680 € schon Miete, Nebenkosten, Verpflegung etc. abgeht, wusste sie keine Antwort.

Sie sagte dann ich solle umziehen oder ein zweites Auto kaufen. Das wäre der nächste Schritt für mich. Als ich auch hierbei darauf verwies, dass ich nicht vor Ihr sitzen würde, wenn ich Geld hätte, sagte sie, ich solle mich bei meiner Bank eben "durchsetzen" um einen Kredit zu kriegen. Frechheit oder? Zudem wohne ich nicht allein und könnte einen Umzug gar nicht allein entscheiden - schon gar nicht zu den Bedingungen, die einem später das Jobcenter genehmigt. Auf meine Frage, wie groß und wie teuer eine Wohnung denn sein darf, damit ich mich auch auf die Suche begeben kann, wenn das Geld plötzlich auf dem Baum im Garten wachsen sollte, wusste sie auch keine Antwort. Da müsste ich mich ans Jobcenter wenden, die sind ja aber im Moment noch nicht für mich zuständig...

Naja, als sich immer mehr Fragen häuften, die sie nicht beantworten konnte, sagte sie, ich solle zur Maßnahme gehen, denn dort wären Leute, die mit mir eine Lösung erarbeiten können. Das ganze soll 8 Wochen lang 8 Stunden am Tag gehen und ein unbezahltes Praktikum enthalten. Ich war bereits in einer dieser Maßnahmen und die hat mir rein gar nichts gebracht. In meinen Augen wird man da nur rein gesteckt, damit man aus den Statistiken der Arge raus fällt und die am Ende des Jahres damit prahlen können, wie viele Menschen eine Beschäftigung gefunden haben... Also völliger Käse. Und mal von dem Problem der Fahrerei abgesehen, wenn ich 8 Stunden am Tag für jemand anderen die Drecksarbeit mache (was anderes tut man bei einem Praktikum ja nicht) komme ich auch nicht dazu mich gescheit zu bewerben, da ich nach den 8 Stunden ja noch ewig unterwegs bin, bis ich mit Bus, Bahn und Taxi letztendlich wieder zu Hause bin.

Hinzu kommt, dass ich zu Hause ein krankes Tier sitzen habe, welches alle 3-4 Stunden Tag wie Nacht gepäppelt werden muss, da es mir sonst eingeht. Ich bat darum, die Maßnahme wenigstens so lang zu verschieben, bis das Tier wieder gesund ist, aber da wurde mir auch nur gesagt "lassen sie sich was einfallen" und "wie würden sie das denn machen, wenn sie arbeiten würden?" (ja, Urlaub nehmen, Tier mitnehmen - gibt Arbeitgeber die es erlauben, oder es so lang in Pflege geben, die beispielsweise 300 € für 10 Tage hätte ich dann)Interessierte sie auf jeden Fall alles nicht...

Meine Sachbearbeiterin gab mir dann drei Zettel. Einmal die Zuweisung zur Maßnahme, einmal der Zettel dazu, dass ich diese erhalten habe und eine Eingliederungsvereinbarung.
Ich wollte mir alles in Ruhe durchlesen, aber da der Termin wohl überzogen war, wie mir die gute Dame sagte, wollte sie mich zur sofortigen Unterschrift drängen. Ich unterschreibe aber nichts was ich nicht gelesen habe. Sie drängte und drängte und als sie merkte sie kommt nicht weit, sagte sie, sie schickt die Eingliederungsvereinbarung per Post aber die Einweisung in die Maßnahme habe ich zur Kenntnis zu nehmen und sollte unterschreiben, dass ich sie persönlich erhalten habe. Danach verwies sie mich des Raumes mit der Aussage "ich habe jetzt keine Zeit mehr, da sitzt mein nächster Termin"

Als ich sie dann noch einmal zu einem Thema zwecks Datenschutz ansprechen wollte, da sie meine Daten an irgendeine Fremdfirma weitergegeben hat, von der ich dann persönlich Post bekam mit dem Satz "Ihre Bewerbung haben wir dankend erhalten" - obwohl ich nie dort hin geschrieben habe, und ich dem ganzen Firlefanz von Anfang an widersprochen habe, plädierte sie nur noch einmal darauf, dass sie keine Zeit hat... Also ein richtig klärendes Gespräch war das alles in meinen Augen nicht...

So, nun sitze ich hier mit einer Einweisung zur Maßnahme, die nächsten Montag, 16.10.17 losgehen soll und weiß nicht was ich tun soll. Erstens will ich da nicht hin, sage ich wie es ist, da es mir nichts bringt. Ich habe jahrelang gelernt wie man Bewerbungen schreibt, es war fester Bestandteil meiner Ausbildung und auch heute halte ich mich auf dem neusten Stand der Dinge. In der letzten Maßnahme konnte mir keiner helfen, da sie meine Unterlagen als perfekt betrachteten. Zweitens benötigt mein Freund das Auto für die Arbeit und ich müsste wie gesagt mit dem Taxi bis zum nächsten Bahnhof im nächsten Dorf fahren. Diese Kosten werden nicht übernommen und ich weiß nicht wo ich das Geld noch hernehmen soll.
Drittens, ich kann das Tier nicht hier allein lassen. Habe auch zur Zeit niemanden der es pflegen kann. Das Tier verhungern zu lassen geht gegen meine Ethik und ist außerdem eine Straftat. Würde das Veterinäramt davon Wind kriegen, hätte ich eine saftige Strafe zu zahlen. Wegen einer Maßnahme trenne ich mich aber auch nicht von meinem geliebten Tier. Auch das kann ich nicht mit mir vereinbaren.

Mir wird wohl 3 Wochen lang das Geld gestrichen, wenn ich nicht daran teilnehme. Für mich nicht schön, aber Zähne zusammenbeißen und durch... Allerdings weiß ich nicht wie es ausschaut, wenn sie mir dann zwei Wochen drauf die nächste Maßnahme aufbrummen wollen. Das Geld dann noch einmal für 6 Wochen zu verlieren, wäre für mich nicht mehr stemmbar.

Nun steht auf dem Zettel sinngemäß "wenn sie ohne einen wichtigen Grund der Maßnahme fernbleiben, wird Ihnen das Geld gestrichen"
Ich habe wichtige Gründe... wie lege ich Widerspruch gegen diese Maßnahme ein? Egal wie ich es drehe und Wende, wenn mir das Taxi nicht bezahlt wird, kann ich schon rein wegen den anfallenden Kosten nicht an der Maßnahme teilnehmen.

Was könnte ich tun? Durch eine Krankschreibung wird die Zeit der Maßnahme ja lediglich nach hinten verschoben.

Tut mir leid für den langen Text, und danke wenn ihr bis hier her gelesen habt. Habt ihr einen Tipp für mich?

Liebe Grüße
KleineEule
KleineEule ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.10.2017, 13:25   #2
pessimisto
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Registriert seit: 19.10.2017
Beiträge: 23
pessimisto
Böse AW: Maßnahme ablehnen? Welche Möglichkeiten habe ich?

Ich klinke mich auch mal hier ein, denn ich stand heute vor der fast gleichen Situation. Mir wurde schon beim letzten mal gedroht das ich an der Bewerbungstrainingsmaßnahme teilnehmen muss, sofern ich beim nächsten Termin noch immer ohne Job dastehe.

Die Sachbearbeiterin hat mir folgenden Zettel überreicht, auf dem steht das ich am nächsten Montag an der besagten Maßnahme teilnehmen muss. Zusätzlich sollte ich einen Brief unterschreiben, auf dem steht das ich Kenntniss genommen habe.
Ich habe die Unterschrift abgelehnt und gesagt das ich nicht mit dieser Maßnahme einverstanden bin, da sie sinnfrei ist, weil ich 1A Bewerbungen nach DIN 5008 schreibe, wie ich es in meiner Ausbildung gelernt habe. Ich habe vorgeschlagen das ich stattdessen einen Weiterbildungskurs besuchen möchte, doch dies wurde abgelehnt, da ich angeblich bereits fachlich Kompetent genug wäre (warum muss ich dann Bewerbungstraining machen??! lul).

Anschießend sagte die Frau das sie meine Unterschrift eh nicht braucht, da es reicht wenn ein Zeuge mitbekommt das sie mir das gesagt hat, also hat sie ihren Kollegen als Zeuge geholt. Ich habe nochmals wiederholt das ich nicht mit der Maßnahme einverstanden bin und gefragt ob ich Widerspruch einlegen kann, da ich außerdem nach § 4 Bundesdatenschutzgesetz (§ 4 BDSG - Einzelnorm) nicht mit der Weitergabe meiner Daten an den Maßnahmenträger einverstanden bin. Mir wurde gesagt das nun eine Sperre verhängt wird, gegen die habe ich einen Monat Zeit Widerspruch einzulegen.

Ich werde nun Widerspruch einlegen, mit der Begründung das in meiner Eingliederungsvereinbarung nichts von Maßnahmen drin steht und ich zudem nicht mit der Weitergabe meiner Daten an den Maßnahmenträger einverstanden bin, da ich meine Rechte gefährdet sehe ( § 4 BDSG ).

Bekommt man eigentlich nochmal etwas zum Unterschreiben wenn man am ersten Tag die Maßnahme antritt?

Bevor ich jetzt einen groben Fehler mache... wie soll ich mich nun verhalten? Soll ich zurückrudern? Kann ich überhaupt noch zurückrudern?

Falls ich zurückrudern kann, würde ich darauf hoffen, dass ich bei der Maßnahme eine Unterschrift abgegeben muss, dann würde ich das Dokument erstmal mitnehmen und nach 14 Tagen (man hat ja 14 Tage Bedenkzeit heißt es in vielen Foren) Widerspruch einlegen, weil ich nicht einverstanden bin das meine Daten an den MT übergeben werden (§ 4 BDSG, § 4 BDSG - Einzelnorm) Somit wäre ich aus dem Schneider, oder?

PS: Warum kauft sich dein Freund nicht einfach ein eigenes Auto, wenn er arbeiten geht hat er ja genug Geld? Es gibt schon Autos für 200€, just sayin ;)

Miniaturansicht angehängter Grafiken (Klicken = große Ansicht)
forderseite.jpg   rueckseite.jpg  

Geändert von pessimisto (19.10.2017 um 14:27 Uhr)
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