ALG II Rund ums Thema Arbeitslosengeld II


Danke Danke:  0
Antwort

 

Themen-Optionen Ansicht
Alt 28.07.2012, 18:44   #1
Schildpad->Emailproblem
Emailadresse berichtigen!
 
Registriert seit: 23.04.2012
Beiträge: 4
Schildpad
Standard Frage bzgl. Zuflussprinzip / Fiktives Einkommen

Hallo an alle, es folgt jetzt leider ein sehr langer Text, aber vllt. kann ja jemand helfen und überspringt einfach ein paar Sätze.

Ich hatte schonmal im April hier geschrieben und ein (anderes) Problem geschildert. Damals erwähnte ich, dass mein Partner und ich ab Mai eine Arbeit in Aussicht haben und schrieb dazu
" Wir haben zwar beide eine neue Stelle in Aussicht, ggf. schon im Mai, aber bei unserem "Glück" möchte ich mich darauf nicht verlassen...".

So kam es dann auch. Wir hatten ein Treffen mit einem eher kleineren Personaldienstleitungsunternehmen (also einer Zeitarbeitsfirma), welche meinem Lebenspartner und mir ein paar Stellen anbot.

Wir machten dort eine Art von Aufnahmetest für eines der Unternehmen, diesen bestanden wir problemlos und mit nur wenigen Fehlern. Man bat uns dann, uns selber bei dem Unternehmen vorzustellen, wozu es dann im Mai auch kam. Wir hatten einige Details mit der Zeitarbeitsfirma und auch mit dem Unternehmen, für welches wir tätig werden sollten besprochen und waren davon ausgegangen, dass man sich auch an diese Absprachen halten wird. Leider kam es dann ganz anders.

Wir hatten beim Termin im Unternehmen nochmals einige Tests machen müssen und diese ebenfalls bestanden, man gab uns noch keine Zusage, signalisierte aber, dass man positiv überrascht sei.
Es sollte dann innerhalb von zwei Tagen eine Ab- oder Zusage erfolgen. Bereits einen Tag später rief der Mitarbeiter des Personalsdienstleisters an und sagte, dass wir beide dafür genommen wurden, dass aber noch nichts "in trockenen Tüchern" sei, weil wir noch vorbei kommen müssten, um den Vertrag zu unterschreiben. Im Gespräch mit den dortigen Verantwortlichen hatte es einige Widersprüche gegeben, die wir auch ansprachen aber nicht klären konnten, man ging dem geschickt aus dem Weg.

Dies war Mitte/Ende Mai, Anfang Juni sollten wir dann beginnen. Jedoch kam es erst gar nicht dazu: Das Unternehmen hatte sich ohne Angabe von Gründen immer noch nicht 100%ig festgelegt, ob man uns nimmt, ob man überhaupt Leute nimmt, die von einer Zeitarbeitsfirma kommen (es ist denen lieber, sie stellen die Leute direkt ein) und wann wir dann beginnen könnten. Wir warteten bis Ende Juni, als wir dann die Info erhielten, dass man uns ab Juli doch noch haben möchte. Wir beklagten uns zwar über dieses Vorgehen, aber das interessierte die nur scheinbar und da wir vom Jobcenter weg wollten, ignorierten wir dies einfach mal.

Wir sprachen nochmals mit dem Mitarbeiter der Zeitarbeitsfirma und erwähnten, dass wir für die Strecke zur Arbeit einen PKW benötigen, da man mit diesem in 30 Min. dort ist, mit dem ÖPNV allerdings 90 Minuten braucht, also 2 Std. pro Tag sparen kann. Er lehnte es allerdings ab, uns diese Notwendigkeit zu bescheinigen, behauptete, dass man laut Jobcenter - zumindest in dieser Situation - niemals auf ein Auto angewiesen sei. Wir haben ja - wie im April schon erwähnt - einen PKW, welcher allerdings erst repariert werden muss. Das Jobcenter hier sagte zwar, wir könnten alles beantragen, man würde sowas aber generell ablehnen. Wir hatten aber bereits Wochen zuvor mit dem Mitarbeiter besprochen, dass wir dort vor Arbeitsbeginn einen Vorschuss erhalten und diesen dann für die Reparatur verwenden. Dieses Angebot stand fest und wurde von uns angenommen.

Wir unterschrieben dann den Vertrag und klärten ab, dass
1. die Zeitarbeitsfirma diesen sofort kündigen würde, wenn wir mitteilten, dass uns die Stelle nicht zusagt (denn nach der
Vorgeschichte passte uns das nicht mehr so 100%ig)
2. von denen aus keine Meldung an das Jobcenter gemacht wird, da diese sonst die Leistungen einstellt und wir dann vllt. ohne alles dasitzen.

Letzteres ist nicht verboten, da wir dies nach erfolgreichem Anfang selber melden wollten. Die Richtigkeit wurde uns auch vom JC bestätigt, wir wollten damit ja nur Komplikationen vermeiden, die nun leider doch eingetreten sind.

Um an dieser Stelle mal abzukürzen: Ich möchte hier keinen Namen nennen, aber das Unternehmen war das Allerletzte, man hielt sich an KEINE der Absprachen und obwohl ein TEAM gebildet werden sollte, wollte man einen von uns anschließend in ein anderes, fremdes Team stecken, da dies "anderen Paaren gegenüber ungerecht" wäre! Die meisten Personen, die mit uns dort starteten, waren die reinsten Hohlbirnen, hatten teilweise die Aufnahmetest nicht machen müssen und waren gänzlich ungeeignet für diese Stelle. Auch die Verantwortlichen und Oberen des Unternehmens waren alles gescheiterte Existenzen, die glaubten es sei als "Karriere" zu bezeichnen, wenn man ebenfalls gescheiterten Menschen irgendwas "Cooles" über die Firma erzählt (die übrigens einen Kunden nach dem nächsten verliert und jetzt von einem einzelnen, ausländischen Großunternehmen abhängig ist).
Es wurde die ganze Zeit über die Boni gesprochen, die alle erhalten, nur wir nicht, da wir von einer Zeitarbeitsfirma kommen. Es wurde von Tag zu Tag schlimmer, wir wurden indirekt beleidigt und man unterstellte uns Dinge, ohne auch nur einen Anhaltspunkt dafür zu haben und das Alles schon am ersten Tag, bevor überhaupt mit irgendwas begonnen wurde. Auch die vorher zugesagten Arbeitszeiten, Schichten usw. waren hinfällig.

Wir wollten bereits nach einem Tag gehen, wurden aber von beiden Seiten dazu überredet zu bleiben, die Probleme wurden aber nur scheinbar gelöst und später ignoriert. Wir hatten uns selber dann nach weniger als einer Woche entschieden, das Ganze irgendwie zu beenden, aber das Unternehmen war uns zuvor gekommen, beendete die Zusammenarbeit mit uns, äußerte uns gegenüber keinen Grund, drohte uns auf dümmlichste Weise und äußerte der Zeitarbeitsfirma gegenüber total verdrehte und nachweisbar falsche Gründe, bis man dann gar nichts mehr zu dem Thema sagen wollte.

Das sind ja arbeitsrechtlich schon amerikanische Verhältnisse!
In der Zwischenzeit hatte sich auch etwas mit der Zeitarbeitsfirma "entwickelt", denn der für uns zuständige Mitarbeiter wurde - nach nur 6 Monaten - wegen schlechter "Zahlen" entlassen und so galten die mit ihm getroffenen Abmachungen nicht mehr, wir erhielten auch nur noch einen Bruchteil der vereinbarten Vorschusszahlung und diese auch erst NACHDEM wir die Arbeit dort beendet hatten. Zuvor hatten wir von unserem Geld das Auto zumindest teilweise und notdürftig in Schuss gesetzt. Das hatten wir uns nur geleistet, weil wir dachten dass dieser Vorschuss gezahlt wird.

Wir besprachen dann mit der Zeitarbeitsfirma und dem nun zuständigen Mitarbeiter die Vorfälle und versuchten eine neue Stelle zu finden, dies gelang dann zunächst auch, scheiterte letztendlich aber. Der Mitarbeiter hatte dummerweise die Meldung an das JC gemacht, die nicht gemacht werden sollte, dass nämlich wir nun für ihn beschäftigt wären. Das Jobcenter ging davon aus, dass wir dort arbeiten würde, wusste nichts davon, dass wir bereits nach einer Woche dort aufhörten. Die Leistungsabteilung stellte uns sofort, also für den kommenden August alle Leistungen ein. Wir teilten der Zeitarbeitsfirma mit, dass es so nicht weitergehen kann, denn man war dort nicht einmal bereit zuzugeben, dass DORT dieser Fehler begangen wurde und wir deswegen nun in der Situation waren, die wir durch eine spätere Meldung unsererseits verhindern wollten.
Wir erhielten schließlich die Kündigung, waren aber offiziell für 2,5 Wochen angestellt. Wir erhielten beide einen kleinen, anrechnungsfreien Vorschuss, sitzen nun heute aber trotzdem ohne Geld da, weil wir diesen Vorschuss für Sprit etc. ausgegeben haben.

Das Jobcenter dachte, wir würden Ende Juli Lohn bezahlt bekommen, laut dem Vertrag kommt dieser aber erst zum 15. Banktag des Folgemonats, d.h. in der dritten Augustwoche.
Wir waren schließlich bei der Teamleiterin und sprachen auch mit dem Arbeitsvermittler, da der zuständige Sachbearbeiter bereits vorher nicht bereit war mit uns zu sprechen oder zu telefonieren. Er sprach mit dem Mitarbeiter der Zeitarbeitsfirma, der seinen Fehler korrigieren wollte, uns aber nur mitteilte, dass dies leider "Ermessenssache" des Mannes in der Leistungsabteilung sei.
Es wurde uns dann angeboten, dass wir den kompletten Regelsatz als DARLEHEN erhalten, dann schließlich sprachen wir so lange mit der Teamleiterin, bis diese einwilligte, den kompletten Satz regulär auszuzahlen. Hintergrund dazu, war, dass wir ihr angaben, dass wir mit keiner Lohnzahlung rechnen und dieser Betrag auch sehr niedrig ausfallen wird, da wir nunmal nur kurz gearbeitet hatten und teilweise schon Geld erhalten haben. Außerdem hatte die Zeitarbeitsfirma die Erlaubsnis erteilt, dass wir sofort für das zweite an uns interessierte Unternehmen arbeiten dürfen, ohne die Sperrfrist von drei Monaten abwarten zu müssen. Wir teilten der Firma dann mit, dass wir Anfang August dort beginnen könnten, dieses Unternehmen wollte uns unbedingt haben, da man dringend qualifiziertes Personal braucht. Den Aufnahmetest hatten wir in der Zwischenzeit dort bestanden.

Wir sollten dann innerhalb von wenigen Tagen den neuen Bescheid für die Leistungen im August erhalten. Dieser kam dann zwar, erhielt allerdings statt des Regelsatzes nur einen Betrag von 134,75 Euro pro Person, also 210 Euro weniger als sonst.
Man rechnete uns ein "fiktives Einkommen an" und zwar in Höhe von je 400 Euro pro Person, also 800 insgesamt, anzüglich eines Freibetrages von 380 Euro (? kannte ich so gar nicht ?), also 210 Euro pro Person, die man dann vom Regelsatz abzog.

Wir riefen die Teamleiterin an und sprachen die letzten Tage mehrfach mit ihr, jedoch waren auch die hier alle Abmachungen hinfällig, sie hielt ihr Wort ganz einfach nicht und konnte sich nicht gegen die Leistungsabteilgung durchsetzen.
Sie behauptet nun, dies sei so korrekt, da es das Zuflussprinzip gibt und wir im August Lohn erhalten, also bereits 2-3 Wochen vorher, am 1. August keine komplette Regelleistung mehr erhalten. Wir wiesen ihr nach, dass wir bereits in diesem Monat einige Rechnungen nicht zahlen konnten, da wir das Geld in die Arbeitsaufnahme gesteckt hatten. Sie sagte dazu nur, dass man dort im Nachhinein keine Kosten übernehmen könne, zuvor aber hatte man uns gar nicht erst die Möglichkeit geboten Spritgeld o.Ä. zu erhalten, dies wurde sogar explizit ausgeschlossen.

Dadurch wurde uns die Entscheidung abgenommen, ob wir am 1.8. die neue Stelle beginnen. Wir konnten nicht das Risiko eingehen, Mitte August ohne Geld und ohne Arbeit und ohne Nachzahlung dazusitzen, denn wenn ich noch Rechnungen in Höhe von 150 Euro zu zahlen habe, sind 270 Euro, also Rest 120 Euro, für 2-3 Wochen sehr knapp bemessen, zudem kommen zwischen dem 9. und 12. August neue Rechnungen, die gezahlt werden müssen. Das Unternehmen rief uns schließlich von sich aus an, wohl mit der Absicht uns bereits am 30.7. anfangen zu lassen. Wir teilten dann mit, was hier aktuell los ist und dass es finanziell nicht möglich sein wird diese Arbeit aufzunehmen, da wir so nur neue Schulden aufbauen würden und Mitte August gar kein Geld mehr hätten. Das Unternehmen löschte uns daraufhin aus der Kartei - die wissen es schließlich am besten, was für Chaoten beim JC arbeiten, davon lebt deren Unternehmen ja größtenteils.

Das Alles nahm leider auch die Teamleiterin in Kauf. Die Arbeitsaufnahme scheiterte letztendlich an für das JC lächerlich geringen 420 Euro und wenn es wirklich "Ermessenssache" des Mitarbeiters ist, so hätte hier doch ganz klar für uns entschieden werden müssen. Man hätte zu viel gezahlte Leistungen doch einfach im September abrechnen können, man wäre ansonsten auch kein Risiko eingangen, wenn man ein Darlehensvertrag mit uns geschlossen hätte, aber das stand am Ende ja gar nicht mehr zur Debatte.

Ich möchte dem aktuellen Bescheid des Jobcenters nun widersprechen, da ich der Meinung bin, dass man uns den vollen Satz zahlen muss.

Nun also zu den abschließenden Fragen:
Wie begründe ich diesen Widerspruch am besten ?
Auf welche § kann ich mich berufen?
Hat man da überhaupt eine Chance?

Gibt es sonst noch weitere Möglichkeiten, da was zu unternehmen?
So toll war die "verlorene" Stelle nun auch nicht, aber das JC hätte doch war unternehmen MÜSSEN, damit wir da am 1.8. anfangen.

Es wäre toll, wenn uns jemand Antworten geben könnte. Danke!
Schildpad ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Stichwortsuche
bzgl, einkommen, fiktives, frage, unserioes, zeitarbeit, zuflussprinzip

Themen-Optionen
Ansicht


Ähnliche Themen

Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Arbeitsaufnahme - Rückforderung bzgl. Zuflussprinzip glasengel Allgemeine Fragen 3 09.09.2011 10:16
fiktives Einkommen mandy2 ALG II 6 29.11.2010 10:18
JC legt als fiktives Einkommen zu hohes Einkommen zu Grunde Disco Stu Allgemeine Fragen 9 13.11.2010 17:20
Fiktives Einkommen, raim792 Ein Euro Job / Mini Job 17 19.05.2010 13:14
Fiktives Einkommen? Melly86 ALG II 5 05.05.2010 21:02


Es ist jetzt 05:42 Uhr.


Powered by vBulletin® (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.
Search Engine Optimisation provided by DragonByte SEO (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2017 DragonByte Technologies Ltd.
Feedback Buttons provided by Advanced Post Thanks / Like (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2017 DragonByte Technologies Ltd.
ELO-Forum by Erwerbslosenforum Deutschland