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Start > > -> Arbeitslos melden trotz Krankschreibung?

ALG II Rund ums Thema Arbeitslosengeld II


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Alt 09.09.2006, 21:08   #1
Sanne->Emailproblem
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Registriert seit: 12.06.2006
Beiträge: 16
Sanne
Standard Arbeitslos melden trotz Krankschreibung?

Hallo,

ich habe ein großes Problem: Mein Bruder (23), ist zu Beginn seines 3. Ausbildungsjahres gekündigt worden. Die Kündigung ist aber unwirksam, da der Ausbilder die 14 Tage Frist versäumt hatte und die Kündigung 7 Tage später eingegangen ist.


Kündigungsklage ist also gegeben, hoffentlich auch mit Erfolg, denn ich hoffe, dass er dann wieder eingestellt wird, denn so schwerwiegend war der Grund nicht, es hatte sich um einen unentschuldigten Fehltag gehandelt, also kein Diebstahl, keine Gewalt und dergleichen.

Aber bis es erst einmal so weit ist, wird er, um weiter Kindergeld erhalten zu können, sich bei der Berufsberatung ausbildungsplatzsuchend melden müssen, da haben wir uns schon erkundigt.

Aber er wird auch ALGII beantragen müssen, denn er hat noch keinen Anspruch auf ALGI, da es ein überbetriebliches Ausbildungsverhältnis war bzw. ist und er verdiente da nicht so viel.

So und nun kommt das weitere Problem, er ist krankgeschrieben, er hat Knieprobleme und hält sich derzeit bei uns auf, ca. 65 km von seinem ursprünglichen Wohnort entfernt, wo er noch bei unserem Vater lebt.

Er kann sich also leider nicht arbeitslos melden, sonder voraussichtlich erst in 1 Woche und 3 Tagen, denn solange ist er garantiert noch krankgeschrieben.

Mit dem Kindergeld ist alles klar, das bekommen wir hin, mit der Kündigungsschutzklage ebenfalls, aber eben was ist, wenn er sich aufgrund seiner Krankheit erst verspätet arbeitslos und arbeitssuchend melden kann?

Muss er da mit Sanktionen rechnen?

Das wäre schlimm, denn er wird ja erst einmal eine 12 Wochen Sperre bekommen, solange bis die Kündigungsschutzklage keinen Erfolg bringt. Wenn er danach noch einmal 24 Wochen Sperre bekommt, bedeutet das nicht nur kein Geld für ihn, mit Ausnahme des Kindergeldes, es bedeutet auch, das der Leistungsanspruch komplett wegfällt richtig?

Das ist ja fürchterlich, was soll er denn machen? Von meinem Vater kann er auch keine finanzielle Unterstützung bekommen und wir beziehen leider selbst auch Hartz IV, obwohl mein Mann arbeitet.

Was soll er denn nur machen, wir sind schon ganz verzweifelt. Weiß da jemand vielleicht Rat und hat ggfs. Erfahrungen?

Danke dafür im voraus.

liebe Grüße

Sanne
Sanne ist offline  
Alt 09.09.2006, 21:27   #2
Arco
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Beiträge: 4.272
Arco
Standard

... ausnahmsweise mal auf die Schnelle;

Wenn er kein Anspruch auf Alg1 hat ( auch wenn, bei EU/Krank würde er wohl kein Alg1 sondern Krankengeld bekommen) sollte er sofort den Antrag auf Alg2 stellen.

So, nun ist er erstmal nicht an Ort und Stelle - dann würde ich der zuständigen Arge ein Fax senden und formlos einen Antrag auf Alg2 stellen und erklären das er zur Zeit krankgeschrieben ist und (wenn es so ist) nicht persönlich ( ? bettlägrig ?) erscheinen kann.

Wenn ich richtig liege, ist dann ab diesem Tage des formlosen Faxantrages das Datum fixiert und der Antrag kann nachgereicht werden.

Man kann auch den Antrag bei der fremden Arge abgeben und die muß ihn weiterleiten ......

Es kann sein, das er evtl. Leistungen bis zur Klärung vor Gericht auf Darlehnsbasis bekommt.

Allerdings sind doch eigentlich die Gerichtstermine (1. Termin beim Arbeitsgericht) sehr schnell anberaumt .... hat er dann schon Kündigungsschutzklage innerhalb der 3 Wochen eingereicht ? ? ?

Und, etwas unverständlich für mich das hier wegen 1 Fehltages gekündigt wird :pfeiff: und was macht er dann so weit weg von seinem Arbeitsplatz :icon_kinn:
Arco ist offline  
Alt 09.09.2006, 21:54   #3
Sanne->Emailproblem
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Registriert seit: 12.06.2006
Beiträge: 16
Sanne
Standard Hi Arco

Hi Arco,

also, was macht er hier und nicht da willst Du wissen?

Klar, kein Problem, er hat kein gutes Verhältnis zu unserem Vater und hier hat er eben die bessere Pflege. Aber, der Unfall wenn man so will ist hier passiert. Er war zu Besuch bei uns, wollte nach Hause fahren, ist die Treppe heruntergegangen und hat sich die Kniescheine ausgerenkt. Also ab zum Doc am nächsten Morgen, krankgeschrieben, Knie muss geschont werden.

Hat sich also alles so ergeben.

Er sofort per EMail krank gemeldet, wie es sich gehört und die AU wurde eben zum Betrieb geschickt, ist auch pünktlich dort eingegangen.

Warum wegen eines Fehltages gleich die Kündigung? Er hatte Anfang des letzten Jahres leider 2 Abmahnungen, hat sich aber inzwischen um 180 Grad zum positiven verändert.

Der eine Fehltag war sicherlich ein Fehler, aber eine so harte Strafe hätte er kaum verdient oder?

Ich hoffe und bete, das er mit der Kündigungschutzklage durchkommt, warum aber auch nicht, ich habe sogar gelesen, dass man erst zu einer Schlichtungsstelle muss als Azubi und wenn dann keine Einigung erzielt werden kann, geht es zum Gericht, jedoch nur um festzustellen, dass das Ausbildungsverhältnis weiterhin Fortbestand hat.

Klingt also schon mal gut gell? Anders als bspw. bei Arbeitslosen, die schon im Berufsleben stehen.

Ich hoffe auch, dass ich das so richtig verstanden habe, aber ich denke schon.

Du meinst also, ein Fax hinschicken? Ginge das auch über AOL? Aber da kann man keine Unterschrift druntersetzen. Was wäre, wenn sie sein persönliches Erscheinen anordnen?

Ich gehe davon aus, dass er mindestens noch 2 Wochen krankgeschrieben sein wird, aber er wird nach einer Woche langsam aber sicher wieder anfangen müssen, das Knie zu belasten und deshalb hatte ich mir einfach so gedacht, das er in ca. 1,5 Wochen spätestens zum Amt gehen kann, dann wird es ja eh höchste Eisenbahn schon alleine wegen der Kündigungschutzklage.

Es wäre natürlich das 1. Mal, das er ALGII beantragen müsste, außerdem würde erst einmal eh die 12 Wochen Frist greifen, weil er unter 25 ist.

Das allerbeste wäre, wenn er mit der Kündigungschutzklage durchkommt, denn hier besteht im übrigen auch die Möglichkeit, dass er eine einstweilige Verfügung erwirken kann, bis zur endgültigen Entscheidung weiterarbeiten zu können, geht aber nur, wenn Formfehler in der Kündigung stehen oder aber, wie bei ihm, Fristen versäumt worden sind.

Liest sich doch auch ganz gut oder?

Nur, wenn man vor lauter Vorschriften nicht mehr ein und aus weiß, die einen sagen, wenn er krank ist, kann er sich nicht arbeitslos melden, die anderen sagen, er muss es dennoch machen, sonst drohen Sanktionen und ich sehe zum einen die 12 Wochen Sperre vor mir, dann evtl. noch mal 24 Wochen aufgrund der verspäteten Meldung und dann kommt nichts mehr, kein Geld, nichts, alles nur wegen diesem einen, blöden Tag?

Das macht mich eben derzeit fertig und man kann nichts machen.

traurige Grüße

Sanne
Sanne ist offline  
Alt 09.09.2006, 22:07   #4
Arco
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Arco
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... also per e-mail geht es nicht - besser per Fax / aber das sollte doch eigentlich kein Problem sein - mal Nachbar oder so fragen die ein Fax haben.

Wichtig ist eben das Antragsdatum des hier formlosen Antrages....

Persönlich erscheinen kann man dann ja nach Gesundschreibung. Er ist ja sozusagen nicht "transportabel" ;)

Wichtig aber ist der Kontakt mit dem Anwalt wegen der Kündigungsschutzklage innerhalb der 3 Wochen ! ! ! Geht das dann nicht telefonisch mit einem Anwalt ? ?

Über die Aussicht vor Gericht in Verbindung mit den 2 Abmahnungen gehe ich nicht ein - das müssen eh Andere entscheiden....
Arco ist offline  
Alt 09.09.2006, 22:32   #5
Sanne->Emailproblem
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Sanne
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Die 2 Abmahnungen im vergangenen Jahr sind eh nicht mehr entscheidend, entscheidend für die Unwirksamkeit der Kündgung ist, dass die Frist versäumt worden ist.

Es könnte, rein theoretisch jemand einen Diebstahl begehen, wenn die Frist versäumt ist, ist sie vorbei, wobei ich einen Diebstahl oder Gewalt für weitaus schlimmer und unzumutbarer einstufen würde.

Er ist im übrigen in der Gewerkschaft und er muss, wie ich gelesen habe, erst zu einer Schlichtungsstelle, hast Du davon schon einmal etwas gehört?

Er hat ja 3 Wochen Zeit und er wird das regeln können, davor habe ich weniger Angst. Denn ein Antrag ist schnell eingereicht.

Was mir eben Sorgen bereitet ist das mit der verspäteten Arbeitslosmeldung. Ich habe im übrigen auch erfahren, dass beim ALGII und nur darauf hätte er einen Anspruch sowieso andere Regeln gelten als beim ALGI.
Sanne ist offline  
Alt 09.09.2006, 22:35   #6
Sanne->Emailproblem
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Sanne
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Du hast mich aber richtig verstanden gell?

Ich meinte kein ALGI sondern ALGII, weil er in der außerbetrieblichen Maßnahme nicht viel Geld verdient hatte, war er auch nicht sozialversicherungspflichtig im herkömmlichen Sinne, wenn man bsow. 280 Euro verdient ist das nicht viel.

Also hat er auch keinen Anspruch auf ALGI sondern auf ALGII.
Sanne ist offline  
Alt 09.09.2006, 23:23   #7
Arco
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Arco
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Zitat von Sanne
Du hast mich aber richtig verstanden gell?

Ich meinte kein ALGI sondern ALGII, weil er in der außerbetrieblichen Maßnahme nicht viel Geld verdient hatte, war er auch nicht sozialversicherungspflichtig im herkömmlichen Sinne, wenn man bsow. 280 Euro verdient ist das nicht viel.

Also hat er auch keinen Anspruch auf ALGI sondern auf ALGII.
..... :hihi: und du hast mich auch richtig gelesen gell ? ? ?
Arco ist offline  
Alt 10.09.2006, 02:48   #8
heuschrecke->Emailproblem
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heuschrecke
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Also, ich würde den Antrag auch formlos so schnell wie möglich stellen, denn es gibt leider kein Geld rückwirkend, sondern erst ab (formlosem) Antragsdatum (dass man aber notfalls belegen können muss).

Ein Fax gibt es zum Beispiel in jeder Arztpraxis (mal seinen Doc fragen). Im Kopiershop. In eigentlich jedem Büro. Da muss sich doch was finden lassen...
Notfalls halt per Einschreib-Brief (sonst sagen die wieder sie hätten nix bekommen...) Und dann natürlich so schnell wie möglich den ausgefüllten Antrag dorthinschicken. Die Krankschreibung würde ich denen auch zukommen lassen, weil die sich sonst eh wundern und hellhörig werden, wenn das Fax/der Brief aus einer anderen Stadt kommen...

Man muss bei ALG2 sich im Orts- und Zeitnahen Breich aufhalten.
Dass heisst laut mancher Interpretationen, dass man in 75 bis 90 Minuten (jede Interpretation sagt etwas anderes. Eine feste gesetzliche Frist gibt es derzeit nicht.) es notfalls von dort aus bis zum Arbeitsamt schaffen muss. Ausserdem muss man einmal am Tag den eigenen Briefkasten selbst öffnen (Sa+So aber nur einmal).

Ob dies auch während der Krankschreibung gilt (solange er quasi intransportabel ist und der Unterstürtzung durch andere bedarf) müsste notfalls ein Gericht im Einzelfall klären. Da es aber ja nur vorübergehend so ist, würde ich persönlich es lieber auf eine Klage der Arge deswegen ankommen lassen, als mit kaputtem Knie durch die Weltgeschichte zu reisen und mir mein ganzes Zeug humpelnd selbst zu besorgen/erledigen. Ich vermute, dass der Richter das ähnlich sehen würde.

Für den so entstehenden eventuellen dauerhaften Schaden wird die Arge nämlich keinesfalls aufkommen: Mit der Begründung, sie hätte es ja nicht explizit verlangt, dass man sich dahin quält, statt sich zu schonen, solange man krankgeschrieben ist. Krankschreibung und ALG2 schliessen sich dabei keineswegs aus, wie Du vielleicht irrtümlich glaubst. Nur wenn die Krankschreibung voraussichtlich 6 Monate überschreitet, dann wäre die Sache ein wenig anders gelagert (ALG2--->Grundsicherung).
__

Der übliche Schwachsinn für die klagewütigen Juristen: Meine Posts stellen meine persönliche Meinung dar und erheben keinerlei Anspruch auf Richtigkeit. Sie stellen erst recht keine Rechtsberatung dar.
heuschrecke ist offline  
Alt 10.09.2006, 18:26   #9
Kerstin_K
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Wenn der junge Mann eh in der Gewrkschaft ist, würde ich mich dort auch beraten lassen, da gibt es auch Anwälte. Und bei Ausbildunngsverhältnissen würde ich mich auch an die Kammer wenden, die sind eventuell auch bei der Suche nach einem neuen Ausbildungsplatz behilflich, denn selbst wenn die Kündigungsschutzklage durchgeht, verbessert sowas ja nicht gerade das Klima.
__

Viele Grüße aus Hannover
Kerstin_K ist gerade online  
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