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ALG II Rund ums Thema Arbeitslosengeld II


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Alt 22.05.2017, 12:36   #1
jopl
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Standard Darf man als ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten bzw.ablehnen?

Hallo!

Kann mir jemand erklären,ob und wie man als ein ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten(ich glaube Ausschlagen nennt man das) kann?Und welche Grundlagen es für das eine oder das andere gibt?

Danke
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Alt 22.05.2017, 12:42   #2
TazD
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Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten bzw.ablehnen?

Sofern es keine Schulden sind, die du erben würdest, darfst du auch nicht ausschlagen.

Auch wenn es nur ein kleiner Geldbetrag ist, der nach Abzug der Kosten übrig bleiben würde, so ist das Erbe anzunehmen.

Ausnahmen können zwar bestehen, sind aber selten und müssen entsprechend dargelegt werden.
__

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Alt 22.05.2017, 12:46   #3
jopl
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jopl Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten bzw.ablehnen?

Danke

Und welche Konsequenzen hat es denn,wenn man es doch ausschlägt?Dass man das Geld,was man nicht angekommen hat,verleben muss?

Und gibt es einen Unterschied ob das Geld aus dem Ausland kommt oder aus dem Inland?
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Alt 22.05.2017, 12:47   #4
Kerstin_K
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Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten bzw.ablehnen?

Hast Du dafür mal eine Rechtsgrundlage?

Ich meine, oft ist das ja gar nicht so genau abzuschätzen, ob man nicht doch nur Schulden erbt. Und dann auch noch NAchweise, wenn man ausschlägt?
__

Viele Grüße aus Hannover
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Alt 22.05.2017, 13:11   #5
TazD
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Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten bzw.ablehnen?

Zitat von jopl Beitrag anzeigen
Und welche Konsequenzen hat es denn,wenn man es doch ausschlägt?Dass man das Geld,was man nicht angekommen hat,verleben muss?
Es könnte eine Sanktion eintreten bzw verhangen werden.

Zitat von jopl Beitrag anzeigen
Und gibt es einen Unterschied ob das Geld aus dem Ausland kommt oder aus dem Inland?
Das ist egal.

Zitat von Kerstin_K Beitrag anzeigen
Hast Du dafür mal eine Rechtsgrundlage?
Du hast als LE (fast) alles dafür zu tun, um deine Hilfbedürftigkeit zu verringern oder zu beseitigen.
Wenn du nun ein werthaltiges Erbe ausschlägst, dann verletzt du diese Pflicht, in dem du trotz möglichem Geldzufluss deine Hilfebedürftigkeit weiter aufrecht erhälst.

Zitat von Kerstin_K Beitrag anzeigen
Ich meine, oft ist das ja gar nicht so genau abzuschätzen, ob man nicht doch nur Schulden erbt. Und dann auch noch NAchweise, wenn man ausschlägt?
Wenn man ein bspw. 20.000€ Erbe ausschlägt, dann muss man schon gute Gründe (und ggf Nachweise) dafür vortragen können.
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Alt 22.05.2017, 13:47   #6
Kerstin_K
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Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Er Eibe verzichten bzw.ablehnen?

TazD, das ist mir zu einfach.

bei 20.000 EUR ist die Sache relativ klar, umd da wird auch kein normaldenkender Mensch ausschlagen, um dann weiter im ALG II Bezug zu bleiben. Schwierig sind aber die Gremzfälle.

Mein Bruder zum Beispiel: Jahrelanger Bezug von ALG II und zletzt Altersrente mit aufstockender Grusi.

Das Erbe von unserer Mutter, mittlerer vierstelliger Betrag, hat er nicht bei der Grusi angegeben. Er wusste, dass er das hätte müssen, aber ... egal, er hat es zu Hause in eine Zigarenkiste gepackt und sich ab und an was davon gegönnt. Neue Schuhe, eine Jacke, einen Anzug für die Beisetzung unseres Bruders. Einen kleinen Teil hat er bei mir hinterlegt, weil ich manchmal Geld für ihn ausgelegt habe, er war zum Schluss schwer krank und konnte nicht mehr selber zur Bank gehen, Internetzugang oder Computer hate er auch nicht, also habe ich über mein Konto die eine oder andere Rechnung für ihn überwiesen und mir das dann von diesem Geld genommen. Ganz kurz vor seinem Tod hae ich dann noch erfahren, dass seine Wohnung komplett vermüllt war und dazu noch, dass er noch Altschulden aus einer früheren Selbstaändigkeit hatte, die alleine zu einem Betrag aufgelaufen waren, die fast das Erbe erreichte. Ich war dabei eine Haushaltshilfe für ihn zu organisieren und wollte nach seiner Entlassung aus dem KH das Schuldenthema mit ihm angehen, aber dazu kam es nicht mehr.

Sonstiges Schonvermögen gab es nicht.

Als er dann doch recht plötzlich verstarb konntest du gar nicht so schnell gucken, wie ich das Erbe ausgeschlagen habe.

Für mich war klar, dass ich da nur Schulden erben würde. Das Inkassobüro hatte sich bereis wegen der Altschulden an mich gewandt, nur weil ich 2x die Minirate aus der Ratenzahlungsvereinbarung für ihn überwiesen hatte. Dazu die zu erwartenden Kosten für die Räumung und Sanierung der Wohnung und de Bestattung.

Die Bestattungskosten haben wir uns dann als Geschwister zu dritt geteilt, alles andere wurde durch eine vom Gericht bestellte Nachlassverwalterin geregelt. Und die hat es tatsächlich hinbekommen, dass wir die Bestattungskosten wiederbekommen haben, etwa 1,5 Jahe nach seinem Tod, ich weiss bis heute nicht wie, ich vermute, dass sie entweder die Schulden nicht bezahlt hat oder aber seine Vermieter auf einem Teil der Kosten sitzen geblieben sind.

Ich bezog und beziehe keine Sozialleistungen, aber wie bitte hätte ich in der Situation nachweisen sollen, dass es kein positives Erbe gibt? Dem Amt mitteilen, dass mein Bruder das Erbe der Muttr nicht gemeldet hat und mich womöglich noch als Mitwisser strafbar machen? Dem Amt die Photos der versifften Wohnung zeigen? Im Zweifelsfall, also immer dann, wenn ich nicht sicher sein kann vieleicht doch nur nen Haufen Schulden zu erben, würde ich ein Erbe immer ausschlagen. Aber wie weit geht da eine Nachweispflicht des HE?
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Viele Grüße aus Hannover
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Alt 22.05.2017, 14:05   #7
TazD
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Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Er Eibe verzichten bzw.ablehnen?

Zitat von Kerstin_K Beitrag anzeigen
TazD, das ist mir zu einfach.
Da der TE aber allgemein fragt, kann auch nur eine allgemeine Antwort gegeben werden.

Und als Grundsatz gilt nunmal, dass du ein positives Erbe nicht ausschlagen darfst, weil dieses Erbe deine Hilfebedürftigkeit verringern würde.
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Alt 22.05.2017, 14:13   #8
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Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Er Eibe verzichten bzw.ablehnen?

Zitat von TazD Beitrag anzeigen
Und als Grundsatz gilt nunmal, dass du ein positives Erbe nicht ausschlagen darfst, weil dieses Erbe deine Hilfebedürftigkeit verringern würde.
Bin zwar nicht betroffen, aber mal angenommen man würde 10.000 EUR erben. Dann wäre das für das Jobcenter klar, dass man diese erst mal verbrauchen müsste.

Weiter angenommen, man müsste von diesen 10.000 EUR aber noch Beerdigung und alles weiter bezahlen und am Ende würde man noch drauf zahlen, da dies die Kosten von 10.000 EUR übersteigen würden. Dann wäre man doch "blöd" wenn man sich darauf einlassen würde und hinterher mehr ärger als nutzen hätte, oder?
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Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. (Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz)
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Alt 22.05.2017, 14:16   #9
TazD
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Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Er Eibe verzichten bzw.ablehnen?

Zitat von #HIV# Beitrag anzeigen
Weiter angenommen, man müsste von diesen 10.000 EUR aber noch Beerdigung und alles weiter bezahlen und am Ende würde man noch drauf zahlen, da dies die Kosten von 10.000 EUR übersteigen würden. Dann wäre man doch "blöd" wenn man sich darauf einlassen würde und hinterher mehr ärger als nutzen hätte, oder?
Du musst schon alles lesen, was ich schreibe:
Zitat von TazD Beitrag anzeigen
Auch wenn es nur ein kleiner Geldbetrag ist, der nach Abzug der Kosten übrig bleiben würde, so ist das Erbe anzunehmen.
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Alt 22.05.2017, 15:02   #10
Vidya
 
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Beitrag AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten bzw.ablehnen?

Zitat von jopl Beitrag anzeigen
Kann mir jemand erklären,ob und wie man als ein ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten(ich glaube Ausschlagen nennt man das) kann?
Da kommt es immer auf den Einzelfall an.Generell gilt bei Erbausschlagung :

Ist der Erbfall bereits eingetreten, sollte der Erbe, der ALG II erhält, überlegen, ob ein Verzicht auf die Erbschaft oder eine Ausschlagung sinnvoll ist. Die einfache Logik lautet: Wer nichts erbt muss sich auch nichts anrechnen lassen.

Eine Ausschlagung ist grundsätzlich nicht wegen Sittenwidrigkeit unwirksam (vgl. LG Aachen- Az: 7 T99/04, Ivo FamRZ 2003, S. 6 ff; a.A. noch OLG Stuttgart NJW 2001, 3484 - 3486).

Allerdings kann die Bundesagentur unter Umständen das Arbeitslosengeld 2 kürzen oder ganz streichen, wenn die Bedürftigkeit vorsätzlich oder grob fahrlässig herbei geführt wurde. Dies wird bei einer Ausschlagung wohl oft angenommen werden. Viel hängt daher von der geschickten Darlegung der Gründe für die Ausschlagung unter Berücksichtigung der Grundsätze von § 34 Abs. 1 SGB II und der Rechtsprechung zur Sittenwidrigkeit von Erbausschlagungen ab.

Erst einmal solltest du ganz genau wiisen, was und wieviel Du erbst bzw. ausschliessen können, dass da Schulden vorhanden sind. Nur wenn Du das -ohne viel Aufwand und Kosten selbst feststellen könntest -und da wirklich ein dann ein Plus zweifelsfrei verbleiben würde, dann mösstest Du das Erbe annehmen. Aber dass so ist oder so gewesen wäre, das muss dir erst einmal das Amt beweisen.

Wenn Du Schulden nicht usschliessen kannst oder kein Wissen darüber zumutbar erlangen kannst -dann kannst Du natürlich auch die Erbschaft ausschlagen . Dies muss dann beim Nachlassgericht am Wohnort des Verstorbenen zu Protokoll gegeben werden. Dazu gibt es Fristen -die beachtet werden müsse. Wenn Du nichts tust oder den Termin verstreichen lässt -dann wirst Du automatisch Erbe -hoffentlich von Sachwerten ,dennn angemessene Sachwerte werden nicht mehr auf Hartz iV angerechnet - seit 2016 -soweit ich informiert bin.

War auch mal davon betroffen. Jedoch wusste ich , das die Betroffene schon seit Jahren haushohe Schulden hatte und auch seit 2 Jahrzehnten ein Betreuer bestellt war -Da war ganz offensichtlich nichts zu holen -Dies habe ich auch als Begründung beim Nachlaassgericht damals angegeben und dies auch bescheinigt bekommen. Ich habe dies dem Jobcenter auch mitgeteilt -jedoch wollten die die Bescheinigung gar nicht sehen. Und das ganze verlief dann im Sande -was nicht heißt , dass das bei anderen Elo auch anders sein kann. Die Bescheinigung habe ich sogar immer noch -man weiß ja nie ..

Bitte auch mal hier in den folgenden Link reinschauen -wegen der Sache mit den Gebühren für die Erbausschlagung:

https://www.elo-forum.org/grundsiche...schlagung.html

Ich habe da mal in Sachen Erbverzicht noch was interessantes gefunden, was für einen Elo besser sein könnte, sofern der Erblasser das mit ihm zu Lebzeiten regelt:

Erbverzicht oder ein Erbvergleich gegen Abfindung, der ohne Weiteres als vorzeitige Erbverteilung gestaltet werden kann. Grundsätzlich erklärt ein potentieller Erbe im Rahmen eines Erbverzichts, dass er auf sein Erbrecht verzichtet und im konkreten Erbfall hiervon keinen Gebrauch machen wird. Dieser Schritt ist juristisch bindend und schließt den Erklärenden und je nach Ausgestaltung des Vertrages auch dessen Erben gemäß § 2346 BGB von der Erbfolge aus. Anders als eine spätere Erbausschlagung geschieht dies, indem der Erbe einen Erbverzichtsvertrag mit dem künftigen Erblasser abschließt, der wiederum einer notariellen Beurkundung bedarf, wie aus § 2348 BGB hervorgeht.

In vielen Fällen erfolgt ein solcher Erbverzicht allerdings mit einer Gegenleistung, so dass der verzichtende Erbe faktisch nicht leer ausgeht. Im Rahmen des Erbverzichtsvertrages wird diese Leistung vereinbart, die dann von dem künftigen Erblasser zu erbringen ist. Üblicherweise handelt es sich bei dieser Gegenleistung um eine Abfindung, durch die der Verzichtende ausgezahlt wird. Ein Erbverzicht gegen Abfindung kann demzufolge ohne Weiteres eine vorzeitige Erbverteilung bedeuten, indem der Erblasser dem verzichtenden Erben seinen Erbteil in Form einer Abfindung auszahlt.


Bei ALG II könnte ja dann der Erblasser dem Elo stattdessen seine Abfindung in angemessen Sachleistungen zukommen lassen -denn die werden ja nicht mehr angerechnet. Müsste eigentlich gehen .ohne das angerechnet werden kann. Aber da sollte man doch noch zur Sicherheit vorher einen Anwalt befragen.

Geändert von Vidya (22.05.2017 um 15:41 Uhr)
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Alt 22.05.2017, 15:20   #11
Kerstin_K
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Und genau diese Kosten kann man manchmal kaum einschaetzzen innerhalb der Frist von sechs Wochen. Und was ist, wenn man in so einem Fall ausschlaegt? Inwieweit muss ein HE dann belegen, dass es kein positives Erbe gab?
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Alt 22.05.2017, 15:33   #12
TazD
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Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten bzw.ablehnen?

So, wie es dann für den Einzelfall möglich, relevant und zielführend ist.
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Alt 22.05.2017, 15:37   #13
Kerstin_K
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Du windest Dich raus wie ein Aal.
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Alt 22.05.2017, 15:42   #14
TazD
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Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten bzw.ablehnen?

Ohne konkreten Fall kann man keine konkrete Hilfe oder Antwort geben.

Da könntest du genauso gut fragen: "JC will Geld von mir. Was soll ich tun?"
Die Anzahl der Antwortmöglichkeiten ist in etwa so hoch wie die auf deine Frage.

Gib mir ein konkretes Bsp und ich gebe dir eine konkrete Antwort. Ziemlich einfache Sache.
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Alt 22.05.2017, 15:47   #15
Kerstin_K
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Hab ich doch. Stell Dir einfach vor, ich waere HE gewesen, als mein Bruder starb.
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Alt 22.05.2017, 15:59   #16
Vidya
 
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Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten bzw.ablehnen?

Zitat von Kerstin_K Beitrag anzeigen
Und genau diese Kosten kann man manchmal kaum einschaetzzen innerhalb der Frist von sechs Wochen. Und was ist, wenn man in so einem Fall ausschlaegt?
Eine Antwort dazu: Man schlägt möglichst nicht gleich aus, sondern erst dann -wenn man innerhalb dieser Frist erste unwiderlegbare Beweise oder nicht zu übersehende gewichtige Anhaltspunkte für eine Überschuldung oder für einen noch erforderlichen kostenträchtigen Ermittlungsaufwand feststellt, der sowohl die finanziellen Möglichkeiten des Elo übersteigt als auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den noch verbliebenden Zeitrahmen sprengen würde -und damit dann zuletzt nur ein unkalkulierbares Risiko als Endergebnis durch den Elo festgestellt wurde -dann erst sollte man ausschlagen.

Zitat von Kerstin_K Beitrag anzeigen
Inwieweit muss ein HE dann belegen, dass es kein positives Erbe gab?
Wenn der Fragesteller das vor von mir ausgeführte Verhalten so dem Jobcenter auf Nachfrage glaubhaft darlegen kann -das er alles mögliche in seinen Möglichkeite dazu zur Feststellung dessen unternommen hat und doch letzdenlich nur das Risiko verblieb -dann darf ihm das Jobcenter daraus keinen Strick drehen. Ist meine Meinung dazu.

Übrigens ist auch anzunehmen ,dass jemand, der so schnell zu Geld kommen könnte -das dann auch nicht einfach mal so eben auschlagen
würde. Warum sollte er es ohne wichtigen Grund tun ?

Wie gesagt -es kommt hierbei auf die Umstände des Einzelfalls an. Nicht umsonst ist eine Rechtsschutzversicherung mit Erbrecht dazu enorm teuer -und meist auch nicht im normalen Kataltog der Rechtsschutzversicherer enthalten. Meistens ist zwar eine kostenlose Erstberatung enthalten -aber zum erbrecht -das schliessen die meisten Versicherer meist im Normaltarif aus. Meistens haben sowas nur Firmen oder Angehörige oberer Schichten in deren Policen mit drin.

Schon daraus wird ersichtlich -das dem Elo gar nicht so viel Leistungsfähigkeit in Sachen der Schulterung eines unbekannten Erbes oder Erbteils zugemutet werden kann und darf -so meine Meinung. dazu.

Geändert von Vidya (22.05.2017 um 16:30 Uhr)
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Alt 22.05.2017, 16:19   #17
TazD
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Zitat von Kerstin_K Beitrag anzeigen
Hab ich doch. Stell Dir einfach vor, ich waere HE gewesen, als mein Bruder starb.
Dann hättest du anhand der Gläubigeranfragen, des Wohnungszustandes und evtl. noch der nachgewiesenen Schulden aus der Selbstständigkeit ohne weiteres nachweisen können, dass das Erbe überschuldet ist.
Zumal du auch Zugriff auf sein Konto hattest und somit war dir auch der Kontostand bekannt und du hättest auch diesen problemlos nachweisen können.
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Alt 22.05.2017, 16:28   #18
Kerstin_K
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Ich glaube, ich haette das Amt an die Nachlassverwalterin verwiesen.
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Alt 22.05.2017, 17:14   #19
TazD
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Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten bzw.ablehnen?

Sicherlich kann die Nachlassverwalterin alles belegen, aber die Nachlassverwalterin hat nicht ausgeschlagen. Du hättest also die Unterlagen von der Verwalterin anfordern müssen und sie dann dem Amt vorlegen.
Zumal die Verwalterin auch gar nicht genau wissen kann, welche Unterlagen sie übermitteln darf. Das wäre mir aus Datenschutzgründen zu heikel, zumal ich nicht direkter Ansprechpartner gewesen wäre.
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Alt 23.05.2017, 15:26   #20
romeo1222
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Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten bzw.ablehnen?

Ich finde es interessant, dass man ein Erbe (unter Umständen) nicht ausschlagen darf. Wenn man weiß, dass die Person ein hohes Vermögen hatte, mag es ja auch einleuchtend sein.

Ich selbst erhielt auch mal Post vom Gericht, irgendein Verwandter, zu dem ich seit über 20 Jahren keinen Kontakt hatte, ist verstorben, und ich wäre der nächste Erbe in der Reihe gewesen. Nun gut, da alle anderen vorher das Erbe ausschlagen, deutete es ja schon daraufhin, dass nur Schulden vorhanden sind. Aber wäre ich die erste Person gewesen, hätte ich ja gar nicht gewusst, ob die Person Vermögen hatte oder nicht, da man die Person ja gar nicht "kannte", bzw. deren Leben usw.
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Alt 23.05.2017, 16:21   #21
Pixelschieberin
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Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten bzw.ablehnen?

Daß sämtliche Schulden des Erblassers, die den Wert des Erbes übersteigen, vom Erben zu begleichen seien, ist ein Ammenmärchen,
das sich noch hartnäckiger zu halten scheint wie daß Schwangere nicht unter 'ner Wäscheleine durchgehen dürfen.

Vor Jahrzehnten riet mir der Anwalt:
Annehmen!
Sollten doch noch Gläubiger auf den Plan treten, wird denen der Wert des Erbes vor die Füße geworfen.
Sollen die sich drum hauen.
Mehr gibts nicht.
Der Erbe bedient Forderungen nicht aus SEINEM "eigenen" Vermögen, lediglich mit dem Wert des Erbes.

Das Verfahren hat einen Namen, der mir entfallen ist.
Ist schon so lange her.
das macht das Risiko überschaubar.
Der Anwalt räumte ein, daß die meisten seiner Kollegen DEN Kniff gar nicht kennen, sich die Befürchtung, für ALLE Schulden einstehen zu müssen, deshalb hartnäckig halte.

Er gab weiterhin zu bedenken:
Nach 30 Jahren sollten alle Ansprüche hinfällig sein, da die längsten Fristen danach abgelaufen sind.

Wobei sich die Frage aufwirft, ab wann ists denn als "Zufluß" zu werten?
Muß der seriöse Bürger das Geld nicht für den Fall der Fälle vor halten?
__

Mostly harmless...
„Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“ (A. Lincoln)
„Der Elo geht so lange zum JC, bis er bricht." (Aus unveröffentlichten Werken des Ozymandias)

Geändert von Pixelschieberin (23.05.2017 um 16:33 Uhr) Grund: Feintuning
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Alt 23.05.2017, 16:34   #22
Muzel
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Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel Muzel
Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten bzw.ablehnen?

Man kann die Erbenhaftung auf das Erbe begrenzen. Dafür folgender Beitrag:
Erbenhaftung | Möglichkeiten der Haftungsbegrenzung
__

Wer Rechtschreibfehler findet, kann sie behalten.
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Alt 23.05.2017, 16:45   #23
Vidya
 
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Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten bzw.ablehnen?

Zitat von Pixelschieberin Beitrag anzeigen
Wobei sich die Frage aufwirft, ab wann ists denn als "Zufluß" zu werten?
Ich finde in diesem Zusammenhang die Klärung der Frage ob als Einkommen angerechnet werden darf oder als Vermögen vorab erst einmal wichtiger.

Vermögen ist das Erbe ,wenn der Tag des Versterbens des Erblassers in eine Zeit fällt, wo der Elo noch kein ALGII bezieht und erst vom Erbfall erfährt, wenn er im Bezug von ALG II steht. Dann darf das Jobcenter das Erbe nur als Vermögen anrechnen. Hierbei stellt sich dann die Frage -muss er dann auch annehmen oder nicht?

Fällt der Zeitpunkt des Todesfalls und des Erbfalles allerdings beides beim Erben in den ALG II Bezugsraum -dann wird das Erbe als Einkommen angerechnet.

Insofern fällt es vielen Erben wohl leichter , das Erbe anzunehmen ,wenn es als Vermögen gewertet würde und damit auch der Zufluß meist einfacher zu regeln wäre .
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Alt 23.05.2017, 19:41   #24
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Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten bzw.ablehnen?

Um mal zur Eingangsfrage zurückzukommen: Auch ein ALG II Empfänger kann natürlich ein Erbe ausschlagen. Man sollte deshalb tunlichst in den 6 Wochen die man Zeit dazu hat alles tun um einen Überblick zu bekommen ob man am Ende draufzahlt! Zu berücksichtigen sind die noch anstehenden 3 Monatsmieten des Verstorbenen bei Kündigung der Wohnung, eventuelle Betriebs/Stromkostennachzahlungen, laufende Verträge die gekündigt werden müssen etc...

Und in den meisten Fällen geht es bestimmt nicht um notarielle Testamentseröffnungen bei welchen dem Erben ungeahnte Vermögen bekannt gemacht werden sondern um eben jene Fälle wo erst mal unklar ist ob überhaupt was über bleibt.


liesa
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Alt 23.05.2017, 20:07   #25
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Standard AW: Darf man als ALG II Empfänger auf ein Erbe verzichten bzw.ablehnen?

Zitat von liesa Beitrag anzeigen
Zu berücksichtigen sind die noch anstehenden 3 Monatsmieten des Verstorbenen bei Kündigung der Wohnung...
Hierbei auch darauf achten -ob es nicht günstig wäre in den Mietvertrag einzutreten -zu den selben Bedingungen wie der Verstorbene, mit Miethöhe wie der Verstorbene zuletzt zahlte. Dieses Recht hat der Erbe. Manchmal sind bei Altmietern die Mieten noch besonders günstig. Und heutzutage -muss und sollte man auch das bedenken.

Ist auf jeden Fall auch eine Überlegung wert -ein Erbe nicht abzulehnen, sofern man in der fraglichen Entscheidungszeit von dieser Möglichkeit erfährt oder vorher schon Hinweise darauf hätte .

Zitat von liesa Beitrag anzeigen
Und in den meisten Fällen geht es bestimmt nicht um notarielle Testamentseröffnungen bei welchen dem Erben ungeahnte Vermögen bekannt gemacht werden sondern um eben jene Fälle wo erst mal unklar ist ob überhaupt was über bleibt..
Ohne Testament würde ich kein Erbe werden wollen. Da könnten Streitigkeiten vorporgrammiert sein. Übrigens erfährt man eben meist auch nur dadurch ganz sicher - ob Pflichtteilsansprüche bestehen könnten -die das Erbe meist dann ganz sicher zusätzlich schmälern..
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