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ALG II Rund ums Thema Arbeitslosengeld II


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Alt 05.02.2017, 14:17   #1
Luique
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Registriert seit: 18.04.2016
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Luique
Standard Jobaufnahme - was beachten bei Rückzahlungsberechnung?

Hallo zusammen, hier meine Geschichte kurz:
Im November Job aufgenommen, keinerlei Jobcenterhilfen in Anspruch genommen, Gehalt kam auch Ende November, das JC hat trotz rechtzeitiger Mitteilung auch noch die Dezemberleistungen überwiesen, damit Rückzahlungspflichtig gegenüber dem JC für beide Monate, klar.

Jetzt kam die Standardmäßige Anhörung und ich habe ein paar Fragen für euch, wenn ihr mir weiterhelfen könntet, befor ich die ausfülle.

1. Im November habe ich nicht den ganzen Monat gearbeitet, daher um die 900€ bekommen. Verstehe ich es korrekt, dass bei einer Miete um 250€ ich für den Monat trotzdem die gesamte Leistung zurückzahlen muss und da nichts abziehen kann?

2. Die, glaube ich, wichtigste Frage: Ich habe gehört das der Weg zur Arbeit, wenn sie nicht im Pendelbereich liegt, sich als Werbungskosten anrechnen lässt
(auch wenn man nichts beim JC für Eingliederungshilfen beantragt hat?). Ich bin die ganzen zwei Monate bevor ich eine Unterkunft fand in ein anderes Bundesland (500km) gependelt, d.h. ich wohnte mal eine Woche zuhause (Heimarbeit), dann je eine Woche an der Arbeitsstelle im Hotel. Lassen sich hier die Fahrtkosten vom Rückzahlungsbetrag abziehen?

3. Der Brief erwähnt keine Ratenzahlungsmöglichkeit, auf die ich aber angewiesen wäre. Verstehe ich es richtig, dass es Standardprozedur ist und ich in der Anhörung noch nichts über die Ratenzahlung erwähnen sollte, sondern es klären kann, wenn sich das Inkassobüro des JC mit mir in Verbindung setzt?

Danke im Voraus!
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Alt 05.02.2017, 15:15   #2
arbeitsloskr
 
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Standard AW: Jobaufnahme - was beachten bei Rückzahlungsberechnung?

Zu 1)

Hallo Luique, das kommt ganz auf deinen Bedarf an, den das JC für dich berechnet hat. Wenn du also auch mit nur einem "halben" Monatseinkommen (wg. nur einem halben Monat gearbeitet) deinen gesamten Monatsbedarf decken kannst, ist das richtig (wenn ich das System richtig verstanden habe).

Zu 2)

Solche Angaben lassen sich normalerweise in der Anlage EK machen. Allerdings ist zu beachten, ob der AG entsprechende Zuzahlungen für solche extrem langen Fahrten gemacht hat.

Zu 3)

Deinen Wunsch nach Ratenzahlung kannst du gern auch jetzt schon erwähnen oder klärst es später mit dem Inkassobüro ab.
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Alt 05.02.2017, 16:15   #3
RoxyMusic
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Standard

Von den 900€ netto werden 100€ Grundfreibetrag und 20% der Differenz Bruttolohn abzüglich 100€ abgezogen - also z.B.

1.200€ brutto
100€ minus Grundfreibetrag
1.100€ => 20% = 220€

900€ netto
100€ minus Grundfreibetrag
220€ minus Freibetrag
=> 580€ anzurechnendes Einkommen

Dieses Einkommen wird von deinem Leistungsanspruch abgezogen - also Regelbedarf 409€ (Einzelperson) plus Miete 250€. Höhere Fahrtkosten müssen nachgewiesen werden.

Die Leistungen für Dezember müssen komplett zurückgezahlt werden, wie du ja selbst auch schreibst. Kannst du denn die aufgeführten Beträge auf dem Berechnungsbogen nachvollziehen?

Da du keine Leistungen mehr beziehst, sind Ratenzahlungsbeträge mit dem Inkassoservice zu vereinbaren.

Geändert von RoxyMusic (05.02.2017 um 16:31 Uhr)
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Alt 05.02.2017, 18:26   #4
arbeitsloskr
 
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Standard AW: Jobaufnahme - was beachten bei Rückzahlungsberechnung?

Zitat von RoxyMusic Beitrag anzeigen
Von den 900€ netto werden 100€ Grundfreibetrag und 20% der Differenz Bruttolohn
Hallo RoxyMusic,

verstehe ich das richtig, dass dabei vom Bruttoeinkommen ausgegangen wird? In welchem Schritt erfolgt dann die Berücksichtigung der SV-Abgaben und der Lohnsteuer? Ich dachte bisher, dass die Freibeträge vom Nettoeinkommen berechnet werden. Leider ist die Textstelle in § 11b SGB 2 etwas unklar ausgedrückt, denn es wird nur von Einkommen geschrieben, aber nicht ob brutto oder netto.
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Alt 05.02.2017, 19:03   #5
biddy
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Standard AW: Jobaufnahme - was beachten bei Rückzahlungsberechnung?

Der Freibetrag wird vom Brutto errechnet und dieser dann vom Netto abzogen - übrig bleibt das anzurechnende Einkommen. Siehe Berechnung @RoxyMusic

Nachtrag, weil das hier nicht ganz stimmt:
Zitat von RoxyMusic
1.200€ brutto
100€ minus Grundfreibetrag
1.100€ => 20% = 220€

900€ netto
100€ minus Grundfreibetrag
220€ minus Freibetrag
=> 580€ anzurechnendes Einkommen
Bei 1.200 brutto sind erstmal 100 € Grundfreibetrag frei (ggf. mehr, wenn es erhöhte Aufwendungen, u. a. Fahrtkosten, gibt).

Dazu kommen dann 20 % des Brutto ab 100 bis 1000 €, also 20 % von 900 (= 180 €).
Dann noch 10 % des Brutto ab 1.000 bis 1.200 € (wenn es kein minderj. Kind gibt), also 10 % von 200 (= 20 €).

Insgesamt würde der Freibetrag also mind. 100+180+20= 300 € betragen, wodurch sich ein anrechenb. Erwerbseinkommen von 900-300 = 600 € ergäbe.
__


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Alt 05.02.2017, 19:41   #6
RoxyMusic
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Stimmt, danke, ich hatte die 10% nicht bedacht.
Und stimmt auch, dass es im SGB und auch in den Fachlichen Hinweisen nicht explizit erwähnt ist, dass die Freibeträge vom Bruttolohn berechnet und vom Nettolohn abgezogen werden.
RoxyMusic ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.02.2017, 21:49   #7
Luique
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Luique
Standard AW: Jobaufnahme - was beachten bei Rückzahlungsberechnung?

Riesigen Dank, Roxxy und biddy, für die sehr gut nachvollziehbaren Rechnungen. Ich wusste das mit dem Brutto berechnen, vom Netto abzuziehen nicht, es ergeben sich dann tatsächlich einige Zehner, die ich nicht zurückzahlen bräuchte und die der JC nicht eingerechnet hat. Immerhin. Eine richtige Berechnung gab es im Bescheid übrigens nicht, an Stelle der Tabelle sind einfach die Leistungen für die zwei Monate tabelarisch aufgeführt.


Ein paar Fragen zu den Fahrkosten - ich kann sie natürlich je nachweisen, aber ich hatte gehört, da gäbe es Pauschalen?
Die zweite Frage wäre, wo sie genau dann abgezogen werden. Wenn ich biddys Post richtig verstehe, werden sie zum Grundfreibetrag addiert und in voller Höhe von der Endsumme abgezogen, beinflussen also die 20%/10% Rechnungen nicht?
Luique ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.02.2017, 18:06   #8
heutehier
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Standard AW: Jobaufnahme - was beachten bei Rückzahlungsberechnung?

alle Werbungskosten solltest du angeben, also auch Hotelkosten usw. ausser der AG hat sie erstattet. Übersteigt die Summe ( FK+Hotel+30 € Versicherungspauschale....) den Grundfreibetrag wird dieser anstelle des Grundfreibetrages genommen.
heutehier ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.02.2017, 17:00   #9
Luique
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Luique
Standard AW: Jobaufnahme - was beachten bei Rückzahlungsberechnung?

Ok, danke für die Infos. Nochmal zur Ratenzahlung - habe ich es korrekt verstanden aus anderen Beiträgen, dass es erstmal noch nicht Sinn macht das anzusprechen, sondern auf Erstattungsbescheid und dann Aufforderung durch das Zahlungsbüro (Inkasso) warten und mit dem verhandeln? Riskiere ich nichts, wenn der Rückzahlbetrag bereits mit dem Erstattungsbescheid festgesetzt wird?
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Alt 08.02.2017, 19:23   #10
arbeitsloskr
 
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Standard AW: Jobaufnahme - was beachten bei Rückzahlungsberechnung?

Hallo Luique, dass ist soweit richtig, denn das Inkasso läuft über eine separate Abteilung und mit dieser Abteilung musst du die Ratenvereinbarung aushandeln. Der Erstattungsbescheid wird auch eine Rechtsbehelfsbelehrung enthalten, in dem dir die Möglichkeiten für einen Widerspruch aufgezeigt werden.
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