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ALG II Rund ums Thema Arbeitslosengeld II


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Alt 05.03.2016, 05:39   #1
professorexabyte
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Registriert seit: 05.03.2016
Beiträge: 16
professorexabyte
Standard Brauche dringend Hilfe bei ALG II

Hallo.

So langsam komme ich an einen Punkt, wo einfach nichts mehr geht...

Ich bitte jeden der helfen kann inständig, sich diesen Text durchzulesen.

In unserer Bedarfsgemeinschaft ist über die Jahre teils aus Unwissenheit, teils aus Prinzip, teils aus unvorhergesehenen Aktionen so mitunter alles falsch gelaufen, was hier falsch laufen kann.

Deshalb brauche ich wirklich Hilfe in Sachen Sozialleistungen.

Zur Hintergrundinformation:
Zur Zeit bin ich 23 Jahre alt, verheiratet etc etc.

Zu meiner Geschichte:

Ich habe 2009 meinen Hauptschulabschluss gemacht, und bin in die Lehre zum Mediengestalter Bild und Ton gegangen. Die Ausbildung musste ich jedoch im Sommer 2010 abbrechen, da der Betrieb pleite gegangen ist, und sich in der gesammten Region Hannover Braunschweig niemand gefunden hat, der mich übernehmen wollte. Im Herbst 2010 bin ich in eine Lehre zum Mediengestalter Digital und Print gegangen. Das war wohl die größte Fehlentscheidung meines Lebens. Denn dieser Beruf war die Hölle. Das hat mir überhaupt nichts gebracht. Und mein Leben lang die Aussicht irgendwo im Bereich von 1600 brutto beschäftigt zu sein, lag mir persönlich auch etwas schief im Magen.

Zum Hintergrund: Ich habe in meiner frühen Jugend schonmal in einem Stationär-Aufenthalt das Asperger Syndrom diagnostiziert bekommen. Ich habe also diverse Probleme im Alltag und auch im Beruf.

Ich habe mich irgendwann so vor der Ausbildung geeckelt, dass ich quasi wie eine innere Barriere zu diesem Ort aufgebaut habe. Ich konnte mich dieser Ausbildungsstätte nicht auf unter 200m nähern, ohne Magenkrämpfe zu bekommen, ohne Panikattacken zu bekommen etc. Aber ich war auch zu feige, um damit mal zum Arzt zu gehen. Folglich war im Januar 2011 die Kündigung auf dem Tisch.

Meine Mutter hatte mittelmäßiges Verständniss für meine Situation, und hat mich zum Glück nicht komplett der Familie verwiesen. Nach einem halben Jahr arbeitslosigkeit zog ich mit meiner heutigen Frau zusammen, und besuchte eine Privatschule (die mir glücklicherweise meine Mutter mit Zähneknirschen bezahlt hat) Ich habe über das Jahr zusammen mit meiner Frau, die ihre FOS fertig gemacht hat HartzIV bezogen, und es war grundsätzlich kein Problem für das Jobcenter. Also stink normaler Regelbezug für zwei.

Ich absolvierte im Sommer 2012 als Klassenbester den erweiterten Realschulabschluss, und meine (zu diesem Zeitpunkt frisch geheiratete) Frau ihre Fachhochschulreife.

Wir zogen beide nach Hessen, da ich dort richtung Abitur streben wollte, und sie wollte studieren. Hat alles funktioniert etc. etc.

Nur dann fingen die Probleme an. Herbst 2012:
Meine Frau hat ihren Studi-Bafög-Antrag gestellt, und ich sollte Hartz IV beantragen. Ich hatte schon längst meine Anmeldung und Zusage eines Gymnasiums, und besuchte die Schule. Doch das Arbeitsamt kam in seiner Erstberatung mit solchen Sprüchen wie "Also hier Abiträume auf unsere Kosten zu machen, können Sie gleich mal vergessen!" Komisch nur, dass ich während meiner Schulzeit in der alten Heimat noch ALG II anstandslos erhalten habe. Ich habe mich so abschrecken lassen, dass ich auf den Antrag verzichtet habe, und wir zu zweit von dem Bafög meiner Frau und unser beider Kindergelder gelebt haben. Wenn nicht meine Familie noch hier und da ausgeholfen hätte, wären wir schon längst auf der Straße gelandet.

Es sah so aus, als würde alles nach Plan laufen. Doch die Schule erwies sich als äußerst problematisch. Es war so unpersönlich und so ekelhaft der Umgang, dass ich nach einigen Wochen irgendwann heulend aus dem Unterricht gelaufen bin, weil ich einfach nicht mehr konnte, und ich mich mit meiner neuen Umgebung einfach nicht anfreunden konnte, und mich wochenlang depressiv im Schlafzimmer verkrochen habe.

Da ich nicht die Last eines Jobcenters auf der Schulter hatte, konnte ich es mir ja auch erlauben.

Nach wochenlanger Depression fand ich im Netz die Information über Abendschulen. Ich meldete mich an, damit ich Anfang 2013 zum Abendgymnasium in den Vorkurs gehen konnte.

Ich habe den Vorkurs absolviert, und wurde im Sommer 2013 in die E1 versetzt. Doch dann ging das Problem schon wieder los. Ich entwickelte schon weider diese "Barriere" gegenüber dem Ort. Aber ich war immer noch zu schüchtern, um damit zum Arzt zu gehen. Ich meine, wer gibt schon freiwillig zu, dass er ein Problem hat. Erst recht, wenn die Frau eine Tortur in einer Psychatrie hinter sich hatte, die man im Laufe der Beziehung miterleben durfte. Von Bevormundung durch einen Betreuer, über das Wegnehmen des eigenen gemeinsamen Sohnes, bishin zur kompletten Abstempelung als komplett bescheuert.
Also dachte ich: "Egal, deine Frau hat Verständnis dafür, die kennt das ja schon, du probierst es ebend nächstes Jahr nochmal." Ich fing auch immer wieder an, an mir selbst zu zweifeln. Dass ich einfach nicht diszipliniert genug bin etc etc.

Mir wurde die Widerholung der Klasse von der Schulleitung genehmigt.
So wollte ich ganz normal im Schuljahr 2014/2015 die Klasse E1 ganz normal weitermachen.

Und jetzt beginnt die richtige Tragödie.
Meine Frau erkrankte irgendwann Ende 2014 an einer Autoimmunerkrankung, und ihr Körper fing an die Schilddrüse abstoßen zu wollen. Sie hatte zu hohen Puls, und stand grundsätzlich immer kurz vor der Ohnmacht. Ihre Leberwerte waren die eines Extremalkoholikers etc.
Ihr Arzt gab ihr Krankschriften, und sie musste das Semester eigentlich abbrechen.
eigentlich war aber zwecks Bafög noch alles im grünen Bereich. Denn sie hatte immer einen 1er Schnitt auf der Uni, und war den Leistungsanforderungen stets voraus. Somit würde ein vermasseltes Semester nicht in's Gewicht fallen. Also Punktemäßig war noch Puffer da.

Nur kein Arzt konnte ihr helfen. Sie wollte aber nicht tatenlos Zuhause sitzen, und zum Pflegefall werden, sondern unbedingt ihrem Traum -dem Studium, nachgehen. So sagte sie sich: besser ein paar Punkte, als keine Punkte. Und so machte sie ca. 10-15% der Punkte pro Semester, die eigentlich nötig gewesen wären für das Bafög-Amt.
Denn sie wollte absolut nicht das Studium unterbrechen. Das war quasi ihr heiliger Grahl des Wissens.
Die einzigen Behandlungen, die helfen könnten wären (aus ihrer Sicht) indiskutabel. Weil sie entweder eine komplizierte Operation, mit Krankenhausaufenthalt, der das Studium lange unterbrochen hätte, eine Behandlung mit Radioaktivität, und der aus beiden Varianten resultierenden lebenslangen Abhängigkeit von Medikamenten nach sich gezogen hätte.

Sie hat sich selbst und zu mir gesagt: "Eher sterbe ich an dieser blöden Schilddrüse, als dass ich mir von disesm inkompetenten Körper mein Lebenstraum -das Studium, kaputtmachen lasse, und das Studium unterbreche, und danach ein Leben lang von Medikamenten abhängig sein werde!".
Es erinnert mich an die alten Japaner mit ihren "Ich sterbe in Würde" Sprüchen.

Sie konnte auch nicht mehr Bus fahren, weil sie bei den überfüllten Verkehrsmitteln schon einen kompletten Zusammenbruch hatte, und mit dem Notarzt ohnmächtig aus dem Bus getragen werden musste.

Folglich bin ich das Taxi geworden, und fahre sie überall hin. Semesterticket hin oder her.

Jetzt kam das Bafögamt ins Spiel, und verursachte den ersten Ärger.
Sie hatte ihre Krankschriften alle eingereicht.

Jetzt kommt unser tolles Rechtssystem in's Spiel:
Sie hat keine weiteren Bafög-Leistungen bekommen weil:
Sie war krank, sie hätte Hartz IV bekommen sollen. Aber sie hat ja studiert, wenn auch langsam. Von einem Nachteilsausgleich oder Ähnlichem wollten sie nichts mehr hören. Auch der Nachweis, dass sie krank ist, und nicht so belastet werden kann, wollten sie nicht akzeptieren. Irgendwann wurde der Bescheid für die Ablehnung angefertigt, und wir standen da.

Es blieb mir also nichts anderes übrig, als für Sie an Geld zu kommen.

Da ich mich innerlich schon wieder vor einer Phobie gegenüber irgendwelchen Orten sah', beschloss ich mich selbstständig zu mache, mit dem, was ich sowieso kann: Fotografieren, Webdesign, 3d Gestaltung, Filmschnitt, die Liste kann noch lange fortgeführt werden.
Also beantragte ich Hartz IV für mich, und bemühte mich dann um meine Selbstständigkeit.

Doch jetzt ging das Problem wieder einen Schritt weiter: Ich fing die Abenschule wieder an, und besuchte dann im Schuljahr 2014/2015 die E1. Während des Halbjahrs bekam ich Hartz IV, Kindergeld, und meine Frau nur Kindergeld, da sie ja komplett aus allem rausfällt.

Somit mussten weit unter dem Existenzminimum lange leben.

Ende 2014 dann kam die entgültige Kapitulation. Nach langem Suchen und bemühen zeigte sich einfach keine Möglichkeit in diesem Wust aus Vorschriften bei Selbstständigkeit etc. Licht zu bringen.

Ich wollte einfach nicht auf den blauen Dunst irgendwas offiziell anfangen, und am Ende wegen irgendwelchen Finanzamt-Sachen in der Insolvenz landen. Somit hoffte ich auf Hilfe von Aussen, damit ich mich auf den Behördenkrieg vorbereiten konnte, bevor ich meine Selbstständigkeit offiziell mache. (wohlbemerkt: Ich habe zu diesem Zeitpunkt noch nichts gemacht, also auch nicht schwarz oder so)
Doch es wurde einfach nichts. Niemand wusste bescheid, wie hier in Deutschland das mit Steuern und dem Finanzamt etc. funktioneirt. Ich bekam Ängste. Denn ich kann einfach nicht in irgendeinem Niedriglohn-Sektor gehen. Ich würde ausrasten, und durch meine psychischen Störungen vermtl. früher oder später Firmeneigentum in Wutanfällen zerstören, oder wieder irgendwelche Barrieren aufbauen, Saktionen kassieren, und schlussendlich mit meiner kranken Frau zusammen auf der Straße landen.

Ich kam zur Vernunft und suchte dann zum Jahreswechsel 2014/2015 einen Arzt auf, und begab mich in Psychoterapie. Die Abendschule musste ich wieder pausieren. Also wurde die E1 für 2015/2016 angesetzt.

Nur jetzt kommt der große Fehler. Wir waren jeden Monat kurz vor dem Bankrott. Kredite gibt es nicht, und mehr als 50€ kann ich nicht in's Minus auf der Bank.

Ich hatte so panische Angst vor dem Jobcenter, da sie ja der Annahme waren, ich baue gerade meine Selbstständigkeit auf, dass ich bewusst meinem Psychologen immer gesagt habe: "nene eine Krankmeldung brauche ich nicht, das passt schon". Denn ständig war mir das Bild vor Augen, wie wieder irgendwelche Bearbeitungszeiten wegen meiner Krankheit das Auszahlen des eh' schon zu geringen Geldes zum Leben auch noch um Monate verzögern würden, und wir die Wohnungskündigung in der Hand halten würden. So zumindest das Bild im inneren Auge.

Ich konnte im Zuge der Therapie meine Ängste und Depression der Schule gegenüber ablegen. So begann ich im Sommer 2015 die Abendschule zum dritten Mal in der E1. Und aus irgend einem Grund lief es bis jetzt so super, dass ich diese Zeit als die wohl beste meines Lebens bezeichnen würde.

Meine Frau beantragte im Sommer 2015 Wohngeld. Doch das ist erst jetzt (Februar 2016) nach Ablehung und Gerichtsverhandlung bis in die zweite Instanz mit gerade mal 140€ bewilligt worden, wo doch im April das Kindergeld meiner Frau endet, weil sie 25 wird.

Ich habe das erste Mal seit 4 Jahren dauer-Depression das Gefühl, es passiert wieder was im Leben.

Aber jetzt kam das böse Erwachen. im Januar bakam ich meinen ALG II Bescheid, indem nur noch der Januar berücksichtigt war. Begründung: Ich könnte ja jetzt Bafög beantragen, da ich in der Q2 wäre.

Bin ich aber nicht. Ich stellte fristgerecht einen Widerspruch, und erklärte mit einer aktuellen Schulbescheinigung, dass ich noch nicht in der Q2, sondern jetzt in der E2 bin.

So jetzt kommt das aktuelle Problem:
Die aktuelle Aufforderung:
1.Reichen Sie ein Zeugniss ein, und eine Erklärung warum Sie die Klasse wiederholt haben.
2.Die Kontoauszüge der letzten 3 Monate
3.Die beigefügten Bögen zur Ermittlung der Arbeit als Selbstständiger

Jetzt stehe ich vor einem riesen Problem

zu Punkt 1.
Kein Problem, Erklärung ist schnell verfasst, Zeugniss ist schnell kopiert.

zu Punkt2. Meine Mutter hat einen Dauerauftrag von 200€ eingerichtet, damit wir nicht auf der Straße landen, denn meine Frau bekommt ja gar kein Geld (unterdessen seit einer Woche Wohngeld)

Unsere Lebenssituation sah' bis jetzt so aus:
ALG II ca. 420€
Kindergeld 2x 190€
meine Mutter 200€

zusammen: 1000€
sonst ohne meine Mutter 800€
bei 470 Miete, Studienbeitrag 320€ alle 6 Monate
135 Strom und Gas und 35€ Telefon Fixkosten Kraftfahrzeug zusammen mit TÜV Steuer und Versicherung ca. 34€ (weil ich einen Trabi fahre, den ich selbst in Schuss halte, und der mich nur 20€ Versicherung und ca. 13€ Steuern im Monat kostet, und alles Andere zu teuer ist, und selbst der ÖPNV teurer ist, als Trabifahren, und bei meiner Schule abends kein Bus mehr fährt) bleibt da nicht mehr viel.
ca. 300€ für 2 Personen und einen Monat. Dazu die Benzinkosten, weil ich meine Frau in die Uni fahren muss.
Wenn die den jetzt sehen, dass ich die ganze Zeit Geld von meiner Mutter bekommen habe, damit wir nicht auf der Straße sitzen der obwohl wir immer noch unter dem Bedarf liegen (ermittelter Bedarf laut Jobcenter ca. 1100€)
dann wollen die bestimmt (weil ich das Geld ja erhalten habe, und meine Mutter so schlau war "Unterhalt" als Betreff in die Überweisungen zu schreiben, obwohl sie nicht mal unterhalts-verpflichtet ist) Geld haben, und dann ist die Hölle los.

Nun kommen die 140€ Wohngeld dazu, dafür entfällt ab nächsten Monat ein Kindergeld. Folglich wieder 50€ weniger.

zu Punkt 3. Jetzt stecke ich in einer Situation, in der ich nicht mehr rauskomme. Ich habe 0€ über 1,5 Jahre angeblicher Selbstständigkeit eingenommen, keine Krankmeldung etc.

Ich habe nur noch die Therapie, die gerade läuft, die ich ja nachweisen kann, und das war's.

Ich habe seit diesem Schuljahr endlich wieder einen Sinn im Leben gefunden, weil ich sehe, dass es weiter geht. Ich habe Freunde gefunden, wo sonst niemanden hatte, ich sehe Perspektiven im Leben. Die Türe zum Studium ist zum greifen Nah. Aber jetzt stecke ich hier durch Desinformation, Unwissenheit, und meiner Unfähigkeit, mir selbst einzugestehen, dass ich Probleme habe, in einer echten Sackgasse.

Ich muss mich seit einer Woche übergeben, und weiß nicht, was ich einem Arzt sagen soll. Ich kann manchmal 1-2 Tage am Stück nicht mehr schlafen, bin im Eimer, und der einzeige Moment, in dem ich das alles vergessen kann, ist die Schule. Da bin ich in einem kleinen Mikrokosmos, indem ich das alles für ein paar Stunden fallen lassen kann. Meine Therapeutin, der vertraue ich nicht mehr. Da gehe ich nur noch hin, und lächele sie an, und man hält Smalltalk... Ich kann ihr das einfach nicht anvertrauen. Sie hat 0 Ahnung vom Sozialwesen (noch weniger als ich) Ich würde mich ja am liebsten einweisen lassen, aber ich habe die Verantwortung meiner Frau gegenüber. Ich kann hier nicht weg, ich muss auf meine Frau aufpassen. Denn seit fast 2 Jahren ist sie schwer krank, und traut sich auch nicht zum Arzt, weil sie angst hat, dass man sie "zwangsbehandelt", und sie gegen ihren Willen kuriert, und sie vom Studium abhält, bzw. dass man sie auslacht, weil sie sich mit den Methoden, die im Moment möglich sind, nicht behandeln lassen will. Ihr Zustand hat sich stabilisiert. Sie hat immer noch zu hohen Puls, aber sie ist nicht in Lebensgefahr. Kann aber null belastet werden. Teilweise ist der Weg vom Auto im Treppenhaus hoch in die Wohnung schon zu viel für ihren Kreislauf. Ich bin den Ämtern Rechenschaft schuldig, und der Schuldenberg fängt gerade an sich aufzubauen, weil gerade der zweite Monat ohne HartzIV anfängt, und ich noch nicht weiß, was ich tun soll.
Jetzt wo mein Leben eine Kurve kriegt, stehe ich am Abgrund, und stehe kurz davor alles zu verlieren, auf die Straße gesetzt zu werden, und alles was ich mir in dem letzten Jahr an Fortschritt in Sachen Psychologie erarbeitet habe, zu verlieren. ICH BRAUCHE WIRKLICH HILFE!!!

Was kann meine Frau beantragen, dass sie ihr Studium im angemessenen Tempo fortsetzen kann, und noch dafür die nötigen Leistungen erhält. Die vom Sozialamt haben sie schon am Telefon abgewimmelt.
ALG II geht nicht, weil sie studiert, und dem Arbeitsmarkt mit ihrer Krankheit in keinster Weise zur Verfügung steht, und Bafög, der Zug ist abgefahren.

Ich kann in meinem psychologischen Zustand mit meinen Zwängen, und meinem Asperger jetzt niciht noch einen Job tagsüber machen. Das würde nicht mal zwei Wochen gut gehen, dann würde ich irgendwelche Vorgesetzten anschreien etc. Ich brauche einen Psychologen, dem ich vertrauen kann, aber Termine sind rar, und ich bin schon bei einer Psychoterapie, die mir aber nichts bringt, weil ich mit der Person nicht offen reden kann. Jetzt wo ich endlich den Fuß in der Schule gefasst habe. Nach 4 Jahren Elend, Depression, Fianznot, Behördenkriegen, Androhungen zur Wohnungskündigung und schlaflosen Nächten, und vielen vielen Tränen, gibt es wieder etwas zum Lachen im Leben. Und jetzt steht genau in dieser glücklichsten Stunde dieses Problem vor der Tür.
Ich habe unterdessen chronische Kopfschmerzen, und permanente Schmerzen im Rücken, weil ich zu unruhig schlafe, wenn ich schlafe. Und meiner Familie kann ich jetzt nicht auch noch sagen, dass ich an allem kaputt gegangen bin, die regen sich ja so schon auf, dass sie die 200€ zahlen, damit hier nicht alles den Bach runter geht. Wenn ich denen jetzt noch erzähle, dass hier vermtl. bald alles hin ist, kriegt meine Oma einen Herzinfakt, und meine Mutter wird vermtl. umbringen. Auch sie hatte schon mit 40 Jahren, seit 18 voll berufstätig, ihre Burnout-Phase, und jahrelange Therapie hinter sich. Wenn sie jetzt, wo es ihr seit ein paar Jahren wieder besser geht, mitbekommt, was hier alles nicht mehr läuft, dann wird ihr Gesundheitszustand vermtl. auch wieder schlechter.

Bitte, ich hoffe, irgendjemand kann mir die beste Reihenfolge sagen, die ich jetzt einhalten sollte, um alles abzuarbeiten, damit wir nicht die Gerichtsvollzieher vor der Türe haben, und wir auf der Straße landen.
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Alt 05.03.2016, 07:12   #2
schlaraffenland
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Standard AW: Brauche dringend Hilfe bei ALG II

Hi professorexabyte,

eine äußerst schwierige Lage, in der Ihr da seid. Ich kann da ad hoc keinen zufriedenstellenden Lösungsweg aufzeigen.

Übers Internet kenne ich jemanden, der wahrscheinlich Asperger hat (das ist seine eigene Diagnose, nicht meine), deswegen kenne ich mich in dieser Beziehung wohl ein wenig aus. Diese Person hatte zuerst auch einen Hauptschulabschluss, hat aber jetzt, mit 31, seinen Studienabschluss, ist Jahrgangsbester an seiner Hochschule. Momentan sucht er wohl immer noch einen Arbeitsplatz (der Kontakt zu ihm ist zur Zeit eingeschränkt, weil er das so will), aber er scheint seine Probleme mit sozialen Kontexten zu haben.

Zu Deinem Antrag auf Hartz IV: Anspruch auf ALG II (Hartz IV) hat man u. a. nur, wenn man mindestens 3 h pro Tag erwerbsfähig ist. Wenn man weniger als 3 h pro Tag erwerbsfähig ist (das könnte bei Dir der Fall sein), verweist das Jobcenter einen ans Sozialamt, für den Bezug von Sozialhilfe nach dem SGB XII. Wie das dann mit dem Besuch eines Abendgymnasiums ist (ob das erlaubt ist), das weiß ich nicht. Offensichtlich aber schon, wenn ich mir im SGB XII diesen Paragrafen durchlese:

SGB 12 - Einzelnorm

Mit dem SGB XII kenne ich mich aber nicht sonderlich aus.

Ein Vorteil beim Bezug von Sozialhilfe im Vergleich zu ALG II ist, dass man sich nicht bewerben und auch nicht an Maßnahmen für die berufliche Integration teilnehmen muss.

Die Leistungshöhe beim Bezug von Sozialhilfe ist die gleiche wie beim Bezug von ALG II. Allerdings wird das Sozialamt wahrscheinlich auch die Kontoauszüge der letzten 3 Monate sehen wollen.

Deine Frau käme vielleicht auch für den Bezug von Sozialhilfe in Betracht. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass sich eine Immatrikualtion an einer Hochschule mit dem Bezug von Sozialhilfe beißt, weil dafür ja Bafög gedacht ist.

Mehr fällt mir erst einmal nicht ein.
__

Ich bin kein Rechtsanwalt. Für meine Handlungsempfehlungen und Rechtsauslegungen übernehme ich keine Haftung. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
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Alt 05.03.2016, 07:37   #3
professorexabyte
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professorexabyte
Standard AW: Brauche dringend Hilfe bei ALG II

Mir geht auch immer so ein flaues Gefühl durch den Magen, weil ich unter dem Titel "Sozialhilfe" eher so an Blinde, oder an Gehbehinderte denke. Da drückt immer so fies das Gewissen, willst du dich da hinstellen, und erzählen, du bist so schlecht mit der Gesundheit dran, während da draußen gerade einer mit dem Rollstuhl reingefahren kommt.

Es stellt sich halt die Frage:

Meine Diagnose für Asperger ist unterdessen über 10 Jahre alt. Ich war 11 damals. Ich habe auch einen Schwerbehindertenausweis (60% kein Buchstabe) gehabt. Habe aber in meiner Jugend keinen Nutzen darauf ziehen können, keine günstigeren Bahnfahrten etc etc. deshalb haben meine Mutter und ich ihn nicht verlängern lassen. Und die aktuelle Therapie hat ja bis jetzt null gelbe Zettel (AU) abgeworfen, weil ich da immer zu feige für war nach zu fragen.

Wie soll ich denn da zum Sozialamt gehen? Ich habe ja zur Zeit garnichts in der Hand.

Nur noch ein Gerichtsgutachten von 2012, indem meine "absolute Unfähigkeit Kinder zu erziehen" mit meiner alten Asperger-Diagnose gestützt wird. War damals ein riesen Dilemma als meine Frau und ich ein Kind bekommen haben... Die Akte schlummert hier noch irgendwo. Da ist ein ca. 150 A4 Seiten langes Gutachten drin. Das hat auch das Jobcenter, weil die damals wissen wollten, was mit unserem Sohn ist. Und ich hatte da keine Lust, extra jetzt das ganze Jugendamt-Theater hochzurollen. Also habe ich denen den komplett vollen Ordner mit dem Gerichtsverlauf gegeben, und gesagt: "Ich komme in drei Stunden wieder, ich denke, bis dahin haben Sie das kopiert" Ich wette, meine Fallmanagerin hat sich die noch nichtmal durchgelesen.

Die Kontoauszüge wären ja für die Zukunft kein Problem. Ich kann meine Mutter fragen, ob sie mir da was unterschreibt, dass das kein "Unterhalt" in diesem Sinne ist, sondern... naja sagen wir mal ein Beitrag für meine Frau, damit sie ihren Teil der Miete leisten kann etc etc... Von der Familie meiner Frau braucht man nicht viel erwarten. Die haben alle selbst kein Geld, bzw. sind im Ausland schon vor ihrer Geburt abgetaucht. Aber meine Mutter ist ja nicht unterhalts-verpflichtet. Denn wenn man sich mal überlegt, wann jemand unterhalts-verpflichtet ist, dann sollte bei meinem beschriebenen Werdegang klar sein, dass da schon längst kein Unterhaltsanspruch mehr besteht, weil es sich hier schon längst nicht mehr um die Erstausbildung handelt.

Es sind eigentlich 390€ die auf der Überweisung stehen, aber davon sind 190€ mein Kindergeld, welches sie mir einfach weiterleitet. Natürlich ist das Kindergeld dem Jobcenter bekannt. Man kann es ja mit geringeren Bankgebühren irgendwie rechtfertigen, dass das in eine Überweisung gepackt worden ist, aber das Geld nicht für mich gedacht ist.

Also nun die Frage. Kontoauszüge hin oder her...
Kann ich den Kopf aus der Schlinge vom Arbeitsamt rausziehen, indem ich denen einfach sage: "So ab jetzt bin ich nicht mehr arbeitsfähig, AU vorlegen, und dann einfach den Antrag zurückziehen, und Sozialgeld beantragen? Dann habe ich zumindest ein neues Blatt, welches man neu beschreiben kann. Ich muss dann nur irgendwie von meienr Therapie meine AU bekommen. Nur weiß ich nicht, wie ich den Therapeuten wechseln kann. Ich meine sowas läuft über Monate. Hier ist es Akut, da unterdessen zwei Monatsmieten fällig sind. Alles Übrige kriege ich von den Kindergeldern etc. noch irgendwie bezahlt. Aber die fallen ja auch jetzt der Reihe nach raus. April jetzt geht ein Kindergeld raus. Und nächsten August fällt meines weg. Dann sieht es richtig finster aus.
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Alt 05.03.2016, 07:46   #4
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Standard AW: Brauche dringend Hilfe bei ALG II

Das mit der Arbeitsfähigkeit müsste wohl der ärztliche Dienst klären.
Aber scheint ja begründet zu sein, aber das wird sicher auch nicht
so kurzfristig gehen.

Studienkredit käme wohl auch nicht in Frage, weil deine Frau nach erfolgreichem
Studium auch nicht direkt arbeiten könnte?

Es werden sich sicher noch versierte User melden im Laufe des Tages.
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Alt 05.03.2016, 07:57   #5
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Zitat von professorexabyte Beitrag anzeigen
Mir geht auch immer so ein flaues Gefühl durch den Magen, weil ich unter dem Titel "Sozialhilfe" eher so an Blinde, oder an Gehbehinderte denke. Da drückt immer so fies das Gewissen, willst du dich da hinstellen, und erzählen, du bist so schlecht mit der Gesundheit dran, während da draußen gerade einer mit dem Rollstuhl reingefahren kommt.
Sozialhilfebezieher bestehen nicht nur aus Rollstuhlfahrern, Blinden und Gehbehinderten. Beispiel aus meinem Bekanntenkreis: meine Ex-Nachbarin bezieht eine Erwerbsminderungsrente und aufstockend Sozialhilfe, weil sie eine Psychose hat.

Es geht hier erst einmal nicht um den Stempel, den man bei einem möglichen Bezug von Sozialhilfe auf der Stirn meint zu tragen, sondern um die Sicherung des Lebensunterhalts.
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Alt 05.03.2016, 08:54   #6
professorexabyte
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Standard AW: Brauche dringend Hilfe bei ALG II

Zitat von DeQuill Beitrag anzeigen
Studienkredit käme wohl auch nicht in Frage, weil deine Frau nach erfolgreichem
Studium auch nicht direkt arbeiten könnte?
Genau das ist ja auch das Problem. Kein Kredit würde irgendwie in absehbarer Zeit zurückgezahlt werden können. Ich werde auch noch lange in der Bildung hängen, und meine Frau... keine Ahnung, ob sie jemals wieder einigermaßen gesund und belastbar wird.

Selbst wenn. Solche Kredite sind ja leider nicht an "wenn Sie mal Geld verdienen, dann zahlen sie zurück" sondern an "an Datum X beginnt die Tilgung!" gebunden. Und wenn ich überlege, dass es normalerweise ca. 30 Leistungspunkte pro Semester wären, die man so als Student i.d.R. haben sollte, und meine Frau mit Mühe noch so die 10 schafft, wird das auch noch eine Weile dauern. Sie ist Fachsemester 8, und hat noch nicht mal ihren Bachelor. eigentlich hätte sie dieses Semester ihren Master gemacht.
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Alt 05.03.2016, 09:53   #7
DeQuill
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Standard AW: Brauche dringend Hilfe bei ALG II

Was ich immer nur raten kann bei psychischen Problemen aus eigener Erfahrung, holt Euch Hilfe.
Beratung bei gemeinnützigen Organisationen oder Sozial-Psychiatrischer Dienst die können helfen.
Idealerweise hast Du dann auch jemand der mit dir zu den Behörden geht und kompetent ist.
Ich habe das auch gescheut weil ich zu stolz war usw. und mir wurde geholfen.
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Alt 05.03.2016, 10:15   #8
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professorexabyte, aus dem, was Du über Deine Frau und Dich schreibst, schließe ich vorerst, dass die Sozialhilfe wohl die einzig mögliche Sozialleistung ist, die in Eurer Situation realistisch ist. Ihr beiden sträubt Euch dagegen, Ihr solltet aber realistisch bleiben.

ALG II hingegen ist kein Zuckerschlecken, ganz im Gegenteil. ALG II ist in vielen Fällen ein belastender Faktor, den man nicht unterschätzen sollte. ALG II kriegt man nur, wenn man arbeiten kann, mindestens 3 h pro Tag. Und die Jobcenter tun alles Erdenkliche, die Leute in Arbeit zu kriegen, egal, wie mies die Jobs sind, egal wie schlecht sie bezahlt werden. Hinzu kommen die Geldkürzungen (Sanktionen), wenn man nicht das macht, was das Jobcenter von einem will. Nun ja, man kann sich gegen so was wehren, aber das kann auch nervenaufreibend sein. Wollt Ihr Euch das antun?
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Alt 05.03.2016, 12:24   #9
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Zitat von professorexabyte Beitrag anzeigen
Meine Diagnose für Asperger ist unterdessen über 10 Jahre alt. Ich war 11 damals. Ich habe auch einen Schwerbehindertenausweis (60% kein Buchstabe) gehabt. Habe aber in meiner Jugend keinen Nutzen darauf ziehen können, keine günstigeren Bahnfahrten etc etc. deshalb haben meine Mutter und ich ihn nicht verlängern lassen. Und die aktuelle Therapie hat ja bis jetzt null gelbe Zettel (AU) abgeworfen, weil ich da immer zu feige für war nach zu fragen.

Wie soll ich denn da zum Sozialamt gehen? Ich habe ja zur Zeit garnichts in der Hand.
Warst du nach dieser stationären Behandlung bei keinem Psychologen mehr? Nicht mal bei einem Kinder- und Jugendpsychologen?

Ich frage das jetzt mal so weil, ohne dir jetzt an den Kopf stoßen zu wollen, ich die Diagnose so etwas anzweifle. Das passt von der Geschichte und der Gesamtkonstruktion her einfach nicht. Es sollte zwar in dem Bereich keine Fehldiagnosen geben, aber leider passiert es dann doch. War bei mir genau das selbe, man wollte in mir auch mal einen Asperger gesehen haben (mit 16, nachdem die Möglichkeit noch mit 13 "garantiert ausgeschlossen" war), inzwischen weiß man, dass das völliger Quatsch ist.

Übrigens finde ich, das wertvollste am Schwerbehindertenausweis (wenn man ihn in so jungen Jahren bekommt) ist die zeitlich unbegrenzte Familienversicherung, die direkt mit dran hängt. Die ist Gold wert, wenn man mal wieder vom JC sanktioniert wird und den Krankenversicherungsschutz verliert, dass man dann nicht auch noch Schulden bei der KK macht und womöglich noch in die Notversorgung fällt (wo man dann im Notfall einfach sterben gelassen wird).

Zitat von professorexabyte Beitrag anzeigen
Nur noch ein Gerichtsgutachten von 2012, indem meine "absolute Unfähigkeit Kinder zu erziehen" mit meiner alten Asperger-Diagnose gestützt wird. War damals ein riesen Dilemma als meine Frau und ich ein Kind bekommen haben...
Kenne ich zu gut aus den Medien. Es gibt da wirklich übereifrige Jugendämter die teilweise sehr fragwürdige Gutachten erstellen. Ich kenne jetzt die Krankheiten deiner Frau nicht (muss ja etwas ernstes sein, wenn schon ein Betreuer bestellt wird), aber als Asperger (angenommen, es wäre so) kann ich mir vorstellen, dass es mit einem Kind nicht einfach ist weil man den Kleinen einfach nicht verstehen kann, weil man die nonverbalen Signale des Kindes nicht versteht (und ein Kind redet nun mal in den ersten Monaten seines Lebens *nur* nonverbal). Das heißt aber nicht automatisch, dass man ein schlechter Vater ist.

Es ist aber sehr mühselig und kostet Zeit und Nerven, sich gegen ein falsches Gutachten vom Jugendamt zu wehren. Es gibt ja viele andere Fälle die ich aus den Medien kenne wo auch andere Familien ähnlich verzweifelt sind, wo ihnen sogar der Kontakt zum Kind komplett verweigert wird und das sogar mit Polizeigewalt versucht wird durchzusetzen. Das ist teilweise richtig hart.
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Alt 06.03.2016, 00:39   #10
professorexabyte
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professorexabyte
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Naja es gab durchaus weitere Maßnahmen, als nur den Aufenthalt in einer KJP.

Vor der KJP (mit 11 Jahren) waren bestimmt schon 2 Jahre lang Therapiestungen, die erstmal den Verdacht auf Asperger Syndrom als "Schlusswort" hatten. Nur hieß es damals: "Tja ich bin mir 100% sicher, was mit ihrem Sohn ist, aber ich kann die endgültige Diagnose "Asperger" nicht stellen, das muss in der KJP gemacht werden". Dann war ich mit 11 in der KJP für 12 Wochen, und danach war das "Asperger" amtlich. Aber auch danach waren noch Maßnahmen gemacht worden.

Ich war ich, bis ich 13 war, noch bei weiteren Therapie-Sitzungen, und ausserdem hat man mich bis ich Ende 15 war, noch in so einer Nachmittags-Tagesgruppe "gefoltert" wo ich dann auf einem Bauernhof mit vielen kleinen 7-11 jährigen Nervensägen den ganzen Tag irgendwelche "Backe Backe Kuchen" Geschichten machen durfte, und ständig mit verquollenen Augen nach Hause gekommen bin, weil ich schon immer eine fiese Perdehaaralleargie hatte. Aber das war denen wohl schei*s egal. Meiner Mutter war das egal, der Tagesgruppe war das egal, auch dem Jugendamt, welches diese Maßnahme ja getragen und befürwortet hat war das egal...
Nunja das einzigen wirklich freien Jahre hatte ich dann mit Ende 15- Ende 16. Da habe ich dann endlich mal meine Nachmittage für mich gehabt, um meinen Hobbies nachzugehen.

Naja und mit 17 hatte ich dann meinen Hauptschulabschluss (übrigends auch auf einer Schule für schwer erziehbare, wo ich dann als Asperger, der einfach nur "anders" war, mit diesen ganzen Hopper-Schläger-Vollidioten (entschuldigung für diese Wortwahl, aber für solche Menschen findet man keine anderen Bezeichnungen) in einer Klasse war, die mich dann immer systematisch verprügelt haben)

Und da habe ich über Kontakte dann meine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton bei einer Firma im Raum Braunschweig bekommen, die sowieso eher als kreativer Haufen zu bezeichnen war. Diese Firma hatte ihr Studio und ihre Räumlichkeiten in einen alten Lokschuppen in Lengede (ja da wo das Grubenunglück war) gebaut, und da war keine unnötige Bürokratie. Da war man nicht "der Arbeitskollege" da war man Kumpel. Sozusagen... Der Firma ging es auch zimlich gut. Wir hatten Aufträge ohne Ende, nur dann war das Problem, dass die Finanzkriese 2008 noch so ihre Spuren hinterlassen hatte, und el'cheffe trotzdem natürlich noch 3 Corvette C6 etc. fahren musste, die Buchhaltung ist nicht mehr hinterhergekommen, und so war die Firma mitte 2010 in der Insolvenz.

Und naja am Anfang dieses Themas liest man es ja schon. Damit war der eigentlich bis dahin normale Lebenslauf im Eimer, weil ich wo anders in Firmen einfach nicht mehr klar gekommen bin. Und seit dem bin ich auch mit meinen Problemen auf mich gestellt. Denn bei meiner Familie, da erzähle ich nicht mehr, wenn was schief läuft. Die wissen nur, dass ich mal "aus Leistungsproblemen" 'ne Klasse wiederholt habe, und glauben, dass es auf der Abendschule halt länger dauert. Ich kann denen nicht erzählen, dass ich da immer wieder abbrechen musste. Denn meine Mutter ist so eine "Leistungs-Person" die läuft den ganzen Tag hektisch im OP im Krankenhaus rum, und regt sich meist auch immer bei Supermärkten an der Kasse auf, mit solchem Tenor wie: "Wenn wir im OP so arbeiten würden, wie die an der Kasse, wären die Patienten schon tot!". Ich glaube bei einer solchen Person kommt es nicht gerade gut, wenn man dann noch was von irgendwelchen Klassenabbrüchen erzählt...
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Alt 06.03.2016, 18:25   #11
Pichilemu
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Standard AW: Brauche dringend Hilfe bei ALG II

Mein Gedanke ging halt dahingehend, dass Aggressionsprobleme eigentlich absolut unüblich für Menschen mit Asperger-Syndrom sind.

Aber mit so einer Therapie wäre auch ein echter Asperger nicht glücklich geworden. Es ist wohl bei manchen Institutionen immer noch nicht angekommen, dass psychisch kranke Menschen nicht wie kleine Kinder behandelt werden wollen.

Jetzt aber nochmal zurück zu der Frage mit der Überweisung: habt ihr beide eigentlich ein gemeinsames Konto? Dann wäre es nämlich ein leichtes, dem JC zu erklären, dass die 200 € Zuwendungen an die Schwiegertochter (also deine Frau) sind. Denn da sie ja wegen ihres Studiums von Leistungen ausgeschlossen ist, dürfen ihre Einnahmen nicht einfach so bei dir angerechnet werden.
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Alt 06.03.2016, 19:18   #12
Te expecto
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Ich tippe mal, dass deine Frau " Hashimoto" hat und verstehe nicht wirklich, warum sie sich nicht behandeln lässt. Es gibt viele Menschen, die gelernt haben, mit dieser Krankheit zu leben.
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Alt 06.03.2016, 19:36   #13
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Zitat von schlaraffenland Beitrag anzeigen
professorexabyte, aus dem, was Du über Deine Frau und Dich schreibst, schließe ich vorerst, dass die Sozialhilfe wohl die einzig mögliche Sozialleistung ist, die in Eurer Situation realistisch ist. Ihr beiden sträubt Euch dagegen, Ihr solltet aber realistisch bleiben.

Die Frage ist ja, ob sie überhaupt einen Anspruch darauf haben, denn erst Mal müsste ja die erwerbsunfähigkeit festgestellt werden.
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Alt 06.03.2016, 19:43   #14
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Zitat von Te expecto Beitrag anzeigen
Ich tippe mal, dass deine Frau " Hashimoto" hat und verstehe nicht wirklich, warum sie sich nicht behandeln lässt. Es gibt viele Menschen, die gelernt haben, mit dieser Krankheit zu leben.
Die Beschreibung klingt eher nach Morbus Basedow. Das ist weitaus übler als Hashimoto.
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Alt 06.03.2016, 20:03   #15
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Zitat von Pichilemu Beitrag anzeigen
Die Beschreibung klingt eher nach Morbus Basedow. Das ist weitaus übler als Hashimoto.
In beiden Fällen ist eine Behandlung nötig. Verstehe nicht wirklich, warum man die ablehnt. Gibt Menschen, die nehmen ihr Leben lang Medikamente um leben zu können.
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Alt 06.03.2016, 20:16   #16
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Zitat von Te expecto Beitrag anzeigen
In beiden Fällen ist eine Behandlung nötig. Verstehe nicht wirklich, warum man die ablehnt. Gibt Menschen, die nehmen ihr Leben lang Medikamente um leben zu können.
Es dürfte eher damit zusammenhängen dass sie ihr Studium nicht aufgeben will. Das müsste sie nämlich, denn beide Behandlungsoptionen (Radiojodtherapie und operative Entfernung der Schilddrüse) sind zwangsläufig mit einem langen stationären Krankenhausaufenthalt verbunden. Damit wäre dann das Studium im Eimer. Und wenn sie wirklich einen Einser-Schnitt hatte als es zu der Erkrankung kam hatte sie vermutlich noch die Hoffnung das Studium irgendwie zu Ende führen zu können damit all die Mühe nicht umsonst war.

Also ich kann ihre Denkweise zumindest nachvollziehen, auch wenn es gesundheitlich natürlich nicht gut ist.
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Alt 06.03.2016, 21:11   #17
Te expecto
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Zitat von Pichilemu Beitrag anzeigen
Es dürfte eher damit zusammenhängen dass sie ihr Studium nicht aufgeben will. Das müsste sie nämlich, denn beide Behandlungsoptionen (Radiojodtherapie und operative Entfernung der Schilddrüse) sind zwangsläufig mit einem langen stationären Krankenhausaufenthalt verbunden. Damit wäre dann das Studium im Eimer. Und wenn sie wirklich einen Einser-Schnitt hatte als es zu der Erkrankung kam hatte sie vermutlich noch die Hoffnung das Studium irgendwie zu Ende führen zu können damit all die Mühe nicht umsonst war.

Also ich kann ihre Denkweise zumindest nachvollziehen, auch wenn es gesundheitlich natürlich nicht gut ist.
Dann setzt sie ein Semester aus. Solange liegt man heutzutage nicht mehr im Krankenhaus.

Mir geht irgendwie das Verständnis flöten, wenn man sich sowenig um sich selbst kümmert und es lieber in Kauf nimmt, schwerst krank zu werden, weil man eine medikamentöse Behandlung ablehnt.

Die beiden scheinen mir sehr intelligent zu sein ( gerade Asperger Leute haben ja häufig einen recht hohen IQ) Aber das da der gesunde Menschenverstand aussetzt, ist mir ein Rätsel.
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Alt 07.03.2016, 02:35   #18
professorexabyte
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Ja sie hat leider ihr eigenes Konto. Das ist ja das Problem. Nungut, die Begründung, meine Mutter könne Bankgebühren sparen, wenn sie nur eine statt zwei Überweisungen macht, ist ja auch etwas blöd, oder?

Ich kenne den medizinischen Fachbegriff jetzt nicht. Aber ja, es ist eine Schilddrüsenüberfunktion.
Nun meine Frau will halt mit Ärzten nicht mehr viel zu tun haben... Wenn man sich mal anschaut, sie in ihrer Vergangenheit alles schon durchmachen musste, wegen irgendwelchen Ärzten.

Sie hat beispielsweise extreme Platzangst. Sie ist damals in ihrer ersten eigenen Wohnung wahnsinnig geworden (war so eine typische Situation: Zuhause im Elternhaus Zoff, und keine vernünftige Wohnung zur Verfügung, damals noch mitten in der Schulzeit etc. etc. Da war dann nur so ein kleines 40m² Loch unter der Dachschräge drin. Nachdem die Möbel drinnen standen, sah das auch echt verboten aus.

Nachdem sie auch schonmal eine Nacht draußen auf einer Parkbank geschlafen hat, weil sie in der Wohnung Zustände bekommen hat, hat sie sich eine Überweisung in einen stationären Aufenthalt in einer Psychatrie geben lassen. Sie wollte eine Therapie wegen ihrer Platzangst.

Was hat sie bekommen? Keine Therapie, stattdessen nur 20 Diagnosen, damit die Krankenkassen besser bezahlen, eine Berufsbetreung, weil sie lediglich gesagt hat: "Ich brauche jemanden, der hier durch diesen ganzen Papierkrieg von dem Ämtern etwas durchbickt". Selbst der Richter hat ihr nicht gesagt, dass es sich um eine vollständige Bevormundung handelt. Das war ein ca. 1,5 Jahre langer Prozess das wieder loszuwerden. Denn diese Betreuung hat alles lebensplanerische aufgehalten, schwieriger gemacht etc etc.

Die Berufsbetreuung hat das Jugendamt eingeschaltet, weil sie während ihres Klinikums-Aufenthaltes schwanger war, und die ganzen Jahre 2010-2012 hat man quasi mehr im Gerichtssaal gesessen, als am Esstisch. Unser Anwalt hat zum Schluss auch noch schön Partei für die Gegenseite ergriffen, also da kommt schon ganz schön was zusammen. Dazu noch diverse Operationen am Knie, die irgendwie nicht wirklich was gebracht haben, und es komischerweise besser geworden ist, als sie sich NICHT mehr zum Arzt begeben hat.

Wenn man sich das alles so anschaut, was Ärzte ihr alles schon angetan haben, kann ich voll und ganz verstehen, dass sie keine Lust mehr hat irgendwas von Ärzten machen zu lassen. Ihre Schilddrüse zu entfernen würde eine Abhängigkeit von irgendwelchen Medikamenten voraussetzen. Deren kostenloser Zugang vermutlich auch nicht sichergestellt ist, und man sich irgendwann evtl. die Medikamente nicht leisten kann. Weil man bis jetzt überall draufzahlen soll.

Also eine Erwerbsunfähigkeit soll mal für sie nicht das Problem sein. Denn in dem Zustand kann sie ja noch nicht mal richtig studieren, weil ich sie schon immer in die Uni fahren muss, uns sie mehr als 1-2 Vorlesungen oder Seminare pro Tag nicht überlebt. Nur wie geht man da vor? Wo muss sie hin, damit sie beim Sozialamt sagen kann: "So sieht's aus, ich beantrage mal..."? Ich meine der permanente Puls und die Blutwerte sprechen ja für sich. Und den einen oder anderen Zettel von vor 2 Jahren, wo das Ganze losgegangen ist, hat sie ja noch.

Aber wo soll ich hin für eine Erwerbsunfähigkeit? Das zieht doch einen Prozess nach sich, der Monate dauern würde...
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Alt 07.03.2016, 07:03   #19
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Zitat von professorexabyte Beitrag anzeigen
Aber wo soll ich hin für eine Erwerbsunfähigkeit? Das zieht doch einen Prozess nach sich, der Monate dauern würde...
Oberste Behörde für die Feststellung einer Erwerbsunfähigkeit ist die Deutsche Rentenversicherung (DRV). Für andere Behörden, wie die Agenturen für Arbeit, die Jobcenter und die Sozialämter ist eine von der DRV festgestellte Erwerbsunfähigkeit bindend.

Deine Frau müsste also einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) bei der DRV stellen. Problem dabei: die DRV wird Deiner Frau eine Erwerbsminderungsrente wahrscheinlich nicht bewilligen, weil sie nicht lang genug in die Rentenversicherung eingezahlt hat.

So wie ich das verstehe, prüft die DRV bei einem solchen Antrag zuerst, ob ausreichend Beitragszeiten für die Bewilligung einer EM-Rente vorliegen. Erst wenn diese erfüllt sind, prüft die DRV in einem zweiten Schritt, ob die medizinischen Voraussetzungen für den Bezug der EM-Rente vorliegen. Sind beide Voraussetzungen erfüllt, bewilligt die DRV die EM-Rente. Wobei ich nicht unerwähnt lassen möchte, dass so mancher Antragsteller gegen die DRV klagen muss, weil ihm/ihr die Rente versagt worden ist durch die DRV. Die Chancen, die EM-Rente ohne Klage vor dem Sozialgericht bewilligt zu bekommen steigen jedoch mit der Schwere der Erkrankungen, die ein Antragsteller nachweisen kann.

Die DRV erstellt jedoch nach Durchlaufen dieser beiden Schritte ein sozialmedizinisches Gutachten über die Leistungsfähigkeit des Antragsstellers in Bezug auf eine mögliche Teilhabe am Arbeitsleben. Dieses Gutachten ist bindend für andere Ämter, wie eben auch das Sozialamt.

Es kann aber auch sein, dass das Sozialamt so etwas wie einen ärztlichen Dienst hat, der eine mögliche Erwerbsminderung < 3 h pro Tag feststellt.

Deswegen empfehle ich Folgendes:

Rufe die DRV mal an und frage dort, wie im Fall Deiner Frau zu verfahren ist um eine Erwerbsminderung festzustellen. Hier deren Telefonnummer:

Deutsche Rentenversicherung - Servicetelefon - Servicetelefon rund um Rente und Rehabilitation
__

Ich bin kein Rechtsanwalt. Für meine Handlungsempfehlungen und Rechtsauslegungen übernehme ich keine Haftung. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
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Alt 07.03.2016, 08:17   #20
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Sie hat noch nie irgendwo irgendwas eingezahlt. Sie hat noch nirgends irgend eine Nummer für irgendwas. Ihre Laufbahn war bis jetzt ausschließlich schulischer Natur, ohne je irgendwo einen cent verdient zu haben. Sie ist ja auch gerade erst ende 24 Jahre alt.

Kann doch unmöglich voraussetzung dafür sein, dass man Gelder bekommt. Ich meine, es gibt doch dafür sowas wie Grundsicherungen etc. Ich meine, es ist ja jetzt nichts aussergewöhnliches, dass jemand bevor er überhaupt einen Cent verdient hat, länger als 6 Monate ausfällt, und kein Geld hat...
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Alt 07.03.2016, 08:23   #21
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professorexabyte, es geht darum festzustellen, ob sie erwerbsgemindert ist oder nicht. Falls festgestellt wird, dass sie weniger als 3 h pro Tag arbeiten kann, hat sie in Bezug auf die Frage nach der Erwerbunsfähigkeit Anspruch auf Sozialhilfe.

Da die DRV die oberste Entscheidungsinstanz ist, ob eine Erwerbsminderung vorliegt oder nicht, würde ich mal bei der DRV anrufen und mich dort erkundigen. Die können Dir auch sicherlich sagen, ob das Sozialamt selber Ärzte beauftragt um eine Erwerbsminderung festzustellen, oder ob das immer über die DRV laufen muss. Ich weiß das nicht.
__

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Alt 07.03.2016, 09:23   #22
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So, habe mal eben bei der DRV angerufen. Die sind grundsätzlich für sowas nicht zuständig. Die haben gesagt, dass man das natürlich über Sozialhilfe laufen lassen müsste, und dort vor Ort dann darüber entschieden wird, und die DRV damit grundsätzlich nichts zu tun hätte. Die haben nur was mit Erwerbsminderungs-Rente zu tun. Aber das scheint ja komplett die falsche Adresse zu sein.
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Alt 07.03.2016, 09:37   #23
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Zitat von professorexabyte Beitrag anzeigen
So, habe mal eben bei der DRV angerufen. Die sind grundsätzlich für sowas nicht zuständig. Die haben gesagt, dass man das natürlich über Sozialhilfe laufen lassen müsste, und dort vor Ort dann darüber entschieden wird, und die DRV damit grundsätzlich nichts zu tun hätte. Die haben nur was mit Erwerbsminderungs-Rente zu tun. Aber das scheint ja komplett die falsche Adresse zu sein.
Du stellst bitte einen schriftlichen Antrag auf Feststellung der Erwerbsfähigkeit direkt an die DRV und wartest ab. Am Telefon sagen sie mitunter oft viel Blödsinn, wenn der Tag lang genug ist.

Formulare gibt's hier: Deutsche Rentenversicherung - Rente - Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit einschließlich Krankenversicherung der Rentner
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Alt 07.03.2016, 11:35   #24
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Zitat von Diplomjodler Beitrag anzeigen
Du stellst bitte einen schriftlichen Antrag auf Feststellung der Erwerbsfähigkeit direkt an die DRV und wartest ab. Am Telefon sagen sie mitunter oft viel Blödsinn, wenn der Tag lang genug ist.
Wenn sie aber wirklich ihr ganzes Leben lang noch nie gearbeitet hat wird das lediglich dazu führen dass der Antrag abgelehnt wird weil die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Damit kommt sie beim Sozialamt kein Stück weiter.

Im Übrigen hat so ein Antrag vermutlich keine Chance wenn sie sich einfach nicht behandeln lässt, weil es dann heißt, dass die Erwerbsminderung selbst verschuldet sei und das führt zum Leistungsausschluss, siehe § 103 SGB VI.
Pichilemu ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.03.2016, 12:48   #25
Diplomjodler
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Das mag stimmen, aber dann hat man es wenigstens schriftlich und weiß, wo man dran ist.
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