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Start > > -> Endlich Ausbildung = Weg in die Verschuldung?

ALG II Rund ums Thema Arbeitslosengeld II


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Alt 06.12.2005, 13:30   #1
TT
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Registriert seit: 27.10.2005
Beiträge: 24
TT
Standard Endlich Ausbildung = Weg in die Verschuldung?

Hallo

Meine Freundin und ich leben seit langem zusammen und beziehen beide ALG II.
Im Oktober bekam sie eine überbetriebliche Ausbildung angeboten und hat diese auch angenommen. Damals wurden ihr bereits falsche Versprechen gemacht bei der Vertragsunterzeichnung sie konnte sich entscheiden unter einem normalem Azubigehalt (Hungerlohn + Berufsausbildungsbeihilfe + Wohngeld) oder einer Aufwandsentschädigung (für Fahrtkosten + ALG II).
Blauäugig wie wir waren haben wir letzteres natürlich genommen damit sie sich voll und ganz auf ihre Ausbildung konzentrieren kann ohne erneute Rennereien auf die Ämter.
Man muss dazu sagen wir sind von Giessen damals nach Leipzig gezogen in eine gemeinsame Wohnung.

Nach der ersten Woche kamen dann schon die ersten Zweifel ob das alles so klappt mit dem Geld da es plötzlich hiess von Seiten ihres Arbeitgebers sie müsse doch BaB beantragen.
Ok mussten wir doch in den sauren Apfel beissen und haben alles ordentlich gemeldet und alle Unterlagen besorgt und damit fangen die Probleme an.
Ihr BaB-Antrag kann nicht angenommen werden da sie ihren original Lehrvertrag nicht hat. Dieser liegt zur Unterschrift bei der IHK welche eine Bearbeitungsdauer von 3 Monaten für sich beansprucht und eine vorzeitige Herausgabe nicht möglich ist (laut Aussage IHK).
Ihr BaB-Antrag, wenn er dann endlich mit Lehrvertrag komplett ist, benötigt weitere 8-12 Wochen (laut Aussage des Mitarbeiters).
In dieser Zeit soll normalerweise ALG II weiter bezahlt werden bis der entsprechende Antrag durch ist und das Geld muss zurückgezahlt werden.

Aber nun wurden am 1.12. alle Zahlungen an uns eingestellt. Nachdem ich persönlich auf der ARGE war um nachzufragen warum wir kein Geld mehr bekommen wurde mir mitgeteilt das sie nicht weiter zahlen können da meine Freundin ihren Teil sonst nicht zurückzahlen kann.
Klar beläuft sich die Rückzahlungssumme nach 2 Monaten bereits auf ca 750€ nur können wir nichts für Bearbeitungszeiten für Ämter.
Ich habe heute meinen Teil ausgezahlt bekommen per Barauszahlung nur reicht das gerade mal für Miete, ihre Fahrtkosten (sie muss 40km zur Berufsschule mit dem Zug was monatlich 77€ ausmacht für die Monatskarte) und Nebenkosten.
Abgesehen davon das die Einstellung ohne irgendwelche Ankündigung kam frage ich mich was wir diesen Monat essen sollen. Dabei denke ich noch nicht mal an Weihnachten was vor der Türe steht das ist als ALG II Empfänger sowieso gestrichen.

Was können wir machen um uns nicht weiter zu verschulden ohne gleichzeitig irgendwann zu verhungern?
Eine Ausbildung zu bekommen ist schwer genug warum wird man für lange Bearbeitungszeiten bestraft?
Als ich nachgefragt habe was wir für die langen Bearbeitungszeiten können und wie wir die nächsten Wochen von dem Geld leben sollen bekam ich nur als Antwort: "Wir sind doch keine Dienstleistungsbehörde wo jeder kommen kann wann er will".
TT ist offline  
Alt 06.12.2005, 20:04   #2
narssner->Emailproblem
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Registriert seit: 01.11.2005
Beiträge: 150
narssner
Standard IHK kann und muß beglaubigte Kopie herausrücken

augenblick bitte. Jede Behörde kann ein Schriftstück, was sie selbst ausgestellt hat, selbst beglaubigen.
Der IHK ist es somit möglich, den vollständigen Lehrvertrag zu kopieren und zu beglaubigen. Und dann zu schicken.
Und eine andere Behörde kann das notfalls erzwingen.
Persönlich würde ich eine Einstweilige Anordnung hier scharf überdenken und erwägen.
einen freundlichen Gruß
narssner
narssner ist offline  
Alt 02.02.2006, 12:55   #3
TT
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Threadstarter/in Threadstarter/in
 
Registriert seit: 27.10.2005
Beiträge: 24
TT
Standard

Hallo

Es ist nun ein wenig Zeit vergangen und gab diverse Termine zwischen den einzelnen Ämtern.
Am Anfang ihrer Ausbildung hiess es sie würde weiterhin ALGII bekommen und das Geld was sie von ihrem Ausbildungsbetrieb bekommt ist eine Aufwandsentschädigung für Fahrtkosten etc.
Wir haben dies nun auch endlich schriftlich vorliegen das es nur ein Zuschuss zum Lebensunterhalt ist allerdings bringt es uns leider garnichts mehr da man sie inzwischen geschickt in die BaB abgeschoben hat und wir immerwieder zu hören bekommen BaB gilt vor ALGII.

Für uns bedeutet das nun das meine Freundin anstatt ALGII mit Zuschuss zur Miete nur noch ihren Zuschuss zum Lebensunterhalt von ihrem Unternehmen 164€ + BaB lächerliche 76€ bekommt.
Sie bekommt nur so wenig BaB da ihre Mutter zu viel verdient wobei deren Ausgaben überhaupt nicht angerechnet werden und sie demnach theoretisch 330€ Unterhalt zahlen muss.
Zahlen könnte sie das auch nur wenn sie ihren Job aufgeben würde um die Kosten für den Arbeitsweg und die private Krankenversicherung zu sparen. Sie ist Beamtin (deswegen die priv. Krankenversicherung als Pflicht) und ihr Arbeitsplatz ist nicht ohne Auto zu erreichen.
Uns wurde schon gesagt wir sollen den Unterhalt einklagen nur wovon soll sie es denn bitte bezahlen abgesehen davon das sowas dann auch noch das Verhältnis belasten würde?
Damals als ALGII beantragt wurde hat das Amt ja auch keine Unterhaltspflicht festgestellt von beiden Eltern weil das Einkommen zu niedrig wäre wieso jetzt plötzlich doch?

Aktuell ist es nun so das uns 330€ im Monat fehlen welche vorher fest für Essen eingeplant waren wobei unsere Ausgaben durch Fahrtkosten aber gestiegen sind und wir wissen langsam nicht mehr weiter oder wo wir sparen könnten.
TT ist offline  
Alt 02.02.2006, 15:39   #4
*Baja*->Emailproblem
Emailadresse berichtigen!
 
Registriert seit: 05.11.2005
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Beiträge: 61
*Baja*
Standard

Zitat:
Uns wurde schon gesagt wir sollen den Unterhalt einklagen nur wovon soll sie es denn bitte bezahlen abgesehen davon das sowas dann auch noch das Verhältnis belasten würde?
Es gibt doch beim Gericht diesen Beratungsschein. Damit kann man sich erstmal beraten lassen.
Dann kann man noch Prozeßkostenhilfe beantragen; - wenn man wenig Geld hat.

Klar belastet das die Beziehung zu den Eltern, aber was solls ?
Die Eltern wissen ganz genau, dass sie eine bestimmte Zeit für ihre Kinder aufkommen müssen, - und dass sie für den Unterhalt zuständig sind.

... und wenn die Mutter nicht zahlen will... dann muss man das halt anders machen....
Ja, das klingt hart, ich weiß .... aber so kann es ja doch auch nicht weitergehen, oder ?

LG *Baja*
*Baja* ist offline  
Alt 02.02.2006, 20:45   #5
TT
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Registriert seit: 27.10.2005
Beiträge: 24
TT
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Das Problem liegt ja auch nicht darin das sie es nicht zahlen will sondern das sie es nicht zahlen kann ohne ihren Job aufzugeben. Das Amt sieht nur das Gehalt ohne aber die tatsächlichen Ausgaben zu beachten und Klage würde keiner Seite helfen.
TT ist offline  
Alt 02.02.2006, 23:01   #6
Silvia V
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Zitat von TT
Das Problem liegt ja auch nicht darin das sie es nicht zahlen will sondern das sie es nicht zahlen kann ohne ihren Job aufzugeben. Das Amt sieht nur das Gehalt ohne aber die tatsächlichen Ausgaben zu beachten und Klage würde keiner Seite helfen.

Vielleicht ist da etwas falsch gelaufen,denn das Einkommen der Mutter
müßte bereinigt werden.Vorsorgeaufwendungen,Kosten der Fahrten zur
Arbeit u.a. mindern das Einkommen.

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