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Start > > -> 75%-Stelle zwangsweise aufgeben?

ALG II Rund ums Thema Arbeitslosengeld II


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Alt 01.07.2014, 08:45   #1
Grüblerin
Elo-User/in
 
Registriert seit: 26.01.2014
Beiträge: 67
Grüblerin Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard 75%-Stelle zwangsweise aufgeben?

Moin!

Ich brauche diesmal Hilfe für einen Freund, der nach seiner erfolgreichen Umschulung zum IT-Systemkaufmann leider wieder arbeitslos ist.
Er und seine Verlobte (BG) sind völlig verzweifelt und gerade in Panik. Situation:

Er bezieht wieder Alg2 wie vor der Umschulung, sie hat seit 4 Jahren eine Teilzeit-Stelle (75%) als Betreuungsassistentin im Altenheim,
unbefristet seit 3 jahren. Nun will das JC, dass sie diese Teilzeitstelle aufgibt und sich eine Vollzeitstelle sucht.

Wie bescheuert ist DAS denn!!! Als ob das so einfach wäre... sie sucht ja schon jahrelang! Besser einen 75%-Job als gar keinen!
Aber so denken anscheinend nur wir, nicht das JC... sie hat bereits einen Termin zur Jobvermittlung bekommen.

Kann das JC sie zwingen, ihren unbefristeten sicheren Arbeitsplatz aufzugeben? Eine Vollzeitstelle kann man ihr im Altenheim anscheinend
nicht anbieten, sonst wäre das ja schon längst geschehen, denke ich, werde da aber nochmal nachfragen. Ist gerade nicht möglich,
sie sind gerade auf dem Weg zum JC, er hat den üblichen Termin zwecks "Besprechen der beruflichen Situation" und sie geht als Zeugin mit.

Danke für Eure Tips!
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Alt 01.07.2014, 09:10   #2
Fritz Fleißig
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 08.03.2013
Beiträge: 3.325
Fritz Fleißig Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: 75%-Stelle zwangsweise aufgeben?

Solange sie ALG II bezieht, muß sie versuchen, eine besser bezahlte Stelle zu bekommen, um nicht mehr auf Sozialleistungen angewiesen zu sein. Das Herauskommen aus der Hilfsbedürftigkeit ist oberstes Ziel, denn ALG II ist nicht als dauernder Lohnzuschuß gedacht.

Sie muß sich also in angemessenem Umfang auf solche Stellenangebote bewerben oder sich eine kleine Zusatzbeschäftigung suchen. Dabei kann (und muß) sie allerdings angeben, daß sie derzeit schon eine Teilzeitbeschäftigung hat und selbstverständlich die dort vereinbarte Kündigungsfrist einhalten müßte, so daß sie nicht sofort zur Verfügung stehen kann.

Eine Kündigung der jetzigen Tätigkeit, um dann erst nach einer Vollzeitbeschäftigung zu suchen, kommt überhaupt nicht in Frage. Hier würde sogar eine Sanktion drohen. Sollte das Dschobb-Zenter so etwas tatsächlich fordern, dann unbedingt eine entsprechende schriftliche Aufforderung verlangen. Die wird es mit einiger Sicherheit nicht geben.
__

Meine Beiträge stellen nur persönliche Erfahrungen oder Meinungen dar und sind keine Rechtsberatung.
Fritz Fleißig ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.07.2014, 09:19   #3
Grüblerin
Elo-User/in
Threadstarter/in Threadstarter/in
 
Registriert seit: 26.01.2014
Beiträge: 67
Grüblerin Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: 75%-Stelle zwangsweise aufgeben?

Hallo Fritz Fleißig,

danke für Deine Antwort!

Sie sucht ja auch schon länger, aber in ihrer Gegend und Umkreis gibt es keine Vollzeitstellen.
D.h. also, wenn dieser "Vermittler" ihr eine Vollzeitstelle anbietet ist sie verpflichtet, sich dort vorzustellen?
Und muss sie jede Arbeit annehmen, Hauptsache Vollzeit, also auch Callcenter, Putzjob oder was auch immer???
Und wenn dieser Job befristet ist?

Ihr jetziger AG ist sicherlich not amused wenn sie für ein Vorstellungsgespräch frei nimmt...
Und wenn sie dort kündigt, die Probezeit aber nicht übersteht und wieder arbeitslos ist...
... dann hat das JC im Endeffekt mehr zu zahlen als jetzt.
Grüblerin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.07.2014, 09:53   #4
Fritz Fleißig
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 08.03.2013
Beiträge: 3.325
Fritz Fleißig Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: 75%-Stelle zwangsweise aufgeben?

Nur die Höhe des Verdienstes ist entscheidend, nicht die Vollzeitbeschäftigung an sich. Wenn sie mit einer unqualifizierten Vollzeittätigkeit weniger verdienen würde als jetzt, hat die jetzige besser bezahlte Teilzeittätigkeit natürlich Vorrang (Minderung der Hilfsbedürftigkeit).

Zeitliche befristete Stellen sind nicht an sich unzumutbar. Auch bei der jetzigen Beschäftigung wäre schließlich eine Kündigung denkbar. "Sicher" ist in der heutigen Zeit kaum noch eine Arbeitsstelle, sofern man nicht Beamter auf Lebenszeit ist. Die "wahrscheinlich auch künftige" Sicherheit des Arbeitsplatzes wäre aber ein Verhandlungsargument gegenüber dem Dschobb-Zenter.

Ergänzung: in diesem Fall würde sich allerdings wahrscheinlich doch eine Unzumutbarkeit ergeben, da deine Freundin derzeit eine unbefristete Stelle hat. Die Aufgabe einer unbefristeten Stelle zugunsten einer befristeten Stelle führt im Regelfall zu einer Sperrzeit (und damit analog zu einer Sanktion im ALG II), wenn letztere nicht mindestens ein Jahr andauert. Es gibt da zwar Ausnahmen, aber dieses Risiko sollte deine Freundin nicht auf sich nehmen, zumal wenn eine neue Stelle ohnehin nicht so attraktiv ist.

Der jetzige Arbeitgeber muß sie für Vorstellungsgespräche nicht extra freistellen, solange ihre jetzige Stelle ungekündigt ist. Dann muß halt ein neuer Arbeitgeber ein Vorstellungsgespräch in die arbeitsfreie Zeit legen. Die Erfüllung des laufenden Arbeitsvertrages hat schließlich immer Vorrang. Das kann man aber deiner Bekannten nicht anlasten. Sie muß halt nur versuchen (oder zumindest diesen Eindruck erwecken!), sich ausreichend um eine neue Tätigkeit zu bemühen. Und was dann nicht klappt, das klappt eben nicht.

Eine vorsorgliche Kündigung ihres jetzigen Arbeitsvertrages kommt überhaupt nicht in Frage (siehe vorher).
__

Meine Beiträge stellen nur persönliche Erfahrungen oder Meinungen dar und sind keine Rechtsberatung.
Fritz Fleißig ist offline   Mit Zitat antworten
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