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Start > > -> Ein-Euro-Job aus moralischen Gründen ablehnen?

ALG II Rund ums Thema Arbeitslosengeld II


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Alt 09.05.2014, 14:18   #1
Aras
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Aras Aras
Standard Ein-Euro-Job aus moralischen Gründen ablehnen?

Hallo,

(theoretischer Fall)

nehmen wir mal an, man soll einen Ein-Euro-Job bei irgendeinem katholischen Abzocker machen.

Das wäre etwas, was massiv gegen meine Einstellung wäre. Die Kirche hat ja auch ihr eigenes Arbeitsrecht und ich sehe mich mit den Lehren der katholischen Kirche überhaupt nicht auf einer Ebene. Zudem würde ich als konfessionslose Person dort auf eine normale Stelle gar nicht eingestellt werden.

Die Skandale, v.a. Kindesmissbrauch, werden unter den Tisch gekehrt, was u.U. eigene Traumata wieder hervorholt.

Kann man einen Ein-Euro-Job unter diesen Bedingungen verweigern?
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Alt 09.05.2014, 14:35   #2
hope40
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Standard AW: Ein-Euro-Job aus moralischen Gründen ablehnen?

Moral/ethik /eigene, negative erfahrungen (generell) duerften die JC nicht sonderlich interessieren..

Ich denke/vermute, so eine "arbeitsgelegenheit "ist nur unter dem aspekt der "zusaetzlichkeit"anzugreifen...hm..und /oder deiner eigenen, aerztlich attestierten unfaehigkeit, diese ausfuehren zu koennen.
__

liebe grüsse

hope

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Alt 09.05.2014, 14:37   #3
vagabund
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vagabund Enagagiertvagabund Enagagiertvagabund Enagagiertvagabund Enagagiertvagabund Enagagiertvagabund Enagagiertvagabund Enagagiertvagabund Enagagiertvagabund Enagagiertvagabund Enagagiertvagabund Enagagiert
Standard AW: Ein-Euro-Job aus moralischen Gründen ablehnen?

Diese Frage stellt sich mir nicht nur für Ein-Euro-Jobs, sondern betrifft auch Maßnahmen und reguläre Jobs.

Inwieweit kann man diese ablehnen, wenn es einen persönlichen Interessenkonflikt mit der Unternehmensphilosophie gibt?

Sicher käme es zum Rechtsstreit und dann muss es nachvollziehbar begründet sein.
__

Gruß
vagabund
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Die von mir gemachten Aussagen geben meine persönlichen Erfahrungen wieder bzw. stellen meine Meinung dar und keine Rechtsberatung.

Ist nicht sofort ersichtlich, welche politischen oder sozialen Gruppen, Kräfte oder Größen bestimmte Vorschläge, Maßnahmen usw. vertreten,sollte man stets die Frage stellen: Wem nützt es?
(Wladimir Iljitsch Lenin - 1870-1924)

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Alt 09.05.2014, 14:48   #4
Charlot
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Standard AW: Ein-Euro-Job aus moralischen Gründen ablehnen?

Na ja, einen Vegetarier kann man nicht dazu zwingen, das er Fleisch zubereitet.
Ich selbst lehne es ab, in der Waffenindustrie zu arbeiten.
Dies kann man schon ablehnen.

Aber die meisten MT habe einen kirchlichen Hintergrund, die man aufgrund von Religionssachen wohl nicht ablehnen kann.
Du sollst ja dort auch nichts religiöses tun.
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Alt 09.05.2014, 14:52   #5
hope40
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Standard AW: Ein-Euro-Job aus moralischen Gründen ablehnen?

Zitat von vagabund Beitrag anzeigen
Diese Frage stellt sich mir nicht nur für Ein-Euro-Jobs, sondern betrifft auch Maßnahmen und reguläre Jobs.

Inwieweit kann man diese ablehnen, wenn es einen persönlichen Interessenkonflikt mit der Unternehmensphilosophie gibt?

Sicher käme es zum Rechtsstreit und dann muss es nachvollziehbar begründet sein.
Hat man, als "zuzuweisender/zugewiesener "die zeit/moeglichkeit, sich ausfuehrlich mit firmenphilosophien auseinander zu setzen, wenn das "sanktionsschwert"ueber einem pendelt ?(oder, beim "gemeinen"arbeitnehmer, die existenz ins "wanken"geraet ?..ich denke, dieser effekt, jede arbeit anzunehmen, ohne nachdenken zu koennen ist durchaus gewollt /beabsichtigt)

Ausser, bei bekannten Herstellern von "kriegsspielzeug ", so denke ich, ist ne offizielle "aushaengefirmenphilosophie"(die man wo erfaehrt ?) Auch noch was anderes wie die gelebte/praktizierte praxis..die sich ggf., je nach fuehrung, in dependacen/aussenstellen/filialen durchaus unterscheiden kann.

Prinzipiell, denke ich, ist in allen firmenphilosophien das gewinnstreben ohne ruecksicht auf verluste verankert (offiziell, oder nicht ) da duerfte ja keiner mehr , aus moralischen gruenden, arbeiten
__

liebe grüsse

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Alt 09.05.2014, 15:11   #6
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Standard AW: Ein-Euro-Job aus moralischen Gründen ablehnen?

Zitat von Aras Beitrag anzeigen
Hallo,

(theoretischer Fall)

[...]
Kann man einen Ein-Euro-Job unter diesen Bedingungen verweigern?
Man kann alles verweigern, solange man keine panische Angst vor Sanktionen hat.

Ich glaube, Du zielst letztlich mit Deiner Argumentation auf den § 10 SGB II ab, wahrscheinlich seelische Unzumutbarkeit.
Prinzipiell hört sich das für mich erst einmal realistisch an, aber meiner Meinung nach müsste man die Unzumutbarkeit auch belegen können, evtl. in Form eines Attests eines Psychiaters.

Ich persönlich wünschte schon, man müsste nur "Tebartz" oder "Meissner" rufen, um von jeder Caritas verschont zu werden.

Wäre nur fair.
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Alt 09.05.2014, 19:35   #7
K. Lauer
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Standard AW: Ein-Euro-Job aus moralischen Gründen ablehnen?

Wer zum "Vorstellungsgespräch" beim Träger erscheint, wird idR gefragt, wie er zu diesem oder jenem steht.
Man kann über alles lachen, man muss es nur wollen.
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Alt 09.05.2014, 22:15   #8
0zymandias
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Standard AW: Ein-Euro-Job aus moralischen Gründen ablehnen?

Z.B.: "Gibt es denn in Ihrer Sekte irgendeine besondere Diät? Dann würde ich mir was von zu Hause mitbringen."
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Alt 20.05.2014, 16:39   #9
0zymandias
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Standard AW: Ein-Euro-Job aus moralischen Gründen ablehnen?

Zufällig habe ich in einem Urteil ein Schnipsel gefunden, dass zeigt, wie schwierig diese Argumentation mit der Religionsfreiheit anzuwenden sein könnte:

Zitat:
Auch hinsichtlich der Zumutbarkeit der angebotenen Eingliederungsvereinbarung schließt sich der Senat den zutreffenden Ausführungen des SG nach eigener Prüfung an und nimmt auf diese Bezug. Zutreffend hat das SG ausgeführt, dass auch die vom Antragsteller vorgelegten Unterlagen über die von ihm abgelehnten Maßnahmeträger keinerlei Anhaltspunkte enthalten, dass die Teilnahme an einer deren Maßnahmen gegen die Glaubensfreiheit des Antragstellers verstoßen könnte. Allein dass der katholische Caritas-Verband an einem der Träger beteiligt ist, lässt keinen Rückschluss darauf zu, dass in den dortigen Maßnahmen religiöse Inhalte vermittelt werden. Soweit der Antragsteller beim anderen Träger die Herausstellung von Arbeitstugenden wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Sorgfalt etc. (vgl. Bl. 39 der SG-Akte) moniert, handelt es sich hierbei entgegen der Auffassung des Antragstellers nicht um ideologisch oder religiös besetzte Wertebegriffe, sondern Anforderungen, die auf dem Arbeitsmarkt an Arbeitnehmer gestellt werden. Die Teilnahme an Maßnahmen mit diesen Inhalten oder bei diesen Trägern hindert den Antragsteller nicht, seine Religion zu betätigen (zur Bedeutung der Religionsübungsfreiheit BSG SozR 4100 § 119 Nr. 13). Auch unter dem Gesichtspunkt der negativen Religionsfreiheit ergeben sich aus dem Vortrag des Antragstellers keine konkreten Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung der Grundsrechtsposition in ihrem Kernbereich. Dem stehen verfassungsrechtlich vorausgesetzte oder angeordnete Gemeinschaftsaufgaben gegenüber, deren Belange ihren verfassungsrechtlichen Anknüpfungspunkt im Sozialstaatsprinzip finden (vgl. BSG SozR 4100 § 119 Nr. 19), hier die Grundsicherung für Arbeitsuchende. Die dem Antragsteller im Gemeinschaftsinteresse abzufordernde Pflicht zur Entlastung der Solidargemeinschaft wiegt hier mangels erheblicher Betroffenheit der Grundrechtsgewährleistung schwerer. Ein Ausschluss von Maßnahmen allein aufgrund der Trägerschaft, deren Inhalte jedoch, wie ausgeführt, gesinnungsneutral an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes orientiert sind, würde die Vermittlungs- und Eingliederungstätigkeit des Grundsicherungsträgers erheblich erschweren; die möglichst schnelle Eingliederung des Arbeitsuchenden in den Arbeitsprozess oder seine Heranführung an diesen liegt im Interesse der die Grundsicherung finanzierenden Solidargemeinschaft. Eine Einschränkung seiner Religionsübungsfreiheit ist daher nicht zu befürchten.
Schließlich ist nicht erkennbar, dass der Antragsteller von den Angeboten der streitigen Träger nicht profitieren könnte, die Maßnahmen also keine sachgerechte Eingliederung darstellten. So ergibt sich bereits aus den vom Antragsteller vorgelegten Unterlagen über WABE Waldkirch, dass Inhalt nicht nur die Vermittlung der vom Antragsteller kritisierten Arbeitstugenden ist, sondern darüber hinaus die Vermittlung von Zusatzqualifikationen, die Entwicklung einer beruflichen Perspektive und insbesondere die Vermittlung von Praktika und Arbeiten in Fremdbetrieben, die die Chance auf Eingliederung erhöhen können.
(Landessozialgericht Baden-Württemberg, L 7 AS 1398/08 ER-B, 16.04.2008, Volltext unter https://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb...=esgb&id=77677)
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Alt 21.05.2014, 18:56   #10
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