ALG II Rund ums Thema Arbeitslosengeld II


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Alt 12.03.2013, 15:24   #1
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Flobi
Standard Private Krankenversicherung und ALG II

Guten Tag und Hallo,

In der Vergangenheit bin ich 2010 bereits Bezieher von ALG II gewesen. Seinerzeit erhielt ich als (von Geburt an) Privatversicherter einen Zuschuss von ca. 128 € zu meiner privaten Krankenversicherung (PKV).

Unnötig zu erwähnen, dass die Bestreitung der Differenz zur tatsächlichen monatlichen Prämie (z.B. 250 € + Selbstbehalt) aus dem Regelsatz nahezu unrealistisch gewesen ist.

Ich bin schon länger raus aus dem ALG II Bezug, in Bälde steht mir jedoch eine abermalige Beantragung bevor.
Nachdem ich mich heute kurz im Internet mich informiert habe, las ich von einem Grundsatzurteil aus dem Jahre 2011, und dass es seitdem eine Neuerung gegeben habe, die kurz gesagt wie folgt aussähe:

Nach Nachweis der Bedürftigkeit dem Versicherungsträger (PKV) gegenüber, etwa in Form des Antrags auf ALG II, sei dieser dazu angehalten, einen im
-halbierten- Basistarif oder gegebenenfalls, sofern günstiger, auch im aktuellen Tarif weiterzuversichern.
Das Jobcenter würde diesen halbierten Beitrag zum Basistarif bzw. den entsprechend günstigeren direkt an den privaten Versicherungsträger überweisen.
Leider sind die Ausführungen auf den Seiten der Arbeitsagentur dazu wohl bewusst recht vage gehalten, so ist nach wie vor die Rede von einem "Zuschuss" wie zu früheren Zeiten.

Da man bekanntlich nicht ohne Weiteres in die Gesetzliche wechseln kann, so gerne ich es täte, da ich eine dauerhafte Entscheidung für die Private nie bewusst getroffen habe, muss ich mich auch weiterhi im ALG II-Bezug, bis ich eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung habe, privat krankenversichern.

Meine Frage hierzu an die gleichsam Betroffenen:
Stimmen die oben gemachten Ausführungen und zahlt
1. das Jobcenter tatsächlich den vollen (halbierten) Basistarif (bzw. den entsprechend günstigeren) an die private Versicherung und
2. klärt sich die Private so ohne weiteres dazu bereit, nach Nachweis der Bedürftigkeit einem diesen halbierten Basistarif auch tatsächlich anzubieten?

Erfahrungen dazu aus dem Alltag interessieren mich sehr.

Vielen Dank im Voraus und beste Grüße

Florian
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Alt 12.03.2013, 20:01   #2
Lulu24
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Standard AW: Private Krankenversicherung und ALG II

Ich hatte das gleiche Problem wie du. Deshalb kann ich dir sagen , wie es bei mir gelaufen ist.

Ich habe damals meine private Krankenversicherung angeschrieben und habe mitgeteilt das ich ab Tag X im ALG II Bezug bin und das ich deshalb in den Basistarif wechseln möchte. Die haben mich dann mehrmals kontaktiert und davon abgeraten. Ich habe aber darauf bestanden, da mein normaler Tarif viel zu teuer gewesen wäre.

Ich musste dann der Krankenkasse einen Nachweis über den ALG II Bezug zusenden und sie haben den Tarif dann damals von ich glaube 622 Euro auf 311 Euro halbiert, da hilfebedürftig.
Den Nachweis über diese Summe habe ich dann ans Jobcenter geschickt. Von denen kam aber dann eine Ablehnung und sie wollten nur den normalen Zuschuss von 128 Euro zahlen.
Ich habe aber damals ein Urteil im Internet gefunden , bei dem der Kläger gewonnen hat und sein Basistarif Satz voll übernommen werden muss. Also hab ich beim Jobcenter angerufen und auf das Urteil hingewiesen. Die meinten Nein das gilt nur für diesen einen Kläger der dort gewonnen hat und es würde lediglich bei dem Zuschuss bleiben.
Ich bin dann zum Anwalt und der hat das Jobcenter angeschrieben mit Hinweis auf das Urteil und wir haben Recht bekommen. Mir wurde der halbierte Basistarif ab dann gezahlt.

Allerdings muss ich sagen das auch der übernommene Basistarif massive Kosten mit sich ziehen kann. Da in diesem Basistarif nur bis zu einem bestimmten Kostenfaktor abgerechnet werden kann, der meist sogar unter dem Niveau gesetzlicher Krankenversicherungen liegt, verweigern manche Ärzte und erst recht Zahnärzte die Behandlung oder man muss die Differenz zum normalen Kostenfaktor aus eigener Tasche tragen. Laborkosten das gleiche.

Und wenn man Medikamente aus der Apotheke holt muss man ein Blatt mitnehmen auf dem steht das man Basistarif versichert ist und man muss drauf bestehen das nur das kostengünstigste Medikament gegeben wird. Da gab es oft Probleme bei mir und ich durfte mir die krassesten Sprüche und Seitenhiebe anhören. Das gleiche beim Arztbesuch, du musst jedesmal den Zettel vorlegen und darauf pochen das du nur im Basistarif bist.
Letztendlich auch bei allen anderen Sachen. Psychotherapie könnte man vom Prinzip her machen, aber Therapeuten nehmen einen nicht an, da sie beim Basistarif nochmal nur rund die Hälfte von dem bekommen würden wie bei einem GKV Versicherten.

Hört sich alles blöd an, ich weiß.
Falls du noch Fragen hast, ich helfe gern wenn ich kann.
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Alt 12.03.2013, 20:25   #3
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Flobi
Standard AW: Private Krankenversicherung und ALG II

@Lulu

Vielen Dank für deine interessanten -ja leider- lebensnahen Ausführungen.

Dann hätte ich mir 2010 wohl auch lieber einen Anwalt nehmen sollen? Oder meinst du das gleiche Urteil von erst 2011?
Verglichen mit dir war ich ja noch gut dran, bezahlte ich für meine Prämie lediglich 250 €, also weniger als du für deinen halbierten Basistarif.

Allerdings habe ich dann von mir aus den Tarif bei meiner privaten runterstufenlassen, eben ohne Cherafarztbehandlung und Zweitbettzimmer sowie Abspecken bei der Psychotherapie, die ich nie in Ansrpruch genommen habe, weil ich meiner Versicherung nach zwei stationären Aufenthalten nicht weiter zur Last fallen wollte .(Selbst auf die verschriebenen Medikamente habe ich verzichtet. Rückblickend bescheuert das alles.)
Das, was mich aber am Meisten daran ärgert - obwohl man mich vorher gewarnt hat, aber ich wusste mir damals eben anders nicht zu helfen - ist, dass man zwar jederzeit einen Tarif runterstufen, nicht aber aufwerten kann, ohne eine sogenannte Gesundheitsprüfung über sich ergehen zu lassen, in deren Folge man dann abgewiesen wird.

Es tut mir leid für dich, dass du gar keine Psychotherapien machen -kannst-.

Schönen Abend.
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Alt 03.05.2013, 18:37   #4
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Flobi
Daumen hoch AW: Private Krankenversicherung und ALG II

Zitat von Lulu24 Beitrag anzeigen
Ich hatte das gleiche Problem wie du. Deshalb kann ich dir sagen , wie es bei mir gelaufen ist.

Ich habe damals meine private Krankenversicherung angeschrieben und habe mitgeteilt das ich ab Tag X im ALG II Bezug bin und das ich deshalb in den Basistarif wechseln möchte. Die haben mich dann mehrmals kontaktiert und davon abgeraten. Ich habe aber darauf bestanden, da mein normaler Tarif viel zu teuer gewesen wäre.

Ich musste dann der Krankenkasse einen Nachweis über den ALG II Bezug zusenden und sie haben den Tarif dann damals von ich glaube 622 Euro auf 311 Euro halbiert, da hilfebedürftig.
Den Nachweis über diese Summe habe ich dann ans Jobcenter geschickt. Von denen kam aber dann eine Ablehnung und sie wollten nur den normalen Zuschuss von 128 Euro zahlen.
Ich habe aber damals ein Urteil im Internet gefunden , bei dem der Kläger gewonnen hat und sein Basistarif Satz voll übernommen werden muss. Also hab ich beim Jobcenter angerufen und auf das Urteil hingewiesen. Die meinten Nein das gilt nur für diesen einen Kläger der dort gewonnen hat und es würde lediglich bei dem Zuschuss bleiben.
Ich bin dann zum Anwalt und der hat das Jobcenter angeschrieben mit Hinweis auf das Urteil und wir haben Recht bekommen. Mir wurde der halbierte Basistarif ab dann gezahlt.

Allerdings muss ich sagen das auch der übernommene Basistarif massive Kosten mit sich ziehen kann. Da in diesem Basistarif nur bis zu einem bestimmten Kostenfaktor abgerechnet werden kann, der meist sogar unter dem Niveau gesetzlicher Krankenversicherungen liegt, verweigern manche Ärzte und erst recht Zahnärzte die Behandlung oder man muss die Differenz zum normalen Kostenfaktor aus eigener Tasche tragen. Laborkosten das gleiche.

Und wenn man Medikamente aus der Apotheke holt muss man ein Blatt mitnehmen auf dem steht das man Basistarif versichert ist und man muss drauf bestehen das nur das kostengünstigste Medikament gegeben wird. Da gab es oft Probleme bei mir und ich durfte mir die krassesten Sprüche und Seitenhiebe anhören. Das gleiche beim Arztbesuch, du musst jedesmal den Zettel vorlegen und darauf pochen das du nur im Basistarif bist.
Letztendlich auch bei allen anderen Sachen. Psychotherapie könnte man vom Prinzip her machen, aber Therapeuten nehmen einen nicht an, da sie beim Basistarif nochmal nur rund die Hälfte von dem bekommen würden wie bei einem GKV Versicherten.

Hört sich alles blöd an, ich weiß.
Falls du noch Fragen hast, ich helfe gern wenn ich kann.
#

Lulu, kannst du nochmal sagen, über welches Datum du oben schreibst?

Bei mir war das wie gesagt im Zeitraum Frühjahr/Sommer 2010. Galt das besagte Urteil damals schon? Verzeih, bin gerade zu blöd zum Suchen.

Hintenangestellt gleich nochmal die Frage: Ist es also richtig, dass mittlerweile der halbierte Basistarif (ca.300 Euro) bzw. ein darunter liegender Beitrag voll übernommen wird?

Ich hatte damals ja insbesondere Probleme mit dem Selbstbehalt (500€), das ist fast unmöglich, so etwas mit ALG II zu finanzieren.
Allein schon eine Packung Tabletten für mal eben 400-500 € vorzustrecken bei einem Einkommen von 380 € ist ja eigentlich schon unmöglich. Bei mir ging das alles auf Kosten meiner Gesundheit und hat letztlich in eine chronische Schizophrenie gemündet. Irgendwie blöd für den Träger, könnte ich mich wegen dem unzureichendem Krankenversicherungsschutz damals heute eigentlich gleich berufsunfähig schreiben lassen. Sind im Ergebnis also lebenslange Grundsicherung und ein zerstörtes Leben. Komische Rechnung eigentlich.

Zurück zu meiner Frage: Wird heute die Krankenversicherung voll vom Träger übernommen (wahrscheinlich natürlich ohne den Selbstbehalt) oder gibt es nach wie vor nur diesen Zuschuss, wenn man NICHT gleich mit dem Sozialanwalt kommt?

Denn auf einen Anwalt bin ich damals nicht gekommen.War auch zu krank. Schön blöd irgendwie, aber vielleicht kann ich den diesmal dann endlich zum Zug kommen lassen.

Von alleine komme ich nämlich aus der privaten KV nicht mehr raus, in die Gesetzliche nicht rein. Allerdings habe ich mich damals halt in den bescheuerten Belegarzttarif stufen lassen, in dem die Zuzahlungen für Psychotherapie so hoch sind und bei nur 25 Sitzungen liegen, danach werden 50% gezahlt, dass ich so etwas dann auch nie gemacht habe.Nur um dich zu trösten. Jetzt wollte ich in einen besseren Tarif, in dem Psychotherapie bis zu 80 Sitzungen mit 100% übernommen werden. Da komme ich aber nicht rein wegen Gesundheitsprüfung, daneben liegt der Selbstbehalt bei 800 €. Wie soll das gehen als Bedürftiger?
Ist schon seltsam, weshalb man sich -auch bei Gesetzlichen- ohne Stundenbegrenzung in (Tiefen)psychotherapie begeben kann, wegen einer Angststörung, Beziehungsproblemen, Liebeskummer oder meinetwegen der kranken Katze. Nur wenn man gerade privat versichert ist und sich die Behandlung nicht leisten kann, hat man als Schizophrener eben kein Glück gehabt. Dazu muss man natürlich sagen, dass ich seit Geburt privat versichert bin und mir das nicht wirklich ausgesucht habe. Es gab nur einen bedeutsamen, vielleicht verhängnisvollen Moment, in dem ich mich für die Weiterversicherung in der Familienversicherung der privaten KV ausgesprochen und gegen die gesetzliche ausgesprochen habe: Mit der erstmaligen Immatrikulation. Aber das war weit vor dem Ende der Mitversicherungzeit bis zum 25. Lebensjahr.

Sollte kein Jammertext werden, ich dachte nur, ich guck mal, ob du noch hier im Forum schreibst.

Bevor ich den Faden verliere: Was ich dir eigentlich sagen wollte. Ich habe jetzt tatsächlich doch zwei Therapiestunden (200 € bei 50 € SB) gemacht: Kognitive Verhaltenstherapie. Ich muss sagen, ich brauche das gar nicht mehr, es ist mir unter dem Umständen nicht nur zu teuer, ich habe auch keinen Bedarf. Gleich nach der ersten, zweiten Psychose, ja. Aber jetzt nicht mehr. Hast also nichts verpasst.
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Alt 03.05.2013, 20:47   #5
Patrick161->Emailproblem
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Patrick161
Standard AW: Private Krankenversicherung und ALG II

Hallo ihr beiden, wie alt seit ihr denn ?

Wenn ihr über 55 seit ist es fast unmöglich in die gesetzliche KV zurückzukehren!

Unter 55 wäre der Wechsel in die gesetzliche KV aber noch möglich und das AA würde euch auch in einer gesetzlichen Kasse versichern.

Ansonsten zahlt das Arbeitsamt euch, meines Wissens nach, nur die Beträge die ihr bei einer Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Kasse erhalten würdet. Der überschüssige Betrag ist von euch selbst aufzubringen.
( Allerdings bin ich nicht über die neuere Rechtsprechung und evtl. Sonderregelungen informiert )
Bzgl. des Rückwechsel im Tarif: Diesbezüglich wurde mir erklärt das man damit verhindern will das jemand in den "billigen" Tarif wechselt weil momentan nichts bei ihm ansteht und er somit Geld sparen kann, dann aber wenn eine Behandlung ansteht in den teuren Tarif switcht, hier aber dann das kplt. Leistungsspektrum in Anspruch nimmt.
Ein Rückwechsel kannst du damit echt vergessen, denn die Aufschläge - Risikozuschläge - aufgrund der Gesundheitsprüfung - sind unbezahlbar.

Wie gesagt, wenn ihr unter 55 seit dürfte es kein Problem sein wenn ihr
euch Arbeitslos meldet vom AA in der gesetzlichen ( AOK ? ) versichert zu werden.
- gegoogelt -
Ab 55. Lebensjahr ist Rückweg versperrt
Ab dem 55. Geburtstag kommen selbst Geringverdiener oder Arbeitslose nur noch in wenigen Ausnahmefällen in die gesetzliche Kranken versicherung zurück.
- bei Googel findet ihr diverse Stellungnahmen genau zu diesem Thema,
da dieses Problem viele Privatversicherte getroffen hat. -

Bzgl. des Basistarif ist es wirklich ein "Spiessrutenlaufen". Manche Ärzte sagen auch ganz klar das sie zu diesen Bedingungen nicht behandeln. Klar kann man drohen ( Ärztekammer, Kasse usw ) aber leider muss man ja dann einen neuen Arzt finden der einen behandelt.... Die ganze Situation ist zum
Patrick161 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2013, 05:01   #6
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Flobi
Standard AW: Private Krankenversicherung und ALG II

Hallo Patrick,

danke für deinen Beitrag.

Also, ich bin (erst) 33. Theoretisch ist ein Wechsel in die GKV ohne Weiteres über eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung möglich. Das möchte ich auch machen.
Allerdings ist das gar nicht so leicht für mich, eine solche Stelle zu finden. Ich habe auch noch nie sozialversicherungspflichtig bzw. Vollzeit gearbeitet.

Im Prinzip hast du Recht damit, was du zum Tarifwechsel innerhalb der PKV sagst. Nur, dass ich ja nicht irgendwie Geld sparen wollte, im Gegenteil, Medikamente habe ich ja schon seit spätestens 2009 gebraucht, nein, ich konnte bei einem Regelbetrag von 380 € (?) einfach nicht auch noch 150 € davon für die Versicherung abknapsen und dann noch 520 € / Jahr für den Selbstbehalt aufwenden. Also habe ich mir einen Tarif ausgewählt, der 20 € günstiger war und einen Selbstbehalt von nur 330€ hatte. Das habe ich beim Sparen zwar so gut wie nicht gemerkt. Allerdings beim Versicherungsschutz.
Ich hätte schon damals besser meine Eltern fragen sollen. Mein Vater zahlt jetzt schon seit Jahren meine Krankenversicherung (war die letzten Jahre nicht im Leistungsbezug.) Ohne meine Eltern wäre ich schon längst nicht mehr versichert.

Ich habe also noch Glück in meiner Situation. Es gibt eben Leute, die haben bei gleichen Bedingungen niemanden, der ihnen unter die Arme greift.
Ich wüsste nicht, wie man bei lediglich einer Zuzahlung zum Beitrag von 120 € als ALG II Empfänger eine private KV finanzieren kann, wenn man sich daneben etwas zu essen kaufen möchte.
Ich habe, wie gesagt, einfach nur großes Glück damit. Deshalb u.a. wohne ich in meinem Alter ja auch wieder bei meinen Eltern. Spart der Träger sich wenigstens die Miete.

Grüße!
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Alt 04.05.2013, 05:26   #7
DieFrettchen
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Standard AW: Private Krankenversicherung und ALG II

hallo zusammen,

ihr habt anspruch auf die volle übernahme der versicherungsbeiträge in der PKV,

hier das urteil vom BSG, das ist bindend für ALLE JC.

http://juris.bundessozialgericht.de/...21&pos=0&anz=1

zum tread:

http://www.elo-forum.org/alg-ii/6893...-2011-bsg.html

nun formuliert eure widersprüche mit verweis auf die gängige rechtssprechung. stellt überprüfungsanträge nach dem § 44 SGB X. weiterhin beantragt eine EA zur vollen übernahme der ausstehenden beiträge.

hier habt ihr es schwarz auf weiß, eure JC SBs lügen euch an, wenn sie was anderes behaupten...

Bundesagentur für Arbeit lässt tausende privat krankenversicherte Hartz IV- Bezieher auf Schulden sitzen ? PR-SOZIAL das Presseportal

was ich euc auch raten kann, verhandelt mit euren versicherungen ob ihr in eure alten tarife mit den altersrückstellungen zurück könnt. manche versicherungen sind dazu bereit. der grund: der basistarif ist ungefähr 600€ hoch, davon erlässt die versicherung 300€ und das JC hat die anderen 300€ zu übernehmen. wenn euer alter tarif unter oder bis zur hälfte des basistarifes liegt lohnt sich die rückkehr auf jeden fall. übrigens hat das JC auch die kosten der privaten pflegeversicherung (derzeit 38, XX€) zu übernehmen.falls die genauso unterschlagen wurden, widerspruch, EA, klage.

LG von barbara
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Alt 04.05.2013, 07:00   #8
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Flobi
Standard AW: Private Krankenversicherung und ALG II

Liebe Barbara,

genau nach dieser Information habe ja gesucht. Vielen herzlichen Dank!

Ich habe diese Threads beim Suchen damals nicht gefunden, habe es wohl nicht richtig angestellt.

Tausend Dank. Jetzt weiß ich auch definitiv, dass das Urteil erst von 2011 ist, ich mich heute nun nicht mehr deswegen grämen zu brauche, weil meine Zeit ja davor lag.
Dann kann ich es diesmal besser machen. Mein Antrag ist noch in Bearbeitung.

Ich muss wohl das richtige Recherchieren neu lernen.
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Alt 04.05.2013, 08:12   #9
DieFrettchen
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Standard AW: Private Krankenversicherung und ALG II

hallo zusammen,

hier ein kleiner ratgeber zum umgang mit dem basistarif bei ärzten.

aus selbstmit durchlebten situationen.

sucht euch einen guten hausarzt mit kassenärztl. zulassung. konfrontiert ihn mit euren vertragsbedingungen, bietet auch die abtretung der erstattungsleistungen an. besteht auf überweisungen zu fachärzten (hausarztmodell). das minimiert die "gehaltsverhandlungen" bzw. vorstellungen. in aphotheken grundsätzlich auf das GKV mittel bestehen! auch ohne zettel von der PKV -wo sind wir denn? am besten nur eine apotheke aussuchen, dort auch verhandeln das erst gezahlt wird wenn die versicherung erstattet hat. oder auch die kostenabtretung anbieten. d. h. ihr erlaubt der apotheke direkt mit euerer PKV abzurechnen....

https://www.pkvforum24.de/Basistarif...ndardtarif.htm

erkundigt euch nach dem standardtarif, der ist meist um die 300€ zu haben und muß somit vom JC übernommen werden, genauso wie die gesetzlich vorgeschriebene Pflegeversicherung in höhe von 38,xx€. also zusammen, sowas um die 340€.

@flopi,

auch die GKV deckelt die stunden beim psychotherapeuten auf 25 pro jahr. du kannst in deinem speziellen fall einen neurologen hinzuziehen, der kann dich dann fast unbegrenzt zum psychiater überweisen (unterschied psychologe/psychiater - nicht alle psychologen haben kassenzulassungen - aaaber jede/er psychiater ist facharzt und ist oft ist auch ein psychologe...).

weiterhin, fragt bei euerer zuständigen kassenvereinigung (bundesländerkarte) welche ärzte keine probs mit basistarifen haben. die kennen die schwarzen schafe die nicht behandeln wollen...

Linksammlung der KVWL

eure PKV können auch empfehlungen machen. oder deren portal compass.
die wissen um die problematik, was mit einigen ärzten sache ist und die auch gegfls. in der pflege bestehen, falls notwendig.

Startseite - Neuigkeiten und Aktuelles

LG von barbara
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Alt 04.05.2013, 09:23   #10
DieFrettchen
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Standard AW: Private Krankenversicherung und ALG II

hier habe ich noch einen intressanten link,

das ist ein unabhängiges verbraucherportal für PKV versicherte (oder geschädigte...)

WIDGE.de PKV Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft | PKV Optimierung

hier gehts zum ombudsmann für alle PKVler....

OMBUDSMANN - Private Kranken- und Pflegeversicherung ~ Startseite

es lohnt auf jeden fall, das ihr in den standardtarif wechselt, selbst wenn ihr einige euro selbst zahlen müßt. meine erfahrung in der richtung, selbst im standardtarif kommt man selten über 300€, auch mit 55 nicht.
LG von barbara
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Alt 04.05.2013, 09:34   #11
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Flobi
Standard AW: Private Krankenversicherung und ALG II

Danke Barbara,

Was mich betrifft, so zahle ich für meinen Belegarzttarif, ebenfalls mit Hausarztmodell, "nur" 220 €, der halbierte Basistarif wäre also teurer.
So bin ich trotzdem noch besser abgesichert als in diesem Tarif, der Lulu jedoch tatsächlich betrifft.

zur Psychotherapie: Verstehe, mit der GKV kenne ich mich nicht aus. Hatte nur gelesen, dass die Therapiestunden bei tiefenpsycholgischer orientierter Psychotherapie bei 100-200 Stunden liegen.
Dass die gesetzlich Versicherten auch nur 25 Stunden dürfen, war mir nicht bewusst. Bei mir werden im Moment halt die ersten 25 Stunden mit 75% übernommen. Aber das ist jetzt Paragraphen-Kleinklein.

Die allermeisten Psychiater sind ja gleichzeitig auch Neurologen. Zum Psychiater muss ich wegen Medikamenten ja eh, die gibts nicht beim psychologischen Psychotherapeuten.
Aber den brauche ich, wie gesagt, im Moment eh nicht -mehr-. Damals aber eigentlich dringend.

Da ich als Privatversicherter über alles Rechnungen erhalte, hole ich mir ohnehin immer das günstigste Generikum. Das versteht sich für mich von selbst.
Warum sollte man sich beispielsweise Zyprexa von Lilly andrehen lassen, wenn es auch einfach nur "Olanzapin" gibt?

Wegen diesem ganzen Kostenaufwand habe ich den Anfangsjahren ja auch gänzlich auf Medikamente verzichtet, weil ich mich so schlecht fühlte vor meiner Versicherung. Ich glaube, da machen sich viele gesetzlich Versicherte überhaupt keine Gedanken drüber, weil sie ja, soweit ich weiß, kaum Abrechnungen zu Gesicht bekommen.
Ich habe schon einige Male Arztrechnungen reklamiert, die falsch aufgeschlüsselt gewesen sind, oder wenn ich mich falsch behandelt fühlte.

Hartzliche Grüße
Flobi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2013, 10:10   #12
DieFrettchen
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hallo flobi,

du kommst ganz gut klar damit, aber für lulu und patrick wäre es wirklich wichtig nochmal mit ihrer PKV wegen des tarifwechsels zu verhandeln, damit sie in den standard zurückkehren können. es erleichtert vieles...

hab ich mir auch schon gedacht, wenn so mancher 'GKv versicherte mal eine abrechnung in händen gehalten hätte, würden die auch etwas anders denken, was unsereiner (sehr oft unfreiwillig im tarif verortet) stemmen darf...da darf man alles haben nur keine flatternerven oder existenzängste

LG von barbara
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Alt 08.09.2014, 16:01   #13
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darkedge
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Also nachdem ich mir die Beiträge durchlas, schoss mir eine Frage durch den Kopf...was geschiet eigentlich, wenn man sich dazu entschliesst auf der Strasse zu leben und man bekommt kein ALG2 mehr, muss man trotzdem die PKV/GKV weiter selbst zahlen, oder gibt es da sowas wie eine Befreiung der Versicherungpflicht?
Ich meine wie machen das die ganzen Obdachlosen?
darkedge ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.09.2014, 16:20   #14
DieFrettchen
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In dem Falle häufen sich Beitragsschulden an....

Die Versicherungspflicht besteht nach wie vor.
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Alt 08.09.2014, 18:00   #15
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das ist doch Wahnsinn, also hat man nichtmal mehr die Freiheit unter einer Brücke zu wohnen wenn man will, ohne damit gleichzeitig direkt in die Privatinsolvenz zu rutschen...und selbst dann ist man ja noch Verpflichtet an die Kasse weiter zu zahlen lol, sprich man ist für immer am A****
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