ALG II Rund ums Thema Arbeitslosengeld II


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Alt 04.03.2013, 04:14   #1
NichtGanzAberFast
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Standard Neuster Termin, Erwerbsfähigkeit

So, hiya mal wieder.
Letzten Freitag zum Gespräch mit dem Sachbearbeiter vorgeladen worden - habe diesmal meine Mutter mitgenommen, als "Beistand", was den guten Herren erst mal verwundert hat, da sowas ja "nicht nötig sei".

Anmerkung: der Herr ist im Zeitraum von 12 Monaten der dritte Zuständige (wechselt alle 3-4monate), was mich nachdenken lässt ob die da so einen hohen Verschleiß haben an Personal dass sich das ständig ändert.

Diesmal, die Frage "ob ich schlechte Erfahrungen gemacht hätte" bisher, Antwort "Ja".

Dann geradezu verständnisvolles eingehen auf meinen Fall und meine aktuelle Situation, wie folgt:

Psychotherapie läuft seit 8.2011, wegen Depression und sozialer Phobie.

Ein Gutachten von 2008 bescheinigt schon damals eine "Soziale Störung", aber mit einem Haken - auf dem Papier steht trotzdem "Voll Erwerbsfähig", obwohl dieses ganz und gar nicht der Fall ist.

Stellt euch mal vor, wie's mir geht wenn ich in einem mir neuen Betrieb anfange zu arbeiten - sobald ich mit Leuten zusammen komme, schaltet sich bei mir das Denkvermögen ab - ich kann dann z.B. weder 2+2 zusammen zählen, noch mir die notwendigen Arbeitsschritte einprägen.

Aus o.g. Gutachten geht aber seltsamerweise hervor, dass ich theoretisch in einem kleinen Raum ohne Fenster und ohne zwischenmenschliche Kontakte arbeiten müsste, also weder Kollegen, Chef, Kunden, nix - meine Psychodoktorin bestätigt dieses, aber in etwas "undrastischerer" Sichtweise.

So einen Job gibt es aber nirgendwo.

Jetzt habe ich mich mit dem Herrn vom Amt unterhalten, und er hat ein ganz umgekehrtes Bild wie er sagte - ich erläuterte ihm, dass ich aus diesem grund relaxt bin und mit ihm normal rede, weil ich weiss(!) dass ich nach unserer "Sitzung" wieder nach Hause in meine vier Wände kann, und mich jeder in Ruhe meine Sachen machen lässt - Hobbies habe ich genug.

Nun gut, schnelle Zusammenfassung:
EGV wird zusammen mit einem Fragebogen für das Gesundheitsamt die Woche vorbei geschickt, und letztendlich kommt es zur Untersuchung und Gutachten beim Amt, wegen Klärung der Erwerbsfähigkeit.

Nun habe ich einige weitere Probleme, die sich mir stellen:
1.) WENN bei der Untersuchung irgendwas schief läuft, kann man dann im schlimmsten Falle "Eingewiesen" werden?
Ich sehe das so, dass ich immer die Angst habe, dass sich wie zu Sowjetunionszeiten (oder schlimmer) Leute die nicht arbeiten können/wollen in den Gulag gesperrt werden (im Sinne von Einweisung in Klinik).
Bei mir besteht weder Gefahr für das eigene noch das Leben Fremder Personen, da ich ein Mensch bin der einfach nur nach dem Motto lebt - lass alle in Ruhe, und schotte dich ab, fertig aus.

Traurig aber wahr, aber so bin ich nun mal, und es waren ANDERE die mir schon als kleinkind bis jetzt ins Erwachsenenalter immer das Leben vermiest haben, was mich zu dem gemacht hat, der ich heute bin - ich bin nicht schuld am Mobbing, verprügeln, stehlen meiner Sachen, Verleumdungen, Lügen usw. gewesen, ich bin immer der gewesen, der der Buh-Mann war, weil andere er perfekt verstanden haben, mich zu denunzieren.

Schon als Kindergartenkind, hat man mir meine Sachen geklaut, ich will sie zurückholen, werde vom Erzieher erwischt und stehe plötzlich als der Dieb da! Und meine Sachen werden dem DIEB zurück gegeben, als wäre das normal - das sind Sachen, die sich extrem kindisch anhören, aber solche Sachen sind immer wieder vorgekommen, auch wie ausnutzerei von Freunden (als ich noch Arbeit hatte) usw. - sowas gibt einem halt einen Knacks.

ZURÜCK ZUM THEMA!

Zwangseinweisung wäre für mich das schlimmste, weil man ja allerlei Horrorgeschichten liest, von Leuten die auf diese Weise quasi "beseitigt" werden. Das wäre ein solcher Eingriff in meine Freiheit, da würde ich ganz dran zerbrechen - vor allem, WEIL ich ja nur meine Ruhe will. Ich habe im Leben schon genug sche*ße erleben müssen, da steht mir (von mir selber gesehen) diese Ruhe ZU.

2.) REHA lese ich häufiger.
Eine Reha genauso wie eine verdammte "freiwillige stationäre Behandlung" lehne ich AB! da ich dabei ja wieder genauso mit anderen fremden Menschen in Kontakt komme, und nicht meine Ruhe habe.

Man kann sich das so vorstellen, ich sitze in meiner Wohnung, und mache, wozu ich Lust habe - Koche wann und was ich will, gucke im Fernsehen wann und was ich will, etc. und mir geht es GUT dabei, weil ich eben keine Angst mehr vor dem mist habe muss, der mir immer wiederfahren ist.

Das Problem ist, dass sone Menschen wie ich existieren, aber scheinbar undenkbar sind - wir können nicht einfach so Arbeiten gehen wie jeder andere auch, eben WEIL bei uns nicht einfach nur eine Blockade vorliegt gegen die es Medikamente gibt, es kann (KÖNNTE) ja auch sein, dass es einem gut geht, wenn er einfach seine Ruhe hat? Und wem es gut geht, der braucht eigentlich keine Behandlung.

Ich würde übrigens liebend gerne von Zuhause aus arbeiten, da ich ausdauernd z.b. schreibkram bzw. Programmierung am PC durchführen kann - da könnte ich locker 8 Stunden am Tag arbeiten.

Da kommt wieder das Problem: so eine (seriöse) Arbeit gibt es nicht. Und ein weiteres Problem kommt hinzu: ich kann klar und fokussiert denken, wenn ich es denn tun muss, um ein eigenes Ziel zu erreichen - sobald aber ein Chef sagt "Mach das bis um 15 uhr fertig", blockiere ich einfach, ende Gelände - ich bin einfach selbst mein bester "Chef".

3.)Gutachten:
Das letzte Gutachten mit "Sozialer Phobie" schön und gut, aber man kann nicht "gestört" (böses wort ich weiss) und dabei VOLL Erwerbsfähig sein.

Jetzt mein eigenes Fazit:
Therapie bringt nicht viel, weils mir eigentlich gut geht, und ich es so sehe - andere haben mir schlimmes angetan, also können die (sorry, aber so ist es) dafür Bezahlen (sprich ALG) - denn ich kann den Problemen mit Mobbing und "Fertigmacherei" aus dem Weg gehen, indem ich mein Leben selbst bestimme.

Ich weiss, harte Worte, aber ich sehe mich nicht als "fauler Sack", sondern als Opfer meines Umfeldes, was ich auch bin - wie gesagt ICH habe mir das alles nicht SELBER angetan, es waren andere(sic!).
Und ich bin daher eben nicht "wie jeder andere", ganz besonders was die Arbeit angeht, weil die ja offenbar mehr zählt als der Mensch.

Was mir auch soviele Schläge versetzt hat, ist dass ich eben eigentlich so ein "fels in der Brandung" bin(war?) - immer da für jeden, trotz schwerer Kindheit immer standhaft gewesen, und als Dank immer weiter das Messer in den Rücken bekommen.

Endfazit:
Was tun? Wie ich schon geschätzte 1000 mal sagte, mir geht es so gesehen definitiv GUT wie ich bin.
Das Problem stellt sich nur, dass bei mir eben solche tief verankerten Probleme bestehen, die ich einfach nicht angehen kann - weil sie eben zu traumatisch waren/sind.
Daher beantrage ich hiermit Erwerbsunfähigkeit, fertig aus.

Aber so einfach ist es ja nicht?
Warum ich mir hier mal Rat bzw. Meinungen einholen will, ist weil ja keiner meine Situation versteht, dass ich einfach wie eine art "Brummbär" in meiner Höhle leben will, ohne dass mich einer belangt oder bestraft oder was auch immer.

PS:
Da gibts übrigens ganz schlimmere Typen, zb. die ganzen Schläger. Betrüger und richtigen Schmarotzer, die sich aufführen wie King Louie und auf Staatskosten wasweissichnicht kaufen und machen.

Ich war z.B. schon ewig nicht mehr in Urlaub, weggehen ist auch nicht drin. Also warum nicht mir einfach mal meinen eigenen Frieden gönnen, und mich einfach in Ruhe leben lassen?

Peace out :)
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Alt 04.03.2013, 09:04   #2
wommi->Emailproblem
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wommi wommi wommi
Standard AW: Neuster Termin, Erwerbsfähigkeit

Aber als Brummbär in einer Höhle ohne Arbeit gibt es eben auch kein Geld - das System wirst Du nicht ändern können !

Der einzige Weg ist doch wohl, zu einem vernünftigen Psychiater zu gehen, der Dir Deine Ängste und Störungen bescheinigt !

Hast Du überhaupt keine sozialen Kontakte, die Dich etwas aufbauen ?
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Alt 04.03.2013, 10:09   #3
gelibeh
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gelibeh gelibeh gelibeh gelibeh gelibeh gelibeh gelibeh gelibeh gelibeh gelibeh gelibeh
Standard AW: Neuster Termin, Erwerbsfähigkeit

Zitat:
EGV wird zusammen mit einem Fragebogen für das Gesundheitsamt die Woche vorbei geschickt, und letztendlich kommt es zur Untersuchung und Gutachten beim Amt, wegen Klärung der Erwerbsfähigkeit.
Bitte einscannen und hier einstellen. Den Gesundheitsfragebogen und eine Schweigepflichtsentbindung musst Du nicht ausfüllen. Wenn Du das willst, dann haben die Dokumente nichts in den Händen des SBs zu suchen. Die gehen direkt an den ÄD. Auch wenn Du das in einen Umschlag packst und beim SB abgibst, ist nicht sichergestellt, dass der Umschlag nicht doch aufgemacht wird.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man Dich einweisen wird. Dazu dürfte der ÄD des Jobcenter auch gar keine Befugnis haben.
__

§1
Eine EGV nie sofort unterschreiben, Du hast das Recht die zur Prüfung mitzunehmen. Falls der SB mit einem Verwaltungsakt droht, ist das auch nicht schlimm, denn gegen den kannst Du Widerspruch einlegen. Das Nichtunterschreiben eine EGV kann nicht sanktioniert werden.
§2
Möglichst immer mit einem Beistand nach § 13 SGBX zum Jobcenter gehen. Das kann jeder machen, der braucht nur zuzuhören und Protokoll schreiben. Einen Beistand können die nur schriftlich ablehnen.
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Alt 04.03.2013, 10:52   #4
hass4
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Standard AW: Neuster Termin, Erwerbsfähigkeit

der ÄD vom jobcenter hat mich trotz wirbelsäulen erkrankung und anderen geschichten für vollerwerbsfähig erklärt, vollschichtig im büro, pc arbeit usw.

die rentenkasse lehnt trotz aller erkrankungen eine teilerwerbsminderung ab und bietet den eingliederungszuschuss an und die vermittlung in arbeit über das jobcenter.

wenn du dir keinen anwalt für sozialrecht nimmst dann werden auch alle widersprüche abgelehnt.

so traurig das auch alles ist, aber es wird seit jahren nur noch nach kassenlage entschieden.

schau mal wie viele hier im dreck sitzen!
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Alt 04.03.2013, 13:51   #5
gila
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Standard AW: Neuster Termin, Erwerbsfähigkeit

Solange du dich als "Opfer" begreifst, wird es so sein.
Leider ist das Beziehen öffentlicher Gelder an Spielregeln gebunden.
Und die beinhalten auch, dass irgendwo der Wille vorhanden sein muss, für eine Veränderung seiner gesundheitlichen Situation etwas zu tun.
Meine Tochter ist da auch immer in Konflikt - natürlich verstehen wir das alle - dennoch sind gewisse Abläufe und Bereitwilligkeiten erforderlich, um ans Ziel zu kommen.

So "ganz nebenbei" kann sich auch so etwas wie "Genesung" einstellen!
__

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Alt 04.03.2013, 14:55   #6
Kaffeesäufer
 
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Natürlich gibt es solche Jobs, schau mal bei Archiven vorbei, dort gibts Leute die scannen den ganzen Tag Dokumente ein damit alles digital vorliegt, dort bist du alleine.......

was das andere angeht, sofern du mal keinen Schritt vorwärts machst wird es auch nicht besser und du stehst irgendwann zwangsweise ohne Kohle da.
Und jeder der psychisch krank ist, dem gehts in seiner eigenen Welt IMMER gut und meint ihm braucht nicht geholfen zu werden.Ich pers. habe auch soziale Phobien gegenüber andere Menschen, bin nun glücklicher Vater von zwillingen geworden, und ich merke wie langsam dass meine Ängste hier und da abgebaut werden, ich sehe das als meine Art der Therapie, man baut auch hier zwangsweise soziale Kontakte auf und siehe da es geht alles mit der Zeit und ich bin mächtig froh drüber.....
Also an deiner Stelle musst du den ersten Schritt machen sonst stehst du mal ohne gar nichts da, ich glaube nicht dass du damit glücklich bist nur weil du dann deine Ruhe hast und machen kannst was du willst.
Im übrigen stufen das andere Leute die das nicht kenne, als stinkend faul ein, und schwups fühlst du dich wieder bestätigt in deinem Handeln und flüchtest wieder in deine "Welt".....
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Alt 05.03.2013, 19:25   #7
NichtGanzAberFast
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Nein wommi.

Die meisten haben mich schon früher fallen gelassen bzw. ich habe mich abgekapselt, als ich merkte dass es "nicht mehr passt" - Leute, die mir von hinten in den Rücken stechen/fallen brauche ich nicht.

Und in unserem Kaff gibt es keine "normalen" Leute - da ist man entweder etwas eingebildet und gehört zur Gruppe, oder man wird Einzelgänger.

EGV ist gekommen, gibt aber keine Möglichkeit zum einscannen, aber ist eigenlich egal:
Standard-Format: 4 Seiten Rechtsfolgenbelehrung.
Einziges wichtiges ist der Hinweis, dass eine "Psychologische Begutachtung durch den Amtsarzt" vereinbart wird, und in ganz fetten Lettern hervorgehoben (damit man sich schlecht dabei fühlen soll oder beindruckt sein soll wahrscheinlich) dass die Untersuchung ja "ach so toll" vom Amt bezahlt wird - Superklasse sind die.

Nur dass die ja wissen wollen, was ich so arbeiten kann und ob überhaupt - ich selber weiss schon, was bei mir selber Masse ist.
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Alt 05.03.2013, 23:02   #8
Aras
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Aras Aras
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Zitat:
Aus o.g. Gutachten geht aber seltsamerweise hervor, dass ich theoretisch in einem kleinen Raum ohne Fenster und ohne zwischenmenschliche Kontakte arbeiten müsste, also weder Kollegen, Chef, Kunden, nix - meine Psychodoktorin bestätigt dieses, aber in etwas "undrastischerer" Sichtweise.
Hallo,

so etwa stelle ich mir den perfekten Arbeitsplatz auch vor. Aber dann merke ich, dass ich doch nicht ganz ohne Menschen kann. Nur brauche ich für ein Fünkchen Vertrauen Monate, die bekommt man in einem gewöhnlichen Arbeitsverhältnis nicht und ich bin schnell der Außenseiter, was dann die Problemspirale erst in Gang setzt.

Ich weiß um das Problem und versuche in der Therapie Lösungen zu erarbeiten. Das ist keine Sache, die innerhalb von Wochen passiert. Meine "Psychiatriekarriere" begann vor 13 Jahren mit der ersten Therapie. Aber schon Jahre vorher als Teen wusste ich, dass ich da alleine nicht raus komme.

Ich habe mich lange in der Opferrolle gesehen. Meine Mutter hat mir geschadet und mein Leben dorthin bewegt wo ich vor 13 Jahren war. Sie ist bis heute nicht das, was ich mir als "Mutter" vorstelle.

Da wo ich jetzt bin habe ich mich aber selbst hinbewegt. Es hat sich so viel verändert, niemand von damals würde mich wiedererkennen. Dennoch möchte ich diesen Leuten nicht begegnen, alleine die Gedanken daran rufen das Trauma wieder wach.

Aber ich hatte einen massiven Leidensdruck, der mich immerfort angetrieben hat, zu verändern, was geht.

Heute habe ich nach wie vor Leidensdruck, nur die Probleme sind anders gelagert bzw. haben eine andere Intensität.

Was ich aber weiß ist, dass ich die einzige Person bin, die etwas ändern kein. Das übernimmt kein Psychologe. Die geben Denkanstöße. Das tatsächliche Denken und Schlussfolgerungen ziehen ist mein Job. Mein Denken und Verhalten ändern erst recht.

Ich weiß, dass ich nie der Mensch sein werde, der in dieser Gesellschaft einen Mittelwert bildet. Aber ich kann mir eine Nische suchen und teilhaben. Nicht im dunklen Kämmerlein sondern an dem Teil der Gesellschaft, der mir liegt. Für die anderen Teile nehme ich die Einschränkungen an. Nicht hin sondern an.

Ich bin ein Opfer, das versucht, die Opferrolle zu bearbeiten. Das ist mMn der einzige Weg, im Leben anzukommen.

Vielleich mag es für einige hier ungeheuerlich sein, vielleicht habe ich mich selbst in eine dumme Situation gebracht, ich versuche den Dialog mit meiner Fallmanagerin. Ich habe selbst um eine Möglichkeit der Integration gebeten. Nun "hänge" ich in einem 1 Eur Job und versuche das zu nutzen, meine Defizite zu bearbeiten. Aber ich bin bescheiden geworden und weiß, dass das die Hilfe ist, die ich brauche. Ich bin auch in einem Bereich, der meiner Ausbildung entspricht und muss kein Laub zusammenfegen oder so einen Mist. Zudem bin ich in einem Bereich, in dem die Menschen dort irgendwie Außenseiter sind und selbst an ihrer Integration arbeiten. Dadurch ist das für mich ein geschützter Rahmen. Vielleicht habe ich in zwei Wochen die Schn... voll. Dann wird das meine Ärztin erfahren.

Aber alles, was gestern, heute und morgen passiert ist meine Entscheidung. Mir klaut keiner mehr mein Pausenbrot, weil ich das nicht mehr will. Meine Mutter beeinflusst mein Leben nicht mehr in existenziellen Dingen, weil ich mit dem Abgrenzen Fortschritte mache.

Das konnte ich damals nicht beeinflussen und war das Opfer. Aber heute ist mein Leben mein Job. Und nur meiner.

Damals ist damals, heute ist heute. Nur WILL ich das so. Die anderen reichen die Hand, ich nehme sie. Ich könnte es auch lassen und in meiner Wohnung mit der Rente, die würde ich problemlos durchkriegen, versauern.

Jeder entscheidet selbst.
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Alt 06.03.2013, 08:55   #9
gila
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@Aras: Ich kann dich zu deiner jetzt so gewonnenen Lebenshaltung nur beglückwünschen und großen RESPEKT zeigen

Nach gut 12 Jahren Leid und vielen Kliniken ist meine Tochter nun auch so weit - jetzt auch ohne durch irgendwelche Chemikalien vernebelt -
dies Tag für Tag und Stück für Stück für sich zu begreifen und sich wieder einem Leben zuzuwenden.
IHREM Leben - in dem Rahmen, wie sie es eben KANN und auch möchte.
Und wir "Gesunden" sind in der Pflicht, hier den Rahmen zu geben und zu schützen und unterstützen.
Dazu gehört auch, unseren lt. GG "sozialen Rechtsstaat" und die Ausführenden daran zu erinnern, notfalls auch Dinge zu erstreiten,
die eigentlich selbstverständlich sein sollten.


Alles Gute für deinen Weg!
__

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Alt 06.03.2013, 11:12   #10
Aras
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Ich vergaß zu erwähnen, dass das das natürlich trotzdem nicht vor Krisen schützt. Vor genau zwei Jahren habe ich mich intensiv mit den Möglichkeiten beschäftigt, mein Leben zu beenden, dabei jedoch meine Katzen nicht alleine zu lassen :'-(

Jetzt bin ich seit etwa 1,5 Jahren allerdings ohne größere existenzielle Krise durchgekommen. Und dennoch, wenn es wieder kommen würde, daran wäre nicht jemand anders schuld (vielleicht die Umstände aber da gehöre ich ja dazu).
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Alt 06.03.2013, 11:36   #11
obi68->Emailproblem
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obi68 obi68 obi68 obi68 obi68 obi68 obi68 obi68 obi68 obi68 obi68
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@ aras: Ich finde deine Haltung zum Leben und deine Offenheit, in der du darüber sprichst, toll. Auch ich mußte krankheitsbedingt vieles von dem lernen, was du dir erarbeitet hast.

Im Grunde geht es nur darum, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und mit den Konsequenzen meines Handelns zu leben. Und dabei Hilfe anzunehmen und das für mich Nützliche heraus zu ziehen.
Täter sein - nicht Opfer!
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Alt 13.03.2013, 07:35   #12
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Zitat von Aras Beitrag anzeigen
[...]
Hi und danke für den Post, nur werde ich daraus nicht ganz schlau;

scheint ja auch nicht anders zu sein als bei mir, im groben Umriss zumindest -

Dass man selber was ändern muss ist klar.

Oft hab ich gehört "mach mal Spaziergänge" und anderen Bockmist.

MACHE ICH ALLES, nur ändert sich dadurch irgendwas daran, dass ich einfach kein Vertrauen zu anderen aufbauen kann???

Im Endeffekt könnte ich sogar JEDE Arbeit machen, wenn ich denn die Möglichkeit hätte selber zu bestimmen wann, wo, und mit wem.

Außerdem bin ich eigentlich immer ein Teamplayer gewesen, den man ausgenutzt hat und möglichst kräftig in den Rücken getreten hat, wann man konnte.

Meine abneigung gegen andere Menschen (besonders MITArbeiter) trifft eigentlich nur dann zu, wenn die von MIR was erwarten (das MUSST du jetzt machen!) - dann kollabiere ich geistig, kann 2+2 nicht mehr zusammen zählen, usw.

EIGENTLICH wäre ich in einer Position, wo ich sage was passiert, goldrichtig - ich kann andere gut anleiten ohne zu strikt und brutal zu dirigieren und deligieren.

PROBLEM dabei ist, ich hatte solche Chancen schon öfters in vorherigen Jobs, nur wenn man mal die Initiative übernimmt (weil der Chef oder Planer selten dämlich ist), wurde diese In. im Keim erstickt (Chef erscheint, sagt "Näh, so geht das net, ihr mach was ICH SAGE!"), was mich immer erdrückt hat.

Und ein weiteres Problem, man kann noch so klug, allwissend, begabt, etc. sein, man muss sich hocharbeiten um was zu werden, und das schaffe ich aufgrund meiner unmöglichkeit mir von anderen was sagen zu lassen und mit diesen zusammen zu wirken.

Was möglich wäre für mich, ist Selbstständigkeit, nur hier kotzt das Amt und JEDER den man fragt rum "Bäh, geht net! Wie denn, wo denn, mit wem denn?".

Aber anders KANN ich einfach nicht.

UND das größte Problem, was mich schlaflos werden lässt, hat KEINER beantwortet:
Das man mich einfach in den Knast (oder Gulag, KZ, Klapse) wirft, weil ich so bin wie ich bin - ich weiß zwar, dass man einem so gar nix kann wenn der keine Gefahr darstellt (ich bin schließlich Pazifista in persona, will einfach nur -> meine Ruhe, und lasse JEDEN in Ruhe = gutmütiger (Brumm)Bär), aber ich krieg es einfach nicht aus dem Kopf, dass man mich einfach "meiner Welt" entreißt, weil andere es so wollen - unser Staat ist zwar "kaputt", aber solche hanebüchenen Aktionen von wegen in der Nacht aus dem Bett gerissen und auf ewig weg gesperrt, sowas geht doch nicht?

Ich meine, wir sind doch nicht im Kommunistischen XXX (Russland, China, Korea, etc.), wo man seine Menschenrechte (auf FREIHEIT) vergeblich unter dem Fußabtreter sucht?

Das ist das zweitwichtigste Problem was mich im Moment am schlimmsten fertig macht - neben der Suche nach "WAS mache ich (arbeitsmäßig)?!".
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Alt 13.03.2013, 08:17   #13
hass4
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Das ist ja das problem in der heutigen zeit, einmal ein gutachten für mittellose kassenpatienten, die so genannten gefälligkeitsgutachten aus denen immer hervor geht das eine erwerbsfähigkeit hervor geht, die 3 - 6 stundenregelung!

wer die erwerbsfähigkeit unter 3 stunden in seinem gutachten stehen hat wird wohl kaum noch in der lage sein allein seinen alltag meistern zu können oder leistet sich einen gutachter der finanziell nicht auf ein gefälligkeitsgutachten angewiesen ist.

sollte dann trotzdem mal jemand mit seinem gutachten nicht zufrieden sein, dann lässt er für ein paar tausend euro ein gegengutachten erstellen.

das ist der kapitalismus pur, da spielt objektivität keine große rolle, da zählt erst das geld. wer den rubel nicht rollen lassen kann muss zusehen wie er klar kommt!

geh zu einer rentenberatungsstelle und lass dir helfen, erwerbsminderungsrente zu beantragen, in 2. instanz mit rechtsanwalt kann man das schaffen!

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Alt 15.03.2013, 00:06   #14
Aras
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Zitat:
Hi und danke für den Post, nur werde ich daraus nicht ganz schlau;
Ich glaube nicht, dass daran viel falsch bzw. nicht zu verstehen ist.
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