ALG II Rund ums Thema Arbeitslosengeld II


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Alt 23.11.2012, 14:11   #1
GeraltOfRiva->Emailproblem
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GeraltOfRiva
Standard Studiumabbruch - Selbstständigkeit und Hartz 4

Hallo liebe Leute.

Nach sehr vielen Gesprächen mit verschiedenen Leuten, wurde mir dieses Forum empfohlen. Ich möchte euch kurz meine Lage vorstellen:

Ich bin 25 Jahre alt und studiere zur Zeit im 4. Semester in Trier und beziehe den Vollsatz Bafög, da mir das Studium allerdings absolut nicht zusagt, werde ich es wohl zu Beginn des 5. Semesters abbrechen und mich exmatrikulieren lassen (selbstverständlich habe ich das Bafög-Amt darüber in Kenntnis gesetzt!).

Gleichzeitig habe ich zusammen mit einer guten Bekannten ein Kleinunternehmen gegründet (um genau zu sein sind wir ein sog. "Indie"-Spieleentwicklerstudio, wir entwickeln sozusagen Videospiele für mobile Geräte und in Zukunft vll. auhc für PC/Konsolen) und zur Zeit arbeiten wir an unserem ersten Spiel, dass auf mobilen Geräten vertrieben werden soll und erst zum Tag des Online-Releases Einnahmen einbringen wird, und das wird sicherlich noch einige Monate dauern, da sehr viel programmiert/designed werden muss.

Die Sache ist nun aber auch folgende. Diese gute Bekannte hat ihren Bachelor absolviert und wird ihren Master in Hamburg machen, was zur Folge hat, dass sie dort hin zieht. Und da mich hier quasi nichts mehr hält, haben wir uns überlegt einfach zusammenzuziehen und eine WG zu gründen, was auch quasi zusätzlich als unser "Studio-Büro" fungiert :D

Sie wird für ihren Master wieder Bafög beziehen. Und ich? Nunja. Das wäre dann meine große Frage und ich wäre jedem dankbar der da helfen könnte:

Was kann ich machen? Beziehungsweise welche Möglichkeiten habe ich?
Ich selber habe mir folgendes vorgestellt:

Möglichkeit a) 400 € Job suchen und eben Geld verdienen um meinen Teil zur Miete/Essen beizutragen

Möglichkeit b) 400 € Job suchen + Wohngeld beantragen --- wäre das so überhaupt möglich, da wir dann eben in einer WG sind und meine Mitbewohnerin eben Bafög bezieht?

Da ich 25 bin, kommt ja noch die Krankenversicherung hinzu, die ich zu zahlen habe. Aber da habe ich schon sehr lange mit meinen Eltern darüber geredet, und sie wären ohne jegliche Bedenken bereit, mir diesen Betrag zu zahlen.

Und meine persönliche Möglichkeit c)

400 € Job + Beantragung von Hartz 4.


Nun würde ich gerne wissen, ob das ganze überhaupt so funktionieren könnte, wie ich mir das denke. Ist es für mich als nun Selbstständiger möglich Hartz4 zu bekommen?
Ich möchte keineswegs faul auf der Haut rumliegen. Es mag sich vielleicht frech oder arrogant anhören, aber wir beide (meine Kollegin und ich) sehen unsere Zukunft einfach nicht in einem größeren Spiel-Studio und möchten einfach den Weg der Selbstständigkeit und vorallem Unabhängigkeit gehen. Der Wille und Einsatz zur persönlichen Arbeit für das Produkt (in dem Fall das Videospiel) ist ja vorhanden, wir zwei machen per se nichts anderes als dafür zu "schuften" und können uns auch gar nichts mehr anderes vorstellen , es dauert einfach nur seine Zeit.
Es ist eben nur dieses leidige Thema: man muss ja auch irgendwie überleben.

Wir haben auch noch keine Wohnung gefunden, rechnen aber mit ca. 550-750 € (warm) für zwei Leute, rechnen wir mal lieber mit dem schlimmsten und sagen 750 € :D
Meine Kollegin wird ca 500 € Bafög beziehen, das nur zur Information.



Okay, ich hoffe jemand "nimmt sich meiner an" und kann Hilfestellungen geben, das wäre wirklich sehr nett und ich würde unglaublich dankbar sein :)

(Edit: Falls das hier das falsche Unterforum ist, so bitte ich das zu entschuldigen und bitte zu verschieben!)
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Alt 23.11.2012, 17:03   #2
DeppvomDienst->Emailproblem
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DeppvomDienst DeppvomDienst DeppvomDienst DeppvomDienst DeppvomDienst DeppvomDienst
Standard AW: Studiumabbruch - Selbstständigkeit und Hartz 4

Natürlich kannst Du ALG II beantragen, auch als Selbständiger.

In dem Falle steht Dir zu, dass die Krankenversicherung für Dich bezahlt wird, dass Du den Regelsatz bekommst (derzeit 374 Euro, ab 1. Januar 382 Euro) und den "angemessenen" Mietanteil.

Bei der Gründung einer Wohngemeinschaft ist darauf zu achten, dass die Verhältnisse erst einmal geklärt sind, das heisst, wer zahlt an wen, richtet man dafür ein Gemeinschaftskonto ein, um die gemeinsamen Kosten zu bestreiten etc.

Gemeinschaftskonto ist immer etwas heikel, weil dann das Jobcenter ganz schnell auch eine Wirtschaftsgemeinschaft oder Haushaltsgemeinschaft unterstellt und dann plötzlich Dein Mitbewohner mit Dir zu einer Bedarfsgemeinschaft zusammengeführt wird, das heisst, der Mitbewohner wäre dann ganz schnell auch in deren Fängen und dann wäre wohl mit dem Studium (Master) Essig...

Deswegen dringend auf die Wohngemeinschaft bestehen, ggf. nimmt er Dich einfach zum Untermieter und ihr schließt untereinander über einen Teil der Wohnung (deine Räume) einen Untermietvertrag - auch an die Nebenkostenaufteilung denken!

400 Euro-Job ist auch kein Problem, kannst Du machen, wenn Dir die Zeit dafür zur Verfügung steht. Hier rechnet das Jobcenter allerdings 240 Euro an die monatlichen Leistungen an, 160 Euro wäre dann der Freibetrag in dem Fall.

Für das Einkommen aus der Selbständigkeit müsste dann auch alle 6 Monate eine sogenannte EKS erstellt werden, in dem Du monatsgenau die Einnahmen und Ausgaben aufschlüsselst. Das ist mehr ein Kampf und Krampf, ich kann davon viele Liedchen singen dank meiner manigfaltigen Erfahrungen in dem Bereich (warum nur bekomme ich jetzt spontan einen leichten Brechreiz? ).

Wohngeld ist die Frage, je nach Höhe der Miete usw. kann es sein, dass das mit einem 400 Euro-Job und Wohngeld nicht funktionieren wird, aber da kenne ich mich nicht allzu sehr aus.

Das von Dir errechnete Budget ist jedenfalls schon sehr eng bemessen, die Frage ist, ob ihr mit dem geringen Einkommen überhaupt eine Wohnung bekommt, die warm 500 oder gar 700 Euro im Monat kostet (!) und da der Vermieter nicht blockt...

500 Euro Bafög + 400 Euro-Job + ggf. Wohngeld... wovon wollt ihr leben? Stromkosten, Internet-/Telefonflat, Kabelgebühren, ggf. Versicherungen, ggf. Kosten aus der Selbständigkeit, Lebensmittel, Anschaffungen, Reparaturen, Kleidung etc.

Also: Ja... prinzipiell ist das natürlich möglich.
Aber mach Dich im Jobcenter, wenn Du dort das Thema "Selbständigkeit" ansprichst, auf harten Gegenwind gefasst.
Wenn Du allerdings von denen keine Leistung willst (Einstiegsgeld, Darlehen etc.), dann kannst Du Dich selbständig machen, wann immer Du willst, das darf Dir nicht verweigert werden - man wird Dir aber ggf. Steine in den Weg legen. Ein dickes Fell ist zwingend notwendig.

Du hast also die Optionen:
* 400 Euro Job, Selbständigkeit, KK zahlen Eltern und ggf. Versuch, Wohngeld zu beantragen (kann eng werden)
* 400 Euro Job, Selbständigkeit, ALG-II beantragen (KK zahlt dann das Jobcenter), kein Wohngeldanspruch
* Genug verdienen um weder noch zu benötigen

Bezüglich WG:
* Wir haben es hier so gemacht (ich lebe auch seit vielen Jahren in einer "Zweck"-WG), dass wir beide Hauptmieter sind. Die Miete und die Nebenkosten werden 50-50 aufgeteilt. Bisher gab es hier keine wirklichen Probleme, allerdings hat das Jobcenter mehrfach versucht, eine Lebensgemeinschaft zu unterstellen (wir sind 2 Männer), dann eine Haushaltsgemeinschaft, ein Hausdurchsucher vom sozialen Dienst bekam Hausverbot erteilt, die massive Gegenwehr unsererseits führte wohl dazu, dass es konsequenzenlos blieb, einmal kam auch eine Aufforderung zur Senkung der KdU, weil wir eine doch große Wohnung bewohnen, die allerdings nach wie vor deutlich unter dem Höchstsatz liegt, die Wohnungsgröße spielt hier keine Rolle.

* Alternativ: 1 Hauptmieter, Du als Untermieter, der seinen Anteil monatlich an den Hauptmieter überweist, am besten in Form von Buchgeld, d. h. Überweisung, denn dann kann man diese Zahlungen belegen... Ist natürlich dann auch eine Vertrauenssache.

* Vorsichtig: Gemeinschaftskonto einrichten, auf das Beide Zugriff haben, dabei monatlich jeder eine Überweisung tätigt, die beinhaltet: Mietanteil, Anteil Stromkosten, Anteil Telefonkosten, Anteil Kabelgebühren und evtl. eine kleine Reserve - beide überweisen monatlich jeweils identische Anteilen. Auf den Kontoauszügen stehen als Ausgaben dann nur die Kosten, die ohnehin 50-50 geteilt werden, keine weiteren Buchungen.
Es muss lückenlos dokumentiert sein, dass dieses Konto einzig und alleine diesem Zweck dient und nie einer von Euch Beiden zusätzlich Geld einzahlt oder abhebt oder irgendwelche privaten Einkäufe oder so getätigt werden.
Ich schreibe deswegen "vorsichtig", denn hier kann es ggf. Probleme geben, da können andere vielleicht noch etwas dazu schreiben.
Es wäre aber schlicht und ergreifend für euch Beide die komfortabelste und einfachste Lösung.
__

Meine Postings stellen keine Rechtsberatung dar, sondern spiegeln lediglich meine Meinung wieder.
Ich schäme mich dafür, ein Bürger Deutschlands, repräsentiert von diesen ReGIERenden, zu sein!
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Alt 24.11.2012, 09:56   #3
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GeraltOfRiva
Standard AW: Studiumabbruch - Selbstständigkeit und Hartz 4

Woah, also erstmal ein großes Danke für diese ausführliche Antwort!

Was die WG angeht: meine Kollegin und ich sind sehr gute Freunde und ich gehe davon aus, dass da keinerlei Probleme entstehen sollten. Ich denke, wir würden gut mit der Variante fahren, dass sie der Hauptmieter sein wird und ich der Untermieter, sodass ich ihr quasi dann einen geregelten Betrag überweise.

Zitat:
Das von Dir errechnete Budget ist jedenfalls schon sehr eng bemessen, die Frage ist, ob ihr mit dem geringen Einkommen überhaupt eine Wohnung bekommt, die warm 500 oder gar 700 Euro im Monat kostet (!) und da der Vermieter nicht blockt...

500 Euro Bafög + 400 Euro-Job + ggf. Wohngeld... wovon wollt ihr leben? Stromkosten, Internet-/Telefonflat, Kabelgebühren, ggf. Versicherungen, ggf. Kosten aus der Selbständigkeit, Lebensmittel, Anschaffungen, Reparaturen, Kleidung etc.
Uff, mein Fehler! Ich habe vergessen in meine Berechnungen eben schon miteinzuführen, dass bei diesen 550-750 € schon gewisse Faktoren miteingerechnet worden sind (Strom, Internet/Telefon).

Zitat:
Also: Ja... prinzipiell ist das natürlich möglich.
Aber mach Dich im Jobcenter, wenn Du dort das Thema "Selbständigkeit" ansprichst, auf harten Gegenwind gefasst.
Wenn Du allerdings von denen keine Leistung willst (Einstiegsgeld, Darlehen etc.), dann kannst Du Dich selbständig machen, wann immer Du willst, das darf Dir nicht verweigert werden - man wird Dir aber ggf. Steine in den Weg legen. Ein dickes Fell ist zwingend notwendig.

Du hast also die Optionen:
* 400 Euro Job, Selbständigkeit, KK zahlen Eltern und ggf. Versuch, Wohngeld zu beantragen (kann eng werden)
* 400 Euro Job, Selbständigkeit, ALG-II beantragen (KK zahlt dann das Jobcenter), kein Wohngeldanspruch
* Genug verdienen um weder noch zu benötigen
Ok, ich denke mit der zweiten Option wird es wohl am "besten" klappen. Dennoch werde ich meine Augen auch nach einem Teilzeitjob offen halten, damit eben die dritte Option auch ins Auge gefasst werden kann, aber zur zweiten Option hätte ich noch ein paar Fragen:

Wie verhält sich das genau? Folgendes Szenario:

Miete kostet warm (Strom, Internet, Telefon) im Monat - 750 €.
Die Mitbewohnerin zahlt 375 € ein (also die Hälfte).

Ich habe meine 400 € von dem Minijob und erhalte Hartz 4. Wie viel davon wird automatisch für die Miete gezahlt? Wieviel bleibt über?

(Edit: Seltsam, mein "Danke" wird gar nicht unter deinem Beitrag angezeigt...)
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Alt 24.11.2012, 10:32   #4
alexander29->Emailproblem
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Standard AW: Studiumabbruch - Selbstständigkeit und Hartz 4

Das JC zahlt höchstens die maximal angemessene Miete für 1 Person.
Du musst Strom, Telefon, Internet aus der Miete rausrechnen, da du das aus dem Regelsatz zahlen musst.
Hast du einen Pauschal (Unter) Mietvertrag, dürfen da die Stromkosten enthalten sein.

Aufpassen musst du, dass ihr nicht als Bedarfsgemeinschaft zählt.
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Alt 24.11.2012, 10:38   #5
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GeraltOfRiva
Standard AW: Studiumabbruch - Selbstständigkeit und Hartz 4

WIe verhält sich das mit dieser Bedarfsgemeinschaft? Wie kann man sagen/behaupten, dass man NICHT in solch einer Gemeinschaft ist.
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Alt 24.11.2012, 12:50   #6
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Berti
Standard AW: Studiumabbruch - Selbstständigkeit und Hartz 4

Aus meinen Erfahrungen kann ich nur empfehlen, wenn es eine Möglichkeit gibt, Dein Vorhaben zu realisieren, ohne zum Jobcenter gehen zu müssen, ist das immer der beste Weg.

Gerade Selbständige haben es beim Jobcenter sehr schwer. Es werden einem Steine in den Weg gelegt, wo es nur geht. Die ganzen Probleme mit der Anlage EKS zur Erklärung des Einkommen Selbständiger ist immer wieder ein Kampf. Erstmal musst Du die Glaskugel haben, was Du voraussichtlich in den nächsten 6 Monaten verdienst sowie welche Ausgaben kommen werden und wenn Du das zu hoch einschätzt, bekommst Du zu wenig Leistungen. Erst nach 6 Monaten musst Du dann wieder eine abschließende Abrechnung einreichen, was Du wirklich eingenommen hast und wie die Ausgaben waren. Der Gewinn wird dann angerechnet und falls Du vorher zuviele Leistungen erhalten hast, darfst Du die im Nachhinein zurück bezahlen. Waren es zu wenig Leistungen bekommst Du die nachgezahlt.

Das ganze ist auch nicht ganz so einfach auszufüllen und verlangt einiges an Arbeit und Zeitaufwand, gerade wenn man es noch nicht gemacht hat. Das Problem ist, auch die beim Jobcenter können Dir das meistens nicht erklären, weil Sie sich selber damit nicht auskennen. Ich lasse das meinen Steuerberater machen, aber das ist natürlich auch nicht umsonst.

Im Allgemeinen kann man sagen, die meisen Jobcenter haben keine Ahnung von den Angelegenheiten der Selbständigen, müssen sie aber trotzdem betreuen und das schmeckt vielen SB nicht. Es soll Städte geben dort gibt es extra Leute für Selbständige, die auch mehr Ahnung haben, allerdings habe ich dazu keine Erfahrungen.

Es ist sehr mühsam wenn Du auch noch erklären musst warum Du bestimmte Dinge ausgegeben hast, denn Dein SB hat zu entscheiden ob das notwendig ist, so wird auch gern mal willkürlich an Deinen Ausgaben rum gekürzt und Du hast aus einem Minus plötzlich ein Plus vorgesetzt bekommen und statt Verluste höhere Gewinne erzielt und darfst dann evtl. noch Geld zurück zahlen an das Jobcenter.

Es ist kein leichtes Thema und schwer zu sagen wie dein Sachbearbeiter sein wird. Auch wenn er akzeptabel sein sollte, kann es Dir immer passieren das dieser nach ner Zeit nicht mehr für Dich zuständig ist und der Kampf geht von vorne los.

Einen Rat gebe ich Dir aber, wenn Du Dich selbständig machen willst, tu das bevor du ALG2 beantragst, dann kann Dir so schnell keiner mehr rein reden. Aber wenn Du das erst machst während Du Leistungen beziehst, bekommst Du heftig Gegenwind und es wird alles versucht Dich davon abzubringen, auch Prüfungen der Tragfähigkeit Deines Konzepts und Businessplan können Dich erwarten bevor sie Dir das erlauben eine gewerbliche Tätigkeit aufzunehmen.

Ich weise auch mal auf die Möglichkeit von Existenzgründungsseminaren hin um sich zu informieren oder auf Existenzgründerberatungen die es in vielen Städten gibt, die IHK kann da auch weiterhelfen.

Ich will keine Angst machen, es ist zwar leicht ein Gewerbe anzumelden, aber dieses zu führen umso schwieriger. Ich empfehle intensives informieren bevor der Schritt gewagt wird. Man sollte eben einfach wissen was einen alles erwartet und ein auf lange Sicht tragfähiges Konzept erstellen und dies gegebenenfalls prüfen zu lassen von Existenzgründungsberatern.

Solltest Du doch ALG2 beantragen, stimmt es das Deine Krankenversicherung gezahlt wird. Ich empfehle auch bei der gesetzlichen zu bleiben, auch wenn später ganz gute Einnahmen da sind wäre ich vorsichtig in eine private Krankenversicherung zu wechseln. Sie kann erstmal günstig sein aber später im Alter erwarten Dich in der Regel um ein vielfaches höhere Beiträge.

Nicht vergessen sollte man auch die Rente, denn das Jobcenter zahlt keine Beträge mehr in die Rentenkasse für Dich ein, da musst Du Dich selbst drum kümmern.

In Bezug auf die Bedarfsgemeinschaft wirst Du die Anlage VE erhalten, dort müssen alle Fragen mit Nein beantwortet werden und es ist wichtig das wirklich keine Befugnis besteht auf das Vermögen des anderen zuzugreifen.

Du wirst dann in aller Regel erst einmal ein Jahr Ruhe haben, aber wenn Du danach noch immer mit der anderen Person zusammen wohnst, wirst Du erneut die Anlage VE erhalten und dann gibt es Probleme, weil Du im Prinzip eine Frage mit Ja beantworten müsstest, auch wenn Nein richtig wäre solange kein gemeinsamer Haushalt geführt wird, ist das für das Jobcenter ein Indiz für eine Verantwortungs und Einstehensgemeinschaft, woraus eine Bedarfsgemeinschaft konstruiert wird.

Dann musst Du beweisen das Ihr das nicht seid, allerdings ist das sehr schwer bis teilweise unmöglich, hier haben viele schon aufgegeben, weil das Jobcenter keine Argumentation akzeptiert hat, denn dies nur zu verneinen reicht nicht. Dann kann man zwar auch Klagen, aber wenn man Pech hat verliert man trotzdem. Das ganze ist dann begleitet von einem langen Verfahren und in vielen Fällen muß man mit Zahlungseinstellungen durch das Jobcenter rechnen.

Es ist sehr viel Text geworden, aber ich hoffe Du kannst einige Informationen für Dich heraus ziehen und ich wünsche viel Erfolg mit der Selbständigkeit.
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Alt 24.11.2012, 13:01   #7
Indeclinabilis
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Zitat von GeraltOfRiva Beitrag anzeigen
[...]

Die Sache ist nun aber auch folgende. Diese gute Bekannte hat ihren Bachelor absolviert und wird ihren Master in Hamburg machen, was zur Folge hat, dass sie dort hin zieht. Und da mich hier quasi nichts mehr hält, haben wir uns überlegt einfach zusammenzuziehen und eine WG zu gründen, was auch quasi zusätzlich als unser "Studio-Büro" fungiert :D

Sie wird für ihren Master wieder Bafög beziehen. Und ich? Nunja. Das wäre dann meine große Frage und ich wäre jedem dankbar der da helfen könnte:

Was kann ich machen? Beziehungsweise welche Möglichkeiten habe ich?

[...]
Was folg ist m.M, die teils auf e.E beruht.

Mein Ratschlag wäre Lösungsmöglichkeit d.) ()

d.)
Bring dein Studium zu ende, oder fang ein für dich sinvolleres an, damit du wenigstens einen Abschluss vorweisen kannst, welcher dir im Falle eines fehlgehens deines Vorhabens, zugute kommen könnte.
& die Selbstständigkeit läuft dir sicher nicht davon, die kannst du danach immer noch realisieren.
Weil sollte sich z.B deine "Bekannte" nach ihrem Master oder schon vorher anderweitig entscheiden, bzw orientieren, dann stehst du unter Umständen alleine da.

naja, wie gesagt m.M

__

"Beati monoculi in regione caecorum".

"Zitat aus 300"
Leonidas: "Du hast viele Sklaven, Xerxes, aber wenig Krieger. Es wird nicht lange dauern, bis sie meine Speere mehr fürchten, als Deine Peitschen."
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Alt 24.11.2012, 20:04   #8
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GeraltOfRiva
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@Indeclinabilis

Bei allem Respekt, aber diese Möglichkeit habe ich bzw. wir längst abgewägt und für nichtig erklärt. Jede Sekunde die ich an der FH verbringe quält mich eigtl. nur noch, und jede Minute die ich mit meiner Kollegin an dem Entwicklungsprozess des Spieles verbringe ist dafür mit Gold nicht aufzuwiegen.

Das Problem dabei ist wahrscheinlich, dass ich nun sehr viel über die Videospielindustrie und unser Konzept bzw. das allgemeine Konzept unabhängiger Videospielfirmen/-studios schreiben müsste, damit du/andere hier wissen worum es denn eigtl. geht. Die Branche funktioniert nunmal einfach anders als z.B. diverse handwerkliche Berufe oder bestimmte Bürotätigkeiten, es wird nicht wirklich auf einen Hochschulabschluss geschaut, sondern ausschließlich auf den Erfahrungsschatz (ich beschäftige mich seit Jahren mit dieser Industrie und es ist wirklich wirklich wirklich die Ausnahme, dass ein Bachelor oder Master eine voraussetzung sind).

Insofern: es gibt nichts sinnvolleres für mich/uns als eine Selbstständigkeit anzugehen. Und durch genügend internationale Werbung über diverse Social-Media-Kanäle (Twitter, Facebook, YouTube) und Mundpropaganda über das Spiel, haben wir zwei weitaus bessere Chancen größere Firmen auf uns aufmerksam zu machen, falls das mit dem eigenen Studio doch nicht klappen sollte, als ein frischer Bachelor/Master, der in keinster Weise Erfahrungen in der Branche sammeln konnte.


@ Berti

Also bezüglich der Selbstständigkeit:

Wir beide bzw. ich habe das Gewerbe bereits angemeldet (auf meinen Namen), es folgte aber noch kein Eintrag ins Handelsregister und ist auch erstmal nicht geplant. Wir fungieren dabei als Kleinunternehmen und die Geschichte mit der Steuererklärung sollte in unserem Fall mit einer Einnahme-Überschuss-Rechnung geklärt sein, da wir erst ab dem Moment Umsatz respektive Gewinn erzielen, wenn das Spiel publik gemacht wird (also hochgeladen wird und dann von Kunden für einen bestimmten Betrag runtergeladen wird), und wirkliche Ausgaben haben wir ja nicht:

- keine Löhne
- keine Räumlichkeiten
- keine Lieferanten
- keine Sozialversicherungen von Mitarbeitern
- etc.

Wir benötigen prinzipiell nur unsere Computer samt Internet zum Arbeiten.


Des Weiteren habe ich auch an solchen Seminaren teilgenommen, danke dennoch für den Vorschlag!
Auch haben wir sehr viele Messen der Branche besucht und haben mit diversen anderen Entwicklern, Produzenten etc. gesprochen, sodass wir eben ganz genau wissen worauf wir uns da einlassen, und ganz ehrlich: wenn wir keine Ahnung hätten und nicht fest davon überzeugt wären, dass das funktionieren könnten, hätten wir beide den Weg nicht eingeschlagen :)
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Alt 24.11.2012, 20:29   #9
Erolena
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Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena Erolena
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Schau doch mal nach, wie es mit dem Wohngeld ausieht.

Ingo Turski: Wohngeld-Berechnung

Bei Wohngeldbezug wäre es günstig, wenn du einen Job annehmen würdest, über den du gleich krankenversichert bist. also 401 Euro Verdienst. Leider wurde der Betrag gerade geändert auf 451 Euro, ich glaube das gilt ab 2013.

Vielleicht würden dann deine Eltern statt deine KV zu zahlen, lieber regelmäßig einen bestimmte Summe zur Lebensunterhalt zuschießen. Das funktioniert natürlich nur bei Wohngeldbezug.

Wenn du aber ALG2 beantragst, könnten sie dir anderweitig unter die Arme greifen, mal eine Reparatur bezahlen oder ähnliches. So etwas darf beim ALG2-Empfänger aber nie über dein Konto laufen, sondern nur als Barzahlung.
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Alt 24.11.2012, 20:40   #10
Erolena
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Aus eigener Erfahrung noch ein Tipp.
Falls du dir irgendwann mal überlegst, einen Studienabschluss nachzuholen. Dann musst du beim dann fälligen Bafög-Atrag reinschreiben, dass du den Wunsch zu studieren jetzt vollkommen aufgegeben hast. Und dir erst Jahre später überlegt hast, doch ein Studium zu absolvieren. Das nennt sich, glaube ich, Änderung der Lebensplanung.
Wir haben das damals falsch gemacht, nämlich reingeschrieben, dass man immer das Studienziel vor Augen hatte. Das war ganz verkehrt, deswegen gab es beim Zweitstudium kein Bafög.
Erolena ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.11.2012, 14:42   #11
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Zitat von GeraltOfRiva Beitrag anzeigen
@Indeclinabilis

Bei allem Respekt, aber diese Möglichkeit habe ich bzw. wir längst abgewägt und für nichtig erklärt. [...]
Alles klar.

Zitat:
[...]
Jede Sekunde die ich an der FH verbringe quält mich eigtl. nur noch, und jede Minute die ich mit meiner Kollegin an dem Entwicklungsprozess des Spieles verbringe ist dafür mit Gold nicht aufzuwiegen.
[...]
Darf gefragt werden, welches Fach du auf der FH belegt hast.?
__

"Beati monoculi in regione caecorum".

"Zitat aus 300"
Leonidas: "Du hast viele Sklaven, Xerxes, aber wenig Krieger. Es wird nicht lange dauern, bis sie meine Speere mehr fürchten, als Deine Peitschen."
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Alt 25.11.2012, 21:40   #12
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@Indeclinabilis

Selbstverständlich darfst du das. Das nennt sich "Informatik - Digitale Medien und Spiele - Schwerpunkt Spiele". So toll der Name auch klingen mag, so verblendet war ich als ich ihn gewählt habe. Hätte ich Informatik aus theoretischer Sicht lernen wollen, wäre ich zur Uni gegangen ;)
Ich möchte das generell nicht schlechtreden, aber mit Praxis, vor allem im Bereich der Videospiele, sieht es da ziemlich schlecht aus, anders als der Name vermuten lässt. Hätte ich das Geld gehabt, wäre ich auch lieber zu den privaten Schulen wie Quantm-Institut oder Games-Academy gegangen.
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Alt 25.11.2012, 22:34   #13
Indeclinabilis
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Zitat von GeraltOfRiva Beitrag anzeigen
[...]Hätte ich Informatik aus theoretischer Sicht lernen wollen, wäre ich zur Uni gegangen ;)
[...]


Zitat:
[...]
Ich möchte das generell nicht schlechtreden, aber mit Praxis, vor allem im Bereich der Videospiele, sieht es da ziemlich schlecht aus, anders als der Name vermuten lässt. Hätte ich das Geld gehabt, wäre ich auch lieber zu den privaten Schulen wie Quantm-Institut oder Games-Academy gegangen.
Joa, unter den Umständen macht die Flucht sinn.
__

"Beati monoculi in regione caecorum".

"Zitat aus 300"
Leonidas: "Du hast viele Sklaven, Xerxes, aber wenig Krieger. Es wird nicht lange dauern, bis sie meine Speere mehr fürchten, als Deine Peitschen."
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Alt 26.11.2012, 11:46   #14
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Ich persönlich würde kein Studium aufgeben, egal ob langweilig oder nicht.
Ich würde höchstens umsatteln.

Denk an deine Zukunft; mit einem FH-Abschluß, egal welche Studienrichtung hast du deutlich bessere Jobchancen als mit Studienabbruch und einer gescheiterten Selbstständigkeit oder mit einer Selbstständigkeit, die dir nicht viel einbringt.

Ich würde mit de Studium weitermachen und nebenbei die Selbstständigkeit aufbauen.
Du könntest dich auch beurlauben lassen.
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Alt 30.11.2012, 19:41   #15
Berti->Emailproblem
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Berti
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Schön wenn Du bestens informiert bist :)

Zu dem Punkt keine Kosten würde ich noch einwerfen, auch das Geld für Internet / Telefon sollte man anteilig als Kosten der Firma ansehen, ebenso wenn ein heimisches Büro vorhanden ist, auch dort sollte man die anteiligen Raumkosten und Energie / Stromkosten anteilig auf Absetzbarkeit prüfen.

Ebenso sind die Gebühren der Gewerbeanmeldung bereits Firmenkosten und evtl. auch kostenpflichtige Seminare, falls besucht, möglicherweise absetzbar als Gründungskosten.

Ich würde mich im Zweifel mal mit einem Steuerberater kurz schliessen.

Ich empfehle weiterhin ohne ALG2 auszukommen, denn gerade solange überhaupt keine Einnahmen kommen, lässt Dich das Jobcenter mit Sicherheit nicht in Ruhe und wird sehr schnell Bewerbungen und die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit verlangen. Da wird viel Druck kommen, den man meistens reduzieren kann, wenn Einnahmen bzw. Gewinne zu verzeichnen sind.
Berti ist offline   Mit Zitat antworten
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