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ALG II - Sanktion, Kürzung, Sperre Alles rund um Sanktion bzw. Leistungsentzug oder -kürzung bei ALG 2


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Alt 07.07.2017, 04:49   #1
Aschenputtel->Emailproblem
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Beiträge: 115
Aschenputtel
Standard Sanktionsandrohung - Pflege eines Angehörigen - Pflegegrad 4 = nicht vermittelbar

Hallo zusammen!

Ich hoffe, jemand kann mir Tipps geben, wie ich am Besten gegen meinen SB beim JC vorgehen kann.

Ich pflege seit längerer Zeit schon meine Großmutter. Sie hat Pflegegrad 4 mit geistigen/psychischen Einschränkungen und festgestellter erheblicher Beeinträchtigung der Alltagskompetenz. Hinzu kommt eine Schwerbehinderung von 100 %, unbefristet, mit den Merkzeichen G, aG, B, H und RF.

Die Pflegesituation umfasst 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche. Es ist sehr anstrengend und ich bin voll ausgelastet, aber ich kümmere mich liebendgerne und aufopfernd um meine Großmutter, weil sie so viel für mich getan hat, dass ich ihr unbedingt durch meine Hilfe etwas zurückgeben will! Meine Großmutter akzeptiert auch nur meine Hilfe. Von anderen oder gar fremden Personen lässt sie keine Hilfe zu. Dann wird sie besonders aggressiv und weil damit nicht jeder umgehen kann, die entsprechende Situation die Gesundheit meiner Großmutter nur verschlechtern würde (Schlaganfälle usw.), kommt für mich als pflegender Angehöriger auch keine anderweitige Pflege für meine Großmutter in Frage.

Ich lebe gemeinsam mit meiner schwerkranken Großmutter und Mutter in einer Mietwohnung. Meine Mutter kann die Pflege nicht übernehmen, da sie selbst krank ist und nach jahrzehntelanger Akkordarbeit hat sie auch überhaupt nicht mehr die Kraft und Nerven, eine so schwierige Pflege eines schwerstkranken, dementen Menschen zu bewältigen. Meine Mutter hatte in der Anfangszeit die Pflege meiner Großmutter übernommen, bis die Krankheit meiner Großmutter sich weiter verschlechtert hatte und ich schließlich die Pflege übernommen habe. Meine Mutter ist die Bevollmächtige meiner Großmutter.

Nun ist es so, dass mein SB von meiner Mutter ein ärztliches Attest haben will, welches bestätigt, dass meine Mutter die Pflege meiner Großmutter nicht übernehmen kann. Meine Mutter ist keine Leistungsberechtigte. Sie erhält keinerlei Geld weder vom Sozialamt noch vom JC. Sie ist Rentnerin. Darf mein SB von meiner Mutter solch ein ärztliches Attest verlangen? Was soll denn meine Mutter ihrer Hausärztin erzählen? Sie braucht derartiges Attest für das Jobcenter, obwohl sie nix mit dem Jobcenter zu tun hat? Muss es sein, dass ich mich als Alg II-Empfängerin vor meiner Hausärztin outen muss? Bitte versteht mich nicht falsch: Es ist mir unangemehm, mich zu outen. Mir ist klar, dass mein SB alles Mögliche versuchen will, dass ich die Pflege meiner Großmutter in andere Hände abgebe, aber kann man meine Mutter dazu zwingen, einen schwerkranken Menschen zu pflegen? Ein Pflegeheim käme für den Steuerzahler am Teuersten. Dies kann doch wohl nicht im Sinne der Allgemeinheit sein! Eine 24h-Betreuung durch eine Pflegefachkraft wäre unbezahlbar!

Die sollen doch froh sein, wenn ich die Pflege mache, denn günstiger geht's nicht. Ich komme schon auf dumme Gedanken, denn wenn ich daran denke, wenn mein SB meiner Großmutter schaden möchte, dann wenn ich sie in fremde Hände abgeben muss. Meine Großmutter würde dann bald sterben. Das kann und werde ich nie zulassen!!!

Laut den fachlichen Weisungen der Bundesagentur für Arbeit gilt man als Leistungsberechtiger bei Pflege eines Angehörigen ab Pflegegrad 4 als nicht vermittelbar. Das scheint meinem SB aber nicht zu interessieren! Er ignoriert das!

Während meiner vorletzten Einladung bei ihm, hatte er mir noch erklärt, dass ich bei der Pflege meiner Großmutter mit Pflegestufe 3 nicht mehr vermittelbar bin. Damals hatte meine Großmutter noch die Pflegestufe 1 mit Demenz. Kurz darauf die Pflegestufe 2 mit Demenz. Er schickte mir weiterhin EGV für Vermittlung in Vollzeit, obwohl er mir damals sagte, bei Pflegestufe 2 wäre ich nur noch Teilzeit vermittelbar. Er ignorierte, dass meine Großmutter inzwischen die Pflegestufe 2 hatte. Nun ignoriert er, dass meine Großmutter inzwischen Pflegegrad 4 hat. Er hat offensichtlich ein Problem damit. Er will mich nicht aus der Vermittlung nehmen!

Statt dass er mich wegen der Pflege meiner Großmutter aus der Vermittlung nimmt, schickte er mir eine Einladung und kurz darauf eine neue EGV für die Vermittlung in Vollzeit, die ich ihm aber einsenden sollte. Warum er mir diese EGV nicht kurz darauf persönlich beim Termin übergeben wollte, ist mir schleierhaft. Ich nehme an, ihm war bereits vorher klar, dass ich den Termin wegen der Pflege meiner Großmutter nicht wahrnehmen kann, weil er weiss, dass es für mich unmöglich ist.

Ich habe keinen Führerschein, kein Auto, keine Gelegenheit, meine schwerkranke Großmutter mit zu solch einem sinnlosen Termin mitzunehmen und sie würde das auch nicht ertragen, da so ein Termin mit Fahrtzeit mindestens 3 Stunden in Anspruch nimmt. Alleine lassen kann man einen schwer dementen und hilflosen Menschen nicht und die Pflege wenn auch kurzzeitig meiner Mutter zu überlassen, ist nicht vereinbar, weil meine Mutter gesundheitlich einfach nicht dazu in der Lage ist. Schlimmstenfalls würde meine Mutter selbst umkippen!

Außerdem wurde das Einladungsschreiben von meinem SB früh erfasst, aber zu spät weggeschickt. So kurzfristig bekäme man keine anderweitige Pflege und dann ist da wieder das Problem, dass meine Oma das nicht will, aggressiv wird, bishin zu einem Schlaganfall.

Natürlich habe ich meinem SB schriftlich meine Gründe mitgeteilt, weshalb ich den Termin nicht wahrnehmen kann. Kurz darauf erhielt ich dann sein Schreiben mit einer Sanktionsandrohung. Er tut so, als wüsste er von nix! Er behauptet außerdem, dass nach bisherigem Stand keine Gründe erkennbar seien, die dies rechtfertigen. Es ist der tatsächliche Hergang der Ereignisse zu ermitteln. Bla bla.

Was will der eigentlich noch von mir? Kann er mir wirklich verweigern, dass ich meine Großmutter pflege, auch wenn die Pflege anderweitig nicht möglich ist? Dass der Wille und die Gesundheit meiner Großmutter meinem SB egal sind, kann ich mir vorstellen.

Die EGV unterschreibe ich nicht. Ich unterschreibe schon lange keine mehr, weil es sich hierbei nie um einen gemeinsam ausgehandelten Vertrag handelt, sondern immer nur um ein solches, wie es einzig und allein meinem SB gefällt.

Ich hoffe, jemand kann mir Tipps geben, was ich tun kann, damit mein SB mich in Ruhe lässt. Die Pflege ist anstrengend genug. Ich verstehe nicht, warum man als pflegender Angehöriger so mies behandelt wird. Wenn jetzt auch noch durch Sanktionen Existenzängste hinzukommen, weil ich meine Oma pflege, dann frage ich mich, in welcher Welt wir leben...

Eine letzte Frage habe ich noch:
Was passiert genau, wenn ich es schaffe, dass er mich aus der Vermittlung raus nimmt? Erhalte ich das Alg. II weiter? Jemand hatte mir erzählt, man bekäme kein Geld mehr, weil man wegen der Pflege nicht mehr vermittelbar ist. Um Alg. II zu erhalten, müsste man mind. 3 Stunden täglich arbeiten können. Wenn ich dann aber kein Alg. II mehr erhalte, wovon soll ich dann während der Pflege meiner Oma leben? Und wozu schikaniert mich dann mein SB? Wenn ich kein Alg. II mehr bekäme, müsste er doch froh sein, mich aus der Vermittlung rauszuwerfen.

Liebe Grüße,
Aschenputtel
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Alt 07.07.2017, 05:13   #2
krohne444
Elo-User/in
 
Registriert seit: 07.10.2016
Beiträge: 339
krohne444 krohne444 krohne444
Standard AW: Sanktionsandrohung - Pflege eines Angehörigen - Pflegegrad 4 = nicht vermittelbar

hi
Gehe zu deiner Kk und besorge dir eine Bescheinigung , dass du die alleinige Pflegeperson bist /eingetragen . Das bekommen die vom Amt mehr nicht .Und das Pflegegeld bekommst ja deine Oma und nicht du und was sie damit macht ist ihre Sache da darf dir nix abgezogen/verweigert werden vom Amt .
Also du bekommst weiter ALG2 und wenn die Oma dir das Pflegegeld gibt ist das Extra was nicht Eingezogen/abgezogen usw werden darf.
Außerdem bist du ab Pflegegrad 3 raus aus der Vermittlung .

Und wenn der das nicht begreift beim amt , dass das ein Vollzeitjob ist dann sage dem mal geben sie mir ihre Gespinste schriftlich und mein Anwalt /Richter wird ihnen dann das mal genau erklären .

Also pflege mal die Oma und hoffe sie lebt noch lange und 1x pro Jahr sendest du denen eine Bescheinigung , dass Sie noch lebt .
krohne444 ist offline   Mit Zitat antworten
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