QR-Code des ELO-ForumErwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
Impressum Stichwortsuche Spenden Strafanzeigen Verfahrensrecht Registrieren Hilfe Interessengemeinschaften Kalender Suchen Alle Foren als gelesen markieren

Start > > -> ALG I: Abgelehnt, nicht arbeitslos gemeldet

ALG I Rund ums Thema Arbeitslosengeld I


Danke Danke:  1
Antwort

 

Themen-Optionen Ansicht
Alt 05.06.2014, 20:48   #1
maschinell
Unbestätigter Zugang (Email gültig?)
 
Benutzerbild von maschinell
 
Registriert seit: 05.06.2014
Beiträge: 2
maschinell
Böse ALG I: Abgelehnt, nicht arbeitslos gemeldet

Hallo liebe Leute,
Als Erstlingspost freue ich mich natürlich auf viele hilfreiche Kommentare und Posts. Ich habe mich im Forum ein bisschen durchgestöbert und noch nichts großartiges, hilfreiches gefunden. Vorab schonmal ein großes Danke für's Lesen! :)

Zu meiner Verwunderung bekam ich heute einen Ablehnungsbescheid über meinen Antrag von ALG I. Diesen hatte ich am 1. Februar 2014 abgegeben. Die Begründung ist für mich so verwirrend wie für euch evtl. auch:

"Ihren Antrag auf Arbeitslosengeld vom 1. Februar 2014 lehne ich ab."
"Sie haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, weil Sie sich nicht persönlich arbeitslos gemeldet haben (§ 137 Absatz 1 Nr. 2 Drittes Buch Sozialgesetzbuch)."

Background:
  1. Am 30.01.2014 hatte ich mein Erstlingsgespräch. Alle Daten wurden eingetippt, die ich kann, um ein Bewerberprofil zu erstellen. Zudem verwies man mich an die Information, um den Antrag für ALG I zu kriegen.
  2. Ich hatte meinen Ausweis vergessen. Kein ALG I Antrag bekommen. Vermerk im internen System.
  3. Am 1.2.2014 den eService zum Antrag benutzt. Alles Klasse.
  4. Am 3.2.2014 unter Zeugin vorstellig, gesagt, ich habe den eService benutzt, Antwort: "Alles Klar, dann brauchen sie den Antrag ja nicht mehr". Leicht verdutzt nach Hause gefahren.
  5. Termin am 07. März 2014 mittelfristig wegen Terminengpässen per Telefon, Hotline der Bundesagentur, abgesagt.
  6. Während des Zeitraums vom 3.2.2014 - Heute auf Pump von Freunden & Co. (Gott beschütze sie!) gelebt.
  7. Wir schreiben den 26.05.2014. Das Schmarotzertum will ich nicht länger durchziehen und per Mail & Fax mich an die Agentur für Arbeit gewandt, was da denn jetzt los ist.
  8. Antwort per Mail, angekommen heute: "Vorstellig werden mit Personalausweis. Keine weiteren Informationen per Mail."
  9. Brief heute per Post: Ablehnungsbescheid.

Soweit der Werdegang, habe ich mir das Telefon gegriffen. Man hat versucht mich zu erreichen, die bekannte Vorwahl für die Bundesagentur für Arbeit meiner Stadt. Doch - wer hätte es gedacht - "Diese Nummer wird nur für ausgehende Anrufe genutzt".

Telefon wieder gegriffen, die Hotline angerufen, um einen Termin gebeten. Kundennummer durchgegeben, alles Fein. Doch dann Verwunderung: "Herr maschinell, sie sind hier gar nicht als Arbeitslos eingetragen. Sie sind abgemeldet worden am 07.03.2014.". Nach Hin und Her, und zu meiner Verwunderung habe ich "Beistand" und Unterlagen gepackt und bin zum Arbeitsamt losmarschiert. Mit dickem Hals, aber nun gut, die Frau die ich jetzt antreffe, wird damit ja eher nichts am Hut haben, also sie nicht direkt ankeifen.

An der Information angemeldet, kommt mir direkt entgegen "Herr maschinell, sie sind bei uns gar nicht mehr angemeldet. Warten Sie mal, nehmen Sie schon mal Platz."

Das Warten hatte schnell ein Ende, habe ich die Situation besprochen und folgende Informationen aufgeschnappt:
  1. "Wie ich im Computer sehe, besteht es für sie dem Grunde nach komplett zu"
  2. "Arbeitslos ab 1.2.2014. Nochmal vorstellig am 3.2.2014"
  3. "Es gibt keine Vorschusszahlung auf ALG I"
  4. "§ 42 SGB I ist nicht auf ALG I anwendbar, da Agentur für Arbeit kein Leistungsträger"
  5. "Dann müssen Sie den unangenehmen Weg gehen und ihre Freunde anpumpen"
  6. "Widerspruchsbescheid schnellstmöglich abgeben"

Ich habe mich mit diesen Informationen, erst recht, dass ich per internen Vermerk ja Arbeitslos gemeldet bin, an den Widerspruch gesetzt, ihn vorab per Fax & Mail geschickt, genau so wie den Antrag auf § 42 SGB I.

Für mich sind nunmal in nun 5 Monaten knapp 4.980 EUR aus Tasche von Freunden und Familie geflogen, die das Geld selbstverständlich wiedersehen wollen. Meine Eltern sind weiß Gott nicht wohlhabend, meine Freunde auch nicht (Ich bin Mitte 20, wie soll ich, wenn ich nicht Zuckerberg bin, reiche Freunde haben die sowas mal eben aus der Tasche schleudern können?)! Was erwartet der Staat da? Ich bin echt dankbar für diese Menschen, die mir helfen, was geht und was kommt, genau so wie ich es für sie schon getan habe als ich gut verdient habe. Aber sowas kann man doch nicht verlangen? Wie peinlich und erbärmlich wäre das denn? Kurzer Tidekick: Es war sicherlich kein Vergnügen, als ich das angesprochen habe... An meinem Geburtstag, weil einfach alles finite war!

Ich habe bis jetzt immer brav gearbeitet, in Überstunden gewälzt und gezerrt zu Nullkosten, und bin trotz guter Leistungen entlassen worden, weil es dem Unternehmen nicht gut ging. Ich habe immer brav eingezahlt und mir steht dem Grunde diese Leistung zu!

So, Ende der Geschichte, Fragestunde:
  1. Wie kann ich es beschleunigen, meinem Vermieter für Mai und Juni das Geld zu überweisen?
  2. Wie kann ich mich möglichst schnell mit dem mir zustehenden Geld "entschulden"?
  3. Wie kann ich den Vorschussprozess beschleunigen?
  4. Wer hat etwas ähnliches erlebt?
  5. Wie kann ich mich auf höchster Ebene beschweren?
  6. Ist eine einstweilige Anordnung für diesen Punkt gegeben?
  7. Wie soll ich von 1,70 auf dem Konto überleben?
  8. Hilfe!!!!!

Danke nochmal fürs zuhören. Musste sein. Geht echt gar nicht :(
maschinell ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.06.2014, 22:12   #2
Fritz Fleißig
Forumnutzer/in
 
Benutzerbild von Fritz Fleißig
 
Registriert seit: 08.03.2013
Beiträge: 3.325
Fritz Fleißig Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: ALG I: Abgelehnt, nicht arbeitslos gemeldet

In aller Kürze, da nicht viel Zeit:

1. Die Tatsache deiner persönlichen Arbeitslosmeldung am 01.02.2014 wird offenbar nicht mehr angezweifelt, jedenfalls wurde dir dies mündlich mitgeteilt. Vorlage eines amtlichen Personalausweises ist für diese Meldung nicht unbedingt vorgeschrieben. Du hättest dich auch (vorläufig) anders ausweisen können. Die persönliche Arbeitslosmeldung bewirkt automatisch eine Antragstellung auf ALG - nicht mit dem Antragsformular zu verwechseln.

2. Widerspruch gegen die Ablehnung hast du offenbar schon per Fax eingelegt. Das mußt du auch, da der Ablehnungsbescheid noch in der Welt ist. Ich würde den Widerspruch unbedingt noch einmal schriftlich - das heißt brieflich mit Unterschrift und Zugangsnachweis - nachreichen. Überhaupt solltest du in allen wichtigen Angelegenheiten besser auf Telefon und neumodischen Krimskrams wie E-Mehl oder diesen E-Sörwiß (was immer das sei) oder anderes E-Zeugs verzichten. Das ergibt nur Beweisschwierigkeiten. Immer beim Alten und Bewährten bleiben.

3. Liegt der Arbeitsagentur die ausgefüllte Arbeitsbescheinigung des letzten Arbeitgebers vor oder fehlen noch Unterlagen?

4. Wieso die Arbeitsagentur angeblich kein Leistungsträger sein und keinen Vorschuß leisten können soll, erschließt sich mir nicht. Auch an die Möglichkeit einer vorläufigen Bewilligung denken. Hartnäckig bleiben, eventuell mal den zuständigen Gruppenleiter (englisch: Team-Leiter) verlangen. Die ganze Situation ist schließlich nicht von dir, sondern von der Antragsannahme der Agentur vermurkst worden.

5. Wie du deine Miete und sonstigen Ausgaben bestreitest, wird der Arbeitsagentur ansonsten vom Grundsatz her herzlich gleichgültig sein. ALG ist eine Versicherungs- und keine Sozialleistung für Bedürftige. Der Verweis auf ALG II wird gerne gemacht, ist aber eigentlich nicht zulässig, weil ALG II nur als letzte Möglichkeit geleistet wird, wenn andere Leistungen nicht zustehen.

6. Noch eine Anmerkung zur Miete. Wenn du Probleme mit der Mietzahlung voraussiehst, solltest du rechtzeitig mit deinem Vermieter sprechen und ihn darauf und die Umstände hinweisen. Später einfach nicht die Miete zu zahlen, wäre keine Lösung und würde nur Ärger geben.

Mehr fällt mir dazu nicht ein. Vielleicht eine Bank gründen, die bekommen Geld von der EZB jetzt ja für fast umsonst... *ironie*
__

Meine Beiträge stellen nur persönliche Erfahrungen oder Meinungen dar und sind keine Rechtsberatung.
Fritz Fleißig ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.06.2014, 00:14   #3
maschinell
Unbestätigter Zugang (Email gültig?)
Threadstarter/in Threadstarter/in
 
Benutzerbild von maschinell
 
Registriert seit: 05.06.2014
Beiträge: 2
maschinell
Standard AW: ALG I: Abgelehnt, nicht arbeitslos gemeldet

Hallo Fleißiger Fritz,

Danke für deine schnelle Antwort. Kurze Antworten, da schon spät ;)

1. Wie gesagt. Im PC steht als interner Vermerk (zusammengefasst, kein Zitat): Vorstellig, Arbeitslos ab 1.2.2014, kommt nochmal. Dennoch wird mir gesagt, ich sei nicht persönlich da gewesen. Ich war am 30.01. bei meiner Vermittlerin, die mich kreuz und quer über Leben und Qualifikation auseinander genommen hat - und eine Kdnr. hatte ich auch schon. Als Ausweiskriterium hatte ich ein Gerichtsurteil dabei, da ich zudem GdS 30 bin, und meine Vermittlerin das brauchte - was nicht anerkannt wurde. Auch interessant, da versiegelt & beglaubigt.

2. Tja, als "New Kid" und unterwegs in der Social-Media-Welt (beruflich) kenne ich so was altbackenes nur noch von coolen Postkarten. Spaß bei Seite: Einschreiben oder persönlich abgeben?

3. Alles da - aber wohl nicht mehr in der elektronischen Akte. Die sei mit der Abmeldung komplett entleert worden oder so. Aber das ist eine reine Vermutung. Fakt ist, da ist GAR NICHTS mehr, kein Antrag, nüscht. Habe meinen alten Arbeitgeber angeschrieben - noch ein kollegialer Umgang - und er wird mir schriftlich versichern, dass er dies abgegeben hat.

4. Ich habe Antrag auf Vorschuss beantragt - per Fax, aber jetzt auch morgen nochmal persönlich - beim heutigen Gespräch wurde mir mitgeteilt, dass der Team-Leiter für mich nicht zu sprechen sei, nur nach Termin, und der sei in weiter Ferne. Einstweilige Anordnung? Beschwerde?

5. Ich gehe (sowas gibt es noch) mit meinem Vermieter nächste Woche ein Bier trinken. Er weiß Bescheid. Aber dennoch ändert das ja nichts daran, dass er kein Wohlfahrtsamt ist und mir zudem auch komplett unangenehm. NATÜRLICH habe ich heute einen Verweis auf ALG II gekriegt. Den wollte ich nicht unterschreiben - erst durchlesen dann unterschreiben - aber mir wurde gesagt, dann werde ich in nächster Zeit kein Geld sehen. Nötigung?

NEU 6. - Ich habe gestrichen die Schnauze voll, wenn ich in meinen Kühlschrank gucke. Ein Bier und 'ne Packung gefrorene Erbsen. Mal schauen, wenn ich jeden Tag eine Esse, überlebe ich den Monat noch. Ich würde da echt gerne Schwung in die Sache bringen... Aber mir fehlen Mittel / Mut / Antrieb nach 5 Monaten und dieser rotzfrechen Sch...önheit.

Danke für die Antwort bisher!
maschinell ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.06.2014, 08:55   #4
Fritz Fleißig
Forumnutzer/in
 
Benutzerbild von Fritz Fleißig
 
Registriert seit: 08.03.2013
Beiträge: 3.325
Fritz Fleißig Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: ALG I: Abgelehnt, nicht arbeitslos gemeldet

Zu 1.: Du erkennst jetzt vielleicht das grundsätzliche Problem bei dieser schönen neuen E-Welt: die für dich nötigen Beweismittel liegen "im Computer" der Behörde oder auch nicht. Sie sind aber nicht bei dir und stehen damit nicht unter deiner Kontrolle. Hättest du dir dein Erscheinen oder die Antragsabgabe auf einem ganz altbackenen Blatt Papier mit Unterschrift und Stempel bestätigen lassen, wäre das entsprechende Beweismittel jetzt bei dir. Das mögliche Problem ist, daß eine Vorsprache bei der Arbeitsagentur auch zu anderen Zwecken als der Arbeitslosmeldung erfolgen kann und "im Computer" stehen könnte, es habe nur ein allgemeines Beratungsgespräch stattgefunden.

Zu 2.: Wichtige Dinge erledigst du schriftlich, also brieflich. Dies dann entweder per Einschreiben schicken, den Zustellbeleg ausdrucken und aufheben. Oder aber persönlich gegen Zugangsbestätigung auf einer Kopie des Schreibens abgeben - ist zwar aufwendig, aber das Sicherste, weil du zugleich einen Nachweis über den Inhalt des übergebenen Schreibens hast. Wenn das nicht geht, kannst du auch deinen Brief in Gegenwart eines Zeugen kuvertieren und von diesem in den Hausbriefkasten der Arbeitsagentur (nicht allgemeiner Postbriefkasten) werfen lassen. Der Zeuge bestätigt dir dann die Zustellung.

Zu 3.: Der Arbeitgeber hat damit direkt nichts zu tun, sondern übergibt die ausgefüllte Arbeitsbescheinigung normalerweise erst dir, damit du sie an die Arbeitsagentur schicken kannst.

Zu 4.: Da du anscheinend bei deiner Arbeitsagentur nicht mehr weiterkommst, würde ich dir raten, umgehend einen auf Sozialrecht spezialisierten Anwalt hinzuzuziehen, der die rechtlichen Dinge für dich anleiert (Beratungskostenhilfe und Prozeßkostenhilfe). Einige mögliche Ansatzpunkte hast du schon selbst genannt.

Zu 5.: Vergiß irgendwelche Strafanzeigen. Eine Nötigung im strafrechtlichen Sinne wird nicht beweisbar sein. Das ist nur Verschwendung von Zeit und Energie.
__

Meine Beiträge stellen nur persönliche Erfahrungen oder Meinungen dar und sind keine Rechtsberatung.
Fritz Fleißig ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Stichwortsuche
abgelehnt, arbeitslos, gemeldet

Themen-Optionen
Ansicht


Ähnliche Themen

Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Nicht arbeitslos gemeldet sein Cartman88 ALG II 4 14.03.2014 13:10
Arbeitslos tel. gemeldet und bekomme 6 Tage nichts? Schwelmer ALG I 26 27.01.2014 22:46
DRINGEND: Verspätet Arbeitslos gemeldet, Fragebogen Ich1 ALG I 9 17.08.2012 12:33
Krankengeld bekommen und jetzt arbeitslos gemeldet tieger471 Allgemeine Fragen 1 05.04.2012 23:28
Im Koma und nicht mehr arbeitslos gemeldet joe lion Allgemeine Fragen 15 12.07.2010 09:11


Es ist jetzt 00:01 Uhr.

Powered by vBulletin® (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, Jelsoft Enterprises Ltd.
Search Engine Optimisation provided by DragonByte SEO (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2018 DragonByte Technologies Ltd.
Feedback Buttons provided by Advanced Post Thanks / Like (Pro) - vBulletin Mods & Addons Copyright © 2018 DragonByte Technologies Ltd.
ELO-Forum by Erwerbslosenforum Deutschland