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ALG I Rund ums Thema Arbeitslosengeld I


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Alt 16.06.2007, 00:35   #1
stille->Emailproblem
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Registriert seit: 16.06.2007
Beiträge: 7
stille
Standard Arbeitslos und krankes Kind

Hallo Leute,

erstmal guten Abend an alle, ich bin neu hier und bin froh, hierher gefunden zu haben.

Bei mir ist folgende Situation: Ich bin bei meiner letzten Stelle als Buchhalterin gemobbt und dann entlassen worden. Durch die nervliche Belastung war ich dann erstmal 5 Wochen krankgeschrieben. Ich habe noch einen Restanspruch von 7 oder 8 Monaten von Alg 1.

Nach meiner Krankschreibung hatte ich sofort einen Termin beim AA, und die
Beraterin drückte mir sofort 2 Zeitarbeitsfirmen auf.
Dort stellte ich mich dann einen Tag später vor, und die suchen drigend eine Buchhalterin, aber zu schlechten Konditionen, und vor allem konnte (oder wollte?) mir niemand sagen welche Arbeiten genau ich dort zu verrichten habe, und was für mich als alleinerziehende nicht unerheblich zu wissen ist, zu welchen Arbeitszeiten!

Ich habe ein krankes Kind, das eine seltene Krankheit hat, um das ich mich zeitweise recht intensiv kümmern muss (Untersuchungen, Krankenhaus usw). Durch meine letzte Beschäftigung (45-50 Std/Woche) habe ich einige Untersuchungen und Termine aufgeschoben die jetzt eigentlich dringend nachgeholt werden müssten.

Ich will, kann und muß auch arbeiten, aber ich bin jetzt seit zwei Wochen arbeitslos und werde da jetzt mit Macht in was hineingepresst. Ich brauche jetzt eigentlich erstmal 4 Wochen um mich um die Untersuchungen zu kümmern.

Könnt ihr mir einen Rat geben, was ich tun kann, um mich a) erstmal um mein Kind kümmern kann und b) ich mir dann eine feste Stelle suchen kann ?

Vielen Dank und Grüsse.
stille
stille ist offline  
Alt 16.06.2007, 00:50   #2
angel6364
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Setze Dich mit dem Kinderarzt in Verbindung, schildere Ihm das Problem. Er/sie sollte in der Lage sein, einen Wisch zu schreiben, daß es aus medizinischen Gründen für das Kind erforderlich ist, daß Du es begleitest.

Mit dem Wisch gehst Du zur Arge, meldest Dich sozusagen "kinderkrank". Dieses Recht haben auch Arbeitnehmer, versuchs auch beim Amt.
Laß anklingen, daß Du bei einer ablehnenden Antwort durchaus an die Öffentlichkeit gehen würdest. Und nimm unbedingt eine Begleitung mit!

Ersatzweise: Dein Arzt, der Dir attestiert, daß Du überlastet bist. Die genauen Bezeichnungen dafür kenne ich nicht, "Burn Out-Syndrom" ist jetzt das einzige, was mir einfällt.

Viele Grüße,
angel
 
Alt 16.06.2007, 08:29   #3
wolliohne
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 19.08.2005
Ort: Bonndeshauptstadt
Beiträge: 14.823
wolliohne Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard stille

ich empfehle Dir juristische Beratung.

In jedem Falle hat Dein Kind Vorrang zuerst einmal versorgt zu werden !
Und solange bist Du von irgendwelchen Verpflichtungen der ARGE entbunden.

Solltest Du in meiner Nähe wohnen ab Montag hier Termin vereinbaren:
0228-850 80 25/27
__

"10 Jahre Unrechtsregime Bundesrepublik
Deutschland"
Im Namen der BRD-Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit Nebenwirkung Tot

Alle von mir gemachten Aussagen und Antworten auf Fragen entsprechen lediglich meiner persönlichen Meinung und stellen keinerlei Rechtsberatung dar.
wolliohne ist offline  
Alt 16.06.2007, 08:42   #4
gelibeh
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Standard

ist ja schon vieles gesagt worden.
Hier mal noch der Paragraf in dem drinsteht, was für Dich zumutbar ist in punkto Gehalt, Fahrzeiten etc.
Zitat:
SGB III § 121 Zumutbare Beschäftigungen

(1) Einem Arbeitslosen sind alle seiner Arbeitsfähigkeit entsprechenden Beschäftigungen zumutbar, soweit allgemeine oder personenbezogene Gründe der Zumutbarkeit einer Beschäftigung nicht entgegenstehen.
(2) Aus allgemeinen Gründen ist eine Beschäftigung einem Arbeitslosen insbesondere nicht zumutbar, wenn die Beschäftigung gegen gesetzliche, tarifliche oder in Betriebsvereinbarungen festgelegte Bestimmungen über Arbeitsbedingungen oder gegen Bestimmungen des Arbeitsschutzes verstößt.
(3) Aus personenbezogenen Gründen ist eine Beschäftigung einem Arbeitslosen insbesondere nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Arbeitsentgelt erheblich niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt. In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar. Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist dem Arbeitslosen eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.
(4) Aus personenbezogenen Gründen ist einem Arbeitslosen eine Beschäftigung auch nicht zumutbar, wenn die täglichen Pendelzeiten zwischen seiner Wohnung und der Arbeitsstätte im Vergleich zur Arbeitszeit unverhältnismäßig lang sind. Als unverhältnismäßig lang sind im Regelfall Pendelzeiten von insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden und Pendelzeiten von mehr als zwei Stunden bei einer Arbeitszeit von sechs Stunden und weniger anzusehen. Sind in einer Region unter vergleichbaren Arbeitnehmern längere Pendelzeiten üblich, bilden diese den Maßstab. Ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs ist einem Arbeitslosen zumutbar, wenn nicht zu erwarten ist, dass der Arbeitslose innerhalb der ersten drei Monate der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung innerhalb des zumutbaren Pendelbereichs aufnehmen wird. Vom vierten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einem Arbeitslosen ein Umzug zur Aufnahme einer Beschäftigung außerhalb des zumutbaren Pendelbereichs in der Regel zumutbar. Die Sätze 4 und 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Umzug ein wichtiger Grund entgegensteht. Ein wichtiger Grund kann sich insbesondere aus familiären Bindungen ergeben.
(5) Eine Beschäftigung ist nicht schon deshalb unzumutbar, weil sie befristet ist, vorübergehend eine getrennte Haushaltsführung erfordert oder nicht zum Kreis der Beschäftigungen gehört, für die der Arbeitnehmer ausgebildet ist oder die er bisher ausgeübt hat.
__

§1
Eine EGV nie sofort unterschreiben, Du hast das Recht die zur Prüfung mitzunehmen. Falls der SB mit einem Verwaltungsakt droht, ist das auch nicht schlimm, denn gegen den kannst Du Widerspruch einlegen. Das Nichtunterschreiben eine EGV kann nicht sanktioniert werden.
§2
Möglichst immer mit einem Beistand nach § 13 SGBX zum Jobcenter gehen. Das kann jeder machen, der braucht nur zuzuhören und Protokoll schreiben. Einen Beistand können die nur schriftlich ablehnen.
gelibeh ist offline  
Alt 16.06.2007, 10:00   #5
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Threadstarter/in Threadstarter/in
 
Registriert seit: 16.06.2007
Beiträge: 7
stille
Standard

Hallo,

erstmal vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten!

Angela, ich denke zum Kinderarzt zu gehen ist eine gute Idee. Er wird mir das entsprechend bescheinigen das diese Untersuchungen zwingend notwendig sind.

Wolliohne, ich wohne ca. 250 km entfernt von Dir, also so gar nicht in der Nähe. Ja und juristischen Beistand werde ich wohl spätestens dann brauchen wenn die Arge nicht akzeptiert das ich mich zunächst um Sohn kümmern werde, statt Hals über Kopf bei irgendeiner Zeitarbeitsfirma anzufangen. Was ja nicht bedeutet das ich Jobmäßig nicht weitersuche.

Gelibeh,

die Paragraphen kannte ich auch noch nicht. Ist ja echt mal interessant zu lesen was als zumutbar gilt und was nicht. Danke!

Ich finde das echt schon krass, da ist man gerade mal 2 Wochen arbeitslos und wird sofort mit diesen Zeitarbeitsfirmen zugeballert und das obwohl die Sachbearbeiterin doch auch gesehen hat das ich mich längst auch woanders beworben hatte, also es ist ja nicht so das ich untätig rumsitze.

Naja ich bin mal gespannt wie die Arge darauf reagiert!

Schönes Wochende Euch allen
stille
stille ist offline  
Alt 16.06.2007, 10:19   #6
Kaleika
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Zitat von angel6364 Beitrag anzeigen
Setze Dich mit dem Kinderarzt in Verbindung, schildere Ihm das Problem. Er/sie sollte in der Lage sein, einen Wisch zu schreiben, daß es aus medizinischen Gründen für das Kind erforderlich ist, daß Du es begleitest.

Mit dem Wisch gehst Du zur Arge, meldest Dich sozusagen "kinderkrank". Dieses Recht haben auch Arbeitnehmer, versuchs auch beim Amt.
Laß anklingen, daß Du bei einer ablehnenden Antwort durchaus an die Öffentlichkeit gehen würdest. Und nimm unbedingt eine Begleitung mit!

Ersatzweise: Dein Arzt, der Dir attestiert, daß Du überlastet bist. Die genauen Bezeichnungen dafür kenne ich nicht, "Burn Out-Syndrom" ist jetzt das einzige, was mir einfällt.

Viele Grüße,
angel

Ich finde den Vorschlag auch gut.
Doch ich meine, dass dies normalerweise nur für Kinder bis zu zwölf Jahren zutrifft.
Als ich mich für meine Kinder krank schreiben lassen wollte, wurde ich immer danach gefragt, ob sie auch unter zwölf seien.

@ Stille,
vielleicht ist Dein Kind ja unter zwölf oder es steht ihm wegen der seltenen Krankheit eine "Sonderbetreuung" zu(?).
Kaleika
Kaleika ist offline  
Alt 16.06.2007, 11:55   #7
angel6364
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat von Kaleika Beitrag anzeigen
Ich finde den Vorschlag auch gut.
Doch ich meine, dass dies normalerweise nur für Kinder bis zu zwölf Jahren zutrifft.
Als ich mich für meine Kinder krank schreiben lassen wollte, wurde ich immer danach gefragt, ob sie auch unter zwölf seien.

@ Stille,
vielleicht ist Dein Kind ja unter zwölf oder es steht ihm wegen der seltenen Krankheit eine "Sonderbetreuung" zu(?).
Kaleika
Bei Kindern unter zwölf ist so ein Wisch im allgemeinen nicht nötig, da reicht ein Nachweis, daß es krank ist.
Bei älteren Kindern kann es aber durchaus medizinisch erforderlich sein, daß die Bezugsperson beim Kind ist. Das sollte der Kinderarzt bestätigen.

Hier ist keine starre Altersgrenze zu ziehen, nur braucht man dann eben Gutachten, Stellungnahmen oder Atteste von Fachleuten.

Viele Grüße,
angel
 
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