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Abbau Bürgerrechte Überwachungsstaat, Beugung des Grundgesetzes, Abbau der Bürgerrechte


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Alt 03.02.2009, 00:58   #301
Karin797
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Karin797
Standard AW: Jugendamt und Arge planen Frühwarnsystem

Zitat von andine Beitrag anzeigen
Wo in aller Welt sind die Väter? Gibt es keine mehr? Warum wird immer nur von Müttern geredet?
Diese Frage ist fast einfach beantwortet, überwiegend wird immer noch vom klassischen Familienbild ausgegangen, Vater geht arbeiten, die Mutter ist für die Kinder da und Elterngeld und Vätermonate hin- oder her, meistens ist es so, schon deshalb, weil die Mutter eben nach der Geburt bereits zwei Monate "Zwangspause" gesetzlich verordnet bekommt, dann stillt sie oft, der Job ist in Warteschleife oder war sowieso befristet. Der Mann kommt abends nach Hause und findet seine Kinder schlafend vor, allenfalls reicht es noch für einen Gute-Nacht-Kuss plus Geschichte und einen Ausflug am Wochenende. Die Erziehungsaufgabe übernehmen überwiegend Frauen, gerade in den ersten Jahren, wenn es um Grundregeln, soziales Miteinander, Förderung und Wirkweisen von Grenzen geht.

Dann sind die Entscheider, die sozusagen letzten Instanzen, oft Männer (Richter, Gutachter, Stadtteilbeauftragte, Jugendamtsleiter usw.), wenn es vereinzelt Frauen in diese Positonen schaffen, dann um den Preis des Verzichtes auf eine eigene Familie oder aber die Kinder werden fremdbetreut (Kindermädchen, AuPairs). Da fehlt dann oft genug der Bezug zu den Zwängen einer alleinerziehenden Mutter, die halbtags arbeitet, den Haushalt organisieren muss, Arzttermine und Hausaufgaben überwacht, sich mit Behörden herumärgert, weil sie natürlich auch noch Leistungen wie Unterhaltsvorschuss und ALG 2 benötigt, deren Urlaub nicht reicht um die Ferienzeiten der Kids abdecken zu können. All das eben.
Karin797 ist offline  
Alt 03.02.2009, 01:03   #302
B. Trueger
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B. Trueger
Standard AW: Jugendamt und Arge planen Frühwarnsystem

Zitat von Martin Behrsing Beitrag anzeigen
Hier spricht wieder unser Techniker, der schon einige Male bewiesen hat, dass er schlicht weg Null Ahnung hat. Warum Du aber immer noch bei uns bist, obwohl bei uns alles nur schlecht ist, erschließt sich mir nicht. Scheiont wohl in deiner Natur zu liegen schlechte Laune zu verbreiten. Aber ich will jetzt nicht off-topic werden und höre schon auf.

Also, da kommt dann auch gleich die Polemikkeule. Martin, du schreibst, PNs können technisch gar nicht gelesen werden. Entweder hast du 0 Ahnung oder du lügst. So einfach ist das doch.

Selbst Technikerin Donauwelle weiß, dass es geht.
B. Trueger ist offline  
Alt 03.02.2009, 01:11   #303
Karin797
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Karin797
Standard AW: Jugendamt und Arge planen Frühwarnsystem

Zitat von B. Trueger Beitrag anzeigen
Also, da kommt dann auch gleich die Polemikkeule. Martin, du schreibst, PNs können technisch gar nicht gelesen werden. Entweder hast du 0 Ahnung oder du lügst. So einfach ist das doch.

Selbst Technikerin Donauwelle weiß, dass es geht.
Ob es geht sollte hier aber nicht Thema sein, es sei denn die wirkliche Intention wäre die, dass hier nachher wieder alle Postings verschwinden sollen, die heute von 18 Uhr bis jetzt geschrieben worden. So wird eine Diskussion natürlich ad absurdum geführt. Sag, möchtest du das? Wenn nicht, wovon ich ausgehe, klär das doch bitte in einem anderen Thread.
Karin797 ist offline  
Alt 03.02.2009, 01:17   #304
B. Trueger
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B. Trueger
Standard AW: Jugendamt und Arge planen Frühwarnsystem

Zitat von Karin797 Beitrag anzeigen
Ob es geht sollte hier aber nicht Thema sein, es sei denn die wirkliche Intention wäre die, dass hier nachher wieder alle Postings verschwinden sollen, die heute von 18 Uhr bis jetzt geschrieben worden. So wird eine Diskussion natürlich ad absurdum geführt. Sag, möchtest du das? Wenn nicht, wovon ich ausgehe, klär das doch bitte in einem anderen Thread.

Ja, du hast mit deinem Einwand ja durchaus Recht, nur wollte ich Behrsings Aussage nicht einfach hier stehen lassen. Viele glauben das vielleicht auch noch. Daher mein Einwand. Zurück zum Thema
B. Trueger ist offline  
Alt 03.02.2009, 11:33   #305
Emily
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Standard AW: Jugendamt und Arge planen Frühwarnsystem

Ganz entgegen meinen üblichen Gepflogenheiten möchte ich dieses Mal gerne die Mods bitten, die postings betreffend PNs lesen oder nichtr, einschließlich dieses meinen hier, in einen eigenen Thread abzutrennen? Bitte bitte bitte ... das Thema Kinder ist einfach zu wichtig, und technische Details zu PNs wirklich darin kein Thema, nicht einmal in größerem oder erweitertem Zusammenhang.

Während Kinderklauerei, Psychiatrisierung, Kriminialisierung, Prekarisierung und ARGE, Vorgehensweisen diverser öffentlicher Institutionen, bestehende und geplante Entwicklungen in denselben, durchaus im Zusammenhang gesehen werden können / dürfen / müssen.

Emily
 
Alt 03.02.2009, 12:35   #306
Karin797
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Karin797
Standard AW: Jugendamt und Arge planen Frühwarnsystem

Zitat von Emily Beitrag anzeigen
Ganz entgegen meinen üblichen Gepflogenheiten möchte ich dieses Mal gerne die Mods bitten, die postings betreffend PNs lesen oder nichtr, einschließlich dieses meinen hier, in einen eigenen Thread abzutrennen? Bitte bitte bitte ... das Thema Kinder ist einfach zu wichtig, und technische Details zu PNs wirklich darin kein Thema, nicht einmal in größerem oder erweitertem Zusammenhang.

Während Kinderklauerei, Psychiatrisierung, Kriminialisierung, Prekarisierung und ARGE, Vorgehensweisen diverser öffentlicher Institutionen, bestehende und geplante Entwicklungen in denselben, durchaus im Zusammenhang gesehen werden können / dürfen / müssen.

Emily
Eigentlich möchte ich mich dieser Bitte anschließen, allerdings denke ich, dass das Thema seit gestern verbrannt ist. Simple Fragen wurden als Angriff empfunden, Hardliner wiederum als unglaubwürdig oder übertreibend eingeschätzt, ausräumen ließen sich die gegenseitigen Unsicherheiten nicht, Beiträge dazwischen sind schlicht untergegangen, dann wurde viel gelöscht, hinterher nachgekartet. Es ist schade, aber vielleicht sollten wir noch einmal ganz von vorn beginnen?!
Karin797 ist offline  
Alt 03.02.2009, 15:05   #307
Emily
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Standard AW: Jugendamt und Arge planen Frühwarnsystem

Ich sehe das so, dass jede und jeder, der aufgrund irgendeiner Situation weiter Informationen sucht, besser bedient ist wenn der Zusammenhang bestehen bleibt. Hier sind so viele geballte Info und Links zusammengeflossen, einschließlich der in Dan´s Thread , dass ich fast annehme dass es kaum eine so gezielte Sammlung irgendwo anders zu finden gibt. (Ich frage mich allerdings seit Tagen, warum der Refback nicht funktioniert)

Seitendiskussionen um Emotionales gehört meines Erachtens hier ebenso dazu, da es gerade die tief vergrabenen Emotionen sind welche das Verdrängen begünstigen, und damit das Wegsehen - und hier meine ich ganz besonders das Wegsehen, wenn es um die Gewalt staatlicher- und behördlicherseits geht. Wenn also emotionale Verstümmelungen aufbrechen - und damit meine ich die Seite der Verdrängenden und damit zwangsläufig die Fakten Leugnenden - bitte, gerne, so lange es nicht in Schmarrn und insbesondere Anklage der Opfer oder ihrer Unterstützer ausartet. Diese Mechanismen müssten wir nun wirklich angefangen haben zu durchschauen und entsprechend entgegenzuwirken.

Reine Provokateure aus Spass an der Freud sollten einfach mal in den Spiegel schauen.

Kinderklauinfo, herzlichsten Dank für die Download-files. Lass dich nicht unterkriegen, denn du weisst für was du das tust, und das ist es immer und weiterhin wert, auch wenn der Weg noch ein langer sein mag.

Betreffend Martin´s Info, nämlich wie viele gewaltbetroffene Kinder in Heimen landen und wer recht oft die Täter sind, muss ich ausserdem anmerken dass doch wundersamerweise keine Hilfen geleistet werden und keine Opfer geschützt werden, wenn es die Mutter ist welche sich für den Schutz der Restfamilie einsetzt. Ganz im Gegenteil versteht sich die Familienrechtsprechung hier immer noch in einer Weise, dass grundsätzlich immer Umgang mit dem Gewalttäter auszuüben ist, so dass traumatisierte Familien keine Chance haben sich halbwegs wieder herzustellen, da insbesondere die Kinder dem Gewalttäter dauerhaft wiederzugeführt werden und das Kind somit nie erfährt dass es ein Recht auf Schutz gibt oder ein Selbstwertgefühl entwickeln kann. Das hat wiederum langfristige Folgen, und zwar in die nächste(n) Generation(en).

Hiermit möchte ich mich ausdrücklich von der Idee distanzieren dass Mütter den Gewaltvorwurf verwenden um den Typen loszuwerden, so etwas soll es auch geben, damit aber habe ich nichts am Hut und das unterstütze ich auch nicht, insbesondere weil solches Verhalten den tatsächlich von Gewalt betroffenen Familien schadet. Trittbrettfahrer müssen davon differenziert werden, und so sehe ich das auch auf andere Gruppierungen bezogen.


Und jetzt möchte ich gerne diejenigen bitten, welche das deutsche JA für eine ganz hervorragende Organisation halten:

Wie passt es bitteschön zusammen, dass
  1. von Gewalt und andere, oft von schicksalsbedingten Schwierigkeiten betroffene Personengruppen für Kinder einerseits keine oder lediglich Alibi-Hilfen erhalten oder an vorgeblich Hilfe leistende Vereine weiterverwiesen werden (davon gibt es rauhe Mengen), welche ebenfalls keine Hilfen respektive Alibi-Hilfen leisten, und ihnen im Fall innerfamilialer Gewalttäterschaft verwehrt wird sich von Gewalttätern zu distanzieren, während
  2. andererseits der Aufruf zur Meldung "potentiell von Gewalt oder Unterversorgung betroffener Kinder" dermaßen exzessiv, gesetzlich wie auch medial und unter Aufbau eines hohen sozialen Druckes, verstärkt wird?


Naja, und meine persönliche, natürlich rein hypothetische Frage lautet: "Wie schizophren ist das denn?"


Nachtrag, die Geschichte wollt ich noch unbedingt eintippen: Meine Grossmutter, mit der ich das Thema Heim, Dan etc. kürzlich ansprach und welche alle drei Regimes persönlich miterlebt hat, hat mir erzählt dass Heimunterbringung der Kinder nicht system-konformer Personen gezielt zur Abschreckung eingesetzt wurde.

Wir können das glauben oder nicht, oder hinterfragen.


Gruss
Emily
 
Alt 03.02.2009, 15:08   #308
Arania->Emailproblem
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Arania Arania Arania Arania Arania Arania
Standard AW: Jugendamt und Arge planen Frühwarnsystem

Da beissen sich verschiedene Behörden und die Gesetzgebung, das Jugendamt und das Familiengericht, z.B. das Jugendamt muss sich an die Entscheidungen des Gerichts handeln, dieses wiederum setzt die Gesetze des Bundes und des Landes um

So entsteht manchmal ein Gezerre unter dem die Betroffenen leiden
Arania ist offline  
Alt 03.02.2009, 15:41   #309
Emily
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Standard AW: Jugendamt und Arge planen Frühwarnsystem

Zitat von Arania Beitrag anzeigen
Da beissen sich verschiedene Behörden und die Gesetzgebung, das Jugendamt und das Familiengericht, z.B. das Jugendamt muss sich an die Entscheidungen des Gerichts handeln, dieses wiederum setzt die Gesetze des Bundes und des Landes um

So entsteht manchmal ein Gezerre unter dem die Betroffenen leiden
Seltsam - wieso hält sich dann das Jugendamt nicht an Entscheidungen der Gerichte, nicht einmal an die Entscheidungen übergeordneter Europäischer Gerichte? Und wieso hält sich das Familiengericht nicht an die Gesetze, sondern an "Auslegungen" der Gesetze welche oft in vollständigem Widerspruch zu GG und Menschenrecht stehen?

Das "leider" kann ich im Fall eines für sein gesamtes Leben betroffenen Kindes nicht hinnehmen. Ich könnte es akzeptieren wenn ein Schreiner mir erklärt dass leider der Tisch noch nicht fertig ist, oder eine Schramme hat, die er versichert auszubessern. Dann ist ein "leider" akzeptabel - nicht aber im Fall zerstörter Kinderseelen und deren für die Zeit ihres Lebens zerstörter Gesundheit oder gar vorzeitiges Ableben. Hier "bessert" nämlich keiner die gemachten Fehler aus, sofern sie das überhaupt wären, ausbesserungsfähig. Es findet keine Entschuldigung statt, keine Reue, keine Wiedergutmachung, keine Opferhilfe, keine Hilfe bei der Reparatur der Schäden: Nein, hier greifen einfach und willkürlich die einen Menschen in das Leben anderer Menschen ein, welche sich eventuell aus verschiedenen Gründen nicht zur Wehr setzen können oder gar nicht so schnell gucken können bis sie es am eigenen Leib erleben, wie ihnen geschieht, und teilweise einfach nur mit brachialer Gewalt.

Gewalt gegen Familien und Kinder aufgrund potentiell, eventuell, möglicherweise gar nicht stattgefundener "Kindesvernachlässigung"?

Kinder, um sie zu "retten", wissentlich und vorsätzlich Gewalt aussetzen - mal angenommen, sie wären vernachlässigt gewesen, was oft ganz und gar nicht der Fall ist? Oder sind die professionell damit Befassten einfach nur nicht professionell genug, um das eine vom anderen zu unterscheiden?

Und warum werden dann, wenn es sich schlicht um leidige Versehen handelte im Rahmen eines eventuell unvermeidlichen Gezerres, die das Gegenteil der falschen Annahmen bezeugenden Personen ignoriert oder gar psychiatrisiert, die Kinder selbst psychiatrisiert mit allen lebenslangen Folgen?

Warum werden Aussagen von Kindern in Protokollen im Wortlaut verändert?
Warum gibt es "Befragungen" von Kindern, in welchen billigste (aber wirksame) Versicherungsverkäufer-Tricks an den Kindern angewandt werden, um ein "gewünschtes Ergebnis" zu erreichen?

Warum werden Kinder schützende Eltern psychiatrisiert oder gar kriminalisiert?

Warum spielt die Polizei hierbei mit? Warum hat das Jugendamt, welches nicht einmal ein Amt im eigentlichen Sinne ist, die Macht die Polizei für ihre Zwecke hinzuzuziehen? Warum fragt keiner, wenn Kinder aus Heimen weglaufen, sondern warum führt die Polizei die Suche durch um entlaufene Kinder wieder zurückzuführen von wo sie weggelaufen sind? Warum hingegen wurde eine hier mitscheibende Userin, u.a. wenn ich das richtig im Gedächtnis habe, von der Polizei ins Heim überführt, als sie von ihren Eltern "weglief"? Was also "stimmt hier nicht"?


So einfach ist das Thema nicht abzutun.


LG
Emily
 
Alt 03.02.2009, 16:01   #310
Donauwelle
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Donauwelle Donauwelle
Standard AW: Jugendamt und Arge planen Frühwarnsystem

Warum beschränkst du es auf Mütter? Es gibt ja nun nicht nur Alleinerziehende und auch nicht nur alleinerziehende Mütter. Und was versteht du unter Überforderung?

Jedes Alter der Kinder hat seine eigenen Problemstellungen, angefangen beim sogenannten Schreikind bis hin zum spätpupertierenden 17-jährigen, der ohne Führerschein fährt. Dazwischen gibt es vieles - Trotzkinder, Schulverweigerer usw.

Und was es ganz sicher nicht gibt, ist die perfekte Erziehung oder Eltern, die nicht auch mal überfordert sind.

Es geht nicht wirklich nur um Alleinerziehende und auch nicht nur um Mütter. Und es gibt keine perfekte Erziehung - schon auch weil kein Kind gleich ist und manches beim einen Kind geboten ist, was beim anderen völlig falsch ist.

Damit spiegelst du das Vorurteil, in Ghettos wird mehr kontrolliert, das ist aber auch schon alles. Erziehung hat zunächst einmal nichts mit der sozialen Herkunft zu tun, außerdem ist der soziale Status gerade oft erst durch die Entscheidung eine Familie zu begründen überhaupt erst entstanden.

Weil es trotzdem eine Häufung von Vernachlässigung von Kindern dort gibt (auch wenn es Vernachlässigung etc. in allen Gesellschaftsschichten gibt). Ein Mehr an Frauen, die sehr jung und ungeplant Mutter geworden sind, ein Mehr an häuslicher Gewalt etc. (Bitte nicht falsch verstehen - ich spreche keiner jungen Mutter ab, dass sie nicht eine sehr gute Mutter sein kann - es geht einfach nur um die Häufung von Problemfamilien bei ALGII-Beziehern. )

Vernachlässigung an sich ist nicht auf eine Gesellschaftsschicht beschränkt. Ich kneife seit Jahren bei einer Familie der Nachbarschaft die Augen selbst zu. Der Vater ist ein wirklich guter Vater, nur eben selten zuhause - die Frau kümmert sich so gut wie gar nicht um die Kinder. Die Kleine war häufig im Alter zwischen 2-6 unbeobachtet über Stunden allein im Hof und ist öfters auch ausgebüchst. Nun ja - an unserem Hof ist kein Zaun, weil es ein Geschäftsgebäude im Hinterhof gibt und dort ist auch ein kleines Schwimmbad neben dran. Frag mich nicht, wie oft ich das Kind (vor den Schwimmerzeiten) dabei erwischt habe, wie es sich gerade ausziehen wollte und ins Wasser wollte. Beim Zurückbringen etc. wurde einem dann ggf. noch vorgeworfen, warum es denn keinen Zaun bei uns gibt. (mal was von Aufpassen gehört...)



Ja, und ohne jeden Zweifel sollte in Kindergärten wie auch Schulen beim Wickeln oder beim Sport, Schwimmen usw. nach Striemen, blauen Flecken und körperlichen Verletzungen geschaut werden. Wenn ein Kind nie Frühstück mitbekommt oder die Eltern schon morgens nach Alkohol riechen ist es sicherlich auch gerechtfertigt Hilfe anzubieten.

Es wird aber oftmals übertrieben bzw. versucht es auf die Psyche auszudehnen, da wird ein ruhiges Kind als eingeschüchtert einsortiert, eine Sprachentwicklungsverzögerung als Vernachlässigung durch die Eltern katologisiert, eine Störung des autistischen Spektrums als vermeintliche Bindungsstörung fehldiagnostiziert. Und wenn das Kind lebhaft ist, hat es kein ADHS (oder ist einfach nur ein lebendiges Kind), sondern ist schlecht oder gar nicht erzogen.

Es wird teils nach Indizien geradezu gefahndet, die überhaupt völlig harmlos sein können und zumeist auch sind. Auffällig auch, wenn der Kindergarten nichts zu beanstanden hat, im Gegenteil sich sogar positiv äußert, ist er für die Jugendämter auf einmal überraschend kein Faktor mehr, das gilt dann auch für andere Stellen, die nichts feststellen können.

Da bin ich ja bei dir. Das sind Fehler, die passieren - übrigens in beide Richtungen, da werden Dinge auch mal verharmlost, die auffällig sind. Das sind auch nur Menschen. Da kommt es eben auch häufig auf die Chemie zwischen den Eltern des Kindes und den Mitarbeitern hier an. Und da gibt es Übereifer. Aber - als Suggestionsfrage - ist es nicht besser, einmal zuviel als einmal zu wenig geschaut?

Ich sag das, obwohl ich auch eine Jugendamtsgeschädigte bin. Die haben auch hier eine Menge kaputt gemacht und uns eine Menge Sorgen bereitet, die nicht sein hätten sollen.

Ja, allerdings wird das Jugendamt in dieser Aufgabe nicht kontrolliert und das kann zu einem Problem führen, letztlich auch für das von den Folgen betroffene Kind. Natürlich kann man die Eltern beim Kinderschutz nicht völlig ausblenden, denn Eltern sind Familie und Familien sind als Ganzes zu schützen.

Nicht ganz so. Das Kind kann sich nicht wehren. Also geht Kindeswohl vor Elternwohl. Die ganze Sache ist schwierig. Auch ein Kind, dass heftig vernachlässigt ist oder auch schlimmstens mißbraucht wird, hängt an seiner Ursprungsfamilie und leidet sicherlich erheblich bei der Herausnahme aus dieser.

Ich habe allerdings den Eindruck, du beschränkst dich auf die körperliche Unversehrtheit, um die geht es allerdings überwiegend nicht. Die meisten Kinder werden aufgrund vermuteter Erziehungsdefizite aus den Familien genommen bzw. man unterstellt den Eltern, sie hätten seelische Defizite, eigene unaufgearbeitete Kindheitsprobleme. Wenn ein Kind ständig körperliche Verletzungen hätte, wäre der Fall unstrittig, hat es die aber nicht, wie sollten Eltern beweisen können, gute Eltern zu sein, und wie sollten sie belegen, dass sie sich über ihre Erziehungsform hinreichend Gedanken gemacht haben. Wie will man einer Fachkraft auseinandersetzen, warum man z.B. erst beim dritten Verstoß mild sanktioniert und warum man das, bezogen auf sein Kind für richtig hält?

Nein - ich beziehe das sicherlich nicht nur auf körperliche Merkmale. Dass das Gesamte sehr schwierig ist (erstmal überhaupt herauszufinden, wo, wie, wann es Probleme gibt - und dann auch noch, was für eine Maßnahme da positiv wäre, ist mir hier vollständig klar. Ich schreibe hier sicherlich auch kontrovers, weil mir hier die Verteufelung des Jugendamtes zu weit ging und weil manch einer, der Probleme hat, nach Durchlesen dieses Threads ggf. vor der Hilfesuche aus Angst zurückschreckt. Damit ist keinem geholfen. Hier gab es anfangs Kommentare von Usern, dass sie am besten sich in Kindergarten etc. um ja nicht aufzufallen mit niemandem sprechen (gerade das würde mir als Kindergärtnerin bei einem Problemkind auffallen) - und genau das ist mir völlig aufgestossen, weil so etwaige Probleme auch nicht gelöst werden.

Ich hab z.B. Familienhilfe auch schon positiv kennengelernt. Meine beste Freundin, die in Pflegefamilien großgeworden ist, ging von Deutschland schwanger nach Schweden zurück und wurde dort die erste Zeit auch noch vom Jugendamt bzw. vom dortigen Amt betreut. Die Familienhelferin, die einmal die Woche kam, war eine wahnsinnig nette, die wirklich geholfen hat, meine Freundin (und damals mich) z.B. auch zum Einkaufen für ihren Kleinen gefahren hat, weil sie kein Auto hatte, etc.


Die Aussage ist so ein Widerspruch in sich, denn wann ist ein Problem wirklich so glasklar da, das man es konkret benennen kann? Wenn ein Hausbesuch des ArGe-Mitarbeiters an einem Montag-Morgen eine unaufgeräumte Wohnung zutage fördert, ist die Wohnung dann unaufgeräumt, weil die Mutter zunächst mit dem Kind beim Kinderarzt war, ist sie immer unaufgeräumt? Das ist nur ein Beispiel.

Zwischen unaufgeräumt und verwahrlost ist ein großer Unterschied. Aber ja - klare Fälle gibt es wenige. Und selbst wenn jemand wahnsinnig unsauber wohnt, kann derjenige trotzdem ein tolles Elternteil sein.


Ok, dann beschreib mir doch mal, wann du Eltern oder einen Fall aus deiner Sicht melden würdest? Was müsste in deiner Anwesenheit vorfallen, was müsstest du beobachten?

Ich hab so einen Fall in der Nachbarschaft - beobachte ihn seit Jahren - und melde ihn trotzdem nicht, versuche aber zu helfen. Die Mutter kümmert sich nicht um ihre Kinder - die Kinder haben schon mit 2 alleine stundenlang im Hof gespielt, ohne das jemand geschaut hätte. Unser Hof ist offen da im Hof ein Nebengebäude mit einem Büro mit Laufkundschaft ist - daneben steht ein Schwimmbecken. Ich hab das Kind mehrmals erwischt, wie es sich vor unserem Schwimmbad ausgezogen hat und hinein wollte (bevor es schwimmen konnte). Beim Zurückbringen wurde mir dann gesagt, warum wir keinen Zaun hätten. (wenn das Kind einen Zaun überwindet, dann auch zwei). Die Kinder haben beide einen Knacks. Der Vater ist aber ein guter Vater, nur zu selten zuhause.

Wenn die Angelegenheit von einem Familiengericht beurteilt würde, besteht eine vage Chance, ansonsten wird allerdings ein Prozess außerhalb der Gerichtsbarkeit hergestellt, an dem an irgendeiner Stelle eine fallführende Fachkraft einen Fehler einräumen müsste. Für wie wahrscheinlich hältst du diese Möglichkeit?

Amt deckt Amt. Aber darum geht es doch erstmal gar nicht. Hier im Thread geht es darum, dass nicht nur verteufelt werden darf - es hilft keinem wirklich, sondern macht nur Angst. Und es ist auch nicht objektiv. Dass man vorsichtig sein muss, dass man als ALGII-Empfänger immer in einer schlechten Position ist etc. - das ist die andere Seite. Und dafür sind die genannten Fälle auch alle gut. Aber der Fall, dass wirklich nichts ist und ein Kind dann aus einer Familie herausgenommen wird, ist eher die absolute Ausnahme. Und eine kritische Beleuchtung ist es eben nicht, wenn man nur irgendwelche Fälle einstellt ohne den Gesamtkontext zu beleuchten.
Donauwelle ist offline  
Alt 03.02.2009, 19:21   #311
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Arania Arania Arania Arania Arania Arania
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Zitat von Emily Beitrag anzeigen
Seltsam - wieso hält sich dann das Jugendamt nicht an Entscheidungen der Gerichte, nicht einmal an die Entscheidungen übergeordneter Europäischer Gerichte? Und wieso hält sich das Familiengericht nicht an die Gesetze, sondern an "Auslegungen" der Gesetze welche oft in vollständigem Widerspruch zu GG und Menschenrecht stehen?

Das "leider" kann ich im Fall eines für sein gesamtes Leben betroffenen Kindes nicht hinnehmen. Ich könnte es akzeptieren wenn ein Schreiner mir erklärt dass leider der Tisch noch nicht fertig ist, oder eine Schramme hat, die er versichert auszubessern. Dann ist ein "leider" akzeptabel - nicht aber im Fall zerstörter Kinderseelen und deren für die Zeit ihres Lebens zerstörter Gesundheit oder gar vorzeitiges Ableben. Hier "bessert" nämlich keiner die gemachten Fehler aus, sofern sie das überhaupt wären, ausbesserungsfähig. Es findet keine Entschuldigung statt, keine Reue, keine Wiedergutmachung, keine Opferhilfe, keine Hilfe bei der Reparatur der Schäden: Nein, hier greifen einfach und willkürlich die einen Menschen in das Leben anderer Menschen ein, welche sich eventuell aus verschiedenen Gründen nicht zur Wehr setzen können oder gar nicht so schnell gucken können bis sie es am eigenen Leib erleben, wie ihnen geschieht, und teilweise einfach nur mit brachialer Gewalt.

Gewalt gegen Familien und Kinder aufgrund potentiell, eventuell, möglicherweise gar nicht stattgefundener "Kindesvernachlässigung"?

Kinder, um sie zu "retten", wissentlich und vorsätzlich Gewalt aussetzen - mal angenommen, sie wären vernachlässigt gewesen, was oft ganz und gar nicht der Fall ist? Oder sind die professionell damit Befassten einfach nur nicht professionell genug, um das eine vom anderen zu unterscheiden?

Und warum werden dann, wenn es sich schlicht um leidige Versehen handelte im Rahmen eines eventuell unvermeidlichen Gezerres, die das Gegenteil der falschen Annahmen bezeugenden Personen ignoriert oder gar psychiatrisiert, die Kinder selbst psychiatrisiert mit allen lebenslangen Folgen?

Warum werden Aussagen von Kindern in Protokollen im Wortlaut verändert?
Warum gibt es "Befragungen" von Kindern, in welchen billigste (aber wirksame) Versicherungsverkäufer-Tricks an den Kindern angewandt werden, um ein "gewünschtes Ergebnis" zu erreichen?

Warum werden Kinder schützende Eltern psychiatrisiert oder gar kriminalisiert?

Warum spielt die Polizei hierbei mit? Warum hat das Jugendamt, welches nicht einmal ein Amt im eigentlichen Sinne ist, die Macht die Polizei für ihre Zwecke hinzuzuziehen? Warum fragt keiner, wenn Kinder aus Heimen weglaufen, sondern warum führt die Polizei die Suche durch um entlaufene Kinder wieder zurückzuführen von wo sie weggelaufen sind? Warum hingegen wurde eine hier mitscheibende Userin, u.a. wenn ich das richtig im Gedächtnis habe, von der Polizei ins Heim überführt, als sie von ihren Eltern "weglief"? Was also "stimmt hier nicht"?


So einfach ist das Thema nicht abzutun.


LG
Emily

Ich habe nicht leider geschrieben, sondern leiden, bitte beachten
Arania ist offline  
Alt 03.02.2009, 19:48   #312
MenschMaier->Emailproblem
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MenschMaier
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Sobald irgendwas "ruchbar" wird, SOFORT einen wirklich kompetenten Anwalt einschalten.
Das gewährleistet Akteneinsicht, das JA Verhalten wird etwas transparenter.
Trotzdem hats 17 Monate gedauert, bis ich meine Kinder wieder sehen durfte!
Danach noch etwa einen Monat bis zum Aufenthaltsbestimmungs und Sorgerecht.

Wenn ich heute was vom Jugendamt oder Kirche höre, kriege ich Amok Anwandlungen.

mm

PS. im Bonner Raum kenne ich 2 kompetente Anwälte. Nur mal so erwähnt.
__

Tanz Tanz, Tanz aus der Reihe

Wenn der Pfarrer von Vertrauen spricht, zuckt der Messdiener zusammen.
Wiglaf Droste

Runder Tisch? Wozu braucht man den? Damit die Priester die Ministranten jagen können?

Harald Schmidt
MenschMaier ist offline  
Alt 03.02.2009, 20:41   #313
Vanzella->Emailproblem
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Vanzella
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Zitat Emily:

Warum spielt die Polizei hierbei mit? Warum hat das Jugendamt, welches nicht einmal ein Amt im eigentlichen Sinne ist, die Macht die Polizei für ihre Zwecke hinzuzuziehen? Warum fragt keiner, wenn Kinder aus Heimen weglaufen, sondern warum führt die Polizei die Suche durch um entlaufene Kinder wieder zurückzuführen von wo sie weggelaufen sind? Warum hingegen wurde eine hier mitscheibende Userin, u.a. wenn ich das richtig im Gedächtnis habe, von der Polizei ins Heim überführt, als sie von ihren Eltern "weglief"? Was also "stimmt hier nicht"?


Ich habe hier geschrieben, warum ich weggelaufen bin ... aus purer Überforderung, weil ich im Alter von 7 Jahren schon zwei Kinder beaufsichtigen musste. Jedes 3. Jahr kam ein Kind hinzu. Ich war der Büttel meiner Mutter, mein Vater bekam das gar nicht mit, er arbeitete, erfuhr allerdings abends generell, wenn ich "bockte" und bekam die Ansage "Du musst sie mal zusammenschlagen", was er nicht tat.

Es war damals so, dass weggelaufene Kinder wie ich als schwererziehbar galten (ohne dass man das KInd gefragt hätte, WARUM es weglief), also ins Heim gehörten, in dem sie kostenlos schuften und schweigen mussten, das Essen in uns reingeprügelt wurde, auch wenn wir uns übergeben mussten.

Ich war also schwererziehbar und hätte bis zum 21. Lebensjahr dort bleiben müssen. Das wären 6 Jahre gewesen. Einzig dadurch, dass mein Vater unterschrieb, dass er mit einer Heimerziehung einverstanden ist, wurde ich als "Private" eingestuft, durfte eine Berufsausbildung machen, die mir lag und die die kürzeste Ausbildungsdauer hatte .... mit dem Ziel meines Vaters, mich direkt nach Abschluss dort abzuholen.

Ich muss hier noch dringend berichtigen: Die Berufsausbildung, die ich dort machte, ging über einige wenige Stunden täglich, max. drei Stunden, genau erinnere ich das nicht mehr. Während der restlichen Tageszeit war kostenloses Weiterschuften und Schweigen angesagt. Eine wirkliche Erleichterung war die Entscheidung meines Vaters für mich während des Heimaufenthaltes nicht. Das schreibe ich nur deshalb, falls jemand denken sollte: Alles klar, Kind hat Ruhe im Heim, wenn es dort eine Ausbildung macht. Zu meiner Zeit war das nicht so, wie das heute ist, weiß ich nicht.

Im dort gelernten und vorher erlernten Beruf (ReNo-Gehilfin) bin ich bis heute beruflich tätig gewesen ... auch deshalb, weil ich die Heimerfahrung komplett verdrängte.

Im letzten Jahr erschien hier im Forum ein Thread "Albtraum Erziehungsheim". Als ich das Wort "Erziehungsheim" las, brach für mich der vergessene Albtraum wieder auf. Ich habe dem Forum zu verdanken, dass ich mich angemessen und doch berufstätig mit dem Thema auseinandersetzen kann.

Du fragst, Emily, warum spielt die Polizei (heute) mit. Sie werden um Unterstützung gebeten und leisten diese. Der konkrete Auftrag an die Polizei ist "Unterstützung", die dem JA gewährt wird.

Viele scheinen der Meinung zu sein, dass die Polizei vorher den Sachverhalt (dummes Wort) "wertet". Das ist nicht so, sie leisten lediglich Amtshilfe beim JA, weil dieser Auftrag an sie herangetragen wurde. Ich bin überfragt, ob und inwieweit es Sinn macht, im Fall nicht korrekter JA-Besuche die eingesetzten Polizisten als Zeugen zu benennen.

LG
Van
Vanzella ist offline  
Alt 03.02.2009, 21:24   #314
Arania->Emailproblem
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Arania Arania Arania Arania Arania Arania
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Um es noch zu ergänzen, die Polizei leistet Amtshilfe da die JA-Mitarbeiter nicht berechtigt sind die Wohnung gegen den Willen des Mieters zu betreten und zu ihrem Schutz, da sie natürlich schon öfters derbe angegriffen worden sind, zum Teil verständlicherweise

Das ist ähnlich wie beim Gerichtsvollzieher
Arania ist offline  
Alt 03.02.2009, 21:43   #315
Emily
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Zitat von Arania Beitrag anzeigen
Ich habe nicht leider geschrieben, sondern leiden, bitte beachten
Bitte um Entschuldigung. Es heisst: Leiden.

Der Rest bleibt dennoch gültig.

Emily
 
Alt 03.02.2009, 22:29   #316
Karin797
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Karin797
Standard AW: Jugendamt und Arge planen Frühwarnsystem

Zitat von Vanzella Beitrag anzeigen
Viele scheinen der Meinung zu sein, dass die Polizei vorher den Sachverhalt (dummes Wort) "wertet". Das ist nicht so, sie leisten lediglich Amtshilfe beim JA, weil dieser Auftrag an sie herangetragen wurde. Ich bin überfragt, ob und inwieweit es Sinn macht, im Fall nicht korrekter JA-Besuche die eingesetzten Polizisten als Zeugen zu benennen.
Die Polizei müsste doch über diesen Einsatz ein eigenes Protokoll fertigen, oder? Vermutlich hat man selbst keine Möglichkeiten an dieses Protokoll zu kommen, allerdings sollte es dem Gericht möglich sein, es anzufordern.

Weiß eventuell jemand darüber noch mehr?

Ansonsten denke ich, dass z.B. bei einer Türöffnung durch die Polizei (Beauftragung eines Schlüsseldienstes oder bei Gefahr in Verzug Eintreten der Tür) eine eigenständige Entscheidung nötig ist und die Polizei auch im Rahmen der Amtshilfe nicht der Weisung des Jugendamtes etwa unterstellt wäre.
Karin797 ist offline  
Alt 03.02.2009, 22:41   #317
Sprotte
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Zitat von Karin797 Beitrag anzeigen
Die Polizei müsste doch über diesen Einsatz ein eigenes Protokoll fertigen, oder? Vermutlich hat man selbst keine Möglichkeiten an dieses Protokoll zu kommen, allerdings sollte es dem Gericht möglich sein, es anzufordern.

Weiß eventuell jemand darüber noch mehr?
Die Polizei müsste nicht nur,sie fertigt ein Protokoll an.Sie müssen alle Einsätze die sie fahren protokollieren.Auch im Rahmen einer Amtshilfe.

Gruss Sprotte
Sprotte ist offline  
Alt 03.02.2009, 22:44   #318
Karin797
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Karin797
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Zitat von Arania Beitrag anzeigen
Um es noch zu ergänzen, die Polizei leistet Amtshilfe da die JA-Mitarbeiter nicht berechtigt sind die Wohnung gegen den Willen des Mieters zu betreten und zu ihrem Schutz, da sie natürlich schon öfters derbe angegriffen worden sind, zum Teil verständlicherweise

Das ist ähnlich wie beim Gerichtsvollzieher
Wobei es beim Gerichtsvollzieher um recht klare Belange geht (Pfändung, Austauschpfändung, Eidesstattliche Versicherung) die belegbar sind und zwar in Papierform und unmittelbar.

Ruft das Jugendamt hingegen die Polizei hinzu, geht es um Einschätzungen, z.B. die Einschätzung das niedrigschwellige Hilfe nicht ausreicht um das Kindeswohl zu sichern und unmittelbar zur Gefahrenabwehr eine Inobhutnahme des Kindes erfolgen muss.

Wenn sich aber im Nachhinein herausstellt, dass es keine Gefahr für das Kind gegeben hat und künftig nicht geben wird, wie ist denn dann die Rolle der Polizei zu werten, vom Begleitschutz des Kindes zum Fahrzeug der fallführenden Fachkraft einmal abgesehen?

Amtshilfe hin- oder her, es sollte doch schon unterschieden werden, ob ein Einsatz der Polizei erforderlich ist und ob dieser unnötige Einsatz letzten Endes nicht den Zugang zu den Eltern nachhaltig verbaut, was Hilfeangebote angeht.

Beispiel Rheinland-Pfalz. Für mich liest sich das so, als ob die Polizei eben doch auch eine eigene Einschätzung vornimmt oder vornehmen muss:

Zitat:
Hinweis: Die BeamtInnen entscheiden grundsätzlich in eigenem Ermessen und unter besonderer Berücksichtigung der Einschätzung des ASD, ob die rechtlichen Voraussetzungen (insbesondere Gefahr im Verzug) für ein Eindringen in die Wohnung vorliegen. Von Gefahr im Verzug ist dann auszugehen, wenn „ein Gefahren- oder Störungsfall von solcher Dringlichkeit ist, dass durch die Einholung einer richterlichen Anordnung ein Zeitverlust entstehen würde, der die Erreichung des polizeilichen Zweckes (in diesem Falle der Gefahrenabwehr) vereiteln oder wesentlich erschweren würde“.1 Die BeamtInnen können vom ASD nicht „beauftragt“ werden, die Wohnung zu öffnen.

die Herausnahme des Kindes aus der unmittelbaren Obhut der Personensorgeberechtigten zum Schutz des Kindes notwendig ist.


XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

Wenn die Beamten nicht beauftragt werden können, die Wohnung zu öffnen und weiterhin davon unabhängig eine eigene Einschätzung erfolgen muss, ob die Herausnahme notwendig ist, dann können sie doch auch nicht beauftragt werden, eine Herausnahme des Kindes zu begleiten, wenn sie selbst nicht davon überzeugt sind, das dies nötig sei?
Karin797 ist offline  
Alt 03.02.2009, 22:50   #319
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Arania Arania Arania Arania Arania Arania
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Zitat von Emily Beitrag anzeigen
Bitte um Entschuldigung. Es heisst: Leiden.

Der Rest bleibt dennoch gültig.

Emily

Für Dich und das bleibt Dir unbenommen, ich gebe Dir teilweise auch Recht, aber so glatt läuft es eben nicht, es gibt nicht nur schwarz und weiss, es gibt viel grau, eine meiner Freundinnen arbeitet beim Jugendamt, eine ist Sozialpädagogin und arbeitet in einem sogenannten Auffangheim, wo Kinder erstmal landen wenn sie aus den Familien herausgenommen werden, ich selber bin in unserem Ort auch nah am Geschehen

Ich sehe vieles und kann nur sagen, manchmal ist es fünf nach zwölf wenn Kinder aus den Familien herauskommen, manchmal ist es zu Unrecht

Allerdings ist es da wie beim Gericht, auch da gibt es Fehlurteile, überall wo Menschen entscheiden passieren Fehler
Arania ist offline  
Alt 03.02.2009, 22:54   #320
Donauwelle
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Donauwelle Donauwelle
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Karin, sieh es mal aus einem anderen Blickwinkel.

Du bist Polizist. Du bekommst vom Jugendamt die Bitte um Amtshilfe mit der Mitteilung der "Dringlichkeit". Du würdest diese Amtshilfe aufgrund eigener Einschätzung nicht geben. Es passiert was...

Aus diesem Grunde wirst du die Amtshilfe geben - weil ansonsten ist es dein A... der auf Grundeis geht...

(Bei der einen Situation bis du nur der Helfer - bei dem anderen der Entscheidungsträger. Als Polizist bist du ja nicht der "Experte" für diese Fälle - auch wenn du ggf. mehr gesunden Menschenverstand besitzt. Aber du erwartest dabei, dass Menschen ggf. aufgrund dieser Sache ihre Karriere aufs Spiel setzen oder hemmen würden - weil die Fehleinschätzung hättest in diesem Fall du zu verantworten.)
Donauwelle ist offline  
Alt 03.02.2009, 23:00   #321
Vanzella->Emailproblem
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Vanzella
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Zitat von Sprotte Beitrag anzeigen
Die Polizei müsste nicht nur,sie fertigt ein Protokoll an.Sie müssen alle Einsätze die sie fahren protokollieren.Auch im Rahmen einer Amtshilfe.

Gruss Sprotte
Das entsprechende Schriftstück, mit welchem die Unterstützung der Polizei angefordert wird, ist ein "Amtshilfeersuchen", also ein normaler Arbeitsvorgang und ein "Sonstiges Ereignis" (weil nicht straftatrelevant).

So wird es auch protokolliert: Hilfe geleistet, Auftrag erledigt, Punkt. Aus genau diesem Grund ist mir nicht bekannt, inwieweit eingesetzte Polizisten erlebte Sachverhalte auch erinnern, aufgrund der Vielzahl der "Amtshilfeersuchen."

Da hat Arania völlig recht, es ist ähnlich wie beim Gerichtsvollzieher, den viele von uns (auch ich) schon vor der Tür stehen hatten.
Vanzella ist offline  
Alt 04.02.2009, 04:48   #322
Hamburgeryn
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Zitat:
Zitat von Karin797 Beitrag anzeigen
Wenn die Beamten nicht beauftragt werden können, die Wohnung zu öffnen und weiterhin davon unabhängig eine eigene Einschätzung erfolgen muss, ob die Herausnahme notwendig ist, dann können sie doch auch nicht beauftragt werden, eine Herausnahme des Kindes zu begleiten, wenn sie selbst nicht davon überzeugt sind, das dies nötig sei?
Mein Sohn ist bei der Kripo, und so wie du es darstellst, ist es nicht ganz richtig. Fakt ist, dass die Polizei Amthilfe leisten muss, wenn Leib und Leben eines Kindes gefährdet ist. In dem Moment, wo das JA sich an sie wendet, können sie das persönlich gar nicht feststellen ob dem so ist, da sie ja nur die Informationen haben, die sie vom JA erhielten.
Kommen sie nun in der Wohnung an, und der Polizei wurde ja mitgeteilt, dass sich darin ein hilfloses Kind befindet, ist die Polizei verpflichtet die Tür öffnen zu lassen. Ihre Funktion beschränkt sich du dem Zeitpunkt darauf, die Öffnung zu überwachen, evtl. Gefahren abzuwehren, sich als erste Zugang zur Wohnung zu verschaffen um sich einen Überblick zu bekommen.
Erst dann tritt das JA ein, um das Kind in Obhut zu nehmen.
Die Polizei kann da durchaus die Funktion haben, dafür zu sorgen, dass die in Obhutnahme durchgeführt werden kann, z.B. Eltern davon abzuhalten, sich des Kindes (gewaltsam) zu bemächtigen.
In der Regel ist die Polizei gehalten, ihre eigenen Ansichten und Eindrücke über die Vorgehensweise des JA zurückzuhalten, da in diesem Fall zwei Fachbereiche kollidieren. Von daher beschränkt sich die Anwesenheit der Polizei auf Überwachen, Beobachten und Protokollieren.
Hinzu kommt, dass ein Polizist nur begrenzt eine freie Meinungsäußerung hat, er kann durchaus von seinem Dienstherrn einen Maulkorb verpasst bekommen.
 
Alt 04.02.2009, 07:48   #323
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Eka
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Zitat von Hamburgeryn Beitrag anzeigen
dafür zu sorgen, dass die in Obhutnahme durchgeführt werden kann, z.B. Eltern davon abzuhalten, sich des Kindes (gewaltsam) zu bemächtigen.

Ziemlich Widersprüchlicher Satz, vor allem wenn die Inobhutnahnme überhaupt nicht angebracht ist. Ich rede jetzt nicht von den Fällen wo sie wegen Mißbrauch, Mißhandlungen angebracht sind.
Wer sich wem dann mit (Gewalt) bemächtigt steht ja wohl außer Frage. Und das ist in meinen Augen das JA. Man glaubt doch nicht allen ernstes, dass Kinder deren nichts widerfahren ist, freiwillig mitgehen...
Natürlich kann es vorkommen, dass Eltern bei ungerechtfertigen Inobhutnahmen, versuchen ihr Kind zu halten zu schützen, selber völlig hilflos in solchen Situationen. Aber nein, dann heißt es ja wie du so schön sagtest, mit (Gewalt) bemächtigen, als ob das JA nicht das selbige in dem Moment macht.

Scheiß JA und Polizist möcht ich auch nicht sein...


Gruß
Eka
__

Audiatur et altera pars....
Eka ist offline  
Alt 04.02.2009, 09:19   #324
Emily
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Zitat von Arania Beitrag anzeigen
Für Dich und das bleibt Dir unbenommen, ich gebe Dir teilweise auch Recht, aber so glatt läuft es eben nicht, es gibt nicht nur schwarz und weiss, es gibt viel grau,
Durchaus gibt es viel "dazwischen". Gerade deshalb sollten die Befassten sowohl professionell als auch menschlich entsprechend geeignet sein, solche Situationen abzuschätzen, und das genau sind sie mehrheitlich meiner Erfahrung nach nicht.
Zitat:
eine meiner Freundinnen arbeitet beim Jugendamt, eine ist Sozialpädagogin und arbeitet in einem sogenannten Auffangheim, wo Kinder erstmal landen wenn sie aus den Familien herausgenommen werden, ich selber bin in unserem Ort auch nah am Geschehen
Das ist schön, kann aber eine einseitige Sichtweise ebenfalls verstärken.

Wenn mensch sich vorstellt, dass ein Kind gerade gewaltsam aus einer Familie entrissen worden ist, und entsprechende Verstörung aufweist, wird die Ursache nun von den Personen, welche als nächste mit dem Kind zu tun haben, diese Störungen sozusagen als Rechtfertigung der Aktion gewertet - "eingewertet" wie mein letzter JA-Typ sagen würde. Dabei zählen Aussagen von "Amtspersonen" grundsätzlich immer mehr als die von Individuen, gleich gültig ob diese "Amtspersonen" einen an der Klatsche haben oder nicht.

Im Übrigen habe ich es selbst einmal erlebt, wie die Polizei auffährt wenn sie zu einer vermuteten Gewalt gegen Kinder gerufen wird, nämlich mit mindestens vier Personen, eine davon weiblich. Die Polizei ist größtenteils, sofern es sich nicht um Zurückgebliebene des frühen letzten Jahrhunderts handelt, meines Erachtens in vielen Bereichen und insbesondere im Bereich häuslicher Gewalt, so zumindest hier in Bayern, weitaus qualifizierter sensibilisiert und sogar besser psychologisch ausgebildet als jeder JA-MA, den ich jemals erlebt habe.
Zitat:
Ich sehe vieles und kann nur sagen, manchmal ist es fünf nach zwölf wenn Kinder aus den Familien herauskommen, manchmal ist es zu Unrecht.
Nur dass in diesen Bereichen Fehler nicht wieder gut zu machen sind. So wie du das schilderst klingt es erst einmal nach 50/50 zurecht oder zu Unrecht. Familien sind bei einer Herausnahme zu Unrecht, und selbst nur durch das massiv unterstellende Vorgehen von JA-MAs bei Verdacht, und zwar selbst aufgrund Verleumdung, bereits hochtraumatisiert.
Zitat:
Allerdings ist es da wie beim Gericht, auch da gibt es Fehlurteile, überall wo Menschen entscheiden passieren Fehler
Hier geht es nicht nur um ab und an geschehende "menschliche Fehler", sondern um ein System von Fehlerhaftigkeit, und zwar in dem Maß, dass an zufällige Fehler niemand mehr ernsthaft glauben kann.

Alleine die Tatsache der stets vehementen Deckung geschehener Fehler, falls mensch akzeptieren könnte dass in so sensiblen Bereichen Fehler geschehen und manche Kinder eben den menschlichen Fehlern Erwachsener geopfert werden dürften, durch welche Kind und Familie immer weiter drangsaliert werden um Zeugen mundtot zu machen, widerspricht in sich einer freiheitlich demokratischen Grundordnung. Diese permanente Vertuschung und Bagatellisierung der Fehler des JA führt leider auch dazu, dass ein ernsthafter Einsatz des befassten "Amtes" für ein echtes Kindeswohl kaum anzunehmen ist.

Und jetzt kommt noch dazu, dass ARGE-MAs, welche in gleichem Maß oder noch befangener und labil sind als JA-MAs, beliebig "Hinweise" nach Gutdünken geben sollen welche zu wiederum einem Mehr an solchen gewaltsamen Übergriffen führen sollen.

Durch fehlende Kontrolle, Transparenz und Messbarkeit entsteht eine Macht, mit welcher die beauftragten Menschen nicht umgehen können. Ich habe hier auch mal geschrieben, dass bei meiner kleinen Konferenz betreffend nicht geleisteter Zahlungen der ARGE, die JA-Leute gleich dabei saßen um umgehend für "das Wohl der Kinder zu sorgen", sollten wir als Familie (von der ARGE!) in die Obdachlosigkeit geritten werden. Ich habe nur das Glück, dass ich mittlerweile den Mund recht gut aufmachen kann, einen Anwalt dabei hatte und mit vielen Vorgehensweisen von Manipulatoren ziemlich vertraut bin - wäre es eine andere Person gewesen, das JA hätte eventuell für die Kinder sofort eine drohende Gefahr gesehen die abzuwenden gewesen wäre. Und nicht jeder hat den Erfahrungshintergrund den ich habe - heisst das also, dass Menschen welche weniger gelernt haben zu kämpfen und den Mund entsprechend aufzumachen, die weniger privilegiert sind aus einem zwar innerlich völlig maroden, aber doch privilegierten Elternhaus mit entsprechender Ausbildung im Hintergrund zu stammen, beliebig über ihre Kinder in Angst und Schrecken versetzt und letztlich hochgradig traumatisiert werden dürfen? Manche Menschen können nicht so reden wie sie gerne wollten, manche Menschen gehen nicht so offensiv vor wie es angemessen wäre, manche Menschen können schlicht nicht fassen, wie ihnen geschieht, wenn vorgeblich helfen sollende Vertreter des eigene Staates sich als ärgste Feinde entpuppen, Familien ruinieren und zerstören.

Auch arbeitet das JA, und das kann ich nur als höchste Manipulation auffassen, ständig mit Versprechungen auf tatsächliche Hilfen, welche nie eingelöst werden. Im Kontext mit dem potentiellen Bestrafungsfaktor des Kindesentzuges ist dieses Manipulation auf höchstem Niveau - und wer manipuliert, meint es nicht ehrlich. Sage bitte keiner, auch das sind eben menschliche Fehler - das sind Methoden.

Also bitte, ich und die hier zu Wort gekommenen Betroffenen sind keine Einzelfälle, nur andere nehmen es viel schweigsamer hin und sind froh, wenn sie gerade mal eben halbwegs der Katastrophe entkommen, nicht die Nachwirkungen betrachten oder gar auflösen könnend, welche unweigerlich auf sie zukommen durch erhebliche Traumatisierungen. Sie nehmen es auf sich, ohne jedoch, und zwar aus Verstörung aber auch aus Angst dass ihnen Derartiges wieder geschehen könnte, die Verursacher und ihre destruktiven Handlungen zu benennen, anzuklagen oder gar geschehendes Unrecht zu veröffentlichen. Geschädigt sind sie dennoch für ihr gesamtes Leben, und wie ich nicht umsonst schreibe, bis in die nächsten Generationen, das ist immer mit zu bedenken.

Und deshalb ist es mehr als wichtig, dieses Benennen dennoch zu tun, und sei es nur als erster Schritt.


Emily
 
Alt 04.02.2009, 12:18   #325
Karin797
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Karin797
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Zitat von Eka Beitrag anzeigen
und Polizist möcht ich auch nicht sein...
In dem mir bekannten Fall ist man sogleich mit der Polizei eingefallen, zwei Mann und zwei Jugendamt-MA standen im Flur, das Kleinkind hielt gerade Mittagschlaf in seinem Kinderzimmer, wachte auch durch den vielfachen "Besuch" nicht auf und konnte vom Flur aus schlafend gesehen werden.

Als Diskussionen darüber geführt worden, wieso diese Maßnahme nun für nötig erachtet wurde, in der Hoffnung der Vorgang möge wenigstens korrekt in einem Polizeiprotokoll erfasst werden, wurde die Polizei dann aufgefordert, darauf hinzuwirken, dass es schneller gehen sollte "Nun sorgen Sie doch mal dafür, dass das hier schneller geht", worauf hin diese aber weiterhin abwartend im Flur stand, während ein Koffer gepackt und diskutiert wurde.

Die Wohnung war absolut aufgeräumt, das Kind schlief und aus den Gesprächen hätte sich ergeben müssen, dass etwas nicht ganz korrekt ist, mindestens aber, das es keine akute Gefährdung des Kindes geben kann.

Die Mutter sollte dann eine in einer Mappe der Mitarbeiterin abgeheftete zweite oder dritte Seite einer Erklärung unterschreiben, dass sie mit der Inobhutnahme einverstanden sei und diese ihrem Willen entspricht, erst auf mehrmaliges Nachfragen, bekam die Mutter dann diese letzte Seite ausgehändigt, die dazugehörigen vorherigen Seiten allerdings nicht. Unterschrieben hat sie dann auch später nicht, man räumte ihr dafür einen Tag Zeit ein.

Später wurde dann mit eben dieser fehlenden Unterschrift die Einleitung des gerichtlichen Verfahrens begründet.

Die Mutter wurde vor den Polizeibeamten aufgefordert sich gefälligst beim Packen zu beeilen, die Maßnahme wurde damit begründet, dass die Mutter ihr Kind antiautoritär erziehen würde, angeblich einen Termin abgesagt hätte (was unmittelbar widerlegt werden konnte) und als das nicht die notwendige Wirkung entfaltete, hieß es, die Mutter sollte doch gefälligst psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, da sie angeblich psychisch instabil sei. Als die Mutter dann leise weinend meinte, dass diese Maßnahme wohl kaum stabilisierende Wirkung entfalten könne, wurde nachgesetzt, das sie das nicht zu beurteilen hätte.

Dann wurde sie gezwungen, ihr Kind aufzuwecken, es anzuziehen, durfte sich noch verabschieden und alle verließen die Wohnung. Das Kind war im Gehen noch gar nicht richtig wach.

Das Kind war dann über 4 Wochen im Heim bis nach einer Anhörung der Mutter der Beschluss wieder aufgehoben wurde.
Karin797 ist offline  
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