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Alt 01.03.2007, 08:31  
Rounddancer
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Curt,- ich hab gelernt, es gäbe keine blöden Fragen, also:

Eine ENTFERNUNGSPAUSCHALE bezieht sich auf eine ENTFERNUNG,- und die wiederum drückt sich in der Distanz zwischen Punkt A (hier: Wohnort des Fortzubildenden) und Punkt B (hier: Ort der Fortbildungsmaßnahme) aus.
Die Entfernungspauschale (auch die, die Steuerpflichtige seit einigen Jahren an der Steuer entlastend anrechnen können, und von der wurde die für Transportkosten ja abgeleitet) wurde auf Druck der Menschen in der Umweltbewegung als Ersatz für die Berechnung realer Fahrtkosten nach Aufwand eingeführt, weil es denen stank, daß mit der Realkosten-Abrechnung die Autofahrer bevorzugt wurden, während die Benutzer umweltschonenderen Transportmittel (Mitfahrgemeinschaften, öffentlicher Personen-Nahverkehr, Fahrrad, Fußgänger) außen vor blieben.

Die Entfernungspauschale schließt den Aufwandersatz für Hin- und Rückfahrt ein.

Eine PAUSCHALE soll die meisten Fälle abdecken, aber da der Gesetzgeber ja sparen (und im Fall der Entfernungspauschale auch erreichen will, daß der, der sich zwischen dem teureren, aber bequemeren Transportmittel (meist dem eigenen Auto (denn in dem ist er den direkten Witterungseinflüssen nicht so ausgesetzt, und muß nicht Knoblauchsoße und Bazillen des Sitznachbarn erdulden, -zudem fährt es, wann der Fahrer es will)) und einem auch zur Verfügung stehenden, billigeren, aber unbequemer zu nutzenden Transportmittel (z.B. Straßenbahn/Bus (Fahrplanbindung, Gedränge, oft kein Sitzplatz, größerer Zeitaufwand, Umsteigen, etc.) oder Fahrrad (man ist Wind und Wetter voll ausgesetzt, dafür aber kaum Kosten)) will, und jeder Fall halt doch anders ist, wird es bei einer Pauschale stets Gewinner und Verlierer geben.

Gewinner da, wo der Betroffene die Wahl zwischen Verkehrsmitteln hat und -unter Inkaufnahme der Nachteile des Verkehrsmittels das günstigere wählt, das zudem meist auch umweltpolitisch sinnvoller ist.

Verlierer dort, wo der Betroffene keine Wahl zwischen den Verkehrsmitteln hat, sondern z.B. das Auto oder gar das Flugzeug nehmen muß.

Dies bedeutet z.B. in meinem Fall:
In meiner ersten Fortbildung zu Beginn der Arbeitslosigkeit mußte ich in die Innenstadt. Da hatte ich die Wahl, die Stadtbahn zu nehmen, plus Wartezeit, plus An- und Abmarschweg, plus Mitreisende, oft kein Sitzplatz, etc.,- oder das Auto (gemütlich Ruhe haben, fährt, wann ich will, Anmarschweg vom Parkhaus kürzer als zur Straßenbahn),-
und ich nahm das Auto, zahlte immens drauf. Dadurch kam ich damals mit der Entfernungspauschale ganz und gar nicht klar,- aber ich hätte ja die billigere Straßenbahn nehmen können.

In meiner zweiten Maßnahme gab es von vornherein pro Fahrt die Kosten der Straßenbahn-Mehrfahrtenkarte ersetzt,- und ich nahm die Straßenbahn. Ging Null auf Null auf.

Und jetzt? Jetzt (ab heute) nehme ich die Schülermonatskarte für rund 35 EUR (im letzten Monat hatte ich die Normal-Monatskarte für 49,80EUR),-
und kriege, wie erwähnt, 88 Euro ausbezahlt. Führe ich stets mit dem Auto, so würden die 88 Euro sicher nicht reichen. So aber bin ich brav und nehme Wind, Wetter, Fahrplan und Mitfahrende inkauf und schleppe den Schul-Laptop, mein Schreibzeug und mich jeden Schultag zur Straßenbahn.
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