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Alt 04.12.2009, 00:14  
Rafael->Emailproblem
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Rafael
Standard AW: Supermärkte setzen Null-Euro-Jobber ein

Guten Abend,
ein Link des Forums Online-Impuls führte mich zu diesem Thread, den ich interessiert aber auch kopfschüttelnd verfolge.
Ich frage mich, was die Mehrheit der Schreiber hier mit ihren Beiträgen demonstrieren möchte. Ihre eigene Unzulänglichkeit?
Zugegeben, mich hatte die Überschrift des Artikels auch zunächst irritiert. Bei weiterem Durchlesen konnte man aber sehr schnell feststellen, dass dieser falsch recherchiert in den Raum geworfen wurde. Es wird eindeutig Stellung gegen Friendly Service bezogen. Dies erkennt man einzig daran, dass die 3-5 Euro für den Vermittler erwähnt werden beim Trinkgeld allerdings immer nur von „Trinkgeld“ gesprochen wird. Die Höhe von-bis Euro wurde, meiner Meinung nach, bewusst nicht erwähnt um Spekulationen freien Raum zu bieten. Was gibt es Schöneres für einen Autor, als dass vielfältig über seinen Artikel diskutiert wird? Dies hat er mit der Gegenüberstellung: Fester Stundenlohn für den Vermittler – ein „paar Pennys“ für die „ausgebeuteten“ Schüler/Studenten, sehr gut erreicht. Denn gerade das bleibt bei den meisten Leuten hängen, so auch bei den meisten Forumsteilnehmern hier.
„Jede Arbeitsleistung sollte ihre angemessene Entlohnung erfahren.“ Das ist auch meine Meinung. Finden Sie einen Stundenlohn von durchschnittlich 10 Euro für das Einpacken als nicht angemessen?
„Ich würd gern bei Euch Einkaufshilfe machen und ich koste Euch auch nichts“. Was haben die Marktleiter gesagt bei denen Sie sich vorstellten?

„Eigenes Personal einsparen, denn da müsste ja bei Andrang an der Kasse, noch eine weitere geöffnet werden.“ In Deutschland entspricht es bisher nicht der Regel, Einpackhilfen einzustellen. Somit wird auch kein eigenes Personal eingespart. Auf der anderen Seite können aber gute Erfahrungen dazu beitragen, zukünftig solche Jobs regulär anzubieten. Es ist verständlich, dass ein Unternehmer erst einmal sehen möchte wie etwas angenommen wird und sich rechnet, bevor er selbst sozialpflichtige Arbeitsplätze oder Minijobs schafft. Gerade in der heutigen Zeit. Bei mir ist die Schlange immer vor der Kasse und nicht dahinter. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

„Diese ganzen Zwischenhändlerlumpen bedienen sich überall am Lohn oder Vermögen der Menschen oder der Gesellschaft, ohne selbst einen vernünftigen Mehrwert zu schaffen“ Diese, wie Sie es nennen „Zwischenhändlerlumpen“ haben zum großen Teil durchaus ihre Berechtigung, von Ausnahmen einmal abgesehen. Stellen Sie sich einmal vor die Post AG hätte keine Logistik und Sie warten auf Ihren monatlichen Scheck von der Agentur für Arbeit. Denken Sie den bekommen Sie pünktlich, wenn die Postboten ihre Einsätze selbst planen müssten?
Wenn alles so einfach ist wie hier geschrieben wird, man nur in den Markt gehen und sich anbieten muss, ist die Frage berechtigt warum machen Sie das dann nicht?

„Verdienst du mehr oder weniger wenn der Vermittler wegfällt?“ Das ist keine Mathematik, das ist Logik. Zum einen brauchen die Schüler/Studenten den Vermittler nicht von ihrem Trinkgeld zu bezahlen. Also falsche Frage. Zum anderen liegt es auf der Hand, dass sie mit Vermittler deutlich mehr verdienen. Der Markt selbst würde ihnen ebenfalls nur die 3-5 Euro geben, wenn überhaupt, also liegen sie mit dem Verdienst aus Trinkgeld oder nennen wir es einfach einmal „Provision“ mehr als 100% über den Einnahmen. Auch bei einem Minijob würden die Schüler entweder weniger verdienen oder für das gleiche Geld mehr Stunden arbeiten müssen.
Zu den hier angesprochenen „Cap-Märkten“. Diese Märkte sind Franchise-Unternehmen und haben mit den hier im Forum verrufenen EDEKA-Märkten einen Liefervertrag. Zudem werden Cap-Märkte über die Integrationsämter, die Agentur für Arbeit und Aktion Mensch finanziell gefördert. Betrieben werden diese Märkte unter anderem von den Werkstätten für Behinderte. Über diese Werkstätten gibt es in der Tat zahlreiche Negativberichte bezüglich Ausbeutung der Behinderten. Ich wage daher zu bezweifeln, dass diese angemessen bezahlt werden und eine sozialpflichtige Stelle besetzen.
Zur Versicherung sei gesagt, dass es eine Berufsgenossenschaft und eine Haftpflichtversicherung gibt.
Die hier teilweise deutlichen Unterstellungen sind auch schon hart an der Grenze. Ich habe im Impulse-Forum gelesen, wie fsommer verzweifelt ihre Arbeitskollegen bat sich in diese Diskussion einzubringen, da ihre durchaus guten Argumente hier aus unerklärlichen Gründen nicht ankamen.
Sehr schön fand ich die Berichte der Friendly Service Mitarbeiter die uns zeigten, dass sie einen gesunden Egoismus haben und eine besser dotierte Arbeit annehmen als sich mit einem Minijob abspeisen zu lassen. Ist das nicht auch die Forderung der Erwerbslosen: „Anständiges Geld für anständige Arbeit“?
Es ist richtig, dass das Unternehmen Budnikowsky den Test aus Angst vor Imageverlust abgebrochen hat. Diesbezüglich habe ich der Geschäftsführung heute eine Email geschickt und bin auf eine Antwort gespannt.
Ich würde mir wünschen, dass die Teilnehmer hier statt zu spekulieren und zu urteilen mehr nachfragen würden. Ein „Miteinander“ kann für Sie alle nur von Vorteil sein.
Übrigens kenne ich Friendly Service auch erst seit dem besagten Artikel.
Rafael ist offline