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Alt 04.10.2006, 08:20   #1
klaus1233->Emailproblem
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Registriert seit: 21.03.2006
Beiträge: 245
klaus1233
Standard Positionspapier des DGB zum "ehrlichen 2. Arbeitsmarkt&

Der DGB beglückt uns mit einem Positionspapier zu einem „ehrlichen“ zweiten Arbeitsmarkt. Wenn man unter Sanktionsandrohung vom Mitarbeiter der ARGE/BA zu öffentlich diskriminierter Arbeit gezwungen wird, die dem eigenen Qualifikationsprofil und Lebenserfahrung diametral gegenüberstehen, kann man wohl nicht von Marktpartnern sprechen, die etwas aushandeln am „2. Arbeitsmarikt“. 2.Markt klingt schon jetzt so nach 2.Wahl, 2.Mensch, Mensch 2. Klasse. Übernimmt der DGB damit nicht die herrschenden (Vor)Urteile. Buntenbach übernimmt den Standpunkt von Wissenschaft und BA, das für viele Langzeitarbeitlose eine Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt nicht mehr möglich ist.

Es geht natürlich um Zielgruppen wie 50plus, dazu heißt es:

„1. Zumindest mittelfristig ist öffentlich geförderte Beschäftigung unverzichtbar. Sie sollte auf Zielgruppen konzentriert werden. Für ältere Langzeitarbeitslose sowie gesundheitlich angeschlagene Arbeitnehmer/innen mit geringen Chancen auf dem "ersten" Arbeitsmarkt fehlt ein Beschäftigungsinstrument "ehrlicher zweiter Arbeitmarkt" zur mehrjährigen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsförderung für Tätigkeiten, die der Allgemeinheit zu Gute kommen.“
Oder an anderer Stelle:
„Öffentlich geförderte Beschäftigung sollte bei den Menschen ansetzen, die auf dem Arbeitsmarkt keine oder nur wenige Chancen haben. Das sind primär Langzeitarbeitslose und Menschen mit mehreren Vermittlungshemmnissen. Gerade die Langzeitarbeitslosigkeit ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Betrachtet man die individuellen Verläufe von Arbeitslosigkeit ohne kurzfristige Unterbrechungen der Arbeitslosigkeit z.B. durch Krankheit, dann ist etwa jede/r zweite Arbeitslose länger als ein Jahr ohne Arbeit“

Das betrifft viele von uns, die länger als 1 Jahr arbeitslos und über 50, zwei Vermittlungshemmnisse, die uns unserer Freiheit und Selbstbestimmung kosten.

Um was geht es ?

„Der "ehrliche zweite Arbeitsmarkt" ermöglicht eine geförderte Beschäftigung über längere Zeit auch in Betrieben, die sich dem Wettbewerb stellen. Die Förderung soll hier einen Nachteilsausgleich bewirken nach dem Vorbild der Integrationsfirmen und sozialen Betriebe. Für marktferne Tätigkeiten im öffentlichen Interesse (Non-Profit-Bereich) sollen insbesondere Wohlfahrts- und Sozialverbände sowie Vereine als Arbeitgeber (Beschäftigungsträger) gewonnen werden. Hier geht es vor allem um Dienstleistungen zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur, die sonst nicht angeboten würden. Die örtlichen Arbeitsmarktakteure legen Umfang und Einsatzfelder fest. „

Also neue Ein-Euro-Job auch für die Industrie und nicht nur auf 6 Monate begrenzt sondern länger? So eine Art Fremdarbeiterseinsatz wie bei den Nazis? Nur weil man alt ist oder seit einem Jahr vom Arbeitsmarkt abgelehnt wurde? Bedeutet das im Non-Profitber, dass der DGB dafür ist, dass die neuen Ein-Euro-Job auch „alle“ Arbeiten dort verrichten dürfen? Wird damit der Trend zu Freisetzung der kostenintensiven SV-Vollzeitkrafte nicht noch Vorschub geleistet? Örtliche Arbeitsmarktakteure legen Umfang und Einsatzfelder fest? Was heißt das? Ausgerechnet die, die bisher schon nichts geregelt bekamen. Das öffnet der Ausnutzung Tür und Tor. Das funktionierte bisher schon nur nachteilig für alle Betroffenen. Arbeitnehmer wurde durch Geingfügige ersetzt und Ein-Euro-Job wurden nicht übernommen.

Oder hier:

„Der DGB schlägt im Hinblick auf ältere Arbeitnehmer/innen vor, die Kosten eines vorzeitigen Ausscheidens aus dem Erwerbsleben stärker nach dem Verursachungsprinzip zuzuordnen. Vor dem Hintergrund der gesetzlich angehobenen Altersgrenzen beim Rentenzugang und der Verkürzung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld drohen in Zukunft noch mehr ältere Arbeitnehmer/innen längere Zeit in Arbeitslosigkeit zu verbringen. Die Zeitspanne zwischen Erwerbsaustritt und Rentenzugang vergrößert sich. Im Jahr 2004 betrug sie im Durchschnitt bereits 2,7 Jahre.
Ein großer Teil der Kündigungen Älterer erfolgt ohne das Einverständnis der Arbeitnehmer/innen. Trotzdem ist zum 1.2.2006 die bisherige Erstattungsregel zum Arbeitslosengeld durch den Arbeitgeber ersatzlos entfallen. Auch wenn die Regelung kompliziert war, geht davon ein völlig falsches Signal für Arbeitgeber aus. Die Rechtmäßigkeit der Erstattungspflicht für Arbeitgeber bei Entlassung langjährig Beschäftigter wurde zudem höchstrichterlich bestätigt. „

Habe ich so gar nicht mitbekommen, dass die Erstattungspflicht für Arbeitgeber dieses Jahr weggefallen ist. Die Frage wäre auch, ob sie überhaupt vorher jemals umfassend angewendet wurde. Das hilft aber jetzt denen, die draussen sind, auch nicht wieder, hinein zu kommen.

Den längeren Text findet ihr hier:

http://www.dgb.de/homepage_kurztexte/texte/buntenbach/
klaus1233 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.10.2006, 22:47   #2
Barney
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Du hast recht, Klaus, 2. Arbeitsmarkt klingt wie 2. Wahl - diskriminierend.

Geförderter Arbeitsmarkt?

Egal wie das Kind heißen wird, vorläufig wird es keine Vollbeschäftigung auf dem ungeförderten Arbeitsmarkt geben. Damit nun möglichst viele in Beschäftigung kommen, schlägt der DGB und auch einzelne Gewerkschaften den geförderten Arbeitsmarkt vor. Logisch ist, dass diese Möglichkeit all jene wahrnehmen werden, die auf dem ungeförderten nicht unterkommen.

In Abwägung der Möglichkeiten, was meinst du, ist besser? Ungefördert mit Hartz IV zu Hause sitzen oder gefördert, einer Beschäftigung nachgehen?

Schwierig ist die Abwägung. Auch der geförderte Arbeitsmarkt wird Arbeitsplätze zerstören. Diese Arbeiten werden aber sozialleistungspflichtig. Der einzelne zahlt in die Sozialkassen ein. Diese werden nicht weiter geplündert. So wie es jetzt mit Hartz IV ist. Auch können die so geförderten AN wieder über sich und ihr Leben selbst bestimmen und liegen mit dem Einkommen nicht unter der Armutsgrenze.

Das jedenfalls sollte das Ziel eines geförderten Arbeitsmarktes sein. Alles andere ist Pipifax.
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arbeitsmarkt, arbeitsmarkt&, dgb, positionspapier, quotehrlichen

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