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Alt 11.03.2017, 12:37   #1
Tripod
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Standard "Bundesprogramm soziale Teilhabe am Arbeitsleben"

Nach eine Jahr relativer Ruhe geht das Theater nun wieder unter neuer Überschrift weiter ...
Ein von institutionalisierter Dummheit durchdrungenes Programm löst das andere ab (zumindest teilweise).

Was mich in diesem Zusammenhang bewegt ist die Frage, ob eine (voraussichtlich) 2 jährige Tätigkeit in diesem Rahmen geeignet ist, die ansonsten drohende Frühverrentung aufzuschieben, oder ob das für einen 60 jährigen unschädlich in diesem Zusammenhang ist. (d. h. kann man bei Erreichen der Altersgrenze und (wieder) bestehender Beschäftigungslosigkeit den Antrag auch selbständig stellen, ohne vom JC hierzu aufgefordert zu sein?)
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Alt 13.03.2017, 10:58   #2
Tripod
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Standard AW: "Bundesprogramm soziale Teilhabe am Arbeitsleben"

Ich hatte das BMAS angeschrieben, weil die aufgeschriebenen Stellen soweit ( Träger und Stellen mitgeteilt wurden) den Charakter von 1€ zu haben scheinen und daher ein angemessene Marktnähe nicht zu vermuten ist - die Antwort ist mit Begriffen gespickt, da hat einer aus der Pressemitteilung abgekupfert, was anderes war auch nicht wirklich zu erwarten.
Ein wirkliche Begründung, für die Art der Tätigkeiten und den einhergehenden Aufwand lässt man im üblichen "floskelhaften" - Glaubensätze statt Fakten sind die Devise!
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Alt 13.03.2017, 11:29   #3
en Jordi
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Standard AW: "Bundesprogramm soziale Teilhabe am Arbeitsleben"

Ich verstehe dein Anliegen nicht ganz. Willst du so einen Job annehmen oder will man ihn dir aufdrücken?

Die Beschreibung klingt wie ein besser bezahlter 1-Euro-Job.
Da stellen sich bei mir einige Fragen:

- Zur Integration Behinderter/ Kranker gibt es berufliche Rehabilitation (LTA). Warum ein weiteres Instrument, wenn die Vermittlungsquoten bei den bewährten Maßnahmen schon eher gering sind?

- Welche fachlichen Voraussetzungen/Qualifikationen bringen die Mitarbeiter mit, die die Betreuung der Klienten übernehmen sollen.

- Ist nicht der einzige Weg zur Integration in den 1. Arbeitsmarkt die fachliche Qualifizierung, bzw. die Auffrischung von vorhanden Qualifikationen? Menschen mit Vermittlunghemmnissen müssen hier besonders punkten, wollen sie noch eine Chance haben.

p.s. Wenn du sonst nichts mehr findest, kann das natürlich eine angenehme Möglichkeit sein, einen "entspannten" Job für den Mindestlohn zu machen. Das muss man manchmal auch pragmatisch sehen.
__

paranoid querulatorisch
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Alt 13.04.2017, 09:16   #4
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Standard AW: "Bundesprogramm soziale Teilhabe am Arbeitsleben"

Interessante Fragen die Du da stellst - auf die ich (natürlich) keine Antwort habe...

Die Auftragnehmer des JC sind hier noch im Aufbau begriffen - das JC hat es aber eilig und macht Druck, mir ist beständig übel.
Übel, nach den ersten Gesprächsrunden ist ist mir auch, von den ganzen verbreitet Sinnlosigkeit, vom personellen Umfeld, von den institutionellen Gegebenheiten und von den angebotenen Tätigkeiten. Ich bin weder krank, noch alleinerziehend, noch mangelhaft ausgebildet - aber wohl altersbedingt eingeschränkt, alt und vielleicht etwas etepetete, zumindest ekelt es mich in der Regel schon, wenn ich die Räumlichkeiten der üblichen Maßnahmen Anbieter nur betreten muss.

Ich bin seit einem halben Jahr damit befasst die Trennung meiner BG zu organisieren - meine Partnerin hat kein Interesse an einer Lösung - sie müsste dann ihre Probleme (Messi Syndrom) mitnehmen, ich könnte aber nach bald zwei Jahren vielleicht mal wieder durchatmen. Das ist mein derzeitiger Schwerpunkt weil die Belastungen aus dieser Richtung permanent sind.

Mit anderen Worten, mir ist im Moment nicht danach, mich "entspannt" auf irgendwelchen Müll, der dem unzulänglichen Hirn irgendeines juristisch gebildeten Referenten des BMAS entronnen ist, einzulassen.
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Alt 13.04.2017, 12:34   #5
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Standard AW: "Bundesprogramm soziale Teilhabe am Arbeitsleben"

Wenn ich mir das hier anschaue, ist die Teilnahme freiwillig (PDF-Seite 4, Punkt 3.6).

Das Angebot einer qualifizierenden Arbeit ist nicht zugesichert.
Arbeit ist generell nicht zugesichert.

Damit könnte der Fall eintreten, dass man um die drei Jahre in dem steckt, was tatsächlich zugesichert ist, nämlich ...
Zitat:
Hierzu können zählen:
– Aktivitäten zur Entwicklung oder Wiedergewinnung einer Tagesstruktur
– Aktivitäten, die den stufenweisen Einstieg in Beschäftigung mit aufwachsender Wochenstundenzahl (15, 20, 25)
zielführend flankieren
– Aktivitäten zur Reflexion der eigenen Situation und Erhöhung der Eigenverantwortung (Beratung, Standortbestimmung)
– Aktivierungs-, Förder- und Qualifizierungsmaßnahmen
– Angebote zur Gesundheitsförderung
– Unterstützung der Arbeitgeber bei der Entwicklung von Beschäftigungsangeboten, bei denen gesundheitliche Einschränkungen
berücksichtigt werden
– Ansätze, die sich an die geförderten Beschäftigten nach Beendigung des jeweiligen Arbeitsverhältnisses richten
– kommunale Leistungen nach § 16a SGB II (z. B. psychosoziale Betreuung, Schuldnerberatung etc.).
... was keinen substantiellen Unterschied zu irgendeiner x-beliebigen Aktivierungsmaßnahme bedeutet.
Der erste Punkt bedeutet auch, dass bei den Verwaltungsobjekten keine Tagesstruktur vorhanden ist, auch wenn unklar ist, was eine korrekte Tagesstruktur ist und woraus die Verpflichtung zu einer solchen resultieren soll.
Da ein Profiling immer gegen Arbeitslosigkeit hilft (bei den Profilenden, nicht den Profilierten), wird es auch hier gemacht, und es gibt eine intensive Betreuung und Vermittlung während der Beschäftigung.

Damit ist das Konzept konfus und nicht Konfuzius.

Die Rentenkasse dürfte bei 8,84 €/h brutto drastisch anschwellen.
(Ähnlich wie der Wasserbauch bei Verhungernden.)
__

"Alles, was man zum Leben braucht, ist Unwissenheit und Selbstvertrauen, dann ist der Erfolg sicher." - Mark Twain

"Things fall apart; the jobcenter cannot hold;
Mere anarchy is loosed upon the world"
"The best lack all conviction, while the worst
Are full of passionate intensity." - William Butler Yeats
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Alt 21.09.2017, 15:00   #6
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Standard AW: "Bundesprogramm soziale Teilhabe am Arbeitsleben"

"Der erste Punkt bedeutet auch, dass bei den Verwaltungsobjekten keine Tagesstruktur vorhanden ist, auch wenn unklar ist, was eine korrekte Tagesstruktur ist und woraus die Verpflichtung zu einer solchen resultieren soll."

Ich bin immer wieder überrascht, was euch hier so alles ein- und auffällt.

Mir ist auch so einiges aufgefallen - letztlich war aber folgendes .. bis auf einen Träger (Arbeitgeber) der sich erst noch organisieren musste, waren alle anderen Stellen bei Trägern früherer 1€ Stellen angesiedelt und entsprachen den früheren Tätigkeiten.
Die früheren "Besitzer" (oder Besetzer) dieser Stellen waren offenbar so heiß darauf, ihre Tätigkeiten fortführen zu können, das man als Außenstehender einen schweren Stand und letztlich kaum Chancen hatte.
Es könnte in meinem Fall aber auch daran gescheitert sein, dass ich mir mit billigem Schuhwerk die Füße versaut habe und mangels Geld für Einlagen unter chronischen Schmerzen leide, was mir Latsch Jobs grundsätzlich verleidet.
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