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Start > > -> "Können Sie überhaupt 8 Stunden arbeiten ?"

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Alt 20.10.2016, 22:13   #1
Schorsch
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Registriert seit: 19.07.2007
Beiträge: 88
Schorsch
Standard "Können Sie überhaupt 8 Stunden arbeiten ?"

Hallo zusammen,

Hintergrund: ich bin 60, meine Frau 54. Beide Langzeitarbeitslos, unverschuldet. Meine Frau hat gesundheitliche Probleme. Sie muss sich bei körperlichen Anstrengungen zurücknehmen.
Letztens hat man sie beim "jobcenter" gefragt, ob sie denn überhaupt noch täglich 8 Stunden arbeiten kann.
Sie hat dies nicht beantwortet, weil ihr die Tragweite der Aussage nicht bewusst ist.
Ich bitte vielmals um kurze Info., was sich aus dem einen bzw. dem anderen ergibt.
Also was, wenn sie weniger als 8 Std. arbeiten kann, bzw. wenn nicht.
Was hat das für Konsequenzen auf den "Leistungsbezug" ?

VIELEN DANK !
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Alt 20.10.2016, 22:16   #2
dagobert1
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Registriert seit: 26.11.2012
Ort: örtlich
Beiträge: 4.528
dagobert1 Enagagiertdagobert1 Enagagiertdagobert1 Enagagiertdagobert1 Enagagiertdagobert1 Enagagiertdagobert1 Enagagiertdagobert1 Enagagiertdagobert1 Enagagiertdagobert1 Enagagiertdagobert1 Enagagiertdagobert1 Enagagiert
Standard AW: "Können Sie überhaupt 8 Stunden arbeiten ?"

Weniger als drei (!) Stunden würde bedeuten, dass sie als nicht erwerbsfähig geführt wird. Das hat aber kein SB im JC "nach Nase" zu entscheiden, sondern der Ärztliche Dienst.
dagobert1 ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.2016, 22:28   #3
Wutbuerger
Forumnutzer/in
 
Registriert seit: 20.08.2012
Beiträge: 4.815
Wutbuerger Möchte sein Renommee nicht öffentlich anzeigen...
Standard AW: "Können Sie überhaupt 8 Stunden arbeiten ?"

Schätze mal SBchen drücken einem gerne jeden beliebigen Job aufs Auge . Kommt man dann mit der Aussage " kann ich nicht " fragt man vielleicht erst nach einem Attest , später schickt man einen zur Begutachtung . Dann hängt es vom gutachter ab ob man vollschichtig - also mehr als 6 Stunden arbeiten kann , oder Teilweise , also 3 bis 6 Stunden . Das macht für ALG2 keinen Unterschied.
Sollte der Gutachter aber meinen das man weniger als 3 Stunden arbeiten kann , und das mindestens für die nächsten 6 Monate , dann wirds wichtig wer das festellt . Entweder man ist beim ÄD des JC , dann droht Abschiebung in Sozialhilfe . Wenn es ein gutachten von der DRV ist bekommt man entweder Erwerbsminderungsrente oder Sozialhilfe , zb wenn man die Zeiten nicht erfüllt..
Sozialhilfe hat weniger Freibeträge . Aber was es nun genau ausmacht kann man erst nach einem Gutachten sagen. Kommt ja auch ein wenig darauf an was Sie so als realistisch sieht .
Kommt einem der AV dumm , hilft auch schon mal ein gelber schein . Generell kann eine eigene Einschätzung nur der erste Punkt sein . Sagt man allerdings man könnte nicht arbeiten ist SBchen verpflichtet die erwerbsfähigkeit feststellen zu lassen .
Wutbuerger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.2016, 22:33   #4
Schorsch
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Threadstarter/in Threadstarter/in
 
Registriert seit: 19.07.2007
Beiträge: 88
Schorsch
Daumen hoch AW: "Können Sie überhaupt 8 Stunden arbeiten ?"

Vielen Dank an Euch !
So spät und schnell eine hilfreiche Antwort !
Klasse, super Hilfe !!!
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Alt 21.10.2016, 00:39   #5
Doppeloma
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Ausrufezeichen AW: "Können Sie überhaupt 8 Stunden arbeiten ?"

Hallo Schorsch,

mal noch ergänzend zu dem, was dir schon richtig geschrieben wurde dazu ...

Hintergrund: ich bin 60, meine Frau 54. Beide Langzeitarbeitslos, unverschuldet. Meine Frau hat gesundheitliche Probleme. Sie muss sich bei körperlichen Anstrengungen zurücknehmen.

Kommt ja spät eine solche Frage wenn ihr schon länger arbeitslos seid, so besonders viel ergiebige Vermittlung hat es ja offenbar bisher auch nicht gegeben.
Das liegt ja sicher nicht nur an der "mangelnden Gesundheit" von euch beiden, besonders von deiner Frau ???

Letztens hat man sie beim "jobcenter" gefragt, ob sie denn überhaupt noch täglich 8 Stunden arbeiten kann.

Wie schon erwähnt wurde hätte das der ÄD zu überprüfen, ob es Einschränkungen bei der Vermittlung gibt und welche das sind, der SB hat sich dann mit den "angebotenen" Arbeitsstellen einfach nur danach zu richten.

Es ist gut, dass sich deine Frau dazu nicht konkret geäußert hat, die haben doch keine Arbeit anzubieten, nicht für 8 Stunden und auch nicht für weniger ... hatten doch schon genug Zeit das zu tun ???

Trotzdem Vorsicht mit Angaben zu bestimmten gesundheitlichen Störungen, die gehen einen "Arbeitsvermittler" überhaupt nichts an.
Ihr habt hoffentlich beide einen guten Hausarzt, der euch auch eine AU ausstellen würde, wenn es nötig wird ... denn ich ahne, dass es mal mit einem "1-€-Job" enden könnte oder einer "Ü 50 - Maßnahme", wenn der sich bei seinem Chef Anerkennung verschaffen möchte, wie gut er euch doch betreut.

Deine Frau wäre noch im "richtigen" Alter dafür, als "hoffnungsloser Fall" solche "Sklavendienste" aufgebrummt zu bekommen ... du bist mit 60 Jahren ohnehin schon aus der offiziellen Statistik entfernt worden (nach § 53a SGB II) ...

§ 53a SGB II Arbeitslose

Darum ist es nicht mehr notwendig dich unbedingt irgendwie "Pseudo-Beschäftigen" zu müssen, was nicht bedeutet, dass man es nicht trotzdem versuchen könnte ...

Auch der beschriebene Weg über (vermutliche) Erwerbs-Unfähigkeit irgendwann deine Frau aus der Statistik zu bekommen liegt sehr nahe ...

Allerdings muss man dann direkt euch beide los werden können, an das SGB XII, sonst funktioniert das nicht, so lange du als Erwerbsfähige Person (der Bedarfsgemeinschaft) noch Anspruch auf ALGII behalten kannst, bleibt auch deine Frau im ALGII (es sei denn sie würde eine EM-Rente unbefristet bekommen, da fällt wohl eher "Schnee in der Sahara") ...

Wie schon geschrieben wurde ist es dafür gar nicht erforderlich 8 Stunden arbeiten zu können, es genügen bereits mindestens 3 Stunden Erwerbsfähigkeit ... schon diese Frage war also für den Anspruch auf ALG II höchst überflüssig gestellt ... ;-)))

Wenn der SB so "besorgt" ist um die Vollzeit-Leistungsfähigkeit deiner Frau, darf er ihr gerne zunächst eine Teilzeitstelle besorgen, wo sie das dann ausprobieren kann ... aber bitte keine "Belastungs- / Arbeitserprobung" für 1 € die Stunde ... dann lieber rechtzeitig einen Krankenschein besorgen ...

MfG Doppeloma
__

Ich gebe hier nur meine persönlichen Erfahrungen wieder und bitte diese nicht als Rechtsberatung aufzufassen!

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Alt 21.10.2016, 09:17   #6
Schorsch
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Schorsch
Standard AW: "Können Sie überhaupt 8 Stunden arbeiten ?"

Zitat von Doppeloma Beitrag anzeigen
Hallo Schorsch,

Trotzdem Vorsicht mit Angaben zu bestimmten gesundheitlichen Störungen, die gehen einen "Arbeitsvermittler" überhaupt nichts an.

MfG Doppeloma
ja, interessant. hierzu wurden allerdings schon angaben gemacht, hat der sb alles aufgesogen. attest wurde auch vorgelegt. das ist soweit beim center "angekommen", ich meine es hat geholfen. wichtig war hier generell die gegenwehr.
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Alt 21.10.2016, 14:00   #7
Doppeloma
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Frage AW: "Können Sie überhaupt 8 Stunden arbeiten ?"

Hallo Schorsch,

ja, interessant. hierzu wurden allerdings schon angaben gemacht, hat der sb alles aufgesogen. attest wurde auch vorgelegt. das ist soweit beim center "angekommen", ich meine es hat geholfen. wichtig war hier generell die gegenwehr.

Das ist keine ernsthafte "Gegenwehr", das ist freiwillige Lieferung von medizinischen Unterlagen an nichtmedizinisches Personal zur späteren Verwendung gegen deine Frau.

Solche Sachen gehören nur zu einem Arzt und der sitzt beim med. Dienst (ÄD) und nicht im Büro des "Arbeitsvermittlers" ... "angekommen" ist da bestimmt was, aber das muss nicht zu eurem Vorteil genutzt werden.

Der SB bekommt dann eine reine Leistungseinschätzung (vom ÄD), wo drin steht welche Tätigkeiten noch möglich und welche zu vermeiden sind (z.B. schwer heben und tragen / Arbeit im Stehen/ gehen/ sitzen, keine Schichtarbeit oder nur keine Nachtschicht usw.) die konkreten Krankheiten haben den SB dabei gar nicht zu interessieren.

Auch die zeitliche Verfügbarkeit / Leistungsfähigkeit kann der ÄD durchaus einschränken, so lange er damit nicht "unter 3 Stunden" geht ist das im JC noch kein besonderes Problem und so "schwer krank" (dass sie gar nicht arbeiten könnte) sollte sich deine Frau dann auch besser beim ÄD nicht darstellen.

Erst wenn der ÄD bei ihr eine "Erwerbs-Unfähigkeit" /vermuten / bescheinigen würde kann der SB versuchen sie in die Sozial-HILFE abdrängen zu wollen, was aber nicht geht, wenn du noch Erwerbsfähig bist.
Vorher ist (eigentlich) die Antragstellung auf eine EM-Rente zu fordern (Erwerbs-Unfähigkeit gibt es bei der DRV inzwischen gar nicht mehr, nur noch "Erwerbs-Minderung"), das wird dann von der DRV entschieden, ob das wirklich so ist oder nicht.

Das JC / der ÄD kann "vermuten" aber mehr auch nicht, medizinisch haben das Ärzte zu prüfen und zu klären ... und das allerletzte (für alle Anderen verbindliche) Wort wird dann irgendwann die DRV dazu sprechen (müssen) ...

§ 44a SGB II Feststellung von Erwerbsfähigkeit und Hilfebedürftigkeit

Die geben sich alle sehr viel Mühe mit den Arbeitslosen, besonders mit den (so begehrten) Älteren, allerdings geht es dabei nicht unbedingt darum, sie wieder in gut bezahlte Arbeit zu bekommen, sondern eher darum sie an einen anderen Leistungsträger (SGB XII/ DRV) los werden zu können und sei es nur "vorübergehend" ...

MfG Doppeloma
__

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Doppeloma ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 21.10.2016, 21:35   #8
Schorsch
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Schorsch
Standard AW: "Können Sie überhaupt 8 Stunden arbeiten ?"

Absolut.
Gewaltig, was sich da alles auftut an Fallstricken.
Ich will mal liebenswürdig bleiben. Wenn ich lese, wie teils gegen einen "gearbeitet" werden kann, ist bei mir der brecheimer voll. einfach unfassbar.
ABER !
GROSSES LOB an das forum. antworten in aller schnelle, mega statements und erfahrungsberichte.
das alles hat noch generell einen weiteren guten sinn, es wird einem bewusst, wie man kämpfen muss für seine interessen. ich bin wieder am platzen. bei der nexten vorladung teile ich wieder ordentlich aus wenn es nötig ist.
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