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Ü 50 Spezielles Forum für über 50jährige


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Alt 20.09.2007, 12:05   #1
Seehase
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Seehase
Böse Solche Aussagen sind hochmotivierend

Hallo hier im Forum,

habe ja schon einiges hier im Forum von den Nöten und Zustände von Arbeitssuchenden über 50 gelesen.
Trotzdem gebe ich die Suche nach einem Job noch nicht so ohne weiteres auf und habe mich bundesweit und in unsere benachbarten Länder Österreich und Schweiz im Hotel- und Gastronomiebereich beworben. Bislang leider erfolglos und nur mit Kosten verbunden.

Nun habe ich ein Telefongespräch mit einem Institut für private Arbeitsvermittlung in der Schweiz gesucht und mich ausführlich über reale Chancen einer Jobvermittlung erkundigt und war verblüfft über die offene Information des Sachbearbeiters.

Zitat Anfang sinngemäß:
"Sehen Sie, sie sind 56 Jahre alt. Gegen eine Gebühr könnte ich Sie in unsere Vermittlungskartei aufnehmen. Aber unsere Kunden (Hotels u. Restaurant nehmen nur unsere Vermittlungshilfe für den Mitarbeiterkreis in Anspruch, die sonst nicht oder nur schwer zu bekommen sind. Mit älteren Mitarbeitern ist die Schweiz wie Deutschland überlaufen und es besteht keinerlei Bedarf, schon garnicht aus Fremdlländern.
Als seriöse Vermittlungsagentur nehme ich Sie deshalb erst gar nicht an, weil nach unseren Erkenntnissen eine Vermittlung unmöglich erscheint.

Wenn Sie es aber dennoch versuchen wollen, bewerben Sie sich direkt in den Hotels, vielleicht hat ja jemand Mitleid und gibt Ihnen eine Chance." Zitat Ende

Diese offenen Worte haben mich tief getroffen und auch ein paar mal kräftig schlucken lassen.

Bewerbungserfahrungen mit negativem Resultat und der Standard-formulierung
...nichts mit Ihrer Qualifikation oder Persönlichkeit zu tun, aber bitten um Verständnis das wir uns für einen anderen Bewerber entschieden haben...
kennt man ja schon zur genüge und weiß auch, dass die wahren Gründe der Ablehnung auch aus juristischen Gründen nicht ausgedrückt werden.

Aber so offen hat es mir auch noch keiner gesagt.

Also was gilt es zu tun? Weitermachen und weiterbewerben? Resignieren und Aufstecken, mit depressieven Gedanken den ganzen Tag rumhängen bis man den Status Hartz IV erreicht hat um dann möglichst in naher Zukunft Zwangsverrentet zu werden mit der Option, zusätzlich einen Zuschuß der Grundsicherung beantragen zu können? Oder doch noch zu hoffen das einer Mitleid hat und einer gesunden Fachkraft mit langjähriger Berufserfahrung ein finanziell unseriöses Arbeitsangebot macht das gerade mal über der staatl. Grundversorgung liegt?

Freue mich über rege Beiträge.

Grüße vom Seehasen
Seehase ist offline  
Alt 20.09.2007, 12:27   #2
druide65
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druide65 druide65 druide65 druide65 druide65
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Interessant finde ich in dem Zusammenhang immer das von Fachkräftemangel gesprochen wird,aber alle Ü 50 mehr oder weniger abgeschoben werden.

Hast du es schon mal in der Gastro auf den Inseln versucht?
__

Der Sozialismus muß eine Sache der Menschheit sein und darf nicht zur Sache einer Klasse herabgewürdigt werden.
druide65 ist offline  
Alt 20.09.2007, 12:38   #3
theota
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theota theota theota theota
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Zitat von Seehase Beitrag anzeigen
Nun habe ich ein Telefongespräch mit einem Institut für private Arbeitsvermittlung in der Schweiz gesucht und mich ausführlich über reale Chancen einer Jobvermittlung erkundigt und war verblüfft über die offene Information des Sachbearbeiters.

Zitat Anfang sinngemäß:
"Sehen Sie, sie sind 56 Jahre alt. Gegen eine Gebühr könnte ich Sie in unsere Vermittlungskartei aufnehmen. Aber unsere Kunden (Hotels u. Restaurant nehmen nur unsere Vermittlungshilfe für den Mitarbeiterkreis in Anspruch, die sonst nicht oder nur schwer zu bekommen sind. Mit älteren Mitarbeitern ist die Schweiz wie Deutschland überlaufen und es besteht keinerlei Bedarf, schon garnicht aus Fremdlländern.
Als seriöse Vermittlungsagentur nehme ich Sie deshalb erst gar nicht an, weil nach unseren Erkenntnissen eine Vermittlung unmöglich erscheint.

Wenn Sie es aber dennoch versuchen wollen, bewerben Sie sich direkt in den Hotels, vielleicht hat ja jemand Mitleid und gibt Ihnen eine Chance." Zitat Ende

Diese offenen Worte haben mich tief getroffen und auch ein paar mal kräftig schlucken lassen.

Bewerbungserfahrungen mit negativem Resultat und der Standard-formulierung
...nichts mit Ihrer Qualifikation oder Persönlichkeit zu tun, aber bitten um Verständnis das wir uns für einen anderen Bewerber entschieden haben...
kennt man ja schon zur genüge und weiß auch, dass die wahren Gründe der Ablehnung auch aus juristischen Gründen nicht ausgedrückt werden.

Aber so offen hat es mir auch noch keiner gesagt.

Freue mich über rege Beiträge.

Grüße vom Seehasen
DAS hätte man(n) auch anders formulieren können, da gebe ich dir recht.

Vielleicht ist es noch nicht bis zu diesem guten Manne vorgedrungen, wie psychisch angeschlagen manch deutsche ALG-II-Empfänger sind? Aber selbst wenn NICHT:

statt

"
Mit älteren Mitarbeitern ist die Schweiz wie Deutschland überlaufen und es besteht keinerlei Bedarf, schon garnicht aus Fremdlländern.

Als seriöse Vermittlungsagentur nehme ich Sie deshalb erst gar nicht an, weil nach unseren Erkenntnissen eine Vermittlung unmöglich erscheint.

Wenn Sie es aber dennoch versuchen wollen, bewerben Sie sich direkt in den Hotels, vielleicht hat ja jemand Mitleid und gibt Ihnen eine Chance."
hätte man schreiben können

"Genau wie in Deutschland herrscht leider auch in der Schweiz ein Unterangebot an Stellen für Arbeitsuchende über 50 Jahren.

Wir sehen uns als ein seriöses Vermittlungsunternehmen, daher wäre es unfair, Ihnen unnötig Hoffnung zu machen, indem wir Sie aufnehmen, ohne auf diesen Tatbestand hinzuweisen.

Aufgrund Ihrer Anfrage aus dem Ausland sehe ich aber, daß Sie ernsthaft an einer Tätigkeit interessiert sind. Haben Sie es schon direkt bei Hotels versucht? Vielleicht haben Sie ja doch Glück und es gibt noch Hoteliers und Restaurantbetreiber, die lieber auf Arbeitnehmer mit hinreichend Berufs- und/oder Lebenserfahrung zurückgreifen."

Wollen wir nicht hoffen, daß er mal mit Jemandem telefoniert, der psychisch labil ist...

Leute gibt's...


__

Liebe Grüße, theota - Rechtsberatung machen Andere; ich gebe nur meine Erfahrungen und meine Meinung zu bedenken - "...denn nur, wer noch Chaos in sich trägt, kann einen tanzenden Stern gebären..." (frei nach F.Nietzsche) - Dekadent ist, ...
... wenn man meint, in einer Welt der Globalisierung auf deutschem Boden nur deutsch sprechen zu müssen... (frei nach theota)

theota ist offline  
Alt 20.09.2007, 12:53   #4
Syndrom->Emailproblem
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Syndrom
Unglücklich Kein Trost in Sicht...

Hallo Seehase,

obwohl ich wesentlich jünger bin, mache ich täglich die gleichen Erfahrungen.

Seit Mai 2003, bin ich aus betrieblichen Gründen (Insolvenz) im zarten Alter von 43 Jahren gekündigt worden. Seit dem bin ich intensiv auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz.

Nach etwa einem Jahr habe ich bei einer Maßnahme des AA teilnehmen dürfen, die Bewerbercoaching und Durchsicht/Kritik meiner Bewerbungsunterlagen beinhaltete. Urteil des Coaches: "Alles perfekt, ich wüsste nicht, was man besser machen könnte." Meine Arbeitszeugnisse liegen durchweg zwischen "Note" 1 und 2. Alle meine Bekannten und Freunde ("Freunde" sind Leute, die einem auch die Wahrheit sagen) sind der Meinung, dass ich ein umfassendes Allgemeinwissen und überdurchschnittliche Fähigkeiten besitze - abgeschwächt ausgedrückt.

Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass man als Grafiker im Printbereich wieder in einer Branche Fuß fassen muss, in der einen gewaltigen Götzen gehuldigt wird:

Der Jugendwahn!

Wenn man dort älter als 30-35 ist, hat man mittlerweile 0 Chancen, einen Job zu bekommen.
Ich habe vor 2 Jahren bei etwa 700 Bewerbungen aufgehört zu zählen.
Das bedeutet aber nicht, dass ich aufhöre, mich zu bewerben.

Wenn man dann hört, dass einerseits händeringend Fachkräfte gesucht werden, ja aus dem Ausland extra herangeschafft werden sollen, weil man hier angeblich keine findet und andererseits in jeder zweiten Absage die Begründung "überqualifiziert" liest, wir man nicht traurig.
Nein, man bekommt einfach nur eine Sauwut auf dieses eigenartige System.
__

-------------------------------------------------------------------------------
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Müssen aber nicht...

© Syndrom

"Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht."
Berthold Brecht

"Armut ist die grausamste Form der Gewalt."
Mahatma Gandhi

"Winkt das Geld der Lobbyisten, sind Politiker Statisten"
(Auf einem Plakat gegen die 3. Startbahn des Flughafen FJS)
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Alt 20.09.2007, 13:05   #5
Wölfin
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Zitat von Syndrom Beitrag anzeigen
Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass man als Grafiker im Printbereich wieder in einer Branche Fuß fassen muss, in der einen gewaltigen Götzen gehuldigt wird:

Der Jugendwahn!

Wenn man dort älter als 30-35 ist, hat man mittlerweile 0 Chancen, einen Job zu bekommen.
Ist nicht nur in Deiner Branche so. Im gesamten Büro-Bereich und im Handwerk ist das ebenso. Ab 35 bist Du weg vom Fenster.

Ich hab Glück und arbeite in einem Bereich, wo Erfahrung noch etwas zählt. Ich hatte mit meinen 44 aber auch schon Schwierigkeiten, wieder reinzukommen, habe nach meiner Einstellung herausgefunden, dass man lieber eine 35jährige Mitbewerberin eingestellt hätte, weil die sich mehr bieten lassen und die noch unverbrauchter sind und sie so mehr schuften können. Wenn nicht einige der Mitarbeiter mich unbedingt "gewollt" hätten und sich nicht hätten durchsetzen können, wär ich von den Entscheidungsträgern her nicht genommen worden. Reines Glück also.
 
Alt 20.09.2007, 15:07   #6
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ofra
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ich bin jetzt 36 und mache die gleichen erfahrungen.
anscheinend ist die grenze tatsächlich bei 30.
wird es dann bald zwangsverrentung für 35jährige geben??
ich hol schon mal mein strickzeug raus ....

ich hab schon seit längerem den verdacht, dass es nicht an meinen qualifikationen liegt.
es zählt nur der jahrgang! das ist echt pervers!

zitat einer aktuellen absage:
"bitte bewerten sie diese absage jedoch nicht als nachteilige beurteilung ihrer person oder ihres könnens. wir sind vielmehr sicher, dass sie mit ihrer qualifikation und einsatzbereitschaft schnell einen angemessenen arbeitsplatz finden werden."

inhaltsanalyse:
1. zum glück werde ich als person nicht nachteilig beurteilt. das find ich schon mal sehr nett.
2. mein können scheint offensichtlich auch nicht nachteilig zu sein.
3. an meiner qualifikation wird ebenso nicht gezweifelt.
4. meine einsatzbereitschaft wird gewürdigt.
5. die firma hat lediglich keinen "angemessenen" arbeitsplatz für mich. das heisst: die wollen nicht so viel für mich bezahlen, wie mir zustehen würde. damit stellt sich diese firma indirekt selbst ein armutszeugnis aus. sie geben zu, dass sie nur billig-jobs anbieten.

yeah!!!
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Ich hätt gern Tee statt Kaffee
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Alt 20.09.2007, 17:57   #7
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ofra
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tja, dann kann ich mich eigentlich erschießen. bin jetzt mehr als 3 jahre arbeitslos und offensichtlich zu alt.
dann kann ich schon die jalousien runter lassen ...
oder mir in reihe 26 am örtlichen friedhof ein grab schaufeln ...

wenn man da nie mehr raus kommt, wie überbrücken wir die nächsten 30 jahre bis zur rente????
da bliebe nur eine lösung: nochmal versuchen, sich selbstständig zu machen. currywurst verkaufen oder so... das war eigentlich nicht mein karriere-ziel ...

mittlerweile freunde ich mich langsam mit dem gedanken an, ein leben ohne arbeit zu führen. langeweile hab ich nicht. hab meine hobbys und meine ehrenamtlichen tätigkeiten. der einzige haken ist das mangelnde geld. mit einem vernünftigen grundeinkommen würde ich meine situation, so wie sie jetzt ist, auch akzeptieren.
__

Ich hätt gern Tee statt Kaffee
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Alt 20.09.2007, 21:05   #8
Rounddancer
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Standard Und als Lehrer?

Zitat von Seehase Beitrag anzeigen
und habe mich bundesweit und in unsere benachbarten Länder Österreich und Schweiz im Hotel- und Gastronomiebereich beworben.
Hm, hast Du schon mal geguckt, ob Du irgendwo im Gastro-Bereich als Lehrer unterkommen kannst?

Ich geh ja zur Zeit in die Schule, und zu der gehört ein Hotel,- samt Hotel-, Restaurant-, und Systemgastronomie-Fachschule.
Und da gibt es z.B. einen älteren Herrn, so um 60 herum, der hat mir erzählt, daß er bevor er den Arbeitsplatz hier bekam, 30 oder 35 Jahre gekellnert habe.
Und jetzt? Jetzt ist er in der Gastronomieschule Lehrer, und er ist im Restaurantbetrieb des Hotels im Wechsel mit einer Kollegin dort in der Mittagszeit Oberkellner, er guckt, daß alles klappt, das andere Bedienungspersonal sind Auszubildende der Hotelfachschule, die so ihre Praxis machen. Leitet die jungen Leute an, korrigiert, wenn nötig. Für diese Arbeit kommt er jeden Tag von Ulm hier her nach Stuttgart,- und er ist sehr zufrieden.

Leider hast Du nicht geschrieben, ob Du Koch, Kellner oder sonstwas bist im Gastrobereich (was gibt's da noch?).
Für nen Koch würde es sich z.B. anbieten, Hauskoch zu werden,- d.h. für Menschen bei denen daheim gegen Bezahlung zu kochen, gut zu kochen,- entweder alle Zutaten mitzubringen, oder die Auftraggeber zum Einkaufen zu schicken,- oder mit dem zu kochen, was vor Ort da ist...

Und als Kellner. Warum nicht, z.B. zusammen mit einem Koch oder Metzger einen Partyservice anbieten?
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Alt 20.09.2007, 21:16   #9
Rounddancer
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Standard

Zitat von Syndrom Beitrag anzeigen
Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass man als Grafiker im Printbereich wieder in einer Branche Fuß fassen muss, in der einen gewaltigen Götzen gehuldigt wird:
Hm, Wie wäre es, wenn Du Dich mit nem Autor z.B. von Kinderbüchern zusammentätest, und Ihr zusammen ganz tolle Kinderbücher machtet? Du die Zeichnungen, er den Text?

Wenn ich von Deiner Not schon vor drei, vier Wochen gewußt hätte, dann hätte ich Dir vielleicht eine Aufgabe gehabt, die sich schnell zum richtigen Arbeitsplatz auszubauen gewesen wäre,- denn wir brauchten da jemand, der verschiedene Logos entwirft, sich um Layouts von Druckschriften und Werbematerialien kümmerte, - und der wäre natürlich auch von uns und denen von uns, die als Unternehmensberater draußen beim Kunden sind, mitempfohlen worden...
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Alt 20.09.2007, 21:28   #10
druide65
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druide65 druide65 druide65 druide65 druide65
Standard

Zitat:
Wenn ich von Deiner Not schon vor drei, vier Wochen gewußt hätte, dann hätte ich Dir vielleicht eine Aufgabe gehabt, die sich schnell zum richtigen Arbeitsplatz auszubauen gewesen wäre,- denn wir brauchten da jemand, der verschiedene Logos entwirft, sich um Layouts von Druckschriften und Werbematerialien kümmerte, - und der wäre natürlich auch von uns und denen von uns, die als Unternehmensberater draußen beim Kunden sind, mitempfohlen worden...
Vielleicht sollte man solche "Vitamin B" hier im Forum veröffentlichen?

So als Vorschlag....vielleicht bringts ja was für den einen oder anderen.
Man weiss ja nie...
__

Der Sozialismus muß eine Sache der Menschheit sein und darf nicht zur Sache einer Klasse herabgewürdigt werden.
druide65 ist offline  
Alt 20.09.2007, 22:11   #11
Debra
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Debra
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Möglicherweise war das ein konservativer Schweizer, der nicht möchte, dass sein Land von Deutschen überlaufen wird. Ich denke aber, wäre das ein seriöser Vermittler, dann hätte er sich so ausgedrückt, wie Theota es vorgeschlagen hat.
Ich würd den Mut nicht aufgeben und mich weiter bewerben.

In meinem Fall war sogar höchstwahrscheinlich das Alter (über 40) ausschlaggebend, dass ich die Stelle bekam. Die Stelleninhaberin nämlich ist im Mutterschaftsurlaub und kurze Zeit später wurde ihre Vertreterin ebenfalls schwanger. Daher wollte man wohl auf Nr. Sicher gehen, dass es nicht womöglich noch ein drittes Mal passiert.
Debra ist offline  
Alt 21.09.2007, 06:38   #12
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ofra
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aha.ab 40 haben wir wieder mehr chancen, da "schwangerschafts-resistent".
die eisernen ladys kommen!
__

Ich hätt gern Tee statt Kaffee
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Alt 21.09.2007, 08:35   #13
Seehase
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Seehase
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@ Rounddancer
Bei mir ist es nicht die berufliche Qualifikation, die mich nicht wieder in den Arbeitsmarkt reinkommen läßt.

Als gelernter Koch, qualifiziert zum Küchenmeister IHK, Hotelkaufmann mit Abschluß IHK, Ausbildereignungsnachweis, Berufserfahrung in Restaurantküche, Großküche Klinikbereich, Diätküche, Budgetsicher, Serviceerfahrung, Abrechnunswesen, Betriebsleitererfahrung im Restaurant mit Personalführung, F & B, PR-Erfahrung, alles nachweislich mit Dokumenten belegbar, sind eigentlich gefragte Berufsmerkmale am Markt wenn man nicht älter als 25 Jahre ist und mit einem Lohn von 1500 - 1700 € brutto auskommt.

Auch Tätigkeiten in einem Lehramt wurden mir für 1600 € von einem privaten Träger angeboten. Dieses Angebot liegt aber unterhalb eines Tariflohnes und ist für mich unseriös.

Sicherlich kann ich Stellen bekommen bei denen ich mich mit meinen Kenntnissen voll einbringen kann. Diese Stellen sind auch schön ausgeschrieben mit Küchenleiter einer Seniorenresidenz. Bei hinterfragen nach einzelheiten der ausgeschriebenen Stelle kommt dann raus man ist in einem Altenheim Alleinkoch, zuständig für Einkauf, Zubereitung der Speisen mit Budgetvorgaben von 4,50 € pro Person/Tag, Abwasch, Einhaltung von HygieneStandards, Nährwehrteinhaltung usw.
Die ausgewiesene Arbeitszeit würde gelegentlich und nur minimal überschritten und wenn, dann auch nur wenn die zweite Person aus irgendwelchen Gründen abwesen sei.

Bei solchen Formulierungen in der Stellenbeschreibung werde ich sofort Mißtrauisch, weil ich aus meiner Berufserfahrung weiß, wie man etwas umschreibt.
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Alt 21.09.2007, 09:27   #14
Kerstin_K
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Zitat von ofra Beitrag anzeigen
ich bin jetzt 36 und mache die gleichen erfahrungen.
anscheinend ist die grenze tatsächlich bei 30.
wird es dann bald zwangsverrentung für 35jährige geben??
ich hol schon mal mein strickzeug raus ....

ich hab schon seit längerem den verdacht, dass es nicht an meinen qualifikationen liegt.
es zählt nur der jahrgang! das ist echt pervers!

zitat einer aktuellen absage:
"bitte bewerten sie diese absage jedoch nicht als nachteilige beurteilung ihrer person oder ihres könnens. wir sind vielmehr sicher, dass sie mit ihrer qualifikation und einsatzbereitschaft schnell einen angemessenen arbeitsplatz finden werden."

inhaltsanalyse:
1. zum glück werde ich als person nicht nachteilig beurteilt. das find ich schon mal sehr nett.
2. mein können scheint offensichtlich auch nicht nachteilig zu sein.
3. an meiner qualifikation wird ebenso nicht gezweifelt.
4. meine einsatzbereitschaft wird gewürdigt.
5. die firma hat lediglich keinen "angemessenen" arbeitsplatz für mich. das heisst: die wollen nicht so viel für mich bezahlen, wie mir zustehen würde. damit stellt sich diese firma indirekt selbst ein armutszeugnis aus. sie geben zu, dass sie nur billig-jobs anbieten.

yeah!!!
Da würde ich gar nichts hineininterpretieren, das ist eine stinknormale Standardabsage. Ich kenne Vile Betriebe, da ist der Text für die Absagen etwas in dieser Art genau vorgegeben, weil man Angst hat wegen des AGG.
__

Viele Grüße aus Hannover
Kerstin_K ist gerade online  
Alt 21.09.2007, 11:53   #15
Seehase
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Seehase
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Hallo Neverjob66,

deinen Standpunkt kann man wenn man möcht vertreten, doch aber genau da liegt aber doch auch der Knackpunkt.

Tariflöhne sind nunmal als Richtungsweisend ausgehandelt und sind nicht zu unterbieten. Diese zu Unterbieten ist in meinen Augen unseriös.
Trotzdem müssen einige Kollegen aus der Not heraus solche Jobangebote annehmen und untergaben den Markt. (Hierfür habe ich Verständnis, auch wenn es mir schwerfällt, aber die Familie muß wenigstens was zu essen haben)

Zu den 1 € Stellen habe ich meine persönliche Einstellung. Sie hilft kaum demjenigem der so eine Stelle annimmt und die Hoffnung hat so wieder in den 1. Arbeitsmarkt ein zu rücken.

Sie hilft hauptsächlich demjenigen, der diese Stellen anbietet und mit Leuten besetzt, die sich ins Zeug legen um eine Festanstellung zu bekommen.
Diese Einstellung bestätigt sich um so mehr, da ich Einblick in die hiesige Personalpolitik unserer Kommunalverwaltung habe.
Im Friedhofs/Gärtnereibereich/Städt. Grünanlagen u. Kurpark, sind sämtliche Saisonstellen gestrichen worden und mit 1 € Jobbern besetzt worden. Eine mögl. Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis ist haushaltstechnisch nicht möglich. Ein teil dieser Leute hoffen aber weiter und engagieren sich z. T. über das geforderte Maß hinaus um doch noch positiv aufzufallen. Dieses Engagement ehrt diese Leute, denn sie hoffen dadurch von der ARGE weg zu kommen und wieder auf eigenen Füßen zu stehen.

Das Perverse daran ist aber das die Kommune diese Einstellung mit in ihr Kalkühl einbezieht und so ihre Personalpolitik aufbaut. Hier ist nicht mehr die Rede davon das
  • 1 € Jobber nur als zusätzliche Leistungserbringer eingesetzt werden,
  • keine bisherigen Arbeitsstellen dadurch wegfallen dürfen
  • dem sozielam Zweck dienen soll
  • usw. usw.
Ich möchte hier möglicherweise nicht falsch verstanden werden. Ich gönne jedem Jobber das Geld welches er dadurch zusätzlich bekommen kann, denn geschenkt wird ihm dieses ja auch nicht.
Seehase ist offline  
Alt 21.09.2007, 13:19   #16
Anselm Querolant
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Zitat von druide65 Beitrag anzeigen
Interessant finde ich in dem Zusammenhang immer das von Fachkräftemangel gesprochen wird ...
Hast du die dahingehende aktuelle Berichterstattung nicht verfolgt?
Inzwischen hat sich in diese Berichterstattung dahingehend ganz unverholen das Wort "jung" eingeschlichen. Ein wirklicher Fachkräftemangel besteht nicht.

Das wirkliche Problem ist einerseits der Kommerz, der Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert und andererseits willfährige Politiker in Verbindung mit diese "Flötenspieler" stützenden Bürgern.

Das Problem ist länger bekannt und wurde entsprechend vorbereitet.
http://www.focus.de/jobs/branchen/fa...aid_64623.html

Zitat:
Zwar räumte Schreyer ein, „dass sich der Arbeitsmarkt in einigen Teilbereichen etwas verengt“. So gebe es eine verstärkte Nachfrage der Wirtschaft nach Maschinenbau- und Elektrotechnik-Ingenieuren. Dem stünden aber noch genügend Fachkräfte gegenüber. Viele der arbeitslosen Ingenieure seien allerdings schon älter. „Die Unternehmen wollen junge, erfahrene und dynamische Kräfte“, berichtet sie. Diesem Bild entsprächen naturgemäß Ingenieure von 50 Jahren und älter nicht.
Insbesondere Ü35-Jährige ELOs belegt man mit HARTZ IV und später mit Zwangsverrentung als Strafe für Erwerbslosigkeit, Unternehmen werden jedoch im Gegenzug nicht dazu gezwungen, diese dann aber auch einzustellen. Das ist Schikane per Gesetz! Für die aller meisten von uns der Weg ohne Wiederkehr!

Dass es letztlich nur um Lohnsenkungen und somit Margen- und/oder Renditesteigerungen beim Kommerz geht zeigt dieser Bericht sehr deutlich.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/90821/from/rss09

Zitat:
"Ausländische Fachkräfte sollen unter anderem schneller ein Aufenthaltsrecht bekommen können. Dazu sollen etwa die Einkommensgrenzen unter die 85.500 Euro pro Jahr gesenkt werden, die ein Ausländer derzeit verdienen muss, um in Deutschland bleiben zu dürfen. Und ausländische Uni-Absolventen sollen leichter ein Aufenthaltsrecht bekommen können. Auch der Bitkom hatte in seiner Prognose für das Jahr 2007 eine erleichterte Zuwanderung für ausländische Spezialisten gefordert: "In der gesteuerten und gezielten Zuwanderung von jungen, gut qualifizierten Spezialisten liegt heute – sieben Jahre nach der Green Card – ein unverzichtbarer Ansatz, das Fachkräfteproblem zu lindern", meinte Bitkom-Präsident Willi Berchtold bereits im April."
Übrigens für die notorischen Falschversteher, sinken die Einkommensgrenzen, sinken logischerweise auch alle Einkommen und die darunter. Oben wird das nur geschickt umschleiert.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,502885,00.html
Frage dazu:
Warum erwirtschaftet die BA dann Milliarden Überschüsse, anstatt mit den "Überschüssen aus- und fortzubilden und dem "Fachkräftemangel" so entgegen zu wirken!?

Gruß, Anselm
 
Alt 21.09.2007, 13:26   #17
druide65
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druide65 druide65 druide65 druide65 druide65
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Zitat:
„Die Unternehmen wollen junge, erfahrene und dynamische Kräfte“,
Ist ja ein Widerspruch an sich....die eierlegende Wollmilchsau
__

Der Sozialismus muß eine Sache der Menschheit sein und darf nicht zur Sache einer Klasse herabgewürdigt werden.
druide65 ist offline  
Alt 21.09.2007, 14:19   #18
Anselm Querolant
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Zitat von druide65 Beitrag anzeigen
Ist ja ein Widerspruch an sich....die eierlegende Wollmilchsau
Stimmt. Ein anderer Widerspruch wird selbst intelligenten Eliten nicht bewusst, das sieht man an der fehlenden öffentlichen Diskussion dazu.

"Wenn eine Maschine unrentabel ist oder modernere, effizientere Maschinen
zu haben sind, werden diese ausgetauscht - was auch begrüßenswert ist.
Mit Menschen hingegen geht man inzwischen genauso selbstverständlich ans austauschen und ans "abwracken", obwohl dies in seiner inzwischen erreichten extremen Form und Selbstverständlichkeit, gegen das Grundgesetz (Art. 1/1 - Art 14/2) und die Menschenrechte ( http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte#Deutschland - http://de.wikisource.org/wiki/Allgem...hte#Artikel_22. ) bis 30.) verstößt.

In keiner Diskussion, keinem Organ der Medien wurde das überall verteidigte Globalisierungs- und vor allem Gewinnstreben bisher unter den oben genannten Gesichtspunkten beleuchtet.

Verbandssprechenr dürfen gabz offen mit "Abwanderung" drohen um sich ihren gesellschaftlichen und sozialen Pflichten zu entziehen, die sich aus den oben genannten zwangsläufig für jeden ergeben.
Steht der Kommerz über allen Gesetzen?

Gruß, Anselm
 
Alt 21.09.2007, 14:31   #19
druide65
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Zitat:
Steht der Kommerz über allen Gesetzen?
Könnte man annehmen...

Siehe auch
__

Der Sozialismus muß eine Sache der Menschheit sein und darf nicht zur Sache einer Klasse herabgewürdigt werden.
druide65 ist offline  
Alt 21.09.2007, 20:26   #20
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Zitat von Neverjob_66 Beitrag anzeigen
Der 1-Euro Job ebnet keine Möglichkeit zum 1.Arbeitmarkt, aber er hilft mir zu überleben. Er ist quasi das letzte bißchen Gnadenbrot und Menschenwürde was man einem Arbeitslosen noch läßt. Zumahl die Tätigkeit von meinem eigentlichen Beruf nicht völlig entfremdet ist und ich damit gut klar komme.
Sorry, das versteh ich nicht. Wie kann Dir ein Ein-Euro-Job Menschenwürde geben, zumal es von Deinem eigentlichen Beruf nicht völlig entfremdet ist?

Also ich war STINKSAUER, dass ich in meinem Beruf einem Freiberufler via Praktikum als Gratis-Sekretärin zur Verfügung stehen musste! Mit vagen Versprechungen, dass evtl. eine TZ-Anstellung drin sei, (nachdem er in eine der besten Kanzleien gewechselt ist, also auf einem speziellen Gebiet sind die No.1 !!! ) Normalerweise wird so eine Tätigkeit, die ich dort ausgeführt habe, HOCH bezahlt. Lieber wäre es ihm allerdings gewesen, wenn ich in meinem Alter noch eine 3. Ausbildung zur RA-Gehilfin angefangen hätte (sog. "kl. Ausbildung", von der ARGE/Steuerzahler finanziert), damit er weiter eine bereits berufserfahrene GRATIS-Sekretärin hat!
Die ganze Zeit kam ich mir herabgewürdigt und ausgenutzt vor. Die ganze Zeit hätte ich mir einen richtigen Job suchen können, der auch entsprechend bezahlt wird! Die ganze Zeit hat ein Träger für mich die Träger-Pauschale kassiert (und wollten mir auch noch das Hamburger Modell aufschwatzen!). Das gehört verboten! Der Kerl verdient sich mindestens dumm&dusselig, und dann will er noch nichtmals eine TZ-Kraft bezahlen, weil das Gesetz es mal gerade so erlaubt?!

Zitat von Neverjob_66 Beitrag anzeigen
Die ganze Gesellschaft wird mittlerweile im Lohnniveau "mit dem Argument der globalen Wettbewerbsfähigkeit" erpresst und man darf eben als letztes Glied in der Kette auch noch darrüber froh sein für 1-Euro arbeiten zu dürfen.
Und zwingt Dich irgendjemand auf diese Schwätzer zu hören?!

Zitat von Neverjob_66 Beitrag anzeigen
Sowas hat nicht jeder, ich würde es sogar als einen gewissen Luxus umschreiben. Es ist echt derbe, aber es ist so.
Und das man nicht die Kraft hat, sich mit dem SGB 2 anzulegen um einen politischen Einzelsieg zu erringen, finde normal, es geht nur noch um Überleben und Gesundheit. Arbeitslosigkeit führt vor allem ins seelische Sichtum, Du weist garnicht wie resigniert Du bist, Du weist garnicht wie stark und groß so eine Depression anwachsen kann, obwohl Du eigentlich meinst Du seist ok.
Doch, das weiß ich! Aber den Gnadenschuss obendrein möchte man sich nur dann geben, wenn man obendrein noch von der ARGE schikaniert, mit Ausreiseverbot belegt und von solchen Schweinen versklavt werden darf, die sich grinsend auch noch das Geld von meiner Arbeitslosenversicherung in ihre Taschen stecken! Dank Hartz!
Debra ist offline  
Alt 21.09.2007, 23:49   #21
ethos07
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Die Einschätzung von Anselm, Druide, Debra, dass mit HIV einer rabiaten "jung-dynamischen" Gewinnmaximierung, um fast jeden sozialen Preis, zum Durchbruch verholfen wird, teile ich.

Ich möchte aber nochmals auf die lebenspraktischen Entscheidungen zurückkommen, die m.E. (nicht nur) für Seehase daraus folgen:

Zitat von Seehase Beitrag anzeigen
Hallo Neverjob66 Tariflöhne sind nunmal als Richtungsweisend ausgehandelt und sind nicht zu unterbieten. Diese zu Unterbieten ist in meinen Augen unseriös. ...
Seehase, Du hast theoretisch vollkommen recht. Nur sehe ich nicht, wie dich dieses Verständnis lebenspraktisch jetzt einer Lösung näherbringt.

[Es sei denn, du möchtest und könntest jetzt im fortgeschrittenen Berufsalter noch unmittelbar Gewerkschaftsfunktionär oder Berufsrevolutionär werden . - Klar, ich finde gut, wenn du z.B. über deine Gewerkschaft diese Forderungen auch weiter vertrittst. Aber:]

Da du nun jedoch erwerbslos bist, empfehle ich dir eher, die Erfahrungen anderer älterer Erwerbsloser , die dir vorangegangen sind, ganz pragmatisch, praktisch und mutig deinen weiteren Schritten zugrunde zu legen:

- die soziale Fallhöhe , schon während des ALG-I-Bezug ins Auge fassen, innerlich akzeptieren (was nicht heisst resignativ depressiv werden!) und diese Fallhöhe so gut es geht frühzeitig abzumildern beginnen:

>Umschichtung des ev. vorhandenen Vermögens in ALG-II-sichere Reserven,

> Aufbau eines sinnvollen NebenTätigkeit neben der Erwerbslosigkeit

> damit auch eine eigene langfristige Struktur für den Alltag finden

> maßvolles Zurückschrauben des Lebensstandards

> psychische Stärkung, indem man sich ganz bewusst jeden Tag wiederholt, dass man nicht selbst die Schuld hat und die soziale Lage nicht ein persönliches Versagen ist

>sich nicht "wie verrückt " auf den - real ja weitgehend gar nicht mehr existenten - 1. Arbeitsmarkt fixieren. Stattdessen mit Teilen der verfügbaren Zeit an eigenen "kleineren" Lebenszielen konsequent arbeiten.

> falls du einen kooperativen Arbeitsvermittler hast, mit ihm ev.die 50plus Angebote checken

Ich meine, der Schweizer hat die aktuellen Vermittlungschancen auf dem 1. Arbeitsmarkt einfach ungezuckert mitgeteilt. Auch wenn diese knallharte Präsentation für einen Erwerbslosen hart ist, finde ich, gebührt dem Schweizer dafür Lob statt Tadel. Denn meistens wird einem stattdessen Sand in die Augen gestreut.

Um es noch einmal mit einem Bild zu sagen: in einem aufkommenden Sturm bringt es meistens, ausser zusätzlicher Gefahr, nix, wenn man noch unbedingt das ursprüngliche Ziel erreichen will . Hilfreicher ist, sich nach einer näher gelegenen Scheune umzusehen.

Und falls man den Sturm durch Zusammenschluss mit anderen besser trotzen u. vielleicht sogar irgendwann in eine menschenfreundlichere neue Arbeitsteilung ändern kann: DAS wäre doch super ::!

Gruß!
ethos07
ethos07 ist offline  
Alt 22.09.2007, 05:18   #22
Rounddancer
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Zitat von Seehase Beitrag anzeigen
und mit einem Lohn von 1500 - 1700 € brutto auskommt.
nun, wobei zu sagen ist, daß man im Gastrobereich in der Regel da auch noch Kost, und gerade in Fällen, wo man eh lange da sein muß (und als Koch, aber auch im Service mußt Du lange da sein (wenn auch mit langen Pausen, bzw. "Standby-Zeiten" zwischendrin)) auch noch Logis, und zum Teil Trinkgeld dazu bekommt. Deswegen sind da viele froh, in einer Kantine unterzukommen, wo man in der Regel nur von morgens um Sieben bis nach dem Aufräumen am Nachmittag da sein muß,- und Samstag und Sonntag frei hat, statt nur den Ruhetag, und auch noch bis 22.00 Uhr Abendessendienst zu haben.

Zitat:
Auch Tätigkeiten in einem Lehramt wurden mir für 1600 € von einem privaten Träger angeboten. Dieses Angebot liegt aber unterhalb eines Tariflohnes und ist für mich unseriös.
Aber im Lehramt, wo viele eh freiberuflich arbeiten, gibt es viel Ferien, man hat praktisch alle Wochenenden und die ganzen Feiertage frei, kann zusätzlich noch Nachhilfestunden oder Volkshochschulkurse geben, kann nebenher Bücher schreiben, etc.

Sag mal, wenn ich das so lese, Dir kann man doch im Hotel-, und Gastrobereich kein X für ein U vormachen, wie wäre es, wenn Du mal guckst, ob nicht beim Hotel- und Gaststättenverband ein netter Vollzeitjob für Dich vakant ist, oder bei der IHK,- auch die zahlen sehr gut bei guten Arbeitsbedingungen.
Oder, wie wäre es, wenn Du Dich -mit dem Schwerpunkt Hotel- und Gastronomie- als Unternehmensberater selbstständig machtest (oder mit anderen zusammentätest)?
Unternehmensberater verkaufen im Monat bis zu 20 Tage (á 8-9 Stunden) mit je 320 bis 800 Euro (Spezialisten bis 1500 EUR),- klar, Du brauchst dafür ein Netzwerk, das Dich empfiehlt und weiterempfiehlt, am Anfang reicht ein Telefon, ein Fax, eine Emailadresse, eine Homepage, eine Schachtel Visitenkarten, offene Augen und -Ohren, ein, zwei Business-Outfits und der Computer zuhause. Dann heißt es Kunden finden, Referenzen sammeln, etc.
Und nicht verkaufte Tage nutzst Du zur eigenen Weiterbildung, für das administrative Kram, für Neukundenakquise, oder gibst Volkshochschul- oder Businesskurse,- und verteilst auch da Deine Visitenkärtchen... Du kannst Dich auch z.B. beim lokalen Fernsehsender für Ratgebersendungen und Fachstatements anbieten,- das bringt etwas Geld, aber viel Bekanntheitsgrad.


Zitat:
Sicherlich kann ich Stellen bekommen bei denen ich mich mit meinen Kenntnissen voll einbringen kann. Diese Stellen sind auch schön ausgeschrieben mit Küchenleiter einer Seniorenresidenz. Bei hinterfragen nach einzelheiten der ausgeschriebenen Stelle kommt dann raus man ist in einem Altenheim Alleinkoch, zuständig für Einkauf, Zubereitung der Speisen mit Budgetvorgaben von 4,50 € pro Person/Tag, Abwasch, Einhaltung von HygieneStandards, Nährwehrteinhaltung usw.
Wenn ich sehe, daß der Küchenchef in einer Knastküche mit 2,50-3 Euro Budget pro Mann und Tag auskommen (und auch da Sondersachen wie Muslime, Vegetarierer, Diabetiker beachten muß), ist das als Budget eine ganze Menge.
Und auch hier (in der Seniorenresidenz) haste Kost und Logis in der Regel dabei, brauchst vielleicht, wenn Du da in Rente gehst, nicht mal umziehen...
Aber, ich gebe zu, da wärst Du völlig überqualifiziert.
Aber warum nicht Chef der ganzen Seniorenresidenz werden?
Das ist wie ein Hotelchef,- nur daß Dir Deine Kunden nicht jeden Tag wechseln ...

Aber Unternehmensberater wäre doch was,- wenn ich mich so umgucke in Hotel und Gastronomie, dann sehe ich nicht erst seit ich mich mit Qualitätsmanagement befasse, daß da etliche Betriebe viel Beratung bräuchten, und mehr Umsatz und Rendite machen könnten, wenn sie ordentlich beraten würden...

Da könnte auch für Dich was sein.
Ach ja, geh doch auch in Netzwerke rein, wie zum Beispiel in http://www.xing.com, das kostet nix bis nicht viel,- stell da Dein Profil rein, beteilige Dich etwas an Foren, klick Dich in die Seiten all der Headhunters dort ein, und der Neulinge sowieso,- denn die sehen, wer ihr Profil besuchte, gucken dann bei Dir rein,- und so wurden schon etliche gut bezahlte Positionen besetzt...

Viel Erfolg!
Rounddancer ist offline  
Alt 22.09.2007, 06:57   #23
ofra->Emailproblem
Emailadresse berichtigen!
 
Registriert seit: 18.07.2006
Beiträge: 1.924
ofra
Böse

"Also ich war STINKSAUER, dass ich in meinem Beruf einem Freiberufler via Praktikum als Gratis-Sekretärin zur Verfügung stehen musste! Mit vagen Versprechungen, dass evtl. eine TZ-Anstellung drin sei, (nachdem er in eine der besten Kanzleien gewechselt ist, also auf einem speziellen Gebiet sind die No.1 !!! ) Normalerweise wird so eine Tätigkeit, die ich dort ausgeführt habe, HOCH bezahlt. Lieber wäre es ihm allerdings gewesen, wenn ich in meinem Alter noch eine 3. Ausbildung zur RA-Gehilfin angefangen hätte (sog. "kl. Ausbildung", von der ARGE/Steuerzahler finanziert), damit er weiter eine bereits berufserfahrene GRATIS-Sekretärin hat!
Die ganze Zeit kam ich mir herabgewürdigt und ausgenutzt vor. Die ganze Zeit hätte ich mir einen richtigen Job suchen können, der auch entsprechend bezahlt wird! Die ganze Zeit hat ein Träger für mich die Träger-Pauschale kassiert (und wollten mir auch noch das Hamburger Modell aufschwatzen!). Das gehört verboten! Der Kerl verdient sich mindestens dumm&dusselig, und dann will er noch nichtmals eine TZ-Kraft bezahlen, weil das Gesetz es mal gerade so erlaubt?!"

zum thema ausnutzen:
das kenne ich auch nur zu gut. ich war 15 jahre berufstätig, in verschiedenen bereichen. und immer, wenn ich eine neue stelle antrat, wurde ich als ungelernte kraft oder anfänger eingestuft. obwohl dem nicht so ist.
das bedeutet: 15 jahre lang immer bei null anfangen. es ist entwürdigend!
meine qualifikationen und berufserfahrung hat niemanden interessiert.
es kam immer das argument: da sie ja anfänger sind, können wir ihnen leider nicht mehr zahlen ....
__

Ich hätt gern Tee statt Kaffee
ofra ist offline  
Alt 22.09.2007, 12:12   #24
Seehase
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Seehase
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Zitat von Rounddancer Beitrag anzeigen
nun, wobei zu sagen ist, daß man im Gastrobereich in der Regel da auch noch Kost, und gerade in Fällen, wo man eh lange da sein muß (und als Koch, aber auch im Service mußt Du lange da sein (wenn auch mit langen Pausen, bzw. "Standby-Zeiten" zwischendrin)) auch noch Logis, und zum Teil Trinkgeld dazu bekommt. Deswegen sind da viele froh, in einer Kantine unterzukommen, wo man in der Regel nur von morgens um Sieben bis nach dem Aufräumen am Nachmittag da sein muß,- und Samstag und Sonntag frei hat, statt nur den Ruhetag, und auch noch bis 22.00 Uhr Abendessendienst zu haben.


Aber im Lehramt, wo viele eh freiberuflich arbeiten, gibt es viel Ferien, man hat praktisch alle Wochenenden und die ganzen Feiertage frei, kann zusätzlich noch Nachhilfestunden oder Volkshochschulkurse geben, kann nebenher Bücher schreiben, etc.
Hallo Rounddancer,
mit diesen Sätzen versuchst du ja wirklich alles um mir Hoffnungen zu machen.
Selbstverständlich kenn ich die Möglichkeiten mit Kost und Logis. Dieses habe ich in meinen Lehren und den Commisjahren auch genutzt. Das war so vor ca. 35 - 40 Jahren und wenn ich daran zurückdenke war es eine tolle Zeit.
Heute aber bin ich 56, habe eine Familie mit eigenem Hausstand und möchte nicht mehr möbliert beim Arbeitgeber in einer Dachkammer schlafen, weil meine Anwesenheitszeiten in der Küche möglicherweise von 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr und von 17:30 Uhr bis 23:00 Uhr sind. Diese Erfahrungswerte überlaß ich gerne den heute jüngeren Kollegen. Aber danke für den Tipp.

Der andere Hinweis mit Lehramt und viel Freizeit die genutzt werden kann zum Bücherschreiben muß aber auch persönlich passen. Es kann nicht jeder Bücher schreiben und ich glaube diese Erkenntnis trifft auch für mich zu.

Dann bleibt noch dein TV-Hinweis als Co-Moderator. Da ich z. Zt. ja viel Freizeit verfüge sehe ich mir hin und wieder die ausgestrahlten Kochshow´s an und finde, sie haben einen gewissen Unterhaltungswert.

Aber auch da muß ich zugeben wüßte ich nicht, wie ich Tim Mälzer, Herrn Lichter oder Herrn Lafer toppen könnte um die notwendigen Einschaltquoten für mich zu erlangen. Lediglich bei Biolek würde ich mir echte Chancen ausrechnen.

Laß mal gut sein, ich denke für mich das machbare unternommen zu haben und hoffe weiter auf das Quantum Glück, oder mit schweizer Worten zu sagen "Mitleid".

Zur Zeit bin ich ja wieder etwas zuversichtlicher, habe eine Einladung zu einem persönlichem Vorstellungsgespräch im nächsten Monat bekommen.
Die ausgeschriebene Stelle entspricht voll meinen Vorstellungen, das ausgeschriebene Bewerberprofil wird von mir erfüllt und ich erhoffe mir eine reelle Chance.
Seehase ist offline  
Alt 23.09.2007, 16:43   #25
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Standard Dann biste überqualifiziert

@seehase:

Schon klar, daß Du da andere Vorstellungen hast, als als Neuling.

Aber: Stellenbeschreibungen in Stellenangeboten sind heute Maximalforderung.
Rechnen und wirklich suchen tun die Personaler da Leute, die so rund 80 Prozent des Geforderten erfüllen,- und bereit sind, auch im Job zu lernen.
Erfüllt wer diese ausgeschriebenen Forderungen hingegen ganz, so gilt er heute als Überqualifiziert,- und der Personaler hat dann Angst, daß der, stellte man ihn ein, alles dran setzen wird, die Position seinen dann Vorgesetzten zu bekommen,- oder daß es ihm auf der Stelle schnell langweilig werden und er wieder bald den Absprung suchen würde.

Um Mitleid zu heischen, ist eine Bewerbung um eine Stelle der falsche Platz. Für Mitleid und die "Schulterklopfmaschine" empfiehlt es sich, einen guten Psychiater und/oder eine gute Selbsthilfegruppe zu finden,- denn Chefs (nicht nur) im Kapitalismus haben ein Problem, und ds soll der Einzustellende lösen,- und nicht noch seine eigenen Probleme drauflegen.
Oder, wie unser Marketing-Mann immer sagt: "Ich hol' mir doch kein Problem rein!"

Jedoch, weiterhin: Viel Erfolg!
Rounddancer ist offline  
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